Gruselspaß bei Knott’s Berry Farm

Knott’s Berry / Scary Farm

Knott’s Berry Farm bezeichnet sich selbst als Amerikas ersten Themenpark. Der Park beherbergte im Laufe der Zeit zahlreiche Attraktionen, die die amerikanischen Freizeitparks prägten – darunter die erste Überschlagsachterbahn der Welt, die Corkscrew.

Camp Snoopy

Wie in jedem Cedar Fair Vergnügungspark darf auch in Knott’s Berry Farm ein Snoopy Kinderland nicht fehlen. Dieser fällt hier allerdings relativ klein aus und verfügt derzeit nur über eine Handvoll Attraktionen, da die Kinderachterbahn Timberline Twister dem Snoopy’s Tenderpaw Twister Coaster weichen musste, der im nächsten Jahr eröffnet werden soll.

Sierra Sidewinder

Die größte Attraktion in diesem Bereich ist der Spinning Coaster Sierra Sidewinder von Mack Rides. Als zweite Anlage dieser Art unterscheidet sie sich interessanterweise deutlich von ihrem Vorbild im Europa Park. Die Strecke besteht hier aus vielen Kurven und Helices, die die Wagen herrlich ins Schleudern bringen. Größere Abfahrten sucht man auf der Strecke vergeblich, was ihr aber zugute kommt, da sie über kleinere Abfahrten und schöne Kurven stetig bergab führt und zum Schluss in recht intensiven Helices über den Boden rast. Eine tolle Fahrt!

The Chilling Chambers

Während Camp Snoopy tagsüber ein belebter Themenbereich ist, ist es abends menschenleer. Zwar wird der Bereich als große Scare Zone genutzt, aber wenn die Fahrgeschäfte nicht in Betrieb sind, weiß man nicht, was man in diesem Teil des Parks zu suchen hat.

Das Best-Of Maze The Chilling Chambers befindet sich am Eingang des Bereichs und gibt einen Einblick in die Geschichte von Knott’s Scary Farm. Prinzipiell ist diese recht cool gemacht, wirkt aber durch die vielen Themen der letzten 50 Jahre etwas zusammengewürfelt. Auch ist es schwer zu bespielen, wodurch der Gruselfaktor etwas zu kurz kommt.

Fiesta Village

Vor der Achterbahn Jaguar erstreckt sich ein großer Platz, der stark an die spanische Kolonialzeit erinnert. Hier befinden sich die beiden Schaukeln La Revolución und Dragon Swing sowie die Rundfahrgeschäfte Carousel de California, Hat Dance, Los Voladores und Sol Spin.

Montezuma’s Revenge

Im Fiesta Village befindet sich auch die Shuttle Loop Achterbahn Montezuma’s Revenge. Ähnlich wie Psyké Underground in Walibi Belgium wird auch diese Schwarzkopf-Achterbahn umfassend renoviert, um sie für die Zukunft fit zu machen.

Jaguar!

Die Kinderachterbahn Jaguar! hat ein recht interessantes Layout. Die Fahrt erstreckt sich über einen großen Teil des Themenbereichs Fiesta Village und besteht hauptsächlich aus großen Helices und flachen Ab- und Auffahrten. Nichtsdestotrotz macht die Fahrt viel Spaß.

Boardwalk

Der Themenbereich Boardwalk entführt uns in ein Seaside Resort der 50er Jahre, wobei Teile des Bereichs an die Roaring 20s erinnern. Hier befinden sich die markantesten Attraktionen des Parks sowie das große Theater des Freizeitparks.

Xcelerator

Vorbei am S&S Combo-Tower Supreme Scream geht es weiter zur Achterbahn Xcelerator, die leider seit einem Zwischenfall am Cedar Points Top Thrill Dragster nicht mehr in Betrieb ist. Gerüchte über eine baldige Wiedereröffnung sollten sich erst einen Monat nach meinem Besuch bewahrheiten. Auf jeden Fall ist der Intamin Accelerator Coaster mit seinem Top Hat und den anschließenden Kurven sehr ansprechend, weshalb ich auf jeden Fall wiederkommen werde, um die Anlage einmal zu fahren.

Mesmer: Sideshow Of The Mind

Die Warteschlange für Mesmer: Sideshow Of The Mind führte einmal um den Xcelerator herum, so dass man einen ziemlich coolen Blick auf die Achterbahn hatte. Das Maze selbst war auch sehr stark. Zuerst erinnerte es an eine Kirmesbude, dann tauchte es storytechnisch immer tiefer in die menschliche Seele ein und wurde immer psychedelischer. Ein wahrgewordener Drogentrip sozusagen.

Cinema Slasher

Das Slasher-Maze Horror Slasher war das schwächste Maze der Veranstaltung. Obwohl der Stoff viel Potenzial bot, scheiterte er letztlich an der Umsetzung, so dass Maze wie eine stark geschnittene Version eines FSK18-Films wirkt, da alle genretypischen Gewaltdarstellungen herausgeschnitten wurden.

Coast Rider

Eigentlich kann man nichts falsch machen mit einer Wilden Maus. Die Fahrt mit ihren engen Haarnadelkurven und steilen Abfahrten macht eigentlich immer Spaß. Dachte ich zumindest. Doch Knott’s Berry Farm hat aus dem Fahrspaß eine echte Tortur gemacht. Dank der nachgerüsteten Schienbeinschienen tut die Fahrt nur noch weh. Die Bewegungsfreiheit der Fahrgäste muss nicht so eingeschränkt werden, dass Erwachsene mit einer Körpergröße von 1,78 m nicht mehr schmerzfrei mitfahren können. Auf jeden Fall scheint es sich bei der eingebauten Lösung eher um eine schnelle Lösung für ein unwahrscheinliches Problem als um eine durchdachte Lösung zu handeln. Ich jedenfalls werde nicht mehr freiwillig in diese Achterbahn steigen.

HangTime

Der Infinity Coaster HangTime steht an der Stelle des berüchtigten Shoot the Chute Perilous Plunge, der fast senkrecht ins Wasserbecken stürzte. Kein Wunder also, dass es bei Hangtime noch etwas steiler zur Sache geht.

Nach dem Senkrechtlift hängen wir zunächst ein wenig in der Haltebremse fest, bevor wir uns dem Sturz in den Abgrund widmen. Mit ordentlich Druck geht es dann durch das erste Tal und gleich wieder steil bergauf. Oben angekommen geht es direkt in den Negativ G Stall Looping, den wir seitlich verlassen. Sofort geht es weiter in einen überdimensionalen Korkenzieher. Gleich darauf folgt eine Cutback-ähnliche Kurve. Direkt danach werden wir in einem Double Down aus dem Sitz gehoben, bevor wir in eine Cobra Roll einfahren. Interessanterweise ist dies das letzte Element der Fahrt. Eine kurze Auffahrt später befinden wir uns bereits in der Schlussbremse der Achterbahn.

HangTime ist ein guter Infinity Coaster mit einem sehr ungewöhnlichen Layout. Die schnelle Abfolge der Elemente und das sehr kompakte Layout sprechen für sich, allerdings ist der Fahrkomfort nicht der beste.

Surfside Gliders und Pacific Scrambler

Gegenüber der Achterbahn HangTime befindet sich ein kleiner Pier, auf dem die beiden klassischen amerikanischen Fahrgeschäfte Surfside Gliders und Pacific Scrambler stehen.

Knott’s Bear-y Tales 4D

Die interaktive Themenfahrt Knott’s Beary Tales: Return to the Fair nimmt uns mit auf ein lustiges Abenteuer, bei dem wir versuchen, so viele Kuchen wie möglich vom berüchtigten Kuchendieb Crafty Coyote zurückzuerobern. Die putzige Fahrt basiert auf der ursprünglichen Knott’s Bear-y Tales Themenfahrt, die von 1975 bis 1986 im Park betrieben wurde und ersetzt die eher kurzlebige Attraktion Journey to the Iron Reef.

Room 13

Direkt neben den Wheeler Dealer Bumper Cars befindet sich der Eingang zum Maze Room 13. Doch zunächst geht es in die Blind Tiger Bar, bevor wir uns durch das Argive Hotel bewegen, um das Geheimnis des Devil’s Elixir zu lüften. Thematisch ist das Maze in der Prohibitionszeit angesiedelt, was hier hervorragend umgesetzt wurde. Insgesamt ist Room 13 ein sehr stimmiges und gut inszeniertes Maze.

Ghost Town

Pony Express

Der Pony Express ist eine kleine Achterbahn, die sich vor allem durch den Schwungradstart auszeichnet.  Neben dem überraschenden Start verfügt die Anlage über einige enge Kurven und Hügel. Leider ist die Wartezeit hier immer sehr lang, so dass Mehrfachfahrten hier leider kaum möglich sind.

Origins – The Curse of Calico

Origins: The Curse of Calico erzählt die Geschichte des Nebels, der jedes Jahr während Knott’s Scary Farm über den Straßen der Geisterstadt liegt. Alles begann mit der Hinrichtung von Sarah Marshall aus Calico, die der Hexerei für schuldig befunden wurde. Doch auch diejenigen, die Sarah verurteilt hatten, waren schuldig und zogen den Zorn der Hexe auf sich. Die Hexe verfluchte die Einwohner von Calico, die nun als Untote in der Geisterstadt ihr Unwesen treiben. Gerade zu Beginn ist die Maze noch sehr stimmungsvoll, nimmt jedoch gegen Ende immer weiter ab.

Calico River Rapids

Die Calico River Rapids gehören zu den schönsten Rapids Rides, die Intamin zu bieten hat. Die rasante Fahrt durch die Stromschnellen wird von zahlreichen Animatronics begleitet, zudem ist der Nässegrad für amerikanische Verhältnisse sehr moderat.

The Grimoire

In The Grimoire erleben wir, was alles schief gehen kann, wenn man laut aus einem verfluchten Buch vorliest. Als Besucher eines Ferienlagers werden wir durch zahlreiche, lose miteinander verbundene Szenen geführt, die den Horror des Buches veranschaulichen. Durch die Vermischung verschiedener Stile gehört das Maze leider zu den schwächeren der Veranstaltung.

Calico Mine Ride

Die alte Themenbahn Calico Mine Train muss man gesehen haben, auch wenn man leider sehr lange anstehen muss.  Die Fahrt durch das Bergwerk bietet einige große Szenen und Überraschungen.

Timber Mountain Log Ride

Der Timber Mountain Log Ride zählt zu den schönsten Wildwasserbahnen der Welt. Die Fahrt durch den künstlichen Berg hält einige Überraschungen bereit. Während moderne Wildwasserbahnen nur noch mit Gimmicks auftrumpfen können, überzeugt die 1969 eröffnete Attraktion vor allem durch viel Abwechslung (vor allem in der Strömung), detailgetreue Szenen und zahlreiche Animatronics. Für mich die beste Wildwasserbahn der Welt.

Wax Works

Das Maze Wax Works erzählt die Geschichte eines verlassenen Wachsfigurenkabinetts, aus dem seltsame Geräusche dringen. Dr. August Scratch, ein ehemaliger Schönheitschirurg, ist in das verlassene Museum eingebrochen, um dort seine neuen, unheimlichen Figuren aus brennendem Wachs und blutigem Fleisch zu präsentieren. Beim Rundgang durch das Museum hört man Schreie. Dann steht man vor glühenden Kesseln, in die Opfer getaucht und in Dr. Scratchs neueste Wachsfiguren verwandelt werden. Jetzt bleibt nur noch die Flucht durch diese sehr gut gemachte Maze.

The Depths

In The Depths folgen wir den Spuren einer zum Tode verurteilten Minen-Crew, die in den Katakomben einer düsteren Küstenstadt auf sich allein gestellt ist.  Je tiefer wir kommen, desto größer wird der Schrecken und spätestens bei der Erkundung eines versunkenen Schiffes nimmt das Grauen überhand. Alles in allem ist The Depth eine sehr schön inszenierte Maze.

Bloodline: 1842

In Bloodline: 1842 begeben wir uns auf die Schlachtfelder der vom Krieg zerrütteten Straßen Valdoniens. Dort machen wir uns auf die Suche nach den anderen Daybreakern, mit denen wir den König der Valhymphri-Vampire stürzen wollen. Alles in allem ist Bloodline: 1842 eines der stimmungsvollsten Mazes der Veranstaltung und daher sehr zu empfehlen.

Dark Entities

In Dark Entities beamen wir uns auf eine zerstörte Raumstation. Finstere Mächte haben die Station übernommen und die Besatzung in multidimensionale Mutanten verwandelt. Es gilt schnell zu fliehen, denn die dunklen Wesen planen, alles Leben an Bord der Station für immer auszulöschen. Alles in allem eine eher mittelmäßiges Maze.

Ghost Rider

Ghost Rider ist die große Holzachterbahn im Park. Die Bahn führt durch den hinteren Teil der Geisterstadt Calico sowie durch ein Gelände auf der anderen Seite der Grand Avenue.

Die Fahrt mit dem Ghost Rider beginnt mit einer abschüssigen Linkskurve aus der Station heraus. Nach einer weiten Rechtskurve erreicht man den Lifthügel der Anlage. Oben angekommen geht es direkt in den ersten Drop. Mit ordentlich Shake, Rattle und Roll geht es durch eine bodennahe Linkskurve und gleich danach in einen großen Camelback. Mit ordentlichen Querkräften geht es direkt durch die erste Wende des Layouts. Nach einem kurzen Rechtsknick geht es wieder bergab. Von nun an bahnen wir uns unseren Weg durch die Holzkonstruktion der Achterbahn, dem L-förmigen Layout der Achterbahn folgend. Nach einer weiteren Steigung geht es ein Stück nach links, bevor wir in eine weitere Wendekurve abbiegen. Nach einer kurzen Geraden geht es wieder hinunter in die Holzkonstruktion. Es folgen zahlreiche kleine Hügel und viele Kurven, in denen wir ordentlich in die Seitenwand des Zuges gedrückt werden. Nach wie vor mit einer recht hohen Geschwindigkeit fahren wir dann in eine lang gezogene Helix ein. Nach einem kurzen Hügel erreichen wir die Bremsstrecke der Achterbahn.

Ghost Rider ist eine wirklich solide Holzachterbahn, die aber für CCI-Verhältnisse eher unscheinbar ist. Die Bahn bietet zwar ein sehr interessantes und vor allem langes Layout, sowie die für den Hersteller so stilprägenden lateralen Kräfte, jedoch nicht die sehr abrupte und ausgeprägte Airtime, wie man sie z.B. bei Megafobia im Oakwood Theme Park findet.

Silver Bullet

Die letzte Achterbahn in diesem Bericht ist gleichzeitig auch die Achterbahn, die mit ihrer großen Cobra Roll den Eingangsbereich maßgeblich prägt. Die Rede ist natürlich von Silver Bullet, dem großen Inverted Coaster des Freizeitparks.

Die Fahrt mit Silver Bullet beginnt nach einer kurzen Rechtskurve direkt mit dem Lifthügel der Achterbahn. Oben angekommen geht es in eine Rechtskurve, die immer steiler wird. Im Tal wird man sofort in den großen Looping der Achterbahn gezogen. Es folgt ein Hügel, der leicht nach links abknickt und in die große Cobra Roll mündet. Danach geht es in die große Zero-G Roll, die in eine linksdrehende Helix übergeht. Es folgt der erste Korkenzieher nach links und nach einer kurzen Kurve der zweite Korkenzieher nach rechts. Mit ordentlich Druck geht es dann in eine enge Helix, nach der man sich in der Bremsstrecke der Anlage wiederfindet.

Silver Bullet ist ein atemberaubender Inverted Coaster mit einem wirklich schönen Layout. Vor allem der dynamische Teil mit den beiden Korkenziehern gefällt mir sehr gut. Auch der Rest der Fahrt ist für einen Inverted Coaster dieser Größe sehr knackig, weshalb ich immer wieder gerne einsteige.

Bilder Knott’s Berry Farm

Fazit Knott’s Berry Farm

Knott’s Berry Farm ist ein toller Freizeitpark mit einem wirklich schönen Line-Up und vielen ganz besonderen Attraktionen, wobei mir der Timber Mountain Log Ride am besten gefallen hat. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in Verbindung mit der Abendveranstaltung Knott’s Scary Farm.

Fazit Knott’s Scary Farm

Knott’s Scary Farm gilt als das Halloween-Event an der Westküste. Da ich die Veranstaltung an einem Sonntagabend besuchte, hielten sich die Wartezeiten an den Mazes sehr in Grenzen, so dass ich keine Probleme hatte, alle Mazes zu machen, viele davon ohne Wartezeit. Besonders hervorzuheben sind die Mazes Bloodline: 1842, Mesmer: Sideshow Of The Mind und Wax Works.

Etwas schade fand ich, dass man bei den Mazes immer in einer großen Gruppe unterwegs ist, wodurch die Mazes an sich nicht so gruselig sind. Auch wenn man mal das Glück hat, eine Weile alleine zu sein, trifft man doch recht schnell wieder auf die Gruppe vor einem. In dieser Hinsicht muss ich das Halloween Horror Event im Movie Park Germany loben, da dort nicht nur Mazes mit einem ähnlichen Standard wie hier in Knott’s Scary Farm angeboten werden, sondern man auch meist nur mit sehr wenigen Leuten für ein paar Minuten durch das Maze läuft.

Alles in allem hatte ich sehr viel Spaß in Knott’s Scary Farm. Ich konnte nicht nur alle Mazes besuchen, sondern auch mit vielen Achterbahnen bei Nacht fahren, ohne dafür lange anstehen zu müssen. Ein tolles Event!

 

Was ist deine Meinung über den Freizeitpark Knott’s Berry Farm? Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder in unsere Social Media Kanäle:

 

          


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Achterbahn fahren am Fujiyama

Die Geschichte des Fuji-Q Highland

Das Fuji-Q Highland am Fuße des altehrwürdigen Fujiyamas, dem (so übersetzten) König der Berge, gehört zu den bekanntesten japanischen Freizeitparks, denn hier warten gleich vier rekordhaltende Großachterbahnen darauf von der Masse der Parkbesucher gestürmt zu werden. Das außerhalb dieser Achterbahnen ein recht ranziger, teilweise jedoch auch überaus sympathischer, Freizeitpark besteht, fällt da kaum ins Gewicht.

Begonnen hat alles mit einer Eislaufbahn im Jahr 1961. Mit der Errichtung der Fuji-Kyūkō-Linie im Jahr 1964 erfolgte dann die Umbenennung in Fuji-Q Highland und der Ausbau der Anlage zu einem Vergnügungspark. Seit jeher wird der Park von der Eisenbahngesellschaft Fujikyūkō Co. Ltd. (kurz Fujikyū) betrieben. 1986 erfolgte mit der Errichtung des Highland Resort Hotels der Ausbau zum Resort. Obwohl es die ursprüngliche Eislaufbahn, in dessen Mitte damals die legendäre Achterbahn Moonsault Scramble errichtet wurde, nicht mehr gibt, bleibt das Resort seinen Wurzeln treu. Im Winter besteht die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen auf mehreren Flächen, darunter auch ein ovalförmiges Stadion im Conifer Forest außerhalb des Fuji-Q Highland, welches im Sommer für Festivals und Konzerte genutzt wird. Zwei Museen, sowie zwei weitere Hotels und ein Onsen ergänzen das Resort.

Parkrundgang

Nach dem Check-In im parkeigenen Hotel zog es uns durch die Ville de Gaspard et Lisa – einer schicken Einkaufs- und Essensmeile im französischen Stil, samt dem Café Brioche, einer grandiosen Boulangerie, die sich hervorragend zum Frühstücken eignet –, in Richtung des Haupteingangs des Freizeitparks. Hier stehen gleich drei der vier großen Achterbahnen. Der vorbildliche Japaner folgt nun brav den Bodenmarkierungen und stellt sich daraufhin in eine der Warteschlangen; blöderweise ist dies einer der Gründe, warum die Bahnen sehr schnell an Wartezeit zulegen. Der etwas smartere Parkbesucher greift indes in seinen Geldbeutel und kauft sich Vordrängelpässe an einem kleinen Stand zwischen der Achterbahn Mad Mouse und dem Überschlagskarussell Panic Clock, die wiederum in einer so geringen Stückzahl verfügbar sind, wodurch diese sehr schnell vergriffen sind. So heißt es also: Der frühe Vogel fängt den Wurm und darf sich demzufolge darüber freuen, alle Achterbahnen an einem Tag zu schaffen.

Do-Dodonpa

Den Anfang auf unserem Parkrundgang durch das Fuji-Q Highland macht die Abschussachterbahn Do-Dodonpa, die über das vergangene Jahr ein signifikantes Makeover spendiert bekommen hat und sich nun über einen 49 m hohen Vertikallooping, statt eines abwurffreudigen Top-Hats, freuen darf. Das ist in erster Näherung grundsätzlich nichts Schlechtes – ein schöner Looping kann das Highlight einer jeden Fahrt sein –, zudem wurde die Geschwindigkeit des Luftdruckabschusses von 172 auf 180 km/h erhöht und die Beschleunigungsphase von 1,8 auf 1,56 Sekunden reduziert; all das klingt ziemlich vielversprechend und für die meisten Parkgäste bereits zu verrückt, um wahr zu sein.

Umso gespannter ist man dann auf seine Erstfahrt und plötzlich stellt man sich als erfahrener Achterbahnenthusiast Fragen, die man sich seit langer Zeit nicht mehr gestellt hat: „Ist die Beschleunigung des Abschusses nicht bereits zu viel des Guten; kann mein Körper das überhaupt ab?“. Es erfolgt die Einfahrt in den Launchtunnel und kurz darauf ertönt bereits der Countdown zum Abschuss. Ehe man sich versieht, ist man 60 m vorangeschritten und 180 km/h schneller; das ging schnell und war erstaunlich sanft für rund 4,75 G. Aber das trübt sehr, denn nach dem Launch wird die Steigung dessen beigehalten und der Zug verliert beständig und überaus zügig an Geschwindigkeit. Auch der darauffolgende kurze Dip kann dieses Verhalten nicht aufhalten. Über eine sehr weite Rechtskurve bahnt man sich dann den Weg gen Looping, der dann leider sehr kraftlos durchfahren wird. Hieran durchbrettert man eine kurze Linkskurve und schon wird die Geschwindigkeit reduziert und in einer Linkskurve und seltsam quergeneigten Rechtswende folgt dann die Rückführung zur Station.

Zum Glück hatten wir für Do-Dodonpa ein Vordrängelticket gekauft, denn nach vier Stunden Wartezeit wäre die Enttäuschung über die ereignisarme Fahrt um ein Vielfaches größer gewesen. Klar, der Abschuss rockt gewaltig und zieht so druckreich, wie kein anderer – doch macht er dieses halt nur 1,56 Sekunden lang. Die restliche Fahrstrecke ist leider nicht der Rede wert.

Ein starker Auftakt im ersten Akt nützt einem halt nichts, wenn der Rest des Stückes öde ist. Blöd nur, wenn der Vorgänger Dodonpa mit dem Knochenbrecher-Top-Hat immerhin ein zweites Element aufweisen konnte, welches die Fahrt maßgeblich geprägt hatte und dadurch zu Wiederholungsfahrten einlud. Dem entsprechend muss man leider beim hiesigen Update der Achterbahn von einer Verschlimmbesserung sprechen, den Fans der alten Anlage zumindest dürfte das genauso wenig gefallen, wie mir die Anlage nach meiner Erstfahrt.

Takabisha

Gut, dass nebenan gleich die Achterbahn Takabisha steht. Gebaut von dem Experten für übersteile Abfahrten, der Firma Gerstlauer aus dem schwäbischen Münsterhausen, besticht die Anlage mit der steilsten aller Abfahrten weltweit und weiteren erprobten Elementen. Hier kann also nichts schiefgehen, zumal man in den klassischen, schulterbügelbestückten, Eurofighter-Wagen unterwegs ist.

Die Fahrt beginnt mit einer engen Linkskurve, an der sich ein kurzer, aber überaus steiler, Drop anschließt. Mit ordentlichen Druck durchquert man nun das nachfolgende Tal und wirft sich elegant in eine 180° Linkskurve, an der sich fließend eine, wunderbar zu fahrende, Heartline-Roll anfügt. Diese mündet dann in eine weitere Linkskurve und alsbald in der ersten Blockbremse. Über einen Mini-Drop à la Karacho aus dem schwäbischen Freizeitpark Erlebnispark Tripsdrill erreicht man dann den Launchbereich der Anlage, der einen äußerst kräftig über eine längere Zeit beschleunigt. Eigentlich wäre es nun falsch zu sagen, Takabisha hätte den besseren Abschuss der beiden Abschussachterbahnen, aber Takabisha hat den besseren Abschuss.

Es folgt ein überdimensionaler, an einem Top-Hat erinnernder, Korkenzieher, ehe man sich mit voller Geschwindigkeit einem überaus interessanten Element nähert und dabei wunderbar intensiv durch ein Tal brettert. Besagtes Element ist die sogenannte Banana-Roll, eine Art Cobra Roll in Form einer Banane. Dabei erfolgt die Wende innerhalb des Elements am höchsten Punkt dessen, was eine interessant verdrehte Ausfahrt zur Folge hat. Hieran fügt sich ein klassischer Korkenzieher an, der den Wagen einmal quer durch die Anlage auf die andere Seite dieser befördert. Über einen verdrehten und airtimebestickten Hügel wiederholt man dann dieses Spiel erneut, ehe nach einer kurzen Auffahrt die Einfahrt in die zweite Bremsstrecke wartet.

Innerhalb der Blechhalle absolviert man nun eine 180° Wende, auf die der Vertikallift der Anlage wartet. Dieser befördert die Fahrgäste beständig auf die Maximalhöhe von 43 m, auf das diese in der anschließenden Abfahrt ein wenig die Aussicht genießen können; denn vor dem 121° steilen Gefälle folgt nämlich eine kurze Haltebremse um einen ähnlichen Effekt wie bei den Diving Coastern des Herstellers B&M zu generieren. Wenige Sekunden später wird der Wagen sanft über die Kuppe befördert und stürzt daraufhin rasant zu Boden. Im selben Moment wird interessanter Weise aus weiter Ferne das Onride-Foto geschossen – quelle surprise (immerhin rechnet man eher mit einem Foto bei der Taldurchfahrt, was jedoch nicht die Gesichtsausdrücke dieses WTF-Momentes einfangen würde)!

Der Drop hält was er verspricht und so saust der Wagen folglich überaus kraftvoll durch das sodann folgende Tal. Mit viel Schwung erklimmt man nun einen Hügel, dreht sich während dessen um die eigene Achse und taucht in einem Dive-Loop ab. Dieser ist dann auch der Auftakt in ein optisch eindrucksvolles doppeltes Wendemanöver, denn in einen Inside-Top-Hat wechselt man nun erneut die Richtung, ehe man einen Immelmann-Loop erklimmt. Auf dessen Ausfahrt wartet dann die finale Bremse auf die Fahrgäste und alsbald die Station der 1000 m langen Achterbahn.

Takabisha ist eine rundum gelungene Achterbahn des Herstellers Gerstlauer, die vor allem dank ihrem Abschuss und dem signifikanten übersteilen Gefälle in der zweiten Fahrhälfte zu überzeugen weiß. Die Banana-Roll ist zudem ein überaus interessantes Element, welches einem wunderbar hin- und herreißt. Die Fahreigenschaften sind dank den klassischen Wagen brillant. Im Gesamten gesehen, also eine Achterbahn, die ihrer Wartezeit absolut gerecht wird – denn auch hierzulande könnte man genauso lange für die Anlage anstehen; generell geht es recht zügig voran.

Fuji Airways

Etwas weniger zügig, da immer nur in Intervallen erfolgend, geht der Einlass beim Flying Theater Fuji Airways voran. Erbaut im Jahr 2014 durch den Hersteller Brogent Technologies, zeichnet sich die Anlage vor allem (in der Pre-Show) durch ihren absurden Humor aus. Im Jahr 2016 wurde dann der verwendete Film durch 6K-Dronenflug-Aufnahmen aus der Umgebung und der Einbindung der Gondeln des nahen Überschlagsfahrgeschäfts Tentekomai aufgewertet. Man nimmt sich also nicht so ernst hier am Fujiyama und so gleitet man überaus vergnügt über die Landschaften und vollzieht mittendrin äußerst eindrucksvoll eine Überschlagsrolle.

Fans dieser Art von Simulatoren werden begeistert sein; für mich war es die erste Begegnung mit einen solchen Simulator und mir hat der Flug mit Fuji Airways durchaus gefallen. Die Bewegungen waren flüssig und die gezeigten Bilder optisch beeindruckend; da stört es mich auch eigentlich gar nicht, dass man die Ränder der Leinwand hat sehen können. Nur die Fahrt selbst war schlussendlich schon ein wenig repetitiv und generell etwas zu lang – doch bevor die Begeisterung irgendwann zu sehr abflachte, kam die Rolle und zack war sie wieder da. Insgemein also ein sehr schönes Fahrgeschäft im Fuji-Q Highland, welches man nicht auslassen sollte.

Tentekomai

In derselben Hinsicht darf man auch eine Fahrt auf dem Gerstlauer Sky Roller Tentekomai wagen, der ein weiteres Mal die Story der fiktiven Fluggesellschaft Fuji Airways aufgreift und sich somit ebenfalls nicht ganz so ernst nimmt. Die Gondelrotation war leichtgängig, es gelang also schnell (wenn man es denn so wollte) eine überschlagsreiche Fahrt, die jedoch ebenso schnell wieder vorbei war. Umso länger wiederum dauerte dann die Abfertigung der Gondeln, was durch den Andrang am ersten Besuchstag nicht sonderlich schlimm war.

Thomas Land

Vorbei am Wellenflug Wave Swinger und dem, für einen japanischen Park dieser Größenordnung verhältnismäßig mickrigen (da nur 50 m hohen), Riesenrad Shining Flower zieht es uns nun in das Kinderland des Fuji-Q Highland. Dieses ist rund um die Kinderserie „Thomas, die kleine Lokomotive“ gestaltet und war seiner Zeit das erste seiner Art. Seit dem Jahr 1999 befördern hier Thomas und andere Akteure der Railways Series die Besucher über die Insel Sodor. Teilweise sogar in Wechselschichten, denn auf Thomas and Percy’s Fun Ride werden die Lokomotiven öfters am Tag getauscht.

Ansonsten fühlt man sich hier mitten in England. Es gibt einen (leider nur angedeuteten) Pub, eine Teestube und vieles mehr zu entdecken. Mittendrin stehen dann vier der bekannten Lokomotiven als Fotomotive bereit und auch der Dicke Kontrolleur ist natürlich vertreten. Darüber hinaus ist der Bereich mit einer Vielzahl an Fahrgeschäften äußerst gut aufgestellt, darunter die Themenfahrt Thomas’s Party Parade (samt Drehscheibe und Weiche), ein sehr schick integriertes 3D-Maze, eine Kinderwildwasserbahn, ein 3D-Kino, sowie die L-förmige Kinderachterbahn Rock ‘n Roll Duncan.

Mini-Fuji

An der hinteren Wendekurve der Achterbahn Do-Dodonpa verlassen wir das Thomasland und finden uns sogleich am Mini-Fuji wieder. Hier besteht im Winter eine kleine Rutschbahn, ansonsten liegt diese Ecke im Fuji-Q Highland größtenteils brach. Umso interessanter ist es, dass man diesen kleinen Berg tatsächlich besteigen kann, was einem eine tolle Sicht auf die Umgebung ermöglicht.

Adventure Land of Kaiketsu Zorori

Am Fuße des kleinen Berges befindet sich der Star-Flyer Tekkotsubanchou, der sich mit seiner Baustellenthematisierung hier perfekt einpflegt. Direkt daneben kann man das Adventure Land of Kaiketsu Zorori erkunden. In einer 700 m² großen Halle erstreckt sich dabei ein kleines kindergerechtes Funhouse mit allerhand interaktiven Elementen.

Ultimate Fort 2 und Super Scary Labyrinth of Fear

Ganz in der Nähe liegen gleich zwei berühmt berüchtigte Indoorattraktionen; berühmt und berüchtigt vor allem da die Warteschlangen gerne bereits zum Mittag ihre Kapazitätsgrenzen erreichen. Beim Ultimate Fort 2 handelt es sich um einen interaktiven Walkthrough in der Art eines Escape Rooms, bei dem man eine scheinbar unmögliche Mission ausführen soll – die Chance auf Erfolg steht dabei bei etwa 0%, von 100.000 Versuchen schafft es in der Regel nur eine Gruppe. Die zweite Attraktion ist das Super Scary Labyrinth of Fear, ein Grusellabyrinth im Stil eines heruntergekommenen Krankenhauses mit einer Durchlaufzeit von etwa 20-30 Minuten; ausgeschrieben sind jedoch tatsächlich 50 Minuten, womit das Maze zu einem der längsten seiner Art gehört.

Nagashimasuka

Interessanter Weise gibt es direkt daneben noch ein weiteres Maze mit einer deutlich kürzeren Durchlaufzeit. Unsere Blicke zieht es jedoch in Richtung des aufgeständerten Hafema Rafting Nagashimasuka und seiner putzig-gemeinen Winkekatzengestaltung. Wobei man den fiesen Aspekt dieser Katzen nur von hier sehen kann; ansonsten zeigt sich die Anlage nämlich extrem unscheinbar. Auch in der Station scheint der Nässegrad überschaubar, als wäre Nagashimasuka eine simple Rundbootrutsche.

Doch dieser Schein trübt; sobald der hohe Lift der Anlage erklommen und das Boot das erste Gefälle herunterdüst ist, ist man nass oder besser gesagt durchnässt, denn durch den kurzen Bremsweg schwappt eine ganz schön hohe Welle auf die vier ahnungslosen Insassen herab. Hierauf rutscht das Boot eine 670° Helix hinunter, an dessen Ende eine weitere Welle wartet. Nun größtenteils durchnässt dümpelt man eine weite Kurve entlang, passiert den Lifthügel und eine weitere Wendekurve. Hieran schließt sich, recht überraschend, ein Doppeldrop an. Auch hier schwappt mal wieder einiges Wasser in das Rundboot, doch die Fahrt ist noch lange nicht zu Ende und so landet man schnur(r)stracks in einem, für den Hersteller wiederum sehr typischen, Whirlpool. Wer bereits einige Anlagen dieser Art absolviert hat wird wissen, dass am Ende meist eine Wellenfront auf die Fahrgäste wartet, die diese recht effizient befeuchten kann: So auch hier!

Der Rückweg zur Station erfolgt nun durch einen klassischen Raftingkanal auf der Rückseite der einst so freundlich dreinschauende Katzenstatuen, hier entsprechend in der zornigen Version. Dabei passiert man eine Lautstärkemessung, die bei entsprechender Lautstärke zusätzliche Wassereffekte am Wegesrand einschaltet. Nach einer weiten Wendekurve neigt sich die überaus nasse Fahrt seinem Ende entgegen, woraufhin wir erst einmal zur Fotosession mit unseren beiden japanischen Mitfahrern (die uns zuvor ganz freundlich gefragt haben, ob wir mit Ihnen fahren wollen) vor den beiden Winkekatzen geladen wurden – stilecht natürlich in typisch japanischer Pose.

Nagashimasuka ist ein überaus tolles Rafting, welches gerade durch seinen sehr hohen Nässegrad absolut überzeugen kann. Die Vielzahl an Elementen macht die Raftingfahrt absolut erlebenswert und der Doppeldrop allein die Fahrt zu einem Must-Do. Interessanter Weise kann man die Anlage auch im Winter testen, dann sind jedoch zusätzliche Schutzwände an der Gondel angebracht.

Voyage dans le Ciel (avec Gaspard et Lisa)

Direkt nebenan befindet sich die Station der Achterbahn Voyage dans le Ciel (avec Gaspard et Lisa), vormals besser bekannt als der Hamtaro Coaster. Doch interessanter Weise hat der Suspended Coaster eine bewegte Vorgeschichte als erster Flying Coaster in Japan: Ursprünglich als Birdmen im Juni 2000 mit Fliegegondeln ganz ähnlich einer Zamperla Volare (jedoch mit nur zwei Plätzen nebeneinander) eröffnet, dauerte es nicht lange, bis der erste Zwischenfall – während einer Notbremsung im Mai 2001 – passierte und die Bahn anschließend für zwei Jahre lang geschlossen wurde. Die Anlage hat daraufhin neue Gondeln spendiert bekommen und zeigt sich seitdem als kindergerechte Einsteigerbahn.

Nachdem man sich in die zweisitzigen Gondeln (mit hintereinander befindlicher Sitzposition) gequetscht hat, kann die Fahrt auch schon losgehen. Ein Kettenlift befördert die recht wuchtig geratene Gondel auf die Ausgangshöhe von 23 m. Von hier aus geht es erst in einer Linkskurve und dann in einer Rechtskurve beständig hinab, ehe ein kleiner Dip mit anschließenden Hügel folgt. Nach einer kurzen Auffahrt wird die erste Blockbremse erreicht, woraufhin man eine linksführende Abwärtshelix um den Freifallturm Red Tower herum absolviert. Hieran folgt ein kurzer Linksknick, der in eine wunderschöne Senkfahrt am Spillwater Cool Jappaan übergeht. Unterhalb des Lifthügels wartet dann die zweite Blockbremse der Anlage. In einer weiten Linskurve, an der Tretmonorail des Fuji-Q Highland vorbei, nähert man sich dann bereits der letzten Bremsstrecke der Anlage, woraufhin die durchaus nette Fahrt alsbald ihr Ende findet.

Eejanaika

Am Eingang nahe der Fuji-Q Highland Station angekommen heißt es für uns nun einen ganz besonderen Stahlkoloss in Angriff zu nehmen – wie es auch die meisten Besucher hier von Anfang an machen, denn die Anlage ist durch ihre Lage direkt an diesem Eingang immer recht schnell überlaufen. Die Rede ist natürlich von Eejanaika, der damals zweiten Auslieferung eines 4th Dimension Coasters, wobei es die Erstauslieferung des Herstellers S&S war. Das grundsätzliche Layout entspricht dabei sehr dem der Prototypenanlage X aus dem amerikanischen Freizeitpark Six Flags Magic Mountain, die Gondelrotation hingegen wurde auf Wunsch des Fuji-Q Highland ein wenig verschärft. Ebenso ist die Anlage etwas größer geraten und weist zudem eine deutlich geringere Kapazität auf.

Dies liegt jedoch nicht am optimierten Abfertigungsprozess, bei dem sich die Fahrgäste in abgetrennten Boxen auf die Fahrt vorbereiten (alle losen Gegenstände und auch die Schuhe werden in Schließfächern abgelegt) und auch nicht der dreifachen Bügelkontrolle, bei der man (wohl aus rechtlichen Gründen) auch selbst aktiv werden muss, sowie der abschließenden Showeinlage vor der Ausfahrt des Zuges, sondern einfach daran, dass der Zug hier nur fünf Wagen vorweisen kann.

Einmal abgefertigt geht es dann jedoch recht schnell und so findet man sich in einer 180° Wendekurve sogleich in Rückenlage leicht kopfüber gestellt wieder. Den Lift erreicht man dann wiederum in der rückwärtsgerichteten Fahrposition, ehe dieser einem auf dem Rücken liegend auf 75 m Höhe befördert. Obwohl das schon sehr zügig passiert, hat man dennoch genug Zeit, um einen genauen Blick auf die umgebenden Berge zu werfen – nur jedoch nicht auf den Fujiyama, denn der befindet sich direkt hinter uns.

Ein kurzer Pre-Drop bringt den Wagenverbund in Schwung und richtet uns wieder in die ursprüngliche Fahrposition aus, bevor wir dann auf der nächsten Kuppe frontal dem Erdboden entgegen, bzw. in Richtung der Vorderreihe, schauend gerichtet werden. Diese Fahrposition behalten wir dann einen Großteil des vertikalen Gefälles bei, überschlagen uns jedoch im unteren Drittel einmal, auf dass wir das darauffolgende Tal leicht nach oben schauend absolvieren. Im Inside-Raven-Turn wird nun einmal die Fahrtrichtung der Schiene gewechselt, wir jedoch erleben das Element stets in der Horizontalen, just bevor die Ausfahrt dessen erreicht wird und wir einen kurzen Salto durchführen. Der Zug selbst durchfährt, nun unter der Schiene hängend, ein Gefälle und dreht sich anschließend in einer Zero-G Roll um die eigene Achse, während wir vorwärts durch den dichten Stützenwald rasen und uns mit einer 360° Drehung um die eigene Achse vor einem Überschlag in der Rolle drücken. Wieder einmal vorwärts gerichtet erfolgt dann die Einfahrt in eine übergeneigte Wendekurve, an dessen Kuppe man in Richtung des Fuji-Q Highland gedreht wird. Weiterhin mit Sicht nach vorne durchqueren wir ein kraftvolles Tal an der Station entlang. Auf dem nun folgenden Hügel wechselt die Schiene in einem Fly-to-Lie Element ihre Ausrichtung und wir drehen uns dabei munter um 180°. Rückwärts führend passieren wir dann ein Tal und steigen sogleich einen Hügel empor an dessen Ende die Einfahrt des Outside-Raven-Turns wartet. Auch in dieser Variante des Raven-Turns werden wir in der Horizontalen gehalten, während der Zug munter seine Fahrposition wechselt und folglich unter der Schiene hängend weiterführt. Mit signifikant hoher Geschwindigkeit rast man nun ein weiteres Fly-to-Lie Element entgegen, welches in Kombination mit der Gondelrotation, einem ganz schön hin- und herreißt. Geschüttelt und gerührt findet man sich dann in der Bremsstrecke und kurz darauf in der Station wieder.

Eejanaika ist die heftigste Achterbahn, die ich bislang erleben durfte. Die Fahrt ist extrem druckreich, beraubt einem in absoluter Art und Weise seines Orientierungssinns und ist dabei (abgesehen vom letzten Fahrelement) erstaunlich sanft in ihren Fahreigenschaften. Man wird schlichtweg nicht verdrescht, obwohl man in Pascha-Manier mit gespreizten Beinen im Zug sitzt. Die minimalistische, jedoch recht komplizierte, Bügelsicherung verstärkt die Fahrt und den Respekt vor ihr ungemein, selbst wenn man sie bereits einmal erlebt hat. Und auch jetzt, mehrere Monate nach der Fahrt, fällt das Resümee der Anlage einfach aus: Die Fahrt ist geil!

Cool Jappaan

Mehr Lobhudelei bedarf es für Eejanaika daher gar nicht und so wechseln wir schnell zur Nachbaranlage, dem Spillwater Cool Jappaan aus dem Hause O.D.Hopkins. Dieser zeigt sich baugleich zur Anlage aus dem Nagashima Spa Land; hat jedoch auf seiner Brücke einen Unterstand, bei dem teilweise die Fenster einfach so fehlen. Die Fahrt selbst ist etwas weniger nass als bei der Schwesteranlage, man wird also erst mit dem Erreichen der Brücke geflutet. Jedoch sollte man bei der Anlage dringend im Ponscho fahren – obwohl sich das Personal wirklich sehr freut, wenn man es denn nicht macht –, denn das Wasser hier ist (wie auch beim bereits erwähntem Rafting) leider nicht wirklich sauber und hinterlässt seltsame Flecken auf der Kleidung, wobei dieser Umstand gegebenenfalls auch nur temporär vorhanden gewesen sein kann – ich zumindest fand’s doof.

Panic Clock

Vorbei am Red Tower, einem S&S Turbo Drop mit sehr seichter Fahrweise, führt uns der Weg zurück auf die große Ebene des Fuji-Q Highland. Hier treffen wir dann auf die Panic Clock (bzw. PaniClock, wie es am Fahrgeschäft selbst steht), einem Vekoma Air Jumper. Als Weiterentwicklung des Sky Flyers aus dem selben Hause, verfügt die Anlage über Gondelträger mit klassischen SLC Sitzen statt zwei Großraumkabinen, bei der die Fahrgäste nur von einem Beckenbügel gesichert werden. Der Ein- und Ausstieg geschieht bei dieser Anlage auf einem geraden Plateau, vor Fahrtbeginn wird dann der Boden gesenkt und die Gondelträger hydraulisch angewinkelt, so dass – ungleich den verwandten Fabbri Modellen – die Sitze sich allesamt auf einer ähnlichen Kreisspur befinden. Beide Arme der Anlage beginnen dann sich gegenläufig zu bewegen, weswegen man sich immer wieder im Tal und im Looping begegnet. Nach 6 vollen Überschlägen endet die Fahrt dann auch wieder. Dabei sind die Fahreigenschaften dank der gegebenen Freiheiten in den SLC Bügeln für diese Art von Fahrgeschäft leider nicht optimal. Optisch hingegen überzeugt das Fahrgeschäft auf ganzer Linie.

Deutlich weniger ansprechend ist jedoch das provisorische Zelt vor der alten Moonraker-Rückwand (die man – warum auch immer – einfach nicht entsorgt hat). Hier drin kann man die Achterbahnen Fujiyama und Dodonpa (also Do-Dodonpa vor dem Umbau) als virtuelle Fahrt erleben. Dabei sitzt man in den Originalzügen, bekommt Wind ins Gesicht gepustet und erlebt die Fahrt samt VR-Brille und Kopfhörern fast genauso, als würde man nur wenige Meter weiter einfach einsteigen.

Mad Mouse

Dem gegenüber steht die Wilde Maus artige Achterbahn Mad Mouse im Fuji-Q Highland, in der wir natürlich sehr gerne einsteigen. Beladen werden die zweisitzigen Wagen dabei allesamt zur selben Zeit und werden dann nach und nach auf die Reise geschickt. Wie auch im Greenland geht das allerdings recht fix von statten, so dass man sich ein weiteres Mal fragt, warum es die Spanier im Parque de Atracciones de Madrid bei ihrer Wilden Maus Vertigo schlichtweg nicht hinbekommen.

Die Fahrt beginnt mit einer engen Rechtskurve hinein in den Lifthügel der Anlage. Oben angekommen folgen sogleich eine weitere Rechtskurve und alsbald das erste Gefälle. Nach einer kurzen Steigung wird ebenfalls eine Rechtskurve durchfahren und auch hier wartet ein anschließender Dip auf die Fahrgäste. Hierauf durchquert man rasch eine Blockbremse und sodann eine schnelle Kombination aus Rechts- und Linkskurven, jeweils kurz unterbrochen von drei kurzen Geraden. Auf der anderen Seite der Anlage angekommen folgt dann die erste Haarnadelkurve der Fahrt. Nach einigen (Big Apple ähnlichen) Wellen erreicht man dann die zweite Blockbremse der Anlage. Auch hier fügt sich eine Haarnadelkurve an. Auf einer kurzen Abfahrt nimmt man sogleich etwas Geschwindigkeit auf, woraufhin man durch die dritte Haarnadelkurve brettert.

Auf der anschließenden Gerade durchquert man eine weitere Blockbremse, doch statt in eine Haarnadelkurve zu übergehen, fährt man eine Runde im Innenhof der Anlage entlang. Nach einer weiteren Blockbremse hingegen wechselt man wieder zum bekannten Fahrverhalten einer Wilden Maus und durchbrettert in kurzen Abständen nun vier weitere Haarnadelkurven, ehe die nächste Bremse erreicht wird. Nun bahnt man seinen Weg in recht weiten Rechtskurven, jeweils unterbrochen durch längere geradlinige Segmente, durch den Stützenwald der Anlage, ehe einige Wellen dieses Verhalten wieder aufbrechen. Nach einer engen Rechtskurve vergrößern sich die Wellen und kurz darauf wird auch die finale Bremse der recht netten Anlage erreicht. Ab dann heißt es nur noch sich irgendwie aus den Wagen heraus zu hieven.

Tondemina und Evangelion World

Wenn man das irgendwann geschafft hat, steht einem für eine Fahrt auf der benachbarten Giant Frisbee des Herstellers HUSS nichts mehr im Wege. Außer vielleicht der Umstand, dass sich die Frisbee Tondemina nur durch ihre massive Werbung für das Pizza-Unternehmen Pizza-La von anderen Exemplaren ihrer Art unterscheidet. In dieser Hinsicht empfiehlt sich ein Besuch in den absolut wilden klassisch japanischen Teetassen, dem ebenso klassischen Pferdekarussell oder gar der interaktiven Erlebniswelt Evangelion World rund um den bekannten Anime Neon Genesis Evangelion.

Fujiyama

Kommen wir nun zur letzten Achterbahn des Fuji-Q Highland, dem King of Coaster höchstpersönlich: Fujiyama. Erbaut durch den japanischen Hersteller Togo und mit einer Höhe von 79 m, sowie einer Länge von über 2 km ausgestattet, protzt die Anlage wo es nur geht; was zum Teil auch an der Lackierung der Züge liegt. Und dennoch ist die Anlage erstaunlich kompakt geraten, was den ehemaligen Rekordhalter beinahe schon filigran wirken lässt. Interessanter Weise sind die meisten Meinungen bezüglich der Bahn größtenteils negativ einzuordnen – Zeit dieses zu ändern.

Nachdem man im durchaus sehr komfortablen, jedoch mit einem seltsamen Bügel bestückten, Zug Platz genommen hat, kann die Fahrt auch schon losgehen. Weit oberhalb der Besucher durchqueren wir sogleich eine enge Wendekurve und erreichen gleich darauf den Lifthügel der Anlage. Dieser bringt uns beständig auf die bereits erwähnte Ausgangshöhe, wo wir nun einige Zeit verweilen. Eine Reibradbatterie bringt den Zug dann etwas in Fahrt, auf das sich dieser, nach einem kurzen Rechtsknick, in die Tiefe stürzt und die Fahrgäste dabei in die Luft befördert. Im Tal nimmt man dann wieder seine ursprüngliche Sitzposition ein und erlebt dabei wunderbar ausgeprägte G-Kräfte. Nach einer längeren Steigung vollführt man eine weite Wendekurve mit (theoretisch) exzellenter Sicht auf dem gleichnamigen Vulkan. Auf der nachfolgenden Kuppe hebt man ein weiteres Mal aus seinem Sitz ab und erlebt Airtime, wie sie im Buche steht. Im Tal angekommen möchte man am liebsten, dass die Airtimemomente ewig so weitergehen; wie schön, wenn kurz darauf tatsächlich ein Camelback die Besucher in die Luft befördert.

Mit einem wunderschönen Pacing durchquert man nun eine hochgelegte Wendekurve unterhalb des Lifts der Anlage. Nach dem anschließenden Tal folgt eine leicht nach links abknickende Auffahrt, die dann in einen airtimebestickten Double-Up mündet. Fortan rast man entlang der Stützstruktur der Wendekurve durch Berg und Tal. Über einen weiteren Gipfel verlässt man dann besagte Kurve und fährt geradlinig durch das anschließende Tal. In einer Steilkurve, die sich später immer mehr zu einer Wendekurve verjüngt, baut man schnell an Höhe auf, just bevor man zu Boden schießt und dort erst einmal für längere Zeit verbleibt. Mit einem Affenzahn durchquert man dabei eine längere Gerade und eine bodennahe Rechtskurve, ehe sich der Zug erneut gen Himmel widmet. Immer noch mit überaus ausgeprägter Geschwindigkeit beschreitet man nun eine Reihe von Hügeln, die sich in zickzack-manier ihrem Weg durch die Stahlstruktur der Achterbahn kämpfen. Das ist durchaus herrlich bekloppt und sorgt für ein breites Grinsen im Gesicht der Mitfahrer. Nach insgesamt 5 Hügeln setzt man dann auf einem geradlinigen Streckenabschnitt ein letztes Mal zu einem Hügel an, statt einer Abfahrt wartet dann jedoch die Schlussbremse der Anlage und so landet man mit seichter Airtime und eigentlich noch viel zu hoher Geschwindigkeit in eben jener.

Fujiyama ist eine grandiose Achterbahn, die es versteht ihre Fahrgäste aus dem Sitz zu hieven. Die Fahrt im Fuji-Q Highland ist atemberaubend, jedoch niemals repetitiv und weiß einfach während der Fahrt selbst den bekennenden Achterbahnfan voll zu überraschen. In dieser Hinsicht gefällt mir gerade die bodennahe Kurve im letztem Drittel der Fahrt sehr, aber auch die total bekloppten letzten Hügelchen haben durchaus ihren Charme; die Kernkomponente dieser Achterbahn ist und bleibt jedoch die ausgeprägte Airtime während der Fahrt. Davon gibt es zudem reichlich, weswegen für mich Fujiyama die beste Achterbahn des Fuji-Q Highlands und zudem die beste gefahrene Achterbahn der gesamten Tour ist. Auf jedem Fall übertreibt der Freizeitpark keinesfalls, die Achterbahn als King of Coaster in einer Dauerschleife zu besingen. Darüber hinaus vergeht hier die Wartezeit fast schon wie im Fluge.

Bilder Fuji-Q Highland

Fazit Fuji-Q Highland

Das Fuji-Q Highland ist ein sehr seltsamer Freizeitpark, der teilweise wirklich sehr runtergekommen wirkt. Auf der anderen Seite hat der Park wirklich schöne Ecken und einige sehr tolle Fahrgeschäfte. Leider konzentriert sich hier alles auf die Big-4, also auf die Achterbahnen Takabisha, Do-Dodonpa, Fujiyama und Eejanaika – der Rest des Fuji-Q Highland ist teilweise ausgestorben. Nun hatten wir jedoch auch Glück den Park an zwei leeren Tagen zu erleben (wobei es den zweiten nicht bedurfte und ich bis auf das Rafting keine weitere Attraktion gefahren bin); an einem vollen Tag lohnt sich ein Besuch nur ohne Freepass, da man dann außerhalb der großen 4 und gegebenenfalls nicht einmal diese, kaum noch etwas schafft. Ab dem Nachmittag, evtl. auch schon früher, häufen sich dann die Durchsagen der Attraktionen, deren Warteschlange nun geschlossen wurden. Gegen Ende bleibt einem nichts anderes mehr übrig, als die Teetassen zu fahren oder eine Runde auf dem Pferdekarussell zu drehen. Nichts desto trotz, ich komme gerne wieder.

 


Was ist deine Meinung über den Themenpark Fuji-Q Highland?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle:

 

          


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# Final Summer

Geschichte der Space World

Was in einer Eislaufbahn eingefrorene Fische – trotz Rekordumsatz im selben Jahr – so alles ausrichten können, zeigt uns der Freizeitpark Space World auf eine doch sehr fatale Art und Weise; ob die nun international stark kritisierte Aktion gegen Ende des vergangenen Jahres zum Scheitern der Pachtverhandlungen zwischen Betreibergesellschaft Japan Park and Resort Co., Ltd. und der Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (NSSMC) als Grundstückseigner führte steht zwar in den Sternen, aber sie ist naheliegend, da unmittelbar darauf erfolgt: Am 16.12.2016 wurde die Schließung des Freizeitparks zu Sylvester des darauffolgenden Jahres bekannt gegeben.

Bevor ich nun zu den Feierlichkeiten zum #Final Year übergehe, möchte ich jedoch noch einen Blick auf die Geschichte der Space World werfen, denn die Grundstückseigner waren einmal Hauptaktionär der Betreibergesellschaft und Gründer des Freizeitparks. Diese waren gerade dabei ihr hiesiges Stahlwerk zu verkleinern, weswegen im Jahr 1988 die Japan Park and Resort Co., Ltd. gegründet wurde um das freigewordene Land und Teile der bereits vorhandenen Gebäude zukünftig zu bewirtschaften. Zwei Jahre später folgte dann die Eröffnung der Space World.

Fortan wurde der Freizeitpark in regelmäßigen Abständen sinnvoll erweitert. Im Jahr 1997 erreichte man dann mit 2,16 Millionen Parkbesuchern seinen Höhepunkt. Ein folgeschwerer Unfall, auf dem im Vorjahr eröffneten, S&S Space Shot Atlas Tower sorgte für eine temporäre Schließung des Freizeitparks im August 1998, woraufhin auch die Besucherzahlen einbrachen. Trotz der Eröffnung des eigenen JR Bahnhofs und eines 100m hohen Riesenrads blieben die Besucher auf einem konstanten Level aus, weswegen im Jahr 2004 die Umstrukturierung des Freizeitparks erfolgte. Fortan war die Kamori Kanko Co., Ltd. (unter anderem Betreiber des Rusutsu Resorts und des Himeji-Central-Parks) alleiniger Hauptaktionär der Betreibergesellschaft. Es folgten allerhand Umgestaltungen, sowie die Eröffnung der Abschussachterbahn Zaturn. Im gleichen Zug jedoch wurden auch einige Fahrgeschäfte geschlossen und das unter der Space-Camp-Foundation-Lizenz geführte Astronauten Training Center (Astresta), in Verbindung mit dem Space Camp Japan, aufgegeben. Im Jahr 2008 konnte man dann seine Attraktivität durch einen Wasserpark ein letztes Mal steigern.

Das Ende der Geschichte ist bekannt und dennoch feiert man es. Ehrlich gesagt will ich nicht wissen wie viele verzweifelte Achterbahn- und Freizeitparkenthusiasten es in diesem Jahr nach Kitakyūshū gezogen hat und nach Veröffentlichung dieses Berichts noch ziehen wird. Eines steht zumindest fest: Die Zeit, diesen außergewöhnlichen Freizeitpark noch zu erleben, wird zunehmend geringer. Tick, tack.

Parkrundgang

Clipper

Nachdem wir das großzügig gestaltete Portal durchschritten haben befinden wir uns sogleich auf dem Space Bazar, der Mainstreet der Space World. Von hier aus wenden wir uns nach rechts in Richtung der Big Bang Plaza. Vorbei am riesigen Show-Theater, dem Anime-Museum Gundam World und der, bis auf einem Meteoriten und etwas Mondgestein, leerstehenden Astresta-Halle zieht es uns in Richtung der Achterbahn Venus GP, die wir bereits auf dem Weg zum Freizeitpark bestaunen durften. Doch kurz zuvor biegen wir nach links ab und stellen uns in der Warteschlange der Kinderachterbahn Clipper an. Denn seien wir mal ehrlich, so sehr interessiert euch eine Achterbahn aus Deutschland in einem Bericht aus Japan sicherlich nicht, wenn es auch etwas von Togo gibt. In dem Sinne: Hinein in die kleinen, äußerst putzigen, Raumschiffe.

Die Fahrt auf Clipper beginnt mit einer kleinen Rechtskurve, die den Raumschiffverbund direkt in den Lift der Anlage führt. Kurze Zeit später erreicht man dann die Ausganghöhe von 10m, woraufhin sich der Zug sogleich in eine Linkskurve wirft. Schwungvoll meistert man nun eine seichte Steigung und widmet sich einer Rechtskurve mit ausgeprägten Dip mittendrin. In seichter Bayernkurvenmanier schwebt man nun durch ein hochgeständertes doppeltes Kurven-Wechsel-Dich-Spiel, ehe man sich in einer Rechtskurve dem Boden nähert. Überaus rasant durchquert man nun eine finale Links-/Rechtskurvenkombination in Richtung der Station. Doch just bevor man diese erreicht erwartet einem noch ein kurzer Dip, wo bei anderen Anlagen dieser Art bereits die Bremsen wären.  Summa Summarum eine tolle kleine Anlage mit überraschenden Finale, die gerne demnächst woanders stehen dürfte.

Venus GP

Ein Schicksal, welches der benachbarten Achterbahn gewiss sein wird. Immerhin ist Venus GP eine der ersten Achterbahnen der Münchner Maurer AG, die kurz zuvor die Achterbahnsparte der Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke AG (kurz BHS) übernommen haben, welche wiederum nach dem Aus der Münsterhausener Schwarzkopfwerke die Produktion bereits in Auftrag gegebener Achterbahnen übernommen haben. Zusammenfassend kann man also sagen: Venus GP ist ein astreines Schwarzkopf-Produkt, nur halt nicht aus Münsterhausen und erst recht nicht vom Hersteller. Aber das interessiert bei den äußeren Werten dieser schnieken Anlage niemanden, denn eine Höhe von 40m, eine Gesamtlänge von etwas mehr als einem Kilometer, eine Gesamtgeschwindigkeit von 86 km/h und ein überaus kurvenreiches Layout sprechen für sich, oder?

Auf jeden Fall macht dieses die Inszenierung der Anlage mit dem Boarding zum Beat des Queen-Klassikers „We will rock you“, der Schreiprobe vor Fahrtbeginn und der ohrwurmerregenden Stationsmusik, wenn der Zug gerade über die Strecke düst.  Hier vergeht die Zeit auf jedem Fall wie im Fluge und ehe man sich versieht sitzt man auch schon im Zug.

Dieser ist dann auch zügig abgefertigt, woraufhin man die Station in Richtung des Lifthügels verlässt. Nach einer Linkskurve wird man per Kette auf die Ausgangshöhe von 40m befördert. Oben angekommen bleibt ein kurzer Moment, ehe man sich voller Vorfreude auf der Rückseite des Space-Shuttles Discovery in die Tiefe stürzt. Mit der nun aufgebauten Geschwindigkeit erklimmt man eine hochgeständerte Wendekurve, bevor man sich zielgenau in den beinahe kreisrunden Looping begibt. In feinster S-Kurvenmanier nimmt man schnell an Höhenmeter zu, woraufhin der Zug in einer engen Kurve knapp am Lifthill vorbei schrammt. Hierauf stürzt dieser dann brachial zu Boden und erreicht damit den tiefsten Punkt der Anlage. Gnadenlos widmet man sich nun einer weiteren Wendekurve zu, überquert in luftiger Höhe die Köpfe der fahrwilligen Parkgäste, sowie die Station und wirft sich beinahe wahnsinnig erneut zu Boden. Es folgt ein überaus rapider Streckenpart in Form einer Acht, an dem sich eine intensive Aufwärtshelix anschließt. Mit ausgeprägter Geschwindigkeit durchstreift man nun eine weite Linkskurve, die sogleich in eine Abwärtshelix übergeht. Kurz darauf erreicht man dann die Bremsstrecke und alsbald die Station.

Ich muss zugeben, Venus GP klingt wie die perfekte Achterbahn: Druckvoll, brachial und gnadenlos. Während der Fahrt im Galaxy Racer werden ja auch nur ausschließlich knackige Kurven und ein wunderschöner Looping durchfahren – Zeit zum Durchatmen gibt es hier eigentlich nur während der Auffahrt im Lift und in der Schlussbremse. Doch warum bleibt meine Euphorie im Keller?! Die Antwort darauf ist simpel: Die Bügel!

Neben dem normalen Schoßbügel verfügt die Anlage über Schulterkrallen à la Olympia Looping, nur halt in extrem beschissen. Gut, die Fahrt auf dem Olympia Looping ist durch die (harmlosere) Variante bereits ein einschneidendes Erlebnis – doch das kann man bei strenger Einhaltung der vorgegebenen Sitzposition aushalten. Bei Venus GP hingegen sollte man die Hoffnung darauf bereits beim Einstieg abgeben. So erlebt man also die überaus appetitliche Streckenführung mit dem stetigen K(r)ampf mit dem Bügel – nicht schön; doch eigentliche eine Top-Bahn.

Space-Shuttles Discovery und das Space Museum

Widmen wir uns nun dem verbleibenden Edutainment-Angebot des Freizeitparks, sprich dem Nachbau des Space-Shuttles Discovery im Maßstab 1:1 – was an sich schon extrem beeindruckend ist und die Raumstation über der Warteschlange der Achterbahn Euro Mir ohne Mühe alt aussehen lässt – und dem Space Museum. Ersteres hat dabei ganz klar den Vorteil von den Besuchern nicht übersehen zu werden, während sich im gut gemachten Museum keine Menschenseele verirrt. Interessanter Weise lief hier ein belangloser Anime im hauseigenen Vorführungssaal und so manch Raum war der Öffentlichkeit gar nicht mehr zugänglich – in den Anfangsjahren der Space World war es also bestimmt einmal eine tolle Attraktion, welche durch ihre Lage mitsamt dem Space-Shuttle eigentlich in Zukunft auch als eigenständige Attraktion weiterhin bestehen könnte.

Boogie – Woogie Space Coaster

Vorbei am Space Eye, dem 100m hohen Riesenrad der Space World – von dem man im Übrigen eine tolle Sicht auf die benachbarte Achterbahn Venus GP hat – folgen wir dem Weg entlang der Achterbahn Boogie – Woogie Space Coaster, dessen Eingang sich blöderweise auf der anderen Seite befindet. Am Eingang der Warteschlange angekommen hat man dann die Wahl zwischen zwei rückwärtsgerichteten und drei vorwärtsgerichteten Wagen. Um den Überraschungsmoment dieser kleinen Rostlaube ein wenig zu erhöhen, erfolgte die erste Fahrt natürlich in der hinteren Frontrow.

In einer weiten 180° Kurve verlässt man die Station in Richtung des Lifthügels. Dieser befördert einen dann langsam, aber sicher, nach oben, wo man in einer weiteren Wendekurve ein wenig die Aussicht genießen darf. Auf der anschließenden Schussfahrt, in einem Tunnel durch einen überdimensionalen Tetraeder, gewinnt man recht schnell an Geschwindigkeit, ehe einem die G-Keule im anschließenden seltsam zur Seite geneigten Tal zu erschlagen versucht. Daraus wiederum entsteht ein Lachflash, welcher sich bis zum Fahrtende nicht mehr legen kann. Voller Freude durchschreitet man nun die nächste Wendekurve, an dessen Ende ebenfalls eine Abfahrt mit druckvollen Tal wartet. Zu guter Letzt fügt sich eine grandiose Abwärtshelix an bevor man dann in Richtung der Station geleitet wird.

Der Boogie – Woogie Space Coaster ist zwar kein Meilenstein unter den Achterbahnen, aber fahrtechnisch gesehen einfach nur toll, weswegen wir hier immer wieder gerne eingestiegen sind. Vor allem die Rückwärtsfahrt wertet diese schnieke Anlage ungemein auf. Auf Grund des Zustands wird die Space World wohl auch der letzte Spielort der Anlage bleiben – Schade eigentlich.

Planet AQA

Ebenso bedauerlich verhält es sich bei der Rundbootraftinganlage Planet AQA, dem Erstlingswerk des Herstellers Hafema. In großzügigen 10-Personen-Booten, die in 5 Segmenten zu je zwei Personen unterteilt sind – die jedoch auf Grund der japanischen Mentalität nur auf Eingeständnis der ersten Gruppe mit weiteren Personengruppen beladen werden – windet man sich, nach einer langen Wartezeit, durch einen stromschnellenreichen Kanal. Das Fahrgefühl gleicht dabei dem der Raftingboote des Herstellers Vekoma, so dass eine überaus interessante, wenn gleich auch weniger spritzige, Fahrt geboten wird.

4D-Vision Pop Stella

Sollte man doch etwas nass geworden sein kann man sich in den Trocknungsräumen neben der Anlage unentgeltlich trocken blasen lassen.  Eine etwas andere Lösung wäre ein Besuch im Kinosaal der 4D-Vision Pop Stella, wo ein mit allerhand Effekten bestückter Naturfilm des BBC gezeigt wird. Hierbei erlebt man den Tagesablauf eines Backen-Streifenhörnchens.

Die nächste Attraktion auf unserem Rundlauf befindet sich in dem zentralen Gebäudekomplex, welches wohl ein Überbleibsel des ehemaligen Stahlwerkes ist. Obwohl man stets daran vorbeiläuft kann es durchaus passieren, dass man nie in das Gebäude hineinschaut – wofür wir uns auch erst auf der Suche nach der letzten Achterbahn genötigt gefühlt haben; zum Glück wussten wir jedoch, wie viele Achterbahnen überhaupt in der Space World stehen.

Mission to Mars

Im Gebäudekomplex selbst erwartet einen der Besucher dann die im Winter geöffnete Eislaufbahn, ein Kinderspielland, die Dunkelachterbahn Black Hole Scramble, sowie der Imax-Simulator Mission to Mars. Nach einer längeren Pre-Show, bei der die vorstehende Rettungsaktion besprochen wird, boarded man die Grossraumsimulatoren und wird anschließend erstaunlich magenfreundlich durchgeschüttelt.

Black Hole Scramble

Hauptattraktion in diesem Bereich ist jedoch die bereits genannte Dunkelachterbahn Black Hole Scramble. Nachdem man in einen der zwei jeweils sechs Personen fassenden Wagen platzgenommen hat kann die Fahrt auch sogleich starten. Zunächst passiert man auf dem Weg zum ersten Lifthügel zwei längere Geraden, die jeweils von einer Linkskurve abgelöst werden. Der anschließende Lift wird gemächlich erklommen und entlässt einem in eine weitere Linkskurve. Hierauf folgt eine seicht abfallende Gerade in der der Zug ein wenig an Geschwindigkeit aufnimmt. Nach einer kurzen Auffahrt folgt eine lange Rechtskurve, die sogleich in eine Bayernkurve übergeht und abschließend in einer Blockbremse mündet. Diese verlässt man in einer sehr engen Rechtskurve, welche kurz darauf in eine ebenso enge Linkskurve übergeht. Nach einer kurzen Geraden und einer weiteren Linkskurve folgt dann ein überraschend steiler Drop, woraufhin die darauffolgende (ebenfalls sehr enge) Rechtskurve mit ordentlichen Druck auf dem Körper durchquert wird. Kurz darauf nimmt man im Lifthill Nr.2 erneut einige Höhenmeter auf. Diesen verlässt man dann in einer Rechtskurve, woraufhin der Zug auf der darauffolgenden Geraden schnell an Geschwindigkeit gewinnt. Nach der nun anschließenden Rechtskurve vollführt der Zug einen kurzen Dipp, woraufhin bereits die nächste Rechtskurve bereits auf einem wartet. Hierauf erklimmt man eine vergleichsweise hohe Auffahrt, die einen erst in eine Blockbremse und dann in eine weitere Rechtskurve entlässt. Es folgt der zweite größere Drop der Achterbahn, der einen dann in die finale Linkskurve und kurz darauf in die Bremsstrecke entlässt.

Auch wenn die Dunkelachterbahn scheinbar nur aus engen Kurven und einigen geraden Verbindungsstücken besteht, so ist Blackhole Scramble eine astreine Dunkelachterbahn japanischer Baukunst, welche auf engsten Bauraum einiges an Fahrspaß bietet. So viel sogar, dass ich sie als eine der besten ihrer Art bezeichnen würde.

Twin Mercury

Ebenfalls in diese Kategorie fällt das Wildwasserbahn-Duo Twin Mercury, bei dem man sich entweder auf die Adventure Cruise oder auf die Fun Fun Cruise begeben darf. Während die Adventure Cruise die mutigeren Fahrgäste ansprechen soll, darf man sich in der Fun Fun Cruise mit Wasserpistolen auf einer gemächlicheren Fahrstrecke austoben. Da wir uns jedoch die Beine in der Warteschlange der Abenteuerkreuzfahrt auf Grund der minimalen Anzahl an Personenbeförderungsmitteln in den Bauch standen, verzichteten wir jedoch auf weitere Fahrten.

Nachdem wir dann endlich an der Reihe waren begaben wir uns in das bereit gestellte Boot und die Fahrt konnte beginnen. Nach einigen Metern des Herumdümpelns durch den Kanal erwartete uns bereits das Förderband des ersten Lifthügels, welcher uns in das opulente Bergmassiv entlässt. Nach einer kurzen Linkskurve wird es zunehmend dunkler und Lichteffekte erscheinen. Nachdem diese Erloschen sind hört man nur noch das Wasser immer schneller strömen, ein Drop bahnt sich also an, die Frage ist nur wann. Urplötzlich schießt man also in die Tiefe, doch die Wässerung bleibt aus, stattdessen flitzt man über einen kleinen Hügel und erlebt eine seichte Airtime ehe man dann schlussendlich doch mit dem kühlen Nass in Berührung kommt. Durch Öffnungen in der Fassade können wir nun den Streckenverlauf wiedererkennen und so dümpeln wir doch recht überrascht dem zweiten Lift entgegen. Dieser bringt uns rasch der zweiten Schussfahrt entgegen, welche in Form einer 500° Abwärtsspirale absolviert wird – ein absolut grandioses Spektakel. Überaus gut befeuchtet dümpeln wir nun an der Abfahrt der Fun Fun Cruise vorbei und entschwinden sogleich ein weiteres Mal im Felsmassiv. Nach einer Rechtskurve erreichen wir dann auch gleich den dritten und finalen Lift der Adventure Cruise. Auf dem höchsten Punkt der Anlage angelangt durchqueren wir nun das Innere eines abgestürzten Ufos in einer kurzen Rechtskurve und alsbald die letzte Abfahrt der Anlage. Während wir uns also hinabbegeben werden parallel zwei Wasserkanonen gezündet, auf dass wir das meiste Wasser bereits während des Drops abbekommen, die eigentliche Wasserung fällt hier dann relativ harmlos auf. Kurz darauf ist auch die Station wieder erreicht.

Die Adventure Cruise der Twin Mercury ist zweifelsohne eine der besten Wildwasserbahnen weltweit. Die Abfahrten sind allesamt grandios in Szene gesetzt, wobei einem gerade der Drop im Innenbereich absolut überrascht und somit die zweite Schussfahrt beinahe vom Thron stoßen kann. Diese punktet bekanntermaßen vor allem durch ihre unorthodoxe Form und der daraus resultierenden, und beinahe schon absurden, Länge. In Verbund mit der Kinderwildwasserbahn Fun Fun Cruise bietet Twin Mercury eine einzigartige Kombo, die schon bald leider der Vergangenheit angehören wird.

Titan Max

So sehr wie höchst wahrscheinlich auch die im Jahr 2015 generalüberholte Arrow-Achterbahn Titan Max. Eine Achterbahn auf die ich mich persönlich sehr gefreut habe und bei der ich über jede der zahlreichen negativen Kritiken hinweggelesen habe, denn erstens stammte die Anlage aus dem Jahr 1994, also dem selben Jahr wie die Big One aus dem Blackpool Pleasure Beach und zweitens sind meist alle Achterbahnen des Herstellers überaus in Ordnung, doch oftmals von Achterbahnfans auf Grund ihrer raueren Fahrweise verpönt. Zugegebenermaßen war sie aber nicht der Grund hierher zu fahren, doch schlussendlich ausschlaggebend für den Tourtitel Titanic Max.

Nachdem man die überaus nervtötende Queue samt Daueransage vom Band überstanden hat darf man das Treppenhaus hinauf zur Station erklimmen und dort auch noch einige (viele) Minuten warten. Wie sollte es in der Space World anders sein, wird hier natürlich nicht mit der vollen Kapazität gefahren und so darf man sich alle zehn Minuten über einen frisch abgefertigten Zug freuen. Bei 24 Personen pro Zug immerhin eine Kapazität von sagenhaften 150 Personen pro Stunde, statt der ursprünglich mal möglichen 1500 Personen.

Die Fahrt beginnt mit einem kleinen Dipp hinaus aus der Station, woran sich eine enge Wendekurve in Richtung des Lifts anschließt. Dieser bringt einen dann relativ zügig auf die Ausgangshöhe von 50m, woraufhin auch gleich der erste Drop auf einen wartet. Auf der nun vorhandenen Höhendifferenz von 54m beschleunigt der Zug in kurzer Zeit auf eine Geschwindigkeit von 115 km/h. Das anschließende Tal wird sanft durchglitten, ebenso der anschließende Camelback. Im zweiten Tal sind die Beschleunigungswerte ein wenig ausgeprägter, aber auch hier nicht der Rede wert. Nun folgt ein hochgeständerter kurvenreicher Part mit sanften Gefällen und Steigungen mittendrin, in etwa so wie eine sehr langgezogene und recht unförmige Bayernkurve. Nachdem man nun eine Runde in einem Dreieck verbracht hat verengt sich die letzte Kurve zusehends, woraufhin man sich der Blockbremse zuwendet. Diese reduziert ein wenig die Geschwindigkeit, so dass man den anschließenden Part mit der erforderlichen Geschwindigkeit durchquert. Obwohl es die anschließende langgezogene Rampe kaum anmuten lässt, wir nähern uns nun dem Highlight der Anlage. Die Kurve verengt sich zunehmend bis zu einem Radius, bei dem es schon ein Wunder ist, dass da damals die doch sehr wuchtigen Arrow-Züge überhaupt hindurchgepasst haben. Doch während die lateralen Beschleunigungswerte überhand nehmen stürzt der Zug sogleich abrupt gen Boden. Das anschließende Tal wird wunderbar kräftig durchfahren und weist zudem einen sehr netten Richtungswechsel auf. Hierauf wiederholt sich das Spiel in umgekehrter Reihenfolge, woraufhin das Element in Form einer Acht auch leider beendet ist. Eine seichte Rampe mit inkludierter Linkskurve führt uns nun parallel zu den ersten Camelback der Anlage, woraufhin die Rückführung der Station eingeleitet wird. Hier warten dann drei sanfte Hügelchen auf die Fahrgäste, bei denen man ehrlich gesagt die negativen Kräfte ein wenig vermisst.  Nach einer kurzen knickreichen Auffahrt wird dann die Schlussbremse erreicht und die Fahrt neigt sich einem Ende entgegen.

Im Gegensatz zu anderen Achterbahnfans möchte ich mich nicht über die Fahreigenschaften beschweren, denn die sind absolut in Ordnung. Mich persönlich stört etwas anderes an der Anlage, denn sie ist schlichtweg langweilig. Es gibt nur ein Element während der Fahrt, welches in irgendeiner Form heraus sticht, der Rest gleicht einem klassischen Jet Coaster und seinen wir mal ehrlich, das können die Japaner deutlich besser als Amerikaner aus Utah. Insgesamt ist der Meteor Liner mit Musikauswahl eine nette Achterbahn, doch keine bei der ich mich eine halbe Ewigkeit bei den vorhandenen Bedingungen in der Space World für anstehen würde.

Zaturn

Anders sieht es bei der Abschussachterbahn Zaturn aus, bei der die Wartezeit nie länger als 20 Minuten, trotz Einzugbetrieb und Sicherheitseinweisungsritual, wurde. Hierbei handelt es sich um einen Klon der Achterbahn Stealth aus dem englischen Freizeitpark Thorpe Park, weswegen das Layout schnell erzählt ist. Nachdem sich der Pulsschlag der Lichtshow gelegt hat beschleunigt der Zug auf eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Hierauf schießt der Zug einen 60m hohen Top-Hat empor und verlässt diesen in derselben Richtung aus der er gekommen ist. Im anschließenden Tal erwartet einem dann noch eine Vertikalbeschleunigung von 5G, ehe auf dem darauffolgenden Hügel die Bremsstrecke eingeleitet wird. Nach einer Kurve erreicht man dann die separate Ausstiegsplattform.

Zaturn ist solide und bietet trotz ihrer kurzen Fahrzeit von etwa 30 Sekunden eigentlich alles, was man auf Titan vermisst. Doch im Vergleich mit Stealth fällt die Anlage leider etwas schwach aus, irgendwie fehlte mir dann doch die Atmosphäre oder zumindest der Spillwater unter dem man hindurch fährt an der Anlage; es kann aber auch an der minimal kürzeren Beschleunigungsphase bei der minimal älteren Schwester liegen.

Entlang des geschlossenen Galaxy Theater und dem Maze Alien Panic Revolution, welches wir uns auf Grund des hohen Andrangs ersparten, führt uns der Weg nun zurück zum Space Bazar und somit zum Ende dieses Berichts.

Bilder Space World

Fazit Space World

Die Space World ist ein guter Freizeitpark, der seine besten Zeiten jedoch bereits weit hinter sich gelassen hat. Davon zeugen die vielen leerstehenden Flächen, vor allem in dem Bereich rund um die Big Bang Plaza. Auf der anderen Seite hat man (mit Ausnahme des Boogie – Woogie Space Coaster) topgepflegte Achterbahnen – was jedoch auch kein Wunder ist, wenn man diese temporär im laufenden Betrieb immer mal wieder schließt. So oder so, es war ein toller Tag in einem außergewöhnlichen Freizeitpark, über den man wohl bald auch mit einer ordentlichen Prise Pathos erzählen darf; immerhin trauert man in der Space World nicht, man feiert.

 


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