Viele Neuheiten im Skyline Park

Vorwort

Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal in Bad Wörishofen und dem dortigen Freizeitpark war. Damals habe ich ein kurzes Praktikum bei Gerstlauer Amusement Rides im nahe gelegenen Münsterhausen gemacht und bei einem Freund übernachtet. Seitdem hat sich der Skyline Park fast verdoppelt und einige interessante Fahrgeschäfte sind gekommen und gegangen.

Skyline Park

Da der Skyline Park einer der wenigen Freizeitparks ist, in denen eine Fahrt mit einem Funtime Slingshot im Eintrittspreis enthalten ist, begann ich meinen Tag in diesem Bereich des Parks. Aufgrund des starken Windes war der Sky Shot an meinem Besuchstag jedoch nicht geöffnet.

Sky Rider

Auch der nahe gelegene Caripro Gyroflyer Sky Rider hatte bei seiner Testfahrt einige Probleme und musste zurück in die Station geschleppt werden. Der einzigartige Suspended Spinning Coaster war den Rest meines Besuches leider gar nicht mehr in Betrieb.

Sky Spin

Da sich die Schlange vor der Bobkartbahn Bob Racing kaum von der Stelle gerührt hat, geht es weiter zum Spinning Coaster Sky Spin. Diesen Maurer SC2000 bin ich bei meinem bisher einzigen Besuch auf dem Oktoberfest in München zweimal gefahren. Damals hieß die Bahn noch Cyber Space und wurde von der Familie Kaiser betrieben. Von 2003 bis 2012 war die Bahn unter dem Namen Whirlwind im englischen Camelot Theme Park bekannt. Nach der Schließung des Parks zog das Fahrgeschäft 2013 in den Skyline Park um und unterhält seitdem seine Fahrgäste. Leider ist die Fahrt im Laufe der Zeit recht rumpelig geworden, was im Vergleich zu anderen Anlagen dieser Art etwas verwundert.

Sky Dragster

Vorbei an der Nostalgischen Achterbahn des Herstellers Schwarzkopf, die ich als Einzelfahrer leider nicht fahren durfte (wahrscheinlich wegen der Covid-19-Regeln), treffen wir nun auf eine weitere Achterbahn aus dem Hause Maurer. Der Skyline Park hat eine gute Verbindung zu dem Münchner Hersteller, weshalb man gleich zwei ihrer Prototyp-Achterbahnen im Park finden kann. Zum einen das SkyWheel und zum anderen den Spike Coaster Sky Dragster.Der Sky Dragster ist derzeit der einzige Spike Coaster, der in Betrieb ist. Sein Design ist eine Mischung aus dem klassischen Steeplechase Coaster und einem Powered Coaster, wobei die Position des Fahrers relativ nahe an der Schiene ist. Die Wagen werden direkt von einem Zahnrad angetrieben, das auf einer seitlich an der Schiene angebrachten Zahnstange läuft. Durch diese Anordnung ist ein Zurückrollen nicht möglich, so dass die Schiene zu allen möglichen verrückten Manövern gebogen werden kann – sogar eine Beschleunigung entlang eines senkrechten Schienenabschnitts ist möglich, was bei konventionellen Schienenkonstruktionen sonst recht aufwendig zu realisieren wäre. Wie bei einer Bobkartbahn von Wiegand kann der Fahrer die Geschwindigkeit des Fahrzeugs steuern und ein Kontrollsystem passt bei Bedarf den Abstand zwischen den Fahrzeugen an. Außerdem wird alles vom System überwacht, was einerseits eine bemerkenswert hohe Sicherheit bietet, andererseits aber in den ersten Saisonen der Bahn zu vielen Problemen führte.

Am Tag meines Besuchs lief die Achterbahn ohne Probleme. Die Strecke im Skyline Park besteht aus einer langen Geraden direkt nach der Station, bevor man in eine hufeisenförmige Kurve einfährt. Direkt danach folgt eine 360° Rechtskurve. Unmittelbar danach folgen zwei Hügel im Double-Up-Stil. Auf der anderen Seite der Anlage geht es dann in eine seltsam überhöhte Aufwärtsspirale. Nach einer Abfahrt zurück zur Stationsebene durchfährt man eine sehr enge S-Kurve, bevor man die Station erreicht. Eine zweite Runde folgt.

Die Beschleunigung des Spike Coasters gefällt mir sehr gut. Im Vergleich zu herkömmlichen Achterbahnen ist das System viel weniger träge. Das Einzige, was mir nicht so gut gefällt, ist die langsame Geschwindigkeit der meisten Elemente des Sky Dragsters. Ich weiß, dass dies dazu dient, die Kräfte auf den Fahrer zu begrenzen, aber es ist irgendwie seltsam, einem System ein hohes Maß an Flexibilität beim Streckendesign zu erlauben, wenn man es dafür massiv regulieren muss. Wenn das Design jedoch hauptsächlich aus geraden Abschnitten besteht, ist das System in Ordnung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Spike Coaster am ehesten ausschließlich auf Kreuzfahrtschiffen wie dem Carnaval Mardi Gras zu finden ist. Für einen Vergnügungspark ist die geringe Kapazität der Bahn überhaupt nicht zu rechtfertigen, es sei denn, man ist das Mirabilandia und möchte mit seinem Fastpass-System ein paar zusätzliche Einnahmen erzielen.

Sky Circle und Wildwasser 3

In der gleichen Ecke wie der Sky Dragster befindet sich der Zamperla Turbo Force Sky Circle sowie die große transportable Wildwasserbahn Wildwasser 3 von Mack Rides. Es ist die zweite transportable Wildwasserbahn des Parkbetreibers, die ihren Weg in den Skyline Park gefunden hat. Die erste war die Pirateninsel, die nun im Eiffelpark in Rheinland-Pfalz eine neue Heimat erhalten hat. Die Wildwasser 3 war die größte Wildwasserbahn auf deutschen Kirmesplätzen und verfügt über drei Schussfahrten, wobei die erste rückwärts gefahren wird.

Allgäuflieger

In der Nähe der Wildwasserbahn 3 steht der größte Star Flyer der Welt. Das Kettenkarussell Allgäuflieger bietet einen weiten Blick über offene Felder, die Berge und natürlich den Skyline Park direkt unter einem. Wegen des starken Windes musste ich allerdings auf die Fahrt verzichten.

High Fly

Ein Fahrgeschäft, auf das ich freiwillig verzichtet habe, ist das große Überschlagspendel High Fly von SBF Visa, da ich bereits am Vortag beim Papageienflug in der Tatzmania Löffingen von den Bügeln geklemmt wurde und das nicht noch einmal riskieren wollte. Der High Fly ist derzeit das größte Überkopffahrgeschäft in Deutschland, aber dieser Rekord könnte leicht gebrochen werden, wenn sich ein Park dafür interessieren würde.

Sky Rafting

Die nächste Attraktion auf unserem Weg durch den Park ist Sky Rafting, früher bekannt als Wild ’n Wet. Die transportable Wasserrutsche von ART Engineering startet mit einem Vertikallift. Oben angekommen beginnt eine lange Rutschpartie. Durch die kurvenreiche Streckenführung beginnen die Boote sich stark zu drehen. Ein kleiner Drop am Ende der Rutschpartie kommt etwas überraschend, da niemand im Boot weiß, wer hier nass wird.

Kids Spin

Nicht ganz so unberechenbar, aber ebenfalls sehr drehfreudig ist der kleine Spinning Coaster Kids Spin. Der kleine Coaster von SBF Visa präsentiert sich im bewährten 3-Loop-Layout, wobei die aufwärts führenden Rechtskurven immer in eine abwärts führende Linkskurve münden. Durch den ständigen Wechsel der Kurven kommen die Wagen ordentlich ins Trudeln. Nach mehreren Runden kommt der Zug in der Station zum Stehen und die Wagen müssen manuell in die richtige Position gedreht werden, bevor die Bahn verlassen werden kann.

Geisterschlange

Vorbei an der großen Achterbahn SkyWheel fällt der Blick auf die Geisterbahn Geisterschlange. Das alte Fahrgeschäft des Schaustellers Lehmann hat im Skyline Park seinen Ruhesitz gefunden. Die Bahn ist einfach eine schöne Geisterbahn und es ist sehr erfreulich, dass sie in einem Freizeitpark wie dem Skyline Park für die Zukunft erhalten bleibt.

Zero Gravity

Da das Wetter während meines Besuches immer schlechter wurde und gegen Mittag starker Regen einsetzte, wollen wir nun einen Blick in die einzige Indoor-Attraktion des Skyline Parks werfen. Die Halle gegenüber der hübschen Baustellenbahn beherbergte früher einen Bewegungssimulator. Jetzt steht dort der Rotor Zero Gravity von SBF Visa. Das italienische Unternehmen hat das berühmte Fahrgeschäftkonzept neu interpretiert und dort, wo bei herkömmlichen Anlagen ein Holzfass steht, durchsichtige Wände eingebaut. Um die Reibung weiter zu erhöhen, sind die Wände zudem schräg und haben eine sehr raue Oberfläche. Das Fahrgeschäft könnte also etwas langsamer fahren, tut es aber nicht. Minutenlang wird man an die Wand gepresst, was mit der Zeit immer anstrengender wird. Die Lichtershow ist ein Pluspunkt, trotzdem war ich ganz froh, als die Attraktion endlich zum Stehen kam.

Bilder Skyline Park

Schlusswort

Es war schön, nach so vielen Jahren wieder im Skyline Park zu sein. Leider konnte ich aufgrund des Wetters und der Covid-19-Bestimmungen nicht alle Attraktionen ausprobieren, die ich gerne ausprobiert hätte. Dennoch war ich froh, die neue Achterbahn Sky Dragster getestet zu haben und ein paar Runden auf einigen klassischen Fahrgeschäften gedreht zu haben, bevor ich früher als geplant wieder abreiste.

 

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Auf Besuch beim Verrückten Pferd

Cavallino Matto

Nachdem wir bis kurz nach Mittag beinahe schon zu lange im Rainbow Magicland in der Nähe der italienischen Hauptstadt geblieben waren, erreichten wir zum pünktlich um 16 Uhr den toskanischen Freizeitpark Cavallino Matto. Zu meiner eigenen Überraschung fiel der Besuch dank des Nachmittagtickets etwas kostengünstiger aus, ebenso ist das Parken hier kostenlos.

Gut gelaunt ging es sogleich in den Park der Familie Manfredi, welche das Verrückte Pferd, also Cavallino Matto, seit dem Jahr 2006 ihr Eigen nennen. Gegründet jedoch wurde der Park als Parco Gulliver bereits im Jahr 1967, wobei es sich eher um einen Spielplatz mit Ponyreiten und Minigolf als um einen Freizeitpark gehandelt hat. In den 90er Jahren zogen dann vermehrt größere Fahrgeschäfte, wie z.B. die Wildwasserbahn Colorado Boats, in den Park ein; wirklich an Attraktivität gewann dieser aber erst mit der Übernahme der Familie Manfredi und dem damit verbundenen Ausbau.

Rock ’n‘ Roll

Aufmerksam auf Cavallino Matto wurde ich jedoch erst im Jahr 2012, und somit sicherlich früher als die meisten anderen Freizeitparkfans, als der schwedische Freizeitpark Liseberg sein altes Rock ’n‘ Roll Monster des Herstellers Schwarzkopf durch ein nagelneues Exemplar des Herstellers Gerstlauer ersetzen ließ, wodurch wiederum das alte Exemplar an die Toskana zog. Hier bekam es dann auch noch eine neue Umgebung spendiert, wobei das alte Thema auch musikalisch weiterhin Verwendung findet. Im Gegensatz zu der vergleichbaren Anlage im französischen Nigloland ist das Exemplar hier dank fehlender Trennwände zwischen den Sitzplätzen zudem auch noch sehr drehfreudig, was in Verbindung mit der allgemeinen Fahrtdauer für eine rundum gelungene Fahrt sorgte.

Topo Zorro

Ihr gegenüber steht mit der Kinderachterbahn Topo Zorro eine eher selten anzutreffende Variation des italienischen Dauerschlager Brucomela mit einer Helix statt einer geradlinigen Abfahrt. Im Gegensatz zu der von C&S erbauten Anlage Tren de Potosi aus dem spanischen Isla Magica bei Sevilla verlaufen die Wellen im oberen Teil der Fahrt recht rund, was die Fahrt leider etwas weniger spannend macht.

Shocking Tower und Yukatan

Nur wenige Meter weiter ist bereits das erste Ende des Freizeitparks Cavallino Matto erreicht, wo sich an einem größeren Platz zwei Fahrgeschäfte über die stets präsenten Baumkronen hinauswagen. Während dies dem 55m hohen Shocking Tower aus dem Hause Soriani & Moser locker gelingt, so reicht der Gondelträger des Technical Park Typhoons Yukatan nur im vollen Ausschlag über die Baumwipfel hinaus. Dadurch wird die, ansonsten eher zahme, Fahrt zu einem durchaus aufregenden Erlebnis.

Project 1

Vorbei an einer Kinderfahrschule, sowie dem Baia dei Bucanieri, einem Splash Battle von SBF Visa, in dessen Innenhof sich die Schiffschaukel Nave Pirata befindet, ging es zur ehemals größten Achterbahn des Parks, der L&T Systems Anlage Project 1. Hier stießen wir auch zum ersten Mal auf die vorbildliche Abfertigung des Parks, wonach man den Zug mit genügend Fahrgästen sofort bzw. mit nur wenigen Fahrwilligen erst nach einem bestimmten Zeitintervall auf die Strecke schickt. Dies sorgt gerade an leeren Tagen für genügend Fahrten auf allen, für einen relevanten, Anlagen ohne auf mögliche Schließ- und Öffnungszeiten achten zu müssen.

Die Fahrt beginnt mit einer Rechtskurve in Richtung des Lifthügels, welcher einen recht gemächlich auf die maximale Höhe von 16m befördert. In einer seichten Rechtskurve oberhalb der Baumwipfel geht es langsam aber sicher dem Erdboden entgegen. Hier passiert man sogleich ein langgezogenes Tal, wonach man mit einer ähnlichen Steigung, wie eben bei der Abfahrt, seinen Weg gen Himmel bahnt. Dieses geschieht auch hier in einer Rechtskurve, doch die Baumwipfel kann man nun nur von unten begutachten. Über eine kleinere Abfahrt geht es sogleich an die andere Seite der Anlage, wo nun jedoch eine aufwärtsführende Linkskurve folgt. Parallel zum Lifthügel folgt nun ein weiteres Gefälle, woraufhin die Station in einer weiteren Linkskurve überquert wird. Hieran fügt sich sogleich die letzte Abfahrt und eine finale Kurve an, bis dann die nette, wenn auch nicht unbedingt spannende, Fahrt endet.

Wild Mine

Auch von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zur nächsten größeren Attraktion, die für uns jedoch nicht die nett gestaltete Themenfahrt Safari Adventures war, sondern die ebenfalls aus dem Hause L&T Systems stammende Maus Wild Mine. Die Fahrt gleicht dabei dem Pendant aus dem Mirabilandia, ist jedoch etwas kleiner und hat gleich zwei Haarnadelkurven weniger. Somit geht es im oberen Verlauf der Anlage durch nur fünf Serpentinkurven just bevor eine Ebene tiefer das lustige Wechselspiel zwischen größeren Gefällen und weiteren Haarnadelkurven beginnt. Dabei fallen aus Platzgründen die beiden aufeinander folgenden Gefälle etwas kleiner aus, der durchaus spaßigen Maus schadet dieses aber nicht, vor allem da wir dieses Mal keine Stunde oder besser gesagt Sekunde auf die Fahrt warten mussten.

Speedy Gonzales

Direkt nebenan befindet sich die Kleinstachterbahn Speedy Gonzales, die uns ebenfalls bereits aus dem Mirabilandia bekannt war; dort jedoch irgendwie größer wirkte. Statt nur einer Runde, durch das Layout einer einfachen Acht, fuhr der Wagenverbund gleich zweimal seinen geführten Weg über die Schiene ab.

Colorado Boats

Neben einer elektrischen Pferdereitbahn und einem 4D Kino befindet sich in diesem Bereich im Cavallino Matto noch die große, scheinbar selbstgebaute, Wildwasserbahn Colorado Boats. Nachdem man die Station verlassen hat schippert man ein wenig durch den Kanal ehe das erste Förderband erreicht ist und der Einbau hinaufbefördert wird. Kurz darauf wird die erste Schussfahrt auch bereits eingeleitet, woraufhin der Kontakt mit dem kühlen Nass sogleich hergestellt wird. Obwohl der Auslaufbereich sehr kurz ist gleitet man sehr sanft in die nächste Kurve hinein, wobei die Geschwindigkeit dann doch etwas langsam ist. Kein Wunder also, dass es verboten ist die natürliche Geschwindigkeit des Bootes zu ändern. Diesem auf Deutsch geschriebenen Hinweis gingen wir natürlich gerne nach und so dümpelten wir mit dem Boot durch den weiteren Verlauf der Rinne. Kurze Zeit später ist der zweite Lift und somit die zweite und auch größte Schussfahrt der Anlage erreicht. Ordentlich befeuchtet könnte nun die Rückfahrt zur Station erfolgen, doch da bis jetzt wurde noch kein Fahrtfoto geschossen wurde und dieses noch am besten während einer Abfahrt aufgenommen werden sollte, erklimmt man ein drittes Mal einen Hügel, dieses Mal jedoch ein bemerkenswert kleiner. Dieser ist glücklicherweise recht harmlos und so endet kurz darauf die Bootsfahrt durch den Wald mit einem ausreichend ausgeprägten Nässegrad.

Freestyle

Auf einem nigelnagelneuen Grundstück, getrennt durch eine kleine öffentliche Straße, erstreckt sich die neueste und größte Achterbahn des Freizeitparks Cavallino Matto in die Höhe. Wobei die Achterbahn Freestyle deutlich älter ist als eigentlich jedes andere Fahrgeschäft des Parks, dennoch sorgte der ehemalige Sky Rider aus dem kanadischen Freizeitpark Canada’s Wonderland für eine schlagartige Aufmerksamkeit des Freizeitparks in sämtlichen Foren. Beinahe schon wie im Jahr 1985 fieberte man dem Bau des Stand-Up Coasters entgegen, welcher neben der Shockwave des englischen Freizeitparks Drayton Manor die zweite Anlage dieses Typs in Europa ist. Zudem ist es die einzige Achterbahn des japanischen Herstellers Togo in Europa, was umso mehr ein Grund ist in den kleinen sympathischen Freizeitpark in der Toskana zu pilgern.

Während bei den meisten Achterbahnen das Erlebnis erst mit dem erklommenen Lifthügel beginnt, stellt sich bereits der Einstieg bei Freestyle als recht abenteuerlich heraus. Zugegebenermaßen habe ich die ganze Prozedur beim ersten Durchgang nicht verstanden, zumal sich die Schulterbügelweste nicht ganz öffnen ließ, dieses verbesserte sich jedoch von Fahrt zu Fahrt stetig. Und eigentlich ist es ja auch ganz simpel, denn man muss ja nur den Nippel durch die Lasche zieh‘n und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben dreh’n, da kommt dann so ein Pfeil und dann drückt man halt da drauf und schon geht die Sache auf bzw. zu, Tatsächlich muss man nur den losen Bauchbügel nach vorne drücken, aber wehe die Person rechts von einem macht im selben Moment das gleiche (was blöderweise sehr wahrscheinlich ist), die Schulterbügelweste aufklappen, sich auf den Platz stellen, die Weste schließen und die Höhe des Sitzes anpassen. Erst danach wird der Sitz verriegelt und gegebenenfalls vom Personal nachjustiert. Hierbei muss man das Personal überaus loben, da sie stets flott reagierten und im weiteren Verlauf des Tages sogar einen geistig behinderten und teilweise gelähmten Jungen die Fahrt ermöglichten.

Sobald der Zug abgefertigt wurde geht es sogleich, doch stets gemächlich, den Lift auf eine Höhe von 27m hinauf. Hier oben dreht man dann eine Runde oberhalb des flächendeckende Grün des Waldes. In einer Kurve nimmt man immer mehr Geschwindigkeit auf, ehe man sich ohne Bedenken gen Boden stürzt. Mit außerordentlich starken Druck passiert man das erste Tal und gleich darauf in einer ähnlich manischen Art und Weise den Looping der Anlage. Auch hierauf passiert man ohne Rücksicht auf Verluste das anschließende Tal, bevor der Zug einen Camelback hinaufschnellt. Hier hebt man gerade im vorderen Teil des Zuges ab und verliert, wie kaum auf einer anderen Achterbahn, seine Haltung. Doch der Wahnsinn ist bei besten Willen nicht vorbei, denn nun drescht der Zug durch eine Enge abwärtsführende und mit immens hohen Druck ausgestattete Abwärtshelix. Die nun gestauchten Beine werden auf dem darauffolgenden Hügel durch die negativen Kräfte wieder in ihre Form gebracht, doch der Irrsinn geht immer noch weiter. Auf einer vermeintlichen Geraden wird der Zug nun nach links geneigt ehe dieser eine Rechtskurve als Wendemanöver nutzt. Zweieinhalb kleine Hügelchen, die zu ihrem Ende immer größer werden, stellen das Finale dieser aufregenden Fahrt dar. Mit der letzten Kuppe wird die Bremsstrecke erreicht und nach einer weiteren Kurve auch die Station, wo man sogleich nur noch den Drang zu einer weiteren Runde verspürt.

Der Stand-Up Coaster Freestyle ist gewiss eine der intensivsten Achterbahnen in Italien und ebenso in Europa. Die Art und Weise wie die Achterbahn einen in der Helix belastet ist irrsinnig und beinahe schon unangenehm, doch in Verbindung mit den Airtimemomenten während der Fahrt überaus erlebenswert. Wenn man auf ein Abheben während des ersten Gefälles dankend verzichten kann, so empfiehlt sich gerade eine Fahrt im vorderen Zugteil. Die Fahreigenschaften sind leider nicht die besten, doch auf Grund der beinahe schon vernachlässigbaren, da kaum anliegenden, Sicherheitsbügel ist die Fahrt immer noch angenehm; weswegen auch Dominik, den ja der gnadenlos gute Invertigo aus dem Movieland Park eher missfallen hat, eine Runde nach der anderen drehen wollte, während mir die eine oder andere Runde weniger auch durchaus ausgereicht hätte. Aber von einer solchen Passion lässt man sich auch gerne anstecken.

Bilder Cavallino Matto

Fazit Cavallino Matto

Cavallino Matto war der sympathischste Freizeitpark der Tour, so dass wir trotz nur zwei Stunden im Park hier wirklich sehr viel Spaß hatten. Insgesamt kamen wir zu recht vielen Wiederholungsfahrten auf Freestyle und konnten durch das gute Wartezeitenmanagement ohne Probleme alles fahren; nur die strikte Arbeitsweise bei der Drehschaukel Yukatan verhinderte eine finale Fahrt auf dem, bis dahin, liebgewonnenen Stand-Up Coaster. So wurde eben jene Fahrt knapp oberhalb der Baumwipfel der krönende Abschluss der Tour durch das wunderschöne Italien.


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Ein verregneter Tag im Skyline Park

Skyline Park

Mit Bernd, seiner Mutter und seiner Cousine ging es nach Bad Worishöfen in den Skyline Park. Dieser Park gehört der Schaustellerfamilie Löwenthal und so ist es nicht verwunderlich, dass der Park mit einigen alten Fahrgeschäften aufwarten kann.

Achterbahn

Ein Wagen einer solchen Attraktion steht über dem Eingang des Parks, die anderen drehen noch gemütlich ihre Runden auf der Achterbahn des Herstellers Schwarzkopf. Die Fahrt macht, wie es sich für eine große Wildcat-Achterbahn gehört, verdammt viel Spaß. Erst recht, wenn man sie bei Dauerregen fährt. Leider haben wir den Park etwas zu früh verlassen, sonst hätten wir wahrscheinlich einen Rollback erlebt und wären stecken geblieben.

Formel 1

Eine eher skurrile Attraktion ist gleich am Eingang des Parks zu sehen. Die Formel 1 von SBF Visa ist eigentlich eine Kartbahn mit Autoscootern. Diese sind allerdings recht schwer zu steuern, so dass die Rennen gar nicht so einfach sind. Außerdem kann man in typischer Autoscooter-Manier fahren und mit unfairen Mitteln spielen. Ein Spaß für die ganze Familie!

Skyline Express

Neben einigen Spielgeräten aus der früheren Parkgeschichte, wie einige Fahrgeschäfte aus dem Produktkatalog von Heege, findet sich in diesem Bereich noch eine doppelte Bayernkurve aus dem Hause BHS, wie sie auch im Hansa Park als El Paso Express zu finden ist. Merkwürdigerweise funktioniert der Hubmechanismus der Wagen beim Skyline Express nicht mehr so gut, so dass die Hälfte des Zuges geöffnet bleibt, was ein sehr interessantes Fahrgefühl vermittelt.

Cinematrix 4D

Bernd folgend ging es in ein seltsames Bergwerk mit verschiedenen Hindernissen, das in einem Raum mit zwei sonderbaren Maschinen endete. In diesem Simulator wurde ein Weltraumfilm gezeigt, der dank Notaus zweimal vorgeführt wurde. Leider war dieser Notaus fast vor dem Ende des Films und nach einem zweiten Mal war nicht nur Bernd schlecht. Leider passte der Film überhaupt nicht mehr zum Bergwerk im Wartebereich vor den Simulatorbühnen.

Schwimmbad

Um den Körper etwas zu entlasten, wurde der Wellenflug getestet, der sich neben dem Freibad des Parks befindet. Grundsätzlich eine gute Idee, aber es wäre nicht schlecht, das Ganze noch etwas auszubauen und mit einem richtigen Freibad das erste deutsche Sommerland zu schaffen.

Bob Racing und Sky Fall

Eine sehr schöne und originelle Ecke des Parks ist die überraschend lange, schnelle und gut durchdachte Bobkartbahn Bob Racing. Davon profitiert auch der etwas abseits gelegene Fabbri Jungle Jack Sky Fall. Dieses Gefährt fährt sich so blöd, dass es schon wieder verdammt gut ist. Hier ist eine Airtime-Orgie garantiert und garantiert ein frisches Lächeln im Gesicht.

Sky Rider

In unmittelbarer Nähe befindet sich eine einzigartige Achterbahn, der Sky Rider. Drehende und schwingende Gondeln sowie ein Vertikallift zeichnen die Bahn ebenso aus wie der Verzicht auf Reibräder in der Station. Die Fahrt ist also ziemlich genial und gegen Ende der Fahrt ist auch der Schwung nicht zu unterschätzen.

Pirateninsel und Sky Twister

Das Sky Wheel lockt schon von weitem, doch um zu der Achterbahn zu gelangen, muss man an einer Besonderheit vorbei. Ein Feld, das von einem Vergnügungspark umgeben ist. Hier, im zweiten Teil des Parks, befindet sich auch ein Autoscooter, der aus zwei verschiedenen Autoscootern zusammengesetzt wurde, der Sky Circle, der Jahr für Jahr an einem anderen Ort aufgebaut wird, die Wildwasserbahn Pirateninsel, die man auch gerne rückwärts fahren kann, sowie der ehemalige Heide-Park Condor, der hier unter dem Namen Sky Twister seine Runden mit einem ansehnlichen Fahrprogramm dreht.

Sky Wheel

Das Sky Wheel selbst ist ein Achterbahnerlebnis, das sich nur schwer beschreiben lässt. Schon der Moment, bevor man über Kopf aus dem Lift entlassen wird, erzeugt ein komisches Gefühl in der Magengegend, das sich bei der ersten Drehung wieder normalisiert. Es folgt eine Abfahrt mit wunderbar hohen Fliehkräften ins Tal, bevor man kurz darauf wieder rückwärts durchs Tal rast. Danach folgt eine Bremsung in senkrechter Position, bevor es entweder zurück zur Station oder wieder nach oben geht. Im Vergleich zur längeren Version in Madrid ist die Anlage nur durch den Rückwärtspart besser.

Schlusswort

Eine weitere Besonderheit des Skyline Parks sind die vielen Seen, die zudem alle nach Piraten thematisiert wurden. Dies mag vor allem bei der Schiffschaukel Alten Liebe und einigen anderen Attraktionen überzeugen, der Park selbst bewegt sich damit aber zwischen einem sehr gut thematisierten Freizeitpark und einem klassischen Rummelplatz. Auf jeden Fall ist der Skyline Park einen Besuch wert.

 

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