Turborutschen in Poole

Splashdown Poole

Wasserpark:Splashdown Poole (seit 1990)
Adresse:Tower Park
BH12 4NY Poole
https://www.splashdownwaterparks.co.uk/poole/
Betrieb:Lemur Leisure Ltd.

Splashdown PooleGanz in der Nähe der englischen Küstenstadt Bournemouth befindet sich in der Leisure Destination Tower Park bei Poole der Wasserpark Splashdown Poole. Als eine der ersten Attraktionen des 1989 erbauten Erlebniszentrums eröffnete der Wasserpark im Jahr 1990 mit insgesamt sieben Rutschen seine Pforten. Acht Jahre später folgte dann die Eröffnung des Outside Screamer Turms mit seinen drei PPK-Promoplast-Rutschen, für die der Park in der Rutschcommunity bekannt ist. 2002 und 2012 wurden weitere Rutschen hinzugefügt. Bislang hat noch keine Wasserrutsche den Wasserpark Splashdown Poole verlassen; es gab jedoch Änderungen, dazu aber später mehr.

Betritt man das Bad wird man sogleich vom 90er-Jahre-Charme dessen überrumpelt. Da man sich direkt an der Kasse befindet kann es durchaus passieren, dass man vor dem Bad warten muss und das ggbfs. sogar etwas länger. Zumindest was es bei unserer Gruppe so, dass sich die Chiparmbänder partout nicht aktivieren lassen wollten und der arme Kassierer sogar die Station der unbesetzten Kasse dafür aufsuchte. Hier warteten wir dann etwa 10 Minuten, ehe uns die Armbänder überhändigt werden konnten. Im Umziehbereich – der typisch englisch leider mit Straßenschuhen betreten werden muss, wodurch man zwangsläufig in einer ziemlich dreckigen Brühe steht – erwartete uns dann ein weiteres Problemchen; denn die Spinde werden leider nicht mit dem Armband geöffnet, sondern per Schlüssel und erfordern eine Pfundmünze als Pfand. Eigentlich ja kein Problem, doch wer bitteschön hat schon Münzgeld bei sich in einem Land, in dem man fast alles bargeldlos bezahlen kann. Also zurück an die Kasse und Geld gewechselt. Kurz darauf konnte der Spaß auch schon losgehen.

Black Thunder und Baron’s Revenge

Betritt man das Bad befindet man sich sogleich am Aufgang zu der Black-Hole-Rutsche Black Thunder und der Turbo-Rutsche Baron’s Revenge, sowie zur Reifenrutsche Mississippi Drifter. Interessant an der Black-Hole-Rutsche ist, dass sie nur im Sommer eine alleinstehende Rutsche ist und ohne Reifen benutzt wird; im Winter ist sie nämlich der zweite Streckenpart der Mississippi Drifter. Hier war von Anfang an stets eine lange Warteschlange vorhanden, weswegen ich sie nicht getestet habe. Ganz anders sah es jedoch an der Rutsche Baron’s Revenge aus, welche sich in einer Steilkurve auf nur neun Rutschmetern gute fünf Meter zu Boden stürzt. Das ist überaus steil und trotz Plumpsauslauf hochgradig brillant.

Mississippi Drifter und Grand Canyon

Eine Ebene höher erwartet einen dann der Zugang zur Crazy-River-Rutsche Mississippi Drifter, in der man sich über mehrere Schussfahrten von Bassin zu Bassin fortbewegt, ehe man dem Grand Canyon folgend nach draußen gelangt und sogleich vom Reifen fliegt. Im Außenbereich des Wasserparks Splashdown Poole kann man sich nun etwas unter der englischen Sonne treiben lassen, wobei es in diesem Sommer ja selten wärmer als 25°C wurde bevor dann eine weitere Rutschpartie folgt. In einer dunklen Helix nimmt man dabei schnell an Geschwindigkeit zu. Gegen Ende dieses Abschnittes erwarten den Rutscher gleich mehrere Wasservorhänge und man gerät dadurch etwas aus dem Gleichgewicht, wodurch man im Landebecken durchaus Mühe hat sich auf dem Ring zu halten. Ein herrlicher Spaß! Eine weitere Sturzfahrt später folgt dann auch schon der Übergang zum Innenbereich und sogleich das Ende dieser recht witzigen Rutsche.

Red River Roller und Zambezi Drop

Auf der vom Zugang aus dem Umkleidebereich gesehen rechten Seite des Bades befinden sich die Treppenaufgänge zu den weiteren Rutschen des Indoorbereichs. Dabei ist der hintere Aufgang den drei Bodyslides Red River Roller, Zambezi Drop und Colorado Coaster vorbehalten. Während beim Colorado Coaster immer Leute anstanden, war man bei den anderen Rutschen immer sehr schnell an der Reihe. Während der Red River Roller doch eher zahm ist und keine Highlights aufweisen kann, so überzeugt die Turbo-Rutsche Zambezi Drop nach den ersten sehr gemächlichen Kurven durch die stetig enger wendende Steilkurve zum Ende der Rutschpartie hin, bei der man die G-Kräfte besser nicht unterschätzen sollte.

Colorado Coaster

Auch die eher gemächlicher anmutende Colorado Coaster hat es faustdick hinter den Ohren. Nach den ersten seichten Streckenmetern, in denen sich mehrere Links- und Rechtskurven abwechseln, erwartet einen ein schöner Drop, woraufhin die anschließende Kurve überaus schaukelfreudig absolviert wird. Kurz darauf erwartet einen ein fulminantes Finale mit einem durchaus ausgeprägten Doppeldrop, welches einen mit einem breiten Grinsen aus der Rutsche entlässt.

Dragon’s Lair

Der vordere Aufgang führt einen zur Space Bowl Infinity, sowie zur größten Rutsche des Bades, dem Dragon’s Lair. Am Kinderbereich des Bades vorbei führt einen der Weg dann in ein weiteres Treppenhaus, an dessen Ende sich der Zustieg zu Dragon’s Lair befindet. Dabei war dieses Treppenhaus mal deutlich größer und auch der Zugang zur Wasserrutsche befand sich entsprechend weiter oben. Über eine längere Gerade nimmt man auf der Rutsche beständig an Geschwindigkeit zu, ehe einen eine ziemlich hohe Schussfahrt hinunterzieht. Hieran schließen sich dann noch mehrere Kurven und enge Kurvenwechsel an, die einen konsequent herunterbremsen, ehe der Rutschauslauf erreicht wird. Leider kann die lange Rutschfahrt, vor allem dank der Qualität der Fugen auf dieser, nicht wirklich überzeugen. Für die Höhe der Anlage ist die Fahrt schlicht und ergreifend zu langsam und kommt auch wirklich kaum in die Gänge; hier wäre ein Vergleich zum Ursprungslayout der Anlage interessant.

Infinity

Nachdem ich im Joyful Waterpark des japanischen Freizeitparks Nagashima Spa Land meine erste Trichterrutsche mit Plumpsauslauf ausprobieren konnte, war die Anspannung bzgl. Infinity deutlich geringer, die Vorfreude auf die Fahrt jedoch deutlich größer. Der hiesige Trichter ist komplett eingehaust und weist unterschiedliche Licht- und Soundeffekte auf, die auf Wahl des Nutzers abgespielt werden. Dennoch hielt sich der Drang zu Wiederholungsfahrten, abseits der eh langen Wartezeiten, überaus in Grenzen, denn man spürte jede einzelne Fuge im Trichter. Durch den Plumpsauslauf und den resultierenden Fallmanövern ist die Rutsche dennoch über spaßig und auch zu empfehlen; ohne hingegen wäre es bei nur einer Rutschpartie geblieben.

Screamer Tower

Kommen wir nun zum Außenbereich des Bades, in den wir uns auf dem Mississippi Drifter bereits verirrt haben und den Outdoor Screamer Tower mit seinen drei PPK-Promoplast-Rutschen. Diese drei Rutschen standen ursprünglich im Centre 2000 in Southampton, ehe sie nach der Schließung des Leisure Centres nach Poole versetzt wurden. Durch die Ausnutzung der Hanglage hingegen wirkt der Rutschturm so, als sei er von Anfang an so beabsichtigt gewesen. Über eine Stahltreppe geht es mit kalten Füßen rasch nach oben, wo die Einstiege der beiden Reifenrutschen Tennessee Twister und Louisiana Leap, sowie der beiden Turbo-Rutschen The Screamer und Velocity warten.

Tennessee Twister und Louisiana Leap

Den Anfang machen hierbei die beiden parallel verlaufenden Reifenrutschen Tennessee Twister und Louisiana Leap. Über einen kleinen Jumpstart baut man schnell an Geschwindigkeit auf und rutscht anschließend den Kurvenverlauf einer liegenden Acht entlang. Auf der zweiten diagonal verlaufenden Strecke erwartet den Rutscher dann ein weiterer Jump, woraufhin sich die finale Rechtskurve schwungvoll anfügt. Über eine finale Schussfahrt wird man dann in das Auslaufbecken entlassen, wo man sich dann mehr oder weniger elegant von seinem Reifen trennt. Tatsächlich sind beide Rutschen unerwartet gemächlich unterwegs und bieten recht nette Airtimemomente, mehr jedoch auch nicht.

The Screamer

Auch die grüne Turbo-Rutsche The Screamer, die ebenfalls von PPK Promoplast stammte, ist unerwartet gemächlich unterwegs. Fans der ehemaligen Rutsche Grüner Hai des Miramar Weinheim könnten auf Grund des fehlenden Knicks im Rutschverlauf und der anschließenden absurd wilden Schaukelpartie enttäuscht sein, hier nur eine recht solide Turbo-Rutsche vorzufinden. Da kann man absolut nicht meckern, die Bahn fügt sich absolut in das große Turbo-Rutschen-Portfolio des Wasserparks Splashdown Poole ein.

Velocity

Das Highlight des Turms ist jedoch die im Jahr 2012 errichtete Turbo-Rutsche Velocity, denn im Vergleich zu ihrem PPK-Geschwisterchen hat diese Rutsche wirklich einen Knick in der Optik, tatsächlich sogar einen doppelten. Die Rutsche beginnt mit einer sehr steilen Schussfahrt, die kurz darauf in eine gemächlichere Steigung abknickt. Gnadenlos folgt nun ein kurzer Linksknick, woraufhin das Landebecken erreicht wird und erst einmal ein Schwall Wasser aus der Rutsche befördert wird. Was für eine geile Rutsche! Velocity hält was sie verspricht und so rast man auf dieser kurzen Rutsche im Geschwindigkeitsrausch hinab.

Fazit Splashdown Poole

Splashdown Poole ist ein grundsolider Wasserpark, dessen Interieur jedoch deutlich in die Jahre gekommen ist. Die Wasserrutschen stechen größtenteils aus der Masse heraus und können, bis auf die Verfugungen einzelner Rutschen, absolut überzeugen. Wir selbst hatten Glück zu einer günstigen Zeit vorbeigeschaut zu haben, denn das Bad wurde gegen Ende unseres Besuchs immer voller. Wie in jedem Wasserpark gilt dann jedoch, ob man denn so lange auf eine Rutschfahrt warten möchte, zumal ja der Eintrittspreis vergleichsweise hoch angesetzt ist; zumindest im Vergleich zu deutschen Bädern. Ein Besuch lohnt sich zumindest auf jedem Fall und kann hervorragend mit einem Besuch der pittoresken Stadt Bournemouth gekoppelt werden.

 

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Walibi Rhône-Alpes



Freizeitpark:Walibi Rhône-Alpes (ab 1989)
Avenirland (1979 - 1988)
Adresse:1380 Route de la Corneille
38630 Les Avenières
https://www.walibi.fr/fr
Betrieb:Compagnie des Alpes (seit 1985 Teil der Walibi Gruppe)

Walibi Rhône-Alpes in Les Avenières bei Lyon in der schönen Rhône-Alpes-Region ist ein mittelgroßer Familien-Themenpark in Frankreich. Gegründet 1979 als Avenirland, blickt der Vergnügungspark auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Zwei Jahre nach seiner Eröffnung übernahm Eddy Méeus (Gründer des belgischen Freizeitparks Walibi) zusammen mit einem französischen Hersteller von Fahrgeschäften einen Großteil des Parks. Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Parteien führten dazu, dass Meeùs Ende 1985 alle Anteile hielt. 1989 änderte der Park seinen Namen in Walibi Rhône-Alpes. Mit der Übernahme durch Premier Parks im Jahr 1997 wurde der Park massiv ausgebaut. In den vergangenen Jahren hat der Park unter der Führung der Compagnie des Alpes seine Entscheidungskompetenz zurückgewonnen. Seither überrascht der Park von Jahr zu Jahr mit interessanten Fahrgeschäften und Attraktionen.

BambaFun Fact #1: Der Wasserpark Aqualibi, direkt innerhalb des Freizeitparks gelegen, war der erste Wasserpark der Gruppe.

Fun Fact #2: Die Marke Walibi war in ganz Frankreich durch umfangreiche Werbung im luxemburgischen Radiosender RTL bekannt – obwohl sich die Werbung immer nur an die frankophonen Belgier richtete. Der Radja River war in aller Munde. Ein Jahr später änderte Avenirland seinen Namen und eröffnete seinen eigenen Radja River. Ein erfolgreicher Schritt, der die Zukunft des Freizeitparks sicherte.

 
 
 

Highlights des Wasser- und Freizeitparks

 




 

Aqualibi

Der Wasserpark im Freizeitpark

 


Bambooz River

 

Bambooz River

Eine durchaus nasse Wildwasserbahn

 


Coccinelle

 

Coccinelle

Der Familienklassiker

 


EqWalizer

 

Generator

Eine verdammt gute Shuttle-Achterbahn

 


Gold River

 

Gold River

Der umgestaltete Radja River

 


Skunx Tower

 

Le Totem

Der Space Shot mit der extra Portion Airtime

 


Tam Tam Aventure

 

Tam Tam Aventure

Eine tolle Themenfahrt

 


Timber!

 

Timber!

Eine großartige Holzachterbahn

 


Woodstock Express

 

Woodstock Express

Eine wunderbare Wilde Maus

 


Good Job im Freizeitpark

Yomiuriland

Im Grunde kann man das Yomiuriland als klassischen Trolley-Park bezeichnen; immerhin ähnelt der 1964 eröffnete Freizeitpark vielen anderen japanischen Freizeitparks dieser Zeitepoche und befindet sich somit unweit einer Bahnstation. Jedoch wurde der Park nicht von einer Eisenbahngesellschaft gegründet, sondern von der einflussreichen Yomiuri Gruppe; dem auflagestärksten Zeitungsverleger Japans und unter anderem Eigentümer der Yomiuri Giants.

Viel mehr zur Geschichte des Yomiuriland gibt es eigentlich nicht zu erzählen. Vielen Spielern des zeitlosen Freizeitparkaufbauspiels Roller Coaster Tycoon Classic wird der Name des Parks in einer der Ladebildschirmmeldungen bereits öfters aufgefallen sein, denn das Yomiruiland ist Heimat des ersten Stand-Up Coasters der Welt, dem Standing and Loop Coaster Momonga. Wer jetzt denkt „Uiiiii, ein Stand-Up, wie toll!“, der darf sich auch auf den ehemaligen Rekordhalter Bandit freuen. Den sarkastischen Unterton könnt ihr gerne beim Lesen auslassen, denn hier geht es um historisch interessante Anlagen, die auch andere bedeutende Achterbahnen geprägt haben. Wir bleiben also sachlich und widmen uns dem Yomiuriland in seiner gesamten Bandbreite.

Zumindest dachten wir das, bis wir dann an der Talstation der zum Yomiuriland hinaufführenden Seilbahn bemerkten, dass diese nicht fuhr. Direkt an der Bahnstation verwies ein Mitarbeiter auf den SEV hinauf zum Park und das den lieben langen Tag lang. Doch will man bei schwül nebeligen Wetter etwa Bus fahren? Natürlich nicht und so wagten wir den Aufstieg, der sich schlussendlich als sehr kurzfristig herausstellte.

An der Kasse angekommen zeigten wir dann, auf Nachfrage des Kassenpersonals, unsere Reisepässe vor und bekamen prompt einen saftigen Rabatt gutgeschrieben. Im Eingangsbereich des Parks spielten derweil die Parkmaskottchen Fußball. Es sind Kleinigkeiten, die einen Park sympathisch machen und das war solch eine. Generell überwiegte bei mir ein positiver Ersteindruck, was auch an der Talstation der Seilbahn angeschlossenen Kindertagesstätte und anderen Sozialeinrichtungen seitens des Yomiuriland lag. Man könnte ja beinahe meinen, ein Freizeitpark sei ein sozialer Arbeitsgeber. Dieses Statement verhält sich in Japan natürlich etwas anders als in Europa, denn dank Ganzjahresöffnungen ist zumindest die finanzielle Grundlage der Mitarbeiter sichergestellt. Hingegen herrscht bei uns der Trend zum Mindestlohn und immer mehr Schließtagen innerhalb der Saison. Das ist aus Sicht zahlreicher BWL-Absolventen sicherlich sinnvoll; aus meiner Sicht ist es jedoch der falsche Weg.

Bandit

Ebenso finde ich es doof, wenn man immer schnurstracks versucht, das Highlight zuerst abzuhaken. Wo bleibt der Spannungsbogen, wo der Drang Neues in Ruhe für sich zu entdecken? Also schnell, schnell, schnell in Richtung der Achterbahn Bandit. Links und Rechts vom Weg ist erstmal egal. Soll es halt so sein – zumindest bietet der Stahlkoloss aus dem Hause Togo ein Feature, welches ich gerne mal ausprobieren wollte. Die spritzige Tauchfahrt durchs Grüne, so die überaus nette Umschreibung meines guten Freundes Daniel (Lacront), bietet einige prickelnde Wassereffekte während der Fahrt, die man keinesfalls missen sollte. Ahnungslos, welche von beiden Warteschlangen uns in das feuchtfröhliche Abenteuer führen würde, stellten wir uns zunächst an der (am Treppenaufgang) rechtsseitigen Warteschlange an.

Gespannt und auch ein wenig angespannt zwangen wir uns mitsamt Hab und Gut in die engen Wagen hinein, schlossen die Schulterbügel und warteten auf die Abfertigung des Zuges. Ein Mitarbeiter betätigte ein Glückrad auf dem die Worte High und Low im Wechsel abgebildet sind. Der Zeiger landete dann auf Low und der Zug setzte sich in Bewegung. Kurze Zeit später schoss eine Wasserfontäne in die Höhe und das herabfallende Wasser prasselte auf den vorderen Zugteil, in dem wir natürlich saßen. Kurz darauf erreichen wir den Lifthügel der Anlage und beginnen den Aufstieg auf die Ausgangshöhe von 51m. Im Jahr 1988 war die Anlage im Yomiuriland also ein ganz schönes Kaliber, welche kurz darauf die Ära der Hyper Coaster einleitete.

Oben angekommen absolvieren wir eine kurze Gerade, ehe der Zug sich nun der grünen Hölle unter sich zuwendet. Während der Abfahrt hören wir das Zünden einer weiteren Wasserfontäne in der Ferne, die schätzungsweise eine Höhe von 40m erreicht. What goes up, must come down und so rasen wir mit einem Affenzahn durch das herabprasselnde Wasser hindurch. In einer hochgeständerten 180° Kurve just oberhalb der zum Yomiuriland führenden Gondelbahn wechseln wir kurzerhand die Richtung, ehe wir uns ein weiteres Mal ins Grüne wagen. Ohne Gnade nähern wir uns nun einer überaus knackigen Aufwärtshelix, in der wir uns innerhalb von eineinhalb Runden druckvoll nach oben schrauben. Eine kurze Senkfahrt am obersten Plateau der Anlage schließt sich an, ehe wir uns in einer weiteren hochgeständerten Kurve ein weiteres Mal ins Dickicht stürzen. Interessanterweise passieren wir dabei einen tieferen Punkt als beim First Drop. Doch die wahre Höhendifferenz der Anlage zeigt sich erst in Kürze.

Mit schönem Pacing absolvieren wir einen kurzen Airtimehügel und stürzen uns sogleich in ein tiefes Tal hinein. Dabei erreichen wir zum ersten Mal das Bodenniveau der Anlage. Durch die Ausnutzung des Geländes ergibt sich somit ein Höhenunterschied von sagenhaften 78m. Über eine lange Rampe nehmen wir nun beständig an Höhe zu und knicken dann am Ende der Auffahrt völlig überraschend nach rechts ab. Dabei hätten wir hier vor einigen Jahren noch die Schwesteranlage des deutschen Bandits aus dem Movie Park Germany in ihrer vollen Pracht sehen können. Nach der kurzen Rechtskurve bahnen wir uns unseren Weg ein weiteres Mal durch das große Tal. Dieses verlassen wir dann über einen kurzen Airtimehügel, woraufhin eine Linkskurve die Rückführung in die Station einleitet. Nach einer kurzen Geraden flitzen wir einen finalen Anstieg hinauf und erreichen alsbald die Bremsstrecke der Anlage.

Go, go, Bandit! Die rasante Fahrt durchs Grüne besticht durch ihr langgezogenes Layout und die weiten Abfahrten, aber auch durch ihre japanischen Eigenheiten. Zum Beispiel findet man eine solch kompakte Aufwärtshelix auch heute in Achterbahnen dieser Größenordnung leider nur selten. Das wichtigste Gimmick ist jedoch das Upgrade des Fahrterlebnisses durch die verwendeten Wassereffekte. Einmal benässt gibt es kaum noch einen Grund die feucht-fröhliche Fahrt gegen eine Trockenfahrt zu tauschen.

Laser Atlethic – Temple of the Sun

Gegenüber der Station der Achterbahn Bandit befindet sich der interaktive Walkthrough Laser Atlethic – Temple of the Sun, bei dem man in bester Indiana Jones Manier auf mehreren Missionen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads Grabräuber spielen darf. Wie der Name bereits verrät bietet jeder Parcours einen Mix aus unterschiedlichen Geschicklichkeitsspielen und einem Laser Maze. In der Teamworkvariante darf man z.B. sich erst mit einem Rollbrett über eine Schlucht ziehen, dann ein Laserlabyrinth durchqueren und im letzten Raum eine überdimensionale Variante eines Kugellabyrinths lösen. Das Ganze findet natürlich unter Zeitdruck und Strafpunkten bei der Unterbrechung der Lichtschranke statt. Ein herrlicher Spaß, den man so gerne auch in diversen kleineren Freizeitparks hierzulande implementieren darf.

Animal Rescue – The Invasion of the Mekanchura

Direkt unter dem Maze befindet sich die interaktive Themenfahrt Animal Rescue – The Invasion of the Mekanchura, auf die man uns erst einmal hinweisen musste; denn wer kommt denn bitte auf die Idee einem recht abtrünnig wirkenden Weg einfach mal zu folgen? Gut, früher stand hier unten die Station der Achterbahn SL Coaster; ansonsten aber ist diese Parkecke im Yomiuriland mittlerweile verwaist. Thematisch jagt man während der Fahrt Wilderer und nimmt sie mit Netzen gefangen, ehe man irgendwann selbst von Spinnen attackiert wird und sich den Weg freiballern muss. Die Fahrt ist dabei durchaus kurzweilig und unterhaltsam.

Animal Coaster

Folgt man nun den Wegen wieder bergauf, so landet man in der Family Area rund um das große Riesenrad des Parks. Hier befinden sich mehrere thematisierte Fahrgeschäfte, darunter die schnieke Parkeisenbahn Wanpaku Railway Oliver und die Berg- und Talbahn Animal Coaster. Bei letzterer handelt es sich um eine Variante der historischen Tumble Bug Fahrt, wie man sie ähnlich noch im Kennywood Park erleben kann.

Giant Ferris Wheel

Neben einer theoretisch tollen Sicht auf das Yomiuriland und die Umgebung gibt es beim Riesenrad zusätzlich zu den normalen Gondeln folienbeklebte Themengondeln, samt passender Musikuntermalung. Man könnte also meinen, das im Yomiuriland allgegenwertige Thema „High & Low“ würde verschiedene japanische Metalgruppen behandeln. Tatsächlich aber handelt es sich, den Achterbahnreisenden zufolge, um japanische Gangstergruppen diverser Filme. Das Ganze gipfelt dann im High & Low Land samt zugehörigem Museum auf einer Eventfläche im Park.

Flag Street

Vorbei an einer Kinderschleife und Pferdekarussell zieht es uns nun auf den Midway Flag Street, ein etwas in die Jahre gekommener Bereich mit einer Vielzahl kultiger Fahrgeschäfte, Walkthroughs und Restaurants.

Zur linken befindet sich eine Doppelanlage bestehend aus einer Oldtimerfahrt mit Dinosaurierthematisierung und einer darüber verlaufenden Fahrradtretbahn. Direkt dahinter und einmal um den gesamten Bereich führend liegt die erste Gokart-Bahn des Yomiuriland, die wiederum aus zwei unterschiedlich langen Strecken besteht.

Wan Wan Coaster Wandit

Auf der rechten Seite der Flag Street erwartet uns die Kinderachterbahn Wan Wan Coaster Wandit des Herstellers Hoei Sangyo. Die Fahrt auf der kleinen Achterbahn beginnt mit einer Rechtskurve aus der Station heraus. Hierauf wartet sogleich der Lifthügel, der den Zug auf eine Höhe von 5,5m bringt. In einer linksführenden Steilkurve nähert man sich dann schnell den Boden und unterquert daraufhin den Lift. In einer 180° Helix nimmt man dann wiederum an Höhenmetern zu und überquert die erste Kurve der Anlage. Auf einer Geraden mit integrierten Hügeln bahnt man sich nun einige Meter quer durch die Anlage, ehe dann bereits die Rückführung in die Station über eine weitere Wendekurve eingeleitet wird. Nach einer weiteren Runde endet dann auch schon wieder die nette Fahrt.

Direkt nebenan steht ein japanischer Pressluftflieger mit zusätzlichen Wassereffekten, ähnlich einer sehr primitiven Variante der Flying Fish aus dem Hause Zierer, bei der die Parkgäste mit Wasserkanonen auf die Fahrgäste zielen können. Irgendwie sind Japaner was das Thema Wasser angeht noch verrückter als die Engländer, interessanterweise wiederum sagt man ihnen jedoch eine gewissen Wasserscheu nach.

Hero Training Center Mission 8

Ebenso auf dem Midway befinden sich zwei Walkthroughs direkt gegenüber. Neben einem klassisch japanischen Gruselhaus gibt es hier noch das Hero Training Center Mission 8 und das hat es durchaus in sich. In mehreren Etappen und Räumen gilt es dabei Aufgabe um Aufgabe zu meistern. Diese variieren zwischen Geschicklichkeitsspielen, Ausdauerspielen und Rätseln. Blöd nur, dass es zwischendurch auch Meilensteine gibt, die man bestehen muss. Obgleich wir das eine Kartenspiel scheinbar durchschaut haben, haben wir es wohl komplett umgekehrt gemacht und sind daher rausgeflogen. Schade eigentlich, denn auch diese Attraktion ist absolut überragend und könnte gerne in einen deutschen Freizeitpark etabliert werden. Da die Fanszene ja eh gerade ganz plötzlich von den Karl’s Erlebnisdörfern überwältigt wurde, wie wäre es denn damit? Eine andere von euch in zahlreichen Interviews bekannt gegebene Idee wurde bereits hier im Yomiuriland von einer deutschen Firma umgesetzt, aber dazu später mehr.

Looping Starship

Vorerst ist es Zeit sich dem Looping-Wahn der späten 70er Jahre und frühen 80er Jahre hinzugeben und was gäbe es da schöneres als ein Looping Starship aus dem Hause Intamin. Die Königin der Überkopfschiffschaukeln überzeugt wie auch im Nagashima Spa Land durch ihre flotten Beschleunigungszyklen und die grandiose Hangtime am höchsten Punkt der Anlage.

Standing & Loop Coaster Momonga

Eine Ebene höher erleben wir dasselbe Spiel auf einer Achterbahn. Der Standing & Loop Coaster Momonga hat jedoch eine Besonderheit, denn die Anlage kann wie der Name bereits verrät auf zwei unterschiedliche Fahrzeugarten zugreifen. Hierfür wurde der Bahnhof zweigeteilt, wobei sich beide Seiten parallel zueinander befinden. Ein Transferelement schiebt dann die jeweilige Seite auf die mittig liegende Fahrspur, woraufhin der Spaß auch bereits losgehen kann.

Nachdem wir den Bahnhof verlassen haben erklimmen wir sofort den Lifthügel der Anlage. Auf einer Höhe von 25m angekommen genießen wir kurz den Ausblick, ehe die Rechtskurve, in der wir uns gerade befinden, immer mehr in eine Steilkurve übergeht. Ruckzuck befinden wir uns im Tal wieder und werden mit wunderschönen G-Kräften belastet. Sogleich folgt die Einfahrt in den Looping und wir umrunden einmal in der vertikalen Ebene den Lifthügel, was gerade in der Stand-Up Variante einen schönen visuellen Effekt hat. Hieran schließt sich eine weite horizontale Schlaufe an. Nach einem kurzen Tal fügt sich eine fast ebenso weite Linkskurve an, die die Wende zurück zur Station darstellt. Alsbald ist auch bereits die Bremse der Achterbahn erreicht und die Fahrt zu Ende. Nun wird man noch schnell auf seine Beladeseite zurückgeschoben, so dass die andere Seite auf die Reise geschickt werden kann.

Der Standing & Loop Coaster Momonga ist jetzt nicht die spannendste Achterbahn und gerade im Vergleich zu späteren Anlagen des Herstellers ist sie absolut harmlos. Dennoch schafft sie es den Zeitgeist der damaligen Epoche perfekt zu verkörpern. Kurzum: Sie ist einfach nur Kult und gerade durch den Wechselbetrieb zwischen Stand-Up und Sitdown Wagen ein recht interessante Anlage noch dazu. Wer damit allein leben kann, der kann hier wunderbar zwischen beiden Varianten hin- und herpendeln; es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Crazy Hyuuu und Crazy Stooon

Vorbei am Wellenflieger Milky Way und dem Wasserpark Water Amusement Island (kurz WAI), der für einen geringen Eintrittspreis einen Lazy River, zwei Kinderlandschaften, einen Sprungturm, ein großes Wellenbecken und insgesamt drei Slider (wobei nur der Spiral und der Straight Line Slider, eine Kamikaze Rutsche, im Eintrittspreis enthalten sind; die große Raftingrutsche wird jedoch vom Freepass abgedeckt) geht es in Richtung der Lan Lan Area mit ihrer Seelöwenshow und den beiden S&S Türmen. Während der Turm Crazy Hyuuu einen auf eine Höhe von 60m schießt, lässt einen Crazy Stooon mit angeblichen -2G nach unten fallen; von der Wucht des Flamingo Land Turms Cliff Hanger war jedoch nichts zu spüren.

Hashibiro-Go

Direkt gegenüber sollte einst ein weiteres Produkt des Herstellers S&S eröffnen. Leider hat es beim Twist Coaster Robin nur wenige Zeit gedauert, bis der erste Unfall passiert ist. Nach diesem wurde die Anlage sofort stillgelegt und kurze Zeit später abgebaut. Somit teilt sich der El Loco mit dem Ring°Racer am Nürburgring den zweifelhaften Rekord der kürzesten Betriebszeit einer S&S Achterbahn. An ihrer Stelle wurde mittlerweile mit der Mega Disk’o Hashibiro-Go ein Rundfahrgeschäft errichtet.

Good Job Attractions

Wer immer schon gerne mal mit einem Bungeeseil nach unten springen wollte, kann das für einen relativ günstigen Preis von einer 22m hohen Plattform aus machen. Wir hingegen widmen uns nun dem Industriethemenbereich Good Job Attractions, der über einen Zugang quer durch den Wasserpark von hier aus erreichbar ist. Tatsächlich haben wir hier ganz schön lange suchen müssen und schlussendlich den Zugang in der Nähe des Haupteingangs genommen.

Hier präsentiert sich das Yomiuriland ganz plötzlich hochmodern, sauber und absolut ideenreich seinen Parkgästen. Gerade im Vergleich zur echt heruntergekommenen Flag Street ist das schon ein sehr, sehr, sehr großer Kontrast, der sich zudem in den Fahrgeschäftsdubletten wiederspiegelt. Hier steht neben einer modernen Fahrradtretbahn, bei der man in einem Videospiel auf Verbrecherjagd geht, auch noch eine moderne Gokartbahn, die bizarrerweise auch noch teilweise über die alte Gokartstrecke verläuft. Neben einigen netten Kinderfahrgeschäften gibt es im Outdoorbereich noch ein sehr interessantes Geschicklichkeitsspiel, bei dem man den Verlauf von überdimensionalen Murmeln beeinflussen muss. Herrlich!

Die restlichen Fahrgeschäfte sind in themenbezogene Industriehallen eingebunden. Aufgegliedert sind diese in die Fashion-, Bungu-, Food- und Car-Factory. Ähnlich einer Expo wird man mit Betreten der jeweiligen Halle sofort in das entsprechende Thema eingezogen. Dabei gleicht der industrielle Charme eher einer kindlichen Vorstellung eines Industriebetriebes, was dem ganzen Bereich sehr zu Gute kommt.

Splash U.F.O.

In der Bungu Factory z.B. erwartet den Parkgast des Yomiuriland ein weiteres Geschicklichkeitspiel, während die Fashion World mit der Achterbahn Spin Runway eine Drehgondelachterbahn des Herstellers Gerstlauer vorweisen kann. Ganz abgedreht wird es dann beim Rundbootrafting Splash U.F.O., bei der es thematisch um den Schutz der Nissin Yakisoba U.F.O. Fabrik geht, die Fertigramen herstellt. Ebenso kann man hier sein eigenes Abendessen bei der Produktion begleiten. Zu guter Letzt besteht in der Car Factory die Möglichkeit sein eigenes Auto zu gestalten und dann über eine abgefahrene Strecke testzufahren.

Schauen wir uns die beiden Großanlagen in diesem Bereich nun etwas genauer an. In der Food Factory boarden wir dafür eines der Boote des kompakten Hafema Raftings U.F.O. Splash. Wie auch im Fuji-Q Highland kommen bei der Anlage nur Boote für insgesamt vier Personen zum Einsatz. Im Nachhinein gesehen hätte es uns spätestens jetzt bewusst sein müssen, was da noch alles auf uns zu kommt. Doch da die Personen vor uns nicht sonderlich nass ausgestiegen waren, wagten wir auch am letzten Tag unserer Japanreise eine Fahrt ohne Regenponcho. Tatsächlich wurde die Fahrt durch die daraus resultierenden Fluchtiraden von Nicolas‘ Seite aus ungeheuer unterhaltsam.

Doch zurück zum Anfang. Sobald man die Boote bestiegen und von den Mitarbeitern gesichert wurde kann die Fahrt auch losgehen. Das Stationslaufband schiebt uns auf eine kleine Drehplattform, die sich in Folge um 90° dreht. Auf einer Deckenprojektion wird dabei ein kleiner Film gezeigt, auf den wir mit den Knöpfen im Boot reagieren können, ehe wir in den Lift der Anlage geschoben werden.  Wir folgen der Produktionskette der Ramennudeln einige Meter hinauf, ehe uns der Bösewicht mit der Teekanne auf dem Kopf aufessen möchte. Wir fliehen und rutschen dabei eine 180° Helix hinunter. Kurz darauf folgt ein knackiges Gefälle. In einem kurzen Blockbereich nach der Auslaufstrecke werden wir angehalten und ein weiteres Storysegment wird an der Decke projektiert. Es folgt eine 570° Abwärtsspirale, bei der zusätzliche Wasserwerfer an der Seite des Kanals das Boot in eine äußerst heftige Drehung versetzen. Nach einer gemächlichen Wasserung finden wir uns fortan im klassischen Raftingkanal der Anlage wieder. Begleitet von mehreren Stromschnellen verlassen wir das Gebäude und drehen eine kurze Wendekurve im Außenbereich der Anlage. Wieder in der Halle angelangt folgen einige weitere Raftingmeter, ehe wir in einem weiteren Blockbereich erneut halt machen. Nun gilt es mit Hilfe des U.F.O. Ramenmanns den Bösewicht endgültig zu besiegen. Kurz darauf endet die Fahrt und das Ramengericht ist gerettet.

So, liebes Karl’s Erlebnis-Dorf Team, baut bitte genau so etwas. Zwar müsst ihr die interaktive Komponente nicht unbedingt übernehmen, doch auch dafür würdet ihr bestimmt auch irgendwie Verwendung finden. Diese Mini Raft Rides aus dem Hause Hafema sind schon eine klasse für sich und außerhalb Japans leider viel zu selten zu finden.

Spin Runway

Für eine gelungene Fabrikbesichtigung bedarf es jedoch nicht unbedingt einer Raftinganlage, ein Spinning Coaster reicht dafür auch. Zumindest kann man so die Achterbahn Spin Runway beschreiben. Nach einer wirklich schön gestalteten und teilweise auch interaktiven Queue schließen wir unsere Wertsachen in einen Spind und nehmen sogleich in den bekannten Chaisen der Firma Gerstlauer Platz. Die Fahrt beginnt sogleich, ganz ähnlich der Achterbahn Maskerade aus dem Wiener Prater, mit einem Darkridepart durch einige Serpentinkurven. Hieran wird sogleich der Lift der Anlage erreicht, dieser gestaltet sich hier jedoch als Trommellift. Runde für Runde geht es nun im Kreis bergauf, jedoch können wir während der Auffahrt ein kleines Minispiel spielen, in dem man möglichst viele Kleidungsstücke für das ausgewählte Maskottchen sammeln muss. Wildes Rumgedrücke bringt dabei gar nichts, das muss schon alles mit den anderen Insassen des Wagens abgestimmt werden.

Oben angekommen absolvieren wir eine Haarnadelkurve und nehmen langsam an Fahrt auf. Nach dem Countdown 3,2,1 Speed Runway schmeißen wir uns unter zahlreichen Lichteffekten in die erste Abwärtshelix. Nach einem kurzen Tal nehmen wir wieder etwas an Höhenmetern zu, ehe wir diese in einer weiteren Abwärtshelix gekonnt abbauen. Es folgt eine etwas längere Strecke oberhalb der Station, die durch den Spin des Wagens gekonnt ausgenutzt wird.

Nach einer Blockbremse folgt eine flotte Kombination aus einer Abwärtshelix im Uhrzeigersinn mit anschließender Aufwärtshelix gegen den Uhrzeigersinn. Kurz darauf finden wir uns auch schon auf dem Runway der Fashionshow bzw. der Bremsstrecke der Anlage wieder. Nur wenige Momente später ist auch bereits die Station erreicht und wir können aussteigen.

Spin Runway ist kein wirklich langer Spinning Coaster, dafür aber ein wahnsinnig gut inszenierter. Ich hatte vor der Fahrt bereits Befürchtungen, dass es sich um eine direkte Schwesteranlage der überaus schwachen Achterbahn Maskerade aus dem Wiener Prater handeln würde und war dementsprechend mit sehr geringen Erwartungen an die Fahrt herangegangen. Doch ich habe mich geirrt; die Fahrt war super. Obgleich die gewählten Elemente auch in besagter Anlage verbaut wurden, so bietet die Fahrt auf dem Spin Runway ein deutlich immersiveres Erlebnis. Zwar könnte die Drehung des Wagens selbst ein wenig schneller sein, aber das ist auch der einzige wirkliche Kritikpunkt an der Anlage. Hier wäre ich definitiv noch gerne die eine oder andere Runde mehr eingestiegen.

Wieder am Tageslicht angekommen wurde Nicolas plötzlich von einen der Achterbahnreisenden erkannt, die selbst mit einer großen Gruppe an Enthusiasten gerade das Land für sich entdeckten. Während wir gerade unseren letzten Tag in Japan hatten, war es für sie noch einer der ersten. Es war nett sich ein wenig auszutauschen; wobei sicherlich keiner von uns damit gerechnet hat in Japan auf andere deutsche Achterbahntouristen zu stoßen.

Bilder Yomiuriland

Fazit Yomiuriland

Das Yomiuriland ist ein teilweise echt abgewrackt wirkender Freizeitpark, der jedoch durch ausgewählte Neuheiten immer wieder positiv auffällt. Man tut sein Bestes und das merkt man auch. Generell hat mir das Yomiuriland sehr gefallen; ich kann aber auch verstehen, wenn man mit diesem Park nun nicht so viel anfangen kann. Die Auswahl der Fahrgeschäfte ist gut und die interaktiven Walkthroughs machen schon einiges her. Auch hatte der Freizeitpark endlich mal halbwegs brauchbares Merchandise zu bieten und so verließ ich mit einem Plüsch-Conan im Gepäck den Park.

 


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