Star Trek – Operation Enterprise

Der Movie Park Germany war schon immer einer meiner Lieblingsparks in Deutschland, dennoch war ich die letzten drei Jahre nicht mehr im Park. In dieser Zeit hat sich jedoch einiges getan: Der Intamin Rapids Ride Mystery River wurde zu Excalibur – Secret of the Dark Forest, die neue Achterbahn Star Trek – Operation Enterprise wurde eröffnet und die Themenfahrt Alien Encounter wurde zu Area 51 – Top Secret umgestaltet.

Letztere Neuheit war auch der Grund, warum ich meinen Besuch immer weiter nach hinten verzögert habe, denn ein Besuch im Movie Park Germany ohne eine Fahrt durch den Vulkan ist einfach nicht das gleiche. Statt durch eine Insel im Bermuda Dreieck geht es nun durch eine geflutete Mine mitten in der Wüste von Nevada. Wo es vorher einen klar definierten Spannungsbogen gab, gibt es nun nur noch eine belanglose und an den Haaren herbeigezogene Geschichte, welche auf den Szenen der Originalgeschichte basiert. Natürlich bringt man Außerirdische eher mit der Area 51 in Verbindung, als mit dem Bermuda Dreieck, doch eine Wasserfahrt in der Wüste ergibt halt einfach keinen Sinn – auch wenn es sich um die Groom Lake Air Force Base handelt (der Groom Lake ist ein trockener Salzsee).

Area 51 – Top Secret • Intamin Spillwater • Movie Park Germany

Wenn man jedoch über die Geschichte hinwegsehen kann, erlebt man mit Area 51 – Top Secret die HD-Version einer in die Jahre gekommenen Themenfahrt und allein das ist schlichtweg wunderbar. Die Fahrt zeigt sich endlich wieder von ihrer besten Seite und weiß mit ihren zahlreichen Effekten zu überzeugen. Zwar hat sich am Verlauf und der Inszenierung im Inneren der Anlage kaum bis gar nichts geändert, doch die liebevolle audiovisuelle Frischekur zeigt ihre Wirkung. In dieser Hinsicht, danke Movie Park Germany für den Erhalt dieser Anlage!

Während das Alien Encounter zuvor immerhin noch die Geschichte der ursprünglichen Version aus dem australischen Freizeitpark Sea World Gold Coast erahnen ließ, sah es beim Mystery River nach dem Wegfall der Lizenz ganz anders aus. Die Bahn war nur noch ein Schatten ihrer selbst und konnte bis auf ihre Ride Hardware nur noch Bauschaum vorweisen. IMAscore und IMAmotion haben dann der alten Fahrt ein neues Leben eingehaucht und so wurde Mystery River zu Excalibur – Secret of the Dark Forest. Auch hier ist das Thema ein wenig generisch gehalten, doch die Fahrt selbst wurde definitiv aufgewertet. Die Queue ist nun wirklich gelungen und stimmt einen auf die Fahrt ein. Diese ist zudem mit neuen Figuren erheblich aufgewertet worden, auch wenn der Fokus hier eher auf der rasanten Fahrt durch den Strömungskanal liegt und weniger auf die Erzählung einer Geschichte.

Excalibur – Secret of the Dark Forest • Intamin Rapids Ride • Movie Park Germany

Anders sieht es dann bei Star Trek – Operation Enterprise aus, wo das Gesamterlebnis den ursprünglichen Gedanken des Filmparks aufgreift und somit eine recht runde Geschichte erzählt wird. Hierfür wurde der ehemalige Marienhof zur Federation Plaza umgestaltet und das einst vorhandene – von den Besuchern aber kaum beachtete – Filmmuseum geräumt, um zukünftig die Warteschlange samt Replik der Brücke des Raumschiffs Enterprise darin unterzubringen. Die extern gelegene Station erreicht man dann über einen schmalen Korridor.

Nachdem man dann in dem Zug Platz genommen hat kann die Fahrt auch gleich beginnen. Über ein Transfergleis wird man jedoch erst einmal auf die eigentliche Fahrstrecke geschoben. Da dieses jedoch keine LSM Module aufweisen kann wird man erst recht sanft nach vorne geschoben, ehe man in den Launchabschnitt fährt und langsam beschleunigt wird. Hierauf erklimmt man das erste Element in etwa bis zur Hälfte ehe man die Richtung umkehrt und anschließend deutlich rasanter beschleunigt wird. Auf der Rückseite des Transfergleisgebäudes schießt man nun die Twisted Halfpipe empor, einem leicht verdrehten vertikalen Streckenabschnitt. Auch hier ändern wir die Richtung und rasen ein drittes Mal durch die Beschleunigungsstrecke. Mit nun 90 km/h rasen wir den Top Hat empor und werden sogleich ein wenig aus unseren Sitzen gerissen. Nach einem druckvollen Tal erklimmen wir einen Immelmann und sehen dabei die Welt zum ersten Mal überkopf. Hieran schließt sich sogleich eine Heartline Roll an, welche in eine weitere Sturzfahrt übergeht. Nach einer zackigen Kurve oberhalb des Transfergleisgebäudes durchrasen wir den Borg-Kubus und leiten sogleich den zweiten Teil unserer Rettungsmission ein. Überaus bodennah geht es nun über mehrere kleineren Hügel und anschließend durch eine knackige Linkskurve. Überaus geschmeidig geht diese dann in die letzte Inversionsfigur der Fahrt, einer Zero-G Roll, über. Direkt im Anschluss erreicht unsere Mission auch schon ihr Ende. Nach der Bremsstrecke folgt nur noch eine kurze Rechtskurve ehe wir uns wieder in der Station der Anlage wiederfinden.

Star Trek – Operation Enterprise • Mack Rides Launch Coaster • Movie Park Germany

Star Trek – Operation Enterprise ist eine wirklich nette Achterbahn aus dem Hause Mack Rides. Die Fahrt durch das kompakte Layout kann einige richtig nette Elemente aufweisen, die allesamt mit einem guten Pacing durchfahren werden. Sie ist zwar nicht die kraftvollste Achterbahn und der Triple Launch (also der dreifache Abschuss) ist bestenfalls ein nettes Feature; doch das Gesamtpaket kann sich sehen lassen. Star Trek – Operation Enterprise ist zumindest eine sehr familienfreundliche Abschussachterbahn und fügt sich in dieser Hinsicht perfekt in das Portfolio des Parks ein.

Was mir persönlich jedoch missfällt, ist der neue Themenbereich rund um die Achterbahn. Die Federation Plaza sieht nackt aus und wirkt keineswegs so einladend, wie die restliche Gestaltung des Parks. Hier hätte man mehr herausholen können und auch sollen.

Nichtsdestotrotz sind alle Neuheiten der vergangenen Jahre überaus gelungen und lassen einem mit freudigen Blick in die Zukunft des Movie Park Germany schauen – auch wenn ich mir die neue Gestaltung des Vekoma SLCs mit dem fortan überaus sperrigen Namen Lucky Luke – The Ride: Die Daltons brechen aus ehrlich gesagt kaum vorstellen kann. Zumindest darf man gespannt sein und das ist ja auch schonmal ein Anfang.

 

Was ist eure Meinung zu den letzten drei Neuheiten im Movie Park Germany? Wie gefallen euch Excalibur – Secret of the Dark Forest, Star Trek – Operation Enterprise und Area 51 – Top Secret? Schreibt es einfach hier unter dem Bericht ins Kommentarfeld oder besucht unsere Social Media-Kanäle:

 

          


Ein kurzer Besuch in Helsinkis Tivoli

Die Geschichte von Linnanmäki beginnt im Jahr 1907. In ganz Finnland wurden Veranstaltungen zum Kindertag organisiert, um Geld für die Kinderfürsorge zu sammeln. Zunächst fanden die Veranstaltungen unregelmäßig statt, ab 1945 wurde der Kindertag jedoch zu einer regelmäßigen jährlichen Veranstaltung. Im Jahr 1950 schlossen sich sechs Kinderschutzorganisationen in der Stiftung Children’s Day zusammen und eröffneten den Vergnügungspark Linnanmäki.

Wenn man sich Linnanmäki nähert, ist eines der ersten Fahrgeschäfte, das man sieht, die Achterbahn Ukko – ein Maurer Sky Wheel, das den Eingangsbereich des Parks überragt. Diese Bahn verfügt über einen Vertikallift, der in das Skyloop-Element übergeht.

Das Sky Wheel selbst ist ein Achterbahnerlebnis, das sich nur schwer beschreiben lässt. In dem Moment, bevor man kopfüber aus dem Aufzug entlassen wird, stellt sich ein seltsames Gefühl im Magen ein, das sich innerhalb der ersten Rolle wieder normalisiert. Es folgt eine Abfahrt mit hohen Fliehkräften im Tal, bevor man kurz darauf wieder rückwärts durch das Tal rauscht, um das Skyloop-Element teilweise zu erklimmen. Nach einer weiteren Durchfahrt durch die Station kommt das Fahrzeug auf dem Lift der Bahn abrupt zum Stehen und wird dann wieder in die Station abgesenkt.

Um ehrlich zu sein, bin ich kein großer Fan von den Sky Wheels von Maurer. Das Erlebnis ist gut, versteht mich nicht falsch, aber sie sind nicht meine Art von Achterbahn. Das Gefühl, kopfüber in einer Höhe von 46m zu hängen, nur gehalten von einem Schoßbügel, ist seltsam und nicht sehr angenehm und der Rest der Fahrt ist nur okay.

Vorbei an dem großartigen S&S Space Shot Freifallturm Raketi geht es nun in Richtung der ältesten Achterbahn von Linnanmäki: Vuoristorata. Der Name bedeutet auf Finnisch übersetzt oder besser gesagt definiert den Begriff Achterbahn. Sie ist die letzte der vier Scenic Railways von Valdemar Lebesch, der auch die beiden Rutschebanen von Bakken und Tivoli Gardens in Kopenhagen gebaut hat.

Die Fahrt auf der Vuoristorata beginnt mit einer langgezogenen Kurve nach links, bevor der Zug in den Lift einfährt. Mit einem tollen Blick auf die Achterbahn Ukko direkt vor uns, geht es schnell nach oben. Es folgt eine weitere Linkskurve, bevor wir in einem großen Gefälle Richtung Boden rauschen. Nun durchqueren wir die Achterbahn einmal diagonal und erklimmen dabei einen Hügel. Am vorderen Ende der Bahn wenden wir nun in einer nach rechts führenden Kurve. Auf dem nun folgenden Double Down heben wir ein wenig ab, bevor wir über einen großen Camelback rasen. Auf der anderen Seite der Bahn geht es nun wieder in eine Linkskurve. Es folgt ein weiterer Double Down, der in einen weiteren Camelback führt. Auf dem nächsten Hügel nehmen wir sanft eine weitere Kurve. Parallel zum Lift leiten wir nun das große Finale ein. Dabei tauchen wir nach einem weiteren Camelback in einen Tunnel ein. In der Dunkelheit passieren wir nun die letzte Kurve, bevor wir die Station der Bahn erreichen und zum Stillstand kommen.

Vuoristorata ist eine schöne Holzachterbahn, die während ihrer zweieinhalbminütigen Fahrt eine gute Portion Airtime, Geschwindigkeit und Power bietet. Die 1951 erbaute Bahn ist ein tolles Erlebnis und sollte bei einem Besuch in Helsinki auf keinen Fall verpasst werden.

Eine der interessantesten Achterbahnen von Linnanmäki ist Kirnu. Dieser Intamin Zac Spin ist eines der frühesten Beispiele für einen 4D-Coaster und ähnelt einer großen Murmelbahn. Nach dem Lift rast der Gondelträger auf die Kante zu, stürzt hinunter, trifft auf ein Tal mit überaus hohen Kräften und wendet auf der nächsten Kuppe, während sich die Gondel ungehindert um ihre eigene Achse drehen kann. Normalerweise ist ein Überschlag auf dem letzten Hügel der Fahrt unausweichlich.

Kirnu ist zwar nur eine kurze Fahrt, aber auch eine sehr unberechenbare und heftige dazu. Du solltest die Bahn also besser nicht unterschätzen.

Im großen Wasserturm, der mitten im Park steht, kann man die Zierer Familienachterbahn Linnunrata eXtra fahren, die im Jahr 2000 als Space Express eröffnet wurde. Heute ist die Bahn nicht nur nach dem finnischen Wort für Milchstraße benannt, sondern bietet auch VR-Brillen an, was sie zu etwas Besonderem macht. Ich bin die Fahrt ohne die Brille gefahren, was ich sofort bereut habe. Die Gestaltung im Inneren ist dunkel und nicht mehr sichtbar. Die Fahrt selbst ist sehr sanft und daher ohne Überraschungen. Leider hatte ich nicht die Zeit, die Bahn mit der Brille zu testen. Denn kurz nach meiner Fahrt bildete sich eine längere Warteschlange.

Zurück ans Licht, stoßen wir schnell auf den HUSS Top Spin Kieputin, der eine kurze, aber recht intensive Fahrt bot. In der gleichen Ecke von Linnanmäki kann man mit der Themenfahrt Taikacircus fahren, einen Rundgang durch das nahegelegene Funhouse machen oder am Ende einer Sackgasse auf ein gut verstecktes Schwarzkopf Monster namens Mustekala treffen.

Der 75m hohe Freifallturm Kingi hat nicht den besten Ruf unter Freizeitparkfans. Obwohl die Fahrt auf dem in Italien hergestellten Fahrgeschäft einen sehr intensiven Fall bietet, ist das Erlebnis selbst eher ungemütlich. Die Rückhaltesysteme von Moser Rides sind sehr eng und die Sitze sind nicht für Nordeuropäer gemacht, da sie einfach nicht breit genug sind. Wenn du dich also nicht über einen recht langen Zeitraum in die Sitze quetschen willst, solltest du entweder sehr schlank und klein oder noch ein Kind sein.

Vorbei an dem ebenso hohen Aussichtsturm steigen wir nun auf eine tiefere Ebene hinab, wo uns ein weiteres Fahrgeschäft italienischer Bauart erwartet. Hier finden wir uns allerdings in Sitzen mit etwas zu viel Spielraum wieder. Die Technical Park Bratpfanne Magia bietet einige heftige Drehbewegungen und hohe Kräfte. Es ist eine spaßige Fahrt, die keinen schwindelerregenden Beigeschmack hinterlässt.

Der Spinning Coaster Salama in Linnanmäki ist ein großartiges Beispiel für eine effiziente Raumnutzung, da er sich direkt auf dem Rapid River Hurjakuru befindet. Als eine der neuesten Spinning Coaster, die in Europa gebaut wurden, bietet sie aber dennoch den Nervenkitzel früherer Maurer-Anlagen wie Tarantula im Parque de Atracciones de Madrid oder Spinball Whizzer in Alton Towers.

Salama beginnt mit einer kurzen Kurve in den Lift. Oben angekommen, starten wir die Abfahrt mit einer engen Kurve, die in einen kurvigen Drop übergeht. Mit viel Schwung durchqueren wir nun das erste Tal und gelangen in den großen Immelmann-Turn, das Hauptelement der Bahn. Kurz darauf erklimmen wir einen Hügel und befinden uns im ersten Blockabschnitt der Strecke. Es folgt ein weiterer Drop, woraufhin wir über einen geneigten Hügel wirbeln. Nach einer weiteren, nach oben führenden Kurve, gelangen wir in die zweite Blockbremse. Von hier an werden die Hügel ein wenig sanfter. Im Zickzack-Stil geht es nun auf den nächsten Blockabschnitt zu. Das Finale der Fahrt besteht aus einer abwärts führenden Kurve, einem kleinen Hügel und einer Kurve mit einer Senke, die in den letzten Bremsabschnitt der Fahrt führt.

Salama ist ein toller Spinning Coaster mit einem hervorragenden Spin. Die Fahrt bietet ein cooles Layout und ein tolles Pacing. Obwohl die Fahrt recht kurz ist, bietet sie einen hohen Wiederholungsfaktor.

Etwas, das man auch über Hurjakuru sagen könnte. Der kompakte Rapid River von Intamin bietet eine erfrischende Fahrt durch einen gut thematisierten Tunnel und diversen Stromschnellen entlang zahlreicher Wassereffekte. Außerdem hat man einen hervorragenden Blick auf den Spinning Coaster direkt über einem.

Ein weiteres Fahrgeschäft, das sich oberhalb des Rapid River befindet, ist der Powered Coaster Pikajuna von Mack Rides. Wie viele andere Achterbahnen dieser Bauart verfügt die Bahn über eine Reihe von Helices und Kurven in einem recht kompakten Layout. Leider ist die Fahrt relativ langsam.

Der Ausgang der Fahrt führt uns direkt zu Tulireki, einem Mack Rides E-Motion Coaster. Der Prototyp dieser Achterbahnart ist eine schaukelnde Sensation, da das Fahrzeug sowohl vorwärts und rückwärts, als auch seitwärts schaukeln kann. Heutzutage ist nur noch das seitliche Schaukeln vorhanden.

Die Fahrt beginnt gleich nach einer kurzen Kurve mit der Auffahrt des sehr steilen Lifts. Oben angekommen, können wir während unserer Fahrt durch die leichten Haarnadelkurven den Blick auf Helsinki genießen. Nach der ersten Blockbremse geht es im größten Drop der Fahrt schnell bergab. Die folgende Steigung führt uns in eine Spirale, bevor wir in luftiger Höhe die Richtung wechseln. Eine nach unten führende Linkskurve geht schnell in eine Rechtskurve über und dann auch schon in den zweiten Bremsabschnitt der Bahn. Weiter geht es auf Tulireki mit einer leicht nach unten führenden Kurve nach links in eine nach oben führende Kurve nach rechts. Kurz darauf finden wir uns in der Schlussbremse der Achterbahn wieder.

Tulireki ist eine lustige kleine Achterbahn, wenn man denn ganz vorne im Fahrzeug sitzt, ansonsten ist die Fahrt sehr holprig und nicht wirklich zufriedenstellend. Es war ein guter Versuch des Herstellers; die neue Fahrweise zumindest konnte halt irgendwie niemanden so wirklich überzeugen.

Gleich nebenan konnte man bis zum Ende der Saison 2017 die Wasserachterbahn Vonkaputous von Premier Rides fahren. Heutzutage wird dieser Platz von Taiga genutzt, dem großen Intamin LSM Launch Coaster, der seit Juni 2019 Linnanmäki dominiert.

Die Fahrt auf der Taiga beginnt mit einem Abschuss in die erste Inversion. Dabei handelt es sich im Grunde um einen überdimensionalen Korkenzieher, wobei der Einstieg in das Element durch eine Drehung nach rechts beim Erklimmen eines Hügels eingeleitet wird. Laut der Achterbahndatenbank (rcdb.com) ist dieses Element ein Zero-G Winder. Mit viel Schwung rast man nun durch das Tal und schwenkt in einer großen Rechtskurve über Berg und Tal. Auf der Kuppe eines Hügels wechseln wir schnell die Richtung und sausen am Boden entlang. Nach einem weiteren Richtungswechsel ist der zweite Abschussbereich erreicht, und wir beschleunigen dem nächsten Element entgegen: einem 52 m hohen Top Hat.

Mit einem grandiosen Blick auf die Stadt Helsinki tauchen wir nun hinunter zur Achterbahn Pikajuna. In einem invertierten Airtime-Hügel überqueren wir dann die Achterbahn Tulireki und erleben dabei einen Moment purer Freude, bevor wir uns wieder dem Boden zudrehen. Im nächsten Tal erreichen wir unsere Höchstgeschwindigkeit von 106 km/h. Nachdem wir einen Bunny Hop überflogen haben, nehmen wir Kurs nach oben und wechseln in einem Immelmann die Richtung. Anschließend klettern wir in einer Linkskurve einen S-Hügel empor, gefolgt von einer Rechtskurve. Mit reduzierter Geschwindigkeit schwenken wir nun ein Stück von links nach rechts, bevor wir uns ein weiteres Mal in die Tiefe stürzen. Auf einem Airtime-Hügel geht es in eine ansteigende Linkskurve über, welche uns in die letzte Inversion der Fahrt entlässt: eine Heartline-Roll. Eine weitere Rechtskurve führt uns dann in die Bremsen und kurz darauf ist die Fahrt auch schon zu Ende.

Taiga ist genial. Die Bahn ist einfach grandios und das Layout ist schlichtweg perfekt. Intamin hat einen unglaublich guten Job gemacht, indem sie ihr Meisterstück aus dem Phantasialand mit ein paar neuen Elementen und einer Reihe von hervorragenden Inversionen versehen haben.

Linnanmäki ist ein toller Vergnügungspark und einer der besten Tivoli, die ich bisher besucht habe. Die Atmosphäre innerhalb des Parks ist großartig und die Attraktionen sind einfach klasse. Man kann schlichtweg keinen besseren Tag in einem Vergnügungspark haben und gleichzeitig eine große Kinderhilfestiftung unterstützen. Man tut etwas Gutes, während man Spaß hat und das ist etwas, das man nicht so oft findet.


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Viel zu tun in Kings Island

Kings Islands Geschichte beginnt interessanter Weise mit der eines anderen Vergnügungsparks, nämlich mit Cincinnatis Coney Island, welcher im Jahr 1964 durch eine Flut ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Da auch die zukünftigen Erweiterungsflächen knapp bemessen waren machte man sich schon früh Gedanken den Park auf ein neues Gelände umzusiedeln.

Richtig ins Rollen kam dann alles im Jahr 1969 durch Übernahme des Parks durch die lokal ansässige Taft Broadcasting Corporation, welche in Coney Island eine ausgezeichnete Möglichkeit sahen, die Bekanntheit ihrer Fernsehprogramme zu erhöhen, allen voran die Hanna Barbera Cartoons. Gary Wachs, der Sohn des damaligen Eigentümers, bekam fortan die Rolle den Park auf einem 1600 Acres (~647,5 ha) großen Gelände nordöstlich von Cincinnati zu errichten.

America’s finest Amusement Park zog also um und war fortan Teil eines weitaus größeren Projekts. Mit Disneyland in Anaheim und den beiden Six Flags Parks in Texas und Georgia gab es zugegebenermaßen noch recht wenig Konkurrenz, der Trend zu neuen Themenparks war jedoch da und man plante von Vorhinein groß. Die vier Themenbereiche Happy Land of Hanna-Barbera, Rivertown, Oktoberfest und Coney Island, allesamt ausgehend von der International Street mit seiner dominanten Replika des Eiffelturms, sollten zukünftig den Park prägen. Interessanterweise war gerade der letztgenannte Bereich, das Alleinstellungsmerkmal King Islands, immerhin setzte man gerade hier auf Achterbahnen, Spielbuden und klassische Fahrgeschäfte.

Betritt man den Park so findet man sich sogleich auf der International Street mit seinem großen Brunnen vor dem Eiffelturm wieder. Rechts und links vom Brunnen laden einige Geschäfte und Cafés zum Schlendern ein. Ringsum befinden sich die Zugänge zu den einzelnen Bereichen, wie auch zu den großen Theatern und der Parkgastronomie. Über alles thront der von Intamin entwurfene Eiffel Tower, von dem man einen wunderbaren Blick auf den gesamten Park hat.

Insgesamt 14 Achterbahnen kann man derzeit in Kings Island fahren. Beginnen möchte ich mit der Achterbahn, die zu Paramount Zeiten zu Nicolas Cages Film Face/Off thematisiert wurde, doch mittlerweile nur noch den Achterbahnmodelnamen des Herstellers trägt: Invertigo.

Insgesamt fünf Exemplare wurden von dieser Achterbahn gebaut, zurzeit sind jedoch nur noch vier davon in Betrieb. Dabei handelt es sich im Grunde um die Suspended-Version eines zeitlosen Achterbahnklassikers – dem Vekoma Boomerang –, doch Invertigos wären nicht Invertigos, wenn sie nicht noch mehr Besonderheiten vorweisen können. Durch die Sitzanordnung kann man nämlich erstens das bewährte Erlebnis in seiner Reihenfolge umkehren, auch kann man dabei seine Mitfahrer beobachten.

Die Fahrt durch Cobra Roll und Looping ist dabei wie gewohnt überaus intensiv und absolut genial. Wie auch bei Tornado des ehemaligen dänischen Freizeitparks Sommerland Syd und beim Diabolik Invertigo aus dem italienischen Movieland Park können sich die Fahreigenschaften wirklich sehen lassen. Hier schlägt grundsätzlich nichts und auch kleine Unebenheiten sind nur in einem sehr geringen Rahmen vorhanden, wodurch zumindest mir die Fahrt wieder einmal sehr viel Spaß bereitet hat und somit einen hohen Wiederholungsfaktor vorweisen kann. Gerade bei 0 Minuten Wartezeit, eine absolut lohnende Angelegenheit.

Als der Action Zone Themenbereich 1999 ins Leben gerufen wurde hat man sich sichtbar gar keine Mühe gegeben den im Jahr 1988 errichteten Spillwater Congo Falls irgendwie mit in die Thematik einzubinden. So strahlt dieser auch weiterhin in all seiner Pracht, während der Rest des Bereichs der Computergrafik rund um die Jahrtausendwende gleicht und mittlerweile in seinem bunten Erscheinungsbild nicht mehr so ganz in den Park passen möchte. Leider reihte sich auch Congo Falls in die Liste der im April noch geschlossenen Wasserattraktionen ein, weshalb ich schweren Herzens leider auf eine Fahrt verzichten musste.

Zum Glück steht jedoch gleich daneben der Drop Tower, seines Zeichens der höchste Gyro Drop Tower der Welt. Moment einmal, den Slogan kennen wir doch aus der Lüneburger Heide? Stimmt, denn Scream aus dem Heide Park Soltau verwendet ihn auch heute noch allzu gerne. Tatsächlich ist die Fahrstrecke des 7m kleineren Turms in Kings Island mit 80m gute 9m länger als beim 103m hohen Turm in Niedersachsen. Natürlich ist das kein Vergleich zum deutlich höheren Highlander aus dem Hansa Park, der just an meinem Besuchstag seine Premiere feierte; doch der Turm ist ja bekanntlich kein Gyro Drop, sondern nur ein Konkurrenzprodukt. Der Drop Tower zumindest ist richtig, richtig gut – Höhenrekord hin oder her.

Etwas unscheinbar in der hintersten Parkecke versteckt befindet sich der Suspended Coaster The Bat. Der Name ist eine Hommage an den aller ersten Suspended Coaster der Welt, welcher an einer anderen Stelle in Kings Island stand – dazu aber später mehr. Eröffnet wurde die Achterbahn zu Paramount Zeiten als Top Gun und wurde zur Cedar Fair Übernahme in Afterburn umbenannt. Die Flugzeugträger-Thematisierung passt ganz gut zur hochgeständerten Station des Arrow Coasters und der elendig langen Warteschlange, doch The Bat hätte ein wenig Gestaltung jetzt wirklich nicht geschadet. Ein paar Grabsteine, ein Wald, evtl. noch eine Gruft mit einem orgelspielenden Animatronik und schon wäre es perfekt.

Statt jedoch in Chessington World of Adventures in die Achterbahn Vampire zu steigen, befinden wir uns jedoch in Mason, Ohio und boarden nach einiger Verspätung endlich den klassischen Suspended Coaster Zug.

Die Fahrt auf The Bat beginnt sogleich mit der Einfahrt in den Lifthill. Durch eine Schneise bahnen wir uns den Weg nach oben und genießen dabei für einen kurzen Augenblick die Sicht auf das benachbarte Schwimmbad-Resort Great Wolf Lodge. Oben angekommen erwartet uns eine Wendekurve in luftiger Höhe, ehe wir uns in einem geradlinigen Gefälle hinunterstürzen. Knapp oberhalb des Bodens geht dieser dann in eine Rechtskurve über, woraufhin uns die lateralen Kräfte wunderschön nach außen drücken. Kurz darauf wechseln wir in einem Anstieg die Richtung und werden im anschließenden Wendemanöver ordentlich in Querlage versetzt, ehe wir ein weiteres Mal zu Boden stürzen. Bodennah wechseln wir nun in schneller Taktung stetig die Richtung, ehe wir auf einer weiten Lichtung auf eine Abwärtshelix stoßen. Mit ordentlich Schwung nehmen wir nun den Rückweg in Angriff. Über Stock und Stein geht es nun in mehreren Schlenkern zurück zur Station. Dabei scheint sich die Taktung der Richtungswechsel noch einmal erhöht zu haben. Nach einem letzten Schlenker erreichen wir dann die Bremsstrecke, wo wir erst einmal munter auspendeln. Kurz darauf erreichen wir auch schon wieder die Station.

Ich mag Suspended Coaster, doch The Bat blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Zwar ist die Fahrt unfassbar schnell und die Ausschwünge bemerkenswert, doch die Fahrt ist mir schlussendlich etwas zu berechenbar. Hier wäre eine Wiederholungsfahrt am späten Nachmittag wahrscheinlich sinnvoll gewesen, um ein endgültiges Urteil abgeben zu können, doch dazu kam es leider nicht mehr. Nichtsdestotrotz bietet The Bat das bewährte Suspended-Coaster-Vergnügen und reicht sich somit in die Liste der ultimativen Familienachterbahnen ein. Es ist schon ein Wunder, dass es nur so wenige Exemplare dieses Achterbahntyps gibt.

Gleich nebenan befindet sich mit Banshee der bislang neueste Inverted Coaster aus dem Hause B&M. Gebaut im Jahr 2014 punktet die Anlage vor allem durch ihre Höhe und ihrer Länge – weniger beliebt ist derweilen das Rückhaltesystem der Anlage, welches, ähnlich der Wing Coaster aus dem gleichen Hause, auf ein Gurtsystem statt starrer Bügel setzt.

Die Fahrt auf Banshee beginnt mit einer kurzen Linkskurve, woraufhin auch schon der Lift der Anlage erklommen wird. Dabei durchqueren wir einmal den ersten Looping der Anlage, ehe wir auf der Ausgangshöhe von 50,9m ankommen und sogleich in eine Steilkurve einfahren. Ohne Rücksicht auf Verluste nähern wir uns dabei dem Boden und durchqueren dann druckvoll das erste Tal. In einem überdimensionierten Dive Loop drehen wir uns langsam überkopf, ehe wir uns einen halben Looping hinunterstürzen. Überaus druckreich geht es nun in den ebenso überdimensionierten Looping. Eine langgezogene Zero-G Roll dreht uns gekonnt einmal um die eigene Achse, woraufhin auch gleich der Übergang in das nächste Element eingeleitet wird. Im weltweit einzigen Pretzel Knot folgen wir den Verlauf einer überdimensionierten Bretzel und sehen die Welt gleich zweimal kopfüber. Hieran folgt dann Looping Nr.2, welcher durch seine deutlich geringeren Proportionen dann um einiges intensiver ist als der erste. Anschließend schrauben wir uns in einer Steilkurve empor, an deren Ende wir sogleich in einen In-Line Twist einfahren. Hierbei drehen wir uns der Herzlinie verweigernd einmal um die Achse der Schiene. Anschließend fahren wir überaus geschmeidig in eine Abwärtshelix ein. Mit etwas Druck auf den Füßen verabschieden wir uns dann in eine Rechtskurve, woraufhin auch schon die Bremsstrecke der Anlage auf uns wartet.

Banshee ist ein recht schöner Inverted Coaster mit großartigen Pacing und einer überaus soliden Fahrstrecke. Leider fügt sich hier nur Fahrelement an Fahrelement an, so dass größere Überraschungen ein wenig auf der Strecke bleiben. Die Fahrt selbst macht jedoch Spaß und weiß vor allen in den Abendstunden vollkommen zu überzeugen.

Freunde großer Schaukeln kommen beim HUSS Giant Frisbee Delirium und der nahen Schiffschaukel Viking Fury voll auf ihre Kosten. Während das HUSS Geschäft macht, was alle Drehschaukeln dieser Großenordnung machen, punktet die Intamin Bounty Viking Fury vor allem durch ihre Lage und der recht langen Schaukelphase. Blöd nur, dass der Bediener hier jedes einmal eine halbe Kletterpartie absolvieren muss, ehe die Schaukel in Gang gesetzt werden kann.

Mit bester Sicht auf die Achterbahn Banshee bahnt sich der Adventure Express seinen Weg durch das dichte Gestrüpp in Mason, Ohio. Kings Islands Mine Train gehört zu eines der letzten Exemplare des Herstellers Arrow Dynamics und verspricht, wie auch Thunderation aus dem Freizeitpark Silver Dollar City am Tag zuvor, eine überaus spannende und sogleich familienfreundliche Fahrt.

Diese beginnt auch sogleich mit einer Reihe von Rechts- und Linkskurven, die uns aus der Station heraus in Richtung des Lifts führen. Untermalt wird das Ganze noch durch ein kleineres Gefälle, sowie mehreren Geraden und zwei kurzen Tunneln, die beides Mal recht nett gestaltet sind. Der erste Lift ist geprägt von mehreren schrägen Torbögen, ansonsten aber hält sich die Thematisierung dezent zurück. Oben angekommen nehmen wir in einer abwärtsführenden Rechtskurve schnell an Fahrt auf, ehe wir in einer Linkskurve ein Gebäude schneiden und einiges an Höhenmetern gewinnen. Es folgt eine klassische Bayernkurve und im Anschluss eine überaus knackige Helix, just bevor wir in einen Tunnel einfahren. Hier wechseln wir dann einmal die Richtung, ehe wir diesen in einer Rechtskurve auch schon wieder verlassen. Wieder am Tageslicht fahren wir in einer Linkskurve durch ein Tal und nehmen dabei Schwung für einen kleinen Anstieg. Am Ende dessen erwartet und eine Art Tempelruine. Im Inneren treffen wir untermalt von Musik und rhythmisch trommelnden Animatroniks auf den zweiten Lift der Anlage. Nach diesem gestalterischen Höhepunkt erwartet uns nach einer kurzen Rechtskurve tatsächlich auch schon das Ende der Fahrt.

Auch wenn der Adventure Express von seiner Erzählweise ein wenig antiklimaktisch daherkommt, so ist die Fahrt auf dem zwei Lifthügeln fassenden Mine Train schlichtweg ganz großes Kino. Die Fahrt ist überaus flott unterwegs und kann einige wirklich schöne Passagen vorweisen, die zudem durch die vorhandenen Gestaltungselemente auch ganz nett in Szene gesetzt wurden. Klar, das Ende mit seiner „Now you will pay!“ Ansage ist ein wenig doof, der Terrain Coaster zumindest ist es nicht.

Als Kings Island öffnete war die doppelte Holzachterbahn The Racer der Star des Freizeitparks, immerhin war die Achterbahn damals die längste, höchste und schnellste Achterbahn der Welt. Auch die Industrie staunte damals nicht schlecht, als Kings Island all seine Karten auf eine neue Achterbahn setzte. Der Erfolg wiederum gab dem Freizeitpark recht und führte zu einer Renaissance der Achterbahnen – nun wollte jeder die schnellste, höchste und längste Achterbahn in seinem Park stehen haben.

Die Fahrt auf den zwei Fahrspuren der Achterbahn The Racer beginnt sogleich mit der vorderen Wendekurve, woraufhin sich nach einigen Streckenmetern beide Spuren treffen und gemeinsam den Lifthügel erklimmen. Während dessen haben die Fahrgäste ausreichend Zeit sich gegenseitig anzustacheln, was darüber hinaus auch den Zusammenhalt im eigenen Zug stärkt; immerhin will man ja auch gemeinsam gewinnen. Wie es dann meist so ist, stürzt sich auch schon der erste Zug in den Abgrund, während der zweite gerade einmal die Kuppe erreicht hat. Nach einem kraftvollen Tal führen beiden Spuren über einen recht niedrigen Hügel mit anschließenden Bunny Hop, ehe man sich auf der Kuppe des darauffolgenden Hügels voneinander trennt. Während die eine Seite nun nach links führt, knickt die andere Seite nun nach rechts ab. Mit Schwung und allerhand Airtime geht es nun durch ein weiteres Tal samt Hügel, an dessen Ende uns die hintere Wendekurve erwartet. Wo es uns bislang noch recht einfach gelangte den anderen Zug zu verfolgen, so wird es auf der Rückführung zur Station nun ein wenig schwieriger. Nach einem weiteren Gefälle und großartigem Airtimehügel stoßen wir nämlich auf die bereits absolvierte Strecke. Nun rasen wir parallel zu dieser über eine Reihe kleinerer Airtimehügel, ehe wir auf Höhe des First Drops endgültig in das Holzdickicht entschwinden und auf der Bremsstrecke sogar noch mit einem weißen Tunnel konfrontiert werden. Kurz nachdem fährt man auch schon wieder in die Station ein.

The Racer macht süchtig. Die Fahrt auf dem Racing Coaster mit seinen vielen Airtimehügeln und dem Out and Back Design macht einfach tierischen Spaß, weswegen ich es mir dank des geringen Andrangs und der Verwendung beider Spuren zur Aufgabe gemacht habe, so lange mit der Achterbahn zu fahren, bis ich dann mal irgendwann gewinnen würde. Viel Pech führte in kurzer Zeit zu gleich sieben Fahrten, woraufhin ich die Aktion dann doch aufgab; immerhin wollte der restliche Park ja noch erkundet werden.

Im Coney Mall Bereich in Kings Island kann man noch so einige Schätze aus der Coney Island Zeit finden. Neben dem bekannten US-Fahrgeschäftsklassiker Scrambler kann man hier noch ein Monster von der Eyerly Aircraft Co. fahren. Hier gleicht die Fahrt in etwa der eines Schwarzkopf Monsters, nur das hier der Exzenter nicht absenkbar ist und man daher nur zwei Gondelarme zeitgleich beladen kann. Konstruktionsbedingt kommt es also schnell zu längeren Wartezeiten, doch das kann schnell noch getoppt werden durch die Beladesituation an sich. Die Gondeln selbst liegen während der Beladung zu hoch. Abhilfe ist jedoch gegeben, denn der vordere Teil der Gondel kann hinunter geklappt werden und dient dann als Treppe, welche einen bequemen Ein- und Ausstieg ermöglichen. Einmal hochgeklappt und gesichert jedoch, ist die Sitzposition in der Gondel nicht ganz so bequem, da man recht flach am Boden sitzt. Die Fahrt selbst ist dann auch noch etwas zu kurz und wenig drehfreudig, weshalb ich eine Fahrt nur bei geringem Andrang empfehlen kann. Es ist zumindest schön zu sehen, dass sich Kings Island so sehr um ihre älteren Fahrgeschäfte kümmert.

Vorbei am Wellenflug Zephyr geht es nun zur Indoor-Achterbahn Flight of Fear. Nachdem ich das Spaghettiknäul im Freizeitpark Six Flags Fiesta Texas nur knapp verpasst habe, war ich umso gespannter auf die Indoorversion dieser Fahrt, die damals ausschlaggebend für die Verwendung von LIM Modulen auf Achterbahnen war. Die Warteschlange zumindest stimmt einen recht gut auf den anschließenden Weltraumflug ein, den ich als Einzelfahrer dank gesperrten Nachbarsitz überaus geschmeidig in der ersten Reihe verbringen durfte.

Ungleich dem Rock ’n‘ Roller Coaster aus dem Walt Disney Studios Park erfolgt der Launch direkt aus der Station heraus. Mit nun voller Geschwindigkeit geht es sogleich in die überaus druckreiche Cobra Roll, ehe wir uns nach zwei Kopfständen über den Hallenboden flitzen. Nach einem druckreichen Tal geht es sogleich einen Sidewinder empor, ehe wir ein wenig durch den oberen Teil der Fahrt cruisen. Nach mehreren Schlenkern werden wir dann in einer Blockbremse ein wenig abgebremst, ehe wir uns auf dem Weg in den unteren Teil der Fahrt begeben. In einer ständigen Auf- und Abwärtsbewegung schrauben wir uns recht kontinuierlich immer weiter hinunter, ehe wir nach einer weiten Linkskurve die Richtung wechseln. Recht zügig nähern wir uns nun ein weiteres Mal dem Hallenboden, woraufhin wir einen weiteren Richtungswechsel vollziehen. Nach zwei weiteren bodennahen Steilkurven stehen wir in einem Korkenzieher völlig überraschend ein viertes Mal überkopf, woraufhin wir auch schon mal die Bremsstrecke erreichen und uns alsbald in der Ausstiegsstation der Bahn wiederfinden.

Flight of Fear ist im Grunde eine überaus solide Achterbahn mit einer richtig schönen Strecke und tollem Setting; nur doof, dass die Halle dank dem eindringenden Licht doch etwas hell war und die Fahrt bis auf die Dunkelheit keine weiteren Effekte vorweisen kann. Zudem ruckelt die Fahrt wie auch bei Mr. Freeze Reverse Blast aus dem Freizeitpark Six Flags Over Texas etwas, weswegen man nur sehr froh sein kann, diese ohne die ursprünglich verbauten Schulterbügel erlebt zu haben. Hier wäre eine Fahrt am Abend sicherlich förderlich gewesen, doch die Wartezeit an dieser Achterbahn war mir für eine Zweitfahrt ein wenig zu lang.

Die nahe gelegene Oldtimerfahrt Kings Mills Antique Autos konnte an meinen Besuchstag die längste Warteschlange aufweisen, immerhin handelte es sich ja auch um die Neuheit aus diesem Jahr. Die Fahrt wurde ganz im Spirit der 70er Jahre gebaut – so ähnelt sie mit ihrem Verbrennungsmotor doch sehr der originalen Oldtimerfahrt Les Taxis.

An der hinteren Wendekurve der Achterbahn The Racer ragt ein wahres Monstrum in den Himmel. Beim Windseeker handelt es sich um ein Mondial Rides Fahrgeschäft, welches einem eine ähnliche Sicht wie ein Funtime Star Flyer ermöglicht, jedoch mit starren Stangen statt filigranen Ketten. Das Resultat dessen ist wohl, dass das Fahrgeschäft bei stärkerem Wind wegen unerwünschter Fahreigenschaften immer sofort stillsteht, so auch an meinem Besuchstag. Interessanterweise öffnete der Windseeker jedoch kurz vor Betriebsschluss noch einmal, die Chance ließ ich jedoch ungenutzt, denn eine Nachtfahrt auf einer legendären Achterbahn wollte ich mir nicht entgehen lassen, dazu aber später mehr.

Zuvor widmen wir uns jedoch der ebenfalls sehr legendären Arrow-Kutsche Vortex, die in diesem Jahr leider ihre letzte Saison hatte. Sie war die erste Achterbahn mit sechs Überschlägen und zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung war sie die höchste Achterbahn der Welt – zwei Rekorde, die lange Zeit Hand in Hand gingen. Ohne den überaus wartungsanfälligen Suspended-Achterbahn-Prototypen The Bat hingegen hätte sie es wohl nie gegeben.

Als im Jahr 1981 The Bat zum ersten Mal ihre Flügel in Kings Island schwang hatte wohl keiner der damals verantwortlichen Personen damit gerechnet, dass nur sechs Jahre später bereits die nächste Achterbahn an ihrer Stelle stehen würde. Die schaukelfreudige Fledermaus schwang sich nämlich ohne Gnade durch die minimalst geneigten Kurven, was wiederum zu Problemen an den Schweißnähten führte. Stoßdämpfer an den Wagen reduzierten den Ausschwung; was abermals durch einen sehr hohen Verschleiß in Kauf genommen wurde. Zu guter Letzt war auch die Bremsmechanik dank ihrer Entkopplung von der Schiene ausschlaggebend für das vorzeitige Ende der Anlage, da der Ausschwung der Wagen zu einem erhöhten Verschleiß führte.

Alle Probleme der Achterbahn The Bat wurden in der Konzeption der Achterbahnen XLR-8 des Freizeitparks Six Flags AstroWorld und Big Bad Wolf aus Busch Gardens Europe berücksichtigt. Einen Umbau der kompletten Strecke lehnte man jedoch aus Kostengründen ab.

Stattdessen nutzte man einen Großteil der bereits vorhandenen Infrastruktur für die Achterbahn Vortex aus. Das bereits vorhandene Stationshaus samt Abstellgleisen, wie auch die bereits vorhandenen Fundamente prägten die neue Achterbahn.

Die Fahrt beginnt mit einer kurzen Rechtskurve in Richtung des Lifts. Dieser befördert einem dann auf die Ausgangshöhe von 45m. Oben angekommen kann man für einen kurzen Augenblick die Aussicht auf die Achterbahnen Diamondback und Mystic Timbers genießen, ehe man sich nach einer Rechtskurve in den Abgrund stürzt. Mit etwa 90 km/h schießen wir nun durchs erste Tal. Weit oberhalb der Parkbesucher vollziehen wir dann eine recht weite Wendekurve, welche einem zudem recht elegant durch eine Senke führt. Auf einer längeren, abschüssigen Geraden nehmen wir jetzt Anlauf für die beiden Loopings der Anlage, welche gewohnt intensiv durchfahren werden. Interessanterweise wurden diese sehr weit hochgeständert. Nach einer kurzen Auffahrt und engen Rechtskurve befinden wir uns im ersten Bremsbereich der Anlage. Hier reduzieren wir unsere Geschwindigkeit bis auf ein Minimum, ehe wir uns ein weiteres Mal in Richtung Boden stürzen. Überaus bizarr folgt nun die Einfahrt in den ersten Korkenzieher, welche uns in einer Kurve mit sehr starker Querneigung erwartet. Nun sehen wir die Welt zwei weitere Mal kopfüber, während wir uns unseren Weg zwischen den beiden Loopings bahnen. In einer weiten Rechtskurve gleiten wir dann in den Batwing über – ein Inversionselement, bei dem erst ein halber Korkenzieher in einem halben Looping übergeht und dieses dann in umgekehrter Reihenfolge ebenfalls vollzogen wird. Dank der geschickten Ausnutzung des Terrains ist der Batwing ein Eyecatcher sondergleichen, was dem eh schon ungemein ästhetischen Look von Vortex noch einmal zugutekommt.  Nach einer langen Linkskurve erwartet uns dann noch eine Aufwärtshelix, ehe die Fahrt alsbald in den Bremsen endet. Hier müssen wir dann noch einige Zeit warten, denn interessanterweise betreibt Kings Island die Anlage mit allen drei Zügen trotz des geringen Andrangs.

Vortex war eine extrem gute Achterbahn, die sich selbst im finalen Jahr immer noch sehr gut fuhr. Der fulminante Auftakt, die ungewöhnliche Inversionsreihenfolge und die besondere Ästhetik der Bahn sprachen für sich. Ich bin sehr froh, dass ich sie im letzten Betriebsjahr fahren konnte und wäre sehr glücklich gewesen, hätte man sie noch ein paar Jahre erhalten. Dennoch bin ich schon jetzt auf ihrem Nachfolger gespannt. Die Fläche ist groß und Kings Island wird sie sicherlich gut nutzen.

Vorbei an Shake, Rattle & Roll – einer HUSS Troika aus dem Jahr 1975 – zog es mich nun zum Backlot Stunt Coaster. Die unter Paramount Zeiten als Italian Job: Stunt Track eröffnete Achterbahn ist ein Special Effects Coaster von Premier Rides und kann, wie der Name es schon verrät auf einige Spezialeffekte zurückgreifen. Dabei bietet das kompakte Layout zudem noch einige andere Überraschungsmomente.

Der erste folgt dabei gleich zu Beginn der Fahrt. Der Abschuss in Richtung des Parkhauses, wo man sich dann in einer immer enger werdenden Helix nach oben schraubt, ist ein fulminanter und vor allem atemberaubender Start. Nie wurde ich bislang auf Dauer so kräftig in den Sitz gepresst wie hier. Nach der 900° Helix bleibt einem nur kurz zum Verschnaufen, denn sogleich geht es schon ein hohes Gefälle hinunter. Im Tal geht es nun in kleinen, kaum geneigten Schlenkern an Polizeiwagen, Werbetafeln und Containern vorbei. Am Ende der Passage wechseln wir in einem Immelmann Turn die Richtung, ehe wir einen Hügel emporklettern. Nach einem kurzen Rechtskurvenschlenker stürzen wir uns in einer weiten Linkskurve ein weiteres Mal in ein Tal. Kurz darauf erklimmen wir die Strecke zur großen Spezialeffektszene. Mit viel Tam-Tam attackiert und ein Helikopter und ein Feuereffekt löst aus. Kurz darauf werden wir in einen Tunnel beschleunigt. Es folgt eine, nach rechts führende, Steilkurve, ehe wir uns nach einem Richtungswechsel zum Licht am Ende des Tunnels begeben. Es folgt die Fahrt durch das trocken gelegte Wasserbecken, worauf uns nach einer weiteren Kurve auch schon das Ende der Fahrt erwartet.

Der Backlot Stunt Coaster ist eine überaus erlebenswerte Achterbahn mit netten Fahrelementen und Effekten. Die Fahrt ist überaus rasant und durch den Launch in die dreifache Helix auch überraschend intensiv. Auf jedem Fall ist die ehemalige Blockbuster-Achterbahn ein ganz großes Kino in Kings Island!

Planet Snoopy ist, ohne groß übertreiben zu müssen, das wohl bemerkenswerteste Kinderland in einem Freizeitpark weit und breit. Ursprünglich als Happy Land of Hanna-Barbera eröffnet unterhält dieser Bereich seit den 70er Jahren gekonnt seine Zielgruppe. Im Laufe der Zeit wurde dieser Bereich immer wieder erweitert, ehe mit Paramount der Kindersender Nickelodeon weite Teile des Themenbereichs für sich beanspruchte. Im Jahr der Übernahme durch Cedar Fair wurden auch die restlichen Hanna-Barbera Fahrgeschäfte umgestaltet, so dass es fortan mit Nickelodeon Central nur noch einen riesigen Kinderbereich gab. Als dann der Lizenzvertrag mit Nickelodeon zum Jahr 2010 auslief entschied man sich dazu fortan, wie auch in den anderen Parks der Gruppe, auf die bekannten Peanuts-Charaktere zu setzen.

Gleich beim Betreten des Themenbereichs stößt man auf den Great Pumpkin Coaster. Hierbei handelt es sich um eine kleine Familienachterbahn von E&F Miler Industries aus dem Jahr 1992, welcher ein recht kompaktes Layout aufweisen kann und nur von Familien mit kleineren Kindern genutzt werden darf. Auf Grund dessen und einer allgemein doch etwas höheren Wartezeit, verzichtete ich auf eine Fahrt.

Die interactive Themenfahrt Boo Blasters on Boo Hill wurde ursprünglich als Scooby-Doo! and the Haunted Castle im Jahr 2003 eröffnet. Die Fahrt in der Mystery Machine erfolgte damals noch an zweidimensionalen Szenen mit den Figuren der bekannten Hanna-Barbera Serie entlang, wo man eigene Effekte auslösen konnte und am Ende den Bösewicht auch noch entlarvt hat. Nun gibt es aber nur noch Geister. Das ist weiterhin überaus kitschig und nett gemacht, doch den Geist der ursprünglichen Attraktion fängt Boo Blasters on Boo Hill leider nicht ein. Den Kindern wird das ziemlich egal sein, für die Erwachsenen Fahrgäste mit Nostalgiegefühlen empfehle ich ein Besuch im spanischen Freizeitpark Parque Warner, wo man das Originalkonzept der Themenfahrt auch heute noch erleben kann.

Direkt nebenan befindet sich mit dem Woodstock Express die kleinste der vier Holzachterbahnen des Freizeitparks Kings Island. Die Fahrt durch das kompakte Layout der komplett in blau gestrichene Achterbahn beginnt nach einer kurzen Rechtskurve mit der Erklimmung des Lifthügels. Oben angekommen geht es auch sogleich die erste Abfahrt hinunter. Mit etwa 56 km/h geht es nun durch das erste Tal, woraufhin uns auch schon eine Wendekurve in luftiger Höhe erwartet. Nach einer weiteren Abfahrt flitzen wir über einen kleinen Speedbump, ehe wir die Holzstruktur durchqueren und auf der anderen Seite der Anlage eine weitere Wendekurve einleiten. Nun rasen wir ein wenig über Berg und Tal, ehe wir unterhalb der erste Wendekurve in das Gebälk eintauchen und dem Verlauf dieser folgen. Wieder unter freiem Himmel tauchen wir in einen kleinen Dip ein, woraufhin wir uns auch schon auf der Bremsstrecke der Achterbahn befinden und die überaus lustige Holzachterbahnfahrt alsbald ein Ende findet.

Vorbei an Surf Dog – einem seltenen Zamperla Skater Coaster – geht es nun zum Suspended Family Coaster Flying Ace Aerial Chase. Lustigerweise handelt es sich beim Layout um einen erprobten Klassiker aus dem Hause Vekoma, dieses Mal jedoch mit freibaumelnden Füßen. Dementsprechend beginnt die Fahrt mit einer kurzen Kurve aus der Station heraus, woraufhin auch schon der Lifthügel wartet. Sogleich absolviert man eine linksführende Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix, durchquert ein kurzes Tal und eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben bestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf auch schon die Bremsstrecke wartet und die doch recht angenehme Fahrt ihr Ende nimmt – für Kinder ist die Fahrt zumindest allererste Sahne.

Genauso verhält es sich bei der Fahrt auf der benachbarten Wildwasserbahn Race for your Life Charlie Brown. Zwar kann diese nur eine Abfahrt vorweisen, dafür überzeugt der restliche Fahrablauf mit seinen schnellen Wildwasserpassagen umso mehr. Hier dümpelt man zumindest nicht minutenlang im Kanal rum, sondern flitzt überaus geschmeidig durch diesen hindurch. Am Ende erwartet einem dann eine alles durchfeuchtende Schussfahrt, woraufhin man überaus glücklich aus dem Boot steigen kann. Top!

Die bis dato jüngste Holzachterbahn in Kings Island ist Mystic Timbers, die durch ihre Werbekampagnie und der Frage „What’s in the Shed?“ berühmt wurde. Leider aber hat das Geheimnis um den Schuppen zu einem gewissen Hype geführt, der wiederum nach ersten Reviews nicht erfüllt werden konnte, denn Achterbahnfans weltweit erwarten nach einer Alton Towers-esquen Ankündigung eine naturgemäß atemberaubende Weltneuheit und halt keinen Showroom.

Die Fahrt auf Mystic Timbers beginnt mit einer kurzen Rechtskurve, woraufhin uns nach zwei kleineren Dips auch bereits der Lifthügel der Anlage erwartet. Auf einer Höhe von 33m angekommen geht es sogleich eine Steilkurve hinunter. Mit nun 85 km/h rasen wir durch das erste Tal, woraufhin wir einen recht hohen Hügel erklimmen. Nach einer Linkskurve stürzen wir uns dann ein weiteres Mal zu Boden. Bodennah rasen wir nun über eine Reihe von Bunny Hops und überqueren dabei sogar die Raftinganlage des Parks. In schneller Taktung geht es nun in stetigen Kurvenwechsel über Stock und Stein, wobei wir dabei auf herrlichste Art und Weise aus dem Sitz gehoben werden. Interessanterweise werden die Ab- und Auffahrten nun immer höher, ehe wir zur Wendekurve ansetzen und dabei in einen Tunnel eintauchen. Mit Schwung geht es nun durch ein längeres Tal, woraufhin wir die Rückfahrt zur Station einläuten. Weiterhin bodennah geht es im schnellen Pacing ein weiteres Mal über die Raftinganlage, wobei die Taktung der Airtimehügel immer weiter zunimmt. Zum Finale neigt sich die Strecke noch etwas nach links und nach rechts, ehe uns ein größerer Anstieg direkt in den Schuppen führt. Hier erwartet und dann das Wartungshäuschen und im Anschluss dessen der besagte Showroom mit Projection Mapping und zahlreichen Effekten. Nachdem die Station freigegeben wurde fahren wir dann in diese ein und die Fahrt kommt zu einem Ende.

Mystic Timbers ist ein richtig, richtig guter GCI Woody mit fantastischem Pacing und atemberaubenden Airtimemomenten. Die Fahrt ist bis zum Ende einfach nur überragend. Verglichen mit allen europäischen Holzachterbahnen des Herstellers legt Mystic Timbers noch einmal eine Schippe obendrauf, da stört es auch kaum, dass man es marketingtechnisch ein wenig zu gut mit der Anlage meinte; wobei das Geheimnis des Schuppens tatsächlich ein ziemlich nettes Feature ist. Mystic Timbers zumindest ist mein neuer Lieblings-GCI und das völlig zurecht.

Die Parkeisenbahn K.I. & Miami Valley Railroad verläuft zu einem großen Teil ihrer Fahrstrecke durch den Wald im hinteren Teil des Parkgeländes. Während der Fahrt auf der Dampfeisenbahn hat man einen überragenden Blick auf die Holzachterbahn Mystic Timbers und dem Rapids Ride White Water Canyon, welcher während des Besuchs leider geschlossen war. Zwischendurch macht die Bahn am Wasserpark Soak City halt, wodurch diese auch als Verbindung zwischen Wasser- und Freizeitpark dient; man kann diesen jedoch auch zu Fuß entlang des riesigen Picknick-Bereichs Picnic Grove erreichen.

Seit dem Jahr 2009 ist Kings Island die Heimat des B&M Hyper Coasters Diamondback.  Sie ist der erste Hyper Coaster mit einem Wassersplash als fulminantes Finale der Fahrt.

Kurz nachdem wir die Station verlassen haben, erklimmen wir auch schon den 70m hohen Lifthügel der Anlage. Mit bester Sicht aus das Showbuilding des ehemaligen HUSS Giant Top Spins The Crypt (Tomb Raider: The Ride) und die Holzachterbahn Mystic Timbers stürzen wir uns sogleich zu Boden. Mit ordentlich Druck durchqueren wir das erste Tal, worauf hin wir einen 60m hohen Camelback erklimmen. Mit ordentlicher Airtime überqueren wir die Kuppe und stürzen uns sogleich wieder dem Boden entgegen. Hier knicken wir dann nach links ab und rasen sogleich über einen weiteren Airtimehügel. Sogleich vollziehen wir in luftiger Höhe eine Wendekurve. Auch hierauf folgt ein weiterer von Airtime geprägter Hügel. Sehr bodennah gehen wir dann in eine druckreiche Aufwärtshelix über, an deren Ende und der erste Bremsbereich erwartet.

Parallel zum ersten Hügel stürzen wir uns ein weiteres Mal zu Boden und gleiten sogleich über zwei weitere Hügel. In einer sehr kompakten Helix nehmen wir zunehmend an Höhe zu, ehe wir in das Splash-Finale der Fahrt übergehen. Nach einem kurzen Anstieg befinden wir uns sogleich in der finalen Bremsstecke der Anlage wieder.

Diamondback ist ein richtig toller Hyper Coaster. Die Fahreigenschaften sind grandios und die Airtime ist wahnsinnig gut. Hier gibt es absolut nichts zu bemängeln; eine tolle Bahn!

Die vierte und finale Holzachterbahn in Kings Island ist The Beast. Die längste und wohl auch legendärste Holzachterbahn der Welt ist seit dem Jahr 1979 der Grund nach Kings Island zu fahren – immerhin brach die komplett in Eigenleistung konzipierte und erbaute Anlage sämtliche in der Achterbahnwelt vorhandenen Rekorde. Sie war die längste, schnellste, höchste und vor allem atemberaubendste Achterbahn weit und breit.

Dabei beginnt diese noch relativ harmlos mit einer weiten Wendekurve. Kurz darauf erreichen wir den Lifthügel. Oben angekommen stürzen wir uns auch alsbald hinunter und sogleich in den ersten Tunnel der Fahrt hinein. Mit leichter Querneigung folgt nun eine bodennahe Linkskurve, ehe wir nach einem Camelback weit in den Wald hineintauchen. Nach einer kurzen Steigung wenden wir uns einer weiten Rechtskurve entgegen. Auf einer längeren Geraden nehmen wir dann immer weiter an Geschwindigkeit zu, ehe uns diese sogleich in einer Reduzierbremse auch wieder genommen wird. Noch ist die Abfahrt auf der Rampe jedoch nicht vorbei und so nehmen wir schnell an Fahrt auf. In einer Linkskurve fahren wir dann in einen längeren Tunnel. Stets bodennah fahren wir dann durch eine sehr weite Rechtskurve und nehmen immer weiter an Fahrt auf. Ein kurzer Anstieg führt uns dann zum zweiten Lifthügel der Anlage.

Oben angekommen können wir ein wenig das Panoroma genießen, ehe wir auf einer nur 18° steilen Rampe zunehmend an Fahrt gewinnen. Mit steigender Geschwindigkeit nimmt auch die Querneigung zu, welche für das fulminante Doppelhelix-Finale der Fahrt benötigt wird. In der Quergestellten 540° Helix geht es nun mit einem Affenzahn durch zwei Tunnel, ehe wir uns auf unserem Rückweg begeben. Parallel zum First Drop nähern wir uns dann der langen Bremsstrecke der Anlage und alsbald der Station.

The Beast ist ohne Frage eine interessante und gute Achterbahn. Tatsächlich ist sie vielleicht ein wenig zu lang geraten und so wirklich berauschend ist sie im Vergleich zu den heutigen Holzachterbahnen auch nicht mehr. Nichtsdestotrotz ist und bleibt sie ein Fanliebling und das hat vor allem ein Grund: Wenn es denn irgendwann dunkel wird verfällt das vorhersehbare Getier in einen atemberaubenden Rausch der Sinne. Ohne Sicht auf Irgendwas geht es dann mit mächtigem Gepolter rasend schnell durch den Wald – ein überaus atemberaubendes Erlebnis.

Stellt euch vor, ihr fahrt in einem Freizeitpark mit 14 Achterbahnen und alle davon getesteten sind gut. Stellt euch dann auch noch in einer schön angelegten Parklandschaft mit zahlreichen nett anzusehenden Bereichen vor. Hinzu gesellt sich ein überaus niedriger Andrang mit der zeitgleichen Verwendung sämtlichen Rollmaterials. Cedar Fair, you got me! Kings Island hat es mir angetan und ich bin vollständig begeistert.


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