Kurz abgetaucht in Soak City

Soak City

Nachdem ich bereits einige Zeit in Valleyfair verbracht hatte, wechselte ich direkt in den angrenzenden Wasserpark Soak City. Der Eingang befindet sich ziemlich zentral im Park, direkt gegenüber der Achterbahn Mad Mouse, sodass der Wechsel zwischen Freizeit- und Wasserpark denkbar unkompliziert ist.

Der Wasserpark selbst blickt dabei auf eine erstaunlich lange Geschichte zurück. Bereits 1983 eröffneten in Valleyfair die ersten Wasserrutschen, aus denen sich über die Jahre zunächst Whitewater Country und schließlich das heutige Soak City entwickelte.

Breakers Pipeline & Plunge und Breakers Bay

Direkt neben Breakers Bay erhebt sich mit Breakers Pipeline & Plunge der große Rutschenturm von Soak City. Den Anfang macht Breakers Pipeline mit gleich vier verschiedenen Falltürrutschen. Nach dem Einstieg in die Startkapsel heißt es Arme und Beine überkreuzen und darauf warten, dass einem plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Zwei der Rutschen führen anschließend ziemlich direkt nach unten, während die beiden anderen mit ihrem kurvigeren Verlauf noch etwas mehr Abwechslung bieten. Gerade der Falltürstart sorgt bei allen vier Varianten für die nötige Portion Nervenkitzel.

Noch ein paar Meter höher starten die beiden Rutschen von Breakers Plunge. Hier gibt es keine Kapsel und keine Falltür mehr, sondern zwei klassische Kamikaze-Rutschen, bei denen man vom Start direkt auf die rund 27 Meter tiefer liegenden Ausläufe blickt. Damit ist Breakers Plunge trotz des eigentlich simpleren Aufbaus noch einmal eine Spur extremer und kostet entsprechend Überwindung. Mir haben beide Anlagen richtig gut gefallen.

Direkt daneben befindet sich Breakers Bay, das große Wellenbecken von Soak City. Sobald die Wellen einsetzen, kommt ordentlich Bewegung ins Wasser. Für mich gehört ein gutes Wellenbecken zu einem Wasserpark einfach dazu.

Panic Falls

In der hintersten Ecke von Soak City wartete mit Panic Falls noch ein Rutschenturm der ganz alten Schule. Die drei Body Slides stammten bereits aus dem Jahr 1983 und gehörten damit zu den ersten Wasserrutschen, die überhaupt in Valleyfair eröffnet wurden.

Und ihr Alter merkte man den Rutschen durchaus an – allerdings im positiven Sinne. Mit erstaunlich hohem Tempo geht es durch die zahlreichen Kurven und immer wieder über kleine Jumps. Dabei hebt man teilweise leicht von der Rutschfläche ab und schaukelt sich mit zunehmender Geschwindigkeit immer weiter auf. Gerade dieses etwas unberechenbare Fahrverhalten machte Panic Falls für mich richtig spaßig und zu einem der Highlights in Soak City.

Ein paar Jahre jünger waren die beiden Panic Falls Speed Slides, die 1988 hinzukamen. Hier ist der Streckenverlauf deutlich einfacher: Vom rund 18 Meter hohen Turm geht es auf zwei offenen Bahnen nahezu schnurgerade hinunter. Entsprechend schnell ist man unterwegs und gerade durch die Old-School-Bauweise haben auch diese beiden Rutschen ihren ganz eigenen Reiz.

Ripple Rapids

Nach den doch recht wilden Rutschen von Panic Falls ging es mit Ripple Rapids erst einmal deutlich entspannter weiter. Der klassische Lazy River führt gemütlich durch einen Teil von Soak City und bot sich perfekt für eine kleine Pause an. Einfach in den Reifen legen und sich eine Runde durch den Wasserpark treiben lassen – genau die richtige Abwechslung nach den wilden Rutschen zuvor.

Hurricane Falls

Das große Highlight in Soak City war für mich jedoch Hurricane Falls. Die rund 21 Meter hohe Family-Raft-Rutsche sah zunächst gar nicht einmal so außergewöhnlich aus, entpuppte sich während der Fahrt aber als überraschend wilde Angelegenheit.

In einem großen Raft geht es durch eine breite Rinne mit mehreren steilen und stark überhöhten Kurven nach unten. Dabei nimmt das Boot ordentlich Geschwindigkeit auf und beginnt sich in den Kurven immer stärker aufzuschaukeln. Teilweise geht es dabei erstaunlich weit die Seitenwände hinauf, bevor das Raft wieder zurück in die Rinne schwingt und kurz darauf in die nächste Kurve fährt. Gerade dieses sehr ausgeprägte Hochschaukeln sorgt für eine unglaublich dynamische Fahrt – zumal man je nach Position im Boot auch rückwärts oder seitlich in die nächste Passage fährt.

Die Fahrt war deutlich wilder, als ich es von einer klassischen Family-Raft-Rutsche erwartet hätte, und hat mir richtig gut gefallen. Hurricane Falls war für mich ohne Frage die beste Rutsche in Soak City.

Bilder Soak City

Fazit Soak City

Soak City hat mir während meines kurzen Besuchs richtig gut gefallen. Der Wasserpark ist zwar nicht besonders groß, bietet aber eine schöne Mischung aus modernen Anlagen und einigen herrlich wilden Old-School-Rutschen.

Das klare Highlight war für mich Hurricane Falls. Eine derart wilde Family-Raft-Rutsche hatte ich nicht erwartet und allein das extreme Hochschaukeln des Rafts machte den Abstecher in den Wasserpark für mich schon lohnenswert.

 


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Valleyfair! – Ein Tag in Minnesotas größtem Freizeitpark

Valleyfair!

Valleyfair! eröffnete am 25. Mai 1976 in Shakopee, südwestlich von Minneapolis, als gemeinsames Projekt der Unternehmer Walt Wittmer und David Sherman. Auf einer Fläche von gerade einmal 26 Acres gingen zunächst rund 20 Attraktionen an den Start. Schon damals bildete die Holzachterbahn High Roller das Aushängeschild des Parks und dreht bis heute ihre Runden. Noch älter ist lediglich das historische Karussell, das ursprünglich aus dem 1973 geschlossenen Excelsior Amusement Park stammt.

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung übernahm Cedar Point den jungen Freizeitpark. Als 1983 die gemeinsame Betreibergesellschaft gegründet wurde, setzte sich ihr Name aus den beiden Parks Cedar Point und Valleyfair! zusammen – der Ursprung des bis heute bekannten Namens Cedar Fair. In den folgenden Jahrzehnten wuchs Valleyfair! kontinuierlich und entwickelte sich zum größten Freizeitpark Minnesotas.

Wie viele Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe präsentiert sich auch Valleyfair! außerordentlich gepflegt. Anders als in den meisten Schwesterparks gibt es hier jedoch keinen klassischen Rundweg. Stattdessen betritt man den Park ungefähr in der Mitte der Anlage und entscheidet bereits am Eingang, ob man den linken oder den rechten Parkbereich zuerst erkunden möchte.

Wir schlagen zunächst den linken Weg ein und folgen dem Pfad unter und hinter Wild Thing. Bereits hier wird deutlich, wie sehr Valleyfair! den Charme klassischer amerikanischer Freizeitparks bewahrt hat. Mit Flying Eagles, Tilter und einem Scrambler stehen gleich drei zeitlose Fahrgeschäfte dicht beieinander. Ergänzt wird dieses Ensemble durch den StarFlyer North Star von Funtime, der einen herrlichen Blick über den gesamten Park bietet.

Während die liebevoll gestaltete Oldtimerbahn Antique Autos zu einer entspannten Rundfahrt einlädt, wartet nur wenige Meter weiter mit Steel Venom bereits der erste große Adrenalinkick.

Steel Venom

Wie bei jedem Impulse Coaster aus dem Hause Intamin beginnt auch bei Steel Venom jede Fahrt mit einem kräftigen Launch. Leider ist dabei auch der für diesen Achterbahntyp typische Ruck deutlich zu spüren, was den ansonsten guten Fahreindruck etwas schmälert. Die Schraube macht vor allem im vorderen Zugteil Spaß, während sie in den hinteren Reihen kaum noch zur Geltung kommt. Leider wird diese recht ruppig zu durchfahren. Das eigentliche Highlight wartet jedoch am hinteren Spike: Dort hält eine Bremse den Zug für einige Sekunden fest, bevor er wieder in Richtung Station beschleunigt. Dabei rutschen die Fahrgäste spürbar nach vorne in die Bügel – ein Effekt, der jede Fahrt aufs Neue für ein Schmunzeln sorgt.

Trotz kleiner Schwächen macht Steel Venom jede Menge Spaß und gehört zu den stärkeren Attraktionen des Parks. Vor allem die Haltebremse am hinteren Spike sorgt für einen Effekt, den man auch nach mehreren Fahrten nicht vergisst.

Delirium

Direkt neben Steel Venom befindet sich mit Delirium ein Giant Loop aus dem Hause Larson. Ich mag diesen Attraktionstyp wirklich gerne und auch Delirium macht jede Menge Spaß. Schade ist allerdings die enorme Lautstärke während der Fahrt, die das ansonsten gelungene Fahrerlebnis etwas trübt.

Northern Lights

Mit Northern Lights folgt ein Zamperla Skater Coaster. Auf den ersten Blick erinnert die Attraktion stark an einen klassischen Disk’O Coaster aus dem gleichen Hause, unterscheidet sich jedoch in einem entscheidenden Punkt: Während man beim Disk’O nach außen blickt und vor allem auf die Brust gedrückt wird, schaut man beim Skateboard nach innen und wird überwiegend in die Rückenlehne gepresst. Dadurch empfinde ich die Fahrt als deutlich angenehmer und auf Dauer sogar etwas spaßiger.

The Wave

Direkt im Eingangsbereich des Parks befindet sich mit The Wave eine Shoot-the-Chute-Anlage aus dem Hause Hopkins Rides. Nach einer gemütlichen Auffahrt stürzt das Boot den steilen Drop hinab und schlägt mit voller Wucht auf der Wasseroberfläche auf. Die dabei entstehende Wasserfontäne sorgt dafür, dass hier garantiert niemand trocken aussteigt. Ich bin schon immer ein großer Fan dieses Attraktionstyps gewesen und finde es schade, dass Shoot-the-Chute-Anlagen nach und nach aus immer mehr Freizeitparks verschwinden. Obwohl der Wasserpark noch ein gutes Stück entfernt liegt, sieht man rund um The Wave zahlreiche Besucher in Badesachen oder mit freiem Oberkörper – eine für einen amerikanischen Freizeitpark eher ungewöhnliche Szene.

Corkscrew

Mit Corkscrew folgt ein weiterer Klassiker aus dem Hause Arrow Dynamics. Fahrtechnisch gehört die Bahn sicher nicht zu den Highlights des Parks, bietet aber eine angenehm ruhige Fahrt durch Looping und Korkenzieher. Ihre größte Stärke ist ohnehin die Einbindung in den Park. Die Strecke verläuft malerisch entlang eines Sees und bildet mit der unter dem Korkenzieher hindurchfahrenden Parkeisenbahn eines der schönsten Fotomotive des Parks. Zusammen mit der gelungenen Farbgestaltung gehört Corkscrew für mich zu den besten Blickfängen in Valleyfair!

Monster

Direkt nebenan befindet sich das Monster. Dieser amerikanische Klassiker aus dem Hause Eyerly Aircraft gehört für mich bis heute zu den besten Flat Rides überhaupt. Sitzt man alleine in einer Gondel, lässt sich diese bereits vor der Abfahrt mit etwas Körpereinsatz kräftig in Rotation versetzen – sehr zur Verwunderung der amerikanischen Fahrgäste. Während der Fahrt dreht sich die Gondel munter weiter und sorgt für ein herrlich chaotisches Fahrerlebnis. Wie so oft hat mir auch diese Fahrt wieder richtig viel Spaß gemacht.

Planet Snoopy

Auf dem Weg zur Holzachterbahn High Roller durchqueren wir zunächst Planet Snoopy. Wie in vielen Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe wurde auch hier ein liebevoll gestalteter Themenbereich rund um die Peanuts-Figuren geschaffen. Neben zahlreichen Familien- und Kinderattraktionen sorgen viel Grün, schattige Wege und die stimmige Gestaltung dafür, dass sich Planet Snoopy angenehm vom restlichen Park abhebt. Das Highlight des Bereichs ist der Zamperla Powered Coaster Cosmic Coaster, der sich optisch hervorragend in das Gesamtbild einfügt.

High Roller

High Roller ist die älteste Achterbahn des Parks. Nach der ersten Abfahrt folgt zunächst ein großer Hügel, bevor eine langgezogene Wendekurve den Rückweg einleitet. Anschließend sorgen mehrere ungewöhnlich geformte Hügel immer wieder für Airtime, die allerdings durch einen Trim spürbar abgeschwächt wird. Vor der nächsten Kurve nimmt ein weiterer Trim erneut deutlich Geschwindigkeit aus der Bahn, sodass die letzten Hügel und die Schlusskurve nur noch gemächlich durchfahren werden. Schade eigentlich, denn ohne die beiden Trims hätte High Roller das Zeug zu einer richtig guten Holzachterbahn.

Mad Mouse

Direkt gegenüber dem Eingang zum Wasserpark Soak City liegt die Mad Mouse aus dem Hause Arrow Dynamics. Ich bin schon immer ein Fan der Wilden Mäuse des Herstellers gewesen. Im Gegensatz zu ihren europäischen Pendants setzen die Arrow-Anlagen nicht nur auf enge Spitzkehren, sondern auch auf überraschend große Gefälle und ein teilweise recht eigenwilliges Banking. Dadurch wirkt die Fahrt deutlich dynamischer und unberechenbarer, als man es von einer klassischen Wilden Maus erwarten würde. Auch Mad Mouse bildet hier keine Ausnahme und sorgt für jede Menge Fahrspaß.

Wheel of Fortune

Mit Wheel of Fortune konnte ich zum ersten Mal einen klassischen Trabant von Chance Rides erleben. Das Fahrgeschäft diente später als Vorlage für den von Mack Rides in Lizenz gebauten Hully Gully, den ich bereits kannte. Auch wenn mir die Mack-Version insgesamt etwas besser gefällt, hat es mich gefreut, endlich einmal das Original gefahren zu sein. Beide Attraktionen sind heute nur noch selten anzutreffen und gehören für mich zu den Fahrgeschäften, die man als Freizeitparkfan unbedingt einmal erlebt haben sollte.

Renegade

Mit Renegade verfügt Valleyfair! über ein ganz besonderes Scmuckstück. Bereits von weitem fällt die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn durch ihre kompakte und verschlungene Holzkonstruktion auf.

Bereits der außergewöhnliche, S-förmig verdrehte First Drop sorgt für einen fantastischen Auftakt und gehört zu den besten Elementen der gesamten Fahrt. Direkt danach folgt ein kleiner Airtime-Hügel, ehe die Bahn ohne jede Verschnaufpause durch eine perfekt abgestimmte Folge aus schnellen Richtungswechseln, bodennahen Kurven und immer wieder eingestreuten Airtime-Momenten jagt. Dadurch entsteht ein nahezu ununterbrochener Fahrfluss, bei dem die Bahn bis zur Schlussbremse kaum an Tempo verliert. Kurz vor Schluss schießt der Zug noch einmal mit hoher Geschwindigkeit am Stationsbereich vorbei, bevor einige letzte Airtime-Hügel die Fahrt abrunden.

Renegade hat mich auf ganzer Linie überzeugt und zählt für mich ganz klar zu den besten Holzachterbahnen aus dem Hause GCI. Im Laufe des Tages wurde die Bahn zudem immer schneller und hatte am Nachmittag richtig Dampf unter der Haube.

Excalibur

Zu den größten Highlights von Valleyfair! zählt Excalibur. Die von Arrow Dynamics gebaute Achterbahn kombiniert typische Elemente eines Mine Trains mit deutlich größeren Abfahrten und einem außergewöhnlichen Streckenverlauf.

Die Fahrt beginnt mit einer langen Abfahrt, bevor sich Excalibur mit großen Kurven und schnellen Richtungswechseln ihren Weg durch das Gelände bahnt. Besonders gefällt mir ein Hügel, der gleichzeitig in einen Kurvenwechsel übergeht. Was heute auf vielen modernen Achterbahnen selbstverständlich ist, war 1989 noch ein ungewöhnliches und innovatives Layoutmerkmal.

Auch wenn mich die Fahrt insgesamt nicht vollständig überzeugen konnte und sich die Bahn stellenweise recht unruhig fährt, besitzt Excalibur einen ganz eigenen Charakter. Gerade das ungewöhnliche Layout mit seinen kreativen Fahrelementen macht die Bahn bis heute zu einem der Highlights von Valleyfair! und sollte bei keinem Besuch ausgelassen werden.

Thunder Canyon

In derselben Ecke des Parks befindet sich außerdem Thunder Canyon. Den Rapids Ride hätte ich gerne ausprobiert, doch während meines Besuchs blieb die Anlage leider geschlossen.

Power Tower

Weiter geht es mit dem Power Tower aus dem Hause S&S. Interessanterweise verfügt der Turm über gleich drei Fahrspuren –zwei Power Drops und ein Space Shot. Besonders gelungen finde ich jedoch die Platzierung der Attraktion. Mitten auf einer Insel gelegen und von der Achterbahn Corkscrew umschlossen, macht der Turm sowohl optisch als auch fahrtechnisch einiges her.

Wild Thing

Die nächste Anlage ist der Hyper Coaster Wild Thing aus dem Hause Morgan. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1996 prägt die über 60 Meter hohe Achterbahn die Skyline von Valleyfair! und zählt bis heute zu den bekanntesten Attraktionen des Parks.

Die Fahrt beginnt mit einer langen ersten Abfahrt, bevor der Zug über zwei Camelbacks rast. Die kurvige Abfahrt aus dem zweiten Hügel führt in eine weitläufige liegende Acht, ehe Wild Thing nach der Blockbremse mit mehreren kleineren Hügeln den Rückweg zur Station antritt. Besonders die elegant ausgeformten Kurven werden mit hoher Geschwindigkeit durchfahren und sorgen für ein ausgesprochen flüssiges Fahrgefühl. Auf den zahlreichen Airtime-Hügeln fällt die Schwerelosigkeit hingegen überraschend schwach aus.

Gerade im Vergleich zur ähnlich aufgebauten Mamba in Worlds of Fun, die ich erst zwei Tage zuvor besucht habe, hat mich das doch sehr verwundert. Trotz des nahezu identischen Layouts wirkt Wild Thing deutlich zahmer und erreicht nie die Airtime-Qualitäten ihrer Schwesterbahn. Dennoch ist Wild Thing eine gelungene Achterbahn, die vor allem mit ihrem flüssigen Layout und den elegant ausgeformten Kurven jede Menge Fahrspaß bietet.

Bilder Valleyfair!

Fazit Valleyfair!

Valleyfair! zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten Freizeitparks der USA, muss sich hinter den großen Namen der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe aber keineswegs verstecken. Gerade die Mischung aus modernen Thrillrides, historischen Klassikern und der entspannten Atmosphäre macht den Reiz des Parks aus. Wer Minneapolis besucht oder den Mittleren Westen der USA bereist, sollte Valleyfair! deshalb unbedingt einen Besuch einplanen.

 

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Ein Ozean voller Spaß

Oceans of Fun

Nachdem ich den Vormittag in Worlds of Fun verbracht hatte, wechselte ich gegen Mittag in den angrenzenden Wasserpark Oceans of Fun. Für den Nachmittag war schlechteres Wetter angekündigt, weshalb ich meinen Besuch im Wasserpark etwas vorgezogen hatte.

Der Übergang zu Oceans of Fun befindet sich direkt neben dem Rapids Ride Fury of the Nile. Genau hier stand früher auch die große Spillwater-Anlage Monsoon, an deren mittlerweile stillgelegter Strecke ich bei meinem Besuch noch vorbeilief. Interessant war vor allem die Einbindung der Attraktion: Monsoon konnte sowohl von Worlds of Fun als auch von Oceans of Fun aus betreten werden und gehörte damit gewissermaßen zu beiden Parks. Eigentlich eine ziemlich clevere Lösung – nur schade, dass die Anlage bereits seit 2022 nicht mehr betrieben wurde.

Mein erstes Ziel im Wasserpark war Castaway Cove, wo ich zunächst mein Lager für die nächsten Stunden aufschlug. Der ausschließlich Erwachsenen vorbehaltene Pool ist eine angenehm ruhige Oase innerhalb von Oceans of Fun und gefiel mir auf Anhieb ziemlich gut. Besonders schön ist die direkt in den Pool integrierte Swim-up-Bar – ein tolles Feature, das perfekt zu diesem Bereich des Wasserparks passt.

Aruba Tuba, Coconut Cove und Typhoon

Von Castaway Cove aus machte ich mich schließlich auf den Weg zu den ersten Rutschen. Den Anfang machte Aruba Tuba, eine klassische Reifenrutsche, die sich in zwei getrennten Röhren den Hang hinunterschlängelt. Die Fahrt ist dabei weniger spektakulär als vielmehr eine nette Einstimmung auf den Wasserpark und macht vor allem durch die zahlreichen Kurven Spaß.

Direkt am Auslauf der Rutschen befindet sich Coconut Cove. Der große Poolbereich fällt vor allem durch seine zahlreichen Wasserspiele auf und richtet sich eher an Familien und jüngere Besucher. Für mich ging es daher nach einem kurzen Blick auf den Bereich direkt weiter zu Typhoon.

Mit Typhoon wartet anschließend eine klassische Kamikaze-Rutsche, die durchaus etwas Überwindung kostet. Über mehrere Wellen geht es den Hang hinunter, wobei man immer mehr Geschwindigkeit aufnimmt und auf den Kuppen sogar ein wenig abheben kann. Gerade das macht die Fahrt überraschend wild. Dazu kommt das Alter der Anlage, wodurch sich das Ganze irgendwie noch etwas waghalsiger anfühlt. Mir hat Typhoon jedenfalls richtig gut gefallen.

Riptide Raceway

Deutlich moderner präsentiert sich Riptide Raceway. Die große Mattenrutsche wurde geschickt in den natürlichen Hang von Oceans of Fun gebaut und bietet gleich vier unterschiedliche Streckenverläufe. Statt einfach nur parallel nebeneinander ins Tal zu führen, schlängeln sich die einzelnen Bahnen in zahlreichen Kurven den Hang hinunter, bevor sie auf der Zielgeraden wieder zusammentreffen.

Gefahren wird bäuchlings auf einer Matte, wodurch man ordentlich Geschwindigkeit aufnimmt und ziemlich flott durch die Kurven rauscht. Durch die vier unterschiedlichen Strecken lohnt es sich natürlich auch, Riptide Raceway mehrmals auszuprobieren. Vor allem die unterschiedlichen Streckenverläufe machen Riptide Raceway zu einer der interessanteren Mattenrutschen im Park.

Caribbean Cooler und Hurricane Falls

Nach den ersten Rutschen wurde es mit dem Caribbean Cooler erst einmal etwas gemütlicher. Der klassische Lazy River führt durch einen größeren Teil des Wasserparks und bietet eine gute Gelegenheit, sich einfach in den Reifen fallen und eine Runde treiben zu lassen. Optisch ist die Strecke zwar nicht sonderlich spektakulär, für eine kleine Pause zwischendurch kam mir die entspannte Runde aber ganz gelegen.

Anschließend ging es zu Hurricane Falls, einer klassischen Rafting-Rutsche, bei der ausgerechnet die längste Warteschlange des ganzen Tages auf mich wartete. Zum Glück hatte ich beim Kauf meiner Cedar Fair Jahreskarte einen Fast Pass für Worlds of Fun erhalten. Ob dieser allerdings auch im Wasserpark gültig war, wusste ich zu diesem Zeitpunkt selbst nicht so genau. Ein Versuch konnte jedenfalls nicht schaden – und tatsächlich wurde der Pass akzeptiert, sodass sich die Wartezeit für mich deutlich verkürzte.

Bei Hurricane Falls geht es in großen Raftingbooten durch die breite Rinne hinunter. Das Boot schaukelt dabei immer wieder durch die Kurven und sorgt je nach Sitzposition für eine etwas andere Fahrt. Die Fahrt selbst macht vor allem durch das ständige Hin und Her des großen Rafts ordentlich Spaß.

Surf City Wave Pool

Zwischendurch ging es noch in den Surf City Wave Pool, der bereits seit der Eröffnung von Oceans of Fun im Jahr 1982 zum Wasserpark gehört. Das großzügige Wellenbecken ist damit eine der ältesten noch bestehenden Attraktionen des Parks. Sobald die Wellen einsetzen, kommt ordentlich Bewegung ins Wasser. Mir hat der Surf City Wave Pool gut gefallen – ein Wellenbecken gehört für mich zu einem guten Wasserpark einfach dazu.

Predators’ Plunge

Mit Predators’ Plunge wartet am nächsten Rutschenturm eine klassische Turborutsche mit Falltürstart. Nachdem man die rund 20 Meter bis zur Spitze des Turms erklommen hat, geht es in die Startkapsel. Tür zu, Arme und Beine überkreuzen und dann heißt es warten, bis einem plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

Direkt danach nimmt man ordentlich Geschwindigkeit auf und schießt durch die geschlossene Röhre nach unten. Dabei geht es nicht einfach nur geradeaus: Mehrere schnelle Kurven sorgen dafür, dass man bis zum Auslauf mit ordentlich Tempo unterwegs ist.

Predators’ Plunge hat mir richtig gut gefallen. Gerade der Falltürstart sorgt für die nötige Portion Nervenkitzel und macht die Rutsche zu einer der besseren Anlagen in Oceans of Fun.

Shark’s Revenge

Mit Shark’s Revenge wartet am selben Rutschenturm eine Reifenrutsche, die zunächst recht unscheinbar beginnt. In mehreren Kurven geht es durch die geschlossene Röhre hinab, wobei man zunehmend an Geschwindigkeit gewinnt. Das eigentliche Highlight wartet jedoch ganz am Ende.

Plötzlich öffnet sich die Röhre und vor einem liegt eine überraschend große Schussfahrt hinunter zum Auslauf. Dieser Moment ist ziemlich atemberaubend und sorgt für einen tollen Abschluss der Fahrt. Gerade diese überraschende Schussfahrt macht Shark’s Revenge für mich zu einer der besten Rutschen im Park.

Constrictor

Mit Constrictor folgt eine weitere Reifenrutsche, deren Besonderheit vor allem in ihrer ungewöhnlichen Kurvenkonstruktion liegt. Die einzelnen Kurven sind extrem eng ausgeführt und folgen teilweise unmittelbar aufeinander. Dadurch wird der Reifen immer wieder weit an der Wand nach oben gedrückt, bevor es direkt in die nächste Kurve geht.

Das sorgt für eine ziemlich wilde Fahrt, bei der man ordentlich im Reifen hin und her geschleudert wird. Gerade diese ungewöhnliche Streckenführung macht Constrictor deutlich interessanter als eine gewöhnliche Reifenrutsche und ist mir entsprechend gut in Erinnerung geblieben.

Bilder Oceans of Fun

Fazit Oceans of Fun

Oceans of Fun hat mich insgesamt positiv überrascht. Natürlich merkt man dem bereits 1982 eröffneten Wasserpark an einigen Stellen sein Alter an, doch gerade unter den älteren Rutschen verstecken sich einige richtig spaßige Anlagen. Besonders Typhoon hat mir mit ihrer etwas waghalsigen Fahrt über die Wellen richtig gut gefallen. Gleichzeitig sorgen neuere Anlagen wie Riptide Raceway dafür, dass das Rutschenangebot keineswegs aus der Zeit gefallen wirkt.

Auch abseits der Rutschen hat Oceans of Fun einiges zu bieten. Castaway Cove mit seiner Swim-up-Bar war für mich ein schöner Rückzugsort, während der Caribbean Cooler und der Surf City Wave Pool zwischendurch für etwas Entspannung sorgten.

Unterm Strich hatte ich in Oceans of Fun deutlich mehr Spaß, als ich vor meinem Besuch erwartet hatte. Tatsächlich verbrachte ich am Ende beinahe zu viel Zeit im Wasserpark und musste mich langsam beeilen, um im benachbarten Worlds of Fun noch mit meinem Achterbahnprogramm hinterherzukommen. Für einen ursprünglich nur als kurzen Abstecher in den Wasserpark eingeplanten Teil des Tages spricht das sehr für die Qualität des Wasserparks.

 


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