Viele Neuheiten im Skyline Park

Es ist schon eine Weile her, dass ich Bad Wörishofen und den dortigen Freizeitpark das letzte Mal besucht habe. Damals habe ich ein kleines Praktikum bei Gerstlauer Amusement Rides im nahegelegenen Münsterhausen gemacht und eine ganze Weile bei einem Freund übernachtet. Seitdem hat sich der Skyline Park in seiner Größe fast verdoppelt und einige interessante Fahrgeschäfte kamen und gingen.

Da der Skyline Park einer der wenigen Themenparks ist, in dem eine Fahrt mit einem Funtime Slingshot im Eintrittspreis enthalten ist, startete ich meinen Tag in diesem Bereich des Parks. Aufgrund von starkem Wind würde der Sky Shot am Tag meines Besuchs jedoch nicht öffnen.

Auch der nahegelegene Caripro Gyroflyer Sky Rider hatte während seiner Testfahrt einige Probleme und musste zurück in die Station geschleppt werden. Der einzigartige Suspended Spinning Coaster lief während der restlichen Zeit meines Besuchs leider überhaupt nicht.

Da sich die Warteschlange für die Wiegang Bobkartbahn Bob Racing kaum noch bewegt, setzen wir unseren Weg zum Spinning Coaster Sky Spin fort. Diesen Maurer SC2000 bin ich bei meinem bisher einzigen Besuch auf dem Oktoberfest in München gleich zweimal gefahren. Damals war die Bahn noch unter dem Namen Cyber Space bekannt und wurde von der Familie Kaiser betrieben. Zwischen 2003 und 2012 war die Bahn unter dem Namen Whirlwind im englischen Camelot Theme Park bekannt. Nach der Schließung des Parks zog das Fahrgeschäft 2013 in den Skyline Park um und unterhält seither seine Fahrgäste. Leider wurde die Fahrt mit der Zeit recht ruckelig, was im Vergleich zu anderen Anlagen dieser Art etwas verwundert.

Vorbei an der Nostalgischen Achterbahn des Herstellers Schwarzkopf, die ich als Einzelfahrer leider nicht fahren durfte (wahrscheinlich wegen der Covid-19-Regeln), treffen wir nun auf eine weitere Achterbahn aus dem Hause Maurer. Der Skyline Park hat eine gute Verbindung zu dem Münchner Hersteller, weshalb man gleich zwei ihrer Prototyp-Achterbahnen im Park finden kann. Der erste war das SkyWheel und der zweite ist der Spike Coaster Sky Dragster.

Der Sky Dragster ist derzeit der einzige Spike Coaster in Betrieb. Sein Design ist eine Mischung zwischen dem klassischen Steeplechase-Coaster und einem Powered Coaster, wobei die Position des Fahrers recht nah an der Schiene ist. Die Wagen werden direkt von einem Zahnrad angetrieben, das auf einer seitlich an der Schiene angebrachten Zahnstange läuft. Durch diese Konfiguration ist ein Zurückrollen nicht möglich, wodurch die Strecke in allen möglichen verrückten Manövern gebogen werden kann – es ist sogar möglich, das Fahrzeug entlang eines vertikalen Streckenabschnitts zu beschleunigen, was bei konventionellen Streckenkonstruktionen sonst recht aufwendig zu realisieren ist. Wie bei einer Bobkartbahn von Wiegand kann der Fahrer die Geschwindigkeit des Fahrzeugs steuern und ein Kontrollsystem passt den Abstand zwischen den Wagen bei Bedarf an.  Außerdem wird alles vom System überwacht, was einerseits eine bemerkenswert hohe Sicherheit bietet, andererseits aber in den ersten Saisons der Bahn zu vielen Problemen führte.

Am Tag meines Besuchs lief die Achterbahn ohne Probleme. Die Strecke im Skyline Park besteht aus einer langen Geraden direkt nach der Station, bevor man in eine hufeisenförmige Kurve einfährt. Daran schließt sich direkt eine 360°-Rechtskurve an. Unmittelbar danach schließen sich zwei Hügel in Double-Up-Manier an. Auf der anderen Seite der Anlage geht es dann in eine seltsam überhöhte aufwärts führende Spirale. Nach einem Abstieg zurück auf die Stationsebene durchfährt man dann eine sehr enge S-Kurve, bevor man die Station erreicht. Es folgt eine zweite Runde.

Ich mag die Beschleunigung des Spike Coasters sehr. Im Vergleich zu herkömmlichen Powered Coasters ist das System weit weniger träge. Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, ist das langsame Tempo bei den meisten Elementen des Sky Dragster. Ich weiß, dass dies dazu dient, die Kräfte auf den Fahrer zu begrenzen, dennoch ist es irgendwie komisch, einem System ein hohes Maß an Flexibilität beim Streckendesign zu erlauben, wenn man es dafür massiv regulieren muss. Wenn allerdings das Design zum größten Teil aus geraden Abschnitten besteht, dann ist dieses System in Ordnung. Daher wundert es mich nicht, dass der Spike Coaster am ehesten ausschließlich auf Kreuzfahrtschiffen wie dem Carnaval Mardi Gras zu finden sein wird. Für einen Freizeitpark ist die geringe Kapazität der Bahn überhaupt nicht vertretbar, es sei denn, man ist Mirabilandia und möchte durch sein Fastpass-System ein paar zusätzliche Einnahmen erzielen.

In der gleichen Ecke wie der Sky Dragster befindet sich der Zamperla Turbo Force Sky Circle, sowie die große transportable Wildwasserbahn Wildwasser 3 von Mack Rides. Es ist die zweite transportable Wildwasserbahn des Parkbetreibers, die ihren Weg in den Skyline Park gefunden hat. Die erste war die Pirateninsel, die nun eine neue Heimat im Eiffelpark in Rheinland-Pfalz gefunden hat. Die Wildwasser 3 war die größte Wildwasserbahn, die auf dem deutschen Kirmesplatz zu finden war und verfügt über drei Schussfahrten, wobei die erste rückwärts gefahren wird.

In der Nähe des Wildwasser 3 befindet sich der größte Star Flyer der Welt. Das Kettenkarussell Allgäuflieger bietet einen weitreichenden Blick auf offene Felder, die Berge und natürlich den Skyline Park direkt unter einem. Aufgrund des starken Windes musste ich auf die Fahrt allerdings verzichten.

Ein Fahrgeschäft, auf das ich freiwillig verzichtet habe, ist das große Überschlagspendel High Fly von SBF Visa, da ich bereits am Vortag auf dem Papageienflug in der Tatzmania Löffingen von deren Bügeln punktiert wurde und ich es nicht noch einmal riskieren wollte. Der High Fly ist derzeit das größte Überkopf-Pendelfahrgeschäft in Deutschland, aber dieser Rekord könnte leicht gebrochen werden, wenn ein Park daran interessiert wäre, dies zu tun.

Die nächste Fahrt auf unserem Weg durch den Park ist Sky Rafting, ehemals bekannt als Wild ’n Wet. Die transportable Wasserbahn von ART Engineering beginnt mit einem Vertikallift. Oben angekommen, beginnt eine lange Rutschpartie. Aufgrund der kurvenreichen Streckenführung beginnen die Boote stark zu rotieren. Ein kleiner Drop am Ende der Rutschpartie kommt etwas überraschend, da niemand im Boot weiß, wer hier nass wird.

Nicht ganz so unberechenbar, aber ebenfalls sehr drehfreudig ist der kleine Spinning Coaster Kids Spin. Der kleine Coaster von SBF Visa kommt im bewährten 3-Loop-Layout, wobei aufwärts führende Kurven nach rechts immer in eine abwärts führende Kurve nach links münden. Durch den ständigen Wechsel der Kurven kommen die Wagen gut ins Trudeln. Nach mehreren Runden kommt der Zug dann in der Station zum Stehen und die Wagen müssen manuell wieder in Position gedreht werden, bevor man die Fahrt verlassen kann.

Vorbei an der großen Achterbahn SkyWheel geht der Blick nun auf die Geisterbahn Geisterschlange. Das alte Fahrgeschäft des Schaustellers Lehmann hat seinen Altersruhesitz im Skyline Park gefunden. Die Bahn ist schlicht eine Schönheit von Geisterbahn und so ist es sehr erfreulich, dass sie in einem Freizeitpark wie dem Skyline Park für die Zukunft erhalten bleibt.

Da das Wetter während meines Besuchs immer schlechter wurde und um die Mittagszeit starker Regen einsetzte, wollen wir nun einen Blick in die einzige Indoor-Attraktion des Skyline Parks werfen. Die Halle gegenüber der niedlichen Baustellenfahrt bot einst einen Bewegungssimulator. Jetzt beherbergt sie den Rotor Zero Gravity von SBF Visa. Das italienische Unternehmen hat dem berühmten Fahrgeschäftkonzept neues Leben eingehaucht, indem es durchsichtige Wände in das Fahrgeschäft einführte, wo herkömmliche Anlagen ein Holzfass haben. Um die Reibung weiter zu erhöhen, sind die Wände zudem abgewinkelt und weisen eine sehr raue Oberfläche auf. Das Fahrgeschäft könnte also etwas langsamer laufen, tut es aber nicht. Minutenlang wird man nun an die Wand gepresst, was mit der Zeit immer anstrengender wird. Die Lichtshow ist ein Pluspunkt, trotzdem war ich recht froh, als die Fahrt endlich zum Stehen kam.

Es war schön, nach so vielen Jahren wieder in den Skyline Park zu kommen. Leider konnte ich aufgrund des Wetters und wegen der Covid-19-Richtlinien nicht jede Attraktion, die ich wollte, ausprobieren. Nichtsdestotrotz war ich recht froh, die neue Sky Dragster Achterbahn getestet zu haben und einige Runden auf einigen klassischen Fahrgeschäften zu verbringen, bevor ich früher als erwartet weiterzog.

 

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Ein Besuch in der Warner Bros. Movie World

Die Warner Bros. Movie World ist einer der bekanntesten Freizeitparks in Deutschland und einer der einflussreichsten Filmparks der Welt.  Der durch das, zur WarnerMedia gehörige, Filmstudio Village Roadshow im Jahr 1991 ins Leben gerufene Park ist nämlich das Vorbild unseres hiesigen Movie Park Germany. Von 1996 bis 2004 war der Filmpark ebenfalls als Warner Bros. Movie World bekannt. Auch der spanische Freizeitpark Parque Warner Madrid basiert auf dem Park an der Gold Coast und nutzt weiterhin die Lizenzen von WarnerMedia.

Während Parque Warner Madrid ein überaus riesiger Park ist und auch der Movie Park Germany eine respektable Größe hat, so ist die Warner Bros. Movie World eher klein geraten. Neben der aus dem Movie Park Germany bekannten Main Street besteht der Park nur noch aus einem kleinen Kinderland, der Wildwasserbahn Wild West Falls und einem DC Heroes Themenbereich, wo sich fast alle Attraktionen des Freizeitparks tummeln.

Dieser Bereich befindet sich direkt am Eingang des Freizeitparks, bildet jedoch durch die geschickte Einbindung der Achterbahn Arkham Asylum keine Sackgasse. Gleich zu Beginn stoßen wir auf den Green Lantern Coaster, einem El Loco von S&S.

Den übersteilen und schnellen Lift erklommen geht es viel recht schnell in eine Kurvenkombination ohne vorhandener Querneigung, die kurz darauf in einem recht steilen 120,5° Drop überleitet. Der damit verbundene Weltrekord war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits einige Monate später öffnete Takabisha im Fuji-Q Highland. Mit einer kleinen seitlichen Drehung geht es sogleich zur ersten Blockbremse hinauf.

Nun folgt eine Kurve, die man durchaus öfters in diversen Achterbahnen verbauen könnte, denn der nach außen geneigte Streckenabschnitt macht durchaus was her. Leider ist dieser Part sehr schnell wieder vorbei und eine scheinbar konventionelle Kurve schließt sich an, die jedoch gegen Ende immer mehr an Neigung zugewinnt und einem kurzerhand Überkopf stellt. Die Hangtime ist hierbei sehr ausgeprägt und man ist schon einigermaßen froh kurz darauf in einem halben Looping in Richtung Boden zu stürzen, wo man dann auch das erste Mal an der tiefsten Stelle der Fahrt angekommen ist. Die Fahrt ist jedoch noch nicht zu Ende und eine weitere Steigung mit anschließender kaum regulierender Blockbremse schließt sich an. Es folgt die letzte traditionelle Kurve, die in einer abwärtsführenden Heartlineroll mündet – dem tatsächlich interessantesten Element der Fahrt. Eine belanglose Kehrtwende in Form eines Immelmann Turns schließt sich an, woraufhin die Fahrt alsbald überaus abrupt endet.

Dank der breiteren Wagen und dem erhöhten Fahrkomfort auf Grund der fehlenden Schulterkrallen macht die Fahrt auf dem Green Lantern Coaster im Vergleich zu anderen (fast) baugleichen Anlagen deutlich mehr Spaß. Die Fahrt ist aufregend und bizarr – im Grunde also ein wenig Loco.

Direkt gegenüber befindet sich mit dem Batwing Spaceshot eine Vertikalfahrt aus dem Hause S&S, welche einem überaus rasant in eine Höhe von 61m befördert. Oben angekommen gibt es dann noch eine ordentliche Prise Airtime und damit verbunden ein breites Grinsen auf den Gesichtern der Mitfahrer.

In einer dahinter liegenden Halle befindet sich der Zugang zur Themenfahrt Justice League: Alien Invasion 3D. Zuvor war hier der Simulator Batman: The Ride zu finden. Die von der Sally Corporation entwickelte Themenfahrt verbindet große plastische Szenen mit 3D Screens, auf denen man die Aliens des Bösewichts Starro abwehren muss, ehe diese die Kontrolle über die gesamte Menschheit übernehmen. Ein herrlicher Spaß, wie man ihn von Sally gewohnt ist. Die Fahrt selbst stand später Pate für Justice League: Battle for Metropolis, welcher in diversen Six Flags Parks zu finden ist.

Eine der Gründe überhaupt in die Warner Bros. Movie World zu fahren ist die Achterbahn DC Rivals HyperCoaster. Die Achterbahn der Firma Mack Rides verfügt über ein atemberaubendes Out & Back Layout mitsamt einem stark verdrehten First Drop, einem 40m hohen Non-Inverted Loop, sowie einer Vielzahl atemberaubender Umschwünge und Airtime Hügeln und der Möglichkeit dieses für einen geringen Aufpreis auch noch rückwärts zu erleben. Blöd nur, dass die Achterbahn während meines Besuchs geschlossen war.

Wobei der DC Rivals HyperCoaster nicht alles war, was an meinem Besuchstag geschlossen gewesen war. Eigentlich erlauben die Village Roadshow Theme Parks eine recht einfache Planung des Besuchs, denn es gibt einen Wartungskalender für jeden einzelnen Park, nur plant man eben diese Zeiträume nicht besonders gut, so dass die einzelnen Attraktionen meist immer länger gewartet werden. Zugleich informiert man die Besucher jedoch nicht darüber, so dass diese erst vor Ort damit konfrontiert werden. Andere ganzjährig geöffnete Freizeitparks wie die Disneyland Parks oder Efteling zeigen, wie man es besser machen könnte und auch der nahe Freizeitpark Dreamworld macht es ohne Frage besser.

So zog es uns also an dem geschlossenen Roxy Theatre nun erst einmal in das Kinderland zur rechten Seite der Main Street. Hier befand sich vor einiger Zeit mal die Themenfahrt Looney Tunes River Ride, welche jedoch durch eine überdachte Gelddruckmaschine, ähm die Kinderfahrschule Junior Driving School ersetz wurde. Im Außenbereich davor steht seit dem Jahr 2000 der Road Runner Roller Coaster, die erste Achterbahn des Freizeitparks.

Interessanterweise stand für diese Achterbahn die Kinderachterbahn Coyote’s und Roadrunner’s Achterbahn aus der deutschen Niederlassung der Warner Bros. Movie World Modell, jedoch verzichtete man an der Gold Coast auf das aufwändige Felsmassiv der Achterbahn. Die Bahn verfügt jedoch über einen zweiten Zug, wodurch man immer nur eine Runde durch das altbewährte Rollerskater Layout des Herstellers Vekoma dreht.

Vorbei an der kleinen Ansammlung an Kinderfahrgeschäften zieht es uns nun zur großen Stuntshow des Freizeitparks. Hollywood Stunt Driver 2 bietet ein ähnliches Spektakel wie Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular aus dem Walt Disney Studios Park in Paris und somit einen sehr starken Focus auf den Filmdreh mit einigen ausgewählten Darstellern. Wir können froh sein, dass der Movie Park Germany mit Crazy Cops New York weiterhin auf eine klamaukbehaftete Stunt Show wie der originalen Police Academy Stunt Show setzt. Das hier war leider nichts.

Im ehemaligen Gebäude der Gremlins Themenfahrt ist in beiden Warner Bros. Movie World Themenparks im Laufe der Zeit eine Achterbahn eingezogen. Hier an der Gold Coast entstand im Jahr 2002 mit dem Scooby Doo Spooky Coaster eine auf der Scooby Doo Realverfilmung desselben Jahres basierende Achterbahn.

Die Fahrt beginnt mit der aus dem Film bekannten Geisterbahnfahrt. Das Ganze ist bespickt mit einigen kleinen Drops, schwingenden Äxten und sehenswerten Animatroniks. Im Grunde ist der Spooky Doo Spooky Coaster also eine durchaus sehenswerte Themenfahrt, doch dann fahren wir in den Vertikallift der Anlage ein. Untermalt von einer Szene bei der Scrappy Doo zu einem Monster mutiert verlassen wir diesen rückwärtsgewandt. Kurz darauf stürzen wir uns einen 7m hohe Gefälle hinunter. Auf der anderen Seite der Anlage wechseln wir effektgeladen auf einer Drehscheibe erneut die Fahrrichtung. Untermalt durch den Song Scooby Doo, Where are you? geht es nun durch den altbekannten Parcours einer klassischen Wilden Maus. Wo uns normalerweise eine doppelte Schussfahrt erwarten würde, fahren wir jedoch nach nur einer Schussfahrt direkt in eine Bremse. Kurz darauf verlassen wir die Sound Stage, in der sich ein Großteil der Achterbahn befinden. Nach einer kurzen Zwischensequenz erwartet uns dann noch ein weiterer 3m hoher Sturz und alsbald die Ausstiegsstation der Anlage.

Der Scooby Doo Spooky Coaster ist eine klasse Achterbahn, die jedoch dank der geringeren Kapazität oftmals eine etwas längere Warteschlange vorweisen kann. Die Fahrt in der erweiterten Wilden Maus macht jedoch einiges her und lässt einem durchaus gut gelaunt aus der Anlage aussteigen – obgleich die eigentliche Achterbahnfahrt hauptsächlich in einer dunklen Halle mit Lichterschau stattfindet.

Vorbei am Doomsday Destroyer – einer von Intamin erbauten suspended Variante des beliebten Kamikaze Fahrgeschäfts –, welcher eine sehr solide Fahrt bot, nähern wir uns nun dem Westernbereich des Freizeitparks. Hier befindet sich als einzige Attraktion des Bereichs die Wildwasserbahn Wild West Falls, ihres Zeichens die einzige noch verbleibende Attraktion, die auf dem Film Wild Wild West basiert. Ursprünglich sollte die Wasserbahn jedoch auf dem Film Rio Bravo basieren, was sich auch an der vorhandenen Thematisierung der Anlage zeigt.

Nachdem man die recht lange Warteschlange durchquert hat, kann man sogleich in einem der Boote Platz nehmen. Kurz darauf dümpelt das Boot vorbei an der Wartungshalle der Anlage in Richtung des ersten Lifthügels. Oben angekommen fährt man nun in das gewaltige Bergmassiv hinein, wo sogleich der erste Drehteller auf einem wartet. Dieser entlässt das Boot dann hinein in die erste Schussfahrt, welche rückwärts absolviert wird. Hieran schließt sich ein kleiner Hügel an. Kurz darauf folgt dann die Abfahrt in das kühle Nass, wobei der Nässegrad bislang noch sehr überschaubar bleibt. Nach einer Kurve erreicht man eine weitere Wendestelle, woraufhin das Boot wieder vorwärts unterwegs ist. Gar unspektakulär führt einem der Fluss nun durch einen Canyon, ein Indianerdorf und die Westernstadt Dogde City, bevor es erneut in die Mine hinein geht. An der höchsten Stelle der Fahrt angekommen wird man über einen Drehteller erneut in Position gebracht, woraufhin die zweite und finale Schussfahrt eingeleitet wird. Unten angekommen wird man dann recht angenehm befeuchtet. Es folgt die Rückfahrt zur Station.

Ich liebe Wasserbahnen aus dem Hause Hopkins und auch Wild West Falls ist eine rundum gelungene Wasserbahn mit einem tollen Setting und zwei atemberaubenden Schussfahrten. Jedoch ist sie im Vergleich zur Wildwasserbahn Rio Bravo aus dem Parque Warner Madrid in vielerlei Hinsicht die schwächere Anlage. Die von Intamin gebaute Revision der Wild West Falls punktet vor allem durch ihre Airtime, die hier an der Gold Coast leider vollständig abhanden ist. Auch scheint die Fahrt in Spanien ein wenig besser in Schuss zu sein. Nichtsdestotrotz, sollte man die Wildwasserbahn Wild West Falls auf keinen Fall verpassen.

Auf dem Weg zur nächsten Attraktion schauten wir im WB Studio Showcase vorbei, wo während unseres Besuchs einige Requisiten aus aktuellen WB Produktionen, darunter The Great Gatsby, Shazam!, Suicide Squad und Mad Max, zu sehen waren. Leider war dieses auch die einzige Attraktion, die die ursprüngliche Idee des Filmparks aufgriff. Hiervon hätte ich gerne mehr gesehen.

Der Vekoma Suspended Coaster Arkham Asylum – Shock Therapy hätte eigentlich an unserem Besuchstag geöffnet sein müssen. Auch an einem späteren Tag war die Anlage auch auf weiteres geschlossen. Tatsächlich wird die Achterbahn seither nicht mehr betrieben und demnächst wohl auch aus dem Park verschwinden. Dabei hätte ich ganz gerne eine Runde auf dem SLC mit seiner Bonus-Helix gedreht, immerhin wies die Anlage auch hier den aus dem Parque Warner bekannten VR-Film auf.

Die letzte Attraktion auf unserem Rundlauf ist die Achterbahn Superman Escape. Die Warteschlange der Achterbahn ist eher unscheinbar und endet vor automatisierten Türen, hinter denen sich die Wagen der MRT (Metropolis Rapid Transit) U-Bahn befinden.

Die Fahrt beginnt demnach recht gemächlich. Jedoch wird schon bald klar, dass unsere Lage ein wenig verzwickter ist. Warnungen vor Erdbeben sorgen dafür, dass wir an den nächsten Stationen nicht halt machen. Geplatzte Gasleitungen, die zur Sprengung einer Pumpstation führten, sorgen für eine Überschwemmung des Bahntunnels und plötzlich stürzen auch noch Polizeiwagen in die Tunnel. Obwohl die Situation ausweglos erscheint, kommt im letzten Moment Superman zu unserer Rettung. Was folgt ist eine atemberaubende Achterbahnfahrt, ausgehend von einem wahnsinnig guten Hydraulikabschuss.

Mit gut 100 km/h erklimmen wir sogleich einen 40m hohen Top Hat, den wir geradewegs einfahren und zur Seite gerichtet verlassen. Nach einer druckreichen Rechtskurve am Boden entlang fahren wir sogleich in einen airtimereichen Camelback. Hieran schließt sich eine Linkskurve an, bei der wir durch eine Halle fahren. Nach einem weiteren Umschwung führt uns der Weg durch eine weitere bodennahe Rechtskurve, ehe wir auf dem anschließenden Hügel ein weiteres Mal die Richtung wechseln und uns alsbald in der Bremsstrecke der Anlage wieder finden.

Superman Escape ist eine gnadenlos gute Achterbahn. Die Fahrt durch das kompakte Layout ist überaus knackig und überzeugt durch seine schnellen Umschwünge und der großartigen Airtime. Leider steht die Achterbahn jedoch nur in der Warner Bros. Movie World und nicht bei uns im Movie Park Germany, was wiederum andere Schwächen offenbart. Die geringe Kapazität der Anlage im Einzugsbetrieb wird durch die hohe Anzahl der Fastpassler noch einmal verschlimmert, so dass man hier leider sehr lange anstehen muss. Im Movie Park Germany steht an selber Stelle nun der immersive Tunnel The Lost Temple und die Achterbahn Star Trek Operation Enterprise, jedoch wünschte ich mir wirklich, man hätte sich ein weiteres mal am Park an der Gold Coast orientiert.

Warner Bros. Movie World, du warst bestimmt einmal ein richtig guter Freizeitpark. Anfang der 90er Jahre hast du jeden mit deinem Konzept überrascht, nun aber ist von der Magie so gut wie nichts mehr vorhanden. Zwar gleichst du heutzutage eher einem klassischen Freizeitpark, doch deine Achterbahnen können von deinem Mangel an Attraktionen und Shows kaum hinwegtäuschen. Ich frage mich ehrlich gesagt wirklich, wie man hier einen ganzen Tag verbringen soll. Eine Frage, die man sich interessanterweise beim Schwesterpark in Bottrop nie stellen würde.


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Sydney und sein Holz

Der Luna Park Milsons Point ist wahrscheinlich der Freizeitpark mit der atemberaubendsten Aussicht von allen. Direkt neben der weltberühmten Harbour Bridge und in Sichtweite des Sydney Opera House gelegen, bietet der klassische Tivoli-Vergnügungspark mitunter die beste Unterhaltung in Australien.

Interessanterweise beginnt die Geschichte des Freizeitparks in Adelaide. Von 1930 bis 1934 gab es dort den Luna Park Glenelg. Aufgrund politischer Entscheidungen in South Australia, die den Betrieb des Parks nicht mehr rentabel machten, suchten die Philipps Brothers einen neuen Standort in Sydney. Gleichzeitig wurde die Nutzung des ehemaligen Dorman Long Geländes für Volksvergnügungen ausgeschrieben. Die Gebrüder Phillips gewannen die Ausschreibung und verlegten die Fahrgeschäfte kurz darauf an den neuen Standort am Milsons Point. Ein Jahr später wurde der Luna Park eröffnet.

In den 1950er Jahren übernahmen unter anderem David Atkins und Ted Hopkins den Park von den Philipps Brothers. 1969, als Hopkins in den Ruhestand ging, wurde der Pachtvertrag von der World Trade Centre Pty Ltd. übernommen. Als erste Maßnahme schloss das Konsortium viele der alten Fahrgeschäfte und ersetzte sie durch neue amerikanische Thrill-Rides. Ein neuer Spielplan, ein neuer Slogan und sogar ein Maskottchen wurden eingeführt, um den Park populärer zu machen und das, obwohl 1975 der Pachtvertrag auslief. Zwar durfte der Luna Park weiter betrieben werden, doch sein Fortbestand war nicht gesichert. Nach zwei Zwischenfällen im Jahr 1979 schrieb die Regierung von New South Wales den Betrieb neu aus.

Australian Amusements Associates gewann die Ausschreibung im September 1980 und übernahm Anfang Juni 1981 die Verwaltung des Geländes. Der Luna Park wurde zwischen 1982 und 1988 als Harbourside Amusement Park weiter betrieben. Nachdem zwei unabhängige Ingenieure festgestellt hatten, dass mehrere Fahrgeschäfte im Park für Renovierungen und Reparaturen stillgelegt werden müssten, wurde der Park am 10. April geschlossen. Im November wurde der Pachtvertrag an die Luna Park Investments Pty Ltd. übertragen – und das Chaos nahm seinen Lauf. Nach mehreren Anträgen, den größten Teil oder den gesamten Luna Park durch Apartmenthäuser und Hotels zu ersetzen, und ohne ein erkennbares Interesse an dem Vergnügungspark, stellte die Regierung von New South Wales der Firma ein Ultimatum, den Luna Park bis zum 1. Juni 1990 zu öffnen. Kurz darauf wurden Fahrgeschäfte versetzt, neu gestrichen und umbenannt, um den Anschein zu erwecken, das Gelände für den Betrieb vorzubereiten. Die Direktoren brachten immer wieder Ausreden vor, um einen Aufschub zu erreichen, doch kurz nach dem Ultimatum wurde der Pachtvertrag gekündigt und der Luna Park Reserve Trust gegründet. Kurz darauf nahm der National Heritage Trust mehrere Gebäude auf dem Gelände in seine Liste der geschützten Bauwerke auf.

Von 1991 bis 1995 erhielt der Park eine umfassende Sanierung, die zur Installation der Achterbahn Big Dipper von Arrow Dynamics führte. Aufgrund von Lärmbeschwerden der neuen Bahn musste der Park die Betriebszeiten der Anlage reduzieren, was zu einem Rückgang der Besucherzahlen führte und schließlich 1996 zur Schließung des Parks. Im Juni 1997 stellte die Regierung von New South Wales der Öffentlichkeit vier Entwicklungsvorschläge vor. Im Februar 1998 rief das NSW Department of Public Works and Services zur Einreichung von Vorschlägen für die Neugestaltung des Luna Parks auf. Die Metro Edgley Group gewann die Ausschreibung. Ihr Vorschlag sah vor, dass die meisten Fahrgeschäfte erhalten bleiben sollten, forderte aber, dass der Big Dipper durch einen Mehrzweck-Konzertsaal ersetzt werden sollte und bat darum, den Crystal Palace als Veranstaltungszentrum umzubauen. Während des langen Entscheidungs- und Genehmigungsprozesses durfte der Luna Park Ende 2000, Anfang 2001 während der Olympischen Spiele und der Sommersaison betrieben werden.

Die Sanierung und Restaurierung des Luna Parks wurde über 14 Monate durchgeführt. Seit dem Jahr 2004 hat der Freizeitpark wieder durchgängig geöffnet.

Betritt man den Freizeitpark durch das ikonische Eingangsportal mit seinem lachenden Gesicht, findet man zu seiner rechten Seite gleich eine der Knallerattraktionen des Freizeitparks: ein Rotor. Das von W. Ernst Hoffmeister patentierte Fahrgeschäft lässt seine Fahrgäste allein durch die Zentrifugalkraft des rotierenden Zylinders und der Reibung zwischen Fahrgast und Holzwand an eben jener kleben. Ein herrlicher Spaß, der jedoch leicht zu Schwindelgefühlen führen kann.

Weniger wild geht er derweil auf dem Wellenflieger Volare und dem Musikexpress Tango Train daher. Der wunderschöne und recht neue Musikexpress bietet dabei gleich zwei Fahrprogramme: Mild und Wild. Dabei ist gerade die wildere Fahrt empfehlenswert, da diese sowohl vorwärts wie auch rückwärts stattfindet.

Direkt gegenüber kann man auf dem Ferris Wheel die Aussicht genießen oder eine Fahrt auf dem Hair Raiser wagen. Der kleine Freifallturm der Firmen Larson & ARM Rides hat es konstruktionsbedingt überaus in sich, denn dank der über dem Fahrgast angebrachten Blenden weiß man nie, wann man die Spitze des Turmes erreicht hat und sogleich nach unten fällt. Durch den zudem sehr kurzen Bremsweg entsteht darüber hinaus auch ein sehr intensives Fallvergnügen.

Oberhalb des Autoscooters Dodgem City befand sich früher einmal die Station der Achterbahn Big Dipper und zukünftig der Eingang zur Achterbahn New Big Dipper – ein Single Rail Coaster der Firma Intamin. Zum Zeitpunkt meines Besuchs war hiervon noch gar nichts bekannt und so erfreute ich mich nur an einer Fahrt auf der HUSS Troika Tumble Bug, welche mittlerweile den Park verlassen hat.

Auf der anderen Seite der Main Street befindet sich der Zugang zur Holzachterbahn Wild Mouse. Leider gehört die hölzerne Wilde Maus zu einer aussterbenden Spezies und seit dem Wegfall der Wild Mouse aus dem englischen Blackpool Pleasure Beach kann man diese Art von Achterbahn nur noch hier oder in Indonesien erleben. Dabei sind hölzerne Wilde Mäuse vor allem eines: Verdammt gute Achterbahnen!

Die Fahrt auf der Wild Mouse beginnt nach einer Rechtskurve mit der Erklimmung des Lifthügels. Oben angekommen rasen wir auch schon durch eine Reihe von engen Haarnadelkurven, ehe wir in einer weiten Kurve eine Ebene nach unten sausen. Nach zwei längeren Geraden nähern wir uns dann der ersten großen Schussfahrt und werden sogleich von der Sitzfläche gehoben. Nachdem wir im Tal wieder mit dem Sitz in Berührung gekommen sind, geht es sogleich untermalt von feinster Airtime über einen weiteren Hügel. Nach einem Anstieg überqueren wir nun, leicht in die Seitenwand des Wagens gepresst, den Eingangsbereich der Achterbahn. Nach einer knackigen S-Kurve stürzen wir uns ein weiteres Mal zu Boden. Auch hier erleben wir Airtime par excellence. Nach einem letzten Hügel und zwei überaus schnellen Geraden nähern wir uns dann dem Ausstiegsbereich der Anlage.

Die Wild Mouse ist ein Knaller an Achterbahn und ich hoffe, dass diese dem Luna Park noch lange erhalten bleiben wird. Sie gehört gewiss zu den besten Holzachterbahnen weltweit und gehört damit zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Sydney für jeden Achterbahnfan.

Eine weitere Sehenswürdigkeit für jeden Freizeitparkfan ist das große Fun House Coney Island, welches eine Vielzahl an Attraktionen bietet. Neben klassischen Cake-Walk-Elementen findet man hier auch ein Teufelsrad, ein Spiegellabyrinth, eine Vielzahl sehr steiler Rutschen und eine überaus bemerkenswerte Sammlung alter Flipperautomaten.

Direkt hinter dem Fun House befindet sich eine größere Parkfläche, die jedoch weniger charmant daherkommt und einige Rundfahrgeschäfte aufweisen konnte. Hier standen der Break Dance Spider, sowie der Moon Ranger. Letzterer war auch einer der Gründe, warum ich unbedingt einmal in den Luna Park Sydney fahren wollte, denn so ein HUSS Ranger ist eine leider sehr rar gewordene Spaßmaschine sondergleichen. Nun wurde die Fläche neu konzipiert und kann bald gleich zwei neue Achterbahnen aufweisen: Little Nipper und Boomerang. Ebenfalls wird es hier eine Ansammlung neuer Familienfahrgeschäfte aus dem Hause Zamperla geben, wie auch das große Überschlagskarussell Sledgehammer.

Der Luna Park Sydney hat mir richtig gut gefallen. Leider hatte ich nur etwa 2 ½ Stunden im Park zur Verfügung, dennoch hat mir jede Minute im Park richtig gut gefallen. Der Charme des alten Vergnügungsparks, die atemberaubende Lage, wie auch die überaus gute Auswahl der Attraktionen prägen den Luna Park, wie kaum einen anderen Park in Australien.

 

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