Nagashima-Mania

Die Geschichte des Nagashima Spa Land

Das Nagashima Spa Land erstand als Ergänzung des 1964 erschlossenen Ferienresorts nahe der Stadt Nagashima. Direkt an der Ise Bucht gelegen, erhoffte sich die Firma Otani Natural Gas Co., Ltd im Jahr 1963 den Fund einer Erdgaslagerstätte, als sie auf Erdgasexploration auf eine heiße Quelle stießen. Das daraufhin errichtete provisorische Bad stellte sich schnell als äußerst beliebt heraus, so dass im selben Jahr die Nagashimakankokaihatsu Co., Ltd. mit dem Ziel der touristischen Erschließung der nun als Nagashima Onsen bekannten Quelle gegründet wurde. Im November 1964 wurde das Bad und einen Monat später das Hotel Nagashima den Besuchern freigegeben. Im Jahr 1966 erfolgte dann ein weiterer Ausbau des Resorts mit der Eröffnung des zweiten Hotels und des Nagashima Spa Lands samt Jet Coaster.

Schnell erfreute sich das Nagashima Resort einer größeren Beliebtheit, weswegen bereits im Jahr 1970 das dritte Hotel folgte. Mittlerweile besteht das Resort aus drei Hotels, dem Freizeitpark Nagashima Spa Land, den Gärten Nagano-no-Sato, dem Anpanman Children’s Museum, sowie dem großen Outlet-Center Mitsui Outlet Jazz Dream Nagashima und der heißen Quelle Yuami-no-Shima. Jährlich besuchen rund 5.8 Millionen Besucher das Nagashima Resort.

Parkrundgang

Reist man per Bus an, so landet man am Nebeneingang des Nagashima Spa Land, gelegen zwischen den Hotels und dem Outlet-Center. Von hier aus führt ein Weg direkt in das großzügig ausgelegte Kinderland, samt überdachtem Spielplatz. Hier findet man neben einer Großzahl an kindgerechten Rundfahrgeschäften und zwei kleinen Wildwasserbahnen gleich zwei Kinderachterbahnen.

Children Coaster

Die älteste der beiden Kinderachterbahnen des Nagashima Spa Land ist die sehr unscheinbar platzierte Marienkäferbahn mittlerer Bauart des Herstellers Zierer namens Children Coaster. Typischerweise donnert man auch in Nagashima gleich zwei Runden durch das 8er-Bahn-förmige Layout und erfreut sich über die manuelle Bremsung gegen Ende der Fahrt.

Hach, schön ist es hier. Neben dem bewährten Fahrspaß des altehrwürdigen Kinderachterbahnevergreens, haben auch Charaktere des englischen Kinderbuchklassikers „Die Geschichte von Peter Hase“ hier ihr zu Hause gefunden. Dabei ist Peter Rabbit seit Ewigkeiten das Maskottchen des Nagashima Spa Land, doch erst im Jahr 2012 wurde ihm eine eigene Achterbahn gewidmet.

Peter Rabbit Coaster

Die Fahrt in dem Powered Coaster Peter Rabbit Coaster des Herstellers Hoei Sangyo beginnt mit einer weiten Linkskurve, in der man einige Höhenmeter zunimmt, die man in einer etwas engeren Rechtshelix sogleich wieder abbaut. Auf dem Bodenniveau angelangt schießt man nun voller Schwung nach einem Richtungswechsel durch eine ebenso weite Kurve, wie zu Beginn der Fahrt. Hieran führt der Weg gleich in die Station und durch diese hindurch. Nach einer weiteren Runde durch den Streckenparcours endet die sehr nette Fahrt.

Viking

Bevor wir uns nun zu sehr vom Kinderland und seinem Parkmaskottchen Peter Rabbit entfernen, zieht es uns sogleich in die doppelte Monorail mit ihren beiden gegenläufigen Fahrspuren. Wobei, eigentlich zieht es uns auf dem Weg dahin in eine ganz andere, äußerst imposante, Fahrgeschäftszusammenstellung, die es so kein weiteres Mal auf diesem Planeten gibt: das Schiffschaukelkonglomerat Viking.

Als ich das erste Mal auf das Nagashima Spa Land stieß, war ich ungemein beeindruckt von der Schaukelfreude der Japaner. Wo es in manchen europäischen Freizeitparks zwei, maximal drei schiffschaukelartige Fahrgeschäfte gibt, gibt es hier das volle Programm in seiner maximalen Bandbreite, darunter drei Schiffschaukeln, zwei Drehschaukeln und eine Überkopfschiffschaukel. Seit diesem Moment war mir eines klar: Ich muss dahin! Und noch viel wichtiger: Ich muss alles fahren!

Denn seien wir mal ehrlich, wen interessiert denn bitte schön die längste Achterbahn der Welt, wenn sich hier zwei gigantische Schiffschaukeln weit oberhalb einer dritten, normalgroßen, Schiffschaukel befinden? Das ist irrsinnig und vor allem schlichtweg grandios.

Nach dem Erfolg der kleinen Schiffschaukel im Jahr 1980 und dem Erfolg der großen HUSS- Doppelanlage im Freizeitpark Toshimaen, setzte Nagashima noch einen drauf und baute 1986 eine ebenso große Schiffschaukel, ebenfalls in einer Doppelanlage. Nun ist es etwas schwierig nachzuverfolgen, in wie weit die drei bestehenden Großanlagen im Nagashima Spa Land, Toshimaen und Samsung Everland miteinander verwandt sind, denn obgleich die Schiffe allesamt gleich aufgebaut sind und sich jeweils oberhalb diverser Einrichtungen befinden, werden zwei dieser Anlagen als Doppelanlage des HUSS Traumschiffes angesehen. Das ist insoweit auch nachvollziehbar, sieht die Anlage auf den ersten Blick so aus, als seien zwei etwas größer geratene Schiffschaukeln des Models Pirat direkt nebeneinander platziert und zu einem Boot verbunden worden. Der doppelte Viking wird jedoch in der Referenzliste von Intamin als Twin Flying Bounty bezeichnet. Grund hierfür dürfte der Bankrott der Firma Arrow-HUSS gegen Ende des Jahres 1984 sein, wonach sich 1986 die Firma als HUSS Maschinenfabrik neu aufstellte. In den Zwischenjahren wurden geplante Anlagen durch andere Hersteller (s. Ninja in Six Flags St.Louis) errichtet.

Doch wie fährt sich ein Traumschiff/Twin Flying Bounty denn so? Schön; von der Fahrt eigentlich nicht weltbewegendend, da von der Grundkonstruktion selbst bereits unfassbar träge, doch im Gesamten gesehen schon richtig schön. Halt eine Großattraktion unfassbaren Ausmaßes, die allen Parkgästen zugänglich ist und niemanden unzufrieden aussteigen lässt – sozusagen ein Crowd Pleaser sondergleichen. Zusammen gesehen hat die Schiffschaukelansammlung eine Kapazität von insgesamt 380 Personen (je 160 Personen pro Boot der Großschaukel plus 60 Personen in der normalgroßen Schiffschaukel) pro synchronisiertem Fahrtzyklus. Insgesamt gesehen also eine stündliche Kapazität von bis zu 5000 Personen, die während der goldenen Woche und manch anderen Tagen sicherlich auch heutzutage noch von Nöten sein dürfte. An leereren Tagen sticht eine der Flying Bountys zumindest alle 15 Minuten in See.

Jet Coaster

In der Zwischenzeit kann man z.B. eine schöne Aussichtsrunde auf der bereits erwähnten doppelspurigen, jedoch gegenläufig fahrenden Monorail drehen. Hierbei hat man einen wunderbaren Blick auf den See und das kleine Waldstück, welches man hierbei umrundet. In diesem befinden sich die Parkeisenbahn, eine Go-Kart-Strecke, sowie die älteste Achterbahn des Nagashima Spa Land, der Jet Coaster Jet Coaster.

Gesichert nur durch einen Gurt und frei von allem, was sich Bügel nennt, erklimmen wir sogleich den Lifthügel der altehrwürdigen Dame. Mittlerweile weit unterhalb der Baumwipfel durchschreiten wir eine lange Rechtskurve, an der wir uns sogleich und vollkommen untypisch für einen klassischen Jet Coaster, steil zu Boden stürzen. In selber Façon erklimmen wir den nun folgenden Hügel, ehe wir uns ein weiteres Mal in eine Rechtskurve begeben. Hieran folgt dann ein etwas flacheres Gefälle mit einer noch flacheren Auffahrt diagonal durch die Anlage hindurch. Die Auffahrt mündet dann eine Etage unterhalb der ersten Kurve in einer Linkskurve, die demzufolge etwas gemächlicher befahren wird. Es folgt eine letzte überaus flotte Abfahrt, die in eine etwas längere Gerade oberhalb des Sees mündet. Ein letzter Hops leitet uns auf die Höhe der Station, woraufhin wir diese nach einer Linkskurve und der obligatorischen Bremsstrecke auch erreichen.

Der Jet Coaster ist eine überaus charmante Achterbahn, die vor allem optisch durch ihre Fachwerkstruktur zu überzeugen weiß. Die Fahrt durch den Wald ist dabei äußert rasant und weiß mit Leichtigkeit ihre Fahrgäste zu begeistern. Tatsächlich sogar so sehr, dass hier am zweiten Besuchstag die längste Warteschlange dank dem leider vorhandenen Einzugbetrieb herrschte. Ansonsten aber ein schönes altes und überaus fahrenswertes Schätzchen aus dem Hause Togo.

Space Shot und Flying Carpet

Auf der anderen Seite des Waldes erwartet den Besucher ein etwas seltener Anblick, direkt neben einem doch eher geläufigeren. Wobei geläufig beim S&S Freifallturm-Dreigestirn namens Space Shot immer noch ein überaus seltener Anblick ist, doch eine Fahrt auf einem Suspended Flying Carpet, also einem fliegenden Teppich mit Hängegondel, kann man außerhalb des dänischen Freizeitparks Tivoli Gardens nur hier wagen. Dabei wissen beide Fahrten durchaus zu überzeugen.

Shuttle Loop

Genauso wie die Fahrt der nächsten Achterbahn, dessen Layout man mit den Worten Abschuss, Looping, und Rückwärtsfahrt perfekt beschreiben kann. Ihr habt es sicherlich schon erraten, es handelt sich um einen Shuttle Loop aus dem Hause Schwarzkopf. Wie bei eigentlich jeder Achterbahn aus Münsterhausen, bedarf es nicht viel um ein rundum zufriedenstellendes Fahrterlebnis zu erzeugen und so zeigt sich die Anlage im Vergleich zur (bis dato noch) einzigen europäischen Anlage (Psyké Underground in Walibi Belgium) ungewohnt puristisch. Das reicht auch, denn die Fahrt ist so wie sie ist absolut perfekt, weswegen man immer wieder gerne einsteigt und das auch gleich öfters hintereinander.

Looping Star

Gleiches gilt im Übrigen auch für die nur drei Jahre jüngere Schwesteranlage. Der Shuttle Loop war scheinbar ein großer Erfolg, so dass man sich in Münsterhausen noch einen Looping Star orderte und die Achterbahn interessanter Weise gleich nebenan stellte.

Dabei beginnt die Fahrt in dem Klassiker der deutschen Ingenieurskunst ganz souverän mit der Besteigung des Lifthügels. Aus einer Höhe von rund 24m stürzt man sogleich in einer Steilkurve gen Boden um sich mit voller Geschwindigkeit der einzigen Inversionsfigur, einem Looping, zu nähern. Mit ordentlichem Wumms unter der Haube passiert man dann das namensgebende Element, worauf man just darauf wieder nach oben schießt um in luftiger Höhe eine Wende zu vollziehen. Doch die Ruhe währt nicht lang, denn sogleich schmeißt sich der Wagenverbund erneut gen Boden, was gerade im hinteren Teil des Zuges zu unerwarteter Airtime führen kann. Gegenläufig zum ersten Gefälle nimmt man erneut ein wenig an Höhe zu und baut diese dann parallel zum Lifthügel effizient ab. Da sich eine Gerade mit stetiger Querneigung ein wenig seltsam fährt wird man zwischendrin geradegerückt, jedoch ohne dabei das Prinzip der Drehung um die Herzlinie zu berücksichtigen; dafür gibt es im Nagashima Spa Land aber auch andere Achterbahnen (s. Ultra Twister). Wieder nach links geneigt durchfährt man eine weitere Kurve, ehe man sich in einen Hügel erneut dem Boden nähert. Es folgt eine rasant befahrene Rechtskurve, die einen dann in die Bremsstrecke der Anlage überleitet.

Corkscrew

Interessanter Weise steht seit dem Jahr 2012 das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Arrow gleich gegenüber. Seit dem Jahr 1979 stellt die Korkenzieherachterbahn Corkscrew ihre Fahrgäste in Nagashima gleich zwei Mal überkopf. Interessanterweise ist sie dabei eine von vier baugleichen Anlagen die in diesem Jahr ihren Betrieb in Japan aufgenommen haben– allesamt wohl inspiriert durch die erste Inversionsachterbahn in Asien, dem Corkscrew im Yatsu Yuenchi.

Das Layout ist dabei schnell wiedergegeben. Nachdem man die Station über ein kleines Gefälle verlassen hat durchfährt man eine enge Wendekurve, die einen dann in den Lift der Anlage übergibt. Auf einer Höhe von etwa 21m angekommen verlässt man diesen in einem kurzen Dip, wobei im gleichen Zug bereits die erforderliche Querneigung für die darauffolgende Wendekurve erzeugt wird. Ist diese dann durchfahren stürzt sich der Zug dem Boden entgegen, was gerade im hinteren Teil des Zuges zu einer ausgeprägten Airtime führt. Nun donnert der Wagenverbund kraftvoll durch das erste Tal und schießt kurz darauf einen Hügel empor. Dieser geht dann zügig in eine längere abwärtsführende Wendekurve über, in deren quergeneigtem Tal die Einfahrt in die Korkenzieher erfolgt. Absolut gekonnt überschlägt sich der Zug nun zweimal. Die Ausfahrt des zweiten Korkenziehers mündet dann in die finale Wendekurve, woraufhin auch bereits die Schlussbremse wartet.

Die Fahrt auf der Corkscrew ist toll. Heutzutage ist die Anlage zwar nichts weltbewegendes mehr, aber im Jahr 1979 hat das ausgereicht um die Massen kopfstehen zu lassen. Die Fahreigenschaften waren leider unter dem Durchschnitt des Herstellers angesiedelt – was aber kaum ins Gewicht fällt. Im gesamten gesehen fügt sich die Anlage absolut harmonisch in ihr doch sehr starkes Konkurrenzfeld ein, weswegen man die eine oder andere Fahrt durchaus wagen sollte; wo denn auch sonst, stehen so viele Idole der späten 70er Jahre in einer Parkecke.

Vorbei an einem typisch japanischen Gruselhaus und einem exzellenten Star Flyer führt uns der Weg nun auf die andere Seite eines gigantischen Stahlkonstrukts, welches wir uns jedoch erst einmal für später aufsparen. Hier biegen wir nach links ab und folgen dem breiten Hauptweg in eine Sackgasse, in der der Flying Coaster Acrobat auf uns wartet.

Acrobat

Von der äußeren Erscheinung durchaus angelockt, sehen wir uns schnell in dem großzügig ausgelegten Wartebereich unterhalb der Station wieder und entscheiden uns dann für eine der beiden Stationsseiten. Nach dem Treppenaufgang werden wir sogleich in eine Reihe eingeteilt, woraufhin wir unsere persönlichen Gegenstände und Wertsachen in zu den Reihen zugehörigen Spinden verstauen. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch am Ende wartet ein Sicherheitsscan samt Metalldetektor auf uns. Nachdem wir brav bewiesen haben, dass auch unsere Taschen allesamt leer sind, werden wir zu den Gates gelassen und können sogleich unser bevorzugtes Fluggerät boarden.

Sobald die Startposition erreicht ist kann die Fahrt auch schon losgehen. Über eine Weiche erreichen wir den Lift der Anlage, welcher uns auf eine Höhe von 43m bringt. Sobald oben angekommen stürzen wir uns in einer rechtsführenden Steilkurve dem Abgrund entgegen. In einem weiten Radius schweben wir nun durch das anschließende Tal und erklimmen unverzüglich einen Hügel, der sich als Ausgangsposition für den nun folgenden Pretzel Loop entpuppt. Ohne Gnade stürzen wir uns nun hinunter, stehen kurzzeitig Überkopf und sehen uns dann auf dem Rücken liegend das Spektakel in umgekehrter Reihenfolge an, wobei wir beinahe von der G-Keule erschlagen werden. Wieder einmal in weiter Höhe reicht die Zeit aus um kurzzeitig durchatmen zu können, denn nun durchqueren wir das eben absolvierte Element in einer zahmen Linkskurve. Doch ehe wir uns versehen drehen wir uns in einem Inline-Twist um die eigene Achse und sausen dem Boden in einer Rechtskurve entgegen. In einem Corkscrew durchqueren wir ein weiteres Mal den Prezel Loop und sehen uns alsbald die Station der Achterbahn von hinten an. Nach einer kurzen Auffahrt erreichen wir die mittlere Blockbremse der Fahrt, die uns jedoch ohne größere Verzögerung in den zweiten Teil dieser entlässt.

In einer Rechtskurve schießen wir, begleitet durch synchron geschaltete Wasserfontänen, über einen See. Ähnlich einer Bayernkurve fügt sich dabei Berg an Tal an und am Ende deren wartet sogar noch ein weiterer Inline-Twist auf die Fahrgäste. Weiterhin in diesem tollen Flow sehen wir uns in einer Linkskurve wieder, die uns leider geradewegs in die Schlussbremse führt.

Acrobat ist der etwas Zahmere der beiden japanischen Flying Coaster, das heißt jedoch nicht, dass die Anlage nicht auch versucht einen mit den vorhandenen Kräften zu erschlagen. Sie macht es nur etwas subtiler. Während sich bei Universals fliegendem Dinosaurier Element an Element reiht, besteht bei Acrobat noch ausreichend Zeit um sich ganz dem Fliegen zu widmen. Dieses hat durchaus seine Vorteile und so erscheint die Fahrt selbst ein wenig harmonischer. Gerade der Part nach der Blockbremse macht durchaus einiges her und bietet nebenbei wunderbare Einsichten für die restlichen Parkgäste. Generell präsentiert sich die Anlage wunderbar offen und von allen Seiten einsehbar, auf das schön brav noch mehr Gäste des nahen Outlet-Centers in den Freizeitpark Nagashima Spa Land wechseln. Es lohnt sich zumindest, denn mit Acrobat steht in Nagashima ein wirklich genialer Flying Coaster.

Bobkart

Direkt daneben steht seit dem Jahr 2004 die Wiegand Bobkart-Doppelanlage Bobkart. Auf einer Länge von 822 und 797m duellieren sich theoretisch beide Fahrspuren. Dabei führt die Strecke vorerst parallel durch eine sehr holprig zu befahrende Linkskurve. Der Fahrkomfort erhöht sich signifikant mit der stetig steigenden Fahrtgeschwindigkeit, der Fahrspaß wiederum durch die zahlreichen Wellen auf der nun folgenden Geraden. Nach einer weiteren Linkskurve und ebenso vielen Wellen trennen sich beide Fahrspuren nun voneinander.

Während die rechte Spur sich nun einer kurzen Rechtskurve zuwendet, flitzt die linke Fahrspur weiterhin geradeaus. In einer weiten Linkskurve baut die rechte Fahrspur nun stetig an Höhe auf, woraufhin die linke Spur auf einer weiteren Wellengeraden überquert wird. Die Konkurrenzspur widmet sich währenddessen einer rechtsführenden Aufwärtshelix, woraufhin beide Spuren für einen kurzen Moment wieder parallel verlaufen. Dies ändert sich schnell und so trennen sich beide Spuren in einem spitzen Winkel. Das hat auch einen Grund, denn in der nun folgenden Abwärtshelix der rechten Spur kommt einem die linke Fahrspur entgegen. Diese umrundet nämlich besagte Helix, verläuft daraufhin jedoch parallel zum eben absolvierten Track der rechten Spur. Nach einer weiten Rechtskurve und einer kurzen Gerade stößt die linke Fahrspur dann wieder auf die rechte Fahrspur, die in der Zwischenzeit nur eine längere Gerade durchquert hat, und beide fahren parallel in eine Aufwärtshelix ein.

Auf einem aufgeständerten Teil der Strecke überqueren beide Spuren nun die eben absolvierte und zukünftige Fahrstrecke, ehe es in eine Linkskurve entlang der Station geht. Im Anschluss einer nach rechts verlaufenden Abwärtshelix laufen dann beide Bahnen auf dem Boden weiter. Nach einem Linksknick und einer 180° Wendekurve ist dann für beide Spuren das Ziel erreicht.

Die Bobkart-Doppelanlage macht einiges her; die Fahrt selbst ist jedoch nur okay. Zugegeben lässt man sich hier von den herumstehenden Anlagen etwas ablenken, doch die Fahrt über die zahlreichen Bodenwellen ist leider aber auch ein wenig repetitiv. Wobei man auch darüber schauen könnte, würden denn die Bobs parallel verlaufen. Von den insgesamt 28 Bobs pro Seite liefen am ersten Besuchstag leider nur etwa 5 – was in Hinsicht auf den Andrang auch vollkommen ausreichend war – und diese wurden je Seite nach und nach auf die Reise geschickt. Wo am Anfang noch beide Seiten bedient wurden, lief kurz darauf nur noch die rechte Fahrspur. Das war schade, aber auch verständlich, immerhin kann man die Kapazität der Anlagen dem Andrang entsprechend in kürzester Zeit variieren. Im Gesamten gesehen fuhr sich die linke Spur dann ein wenig besser als die rechte, summa summarum boten beide Spuren eine gute Fahrt.

Ultra Twister

Direkt hinter der Anlage befindet sich die Station der Achterbahn Ultra Twister. Auch in Nagashima erwartet uns das Standardmodell des Herstellers Togo, hier jedoch in einer etwas weniger bunten Lackierung als im Freizeitpark Greenland, dafür aber mit genialen Lichteffekten. Da wir besagte Anlage bereits im Greenland gleich 12 Runden gefahren sind wussten wir was uns erwartet und sind mit Freude eingestiegen.

Nachdem der Wagen kontrolliert wurde nähert man sich dem Transferelement am hinteren Streckenende. Dieses wird dann um 90° Grad gedreht, woraufhin sich prompt die Auffahrt im Vertikallift anschließt. Auf einer Höhe von 30m angekommen überquert der Wagen eine sehr enge Kuppe und stürzt sich in einem 85° steilen Gefälle rasant hinunter. Dabei herrscht auf jeden Platz, besonders aber in der letzten Reihe, eine intensive Airtime. Das hierauf folgende und recht enge Tal wird extrem druckvoll durchfahren, während einen der nachfolgende Airtimehügel gekonnt versucht abzuwerfen. Mit auffallend hoher Geschwindigkeit rast man nun durch eine Heartlineroll, welche viel schöner nicht sein könnte. Kurz darauf erklimmt man eine kleine Steigung, an deren Ende man die erste Bremsstrecke der Fahrt erreicht.

In einem zweiten Transferelement wird man nun auf die untere Fahrspur gebracht, die man fortan rückwärts beschreitet. Auf einer kurzen Abfahrt nimmt man dann stetig an Geschwindigkeit zu, ehe der Wagen ein zweites Mal überkopf gestellt wird. Sobald dann das Stationsniveau erreicht wird folgt auch schon die dritte und letzte Rolle der Fahrt. Kurz darauf ist die zweite Bremsstrecke erreicht und die Fahrt auf dem Ultra Twister neigt sich ihrem Ende entgegen.

Auch in Nagashima überzeugt die Rohrpostachterbahn vollkommen. Das Wechselspiel der Vertikalbeschleunigung ist einfach nur herrlich brachial und immer wieder eine Erfahrung wert. Zumal sind hier die Endanschläge nicht ganz so hart wie im Greenland, wodurch die Anlage umso mehr zu Wiederholungsfahrten einlädt. Es sei denn, man verbrennt sich beim Wasserparkbesuch im Joyful Waterpark, den man hier ja auf jeden Fall einplanen sollte, nicht die Schultern und quält sich dementsprechend bei einer Nachtfahrt durch die Fahrt. Nichtsdestotrotz, auch das lohnt sich vollkommen, denn die beleuchteten Ringelemente werten die optisch eh schon sehr ansprechende Fahrt noch einmal auf.

Steel Dragon 2000

Ebenso ansprechend ist der Steel Dragon 2000. Erbaut zur Jahrtausendwende ist der Steel Dragon 2000 mit einer Höhe von 97 m Japans größte Achterbahn. Noch beeindruckender ist jedoch ihre Länge von etwa 2.5 km, womit sie nach wie vor die längste Achterbahn der Welt ist. Zwar gibt es immer mal wieder Gerüchte, dass die Achterbahn The Ultimate aus den englischen Freizeitpark Lightwater Valley verlängert werden soll, aber bis dahin wird es wohl erst einmal keine längere Achterbahn geben.

Die Fahrt auf dem Steel Dragon beginnt mit einem kleinen Dip aus der Station, an den sich eine kurze Rechtskurve anschließt. Hierauf wartet sogleich die erste Liftkette darauf uns in eine Höhe von etwa 50 m zu bringen, wo wir dann in die zweite Liftkette wechseln, die uns wiederum auf stolze 97 m Höhe bringt. Dort angekommen geht es auch gleich sehr schnell wieder hinunter. Mit 152,9 km/h durchschreiten wir das erste Tal, wobei der Zug ordentlich zu vibrieren beginnt. Leider trägt sich diese Vibration auf den Fahrgast über, weswegen man nur froh sein kann kurz darauf einen 76,8 m hohen Hügel empor zu schießen. Nach einem Moment seichter Airtime erwartet einen auch hierauf wieder ein Tal des Schreckens.

Fahrspaß geht anders und somit war ich auch hier wieder froh mich irgendwann auf dem dritten Hügel der Anlage zu befinden. Dieser ist dann nur noch 64 m hoch und leitet den Zug in eine besondere Kurvenkombination über. In einer weiten Steilkurve nähert man sich dabei dem Boden und schießt sogleich eine schräggestellte im Uhrzeigersinn verlaufende Helix empor. Auf dem Weg in das nachfolgende Tal erfolgt ein Richtungswechsel und eine zweite, nun gegen den Uhrzeigersinn verlaufende riesige Helix schließt sich an. Mit stetigem Druck kommt einem das Lächeln im Gesicht langsam wieder und man mag den beschissenen Auftakt der Anlage langsam vergessen. Dabei rast man durch eine bodennahe und verdammt lange Linkskurve am großen Einkaufszentrum entlang. Davon bekommt man jedoch nicht sehr viel mit, immerhin hat man ja noch einen Affenzahn drauf. Blöd nur, dass nach einer längeren Kurve und zwei kleinen Kurvenschlenkern die Auffahrt in die Blockbremse wartet.

Auf der, im Verhältnis zur Gesamthöhe der Anlage, sehr niedrig platzierten Blockbremse wird der Zug merklich reduziert, ehe dieser in eine Reihe von kontinuierlichen Camelbacks abtaucht. Hierbei passiert der Zug zwei Tunnel und sechs Kuppen, bei jeweils in verschiedenen Höhen befindlichen Tälern. Dabei hebt man auf jedem Hügel in einer wunderschönen floating Airtime ordentlich ab. Kurz darauf wird jedoch die Bremsstrecke bereits erreicht und die Fahrt geht einem Ende entgegen.

Der Steel Dragon 2000 ist keine schlechte Achterbahn, nur trifft sie nicht meinen persönlichen Geschmack. Wobei die Fahrt ab der Einfahrt in die langgezogenen Kurven auch mir wirklich Spaß macht, doch die Vibrationen in den ersten beiden Tälern gehen mir so dermaßen fies auf den Magen, weswegen ich im Verlauf der beiden Besuchstage nur eine weitere Wiederholungsfahrt getätigt habe. Dabei interessiert es mich, wie die Fahrt in den originalen Zügen gewesen wäre, da die von Morgan erbauten Züge deutlich massiver aufgebaut waren und dadurch nicht so schnell zu vibrieren anfangen sollten. Die von B&M erbauten Züge, welche im zehnten Betriebsjahr der Anlage zugelegt wurden, sind keineswegs schlecht und ermöglichen eine weitaus freiere Fahrweise, doch entsprechen sie nicht dem Original.

Man wird schon seine Gründe gehabt haben – einen Vergleich zum vorherigen Zustand der Anlage habe ich ja sowieso nicht –, dem entsprechend ist es halb so schlimm. Es hält ja auch niemanden davon ab, einen Marathon auf der Anlage hinzulegen und würde der Auftakt der Anlage nicht so verkorkst sein, würde ich es auch machen.

Arashi

Der Free Spin Arashi macht einfach keinen Spaß. Die Fahrt ist unharmonisch und absolut hart. Die Überschläge werden allesamt nur durch die erzwungene Rotation des Gondelträgers erzeugt, ansonsten wäre die Anlage hier eine gemütliche Aussichtsfahrt ganz ähnlich dem neuen Konzept des Schweizer Ingenieurbüros Ride Engineers Switzerland, welches bald im Schwaben Park realisiert wird. Das Ganze ist leider kein Vergleich zum Konkurrenzprodukt aus dem Hause Intamin, welches selbst in der kleinsten Ausführung weniger zimperlich zur Sache geht und glücklicherweise ganz auf technische Hilfsmittel zur Überschlagsbildung verzichtet – interessanter Weise ist die Fahrt auf einem Zac Spin zwar hart an der Grenze, durch die harmonisch überlagerten Bewegungen jedoch deutlich angenehmer und interessanter.

Rock ‘n‘ Roll

Tatsächlich zeigt sich beim Rundfahrgeschäft Rock ‘n‘ Roll, dass sich auch erzwungene Überschläge halbwegs harmonisch fahren können. Über ein Reibrad werden die einzelnen Gondeln zur Rotation angeregt, woraufhin die Fahrgäste (je nach Beladung der Gondel) einen Purzelbaum nach dem anderen schlagen.

Paratrooper und Telecombat

Ähnlich interessant ist auch der Paratrooper daneben, dessen Radkranz während der Fahrt in die Horizontale gekippt wird. Ansonsten ist der Fahrtverlauf typisch für ein Twister-ähnliches Rundfahrgeschäft, es geht also in freischwingenden Gondeln auf und nieder, immer wieder. Das hiesige Exemplar ist von Technical Park errichtet, ebenso wie der Telecombat nebenan.

Wild Mouse

Das Fahrgeschäftsportfolio in dieser Ecke wird dann noch durch ein Wasserrondell deutscher Produktion ergänzt. Passend, steht doch direkt angrenzend die Wilde Maus in doppelter Ausführung namens Wild Mouse, wie sie genauso auch auf einer deutschen Kirmes hätte stehen können. Natürlich nur echt mit dem passenden Kassenhäuschen samt Schuko-Steckdosen. Die Attraktion gleicht demzufolge auch einer der zahlreichen Wilden Mäuse aus dem Hause Mack Rides und lädt dementsprechend gerne zu der einen oder anderen Fahrt ein; immerhin kann man die Anlage hier ja auch spiegelverkehrt fahren –  zumindest sofern beide Anlagen auch an einem Tag laufen. Wir jedenfalls hatten Glück und konnten an den beiden Besuchstagen jeweils eine der beiden Spuren fahren.

Freefall und Frisbee

Beim Free Fall, einem Freifallturm der ersten Generation, hatten wir indes leider kein Glück und mussten daher auf eine Fahrt verzichten. Zum Glück steht direkt gegenüber eine Parkversion der HUSS Frisbee, die ja eigentlich immer ein Garant für eine gelungene Fahrt sind. In Nagashima verhält es sich leider etwas anders – die schnellen Drehungen bleiben nämlich aus – und so zeigt sich die Fahrt als belangloses Rumgeschaukel, welches nicht einmal durch den Bremer Schausteller Robrahn (auf einer durchschnittlichen Fahrt in Hamburg) unterboten werden konnte. Schade, denn die kleinen Frisbees sind normalerweise immer ganz groß.

Shoot the Chute

Wenn einen eines seiner Lieblingsfahrgeschäfte bitter enttäuscht, bedarf es eines anderen Lieblingsfahrgeschäfts, um wieder zu guter Laune zu kommen. Wie gut, dass nebenan der Shoot the Chute des Freizeitparks Nagashima Spa Land steht, noch dazu von O.D. Hopkins. Als eine der ersten Anlagen im Figure-8 Design des Herstellers überzeugt die rund 30m hohe Anlage, vor allem durch ihren gnadenlosen Nässegrad. Normalerweise ist es bei einem Spillwater so, dass man bis zur Brücke über der Auslaufstrecke bereits nass, jedoch nicht durchnässt ist, was sich jedoch schlagartig mit der Unterquerung der Brücke ändert. Hier ist es jedoch so, dass das Bötchen beim Eintauchen eine dermaßen hohe Welle erzeugt, die jegliche Energie des Bootes auf sich nimmt und somit das Boot stark verzögert, auf dass das Wasser genug Zeit hat um auf die Fahrgäste zu prasseln. So nass steigt man selbst aus Valhalla des englischen Freizeitparks Blackpool Pleasure Beach nicht aus und selbst dort gleicht der Nässegrad bekanntlich einem Sprung in die Irische See. Hier stimmt also alles und so macht der Name der Anlage ihrem Typ wirklich alle Ehren – nur warum die ersten Reihen hier Rettungswesten tragen müssen hat sich mir jetzt nicht so erschlossen, aber wir saßen zum Glück auch etwas weiter hinten.

Etwas was sich mir persönlich nie erschlossen hat, ist der Erfolg der Looping Starships aus dem Hause Intamin. Im Loopingfieber zu Beginn der 80er Jahre entwickelte die Bremer Firma HUSS eine Überkopfschiffschaukel bei der die Achse der Anlage angetrieben wird, wodurch eine Vielzahl an Überschlägen und andere Fahrabläufe möglich waren. Nur kurze Zeit später zog die ebenfalls in Bremen ansässige Firma Weber mit einem ähnlichen Fahrgeschäft nach. Intamin hingegen plante eine Überkopfschiffschaukel die ihrem Namen alle Ehre macht und mit klassischem Reibradantrieb das Schiff so lange in Bewegung setzt, bis es irgendwann mal einen Überschlag schafft und den auch nur recht knapp.

Space Shuttle

Es ist schon interessant, wenn man bei der Fahrt am eigenen Körper begreift, dass genau dieser Umstand das Looping Starship zum besten Vertreter seiner Art macht. Es ist so, als würde eine normale Schiffschaukel einfach immer weiter beschleunigen, wodurch man sich auf einmal in Winkeln vorfindet, die man sonst so nicht erfahren würde. Irgendwann schafft man dann auch noch einen Kopfstand und hat dabei Angst kopfüber stecken zu bleiben. Kurz darauf folgt dann der nächste, etwas flottere Überschlag. Einen Augenblick später beginnt dann die lange Verzögerungsphase und man wechselt wieder die Richtung in allen möglichen Neigungswinkeln. Herrlich! Ich bin von der Fahrt her absolut begeistert. Auch die Gestaltung des Space Shuttle spricht Bände. Schade nur, dass kein Exemplar in Europa die Zeit überdauert hat; zumindest nicht in seiner Ursprungsversion. Also liebes Movieland Park Team, kauft euch bitte ein passendes Gegengewicht und die zugehörigen Schulterbügel. Es lohnt sich, versprochen!

Giant Frisbee

Das restliche Fahrgeschäftsportfolio besteht aus einem Wellenflug, einem Swing Up aus italienischer Produktion mit viel zu engen Gondeln, sowie einer Giant Frisbee des Herstellers HUSS. Diese macht halt ihr Ding – wie jede andere Giant Frisbee des Herstellers ja auch – und ist daher von der Fahrt her absolut vernachlässigbar, dank ihrem belanglosen, da nur in einer Richtung stattfindenden, Rumgedrehe ohne großartiger Variation der Gondelrotation.

White Cyclone

Ein Blick auf die Uhr des 90 m hohen Riesenrads Aurora Wheel verrät uns: Es ist Zeit für Holz. Dem kommen wir gerne nach und begeben uns dementsprechend zum Eingang der großen weiß lackierten Holzwand mit dem charismatischen Namen White Cyclone.

Die Fahrt in den PTC Zügen beginnt mit einer weiten Linkskurve um den Wartebereich der Anlage herum. Beständig bauen wir dabei an Höhe ab, um genug Schwung für die Einfahrt in den Lifthügel zu holen. Dieser bringt uns dann auf eine Höhe von 42 m, wo wir dann einen Augenblick haben um die großartige Sicht auf das Nagashima Spa Land und die Ise Bucht zu genießen. Nach einem Linksknick jedoch geht es rasant zu Boden. Mit feinstem Shake, Rattle and Roll durchqueren wir das erste Tal und erklimmen daraufhin einen hohen Airtimehügel. Die Ausfahrt in diesem mündet dann in eine gigantische, sich stetig verjüngende Helix weit oberhalb des Bodenniveaus. Hierbei fährt man ein wenig über Berg und Tal, bis man diese dann irgendwann nach einem rasanten Dip über einen Hügel verlässt.

Dabei scheint besagter Hügel fast genauso hoch wie die Einfahrt in die Helix zu sein, doch anhand der vorhandenen Geschwindigkeit dürfte es eigentlich nicht der Fall sein. Optisch auf jedem Fall ein interessanter Kniff und so stürzen wir uns in einem wunderschönen Kräftespiel erneut nach unten. Es folgt ein weiterer Airtimehügel, wie er in Buche steht, ehe wir im Dickicht des Stützenwaldes verschwinden. In einer sehr weiten Aufwärtsspirale nehmen wir nun beständig an Höhenmetern zu, ehe wir dieselbe Art von Helix erreichen, die wir vor wenigen Momenten bereits erlebt haben. Doch anstatt kurz abzutauchen und dann an Höhe zu gewinnen, erklimmen wir Meter um Meter die Holzstruktur, ehe dann die Blockbremse der Anlage erreicht wird.

Nach dem rasanten ersten Teil der Fahrt stürzt sich der Wagenverbund erneut zu Boden. Mit Schmackes unterqueren wir das Tal der ersten Abfahrt, bezwingen einen weiteren Airtimehügel und tauchen ein weiteres Mal in die Holzstruktur ab. Im Innenraum der ersten Helix durchfahren wir nun eine weite Linkskurve, ehe wir erneut von lauter Holzbalken umringt sind. Über zwei Hügel queren wir dann die Anlage, auf dass wir fortan am äußeren Rand der Achterbahn unseren Weg bahnen. Unterhalb des Lifthügels entschwindet der Zug dann in einer weiten Linkskurve ein letztes Mal unter der Holzkonstruktion. Kurz darauf sind die Bremsstrecke der Anlage und alsbald die Station erreicht.

White Cyclone war eine grandiose Holzachterbahn mit einem tollen Pacing, vielen Airtimemomenten und einem toll abgestimmten Beschleunigungsverlauf. Zudem lebte die Achterbahn vom Shake, Rattle and Roll wie kaum eine andere Holzachterbahn des Landes, geschweige denn kaum eine andere von mir bereits gefahrene Holzachterbahn. Zwar kann ich verstehen, dass man die Achterbahn nun einem Make-Over der Firma RMC unterzieht – denn das Layout bietet viele Möglichkeiten, die bislang noch nicht ausgeschöpft wurden – doch andererseits ist es schade, dass dadurch eine von nur vier Holzachterbahnen in Japan verschwindet. Immerhin bleibt die Grundstruktur der einstiegen besten Achterbahn des Nagashima Spa Land bestehen und wird in der zukünftigen besten Achterbahn des Parks weiterverwendet. Man darf also gespannt sein!

Bilder Nagashima Spa Land

Fazit Nagashima Spa Land

Das Nagashima Spa Land ist ein großartiger Freizeitpark, der auf viel Fläche dermaßen viel bietet, dass man nicht anders kann, als wunschlos glücklich zu sein. In diesem Park wird einfach alles Mögliche geboten, wodurch auch jede Zielgruppe abgedeckt ist – mit Ausnahme der Themenfahrtfetischisten natürlich, denn davon gibt es im Park (außerhalb des Gruselwalkthroughs und einer Pokémon-Attraktion) schlichtweg keine. Mich zumindest hat das Nagashima Spa Land restlos begeistert, weswegen ich gerne wiederkommen würde. Gründe dafür gibt es viele und mit dem Umbau von White Cyclone kommt noch einer dazu. Wir sehen uns also irgendwann wieder, dann jedoch mit dem vollen Programm aus Onsen, Wasserpark, Hotelbesuch und einem Abstecher in die nahen Gärten.

 


Was ist deine Meinung über den Themenpark Nagashima Spa Land?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle:

 

          


Klicke hier für den nächsten Bericht der Titanic Max Tour

# Final Summer

Geschichte der Space World

Was in einer Eislaufbahn eingefrorene Fische – trotz Rekordumsatz im selben Jahr – so alles ausrichten können, zeigt uns der Freizeitpark Space World auf eine doch sehr fatale Art und Weise; ob die nun international stark kritisierte Aktion gegen Ende des vergangenen Jahres zum Scheitern der Pachtverhandlungen zwischen Betreibergesellschaft Japan Park and Resort Co., Ltd. und der Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (NSSMC) als Grundstückseigner führte steht zwar in den Sternen, aber sie ist naheliegend, da unmittelbar darauf erfolgt: Am 16.12.2016 wurde die Schließung des Freizeitparks zu Sylvester des darauffolgenden Jahres bekannt gegeben.

Bevor ich nun zu den Feierlichkeiten zum #Final Year übergehe, möchte ich jedoch noch einen Blick auf die Geschichte der Space World werfen, denn die Grundstückseigner waren einmal Hauptaktionär der Betreibergesellschaft und Gründer des Freizeitparks. Diese waren gerade dabei ihr hiesiges Stahlwerk zu verkleinern, weswegen im Jahr 1988 die Japan Park and Resort Co., Ltd. gegründet wurde um das freigewordene Land und Teile der bereits vorhandenen Gebäude zukünftig zu bewirtschaften. Zwei Jahre später folgte dann die Eröffnung der Space World.

Fortan wurde der Freizeitpark in regelmäßigen Abständen sinnvoll erweitert. Im Jahr 1997 erreichte man dann mit 2,16 Millionen Parkbesuchern seinen Höhepunkt. Ein folgeschwerer Unfall, auf dem im Vorjahr eröffneten, S&S Space Shot Atlas Tower sorgte für eine temporäre Schließung des Freizeitparks im August 1998, woraufhin auch die Besucherzahlen einbrachen. Trotz der Eröffnung des eigenen JR Bahnhofs und eines 100m hohen Riesenrads blieben die Besucher auf einem konstanten Level aus, weswegen im Jahr 2004 die Umstrukturierung des Freizeitparks erfolgte. Fortan war die Kamori Kanko Co., Ltd. (unter anderem Betreiber des Rusutsu Resorts und des Himeji-Central-Parks) alleiniger Hauptaktionär der Betreibergesellschaft. Es folgten allerhand Umgestaltungen, sowie die Eröffnung der Abschussachterbahn Zaturn. Im gleichen Zug jedoch wurden auch einige Fahrgeschäfte geschlossen und das unter der Space-Camp-Foundation-Lizenz geführte Astronauten Training Center (Astresta), in Verbindung mit dem Space Camp Japan, aufgegeben. Im Jahr 2008 konnte man dann seine Attraktivität durch einen Wasserpark ein letztes Mal steigern.

Das Ende der Geschichte ist bekannt und dennoch feiert man es. Ehrlich gesagt will ich nicht wissen wie viele verzweifelte Achterbahn- und Freizeitparkenthusiasten es in diesem Jahr nach Kitakyūshū gezogen hat und nach Veröffentlichung dieses Berichts noch ziehen wird. Eines steht zumindest fest: Die Zeit, diesen außergewöhnlichen Freizeitpark noch zu erleben, wird zunehmend geringer. Tick, tack.

Parkrundgang

Clipper

Nachdem wir das großzügig gestaltete Portal durchschritten haben befinden wir uns sogleich auf dem Space Bazar, der Mainstreet der Space World. Von hier aus wenden wir uns nach rechts in Richtung der Big Bang Plaza. Vorbei am riesigen Show-Theater, dem Anime-Museum Gundam World und der, bis auf einem Meteoriten und etwas Mondgestein, leerstehenden Astresta-Halle zieht es uns in Richtung der Achterbahn Venus GP, die wir bereits auf dem Weg zum Freizeitpark bestaunen durften. Doch kurz zuvor biegen wir nach links ab und stellen uns in der Warteschlange der Kinderachterbahn Clipper an. Denn seien wir mal ehrlich, so sehr interessiert euch eine Achterbahn aus Deutschland in einem Bericht aus Japan sicherlich nicht, wenn es auch etwas von Togo gibt. In dem Sinne: Hinein in die kleinen, äußerst putzigen, Raumschiffe.

Die Fahrt auf Clipper beginnt mit einer kleinen Rechtskurve, die den Raumschiffverbund direkt in den Lift der Anlage führt. Kurze Zeit später erreicht man dann die Ausganghöhe von 10m, woraufhin sich der Zug sogleich in eine Linkskurve wirft. Schwungvoll meistert man nun eine seichte Steigung und widmet sich einer Rechtskurve mit ausgeprägten Dip mittendrin. In seichter Bayernkurvenmanier schwebt man nun durch ein hochgeständertes doppeltes Kurven-Wechsel-Dich-Spiel, ehe man sich in einer Rechtskurve dem Boden nähert. Überaus rasant durchquert man nun eine finale Links-/Rechtskurvenkombination in Richtung der Station. Doch just bevor man diese erreicht erwartet einem noch ein kurzer Dip, wo bei anderen Anlagen dieser Art bereits die Bremsen wären.  Summa Summarum eine tolle kleine Anlage mit überraschenden Finale, die gerne demnächst woanders stehen dürfte.

Venus GP

Ein Schicksal, welches der benachbarten Achterbahn gewiss sein wird. Immerhin ist Venus GP eine der ersten Achterbahnen der Münchner Maurer AG, die kurz zuvor die Achterbahnsparte der Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke AG (kurz BHS) übernommen haben, welche wiederum nach dem Aus der Münsterhausener Schwarzkopfwerke die Produktion bereits in Auftrag gegebener Achterbahnen übernommen haben. Zusammenfassend kann man also sagen: Venus GP ist ein astreines Schwarzkopf-Produkt, nur halt nicht aus Münsterhausen und erst recht nicht vom Hersteller. Aber das interessiert bei den äußeren Werten dieser schnieken Anlage niemanden, denn eine Höhe von 40m, eine Gesamtlänge von etwas mehr als einem Kilometer, eine Gesamtgeschwindigkeit von 86 km/h und ein überaus kurvenreiches Layout sprechen für sich, oder?

Auf jeden Fall macht dieses die Inszenierung der Anlage mit dem Boarding zum Beat des Queen-Klassikers „We will rock you“, der Schreiprobe vor Fahrtbeginn und der ohrwurmerregenden Stationsmusik, wenn der Zug gerade über die Strecke düst.  Hier vergeht die Zeit auf jedem Fall wie im Fluge und ehe man sich versieht sitzt man auch schon im Zug.

Dieser ist dann auch zügig abgefertigt, woraufhin man die Station in Richtung des Lifthügels verlässt. Nach einer Linkskurve wird man per Kette auf die Ausgangshöhe von 40m befördert. Oben angekommen bleibt ein kurzer Moment, ehe man sich voller Vorfreude auf der Rückseite des Space-Shuttles Discovery in die Tiefe stürzt. Mit der nun aufgebauten Geschwindigkeit erklimmt man eine hochgeständerte Wendekurve, bevor man sich zielgenau in den beinahe kreisrunden Looping begibt. In feinster S-Kurvenmanier nimmt man schnell an Höhenmeter zu, woraufhin der Zug in einer engen Kurve knapp am Lifthill vorbei schrammt. Hierauf stürzt dieser dann brachial zu Boden und erreicht damit den tiefsten Punkt der Anlage. Gnadenlos widmet man sich nun einer weiteren Wendekurve zu, überquert in luftiger Höhe die Köpfe der fahrwilligen Parkgäste, sowie die Station und wirft sich beinahe wahnsinnig erneut zu Boden. Es folgt ein überaus rapider Streckenpart in Form einer Acht, an dem sich eine intensive Aufwärtshelix anschließt. Mit ausgeprägter Geschwindigkeit durchstreift man nun eine weite Linkskurve, die sogleich in eine Abwärtshelix übergeht. Kurz darauf erreicht man dann die Bremsstrecke und alsbald die Station.

Ich muss zugeben, Venus GP klingt wie die perfekte Achterbahn: Druckvoll, brachial und gnadenlos. Während der Fahrt im Galaxy Racer werden ja auch nur ausschließlich knackige Kurven und ein wunderschöner Looping durchfahren – Zeit zum Durchatmen gibt es hier eigentlich nur während der Auffahrt im Lift und in der Schlussbremse. Doch warum bleibt meine Euphorie im Keller?! Die Antwort darauf ist simpel: Die Bügel!

Neben dem normalen Schoßbügel verfügt die Anlage über Schulterkrallen à la Olympia Looping, nur halt in extrem beschissen. Gut, die Fahrt auf dem Olympia Looping ist durch die (harmlosere) Variante bereits ein einschneidendes Erlebnis – doch das kann man bei strenger Einhaltung der vorgegebenen Sitzposition aushalten. Bei Venus GP hingegen sollte man die Hoffnung darauf bereits beim Einstieg abgeben. So erlebt man also die überaus appetitliche Streckenführung mit dem stetigen K(r)ampf mit dem Bügel – nicht schön; doch eigentliche eine Top-Bahn.

Space-Shuttles Discovery und das Space Museum

Widmen wir uns nun dem verbleibenden Edutainment-Angebot des Freizeitparks, sprich dem Nachbau des Space-Shuttles Discovery im Maßstab 1:1 – was an sich schon extrem beeindruckend ist und die Raumstation über der Warteschlange der Achterbahn Euro Mir ohne Mühe alt aussehen lässt – und dem Space Museum. Ersteres hat dabei ganz klar den Vorteil von den Besuchern nicht übersehen zu werden, während sich im gut gemachten Museum keine Menschenseele verirrt. Interessanter Weise lief hier ein belangloser Anime im hauseigenen Vorführungssaal und so manch Raum war der Öffentlichkeit gar nicht mehr zugänglich – in den Anfangsjahren der Space World war es also bestimmt einmal eine tolle Attraktion, welche durch ihre Lage mitsamt dem Space-Shuttle eigentlich in Zukunft auch als eigenständige Attraktion weiterhin bestehen könnte.

Boogie – Woogie Space Coaster

Vorbei am Space Eye, dem 100m hohen Riesenrad der Space World – von dem man im Übrigen eine tolle Sicht auf die benachbarte Achterbahn Venus GP hat – folgen wir dem Weg entlang der Achterbahn Boogie – Woogie Space Coaster, dessen Eingang sich blöderweise auf der anderen Seite befindet. Am Eingang der Warteschlange angekommen hat man dann die Wahl zwischen zwei rückwärtsgerichteten und drei vorwärtsgerichteten Wagen. Um den Überraschungsmoment dieser kleinen Rostlaube ein wenig zu erhöhen, erfolgte die erste Fahrt natürlich in der hinteren Frontrow.

In einer weiten 180° Kurve verlässt man die Station in Richtung des Lifthügels. Dieser befördert einen dann langsam, aber sicher, nach oben, wo man in einer weiteren Wendekurve ein wenig die Aussicht genießen darf. Auf der anschließenden Schussfahrt, in einem Tunnel durch einen überdimensionalen Tetraeder, gewinnt man recht schnell an Geschwindigkeit, ehe einem die G-Keule im anschließenden seltsam zur Seite geneigten Tal zu erschlagen versucht. Daraus wiederum entsteht ein Lachflash, welcher sich bis zum Fahrtende nicht mehr legen kann. Voller Freude durchschreitet man nun die nächste Wendekurve, an dessen Ende ebenfalls eine Abfahrt mit druckvollen Tal wartet. Zu guter Letzt fügt sich eine grandiose Abwärtshelix an bevor man dann in Richtung der Station geleitet wird.

Der Boogie – Woogie Space Coaster ist zwar kein Meilenstein unter den Achterbahnen, aber fahrtechnisch gesehen einfach nur toll, weswegen wir hier immer wieder gerne eingestiegen sind. Vor allem die Rückwärtsfahrt wertet diese schnieke Anlage ungemein auf. Auf Grund des Zustands wird die Space World wohl auch der letzte Spielort der Anlage bleiben – Schade eigentlich.

Planet AQA

Ebenso bedauerlich verhält es sich bei der Rundbootraftinganlage Planet AQA, dem Erstlingswerk des Herstellers Hafema. In großzügigen 10-Personen-Booten, die in 5 Segmenten zu je zwei Personen unterteilt sind – die jedoch auf Grund der japanischen Mentalität nur auf Eingeständnis der ersten Gruppe mit weiteren Personengruppen beladen werden – windet man sich, nach einer langen Wartezeit, durch einen stromschnellenreichen Kanal. Das Fahrgefühl gleicht dabei dem der Raftingboote des Herstellers Vekoma, so dass eine überaus interessante, wenn gleich auch weniger spritzige, Fahrt geboten wird.

4D-Vision Pop Stella

Sollte man doch etwas nass geworden sein kann man sich in den Trocknungsräumen neben der Anlage unentgeltlich trocken blasen lassen.  Eine etwas andere Lösung wäre ein Besuch im Kinosaal der 4D-Vision Pop Stella, wo ein mit allerhand Effekten bestückter Naturfilm des BBC gezeigt wird. Hierbei erlebt man den Tagesablauf eines Backen-Streifenhörnchens.

Die nächste Attraktion auf unserem Rundlauf befindet sich in dem zentralen Gebäudekomplex, welches wohl ein Überbleibsel des ehemaligen Stahlwerkes ist. Obwohl man stets daran vorbeiläuft kann es durchaus passieren, dass man nie in das Gebäude hineinschaut – wofür wir uns auch erst auf der Suche nach der letzten Achterbahn genötigt gefühlt haben; zum Glück wussten wir jedoch, wie viele Achterbahnen überhaupt in der Space World stehen.

Mission to Mars

Im Gebäudekomplex selbst erwartet einen der Besucher dann die im Winter geöffnete Eislaufbahn, ein Kinderspielland, die Dunkelachterbahn Black Hole Scramble, sowie der Imax-Simulator Mission to Mars. Nach einer längeren Pre-Show, bei der die vorstehende Rettungsaktion besprochen wird, boarded man die Grossraumsimulatoren und wird anschließend erstaunlich magenfreundlich durchgeschüttelt.

Black Hole Scramble

Hauptattraktion in diesem Bereich ist jedoch die bereits genannte Dunkelachterbahn Black Hole Scramble. Nachdem man in einen der zwei jeweils sechs Personen fassenden Wagen platzgenommen hat kann die Fahrt auch sogleich starten. Zunächst passiert man auf dem Weg zum ersten Lifthügel zwei längere Geraden, die jeweils von einer Linkskurve abgelöst werden. Der anschließende Lift wird gemächlich erklommen und entlässt einem in eine weitere Linkskurve. Hierauf folgt eine seicht abfallende Gerade in der der Zug ein wenig an Geschwindigkeit aufnimmt. Nach einer kurzen Auffahrt folgt eine lange Rechtskurve, die sogleich in eine Bayernkurve übergeht und abschließend in einer Blockbremse mündet. Diese verlässt man in einer sehr engen Rechtskurve, welche kurz darauf in eine ebenso enge Linkskurve übergeht. Nach einer kurzen Geraden und einer weiteren Linkskurve folgt dann ein überraschend steiler Drop, woraufhin die darauffolgende (ebenfalls sehr enge) Rechtskurve mit ordentlichen Druck auf dem Körper durchquert wird. Kurz darauf nimmt man im Lifthill Nr.2 erneut einige Höhenmeter auf. Diesen verlässt man dann in einer Rechtskurve, woraufhin der Zug auf der darauffolgenden Geraden schnell an Geschwindigkeit gewinnt. Nach der nun anschließenden Rechtskurve vollführt der Zug einen kurzen Dipp, woraufhin bereits die nächste Rechtskurve bereits auf einem wartet. Hierauf erklimmt man eine vergleichsweise hohe Auffahrt, die einen erst in eine Blockbremse und dann in eine weitere Rechtskurve entlässt. Es folgt der zweite größere Drop der Achterbahn, der einen dann in die finale Linkskurve und kurz darauf in die Bremsstrecke entlässt.

Auch wenn die Dunkelachterbahn scheinbar nur aus engen Kurven und einigen geraden Verbindungsstücken besteht, so ist Blackhole Scramble eine astreine Dunkelachterbahn japanischer Baukunst, welche auf engsten Bauraum einiges an Fahrspaß bietet. So viel sogar, dass ich sie als eine der besten ihrer Art bezeichnen würde.

Twin Mercury

Ebenfalls in diese Kategorie fällt das Wildwasserbahn-Duo Twin Mercury, bei dem man sich entweder auf die Adventure Cruise oder auf die Fun Fun Cruise begeben darf. Während die Adventure Cruise die mutigeren Fahrgäste ansprechen soll, darf man sich in der Fun Fun Cruise mit Wasserpistolen auf einer gemächlicheren Fahrstrecke austoben. Da wir uns jedoch die Beine in der Warteschlange der Abenteuerkreuzfahrt auf Grund der minimalen Anzahl an Personenbeförderungsmitteln in den Bauch standen, verzichteten wir jedoch auf weitere Fahrten.

Nachdem wir dann endlich an der Reihe waren begaben wir uns in das bereit gestellte Boot und die Fahrt konnte beginnen. Nach einigen Metern des Herumdümpelns durch den Kanal erwartete uns bereits das Förderband des ersten Lifthügels, welcher uns in das opulente Bergmassiv entlässt. Nach einer kurzen Linkskurve wird es zunehmend dunkler und Lichteffekte erscheinen. Nachdem diese Erloschen sind hört man nur noch das Wasser immer schneller strömen, ein Drop bahnt sich also an, die Frage ist nur wann. Urplötzlich schießt man also in die Tiefe, doch die Wässerung bleibt aus, stattdessen flitzt man über einen kleinen Hügel und erlebt eine seichte Airtime ehe man dann schlussendlich doch mit dem kühlen Nass in Berührung kommt. Durch Öffnungen in der Fassade können wir nun den Streckenverlauf wiedererkennen und so dümpeln wir doch recht überrascht dem zweiten Lift entgegen. Dieser bringt uns rasch der zweiten Schussfahrt entgegen, welche in Form einer 500° Abwärtsspirale absolviert wird – ein absolut grandioses Spektakel. Überaus gut befeuchtet dümpeln wir nun an der Abfahrt der Fun Fun Cruise vorbei und entschwinden sogleich ein weiteres Mal im Felsmassiv. Nach einer Rechtskurve erreichen wir dann auch gleich den dritten und finalen Lift der Adventure Cruise. Auf dem höchsten Punkt der Anlage angelangt durchqueren wir nun das Innere eines abgestürzten Ufos in einer kurzen Rechtskurve und alsbald die letzte Abfahrt der Anlage. Während wir uns also hinabbegeben werden parallel zwei Wasserkanonen gezündet, auf dass wir das meiste Wasser bereits während des Drops abbekommen, die eigentliche Wasserung fällt hier dann relativ harmlos auf. Kurz darauf ist auch die Station wieder erreicht.

Die Adventure Cruise der Twin Mercury ist zweifelsohne eine der besten Wildwasserbahnen weltweit. Die Abfahrten sind allesamt grandios in Szene gesetzt, wobei einem gerade der Drop im Innenbereich absolut überrascht und somit die zweite Schussfahrt beinahe vom Thron stoßen kann. Diese punktet bekanntermaßen vor allem durch ihre unorthodoxe Form und der daraus resultierenden, und beinahe schon absurden, Länge. In Verbund mit der Kinderwildwasserbahn Fun Fun Cruise bietet Twin Mercury eine einzigartige Kombo, die schon bald leider der Vergangenheit angehören wird.

Titan Max

So sehr wie höchst wahrscheinlich auch die im Jahr 2015 generalüberholte Arrow-Achterbahn Titan Max. Eine Achterbahn auf die ich mich persönlich sehr gefreut habe und bei der ich über jede der zahlreichen negativen Kritiken hinweggelesen habe, denn erstens stammte die Anlage aus dem Jahr 1994, also dem selben Jahr wie die Big One aus dem Blackpool Pleasure Beach und zweitens sind meist alle Achterbahnen des Herstellers überaus in Ordnung, doch oftmals von Achterbahnfans auf Grund ihrer raueren Fahrweise verpönt. Zugegebenermaßen war sie aber nicht der Grund hierher zu fahren, doch schlussendlich ausschlaggebend für den Tourtitel Titanic Max.

Nachdem man die überaus nervtötende Queue samt Daueransage vom Band überstanden hat darf man das Treppenhaus hinauf zur Station erklimmen und dort auch noch einige (viele) Minuten warten. Wie sollte es in der Space World anders sein, wird hier natürlich nicht mit der vollen Kapazität gefahren und so darf man sich alle zehn Minuten über einen frisch abgefertigten Zug freuen. Bei 24 Personen pro Zug immerhin eine Kapazität von sagenhaften 150 Personen pro Stunde, statt der ursprünglich mal möglichen 1500 Personen.

Die Fahrt beginnt mit einem kleinen Dipp hinaus aus der Station, woran sich eine enge Wendekurve in Richtung des Lifts anschließt. Dieser bringt einen dann relativ zügig auf die Ausgangshöhe von 50m, woraufhin auch gleich der erste Drop auf einen wartet. Auf der nun vorhandenen Höhendifferenz von 54m beschleunigt der Zug in kurzer Zeit auf eine Geschwindigkeit von 115 km/h. Das anschließende Tal wird sanft durchglitten, ebenso der anschließende Camelback. Im zweiten Tal sind die Beschleunigungswerte ein wenig ausgeprägter, aber auch hier nicht der Rede wert. Nun folgt ein hochgeständerter kurvenreicher Part mit sanften Gefällen und Steigungen mittendrin, in etwa so wie eine sehr langgezogene und recht unförmige Bayernkurve. Nachdem man nun eine Runde in einem Dreieck verbracht hat verengt sich die letzte Kurve zusehends, woraufhin man sich der Blockbremse zuwendet. Diese reduziert ein wenig die Geschwindigkeit, so dass man den anschließenden Part mit der erforderlichen Geschwindigkeit durchquert. Obwohl es die anschließende langgezogene Rampe kaum anmuten lässt, wir nähern uns nun dem Highlight der Anlage. Die Kurve verengt sich zunehmend bis zu einem Radius, bei dem es schon ein Wunder ist, dass da damals die doch sehr wuchtigen Arrow-Züge überhaupt hindurchgepasst haben. Doch während die lateralen Beschleunigungswerte überhand nehmen stürzt der Zug sogleich abrupt gen Boden. Das anschließende Tal wird wunderbar kräftig durchfahren und weist zudem einen sehr netten Richtungswechsel auf. Hierauf wiederholt sich das Spiel in umgekehrter Reihenfolge, woraufhin das Element in Form einer Acht auch leider beendet ist. Eine seichte Rampe mit inkludierter Linkskurve führt uns nun parallel zu den ersten Camelback der Anlage, woraufhin die Rückführung der Station eingeleitet wird. Hier warten dann drei sanfte Hügelchen auf die Fahrgäste, bei denen man ehrlich gesagt die negativen Kräfte ein wenig vermisst.  Nach einer kurzen knickreichen Auffahrt wird dann die Schlussbremse erreicht und die Fahrt neigt sich einem Ende entgegen.

Im Gegensatz zu anderen Achterbahnfans möchte ich mich nicht über die Fahreigenschaften beschweren, denn die sind absolut in Ordnung. Mich persönlich stört etwas anderes an der Anlage, denn sie ist schlichtweg langweilig. Es gibt nur ein Element während der Fahrt, welches in irgendeiner Form heraus sticht, der Rest gleicht einem klassischen Jet Coaster und seinen wir mal ehrlich, das können die Japaner deutlich besser als Amerikaner aus Utah. Insgesamt ist der Meteor Liner mit Musikauswahl eine nette Achterbahn, doch keine bei der ich mich eine halbe Ewigkeit bei den vorhandenen Bedingungen in der Space World für anstehen würde.

Zaturn

Anders sieht es bei der Abschussachterbahn Zaturn aus, bei der die Wartezeit nie länger als 20 Minuten, trotz Einzugbetrieb und Sicherheitseinweisungsritual, wurde. Hierbei handelt es sich um einen Klon der Achterbahn Stealth aus dem englischen Freizeitpark Thorpe Park, weswegen das Layout schnell erzählt ist. Nachdem sich der Pulsschlag der Lichtshow gelegt hat beschleunigt der Zug auf eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Hierauf schießt der Zug einen 60m hohen Top-Hat empor und verlässt diesen in derselben Richtung aus der er gekommen ist. Im anschließenden Tal erwartet einem dann noch eine Vertikalbeschleunigung von 5G, ehe auf dem darauffolgenden Hügel die Bremsstrecke eingeleitet wird. Nach einer Kurve erreicht man dann die separate Ausstiegsplattform.

Zaturn ist solide und bietet trotz ihrer kurzen Fahrzeit von etwa 30 Sekunden eigentlich alles, was man auf Titan vermisst. Doch im Vergleich mit Stealth fällt die Anlage leider etwas schwach aus, irgendwie fehlte mir dann doch die Atmosphäre oder zumindest der Spillwater unter dem man hindurch fährt an der Anlage; es kann aber auch an der minimal kürzeren Beschleunigungsphase bei der minimal älteren Schwester liegen.

Entlang des geschlossenen Galaxy Theater und dem Maze Alien Panic Revolution, welches wir uns auf Grund des hohen Andrangs ersparten, führt uns der Weg nun zurück zum Space Bazar und somit zum Ende dieses Berichts.

Bilder Space World

Fazit Space World

Die Space World ist ein guter Freizeitpark, der seine besten Zeiten jedoch bereits weit hinter sich gelassen hat. Davon zeugen die vielen leerstehenden Flächen, vor allem in dem Bereich rund um die Big Bang Plaza. Auf der anderen Seite hat man (mit Ausnahme des Boogie – Woogie Space Coaster) topgepflegte Achterbahnen – was jedoch auch kein Wunder ist, wenn man diese temporär im laufenden Betrieb immer mal wieder schließt. So oder so, es war ein toller Tag in einem außergewöhnlichen Freizeitpark, über den man wohl bald auch mit einer ordentlichen Prise Pathos erzählen darf; immerhin trauert man in der Space World nicht, man feiert.

 


Was ist deine Meinung über den Freizeitpark Space World?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle:

 

          


Klicke hier für den nächsten Bericht der Titanic Max Tour

Oh, oh, oh Gardaland!

Gardaland

Nach einem Disneylandbesuch im kalifornischen Anaheim zu Beginn der 70er Jahre entschloss sich der Geschäftsmann Livio Furini seinen eigenen Park zu gründen. Kein Ort schien damals passender als ein Gelände in Sichtweite des Gardasees, immerhin ist dieser der erste See entsprechender Größe, den Touristen, von der Brenner Autobahn kommend, seit den späten 50er Jahren in Beschlag genommen haben und seither auch nicht mehr weggegeben haben; feinstes Mittelmeerfeeling ohne Mittelmeer versteht sich. Unter Zuhilfenahme einiger lokaler Unternehmer eröffnete das Gardaland im Jahr 1975 zum ersten Mal seine Pforten und wuchs seitdem stetig. Im Jahr 2006 kaufte dann die britische Merlin Entertainments Group den Park für 550 Millionen Euro. Zwei Hotels in einigen Kilometern Entfernung runden das Angebot ab.

Am Parkplatz angekommen versprach die Fülle dessen einen angenehmen Besuchstag, was sich jedoch an den Kassen und am Einlass nicht unbedingt widerspiegelte. Wirklich dumme deutsche Parkgäste im Teenageralter, die wohl nie zuvor in einem internationalen Vergnügungspark unterwegs waren, verzögerten den Ticketkauf zudem ungemein, in dem sie explizit zwei Eintrittskarten verlangten. Dabei geht es ganz einfach, wenn man die Tickets auf Englisch bestellt, dabei zwei Iglo Tickets wegen den typischen Merlin 2:1 Rabatt hinlegt, das Geld bezahlt und dann auf feinstem Deutsch einen wunderschönen Besuchstag gewünscht bekommt. Gewusst wie ging es auch sogleich in den Park, wo ich dann erst einmal auf Dominik warten durfte, da er die Lücke hinter einer italienischen Familie nicht so schnell aufgeschlossen hatte und der Einlass hier im Allgemeinen etwas zeitaufwändiger ist. Generell ist der Zugangsbereich im Gardaland ein wenig unvorteilhaft gebaut.

Fantasy Kingdom

Gleich zu Beginn hat man die Qual der Wahl durch zwei Kinderbereiche zu laufen. Dabei kann man sich zwischen dem Mittelalterbereich des Gardaland, wo ein Pferdekarussell und mehrere Spielplatzgeräte stehen, und dem Fantasy Kingdom entscheiden, in dem Prezzemolo und seine Freunde, die Parkmaskottchen, zu finden sind. Diese sind in Italien schlichtweg Kult und haben im Jahr 2002 sogar ihre eigene TV-Serie, im Übrigen eines der frühen Projekte des Studios Rainbow (Winx Club, Huntik und einige mehr, deren Lizenz nun im Rainbow Magicland bei Rom genutzt werden), mit insgesamt 26 Folgen spendiert bekommen. Prezzemolo, der auf Deutsch übersetzt Petersilie heißt, ist dabei ein schüchterner Drache, der unter Einnahme von Pizza, belegt mit Erdbeeren, zu He-Man wird und seinen Freunden beisteht. Die Serie ist tatsächlich nicht schlecht, obwohl ich kein Wort italienisch verstehe, und prägt den Stil des Themenbereichs ungemein.

Kernstück dessen ist ein künstlicher Baum, welcher, ähnlich der Cabane des Robinson des Disneyland Parks in Paris, begehbar ist. Im Inneren befinden sich einige Räumlichkeiten, die von Prezzemolo und seinen Freunden bewohnt werden und insgesamt sehr nett gestaltet sind. Stets aufwärts führend  erklimmt man eine Treppe bis man auf dem Balkon in der künstlichen Baumkrone angekommen ist. Hier oben besteht die Möglichkeit sich mit Prezzemolo fotografieren zu lassen oder einfach die Aussicht auf das Gardaland zu genießen. Eine Treppe um den Baum herum führt einen wieder hinab. Recht interessant wiederum wird es im Keller des Baumes,  wo sich das Magic House befindet.

Magic House

Nachdem man die Eingangshalle zu Prezzemolos trauten Heim betreten hat erscheint ein Magier und spricht zu den Besuchern. Dabei verlängert sich der Raum, in dem man sich gerade befindet. Recht aufgeregt begrüßt einem Prezzemolo in seinem Wohnzimmer und erklärt, dass sich aufgrund der seltsamen Stimme, die man von Zeit zu Zeit hört, kaum noch Besucher hierher verirren. Plötzlich passieren seltsame Sachen und der Magier spricht erneut zu den Gästen des Hauses. Nun erklärt der rastlose Geist, dass sich hier einst sein Laboratorium befand und er sich ein wenig daran gewöhnt hat mit Prezzemolo im selben Haus zu leben, es nun aber für sich deklariert. Daraufhin lädt er die Besucher auf eine kleine Illustration seiner Kräfte ein, in der er das Haus mal eben etwas auf dem Kopf stellt. Auf dem Weg hinaus erzählt Prezzemolo seinen Besuchern von einem seltsamen Traum, in dem sein Haus und ein Zauberer eine wichtige Rolle spielten.

Es ist schon irgendwie cool vor einem riesigen Gebäude zu stehen und erst einmal mit einem Aufzug einige Meter hinunter in den Keller zu fahren um ein komplett unterirdisch errichtetes Mad House zu besuchen. Leider beraubt der Comiclook der Trommel ein wenig die Illusion, hier hätte man durch zusätzliche Effekte sicherlich noch mehr erreichen können. Die Musik ist stimmig und die Italiener hören der Geschichte aufmerksam zu, wodurch man, zumindest in der Theorie, der Geschichte ohne Probleme folgen kann.

Das restliche Fantasy Kingdom wirkt wie der Prototyp aller moderneren Kinderländer, als weitere Fahrgeschäfte gibt es, ähnlich dem jüngeren Sesamo Aventura aus dem spanischen Port Aventura bei Salou, z.B. eine recht ordentlich gestaltete Traktorfahrt, eine kleine Monorail und weitere kleinere Karusselle in einer aufwändigen Gestaltung.

Raptor

Ein wenig oberhalb dieses Bereichs liegt der Eingang zu Raptor, dem Prototypen der Wing Coaster aus dem Hause Bolliger & Mabillard. Diese Anlage präsentiert sich ähnlich der berühmt berüchtigten Achterbahn Nemesis des englischen Freizeitparks Alton Towers als Alien, welches zufällig während im Park stattfindenden Bauarbeiten aufgefunden wurde. Während Nemesis zu einer stahlähnlichen Struktur gebändigt wurde und seither den Gästen der Towers als Fahrgeschäft dient, versuchte die Genetix Initiative, eine paramilitärische Organisation, in den eigens errichteten X-Labs im Gardaland das gefundene Wesen zu bändigen. Doch alle Versuche scheitern und Raptor gelingt der Ausbruch.

In einer kurzen Linkskurve verlässt der Wagenverbund die Station und erklimmt sogleich den Lifthügel. Während neuere Exemplare nun ihre Fahrgäste einmal recht langsam um 180° drehen stürzt sich der Raptor gleich in die Tiefe, was gerade in den hinteren Reihen zu unerwarteter Airtime führt. Kraftvoll durchfährt der Zug das erste Tal und absolviert im Anschluss eine Steilkurve nach links. Ohne wirkliche Rast stürzt sich das Flugalien erneut gen Boden und scheut dabei keineswegs mit seinen Kräften. In einer Zero-G Roll wird man nun das erste Mal kopfüber gestellt, die man dann in einer Linkskurve verlässt. Nun überquert man auf einem Hügel das Eingangsportal der Anlage, worauf sich der Zug in eine bodennahe Kurve schmeißt, welche als Einleitung in einen etwas langgezogenen Korkenzieher dient. Eine bodennahe Rechtskurve, vorbei an dem Lifthügel der Anlage, fügt sich an, wird aber sogleich von einer weiteren Linkskurve abgelöst. Diese mündet in einen sehr langgezogenen In-Line-Twist, einer geradlinigen Rolle,  welche mit einigen Near Miss Elementen bestückt wurde. Kurz darauf landet das, uns nun etwas bekanntere, Flugobjekt in der Bremsstrecke, wo man dann einige Zeit in den nun eng anliegenden Rückhaltewesten verbringen darf.  Eine weitere Linkskurve bringt uns nun wieder hinab auf die Ebene des Hangars.

Obwohl Raptor mit einer Höhe von 33m und einer Länge von just 770m der kleinste Vertreter seiner Art ist, so ist die Anlage doch eine der besseren, da hier langgezogene Inversionen mit knackigen Kurven und kraftvoll durchfahrenen Tälern einhergehen. Zwar sind auch hier die Near Miss Elemente, also Gestaltungselemente an denen der Zug nur knapp vorbeizufahren scheint, vernachlässigbar, dafür überrascht die Anlage im Gardaland umso mehr durch ihren eher unkonventionellen First Drop (es ist schon seltsam, dass man durch die ganze Hipster-Bewegung mit ihrem nichtkonventionellen Mainstream etwas absolut klassisches nun als unkonventionell bezeichnen kann, da es schlichtweg keiner mehr macht). Im Vergleich zu den anderen europäischen Anlagen hat Raptor durch die dynamischere Fahrweise eindeutig die Nase vorn, zumal The Swarm aus dem englischen Thorpe Park durch die erneute Umdrehung der beiden hinteren Wagen sämtliche fahrtechnische Raffinesse wieder verloren hat, obgleich die Anlage als einzige der drei europäischen Vertreter ihrer Art einen wirklich guten und wirkungsvollen Close Call aufweisen kann.

Spectacular 4D-Adventure Cinema

Einige Meter weiter trifft man auf das Spectacular 4D-Adventure Cinema, welches einen Simulator mit recht langen Reihen des Herstellers Intamin beinhaltet. Die Anlage wurde im Jahr 1990 unter dem Namen Cinema Dinamico als erste ihrer Art in Europa eröffnet und zeigte teilweise bis zu 6 unterschiedliche Filme am Tag, darunter auch ein Film der die Holzachterbahn Colossus aus dem Freizeitpark Six Flags Magic Mountain zeigte. Im Jahr 2001 wurde das Theater umgebaut, woraufhin 3D-Filme gezeigt wurden, die durch die zusätzlichen Bewegungen in die vierte Dimension gehoben werden. Wie immer bei solchen Attraktionen variiert die Qualität der Filme ungemein, meist laufen die Bewegungen des Fahrgastträgers ruckartig und darüber hinaus asynchron zum Bild, wodurch sie ein Garant für Schleudertraumata jeglicher Art und Motion Sickness sind.

I Corsari

Etwas ruhiger, aber keineswegs weniger spektakulär, geht es bei der Themenfahrt I Corsari zu. Als Trotzreaktion zur nahenden Eröffnung des Euro Disney Resorts in Paris, im Jahr 1992, entstand im Gardaland die zur damaligen Zeit teuerste Attraktion weltweit. Und so wundert es kaum, dass der eh schon stark begrenzte Platz des Gardaland durch eine weitere unterirdisch gelegte Halle optimal ausgenutzt wurde. Der Zugang zur Themenfahrt erfolgt am Deck einer riesigen Galeone, in deren Rumpf die Warteschlange inkl. Station wartet.

Als Matrosen einer riesigen Galeone angeheuert versuchen wir sogleich dem grausamen Käpt’n Jason Montague in zwei Nussschalen zu entkommen. Unser Weg führt uns direkt in den Dschungel, wo uns gefährliche Tiere und tote Piraten die grausame Realität unseres Unternehmens verinnerlichen. Ein Papagei versucht uns von unserem Treiben abzuhalten; wir wissen aber, dass die Rückkehr zum Käpt’n nicht weniger harmlos sein wird. In einer Höhle treffen wir auf ein verrottetes Schiff, dessen rastlose Crew noch immer unter uns weilt. Wir entkommen knapp und landen in einer vermeintlich sicheren Umgebung. Die Piraten hier scheinen nett und freundlich, aber vor allem trinkfreudig zu sein. Man rät uns nach links weiter zu fahren und so gelangen wir, durch eine Kanalisation hindurch, in einen Sumpf. Wäre diese Umgebung nicht schon tödlich genug werden wir im nächsten Moment von einer Seeschlange mit menschlicher Gestalt angegriffen. Doch auch hier schaffen wir es zu entkommen und werden sogleich mit einem sagenumwobenen Schatz belohnt. Frisch gehängte Piraten verheißen nichts Gutes und so wundert es uns kaum, als von einer riesigen Galeone der Befehl des Angriffs ertönt. Es ist unser alter Teamleiter Kapitän Montague, der nicht nur das neben uns liegende Fort zerstört, sondern uns noch in die Tiefe des Meeres geleitet.

I Consari kann man schnell und einfach als beste Piratenthemenfahrt Europas bezeichnen ohne dabei den Disneyland Klassiker Pirates of the Caribbean zu sehr abzuwerten. Die Fahrt selbst ist extrem stimmig und die verwendeten Animatroniks können sich, wie auch das gesamte Szenenbild, sehen lassen.

Sequoia Adventure

Neben der Wildwasserbahn Colorado Boat, welche im Jahr 1984 erbaut wurde und eine eher klassische Anlage mit zwei Schussfahrten ist, befindet sich der Eingang zu Sequoia Adventure, einer wahrlich speziellen Achterbahn des Herstellers S&S. Dabei verspricht das Layout des Screaming Squirrels eine überaus aufregende Fahrt mit gleich drei, etwas längeren, Überkopfpassagen.

Nachdem die typisch luftigen Bügel des Herstellers gesetzt und verriegelt wurden setzt sich der Wagen in Bewegung und rollt sogleich auf die Kurve zu, die den Wagen über zwei erhöhte Schienen unter den Armen greift und auf die eigentliche Fahrstrecke gleiten lässt. Hier koppelt der Wagen wieder auf sein eigentlichen Schienenprofil ein und wird sogleich im Lift nach oben befördert. Oben angekommen absolviert man eine kurze Gerade bevor man just abgebremst und ganz langsam über die Kuppe befördert wird. Im sogenannten Saxophone Element, welches tatsächlich ein wenig so aussieht wie das Musikinstrument, fährt man die Gerade kopfüber zurück, ehe man in einer Wende recht langsam wieder richtig herum gedreht wird. Das ganze Spiel wiederholt sich nun zwei weitere Male, wobei es nach dem zweiten Saxophone ein wenig hinauf geht um auf die richtige Ausgangshöhe für das dritte Saxophone zu kommen. Gegen Ende führt eine weitere Kurve den Wagen wieder zurück zur Station.

Sequoia Adventure ist eine herrlich bekloppte Achterbahn, die ihre längeren Überkopfpassagen quasi selbst zelebriert. Diese fahren sich auch allesamt recht angenehm, jedoch sind die Wenden leider nicht ruckfrei, was gerade nach dem zweiten Saxophone mit seinem Freischnitt negativ auffällt. Die Fahrt selbst jedoch macht Spaß und ist durch ihr herrlich anderes Layout ein Blickfang sondergleichen.

Magic Mountain

Im Jahr 1981 präsentierte der niederländische Freizeitpark Efteling mit Python die größte und aufregendste Achterbahn in Europa. Zwei Jahre später stellte der Heide Park Soltau mit Big Loop eine ähnlich erregende, aber höhere Anlage vor und zog in Folge dessen alle Blicke auf sich. Auch das Gardaland erkannte diesen Trend und bot im Jahr 1985 mit Magic Mountain die damals berauschendste Achterbahn in Italien; ebenfalls nach dem Vorbild der Carolina Cyclone des amerikanischen Vergnügungsparks Carowinds.

Wie auch bei Python verlässt der Zug im Gardaland die Station in einem kleinen Gefälle woraufhin sich eine Linkskurve anschließt. Kurz darauf klinkt der Zug in die Liftkette ein, welche diesen in eine Ausgangshöhe von 29m bringt. Es folgt ein kleines Gefälle und eine erneute 180° Linkskurve ehe der Zug die Hauptschussfahrt hinunterrast. Nun durchfährt der bunte, mit Werbeträgern für Coca Cola, gestaltete Zug ein überaus kraftvolles Tal und passiert sogleich den ersten Looping und gleich darauf den zweiten Looping der Anlage. Auf einer Geraden gewinnt der Zug ein wenig an Höhe um sich kurz darauf in eine Kurve zu werfen. Diese führt den Zug auf die Ausgangshöhe der Korkenzieher, in welche man mit einer bemerkenswerten Schräglage einfährt. Während sich der Wagenverbund durch diese hindurch schraubt steht die Welt zwei weitere Male Kopf über. Nach einem kleinen Hügel absolviert man nun eine Aufwärtshelix um eine Fontäne herum, in deren Anschluss sogleich die Bremsstrecke wartet.

Magic Mountain ist eine klasse Achterbahn älterer Bauart, welche sich durch ihr wahrlich intensives Kräftespiel jedoch nicht vor neueren Anlagen verstecken muss und das obwohl man beide Züge nur halb besetzt hatte. (Den einen Zug mit drei Wagen, den anderen mit vier). Die Fahrt selbst ist schneller als ihr niederländisches Pendant und hat dadurch von Anfang ordentlich viel Druck, welcher auf die Fahrgäste, wie auch die Strecke, übertragen wird. Die neuen Züge von Vekoma werten die Fahrt im Allgemeinen auf, das seltsame Coca Cola Branding und die noch seltsamere Abfertigung am Besuchstag hingegen ab.

Kung Fu Panda Academy

Hinter der großen Loopingachterbahn entsteht derzeit der Themenbereich Kung Fu Panda Academy im Gardaland, welcher neben dem Fabbri Spinning Coaster Kung Fu Panda Master, das umgestaltete Kaffeetassenkarussell Mr. Ping‘s Noodle Suprise und die Kung Fu Panda Chi School vorweisen wird.

Ortobruco Tour

In der hintersten Ecke, noch hinter dem Zugang zur Monorail, der Koggenfahrt und dem Kleinkinderkarussell befindet sich der Zugang zur Ortobruco Tour, dem wohl größten Big Apple der Welt. 1990 eröffnete die Anlage mit einem deutlich kürzeren Layout, jedoch wurde dieses bereits 1993 auf die heutige Länge erweitert; wohl auch aus Kapazitätsgründen. Technisch gesehen kann sich die Pinfari Achterbahn durch die Anzahl an Reibradliften, wie auch durch die vollkommen automatisierten Züge, durchaus sehen lassen.

Nach einer Rechtskurve durchfährt der Zug eine längere Gerade, woraufhin sich nach einer weiteren Rechtskurve der erste Lifthügel anschließt. Oben angekommen passiert der Wagenverbund eine Linkswende und nimmt dabei langsam an Fahrt auf. Über Stock und Stein bzw. den typischen Wellen eines jeden Big Apples wird nun der Weg bis zur nächsten Kurve überwunden. Nach erfolgter Wende folgt nun der zweite Lift, woraufhin sich eine abwärtsführende Rechtshelix anfügt. Hierauf folgt der dritte Lift oberhalb der Warteschlange, der in eine Rechtskurve übergeht. In ihrer Ursprungsversion hat diese den Zug in die Station leiten lassen, in der derzeitigen Variante jedoch führt sie den Zug jedoch in den vierten Lift. Nun umrundet man das Gebäude des Kleinkinderkarussells um etwa 90°, absolviert einen geraden Drop und eine gerade Steigung nach einem leicht geknickten Tal. Sogleich geht es in einer weiteren Rechtshelix erneut bergab. Diese verlässt man in einer leichten Steigung, die auch hier in einem Lift übergeht. In einer linksführenden Helix vollführt der Zug die anschließende Abfahrt. Auch hier wird in der nachfolgenden Auffahrt die Geschwindigkeit des Zuges mit zusätzlichen Reibrädern am Leben erhalten. Nun durchfährt der Zug eine Rechtskurve, die dann nach einem leichten Knick in eine Linkskurve übergeleitet wird; kurz darauf folgt die Station.

Die Ortobruco Tour ist eine nette Kinderachterbahn, die stets das Gefühl vermittelt gerade in einem größeren Zierer Tivoli zu sitzen als in einem Big Apple, da hier sowohl die Geschwindigkeit und die Streckenlänge dieses suggerieren. Die Fahrt ist zumindest gut und die Deko, die interessanter Weise aus dem ehemaligen Gardaland Waterpark bei Mailand stammt, kann sich sehen lassen.

Ramses Il Risveglio

Mit dem Valle dei Rei eröffnete 1987 die erste größere Themenfahrt im Gardaland, welche auf Grund der scheinbar endlosen Popularität der interaktiven Dark Rides im Jahr 2009, zu Ramses Il Risveglio umgestaltet wurde. Somit erlitt die Anlage das gleiche Schicksal wie Duel aus dem Freizeitpark Alton Towers und Tomb Blaster aus dem ebenfalls englischen Park Chessington World of Adventures.

Die Story handelt nun von seltsamen Phänomenen, die während Restaurierungsarbeiten auftraten und ein Übel, welches die Welt unterwerfen will. Eine ähnliche Storyline hatten wir bereits bei Raptor, doch im Unterschied dazu gibt es hier Robotermumien und feinste Metallklänge. Wäre das typische Geräusch der Pistolen nicht vorhanden, wie z.B. bei der diesjährigen Neugestaltung von Tomb Blaster, so würde mir die Anlage wirklich Spaß machen. Insgesamt gesehen ist die Anlage natürlich sehr sehenswert und das Fahrtsystem von Pinfari erlebenswert. Die allgemeine Gestaltung ist überragend und die futuristischen Metallmumien sind schon eine verdammt coole Idee.

Unterhalb des Gardaland Theatre befindet sich das 4D Kino des Gardaland in dem derzeit ein Ice Age Film gezeigt wird. Normalerweise ist dies Grund genug dem Kinosaal fernzubleiben, immerhin war der erste Ice Age 4D Film eine miserabel geschnittene Version des ansonsten brillanten dritten Kinoabenteuers um Manny, Sid, Diego und Co, doch nun haben die Blue Sky Studios ein eigens auf Scrat zugeschnittenen 4D Film herausgebracht und dieser ist echt gut. Dabei findet Scrat eine Zeitmaschine und durchwandert einige Epochen, natürlich stets auf der Suche nach seiner Haselnuss. Die Effekte waren dabei gut eingesetzt, die wenigen italienischen Textstellen wurden jedoch nicht untertitelt und sind für das Gesamtverständnis des Films nicht erforderlich.

Space Vertigo

Der Weltraum, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 1998, dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Space Vertigo, das mit seiner 16 Mann starken Besatzung gute 30s unterwegs ist um physikalische Grundgleichungen zu erforschen. In nicht ganz so vielen Höhenmeter, wie bei vergleichbaren Türmen, dringt Space Vertigo in (Intensivitäts-)Galaxien vor, die noch nie jemand auf einem Freefalltower erlebt hat. Aha hahahaha ha (3x).

Irgendwie passt diese Verwurschtelung des Raumschiff Enterprise Texts ganz gut zum Gardaland und Space Vertigo, immerhin hat die Weltraumthematik ihren Ursprung im Eröffnungsjahr des Gardaland und somit auf der europäischen Popularitätswelle, der Ende der 60er Jahre bereits eingestellten, Serie. Der Anstehbereich besteht größtenteils aus achteckigen Gängen, in denen Monitore mit veralteten Bildmaterial eingelassen sind. Die Station ist nicht weniger puristisch, weißt aber neben unförmigen Lampen kaum Dekorationselemente auf; aber das ist auch nicht das, worauf es hier eigentlich ankommt. Der Turm zeigt nämlich, ähnlich dem Drop Ride des Funlands auf Hayling Island, dass Höhe ein extrem vernachlässigbarer Parameter für einen Freifallturm ist. Dieser Turm rockt gewaltig, jedoch zog sich die Wartezeit hier ein wenig in die Länge.

Oblivion – The Black Hole

Genauso hoch wie der Turm nebenan erstreckt sich Oblivion – The Black Hole in die Höhe, ein Dive Coaster des Firma Bolliger & Mabillard, frei nach dem Vorbild Oblivion aus dem Schwesterpark Alton Towers. Während Oblivion seine Story rund um die Anlage an sich und das zu durchfahrenen Loch strikt, so konzentriert sich die Geschichte bei Oblivion – The Black Hole um das bereits im Namen erhaltene schwarze Loch, welches es zu untersuchen gilt.

Nachdem man die schicke, teilweise auch interaktive, Queue durchschritten und den Wagenverbund bestiegen hat kann die Fahrt nach einem kurzen Countdown auch schon beginnen. Nach einer kleinen Kurve erklimmt man sogleich den Lifthügel, welcher einen auf die Ausgangshöhe von 42,5 m bringt. Oben angekommen nähert man sich nun der Position des schwarzen Lochs durch eine Linkskurve an. Die Schiene knickt nach unten hin ab, der Zug folgt prinzipiell dieser Bewegung, wird aber noch durch eine Haltebremse vom vertikalen Fall abgehalten. Einige Sekunden vergehen und schon nähert sich der Zug dem schwarzen Loch im rasanten Tempo, wobei die bereits angezogenen Umgebungsobjekte ihrem Near Miss Charakter eher entsprechen, als bei dem Wing Coaster im selben Park. Druckvoll geht es nun durch den anschließenden Tunnel, welcher durch Nebel und integrierte Lichteffekte auffällt. In einem Immelmann wechselt man gekonnt die Richtung und nähert sich dann dem Bodenniveau. Durch ein kleines Gebäude hindurch passiert man ein weiteres Tal, bevor es dem Camelback empor geht, welcher einem gekonnt aus dem Sitz befördert. Es folgt eine 270° Abwärtshelix, welche einem in eine Heartline Roll mit gleichen Drehsinn entlässt. Ein kurzer Anstieg später erreicht man die Bremsstrecke und kurz darauf die Station.

Oblivion – The Black Hole ist eine gute Achterbahn mit einem hervorragenden Layout, aber einem kleinen Identitätsproblem. In der Theorie behandelt die Anlage fast dieselbe Story wie Oblivion, nur das die ganze Aufmachung in Alton Towers schlichtweg besser ist. Es wirkt wie das halbherzige Remake eines unumstritten brillanten Films; hardwareseitig kann die Anlage für dieses Empfinden aber absolut gar nichts dafür. Dies und die allgemeine Aufmachung der Anlage sorgen letztendlich dafür, dass der Baron 1898 aus dem niederländischen Freizeitpark Efteling der bessere der beiden 2015 eröffneten Dive Coastern ist.

Mammut

Vorbei an der Flying Island mit demselben Namen und einer insgesamt gelungenen und zum Themenbereich passenden Gestaltung, führt der Weg in Richtung der Achterbahn Mammut, welcher das Grundlayout der Vekoma Mine Trains nutzt und durch insgesamt 245m Streckenlänge ergänzt. Die Gestaltung der Anlage soll eine Expedition zum Nordpol darstellen und kann durch seine allgemeine Thematisierung und dem Vorkommen eines riesigen Mammuts überzeugen, bei der Fahrt sieht es jedoch ein wenig anders aus.

Diese beginnt sogleich mit einer Rechtskurve, an der sich der erste Lifthügel anschließt und einen leider sehr geradlinig nach oben befördert. Dort angekommen verlässt man diesen in einer Linkshelix, in der man etwas an Geschwindigkeit aufnimmt. An ihr fügen sich wie in einem Slalom aneinander folgend drei 180° Kurven mit implizierten Tälern und Hügeln an, wobei die erste dieser Kurven nach rechts verläuft. Nach einem Drop unterhalb der Lifte, sowie einer anschließenden aufwärtsführenden Linkskurve gelangt man in die erste Bremse. Hierauf folgen eine Linkswende und der Lifthügel Nr.2, welcher auch wieder unorthodox geradlinig verläuft. Also bis jetzt ist die Mutter aller Vekoma Minenzugachterbahnen Calamity Mine aus dem belgischen Freizeitpark Walibi Belgium durch seine schrägen Lifte bereits um Einiges unterhaltsamer, aber auch hier folgen noch einige Streckenmeter um eine komplett andere Meinung zu generieren. Etwas höher als nach dem ersten Lifthügel erblickt man wieder das Tageslicht um kurz darauf eine lange Rechtshelix hinab zu fahren und sich somit dem Boden ein wenig zu nähern. Eine weite Linkskurve bringt einen wieder etwas dem Berg hinauf, doch auch hieran schließt sich eine Abwärtshelix nach rechts an. Normalerweise folgt nun eine Linkskurve hinein in die Bremsstrecke und gleich in die Station, doch im Gardaland führt einen der Zug nun in eine Linkskurve und sogleich den dritten Lifthügel hinauf, denn das namensgebende Mammut haben wir bisweilen noch nicht entdeckt. Die höchste Stelle der Anlage verlassen wir, wie soll es auch anders sein, in einer weiteren Helix, dieses Mal führt sich uns gleich hinab gen Boden. Vorbei am Mammut vollführen wir einen kleinen Umschwung in luftiger Höhe und sogleich eine Rechtskurve. Nach einem größeren Gefälle unterqueren wir die beiden ersten Lifte und vollführen eine letzte 180° Wende, woraufhin auch gleich die finale Bremsstrecke wartet.

Mammut könnte ein richtig guter Mine Train sein, wären dort nicht die eher miserablen Fahreigenschaften. Im Vergleich zu fast allen anderen Mine Trains desselben Herstellers vibriert die Anlage unangenehm vor sich hin, wodurch man nach den ersten zwei Teilen der Fahrt nicht unbedingt von Fahrspaß reden kann. Nur der dritte Part der Anlage holt etwas Ungeahntes aus dem eher öden Standardlayout heraus, was aber die Fahreigenschaften leider nicht verbessert.

Jungle Rapids und Fuga da Atlantide

Hinter dem sehr ordentlich gestalteten und mit einem guten Nässegrad bestückten Rafting Jungle Rapids liegt der Intamin Super Splash Fuga da Atlantide. Mit einem eher klassischen Spillwater Layout bestückt befeuchtet die Anlage die Fahrgäste mit Bravour, wenngleich auch deutlich weniger als es ein Shoot the Chute normalerweise macht; dies kann aber auch der (zumindest für sonnenverwöhnte Italiener) doch eher winterlichen Temperatur von etwa 18°C geschuldet sein. Interessanter Weise verlaufen die Abfahrten hier auf Achterbahnschienen und die Lifte wurden durch Kabellifte gelöst. Ansonsten bleibt einem zwangsläufig die wunderbare Gestaltung der Anlage vor Augen, die Fahrt selbst könnte jedoch besser sein.

Blue Tornado

Von weiten als einzige Attraktion sichtbar, was vor allem an seiner erhöhten Lage im Gardaland liegt, erstreckt sich der Suspended Looping Coaster Blue Tornado in die Höhe. Durch ihre offene Gestaltung ist die Spielzeugjetachterbahn ein Blickfang sondergleichen, was vor allem der außerordentlichen Fotogenität des Schienenprofils zu verschulden ist. Auch ist durch den möglichen Dreizugbetrieb stets Bewegung in der Anlage, was theoretisch für viele Fotos sorgt, wenn man sich denn nicht von tanzenden Robotern ablenken lässt.

Die Fahrt beginnt wie in einem jeden Standard-SLC mit dem Gewinn an potentieller Energie durch einen Kettenlift auf einer nach oben führenden Geraden. Dort angekommen überquert oder besser gesagt unterquert man eine Kuppe, die einen sogleich in eine Steilkurve entlässt. Mit ordentlicher Geschwindigkeit durchquert man nun das anschließende Tal, ehe man in einem Roll Over gleich zweimal kopfüber gestellt wird. Wieder auf Bodenniveau schießt der Wagenverbund einen geneigten Hügel empor. Parallel zur Station erreicht man nun den tiefsten Punkt der Anlage, der auch hier nebelgeflutet ist. In einem Sidewinder wechselt man nun die Richtung, woraufhin sich eine Helix anfügt. Diese verlässt man mit zwei aneinander folgenden In-Line Twists. Eine Rechtskurve in Bayernkurvenmanier lässt einem das erste Gefälle überqueren, doch anstelle sich, in einer torkelnden Art und Weise, dem Ende zu nähern schießt der Zug ein letztes Mal hinab und durchfährt eine bodennahe Helix, die im (Achterbahn-)Volksmund gerne als Bonushelix bezeichnet wird. Es folgt die Bremsstrecke und die Rückführung in die Station und somit das Ende dieser durchaus soliden Achterbahn.

Bilder Gardaland

Fazit Gardaland

Das Gardaland ist ein netter und vor allem guter Freizeitpark, den man relativ leicht als das italienische Alton Towers bezeichnen kann. Die Themenbereiche sind querbeet durchmischt und weisen nur in den seltensten Fällen eine klare Linie auf, dafür kann der Park aber durch seine außerordentlich guten Fahrgeschäfte, allem voran die Themenfahrt I Consari, punkten. Generell ist man hier sichtbar bemüht den Gästen einen angenehmen Tag zu bereiten, was sich zudem auch an den Gästen des Parks widerspiegelt. Trotz beliebter Urlaubsregion benehmen sich die Parkgäste vorbildlich, es wird überhaupt nicht gedrängelt, eher wird man von Gruppen sogar vorgelassen und man kann ohne Probleme sein Gepäck an die entsprechenden Aufbewahrungseinrichtungen hängen, meist fernab von der eigentlichen Attraktion, ohne das etwas geklaut wird. Zudem beschallt der Park einem den ganzen Tag mit eigens komponierten Songs, so dass man am Ende im Disko-Tunnel zum Parkplatz hin zwangsläufig zu Oh, Oh, Oh Gardaland raven muss.


Was ist deine Meinung über den italienischen Freizeitpark Gardaland? Schreib es einfach hier unter dem Bericht ins Kommentarfeld oder besuche unsere Social Media Channels:

          


Klicke hier für den nächsten Bericht der Il Viaggio dei due Runner Tour