Hollywoods Backdrop

Die Geschichte der Universal Studios Japan

Wenn 30.000 Besucher einen less crowded day bedeuten, also einen minder besuchten (Park-) Öffnungstag, und einem scheinbar jeder einheimische Besucher mit gelben T-Shirts und blauen Latzhosen begegnet, dann – und auch nur dann – ist man in den Universal Studios Japan und die Minions haben ihren Weg in den Park gefunden.

Es ist bei den Universal Studios Japan wichtig zu verstehen wie erfolgreich dieser Park ist und dass 30.000 Besucher für jeden Großpark in Deutschland keine alltägliche Besucheranzahl ist bzw. für den Besucher selbst keine wünschenswerte Ausgangssituation wäre; doch wie kam es dazu, dass sich der viert meist besuchte Freizeitpark im japanischen Osaka befindet?

Um die Frage zu beantworten muss man ein wenig in der Zeit zurückgehen, genauer gesagt in die 80er Jahre, wo sich der bis dato einzige Themenpark der Gruppe in Hollywood befand und außer einer Studio-Tour und einigen Shows noch wenig bot. Pläne eine ähnliche Attraktion in Florida aufzubauen standen immer wieder im Raum, doch erst nach dem großen Erfolg der King Kong Erweiterung der Studio-Tour im Jahr 1986 wurden diese Pläne verwirklicht. Parallel dazu wurden auch Standorte für einen weiteren Park in Japan in Betracht genommen – so auch Gelände der Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (NSSMC) in Kitakyūshū und Sakai. Während in Kitakyūshū der Freizeitpark Space World entsteht, wird der Standort in Sakai zu Gunsten eines Städtebauprojektes in Osaka verworfen. Ende des Jahres 1994 folgte dann die Gründung der Osaka Universal Planning Inc. und zwei Jahre später die Umbenennung in die USJ Co., Ltd. Arnold Schwarzenegger sorgte im Oktober 1998 für den ersten Spatenstich und im März 2001 folgte die große Eröffnung der Universal Studios Japan.

Allein im ersten Jahr besuchten den Park über 11 Millionen Besucher, ein Erfolg sondergleichen – denn im Gegensatz zu den meisten anderen Freizeitparkprojekten hat man seine angestrebte Besucherzahl nicht meilenweit verfehlt, sondern gleich um ein Vielfaches getoppt. Doch bereits im zweiten Jahr brach die Besucherzahl auf 8 Millionen Besucher ein und stabilisierte sich auf diesem Niveau bis ins Jahr 2011. Mit der Errichtung des Kinderbereichs Universal Wonderland im Jahr 2012 änderte sich die durchschnittliche Besucheranzahl auf 10 Millionen Besucher. 2014 folgte dann die Einweihung des Themenbereichs The Wizarding World of Harry Potter und damit verbunden ein sprunghafter Besucherzuwachs auf 12,7 Millionen Besucher bzw. 13,9 Millionen Besucher im Folgejahr. Ein weiterer Schub erfolgte dann im Jahr 2016 mit der Eröffnung der Achterbahn The Flying Dinosaur, was jedoch auch zu Wartezeiten von bis zu 750 Minuten an besagter Achterbahn sorgte.

Parkrundgang

Es ist also kein Wunder, dass wir in unserer Ausgangsplanung ein Ganswischtischpass, also den Universal Express Pass 4 – The Flying Dinosaur, fix eingeplant haben; denn wenn wir uns schon asozial verhalten wollen, dann mit möglichst vielen Fahrten auf dem Flying Coaster. Doch ehe wir diesen erreichen müssen wir erst einmal den zentralen See des Freizeitparks Universal Studios Japan umrunden.

Space Fantasy – The Ride

Wir starten daher auf der überdachten Main Street im Themenbereich Hollywood und missachten das Highlight auf der rechten Seite dieser; stattdessen wandern wir weiter geradeaus, wo uns zur linken mehrere Studiogebäude anlächeln, unter anderem das der Indoor-Achterbahn Space Fantasy – The Ride.

Die Fahrt im japanischsten aller Spinning Coaster aus dem Hause Mack Rides beginnt mit einer kleinen Rechtskurve, die uns alsbald in den ersten Lifthügel übergehen lässt. Unter den Klängen der Band Dreams Comes True werfen wir uns nun in eine steil abfallende Linkskurve, die schnell in eine 270° Aufwärtshelix übergeht. Nach einer kurzen Geraden begeben wir uns in einem ähnlichen Manöver erneut gen Hallenboden und nach einer knackigen Rechtskurve in die erste Bremsstrecke. Mit reduzierter Geschwindigkeit nehmen wir nun den Weg in Richtung des zweiten Lifthügels in Angriff und haben dabei allerhand Zeit die J-Pop Klänge und grandiose Gestaltung auf uns wirken zu lassen.

Irgendwann ist dann auch wieder die Hallendecke erreicht und eine wunderbar zackige Abwärtshelix fügt sich an. Ein kurzer Rechtsknick im Tal führt uns dann auf eine kurze Rampe, woraufhin wir die Strecke des ersten Streckenabschnitts überqueren. Es folgen zwei serpentinenartig ausgestaltete Kurven die uns direkt in den dritten und letzten Lifthügel der Anlage führen.

Das Finale des Spinning Coasters beginnt dann ganz fulminant mit einer Steilkurve bis zum Hallenboden hinab, an der sich eine weitere Steilkurve anschließt um den Zug wieder in Richtung der Hallendecke zu befördern. Nach einer kurzen Gerade begibt man sich in eine 180° Abwärtshelix, in der, visuell äußerst überzeugend, eine Supernova auf die Fahrgäste entzündet wird. Hierauf folgt ein kurzer Bunny Hop und nach einer kleinen Wendekurve findet man sich alsbald in der Schlussbremse der Anlage und kurz darauf in der Station wieder.

Space Fantasy – The ride weiß trotz ihrer geringen Höhe und Geschwindigkeit vollkommen zu überzeugen. Der Weltraumtrip hat einen tollen Flow und eine schlichtweg wunderbare Gestaltung, zudem passt das vergleichbar eigenwillige Layout mit seinen vielen Geraden und eher gemächlicheren Gefälle perfekt in dieses Land – ein waschechter Japano-Coaster halt und somit ein tolles Produkt aus dem Schwarzwald.

Terminator 2 3D

Ebenso brillante Innovationen kann man bei der Cyberdyne Corporation im Gebäude nebenan bewundern. Begleitet von einer Hostess werden wir durch die jährliche Cyberdyne Expo geführt, welche neben einem Image-Film eine Produktpräsentation im Theater nebenan beinhaltet. Doch eines vorweg, die Dame ist urkomisch und so wird sich auf bitterböse Art und Weise erst einmal über das Publikum lustig gemacht – natürlich nur auf Japanisch, aber trotzdem (vor allem dank dem Over-Acting der Dame) brüllend komisch. Der Imagefilm selbst wird durch eine Durchsage John und Sarah Connors unterbrochen und Cyberdynes Angestellte tut ihr Bestes daran die Situation irgendwie zu kachieren.

Im Vorführtheater erleben wir dann die Präsentation der ersten Terminatoren und viel wichtiger die des Skynets. Sarah und John Connor brechen in den Vorführsaal ein. Die Lage scheint unter Kontrolle, doch ein T-1000 taucht auf und verfolgt die beiden, doch zuvor entledigt er sich schnell der Hostess. Ein zweiter Terminator kommt daraufhin auf einem Motorrad durch ein Zeitportal und erscheint sogleich auf der Bühne. Dieser schnappt sich dann John und flieht mit ihm durch ein weiteres Portal. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd zwischen unserem Heldenduo und dem T-1000, sowie anderen Widersachern auf dem Weg in Richtung Skynet. Dort angekommen geht es darum den zentralen Kern der Anlage zu zerstören – doch hier wartet der T-1000000 als finaler Gegner. Den T-1000000 kurzzeitig gestoppt, gelingt es dem T-800 die notwenigen Vorbereitungen zu treffen um John in die Vergangenheit zu schicken und Skynet zu zerstören. Während der anschließenden Explosion senken sich die Sitze der Besucher schlagartig.

Eigentlich lag unsere Priorität nicht darauf Fahrgeschäfte und Shows zu sehen, die in den anderen Universal Studios Parks noch Bestand haben und dort mit weniger langen Wartezeiten zu bestaunen sind. Interessanter Weise ergab es sich kurz nach unserem Besuch, dass Terminator 2 3D in den Universal Studios Orlando eingestellt werden soll. Glück gehabt, denn die Show selbst ist einfach nur fantastisch, wenngleich ein wenig zäh im Mittelteil des 3D Films. Die Interaktion von Bühne und Leinwand ist außerordentlich gelungen und das Finale ist überaus überraschend, ebenfalls sind die Spezialeffekte im Zuschauerraum allesamt sehenswert. Super!

The Amazing Adventures of Spider Man – The Ride

Eine weitere überaus gut besuchte Attraktion der Studios, zumindest solange nicht ein ravender Elmo für Stimmung auf der großen Bühne sorgt und ein Großteil der Japaner dem Konzert in den Universal Studios Japan beiwohnt, ist die Themenfahrt The Amazing Adventures of Spider Man – The Ride, stilecht in 4K3D.

Was hat man nicht alles über den Spinnenmann im Voraus gehört. Aussagen wie „Der beste Darkride der Welt“ waren es definitiv, vor allem nach dem Update der Videoqualität und dennoch war ich überaus skeptisch, immerhin soll man ja auch seine Erwartungshaltung gering halten um am Ende umso mehr über das System verblüfft zu sein.  Perfekt abgestimmte Bewegungen interagieren auf genialste Art und Weise mit den Videoprojektionen, auf das man am Ende nur sprachlos und staunend das Ride-Vehikel verlässt und sich am Liebsten gleich nochmals anstellen möchte. Besonders anzumerken seien hier die Elektroschock-Scene, ausgelöst durch den Bösewicht Electro, und die Scene mit der Anti-Schwerkraft-Kanone; ansonsten fällt es mir schwer diese Themenfahrt zu beschreiben, da sie wirklich schlichtweg überwältigend ist.

Despicable Me Minion Mayham und Backdraft

Vorbei am Minion Park und der Themenfahrt Despicable Me Minion Mayham, die sich vor allem durch horrend hohe Wartezeiten auszeichnete, sowie der Feuer-Effekt-Show Backdraft – deren letzte Vorführung wir leider knapp um wenige Minuten verpassten – führt uns der Weg direkt in den Jurassic Park. Nicht aber zur weltbekannten Wasserbahn Jurassic Parc – the Ride, die kennt ja eh jeder, sondern zum guten neuen Stoff, der einem fliegen lässt. Doch keine Sorge um die Wasserbahn, die ist auch weiterhin äußerst berauschend, nur um das schon einmal vorweg zu nehmen.

Flying Dinosaur

Tatsächlich war die Fahrt auf dem Flugdinosaurier Flying Dinosaur unsere erste des Tages, immerhin hatte unser Express-Pass ein Zeitfenster, welches wir zu beherzigen mochten – doch das lag noch etwas in der Ferne, so dass wir uns brav in die reguläre Queue stellten. Schneller als gedacht ging es durch den halbwegs leeren Wartebereich, der uns einen ersten Einblick auf die immense Wartebereitschaft der Japaner aufweisen konnte, nur um knapp 40 Minuten später in der Doppelladestation der Anlage zu stehen, noch dazu in der ersten Reihe.

Nachdem man brav sein Gepäck verstaut hat dauert es nicht mehr lange ehe der Bügel kontrolliert wurde und man in der Fliegeposition auf den Abflug wartet. Dabei ist es gerade beim Boarding der ersten Reihe interessant wie sich das zuständige Personal sich schützend vor die Flügel unseres gewählten Fluggerätes stellt, wohl wissend, dass sich da wohl schon einige den Kopf gestoßen haben. Über eine Weiche erreichen wir dann sogleich den Lifthügel, der uns auf eine Höhe von 38 m befördert. Es folgt der erste Sturz, welcher äußerst steil ausfällt. Im ersten Tal überfliegen wir in luftiger, dennoch recht bodennaher Höhe, die staunenden Passanten, ehe wir uns in einem In-Line Twist gekonnt in die Höhe schrauben. Dabei erleben wir die Kuppe schon beinahe wieder in Flugposition, doch im Ausgang der Rolle wartet noch eine weitere halbe Schraube, auf das wir im nächsten Tal äußerst brachial in die Rückenpolster gepresst werden. Im anschließenden Inside-Raven Turn, einer Art Immelmann Loop ohne Kopfstand, verzichtet der Dino in keiner Sekunde darauf den Druck irgendwie zu reduzieren, weswegen wir erst wieder in ferner Höhe zum Durchatmen kommen.

Doch das nächste Element bahnt sich bereits an und nach einem kurzen Rechts-/Linksschwenker weit über den Köpfen der potentiell fahrwilligen Parkgäste der Universal Studios Japan erreichen wir dieses.  Mit überaus vielem Schwung stürzen wir uns in den Pretzel Loop, also einem Fahrmanöver in Form einer Bretzel, dessen Tal man in der Liegeposition durchbrettert. Mit atemberaubender Geschwindigkeit und irrsinnigen Druck auf den Rippen schießen wir dabei durch einen kurzen Tunnel, just bevor wir uns erneut in luftiger Höhe befinden und unseren Weg fortan relativ bodennah entlang des zentralen Sees führen. In einer weiten Rechtskurve nehmen wir dabei Anschwung um in einem weiteren In-Line Twist ein weiteres Mal um die eigene Achse gedreht zu werden. Dieser geht dann in eine wunderschöne zu fahrende, sowie druckvolle 360° Helix über, die uns parallel zum Lifthügel entlässt. Ein kurzer Dip später durchqueren wir die letzte der drei In-Line Rollen ehe wir uns alsbald in der Schlussbremse der Anlage wiederfinden.

The Flying Dinosaur ist eine wahnsinnig intensive Achterbahn, die ihre Waffe – also die G-Keule – sehr gerne und oft auf ihre Fahrgäste anwendet. Tatsächlich würde ich soweit gehen die Achterbahn als (bis zum Zeitpunkt des Besuchs) intensivste von mir gefahrene Achterbahn zu bezeichnen und das inkludiert Kaliber wie den Spinning Coaster Tornado aus dem dänischen Freizeitpark Bakken, jedoch mit dem fundamentalen Unterschied, dass der Flugsaurier wenigstens Spaß macht. Sei es nun die Brachiale In-Line-Twist-Fly-to-Lie-Combo und ihr anschließendes atemberaubendes Tal oder der viel zu schnell durchfahrene Pretzel Loop – der Flugdinosaurier weiß einfach zu überzeugen. Selbst die langsamen Passagen, die es ja durchaus gibt, fügen sich absolut harmonisch in das Gesamtbild ein und machen The Flying Dinosaur zu einer der besten Anlagen ihrer Art.

Jurassic Park – The Ride

Ebenfalls zu einer der besten Anlagen ihrer Art zählt der Shoot-the-Chutes Jurassic Park – The Ride. Die Fahrt durch den altehrwürdigen Dinosaurier-Park zählt gewiss zu den bekanntesten Fahrgeschäften weltweit; umso schöner, wenn die angeschriebenen Wartezeiten deutlich schneller vergehen als eingangs gedacht.

Da die Fahrt Gott sei Dank auf den ersten Film basiert freuen wir uns auf eine abenteuerliche Fahrt ohne Scheidungsdrama und genmanipulierte Hyperdinos auf der Insel Isla Nublar. Nachdem wir die Station verlassen haben bringt uns ein kurzer Lifthügel auf eine Zwischenebene, in der wir erst wenige Meter durch den Kanal dümpeln ehe wir uns dem signifikanten Tor aus dem Film nähern.  Das Tor öffnet sich, die Musik erklingt und schon fühlt man sich wieder in seine Kindheit zurückgesetzt, mein Grundschul-Ich war also angesprochen, und so führt uns der Weg ganz gemächlich durch das Ultrasaurus- und Stegosaurus-Gehege. Im Hadrasaurier-Gehege erreicht uns dann eine Warnung, wonach die Raptoren ausgebrochen sind. Zwei Dilophosaurier streiten sich derweil um den verbliebenden Kittel eines Parkangestellten, genug Ablenkung um uns um unsere eigene Flucht zu kümmern. Während wir uns einem Gebäude nähern fällt uns dabei beinahe ein kleiner Container auf den Kopf. Im Gebäude selbst nutzen wir dann die dort drin befindliche Transportvorrichtung um zum Kraftwerk zu gelangen. Auf dem nun sehr langen Lifthügel nehmen wir einige Höhenmeter zu und werden dabei von beiden Seiten von Velociraptoren angegriffen.  Auf der Kraftwerksebene angekommen werden wir von weiteren Dinosauriern attackiert, während wir uns in einer weiten Kurve dem Evakuierungspfad nähern. Ein kurzer Lifthügel bringt uns auf die besagte Schussfahrt, so dass wir nur sehr knapp vor einen eben aufgetauchten T-Rex flüchten können. Gute 26m geht es nun hinunter, woraufhin zu guter Letzt die obligatorische Wasserung stattfindet.

Die ist dann auch durchaus effektiv und kann einem wunderbar durchnässen, wobei wir uns bei der ersten Fahrt gefragt haben, wann diese denn bitte stattfinden würde, ehe sie uns (recht untypischer Weise) einfach durch eine von hinten generierte Welle eiskalt erwischte. Zwar wiesen die Folgefahrten die eher traditionelle Methode vor, man konnte es bei manchen Booten jedoch ganz gut beobachten. Bevor ich aber zu sehr abschweife sei gesagt, dass Jurassic Park – The Ride eine absolut sehenswerte Wasserfahrt ist, die man auf keinen Fall verpassen sollte.

Jaws

Sicherlich sehenswert, aber leider nur einmal am Tag, ist die Wasser-Stunt-Show Water World, die wir uns tatsächlich anschauen wollten – was jedoch zeitlich absolut nicht gepasst hat. Stattdessen konzentrieren wir uns nun auf das Fischerdorf Amity und seine berühmte Hafenrundfahrt Jaws, die die Standorte der Hai-Attacken aus dem Sommer des Jahres 1974 aufsucht.

Vorbei an zahlreichen bekannten Gebäuden und Schauplätzen aus Der Weiße Hai schippern wir gemächlich durch den Hafen der Küstenstadt, ehe uns ein Notruf erreicht. Kurze Zeit später hören wir nur noch Schreie und darauf ein zerrissenes Boot, sowie die Finne eines Hais. Dieser unterquert nun unser Boot, woraufhin dieses ein wenig hin und her geschüttelt wird.  Unsere Schiffsführerin greift indes zur Waffe und feuert zwei Schüsse auf den Hai, doch beide verfehlen ihr Ziel. Unterdessen fahren wir in ein nahegelegenes Bootshaus hinein um dort auf Chief Brody zu warten. Doch es kommt wie es kommen muss und auch hier attackiert uns der Weiße Hai.

Wir flüchten, doch der Hai ist uns stets auf der Fährte. Wieder bewaffnet schießt unsere Bootsführerin ein weiteres Mal mit dem Granatenwerfer, trifft nun jedoch ein Gasspeicher, woraufhin sich dieser entzündet. Auch hier schaffen wir es nur knapp zu entfliehen. Auf einem nahegelegenen Pier soll das Boot nun evakuiert werden. Der Weiße Hai greift ein weiteres Mal an, beißt jedoch in ein günstig platziertes Unterwasserkabel einer nahen Stromplattform und röstet sich damit selbst. Nach diesem Glücksfall erreichen wir den rettenden Hafen und eine wahrlich abenteuerliche Hafenrundfahrt geht zu Ende.

Jaws ist einfach nur Kult pur, die Fahrt selbst variiert jedoch stark durch die Performance des Schiffsführers. Die Rundfahrt selbst ist solide und kann optisch durchaus überzeugen, doch wirklich Spaß macht es erst durch eine aufgedrehte, leicht panisch wirkende Darstellung des Personals und das können manche deutlich besser als andere. Nichtsdestotrotz sollte man sich den Spaß in den Universal Studios Japan keineswegs entgehen lassen, denn solide, wie der erste Film, ist er allemal.

The Wizarding World of Harry Potter

Für einen soliden Besucherzuwachs in den Universal Studios Japan sorgte hingegen der Themenbereich dem wir uns nun widmen, nämlich The Wizarding World of Harry Potter, heute sogar ohne Zeittickets um in den Themenbereich zu gelangen. Doch bevor wir uns in Hogwarts vor Fresh Dumbledores Büroeingang stellen heißt es erst einmal das Dorf Hogsmeade erkunden und sich in einer Zweigstelle Ollivanders einen Zauberstab andrehen zu lassen. Zugegeben der Service ist grandios und eine Japanerin die Zaubersprüche aus den Harry Potter Universum aufsagen zu lassen war eine überaus unterhaltsame Wahl des alten Herren.

Flight of the Hippogriff

Da wir uns eh schon in der Nähe zu Hagrids Hütte befanden haben wir es uns nicht nehmen lassen ihn einen Besuch abzustatten und einen Flug auf den Hippogreif zu wagen. Bei Flight of the Hippogriff handelt es sich um das Standardmodell eines Vekoma Roller Skater mit einer kleinen Besonderheit, nämlich zwei Zügen.  Dementsprechend beginnt die Fahrt mit einer kurzen Kurve aus der Station und dem anschließenden Lifthügel. Sogleich absolviert man eine linksführende Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix, durchquert ein kurzes Tal und eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben bestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf alsbald auch die Bremsstrecke wartet. Hier wartet man dann etwas, bis dann der Zug in der Station abgefertigt wurde und man in diese einfahren kann.

Harry Potter and the forbidden Journey

Beflügelt schlossen wir uns der Schlossführung durch Hogwarts an, immerhin wollten wir ja mal schauen, wie das Schloss im Inneren aussieht – denn die normale Warteschlange sollten wir an diesem Tag ja nicht erleben, bei Wartezeiten jenseits der 120 Minuten (einen Single Rider Eingang gibt es nicht) aber auch durchaus legitim – und versuchten mit „Sesam, tu dich öffnen“ eine Audienz beim Großmeister der Rap-Szene zu ergattern. Mit unserem Ganswischtischpass in der Hand war auch das Durchschreiten der Express Warteschlange bei Harry Potter and the forbidden Journey von kurzweiliger Natur, auch wenn wir nach Aufgabe unseres Handgepäcks keine weiteren Rechte mehr hatten und dort einige Minuten warten durften.

Aber das war auch nur von kurzer Dauer, so dass wir kurze Zeit später auf einer der Vierergondeln platznehmen konnten. Die wilde Fahrt durch das alte Gemäuer beginnt durch Hermines großzügigen Einsatz von Flohpulver auf das wir uns alsbald in der Sternwarte wiederfinden sollen. Leichte Kippeffekte zur Seite sorgen während des Transportes für erste Begeisterung, denn alle Bewegungen sind absolut smooth – was durchaus unerwartet ist, bei den ansonsten doch sehr rabiaten Bewegungsprofilen der stationären Robo-Coaster. In der Sternenwarte selbst schließen wir uns Harry und Ron und erleben eine sagenhafte Fahrt über den Dächern Hogwarts in Richtung des Quidditch-Spiels. Währenddessen begegnen wir Hagrid, der uns entgegnet, ob wir den Drachen gesehen hätten, nur um wenige Augenblicke später auf besagten Drachen zu treffen. Gedrängt durch den Drachen führt uns unser Weg in eine Brücke, wo dieser dann als Animatronik auf uns wartet, doch wir können flüchten.

Kurz darauf finden wir uns im verbotenen Wald wieder, wo wir dann sogleich auf Aragog treffen. Hermine eilt zur Hilfe und vertreibt diesen, während wir die weitere Flucht in Angriff nehmen. Weitere Spinnen stellen sich dabei in unseren Weg, doch wir schaffen es den Wald zu verlassen. Auf der Lichtung erwartet uns dann die peitschende Weide, obgleich wir ihr ganz gut ausweichen können, erwischt diese uns dann irgendwann doch und wir werden ins Quidditch Stadion geworfen. So weit so gut, immerhin war es ja unser Ziel und wir sind live im Geschehen – was schonmal deutlich cooler ist als die Trend-Sportart der Muggels hierzulande.

Als dann blöderweise Slytherin ein Tor gegen Gryffindor erzielt gelangen Dementoren in die Arena, da böses plus böses blöderweise immer noch böses ergibt, eskortiert uns Harry sogleich aus der Arena. Dabei werden wir von Harry getrennt und finden uns alsbald in der Kammer des Schreckens wieder. Ein weiterer Dementor jagt und nach und selbst Lord Voldemort gibt sich die Blöße. Wir schaffen es zu fliehen, doch eine Horde Dementoren wartet bereits auf uns. Es wird kalt, die Bewegungen des Gondelträgers spürbar langsam und ein Herzschlag erklingt aus den Subwoofern der Sitzbänke. Im letztmöglichen Moment vertreibt Harry die Dementoren und wir folgen ihn durch den einstürzenden Zugang in Richtung Hogwarts. In der Haupthalle zum großen Treppenhaus treffen wir auf allerhand Schüler und Lehrer und zu guter Letzt Albus Dumbledore, der uns durch den Einsatz von Flohpulver in den Raum der Wünsch, sprich die Station der Anlage befördert.

Ich war baff. Eine solche Fahrt hätte ich nie den Kuka-Robotern zugetraut. Ebenfalls war ich von den Ausmaßen der Dekorationen und Leinwänden einfach nur überwältigt. Gerade die peitschende Weide hat mich so begeistert, auf das ich den Rest der Fahrt nur noch mit einem breiten Dauergrinsen entgegnen konnte. Die Symbiose zwischen Projektion und realer Kulisse funktioniert einfach nur perfekt und das Fahrsystem unterstützt dieses in bester Manier. Gerade die große Bewegungsfreiheit der Roboter bringt eine unglaubliche Dynamik in die Fahrt, die auch perfekt genutzt wird und somit schlussendlich eine absolut wilde, aber überaus harmonische, Fahrt durch das Harry Potter Universum bietet. Gerne mehr davon!

Wonderland

Ich freu mich zumindest irgendwann wieder nach Hogwarts zu kommen und eine weitere Fahrt auf den magischen Sitzbänken zu tätigen, zuvor geht es für mich jedoch erst einmal zu Harry Potter And The Cursed Child und für euch nun in den Themenbereich Wonderland, wo sich Charaktere aus Snoopy, der Sesamstraße und Hello Kitty tummeln.

Snoopy’s Great Race

Hier befinden sich allerhand Kinderfahrgeschäfte, wie ein Pferdekarussell, ein Kontiki, eine Kinderfahrschule und vieles mehr. In einer Halle der Snoopy Studios befindet sich eine weitere Kinderachterbahn, die tagsüber leider horrende Wartezeiten aufweisen konnte, zum Glück aber abends zum direkten Einstieg lud, weshalb ich mir keine Fahrt habe nehmen lassen – zumal es sich um eine japanische Anlage des Herstellers Senyo handelt.

Die Fahrt in den Seifenkisten beginnt mit einer kleinen Rechtskurve hinaus aus der Station. Der Reibradlift befördert den Wagenverbund schnell bis an die Hallendecke, woraufhin dieser auf einer kurzen Geraden schnell an Fahrt zunimmt. In einer Linkskurve in Bayernkurvenmanier führt der Zug über Berg und Tal, ehe dieser unter dem Lifthill abtaucht. In einer weiten Rechtskurve durchbricht dieser eine große Plakatwand und nimmt kurz darauf an der hinteren Hallenwand an Höhenmeter zu. Ein kurzer Dip nach rechts führt den Zug in das rasante Finale der Fahrt.  Nach einer kurzen Steigung folgt eine wunderbare Linkshelix, woraufhin alsbald die Bremsstrecke und Station erreicht wird und die Fahrt auf dieser wunderbaren Familienachterbahn endet.

Hollywood Dream –  The Ride

Vorbei am Show-Theater der Universal Monsters Live Rock and Roll Show, die wir wieder einmal knapp verpassten, geht es zur letzten Achterbahn in den Universal Studios Japan: Hollywood Dream –  The Ride. Dabei wäre Universal nicht Universal, wenn der B&M Hyper Coaster nicht die eine oder andere Besonderheit aufweisen kann – kein Wunder also, dass es neben einer Auswahl verschiedener Songs noch die Möglichkeit zur Rückwärtsfahrt im Backdrop besteht.

Da sich die Wartezeiten zu beiden Varianten nur minimal unterschieden, wählten wir natürlich für unsere Erstfahrt die Backdrop-Variante, immerhin wollten wir uns ja über das Streckenlayout überraschen lassen. Da drei der vier Züge vorwärtsgerichtet fahren ging die Warteschlange zwar immer nur Schubweise voran, aber bei der Abfertigung hier in den Universal Studios Japan, spielte selbst dieser Umstand kaum eine Rolle, so dass wir recht zügig den Zug boarden konnten.

Einmal abgefertigt verlässt der Zug über eine Weiche die Station und widmet sich dann einer weiten Linkskurve mit geraden Zwischensegment, ehe der Lift erreicht wird. Für uns in diesem Augenblick passiert natürlich alles richtungsverkehrt, weswegen wir kurze Zeit später in den Clamshell-Bügeln hängen. Unter Beschallung von Justins Timberlakes Can’t Stop The Feeling in einer Interpretation der hauseigenen Musikband R&B The Voice erklimmen wir den 44m hohen Lifthügel und stürzen uns umgehend unter lauten Jubelausschreien der ersten Schussfahrt hinunter. Mit dem Flow der Musik passieren wir das erste leicht quergeneigte Tal, woraufhin wir einen Camelback emporschießen und sogleich den Kontakt zum Sitz verlieren. Wieder auf dem Sitz gelandet werden wir sogleich in einem wilden S-Kurven-Manöver, ganz ähnlich dem Finale der Achterbahn Silver Star aus dem Europa Park, ordentlich hin- und hergerissen, nur um dann die vordere Wendekurve des Layouts in Angriff zu nehmen. Diese ist geformt wie ein klassisches Horse-Shoe Element, also einem Hufeisen, und wird recht druckreich durchfahren. Die Ausfahrt dieses Elementes liegt dabei deutlich tiefer als die Einfahrt, denn die nächsten Streckenmeter absolvieren wir nun direkt unter bzw. leicht parallel der eben absolvierten Strecke. Dabei überqueren wir zwei weitere wunderbare Camelbacks, ehe der Zug einen neuen Weg einschlägt. Ein weiterer Camelback schließt sich nach einer kurzen Kurve an, just bevor die Zwischenbremse der Anlage erreicht wird.

Mit ordentlicher Geschwindigkeit durchschreiten wir diese und stürzen uns sogleich wieder einige Meter hinunter. Schwungvoll werfen wir uns in einen quergeneigten Hügel und stürzen uns flugs dem Erdboden entgegen. Mit wahnsinnigen Druck durchqueren wir nun eine bodennahe 540° Helix, ehe wir den Rückweg just unterhalb der eben absolvierten Strecke in Kauf nehmen. Dabei überqueren wir einen kleinen Hügel, durchqueren eine Häuserfassade und landen nach einem kleinen S-Kurven-Schlenker in der Schlussbremse. Die Band verabschiedet sich und wünscht uns einen weiteren wunderbaren Tag in den Universal Studios Japan, woraufhin wir die Station erreichen.

Stimmungsgeladen verlassen wir die Anlage und sind uns sogleich einig, Hollywood – The Ride Backdrop ist die beste Achterbahn des Freizeitparks Universal Studios Japan und eine der Überraschungen der gesamten Tour. Hier stimmt einfach alles und so lassen wir es uns natürlich nicht nehmen einen kleinen Marathon auf der Anlage zu wagen; immerhin vergeht gerade die Wartezeit in der Single Rider Line trotz der angezeigten Wartezeit wie im Fluge. Leider gibt es für die Vorwärtsfahrt Abzüge in der B-Note, da man die Strecke vor sich nun leider bereits sieht und die Überraschungen ausbleiben. Es bleibt jedoch positiv zu erwähnen, dass selbst in diesem Fall die Bahn überragend gut ist und alle europäischen Anlagen dieser Art sowas von alt aussehen lässt. Fairerweise sei jedoch erwähnt, dass ich die kleineren Anlagen des Herstellers B&M generell viel besser finde als die großen Vertreter.

Bilder Universal Studios Japan

Fazit Universal Studios Japan

Im nahen Hard Rock Café lassen wir den Besuchstag ausklingen, denn abgesehen von seinen Gastronomiepreisen, sind die Universal Studios Japan der beste Freizeitpark, den ich bislang besucht habe. Trotz der Fülle, die an unserem Besuchstag zwar vorhanden, aber wie eingangs erwähnt, eher gering war, konnten wir alle Achterbahnen öfters fahren und kamen wohl auch dank dem Express-Pass voll auf unsere Kosten. Dabei stellt sich natürlich die Frage ob wir diesen gebraucht hätten, die Antwort darauf ist definitiv nein – es war nur schön ihn zu haben, eben weil wir dadurch mehr geschafft haben. Da wir dennoch keine Show gesehen und sogar auf eine Fahrt mit den Minions verzichtet haben, empfiehlt sich definitiv ein etwas längerer Aufenthalt in den Studios, denn an einem Tag sind die Universal Studios Japan schlichtweg nicht machbar – kaum auszumalen, wie es sich verhält, wenn der Park tatsächlich voll ist (was ja auch ziemlich oft der Fall ist) und man nicht einmal mehr in The Wizarding World of Harry Potter gelangt oder gerade so eine Fahrt auf The Flying Dinosaur tätigen kann.

 


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Hurra, ich bin wirklich im Film

Movieland Park

Der im Jahr 2003 gegründete Freizeitpark Movieland Park ist das jüngste Projekt der Familie Amicabile, die bereits im Jahr 1965 mit einem Tanzlokal den Grundstein für das heutige Canevaworld Resort legten. Dieses besteht mittlerweile aus dem Wasserpark Caneva Aquapark, der Disko Night Festival, der Dinner Show Medieval Times und dem Rock Star Restaurant, sowie besagten Filmpark.

Nachdem man die Tickets an den zentralen Kassen beim Wasserpark gekauft hat folgt man dem Weg entlang der Hauptstraße um zum eigentlichen Vorplatz des Filmparks zu gelangen. Bis zur vorherigen Saison betrat man den Park durch das große Studiotor, nun dienen zwei Busse als neues Eingangsportal des Movieland Park.

Tomb Raider Machine

Dadurch ergibt sich nun ein separater Zugang zur Tomb Raider Machine, ein Windshear aus dem Hause Zamperla, welcher großzügig mit Wasser-, Feuer-, Nebeleffekten und etwas Schauspiel inszeniert wird. Gefahren werden können hier grundsätzlich fünf verschiedene Fahrprogramme, die durch eine Wahlscheibe zufällig, sofern der Ride-Op die Scheibe nicht zuvor bremst und sie dann auf eine Mission einstellt, bestimmt werden. Je nach ausgewählter Mission variieren nun Fahrtdauer, Intensität und die verwendeten Effekte. Dabei ist die dargebotene Schau der Anlage durchaus spannender anzusehen als die Fahrt an sich, die doch eher etwas ruckelig daherkommt.

Horror House

Durchschreitet man das alte Eingangsportal findet man sich direkt auf der Main Street des Parks wieder, in dessen Eckhaus sich etwas Düsteres oder besser gesagt in dessen Keller sich etwas Stockfinsteres verbirgt. Mit dem Horror House bietet man seinen Parkgästen seit der Eröffnung ein Ganzjahresmaze, also ein nicht temporäres Gruselkabinett mit Schauspielern, ähnlich dem Krüeger Hotel im spanischen Freizeitpark Parc d’atraccions Tibidabo bei Barcelona, an. Bereits in der Warteschlange überzeugt die gelungene Gestaltung des Hauses, welche spätestens im völlig blutverschmierten Aufzug an Stimmung gewinnt.

Direkt in die Dunkelheit entlassen folgt man nun den roten Lichtern der Überwachungskameras durch absolut finstere Gänge bis man sich langsam aber sicher an die Dunkelheit gewöhnt hat. Von Zeit zu Zeit geht es nun durch größere Szenerien, die allesamt einen Bezug auf Horrorfilmklassiker vorweisen können und zudem aufwändig gestaltet wurden. Besonders gut hat mir dabei die Kühlraumszene mit den Leichensäcken gefallen, die erst durch Bewegung den weiteren Weg versperrten und dann durch den Einsatz von Stroboskop und Freddy Krueger aus den Nightmare on Elm Street Filmen ihre volle Wirkung zeigten. Glücklicher Weise hat uns erst im letzten Raum vor der aufwärtsführenden Treppe eine Zweipersonengruppe eingeholt, die sich den Weg mittels Kameralampenlicht ihres Smartphones bannten und sich selbst somit der Stimmung beraubten. Am Ende folgt ein weiterer Gang, indem Michael Myers aus den Halloween Filmen mit einer Kettensäge wartete; die Befürchtung es würde hier oben genauso lang weitergehen wie im Keller traf also nicht zu.

Das Horror House ist ein sehr stimmungsvolles und schön gestaltetes Maze mit einer erstaunlich langen Durchlaufzeit. Die vom Movieland Park selbst angegebenen 600 Sekunden erreicht man wohl nur, wenn man schön brav mit den Händen auf der Schulter des Vordermanns durch die Gänge geschleust wird. Zu zweit brauchten wir schon ein wenig länger um uns in den stockfinsteren Fluren zurecht zu finden. Dabei machen die Schausteller ihren Job durchaus gut, auch wenn man fast immer erahnen konnte, was sogleich folgen wird. Im Vergleich zum ähnlichen Krüeger Hotel gefällt mir die Inszenierung und die durchgängig präsente Storyline im Parc d’atraccions Tibidabo ein wenig besser, dennoch hat man hier eine wirklich überragende Attraktion, die man keineswegs auslassen sollte.

Addams House

Wobei man diesbezüglich klar darauf hinweisen muss, dass ein Besuch unter 14 Jahren nicht gestattet ist. Aber auch dies ist kein Problem, denn immerhin gibt es mit dem Addams House einen weiteren Zugang hinab in den Keller. Hierbei durchschreitet man einige Räume und Gänge des großen Gruselkabinetts und wird dabei unter anderem durch Zombiehitler brillant unterhalten. Allein dieser Moment ist so herrlich abstrus, wodurch man den Park zwangsläufig gernhaben muss. Nach nur kurzer Zeit, dafür aber mit einem richtig breiten Grinsen im Gesicht, ging es über eine Stahltreppe wieder hinauf. Verständlicher Weise ist während der Spielzeit des Addams House der Zugang zum Horror House geschlossen.

Overdrive

Auf der Rückseite des Studio 1 befindet sich derzeit ein Live Set, auf den der großzügig im Park beworbene Film Overdrive aufgezeichnet wird. Prinzipiell handelt es sich dabei um eine kleine, als Filmaufzeichnung getarnte, Stuntshow, in der auch einige Parkbesucher einbezogen werden. Es werden einige Stunts gezeigt, danach werden die Aufnahmen geschnitten und am Ende landet der Film dann auf YouTube bzw. der Website des Parks. Pro Tag werden zwei Takes aufgenommen, wobei die Zeiten nicht ausgeschrieben waren, wodurch wir beide verpasst haben.

The Illusionist

Dafür aber konnten wir die Zaubershow The Illusionist ansehen, welche grob auf dem Film Prestige basiert. Gezeigt werden nach und nach einige bekannte Zauberstücke, die recht stilvoll mit allerhand Effekten untermalt werden. Leider konnte ich der Story nur bedingt folgen, da wir auch etwas zu spät zur Vorführung stießen, jedoch ist die Inszenierung durchaus gelungen und das Theater an sich macht schon einiges her.

Terminator 2 – 5D

Direkt daneben befindet sich mit Terminator 2 – 5D ein interaktives Theater, in dem man mit Pistolen bewaffnet teilweise auf eine Leinwand, aber auch auf plastische Figuren, schießt. Die Terminatoren-Animatronics sind überzeugend, ebenso die zahlreichen zusätzlichen Effekte, leider aber sieht man von der Seite nicht sehr viel von der Leinwand. Dabei macht das Spiel durchaus Spaß und ist keineswegs zu kurzweilig, obgleich am Ende zwangsläufig Game Over heißt.

U-571

Vorbei an der Fazenda di Zorro bzw. den übrig gebliebenen Zugängen des Rodeo Grill Restaurants, welches im Jahr 2012 vom Park entkoppelt wurde, und als weiteres All You Can Eat Restaurant die Besucher nach den Öffnungszeiten der beiden Parks (und während der Mittagszeit im Movieland Park) unterhalten sollte, jedoch nach zwei Jahren Betrieb weiter veräußert wurde und nun als Ristoburger Zero21 geführt wird, führt der Weg in Richtung des U-Boot Simulators U-571.

In einem U-Boot Bunker warten wir zunächst auf weitere Rekruten um einige Zeit später unserem befehlshabenden Offizier vorgelassen zu werden. Dieser weißt uns ein, während ein torkelnder Matrose mit einer Buddel voll Rum hinter ihm Späßchen macht. Während dieser Show erfolgt urplötzlich ein Angriff der Alliierten und mehrere Bomben fallen in das Hafenbecken. Wir müssen fliehen, doch alle Wege sind versperrt und so nähern wir uns dem U-Boot des Modells U-571 im rasanten Schritt, klettern hinunter, durchschreiten eilig das Unterwassergefährt und nehmen in einer Kammer Platz, während das Boot abtaucht.

Unser betrunkener Kamerad versucht nun uns und das U-Boot zu retten und weist mich darin ein einige Ventile zu öffnen und zu schließen; wir tauchen derweil immer weiter hinab, doch irgendetwas ist undicht. Voller Hast versuche ich nun die Angaben zu erfüllen und bekomme eine Wasserladung nach der anderen ab, während die restlichen Rekruten von unserer Tauchfahrt nur etwas durchgeschüttelt werden. Irgendwann ist das eine Ventil futsch und die Wassermenge kaum noch zu stoppen, doch wie ein Wunder schaffen wir es noch aufzutauchen ohne dabei von den Alliierten entdeckt zu werden.

Das U-571 ist eine grandiose Attraktion mit einer atemberaubenden Pre-Show und überragenden Schauspielern, die sich bei der Inszenierung dieser Attraktion wirklich verdammt viel Mühe geben. Leider hat man von dem originalgetreuen Nachbau des U-Boots im Maßstab 1:1 nicht wirklich viel, immerhin durchläuft man das Boot in einer kleinen Gruppe dann doch recht zügig. Der eigentliche Simulator ist von der Technik her schlichtweg eine alte Filmrakete nur ohne Film, wackeligen Sitzbänken, aber einer genialen, zumal außerordentlich beklemmenden, Stimmung. Sollte man dann noch vorne links im Boot sitzen, so hat man keine Chance den Wassermengen auszuweichen, wodurch der Nässegrad, welcher durch die Pre-Show eh bereits recht hoch war, einem Sprung in den benachbarten Gardasee ähnelt.

Troncosaurus

Sollte die Kleidung immer noch trockene Stellen aufweisen, so empfiehlt sich eine Fahrt auf der Wildwasserbahn Troncosaurus, welche vor der Umgestaltung des Dinosaurierbereichs am unteren Ende des Parks eher einem Parkhaus glich als einer spritzigen Baumstammfahrt über zwei Schussfahrten. Mittlerweile macht die Anlage jedoch genauso viel her wie der restliche Bereich, welcher nun ein idealer Kinderbereich mit passender Beschallung ist.

Nachdem man die Station verlassen hat dümpelt man in einer weiten Rechtskurve dem ersten Lifthügel entgegen. Oben angekommen vollführt der Kanal unterhalb der späteren Wegstrecke eine Wende, wobei Ein- und Ausfahrt nahezu nebeneinander verlaufen. Hierauf folgt dann die erste Abfahrt der Wildwasserbahn, deren Übergang in den unteren Kanal recht abrupt erfolgt, wodurch man dann sehr gut befeuchtet wird. Kurz darauf findet man sich in einer weiteren langgezogenen Rechtskurve wieder, die einen parallel zum ersten Lifthügel in die zweite Auffahrt entlässt. Oben angekommen folgt man erst einmal derselben Strecke wie eine Etage darunter, doch anstelle nun zur zweiten Abfahrt anzusetzen folgt man nun einer längeren Geraden bis auf die andere Seite der Anlage, dort angekommen durchquert man eine Linkskurve und nähert sich langsam aber sicher der zweiten Schussfahrt. Nicht ganz so nass, wie beim kleinen Gefälle verlässt man die Auslaufstrecke in einer weiteren Linkskurve und nähert sich dann der Station.

Troncosaurus ist eine wahrlich spezielle Wildwasserbahn des Herstellers L&T Systems, welche nicht nur möglichst viel Strecke auf wenig Raum unterbringt, sondern auch die verwendete Technik sinnvoll und dabei möglichst energiesparend, z.B. durch nur einen Wasserkreislauf, nutzt. Die Fahrt selbst ist durchaus nett und der Nässegrad kann sich wirklich sehen lassen, zumal selbst außerhalb der beiden Schussfahrten ständig Wasser in das Boot hineintropft.

BC-10 Airlines

Nebenan schwingt die Schiffschaukel BC-10 Airlines in die Höhe, wobei der eigentliche Ausschlag des ehemaligen Looping Starships Aerovarvet im schwedischen Freizeitpark Liseberg deutlich höher ausfiel. Nachdem sich der Loopingwahn ein wenig legte bauten diese das Raumschiff ein wenig um, so dass dieses nun ohne Schulterbügel und Gegengewicht die Fahrgäste als Kulingen einige Jahre lang unterhielt. Später verschwand es mehrere Jahre von der Bildfläche ehe sich der Movieland Park erbarm und die Anlage kaufte und umgestaltete. In der heutigen Form unterhält die Schiffschaukel die Fahrgäste in drei verschiedenen Fahrprogrammen, wobei kein deutlicher Unterschied vorhanden ist. Leider bremst das Schiff immer sofort ein wenig ab, sobald es den maximalen Ausschlag erreicht hat, was dem Fahrspaß, ebenso wie die engen Bügel, nicht zu Gute kommt.

Brontojet

Ebenfalls vor dem Verschwinden gerettet hat man den Schwarzkopf City Jet Brontojet, welcher zuvor einige Jahre seine Fahrgäste im englischen Freizeitpark Lightwater Valley unterhielt und nur kurz unter der Familie Bemboom im Loudoun Castle betrieben und dann eingelagert wurde. Im Jahr 2010 wurde die Anlage dann als zweite Achterbahn des Movieland Park eröffnet.

Nachdem man in dem bequemen Wagenverbund platzgenommen hat geht es nach einem kurzen Streckenabschnitt geradewegs in den Spirallift der Anlage, welcher durch eine Stromschiene die antreibenden Motoren der beiden Wagen mit Strom versorgt und somit stetig nach oben befördert. Oben angekommen kann man noch kurz den Ausblick auf den Gardasee genießen ehe es mit Karacho dem Erdboden entgegengeht. Mit voller Wucht durchquert man nun das erste Tal, woraufhin man gleich wieder emporschnellt. Kurz unterhalb der ersten Abfahrt umfährt man nun in einer gemächlichen Linkskurve den Spirallift, just bevor man sich erneut in eine Steilkurve gen Boden wirft. Nach einem bodennahen Umschwung geht es wieder einige Meter hinauf und schleunigst in einer ovalen Abwärtshelix, ausgeführt in feinster Bayernkurvenmanier, hinab. Nach einem sehr abrupten, und sicherlich nicht nach der Herzlinie ausgelegten, Übergang der geneigten Kurve in eine Gerade endet man sogleich in der starkgreifenden Bremse der Anlage.

Der Brontojet ist eine wahrlich intensive Achterbahn mit, abgesehen von dem Übergang in die Bremse, absolut großartigen Fahreigenschaften. Für mich war es die zweite City Jet Anlage nach dem großartigen Bobsleigh aus dem französischen Nigloland und auch hier konnte die Anlage, trotz der vergleichbar geringeren Gestaltung, durchaus überzeugen, zudem war es meine 400ste gefahrene Achterbahn allein in Europa.

Bront-o-Ring und Octopus

Nicht ganz so spektakulär geht es währenddessen beim Bront-o-Ring zu, einer kleinen angetriebenen Kinderachterbahn mit einem dreieckförmigen Layout, deren Zug über ein Kabel in der Mitte der Anlage heraus mit Strom versorgt wird. Hier dreht man über ein längeres Zeitintervall Runde für Runde, bis man irgendwann doch ganz froh ist wieder aussteigen zu dürfen. Ihr gegenüber steht mit Octopus ein schicker Polyp aus dem Hause Soriani & Moser, welcher eine lange und drehfreudige Fahrt bot.

Back to the Back Stage

Mit Back to the Back Stage befindet sich in diesem Bereich eine etwas ungewöhnliche Monorail mit der man ein wenig hinter die Kulissen des Freizeitparks sehen kann, weswegen man die Anlage tunlichst erst nach dem Besuch aller Hauptattraktionen besuchen sollte. Dafür stoppt die Anlage an mehreren Stationen mit einigen Displays, woraufhin Doc Brown in kleinen Filmchen Einblicke in die einzelnen Attraktionen gibt, ehe er aufgeschreckt durch die Katastrophen von Magma 2.1 zurück in die Zukunft reisen möchte, weswegen man, zumindest von der Story her, am Ende der Fahrt auch tatsächlich ein Tag in die Zukunft gereist ist.

Kitt Super Jet

Von der Monorail aus bekommt man einen guten Einblick auf das wilde Treiben der Jetbootfahrer des Kitt Super Jets. Inspiriert durch die, nach wie vor beliebte, Serie Knight Rider bzw. Supercar auf Italienisch geht es im Auftrag der Foundation für Recht und Verfassung auf Verbrecherjagd. Aber nicht in Kitt, denn das wäre bereits von der Kapazität her eine Katastrophe, sondern im Super Jet, dem Pendant auf dem Wasser.

Nachdem uns Michael Knight persönlich auf perfekten italienisch auf die Mission eingestimmt hat wird das Boot abgesengt und verlässt rückwärts seinen sicheren Hafen. Kurz darauf setzen die 600 PS starken Motoren ein und das Boot beschleunigt in einer wahnsinnigen Art und Weise. Mit Vollgas dreht man nun Runde für Runde über das Becken der benachbarten Stunt Show und weicht dabei einigen Zielen aus, die zwischenzeitlich herabgelassen wurden. Zwischendurch bremst man auch mal spontan ab, dreht dabei eine Pirouette und beschleunigt im gleichen Maßen. Mittendrin verschwindet das Boot auch kurz in einen Schuppen, welcher sich als Hinterhalt herausstellt. Unter Beschuss verlässt man das kurz vor dem Einsturz stehende Gebäude und rast erneut über die Wasseroberfläche, wobei nun einige zusätzliche Wassereffekte ausgelöst werden. Kurz darauf fährt das Boot wieder in seine Parkbucht im sicheren Hafen der Foundation.

Kitt Super Jet ist die wohl atemberaubendste Wasserattraktion in ganz Europa und definitiv eine der Attraktionen, die man in seinem Leben unbedingt mal erlebt haben sollte. Die Einbindung der Serie Knight Rider passt irgendwie perfekt, was durch den Auftritt des urdeutschen Superheldens David Hasselhoff als etwas gealterter Michael Knight in der kurzen Pre-Show nochmals untermauert wird. Die Fahrt bietet sehr viel Tempo, Action und Adrenalin und dennoch für jeden etwas, so dass man zwangsläufig seinen Hut vor dem Movieland Park ziehen muss, welcher spätestens mit dem Kitt Super Jet bewiesen hat, dass das Canevaworld Resort die bessere Wahl für einen gelungenen Freizeitparktag am Gardasee ist.

John Rambo Stunt Show

Kurz nach 17 Uhr öffneten sich die Pforten zur John Rambo Stunt Show und die verbliebenden Gäste konnten in etwa die Hälfte der riesigen Showarena füllen. Kurz darauf werden auch schon ein alter Kamerad John Rambos und einige Besucher von Terroristen gefangen genommen. John Rambo eilt herbei um seinen Kollegen zu befreien, wird dabei aber recht schnell entdeckt. Es beginnt eine Action Sequenz mit Motorrädern und Quads, an deren Ende Rambo ordentlich Prügel einstecken muss. Während dessen hat sich sein Kamerad befreit und gemeinsam schaffen sie ein wenig Ordnung. Eine verdeckt arbeitende Soldatin schließt sich an, nur um kurz darauf in einem Hinterhalt gefangen genommen zu werden. Währenddessen werden die Geiseln (die gefangen genommenen Besucher) auf die Hauptbühne gebracht und dürfen das Spektakel nun hautnah erleben. Als einzige nicht gefangen genommene Person versucht Rambo in einer One-Man-Army Sequenz jeden zu befreien. Dabei befreit er erst seinen Kollegen und öffnet die Fluchtwege, woraufhin eine actionbelandene Schau auf dem Wasser stattfindet, in der auch die restlichen Besucher mal wieder ein wenig Wasser abbekommen. Nachdem die feindlichen Streitkräfte zu einem Großteil besiegt sind und die Geiseln via Motorboot auf die vordere Bühne gebracht wurden gibt es noch eine kleine Liebesgeschichte zwischen Rambo und der Soldatin, die jedoch kurz darauf von dem einzigen übrig gebliebenen Widersacher tödlich verletzt wird. Daraufhin zückt Rambo seinen Bogen, feuert einen Pfeil auf die Ölfässer auf der gegenüber liegenden Seite und löst somit eine Explosion aus, die den Feind in Brand steckt.

Auch wenn sich die Story teilweise doch sehr in die Länge zieht, so ist die John Rambo Stunt Show eine durch und durch sehenswerte Show, in der erfreulicher Weise weniger auf Klamauk und öden, da oft gesehenen, Autostunts gesetzt wird; letzteres ist auf Grund der Wasserarena ja auch schlecht möglich. Neben den gut choreografierten Kampfdarstellungen bietet man auch einige Überraschungen, welche gut in Szene gesetzt werden. Die große Cast macht ihre Arbeit wirklich gut, weswegen man die Show keinesfalls auslassen sollte.

Magma 2.1

Ein weiteres Highlight folgt mit Magma 2.1, einer Fahrattraktion ähnlich der Studio Tram Tour aus dem Walt Disney Studios Park bei Paris, nur mit sehenswerten Spezialeffekten, motivierten Fahrern und sehr viel Action.

Dabei beginnt die Fahrt noch recht harmlos, denn nachdem der Wagen die Station verlassen hat folgt erst einmal eine kurze Wende am hinteren Ende des Hollywood Action Towers, doch dann stürzt sich der Truck gnadenlos eine steile Böschung herunter, wodurch die Passagiere ordentlich aus ihrem Sitz gehievt werden. An der Rückseite der Stuntshow vorbei geht es nun in einen Hindernisparcours mit mehreren leckeren mechanischen Spielereien. Doch zuvor durchquert man ein kleines Wasserbecken über dem sich ein Tanklastwagen entleert, was in der Theorie eine sehr spritzige Angelegenheit sein kann. Nun überquert man eine überdimensionale Wippe und im nächsten Moment wird man durch Kaltluftgebläse ein wenig trockengefönt. Mit ordentlicher Geschwindigkeit heizt man nun noch etwas über das Gelände und umrundet dabei ein kleines Gebäude, in welches man kurz darauf auch einfährt. Hier drin befindet sich ein kleines Labor, welches nun auf Grund einiger Erdbeben ordentlich zerstört wird. Dabei wird der Truck durchgeschüttelt und es gibt einige Feuer- und Lichteffekte. Eine Sirene ertönt und wir verlassen schnellstmöglich das Gebäude. Draußen brennt es überall und die Landschaft ist größtenteils zerstört, zu allem Unglück bricht auch noch die Straße unter einem ein und man landet recht überraschend im Wasser. Gezwungener Maßen durchfährt man nun ein weiteres Wasserbecken, wo es noch den einen oder anderen, auf die Passagiere gerichteten, Wassereffekt gibt. Ebenso fährt der Truck auch wieder einmal ein wenig rückwärts bis er nach einem weiteren Anlauf die Böschung hinauffahren kann. Erneut mit Vollgas passiert man nun die selbe Straße entlang der Stuntshow wie zum Anfang der Fahrt und landet kurz darauf in der Station, wo der Fahrer meist unter etwas Applaus verabschiedet wird.

Magma 2.1 ist eine wirklich witzige und effektüberladene Attraktion, wie man sie so in Europa leider nicht nochmals finden kann, auch wenn man im englischen Chessington World of Adventure auf Zufari zumindest das Potential hinter einer solchen Attraktion erahnen kann. Die Fahrer bei Magma sind gnadenlos und die verbauten mechanischen Effekte können restlos begeistern, weswegen man auch hier unbedingt einsteigen muss.

Hollywood Action Tower

Ebenfalls einsteigen sollte man beim Hollywood Action Tower, ein Free Fall der ersten Generation aus dem Hause Intamin, wie sie bevorzugt in den 80er Jahren erbaut wurden, ehe man Mitte der 90er Jahre platzsparende Freifalltürme mit magnetischen Bremssystem in den Freizeitparks etablieren konnte. Bevor die Anlage im Jahr 2006 in den Movieland Park zog stand sie bis ins Jahr 2001 als Drop of Doom im Galaxyland Amusement Park der kanadischen West Edmonton Mall, ehe sie dort von einem etwa gleich hohen Double Shot der Firma S&S ersetzt wurde.

Nachdem man in den Wagen Platzgenommen und seinen Bügel geschlossen hat setzt sich dieser in Bewegung und fährt erst einmal einige Meter rückwärts in einen Aufzugsschacht. Dort kuppelt die Gondel an der Rückseite ein und wird sogleich den Turm hinaufbefördert. Oben angekommen wird der Wagen unter den Klängen des Twilight Zone Soundtracks ein wenig nach vorne geschoben und kuppelt dabei in den Freifallschacht ein. Unter einem Nebeleffekt brechen die Buchstaben des Hollywood Tower Logos ein und wir fallen währenddessen in die Tiefe. Die ersten Meter davon nähern wir uns noch recht geradlinig dem Boden entgegen, doch dann krümmt sich die Fallstrecke in einem Viertelkreis, sodass wir uns folglich recht schnell auf dem Rücken liegend befinden und weiterhin fortbewegen, ehe die Bremsen merklich zupacken. Ein Mitnehmer greift uns in dieser Position und befördert uns über eine Weiche eine Etage tiefer, wo wir freirollend schnell zu unser Ausgangsposition wiederfinden und sogleich in die Station gebracht werden.

Der Hollywood Action Tower ist die einzige Anlage ihrer Art in Europa und eine der wenigen verbliebenen Anlagen weltweit, weswegen sich eigentlich allein für diese Fahrt der Weg in den Movieland Park lohnt. Dabei ist das Freifallerlebnis hier keineswegs von schlechten Eltern und kann durch seine skurrile Fahrweise mehr als überzeugen, weswegen wir hier immer wieder gerne eingestiegen sind.

Police Academy

Ebenfalls sehr skurril geht es, wie immer, bei der Police Academy her, die hier ihre eigenen Simulatoren für das Fahrertraining der neuen Rekruten hat. Der hier gezeigte Film ist durchaus gut und verwendet im Vergleich zu anderen Simulationen glücklicherweise keine schnell produzierten Computeranimationen, sondern Echtfilmmaterial. Doch so wirklich toll scheint unser Ergebnis nicht zu sein, weswegen Lieutenant Harris die Fahrt abbricht. Durch einen Trick wird er aus dem Raum gelockt, wodurch Mahoney und seine Clique die Simulatoren übernehmen und uns erst einmal den Ententanz tanzen lassen. Doch dies ist nur von kurzer Dauer, denn mit der Rückkehr von Lieutenant Harris wird der ursprüngliche Film fortgesetzt und dem Ende entgegengebracht. Insgesamt ergibt sich hieraus eine wirklich außergewöhnliche Fahrt, die sich glücklicher Weise von der Standardmasse abheben kann und somit ein erfrischend anderes Erlebnis bietet, welches man, wie so oft in diesem Park, erlebt haben sollte.

Diabolik Invertigo

Vorbei an der kleinen Monza Piste Route 66 führt unser Weg durch das Eingangsportal auf den Vorplatz des Movieland Park, von dem aus zwei Brücken zu unserem nächsten Ziel führen, dem Diabolik Invertigo aus dem Hause Vekoma, welcher zuvor als Two-Face: The flip side von 1999 – 2007 im Six Flags America stand. Obwohl man damals beim Abbau nicht sonderlich zimperlich mit der Anlage umgegangen ist wirkt die Anlage nun wie neu und hat zudem noch einen Onboard Sound und eine durchgängige Storyline der italienischen Zeichner A.M Ricci und M. Ricci, sowie dem Texter Mario Gomboli nach der Vorlage des Comics Diabolik der Schwestern Angela und Luciana Guissani spendiert bekommen.

Der Fahrverlauf gleicht dabei dem eines Boomerangs aus dem gleichen Hause; sprich nach dem Lift folgt die Stationsdurchfahrt, woraufhin man in einer Cobra Roll gleich zwei Mal überkopf gestellt wird und danach die Welt ein drittes Mal in einem einfachen Looping kopfüber sieht, ehe man leicht gebremst den zweiten Lift empor befördert wird um das ganze Spiel nochmals in die entgegensetze Richtung zu erleben. Dennoch gibt es bei einem Invertigo kleinere, aber feine Unterschiede, zum handelsüblichen Boomerang, z.B. befindet sich der Zug unterhalb der Schiene und weißt eine vollkommen andere Sitzordnung auf, bei der man sich sogar gegenübersetzen kann, und auch die Technik ist hier ein wenig anders gelöst.

Wie auch bei Tornado des ehemaligen dänischen Freizeitparks Sommerland Syd, nun Triops im französischen Freizeitpark Bagatelle, können sich die Fahreigenschaften des Diabolik Invertigo wirklich sehen lassen. Hier schlägt grundsätzlich nichts und auch kleine Unebenheiten sind nur in einem sehr geringen Rahmen vorhanden, wodurch zumindest mir die Fahrt sehr viel Spaß bereitet hat und einen hohen Wiederholungsfaktor vorweisen kann. Natürlich trägt auch die gelungene Comicgestaltung der Anlage ihr bestes dazu bei und auch der Onboardsound war eine willkommene Überraschung.

Bilder Movieland Park

Fazit Movieland Park

Aber eigentlich war der ganze Movieland Park eine sehr große Überraschung, denn einen solchen Park sieht man leider nicht alltäglich. Neben seinen grandiosen Hauptattraktionen und den eher vernachlässigbaren Hoch- und Rundfahrgeschäften bietet er wirklich sehr viel Unterhaltung an jeder noch so kleinen Ecke, wodurch man ohne Probleme einen ganzen Tag mit nur wenigen Wiederholungsfahrten im Park verbringen kann. Sobald man den Movieland Park dann noch verlässt darf man über den roten Teppich, applaudiert von den ganzen Darstellern, denen man tagsüber während der Arbeit zusehen durfte, schreiten. Obwohl unheimlich kitschig, ist es eben jener Kitsch, der den Movieland Park dann schlussendlich zu meinen neuen Favoriten unter den europäischen Freizeitparks werden ließ.


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Rocken und Rollen in den Pariser Studios

Walt Disney Studios Park

Rock ’n‘ Roller Coaster

Angefangen haben wir unsere Entdeckungstour durch den Walt Disney Studios Park mit etwas Musik, der Stilrichtung Rock um genau zu sein. Bislang kannte unsere Truppe  die Streckenführung des Rock ’n‘ Roller Coaster nur aus dem flevoländischen Walibi Holland; was aber in den Studios 8+9 des Walt Disney Studios Park abgeht toppt die niederländische Außenanlage um Welten. Die Strecke, der Abschuss, einfach alles wirkt perfekt wenn man in einer dunklen Halle mit guter Rockmusik der Band Aerosmith, sowie tollen Effekten unterwegs ist.

Im Verlauf des Besuchstags haben wir es geschafft vier verschiedene Züge des Rock ’n‘ Roller Coaster zu testen, also auch vier verschieden Fahrerlebnisse zu erleben. Dieses stellte sich am Anfang noch recht schwer heraus, da wir ca 20-mal hintereinander den einen und selben Zug Nr.2 bekamen. Da der Drang einen aber immer wieder in diese Konzeptachterbahn oder besser gesagt Konzert-Achterbahn zieht, welche vom Gesamterlebnis nicht besser sein könnte, war dieses auch nicht weiter verwerflich, denn was Vekoma hier konstruiert hat, ist mehr oder weniger Perfekt!

Tower of Terror

Nun war es an der Zeit die Dimension zu verlassen und in die Twilight Zone einzutreten. Das Hollywood Tower Hotel erwartete uns, genauso wie seine netten Mitarbeiter. Vor allem die Reinigungsfachkräfte taten ihr bestes daran alles schön verstauben zu lassen. Wenn man erst einmal den Tower of Terror betreten hat, so merkt man schnell dass die herkömmlichen Fahrstühle nicht mehr ausreichen um einen zu seinem Zimmer zu begleiten. Daher heißt es folglich die Bücherei des Hotels zu durchqueren um im Maschinenraum einen der Servicefahrstühle zu nehmen.

Wenn man nun im Fahrstuhl seinen Platz gefunden hat, fängt dieser an sich rückwärts zu bewegen. Die Story wird auf mehreren Ebenen erzählt und die (Freifall-) Effekte kommen teilweise sehr erschreckend. Die Fahrt ist airtimelastig, leider ist der letzte Fall etwas enttäuschend. Im Gesamten ist die Anlage durchaus gelungen, auch wenn man sich gerade für Europa eine andere Storyline gewünscht hätte, denn die Twilight Zone kennt hier einfach niemand und ein Jonathan Frakes aus X-Factor – Das Unfassbare wäre viel cooler gewesen.

Crush’s Coaster

Australien ist zwar auf den Globus weit entfernt, aber nicht im Walt Disney Studios Park. Daher kann man in den Studios auch schnell einen Ritt auf dem Rücken einer Schildkröte wagen. Crush’s Coaster heißt das Werk aus der Münchner Achterbahnschmiede Maurer-Söhne und die Bahn fährt sich so, wie Crush im Film rüberkommt: Einfach genial! Der einzige Schwachpunkt bei der Bahn ist die viel zu geringe Kapazität. Am ersten Tag mussten wir 70 Minuten in die Wartezeit bei dieser Achterbahn investieren, an den folgenden (nicht so sonnigen) Tagen lag die Wartezeit bei Durchschnittlich 45 Minuten. Empfehlenswert ist es die Fahrt rückwärts zu beginnen, denn so ist der Lift auch um einiges überraschender. Die nachfolgende Fahrt sollte jedem bekannt sein, der auf einer Kirmes bei Nacht schon mal einen SC-2000 wie den Spinning Racer gefahren ist mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass die Drehung nicht so lange arretiert ist.

Cars Quatre Roues Rallye

Gleich nebenan befindet sich dieCars Quatre Roues Rallye. Die Kapazität ist hier eigentlich nicht das Problem, nur die absolut miese Abfertigung sorgt dafür dass die Anstehzeit schnell mal in die Höhe steigen kann. Die Fahrt auf dem Zamperla Demolition Derby selbst ist durchaus amüsant und nett für zwischendurch, auch sieht sie von außen recht ansprechend aus.

Les Tapis Volants – Flying Carpets Over Agrabah

Auch in diesem Bereich anzufinden sind die Fliegenden Teppiche Les Tapis Volants – Flying Carpets Over Agrabah. Eine der wenigen Fastpass Attraktionen dieses Parks, was darauf deuten lässt das diese Bahn verdammt gut besucht wird. Erwischt man eine günstige Zeit, so schafft man es auch ohne den Vordränglerpass nur eine Runde zu warten. Die Fahrt ist im Übrigen durchaus lohnenswert.

Armageddon

Was wäre ein Studiopark nur ohne Shows?! Wahrscheinlich nichts. Daher war auch irgendwann die Zeit gekommen diese nach und nach zu testen. Angefangen haben wir mit der Spezialeffekt Show Armageddon. Eine viel zu lange, teilweise bescheuerte Preshow mit Filmszenen, die ich in einem solchen Park nicht erwartet habe, leitet den nachfolgenden Raum ein. Dort ist man auf einer Raumstation, welche von Asteroiden beschädigt wird, anzutreffen. Viel Feuer sorgt dafür dass es den Leuten etwas wärmer geht, die anderen Effekte sind im Gegensatz zu Port Aventuras Templo del Fuego nicht unbedingt der Rede wert.

Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular

Auch eine der beliebteren Shows des Walt Disney Studios Park ist natürlich die Stunt Show mit dem sehr langen Namen Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular. Die Szenerie in der diese Show passiert ist wunderbar anzusehen, jedoch ist die Show selber nicht wirklich spannend. Am Anfang wird ja noch wunderbar Stimmung gemacht, aber irgendwie fehlte alles was diese Show wirklich spektakulär macht.

Art of Disney Animation

The Art of Disney Animation sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Erst einmal wird einem ein Film gezeigt, welcher die Magie von Disney aufzufangen vermag, in dem er Szenen aus verschiedenen Disneyfilmen und Sprachversionen zeigt. In der weiteren Show begleitet einen der Drache Mushu, bekannt aus dem Film Mulan, wobei die Entstehungsgeschichte einer Zeichentrickfigur verdeutlicht wird. Empfehlenswert ist es auch dieses Geschehen auf Niederländisch zu verfolgen, dem Witz mit der Frikandel sei Dank.

Cinémagique

Wenn man nicht genug von den bequemen Kinosesseln im Walt Disney Studios Park bekommen kann, so sollte man sich den halbstündigen Film im Cinémagique ansehen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber man sollte die Handy-Warnung in Kinos ernst nehmen. Ansonsten weißt der Film das Prinzip Movie Switch auf, wobei es hier um einiges besser rüberkommt als bei der Show im Movie-Park Germany (was auch keine Kunst ist).

Stitch live!

Wer es interaktiv mag und dann auch noch auf das teuflisch böse Experiment 626, der wird Stitch live lieben. Ob die aktive Teilnahme an der Show den Verlauf ändert mag ich zu bezweifeln, in dieser Hinsicht war mir die Movie Magic Show aus dem Bottroper Filmpark um einiges lieber, da diese vor lauter Flachwitz und komischen Handlungen der Akteure einfach nur legendär war.

Die Schwarzlichtshow Animagique haben wir, dank den ungünstigen Zeiten, eigentlich immer verpasst. Diese wird beim nächsten Besuch, wie auch die zum Zeitpunkt des Besuchen geschlossene Studio Tour in Angriff genommen, auch muss das damals noch im Bau befindliche Toy-Story Land genauer untersucht werden.

Bilder Walt Disney Studios Park

 


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