Achterbahn fahren am Fujiyama

Die Geschichte des Fuji-Q Highland

Das Fuji-Q Highland am Fuße des altehrwürdigen Fujiyamas, dem (so übersetzten) König der Berge, gehört zu den bekanntesten japanischen Freizeitparks, denn hier warten gleich vier rekordhaltende Großachterbahnen darauf von der Masse der Parkbesucher gestürmt zu werden. Das außerhalb dieser Achterbahnen ein recht ranziger, teilweise jedoch auch überaus sympathischer, Freizeitpark besteht, fällt da kaum ins Gewicht.

Begonnen hat alles mit einer Eislaufbahn im Jahr 1961. Mit der Errichtung der Fuji-Kyūkō-Linie im Jahr 1964 erfolgte dann die Umbenennung in Fuji-Q Highland und der Ausbau der Anlage zu einem Vergnügungspark. Seit jeher wird der Park von der Eisenbahngesellschaft Fujikyūkō Co. Ltd. (kurz Fujikyū) betrieben. 1986 erfolgte mit der Errichtung des Highland Resort Hotels der Ausbau zum Resort. Obwohl es die ursprüngliche Eislaufbahn, in dessen Mitte damals die legendäre Achterbahn Moonsault Scramble errichtet wurde, nicht mehr gibt, bleibt das Resort seinen Wurzeln treu. Im Winter besteht die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen auf mehreren Flächen, darunter auch ein ovalförmiges Stadion im Conifer Forest außerhalb des Fuji-Q Highland, welches im Sommer für Festivals und Konzerte genutzt wird. Zwei Museen, sowie zwei weitere Hotels und ein Onsen ergänzen das Resort.

Parkrundgang

Nach dem Check-In im parkeigenen Hotel zog es uns durch die Ville de Gaspard et Lisa – einer schicken Einkaufs- und Essensmeile im französischen Stil, samt dem Café Brioche, einer grandiosen Boulangerie, die sich hervorragend zum Frühstücken eignet –, in Richtung des Haupteingangs des Freizeitparks. Hier stehen gleich drei der vier großen Achterbahnen. Der vorbildliche Japaner folgt nun brav den Bodenmarkierungen und stellt sich daraufhin in eine der Warteschlangen; blöderweise ist dies einer der Gründe, warum die Bahnen sehr schnell an Wartezeit zulegen. Der etwas smartere Parkbesucher greift indes in seinen Geldbeutel und kauft sich Vordrängelpässe an einem kleinen Stand zwischen der Achterbahn Mad Mouse und dem Überschlagskarussell Panic Clock, die wiederum in einer so geringen Stückzahl verfügbar sind, wodurch diese sehr schnell vergriffen sind. So heißt es also: Der frühe Vogel fängt den Wurm und darf sich demzufolge darüber freuen, alle Achterbahnen an einem Tag zu schaffen.

Do-Dodonpa

Den Anfang auf unserem Parkrundgang durch das Fuji-Q Highland macht die Abschussachterbahn Do-Dodonpa, die über das vergangene Jahr ein signifikantes Makeover spendiert bekommen hat und sich nun über einen 49 m hohen Vertikallooping, statt eines abwurffreudigen Top-Hats, freuen darf. Das ist in erster Näherung grundsätzlich nichts Schlechtes – ein schöner Looping kann das Highlight einer jeden Fahrt sein –, zudem wurde die Geschwindigkeit des Luftdruckabschusses von 172 auf 180 km/h erhöht und die Beschleunigungsphase von 1,8 auf 1,56 Sekunden reduziert; all das klingt ziemlich vielversprechend und für die meisten Parkgäste bereits zu verrückt, um wahr zu sein.

Umso gespannter ist man dann auf seine Erstfahrt und plötzlich stellt man sich als erfahrener Achterbahnenthusiast Fragen, die man sich seit langer Zeit nicht mehr gestellt hat: „Ist die Beschleunigung des Abschusses nicht bereits zu viel des Guten; kann mein Körper das überhaupt ab?“. Es erfolgt die Einfahrt in den Launchtunnel und kurz darauf ertönt bereits der Countdown zum Abschuss. Ehe man sich versieht, ist man 60 m vorangeschritten und 180 km/h schneller; das ging schnell und war erstaunlich sanft für rund 4,75 G. Aber das trübt sehr, denn nach dem Launch wird die Steigung dessen beigehalten und der Zug verliert beständig und überaus zügig an Geschwindigkeit. Auch der darauffolgende kurze Dip kann dieses Verhalten nicht aufhalten. Über eine sehr weite Rechtskurve bahnt man sich dann den Weg gen Looping, der dann leider sehr kraftlos durchfahren wird. Hieran durchbrettert man eine kurze Linkskurve und schon wird die Geschwindigkeit reduziert und in einer Linkskurve und seltsam quergeneigten Rechtswende folgt dann die Rückführung zur Station.

Zum Glück hatten wir für Do-Dodonpa ein Vordrängelticket gekauft, denn nach vier Stunden Wartezeit wäre die Enttäuschung über die ereignisarme Fahrt um ein Vielfaches größer gewesen. Klar, der Abschuss rockt gewaltig und zieht so druckreich, wie kein anderer – doch macht er dieses halt nur 1,56 Sekunden lang. Die restliche Fahrstrecke ist leider nicht der Rede wert.

Ein starker Auftakt im ersten Akt nützt einem halt nichts, wenn der Rest des Stückes öde ist. Blöd nur, wenn der Vorgänger Dodonpa mit dem Knochenbrecher-Top-Hat immerhin ein zweites Element aufweisen konnte, welches die Fahrt maßgeblich geprägt hatte und dadurch zu Wiederholungsfahrten einlud. Dem entsprechend muss man leider beim hiesigen Update der Achterbahn von einer Verschlimmbesserung sprechen, den Fans der alten Anlage zumindest dürfte das genauso wenig gefallen, wie mir die Anlage nach meiner Erstfahrt.

Takabisha

Gut, dass nebenan gleich die Achterbahn Takabisha steht. Gebaut von dem Experten für übersteile Abfahrten, der Firma Gerstlauer aus dem schwäbischen Münsterhausen, besticht die Anlage mit der steilsten aller Abfahrten weltweit und weiteren erprobten Elementen. Hier kann also nichts schiefgehen, zumal man in den klassischen, schulterbügelbestückten, Eurofighter-Wagen unterwegs ist.

Die Fahrt beginnt mit einer engen Linkskurve, an der sich ein kurzer, aber überaus steiler, Drop anschließt. Mit ordentlichen Druck durchquert man nun das nachfolgende Tal und wirft sich elegant in eine 180° Linkskurve, an der sich fließend eine, wunderbar zu fahrende, Heartline-Roll anfügt. Diese mündet dann in eine weitere Linkskurve und alsbald in der ersten Blockbremse. Über einen Mini-Drop à la Karacho aus dem schwäbischen Freizeitpark Erlebnispark Tripsdrill erreicht man dann den Launchbereich der Anlage, der einen äußerst kräftig über eine längere Zeit beschleunigt. Eigentlich wäre es nun falsch zu sagen, Takabisha hätte den besseren Abschuss der beiden Abschussachterbahnen, aber Takabisha hat den besseren Abschuss.

Es folgt ein überdimensionaler, an einem Top-Hat erinnernder, Korkenzieher, ehe man sich mit voller Geschwindigkeit einem überaus interessanten Element nähert und dabei wunderbar intensiv durch ein Tal brettert. Besagtes Element ist die sogenannte Banana-Roll, eine Art Cobra Roll in Form einer Banane. Dabei erfolgt die Wende innerhalb des Elements am höchsten Punkt dessen, was eine interessant verdrehte Ausfahrt zur Folge hat. Hieran fügt sich ein klassischer Korkenzieher an, der den Wagen einmal quer durch die Anlage auf die andere Seite dieser befördert. Über einen verdrehten und airtimebestickten Hügel wiederholt man dann dieses Spiel erneut, ehe nach einer kurzen Auffahrt die Einfahrt in die zweite Bremsstrecke wartet.

Innerhalb der Blechhalle absolviert man nun eine 180° Wende, auf die der Vertikallift der Anlage wartet. Dieser befördert die Fahrgäste beständig auf die Maximalhöhe von 43 m, auf das diese in der anschließenden Abfahrt ein wenig die Aussicht genießen können; denn vor dem 121° steilen Gefälle folgt nämlich eine kurze Haltebremse um einen ähnlichen Effekt wie bei den Diving Coastern des Herstellers B&M zu generieren. Wenige Sekunden später wird der Wagen sanft über die Kuppe befördert und stürzt daraufhin rasant zu Boden. Im selben Moment wird interessanter Weise aus weiter Ferne das Onride-Foto geschossen – quelle surprise (immerhin rechnet man eher mit einem Foto bei der Taldurchfahrt, was jedoch nicht die Gesichtsausdrücke dieses WTF-Momentes einfangen würde)!

Der Drop hält was er verspricht und so saust der Wagen folglich überaus kraftvoll durch das sodann folgende Tal. Mit viel Schwung erklimmt man nun einen Hügel, dreht sich während dessen um die eigene Achse und taucht in einem Dive-Loop ab. Dieser ist dann auch der Auftakt in ein optisch eindrucksvolles doppeltes Wendemanöver, denn in einen Inside-Top-Hat wechselt man nun erneut die Richtung, ehe man einen Immelmann-Loop erklimmt. Auf dessen Ausfahrt wartet dann die finale Bremse auf die Fahrgäste und alsbald die Station der 1000 m langen Achterbahn.

Takabisha ist eine rundum gelungene Achterbahn des Herstellers Gerstlauer, die vor allem dank ihrem Abschuss und dem signifikanten übersteilen Gefälle in der zweiten Fahrhälfte zu überzeugen weiß. Die Banana-Roll ist zudem ein überaus interessantes Element, welches einem wunderbar hin- und herreißt. Die Fahreigenschaften sind dank den klassischen Wagen brillant. Im Gesamten gesehen, also eine Achterbahn, die ihrer Wartezeit absolut gerecht wird – denn auch hierzulande könnte man genauso lange für die Anlage anstehen; generell geht es recht zügig voran.

Fuji Airways

Etwas weniger zügig, da immer nur in Intervallen erfolgend, geht der Einlass beim Flying Theater Fuji Airways voran. Erbaut im Jahr 2014 durch den Hersteller Brogent Technologies, zeichnet sich die Anlage vor allem (in der Pre-Show) durch ihren absurden Humor aus. Im Jahr 2016 wurde dann der verwendete Film durch 6K-Dronenflug-Aufnahmen aus der Umgebung und der Einbindung der Gondeln des nahen Überschlagsfahrgeschäfts Tentekomai aufgewertet. Man nimmt sich also nicht so ernst hier am Fujiyama und so gleitet man überaus vergnügt über die Landschaften und vollzieht mittendrin äußerst eindrucksvoll eine Überschlagsrolle.

Fans dieser Art von Simulatoren werden begeistert sein; für mich war es die erste Begegnung mit einen solchen Simulator und mir hat der Flug mit Fuji Airways durchaus gefallen. Die Bewegungen waren flüssig und die gezeigten Bilder optisch beeindruckend; da stört es mich auch eigentlich gar nicht, dass man die Ränder der Leinwand hat sehen können. Nur die Fahrt selbst war schlussendlich schon ein wenig repetitiv und generell etwas zu lang – doch bevor die Begeisterung irgendwann zu sehr abflachte, kam die Rolle und zack war sie wieder da. Insgemein also ein sehr schönes Fahrgeschäft im Fuji-Q Highland, welches man nicht auslassen sollte.

Tentekomai

In derselben Hinsicht darf man auch eine Fahrt auf dem Gerstlauer Sky Roller Tentekomai wagen, der ein weiteres Mal die Story der fiktiven Fluggesellschaft Fuji Airways aufgreift und sich somit ebenfalls nicht ganz so ernst nimmt. Die Gondelrotation war leichtgängig, es gelang also schnell (wenn man es denn so wollte) eine überschlagsreiche Fahrt, die jedoch ebenso schnell wieder vorbei war. Umso länger wiederum dauerte dann die Abfertigung der Gondeln, was durch den Andrang am ersten Besuchstag nicht sonderlich schlimm war.

Thomas Land

Vorbei am Wellenflug Wave Swinger und dem, für einen japanischen Park dieser Größenordnung verhältnismäßig mickrigen (da nur 50 m hohen), Riesenrad Shining Flower zieht es uns nun in das Kinderland des Fuji-Q Highland. Dieses ist rund um die Kinderserie „Thomas, die kleine Lokomotive“ gestaltet und war seiner Zeit das erste seiner Art. Seit dem Jahr 1999 befördern hier Thomas und andere Akteure der Railways Series die Besucher über die Insel Sodor. Teilweise sogar in Wechselschichten, denn auf Thomas and Percy’s Fun Ride werden die Lokomotiven öfters am Tag getauscht.

Ansonsten fühlt man sich hier mitten in England. Es gibt einen (leider nur angedeuteten) Pub, eine Teestube und vieles mehr zu entdecken. Mittendrin stehen dann vier der bekannten Lokomotiven als Fotomotive bereit und auch der Dicke Kontrolleur ist natürlich vertreten. Darüber hinaus ist der Bereich mit einer Vielzahl an Fahrgeschäften äußerst gut aufgestellt, darunter die Themenfahrt Thomas’s Party Parade (samt Drehscheibe und Weiche), ein sehr schick integriertes 3D-Maze, eine Kinderwildwasserbahn, ein 3D-Kino, sowie die L-förmige Kinderachterbahn Rock ‘n Roll Duncan.

Mini-Fuji

An der hinteren Wendekurve der Achterbahn Do-Dodonpa verlassen wir das Thomasland und finden uns sogleich am Mini-Fuji wieder. Hier besteht im Winter eine kleine Rutschbahn, ansonsten liegt diese Ecke im Fuji-Q Highland größtenteils brach. Umso interessanter ist es, dass man diesen kleinen Berg tatsächlich besteigen kann, was einem eine tolle Sicht auf die Umgebung ermöglicht.

Adventure Land of Kaiketsu Zorori

Am Fuße des kleinen Berges befindet sich der Star-Flyer Tekkotsubanchou, der sich mit seiner Baustellenthematisierung hier perfekt einpflegt. Direkt daneben kann man das Adventure Land of Kaiketsu Zorori erkunden. In einer 700 m² großen Halle erstreckt sich dabei ein kleines kindergerechtes Funhouse mit allerhand interaktiven Elementen.

Ultimate Fort 2 und Super Scary Labyrinth of Fear

Ganz in der Nähe liegen gleich zwei berühmt berüchtigte Indoorattraktionen; berühmt und berüchtigt vor allem da die Warteschlangen gerne bereits zum Mittag ihre Kapazitätsgrenzen erreichen. Beim Ultimate Fort 2 handelt es sich um einen interaktiven Walkthrough in der Art eines Escape Rooms, bei dem man eine scheinbar unmögliche Mission ausführen soll – die Chance auf Erfolg steht dabei bei etwa 0%, von 100.000 Versuchen schafft es in der Regel nur eine Gruppe. Die zweite Attraktion ist das Super Scary Labyrinth of Fear, ein Grusellabyrinth im Stil eines heruntergekommenen Krankenhauses mit einer Durchlaufzeit von etwa 20-30 Minuten; ausgeschrieben sind jedoch tatsächlich 50 Minuten, womit das Maze zu einem der längsten seiner Art gehört.

Nagashimasuka

Interessanter Weise gibt es direkt daneben noch ein weiteres Maze mit einer deutlich kürzeren Durchlaufzeit. Unsere Blicke zieht es jedoch in Richtung des aufgeständerten Hafema Rafting Nagashimasuka und seiner putzig-gemeinen Winkekatzengestaltung. Wobei man den fiesen Aspekt dieser Katzen nur von hier sehen kann; ansonsten zeigt sich die Anlage nämlich extrem unscheinbar. Auch in der Station scheint der Nässegrad überschaubar, als wäre Nagashimasuka eine simple Rundbootrutsche.

Doch dieser Schein trübt; sobald der hohe Lift der Anlage erklommen und das Boot das erste Gefälle herunterdüst ist, ist man nass oder besser gesagt durchnässt, denn durch den kurzen Bremsweg schwappt eine ganz schön hohe Welle auf die vier ahnungslosen Insassen herab. Hierauf rutscht das Boot eine 670° Helix hinunter, an dessen Ende eine weitere Welle wartet. Nun größtenteils durchnässt dümpelt man eine weite Kurve entlang, passiert den Lifthügel und eine weitere Wendekurve. Hieran schließt sich, recht überraschend, ein Doppeldrop an. Auch hier schwappt mal wieder einiges Wasser in das Rundboot, doch die Fahrt ist noch lange nicht zu Ende und so landet man schnur(r)stracks in einem, für den Hersteller wiederum sehr typischen, Whirlpool. Wer bereits einige Anlagen dieser Art absolviert hat wird wissen, dass am Ende meist eine Wellenfront auf die Fahrgäste wartet, die diese recht effizient befeuchten kann: So auch hier!

Der Rückweg zur Station erfolgt nun durch einen klassischen Raftingkanal auf der Rückseite der einst so freundlich dreinschauende Katzenstatuen, hier entsprechend in der zornigen Version. Dabei passiert man eine Lautstärkemessung, die bei entsprechender Lautstärke zusätzliche Wassereffekte am Wegesrand einschaltet. Nach einer weiten Wendekurve neigt sich die überaus nasse Fahrt seinem Ende entgegen, woraufhin wir erst einmal zur Fotosession mit unseren beiden japanischen Mitfahrern (die uns zuvor ganz freundlich gefragt haben, ob wir mit Ihnen fahren wollen) vor den beiden Winkekatzen geladen wurden – stilecht natürlich in typisch japanischer Pose.

Nagashimasuka ist ein überaus tolles Rafting, welches gerade durch seinen sehr hohen Nässegrad absolut überzeugen kann. Die Vielzahl an Elementen macht die Raftingfahrt absolut erlebenswert und der Doppeldrop allein die Fahrt zu einem Must-Do. Interessanter Weise kann man die Anlage auch im Winter testen, dann sind jedoch zusätzliche Schutzwände an der Gondel angebracht.

Voyage dans le Ciel (avec Gaspard et Lisa)

Direkt nebenan befindet sich die Station der Achterbahn Voyage dans le Ciel (avec Gaspard et Lisa), vormals besser bekannt als der Hamtaro Coaster. Doch interessanter Weise hat der Suspended Coaster eine bewegte Vorgeschichte als erster Flying Coaster in Japan: Ursprünglich als Birdmen im Juni 2000 mit Fliegegondeln ganz ähnlich einer Zamperla Volare (jedoch mit nur zwei Plätzen nebeneinander) eröffnet, dauerte es nicht lange, bis der erste Zwischenfall – während einer Notbremsung im Mai 2001 – passierte und die Bahn anschließend für zwei Jahre lang geschlossen wurde. Die Anlage hat daraufhin neue Gondeln spendiert bekommen und zeigt sich seitdem als kindergerechte Einsteigerbahn.

Nachdem man sich in die zweisitzigen Gondeln (mit hintereinander befindlicher Sitzposition) gequetscht hat, kann die Fahrt auch schon losgehen. Ein Kettenlift befördert die recht wuchtig geratene Gondel auf die Ausgangshöhe von 23 m. Von hier aus geht es erst in einer Linkskurve und dann in einer Rechtskurve beständig hinab, ehe ein kleiner Dip mit anschließenden Hügel folgt. Nach einer kurzen Auffahrt wird die erste Blockbremse erreicht, woraufhin man eine linksführende Abwärtshelix um den Freifallturm Red Tower herum absolviert. Hieran folgt ein kurzer Linksknick, der in eine wunderschöne Senkfahrt am Spillwater Cool Jappaan übergeht. Unterhalb des Lifthügels wartet dann die zweite Blockbremse der Anlage. In einer weiten Linskurve, an der Tretmonorail des Fuji-Q Highland vorbei, nähert man sich dann bereits der letzten Bremsstrecke der Anlage, woraufhin die durchaus nette Fahrt alsbald ihr Ende findet.

Eejanaika

Am Eingang nahe der Fuji-Q Highland Station angekommen heißt es für uns nun einen ganz besonderen Stahlkoloss in Angriff zu nehmen – wie es auch die meisten Besucher hier von Anfang an machen, denn die Anlage ist durch ihre Lage direkt an diesem Eingang immer recht schnell überlaufen. Die Rede ist natürlich von Eejanaika, der damals zweiten Auslieferung eines 4th Dimension Coasters, wobei es die Erstauslieferung des Herstellers S&S war. Das grundsätzliche Layout entspricht dabei sehr dem der Prototypenanlage X aus dem amerikanischen Freizeitpark Six Flags Magic Mountain, die Gondelrotation hingegen wurde auf Wunsch des Fuji-Q Highland ein wenig verschärft. Ebenso ist die Anlage etwas größer geraten und weist zudem eine deutlich geringere Kapazität auf.

Dies liegt jedoch nicht am optimierten Abfertigungsprozess, bei dem sich die Fahrgäste in abgetrennten Boxen auf die Fahrt vorbereiten (alle losen Gegenstände und auch die Schuhe werden in Schließfächern abgelegt) und auch nicht der dreifachen Bügelkontrolle, bei der man (wohl aus rechtlichen Gründen) auch selbst aktiv werden muss, sowie der abschließenden Showeinlage vor der Ausfahrt des Zuges, sondern einfach daran, dass der Zug hier nur fünf Wagen vorweisen kann.

Einmal abgefertigt geht es dann jedoch recht schnell und so findet man sich in einer 180° Wendekurve sogleich in Rückenlage leicht kopfüber gestellt wieder. Den Lift erreicht man dann wiederum in der rückwärtsgerichteten Fahrposition, ehe dieser einem auf dem Rücken liegend auf 75 m Höhe befördert. Obwohl das schon sehr zügig passiert, hat man dennoch genug Zeit, um einen genauen Blick auf die umgebenden Berge zu werfen – nur jedoch nicht auf den Fujiyama, denn der befindet sich direkt hinter uns.

Ein kurzer Pre-Drop bringt den Wagenverbund in Schwung und richtet uns wieder in die ursprüngliche Fahrposition aus, bevor wir dann auf der nächsten Kuppe frontal dem Erdboden entgegen, bzw. in Richtung der Vorderreihe, schauend gerichtet werden. Diese Fahrposition behalten wir dann einen Großteil des vertikalen Gefälles bei, überschlagen uns jedoch im unteren Drittel einmal, auf dass wir das darauffolgende Tal leicht nach oben schauend absolvieren. Im Inside-Raven-Turn wird nun einmal die Fahrtrichtung der Schiene gewechselt, wir jedoch erleben das Element stets in der Horizontalen, just bevor die Ausfahrt dessen erreicht wird und wir einen kurzen Salto durchführen. Der Zug selbst durchfährt, nun unter der Schiene hängend, ein Gefälle und dreht sich anschließend in einer Zero-G Roll um die eigene Achse, während wir vorwärts durch den dichten Stützenwald rasen und uns mit einer 360° Drehung um die eigene Achse vor einem Überschlag in der Rolle drücken. Wieder einmal vorwärts gerichtet erfolgt dann die Einfahrt in eine übergeneigte Wendekurve, an dessen Kuppe man in Richtung des Fuji-Q Highland gedreht wird. Weiterhin mit Sicht nach vorne durchqueren wir ein kraftvolles Tal an der Station entlang. Auf dem nun folgenden Hügel wechselt die Schiene in einem Fly-to-Lie Element ihre Ausrichtung und wir drehen uns dabei munter um 180°. Rückwärts führend passieren wir dann ein Tal und steigen sogleich einen Hügel empor an dessen Ende die Einfahrt des Outside-Raven-Turns wartet. Auch in dieser Variante des Raven-Turns werden wir in der Horizontalen gehalten, während der Zug munter seine Fahrposition wechselt und folglich unter der Schiene hängend weiterführt. Mit signifikant hoher Geschwindigkeit rast man nun ein weiteres Fly-to-Lie Element entgegen, welches in Kombination mit der Gondelrotation, einem ganz schön hin- und herreißt. Geschüttelt und gerührt findet man sich dann in der Bremsstrecke und kurz darauf in der Station wieder.

Eejanaika ist die heftigste Achterbahn, die ich bislang erleben durfte. Die Fahrt ist extrem druckreich, beraubt einem in absoluter Art und Weise seines Orientierungssinns und ist dabei (abgesehen vom letzten Fahrelement) erstaunlich sanft in ihren Fahreigenschaften. Man wird schlichtweg nicht verdrescht, obwohl man in Pascha-Manier mit gespreizten Beinen im Zug sitzt. Die minimalistische, jedoch recht komplizierte, Bügelsicherung verstärkt die Fahrt und den Respekt vor ihr ungemein, selbst wenn man sie bereits einmal erlebt hat. Und auch jetzt, mehrere Monate nach der Fahrt, fällt das Resümee der Anlage einfach aus: Die Fahrt ist geil!

Cool Jappaan

Mehr Lobhudelei bedarf es für Eejanaika daher gar nicht und so wechseln wir schnell zur Nachbaranlage, dem Spillwater Cool Jappaan aus dem Hause O.D.Hopkins. Dieser zeigt sich baugleich zur Anlage aus dem Nagashima Spa Land; hat jedoch auf seiner Brücke einen Unterstand, bei dem teilweise die Fenster einfach so fehlen. Die Fahrt selbst ist etwas weniger nass als bei der Schwesteranlage, man wird also erst mit dem Erreichen der Brücke geflutet. Jedoch sollte man bei der Anlage dringend im Ponscho fahren – obwohl sich das Personal wirklich sehr freut, wenn man es denn nicht macht –, denn das Wasser hier ist (wie auch beim bereits erwähntem Rafting) leider nicht wirklich sauber und hinterlässt seltsame Flecken auf der Kleidung, wobei dieser Umstand gegebenenfalls auch nur temporär vorhanden gewesen sein kann – ich zumindest fand’s doof.

Panic Clock

Vorbei am Red Tower, einem S&S Turbo Drop mit sehr seichter Fahrweise, führt uns der Weg zurück auf die große Ebene des Fuji-Q Highland. Hier treffen wir dann auf die Panic Clock (bzw. PaniClock, wie es am Fahrgeschäft selbst steht), einem Vekoma Air Jumper. Als Weiterentwicklung des Sky Flyers aus dem selben Hause, verfügt die Anlage über Gondelträger mit klassischen SLC Sitzen statt zwei Großraumkabinen, bei der die Fahrgäste nur von einem Beckenbügel gesichert werden. Der Ein- und Ausstieg geschieht bei dieser Anlage auf einem geraden Plateau, vor Fahrtbeginn wird dann der Boden gesenkt und die Gondelträger hydraulisch angewinkelt, so dass – ungleich den verwandten Fabbri Modellen – die Sitze sich allesamt auf einer ähnlichen Kreisspur befinden. Beide Arme der Anlage beginnen dann sich gegenläufig zu bewegen, weswegen man sich immer wieder im Tal und im Looping begegnet. Nach 6 vollen Überschlägen endet die Fahrt dann auch wieder. Dabei sind die Fahreigenschaften dank der gegebenen Freiheiten in den SLC Bügeln für diese Art von Fahrgeschäft leider nicht optimal. Optisch hingegen überzeugt das Fahrgeschäft auf ganzer Linie.

Deutlich weniger ansprechend ist jedoch das provisorische Zelt vor der alten Moonraker-Rückwand (die man – warum auch immer – einfach nicht entsorgt hat). Hier drin kann man die Achterbahnen Fujiyama und Dodonpa (also Do-Dodonpa vor dem Umbau) als virtuelle Fahrt erleben. Dabei sitzt man in den Originalzügen, bekommt Wind ins Gesicht gepustet und erlebt die Fahrt samt VR-Brille und Kopfhörern fast genauso, als würde man nur wenige Meter weiter einfach einsteigen.

Mad Mouse

Dem gegenüber steht die Wilde Maus artige Achterbahn Mad Mouse im Fuji-Q Highland, in der wir natürlich sehr gerne einsteigen. Beladen werden die zweisitzigen Wagen dabei allesamt zur selben Zeit und werden dann nach und nach auf die Reise geschickt. Wie auch im Greenland geht das allerdings recht fix von statten, so dass man sich ein weiteres Mal fragt, warum es die Spanier im Parque de Atracciones de Madrid bei ihrer Wilden Maus Vertigo schlichtweg nicht hinbekommen.

Die Fahrt beginnt mit einer engen Rechtskurve hinein in den Lifthügel der Anlage. Oben angekommen folgen sogleich eine weitere Rechtskurve und alsbald das erste Gefälle. Nach einer kurzen Steigung wird ebenfalls eine Rechtskurve durchfahren und auch hier wartet ein anschließender Dip auf die Fahrgäste. Hierauf durchquert man rasch eine Blockbremse und sodann eine schnelle Kombination aus Rechts- und Linkskurven, jeweils kurz unterbrochen von drei kurzen Geraden. Auf der anderen Seite der Anlage angekommen folgt dann die erste Haarnadelkurve der Fahrt. Nach einigen (Big Apple ähnlichen) Wellen erreicht man dann die zweite Blockbremse der Anlage. Auch hier fügt sich eine Haarnadelkurve an. Auf einer kurzen Abfahrt nimmt man sogleich etwas Geschwindigkeit auf, woraufhin man durch die dritte Haarnadelkurve brettert.

Auf der anschließenden Gerade durchquert man eine weitere Blockbremse, doch statt in eine Haarnadelkurve zu übergehen, fährt man eine Runde im Innenhof der Anlage entlang. Nach einer weiteren Blockbremse hingegen wechselt man wieder zum bekannten Fahrverhalten einer Wilden Maus und durchbrettert in kurzen Abständen nun vier weitere Haarnadelkurven, ehe die nächste Bremse erreicht wird. Nun bahnt man seinen Weg in recht weiten Rechtskurven, jeweils unterbrochen durch längere geradlinige Segmente, durch den Stützenwald der Anlage, ehe einige Wellen dieses Verhalten wieder aufbrechen. Nach einer engen Rechtskurve vergrößern sich die Wellen und kurz darauf wird auch die finale Bremse der recht netten Anlage erreicht. Ab dann heißt es nur noch sich irgendwie aus den Wagen heraus zu hieven.

Tondemina und Evangelion World

Wenn man das irgendwann geschafft hat, steht einem für eine Fahrt auf der benachbarten Giant Frisbee des Herstellers HUSS nichts mehr im Wege. Außer vielleicht der Umstand, dass sich die Frisbee Tondemina nur durch ihre massive Werbung für das Pizza-Unternehmen Pizza-La von anderen Exemplaren ihrer Art unterscheidet. In dieser Hinsicht empfiehlt sich ein Besuch in den absolut wilden klassisch japanischen Teetassen, dem ebenso klassischen Pferdekarussell oder gar der interaktiven Erlebniswelt Evangelion World rund um den bekannten Anime Neon Genesis Evangelion.

Fujiyama

Kommen wir nun zur letzten Achterbahn des Fuji-Q Highland, dem King of Coaster höchstpersönlich: Fujiyama. Erbaut durch den japanischen Hersteller Togo und mit einer Höhe von 79 m, sowie einer Länge von über 2 km ausgestattet, protzt die Anlage wo es nur geht; was zum Teil auch an der Lackierung der Züge liegt. Und dennoch ist die Anlage erstaunlich kompakt geraten, was den ehemaligen Rekordhalter beinahe schon filigran wirken lässt. Interessanter Weise sind die meisten Meinungen bezüglich der Bahn größtenteils negativ einzuordnen – Zeit dieses zu ändern.

Nachdem man im durchaus sehr komfortablen, jedoch mit einem seltsamen Bügel bestückten, Zug Platz genommen hat, kann die Fahrt auch schon losgehen. Weit oberhalb der Besucher durchqueren wir sogleich eine enge Wendekurve und erreichen gleich darauf den Lifthügel der Anlage. Dieser bringt uns beständig auf die bereits erwähnte Ausgangshöhe, wo wir nun einige Zeit verweilen. Eine Reibradbatterie bringt den Zug dann etwas in Fahrt, auf das sich dieser, nach einem kurzen Rechtsknick, in die Tiefe stürzt und die Fahrgäste dabei in die Luft befördert. Im Tal nimmt man dann wieder seine ursprüngliche Sitzposition ein und erlebt dabei wunderbar ausgeprägte G-Kräfte. Nach einer längeren Steigung vollführt man eine weite Wendekurve mit (theoretisch) exzellenter Sicht auf dem gleichnamigen Vulkan. Auf der nachfolgenden Kuppe hebt man ein weiteres Mal aus seinem Sitz ab und erlebt Airtime, wie sie im Buche steht. Im Tal angekommen möchte man am liebsten, dass die Airtimemomente ewig so weitergehen; wie schön, wenn kurz darauf tatsächlich ein Camelback die Besucher in die Luft befördert.

Mit einem wunderschönen Pacing durchquert man nun eine hochgelegte Wendekurve unterhalb des Lifts der Anlage. Nach dem anschließenden Tal folgt eine leicht nach links abknickende Auffahrt, die dann in einen airtimebestickten Double-Up mündet. Fortan rast man entlang der Stützstruktur der Wendekurve durch Berg und Tal. Über einen weiteren Gipfel verlässt man dann besagte Kurve und fährt geradlinig durch das anschließende Tal. In einer Steilkurve, die sich später immer mehr zu einer Wendekurve verjüngt, baut man schnell an Höhe auf, just bevor man zu Boden schießt und dort erst einmal für längere Zeit verbleibt. Mit einem Affenzahn durchquert man dabei eine längere Gerade und eine bodennahe Rechtskurve, ehe sich der Zug erneut gen Himmel widmet. Immer noch mit überaus ausgeprägter Geschwindigkeit beschreitet man nun eine Reihe von Hügeln, die sich in zickzack-manier ihrem Weg durch die Stahlstruktur der Achterbahn kämpfen. Das ist durchaus herrlich bekloppt und sorgt für ein breites Grinsen im Gesicht der Mitfahrer. Nach insgesamt 5 Hügeln setzt man dann auf einem geradlinigen Streckenabschnitt ein letztes Mal zu einem Hügel an, statt einer Abfahrt wartet dann jedoch die Schlussbremse der Anlage und so landet man mit seichter Airtime und eigentlich noch viel zu hoher Geschwindigkeit in eben jener.

Fujiyama ist eine grandiose Achterbahn, die es versteht ihre Fahrgäste aus dem Sitz zu hieven. Die Fahrt im Fuji-Q Highland ist atemberaubend, jedoch niemals repetitiv und weiß einfach während der Fahrt selbst den bekennenden Achterbahnfan voll zu überraschen. In dieser Hinsicht gefällt mir gerade die bodennahe Kurve im letztem Drittel der Fahrt sehr, aber auch die total bekloppten letzten Hügelchen haben durchaus ihren Charme; die Kernkomponente dieser Achterbahn ist und bleibt jedoch die ausgeprägte Airtime während der Fahrt. Davon gibt es zudem reichlich, weswegen für mich Fujiyama die beste Achterbahn des Fuji-Q Highlands und zudem die beste gefahrene Achterbahn der gesamten Tour ist. Auf jedem Fall übertreibt der Freizeitpark keinesfalls, die Achterbahn als King of Coaster in einer Dauerschleife zu besingen. Darüber hinaus vergeht hier die Wartezeit fast schon wie im Fluge.

Bilder Fuji-Q Highland

Fazit Fuji-Q Highland

Das Fuji-Q Highland ist ein sehr seltsamer Freizeitpark, der teilweise wirklich sehr runtergekommen wirkt. Auf der anderen Seite hat der Park wirklich schöne Ecken und einige sehr tolle Fahrgeschäfte. Leider konzentriert sich hier alles auf die Big-4, also auf die Achterbahnen Takabisha, Do-Dodonpa, Fujiyama und Eejanaika – der Rest des Fuji-Q Highland ist teilweise ausgestorben. Nun hatten wir jedoch auch Glück den Park an zwei leeren Tagen zu erleben (wobei es den zweiten nicht bedurfte und ich bis auf das Rafting keine weitere Attraktion gefahren bin); an einem vollen Tag lohnt sich ein Besuch nur ohne Freepass, da man dann außerhalb der großen 4 und gegebenenfalls nicht einmal diese, kaum noch etwas schafft. Ab dem Nachmittag, evtl. auch schon früher, häufen sich dann die Durchsagen der Attraktionen, deren Warteschlange nun geschlossen wurden. Gegen Ende bleibt einem nichts anderes mehr übrig, als die Teetassen zu fahren oder eine Runde auf dem Pferdekarussell zu drehen. Nichts desto trotz, ich komme gerne wieder.

 


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Hollywoods Backdrop

Die Geschichte der Universal Studios Japan

Wenn 30.000 Besucher einen less crowded day bedeuten, also einen minder besuchten (Park-) Öffnungstag, und einem scheinbar jeder einheimische Besucher mit gelben T-Shirts und blauen Latzhosen begegnet, dann – und auch nur dann – ist man in den Universal Studios Japan und die Minions haben ihren Weg in den Park gefunden.

Es ist bei den Universal Studios Japan wichtig zu verstehen wie erfolgreich dieser Park ist und dass 30.000 Besucher für jeden Großpark in Deutschland keine alltägliche Besucheranzahl ist bzw. für den Besucher selbst keine wünschenswerte Ausgangssituation wäre; doch wie kam es dazu, dass sich der viert meist besuchte Freizeitpark im japanischen Osaka befindet?

Um die Frage zu beantworten muss man ein wenig in der Zeit zurückgehen, genauer gesagt in die 80er Jahre, wo sich der bis dato einzige Themenpark der Gruppe in Hollywood befand und außer einer Studio-Tour und einigen Shows noch wenig bot. Pläne eine ähnliche Attraktion in Florida aufzubauen standen immer wieder im Raum, doch erst nach dem großen Erfolg der King Kong Erweiterung der Studio-Tour im Jahr 1986 wurden diese Pläne verwirklicht. Parallel dazu wurden auch Standorte für einen weiteren Park in Japan in Betracht genommen – so auch Gelände der Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (NSSMC) in Kitakyūshū und Sakai. Während in Kitakyūshū der Freizeitpark Space World entsteht, wird der Standort in Sakai zu Gunsten eines Städtebauprojektes in Osaka verworfen. Ende des Jahres 1994 folgte dann die Gründung der Osaka Universal Planning Inc. und zwei Jahre später die Umbenennung in die USJ Co., Ltd. Arnold Schwarzenegger sorgte im Oktober 1998 für den ersten Spatenstich und im März 2001 folgte die große Eröffnung der Universal Studios Japan.

Allein im ersten Jahr besuchten den Park über 11 Millionen Besucher, ein Erfolg sondergleichen – denn im Gegensatz zu den meisten anderen Freizeitparkprojekten hat man seine angestrebte Besucherzahl nicht meilenweit verfehlt, sondern gleich um ein Vielfaches getoppt. Doch bereits im zweiten Jahr brach die Besucherzahl auf 8 Millionen Besucher ein und stabilisierte sich auf diesem Niveau bis ins Jahr 2011. Mit der Errichtung des Kinderbereichs Universal Wonderland im Jahr 2012 änderte sich die durchschnittliche Besucheranzahl auf 10 Millionen Besucher. 2014 folgte dann die Einweihung des Themenbereichs The Wizarding World of Harry Potter und damit verbunden ein sprunghafter Besucherzuwachs auf 12,7 Millionen Besucher bzw. 13,9 Millionen Besucher im Folgejahr. Ein weiterer Schub erfolgte dann im Jahr 2016 mit der Eröffnung der Achterbahn The Flying Dinosaur, was jedoch auch zu Wartezeiten von bis zu 750 Minuten an besagter Achterbahn sorgte.

Parkrundgang

Es ist also kein Wunder, dass wir in unserer Ausgangsplanung ein Ganswischtischpass, also den Universal Express Pass 4 – The Flying Dinosaur, fix eingeplant haben; denn wenn wir uns schon asozial verhalten wollen, dann mit möglichst vielen Fahrten auf dem Flying Coaster. Doch ehe wir diesen erreichen müssen wir erst einmal den zentralen See des Freizeitparks Universal Studios Japan umrunden.

Space Fantasy – The Ride

Wir starten daher auf der überdachten Main Street im Themenbereich Hollywood und missachten das Highlight auf der rechten Seite dieser; stattdessen wandern wir weiter geradeaus, wo uns zur linken mehrere Studiogebäude anlächeln, unter anderem das der Indoor-Achterbahn Space Fantasy – The Ride.

Die Fahrt im japanischsten aller Spinning Coaster aus dem Hause Mack Rides beginnt mit einer kleinen Rechtskurve, die uns alsbald in den ersten Lifthügel übergehen lässt. Unter den Klängen der Band Dreams Comes True werfen wir uns nun in eine steil abfallende Linkskurve, die schnell in eine 270° Aufwärtshelix übergeht. Nach einer kurzen Geraden begeben wir uns in einem ähnlichen Manöver erneut gen Hallenboden und nach einer knackigen Rechtskurve in die erste Bremsstrecke. Mit reduzierter Geschwindigkeit nehmen wir nun den Weg in Richtung des zweiten Lifthügels in Angriff und haben dabei allerhand Zeit die J-Pop Klänge und grandiose Gestaltung auf uns wirken zu lassen.

Irgendwann ist dann auch wieder die Hallendecke erreicht und eine wunderbar zackige Abwärtshelix fügt sich an. Ein kurzer Rechtsknick im Tal führt uns dann auf eine kurze Rampe, woraufhin wir die Strecke des ersten Streckenabschnitts überqueren. Es folgen zwei serpentinenartig ausgestaltete Kurven die uns direkt in den dritten und letzten Lifthügel der Anlage führen.

Das Finale des Spinning Coasters beginnt dann ganz fulminant mit einer Steilkurve bis zum Hallenboden hinab, an der sich eine weitere Steilkurve anschließt um den Zug wieder in Richtung der Hallendecke zu befördern. Nach einer kurzen Gerade begibt man sich in eine 180° Abwärtshelix, in der, visuell äußerst überzeugend, eine Supernova auf die Fahrgäste entzündet wird. Hierauf folgt ein kurzer Bunny Hop und nach einer kleinen Wendekurve findet man sich alsbald in der Schlussbremse der Anlage und kurz darauf in der Station wieder.

Space Fantasy – The ride weiß trotz ihrer geringen Höhe und Geschwindigkeit vollkommen zu überzeugen. Der Weltraumtrip hat einen tollen Flow und eine schlichtweg wunderbare Gestaltung, zudem passt das vergleichbar eigenwillige Layout mit seinen vielen Geraden und eher gemächlicheren Gefälle perfekt in dieses Land – ein waschechter Japano-Coaster halt und somit ein tolles Produkt aus dem Schwarzwald.

Terminator 2 3D

Ebenso brillante Innovationen kann man bei der Cyberdyne Corporation im Gebäude nebenan bewundern. Begleitet von einer Hostess werden wir durch die jährliche Cyberdyne Expo geführt, welche neben einem Image-Film eine Produktpräsentation im Theater nebenan beinhaltet. Doch eines vorweg, die Dame ist urkomisch und so wird sich auf bitterböse Art und Weise erst einmal über das Publikum lustig gemacht – natürlich nur auf Japanisch, aber trotzdem (vor allem dank dem Over-Acting der Dame) brüllend komisch. Der Imagefilm selbst wird durch eine Durchsage John und Sarah Connors unterbrochen und Cyberdynes Angestellte tut ihr Bestes daran die Situation irgendwie zu kachieren.

Im Vorführtheater erleben wir dann die Präsentation der ersten Terminatoren und viel wichtiger die des Skynets. Sarah und John Connor brechen in den Vorführsaal ein. Die Lage scheint unter Kontrolle, doch ein T-1000 taucht auf und verfolgt die beiden, doch zuvor entledigt er sich schnell der Hostess. Ein zweiter Terminator kommt daraufhin auf einem Motorrad durch ein Zeitportal und erscheint sogleich auf der Bühne. Dieser schnappt sich dann John und flieht mit ihm durch ein weiteres Portal. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd zwischen unserem Heldenduo und dem T-1000, sowie anderen Widersachern auf dem Weg in Richtung Skynet. Dort angekommen geht es darum den zentralen Kern der Anlage zu zerstören – doch hier wartet der T-1000000 als finaler Gegner. Den T-1000000 kurzzeitig gestoppt, gelingt es dem T-800 die notwenigen Vorbereitungen zu treffen um John in die Vergangenheit zu schicken und Skynet zu zerstören. Während der anschließenden Explosion senken sich die Sitze der Besucher schlagartig.

Eigentlich lag unsere Priorität nicht darauf Fahrgeschäfte und Shows zu sehen, die in den anderen Universal Studios Parks noch Bestand haben und dort mit weniger langen Wartezeiten zu bestaunen sind. Interessanter Weise ergab es sich kurz nach unserem Besuch, dass Terminator 2 3D in den Universal Studios Orlando eingestellt werden soll. Glück gehabt, denn die Show selbst ist einfach nur fantastisch, wenngleich ein wenig zäh im Mittelteil des 3D Films. Die Interaktion von Bühne und Leinwand ist außerordentlich gelungen und das Finale ist überaus überraschend, ebenfalls sind die Spezialeffekte im Zuschauerraum allesamt sehenswert. Super!

The Amazing Adventures of Spider Man – The Ride

Eine weitere überaus gut besuchte Attraktion der Studios, zumindest solange nicht ein ravender Elmo für Stimmung auf der großen Bühne sorgt und ein Großteil der Japaner dem Konzert in den Universal Studios Japan beiwohnt, ist die Themenfahrt The Amazing Adventures of Spider Man – The Ride, stilecht in 4K3D.

Was hat man nicht alles über den Spinnenmann im Voraus gehört. Aussagen wie „Der beste Darkride der Welt“ waren es definitiv, vor allem nach dem Update der Videoqualität und dennoch war ich überaus skeptisch, immerhin soll man ja auch seine Erwartungshaltung gering halten um am Ende umso mehr über das System verblüfft zu sein.  Perfekt abgestimmte Bewegungen interagieren auf genialste Art und Weise mit den Videoprojektionen, auf das man am Ende nur sprachlos und staunend das Ride-Vehikel verlässt und sich am Liebsten gleich nochmals anstellen möchte. Besonders anzumerken seien hier die Elektroschock-Scene, ausgelöst durch den Bösewicht Electro, und die Scene mit der Anti-Schwerkraft-Kanone; ansonsten fällt es mir schwer diese Themenfahrt zu beschreiben, da sie wirklich schlichtweg überwältigend ist.

Despicable Me Minion Mayham und Backdraft

Vorbei am Minion Park und der Themenfahrt Despicable Me Minion Mayham, die sich vor allem durch horrend hohe Wartezeiten auszeichnete, sowie der Feuer-Effekt-Show Backdraft – deren letzte Vorführung wir leider knapp um wenige Minuten verpassten – führt uns der Weg direkt in den Jurassic Park. Nicht aber zur weltbekannten Wasserbahn Jurassic Parc – the Ride, die kennt ja eh jeder, sondern zum guten neuen Stoff, der einem fliegen lässt. Doch keine Sorge um die Wasserbahn, die ist auch weiterhin äußerst berauschend, nur um das schon einmal vorweg zu nehmen.

Flying Dinosaur

Tatsächlich war die Fahrt auf dem Flugdinosaurier Flying Dinosaur unsere erste des Tages, immerhin hatte unser Express-Pass ein Zeitfenster, welches wir zu beherzigen mochten – doch das lag noch etwas in der Ferne, so dass wir uns brav in die reguläre Queue stellten. Schneller als gedacht ging es durch den halbwegs leeren Wartebereich, der uns einen ersten Einblick auf die immense Wartebereitschaft der Japaner aufweisen konnte, nur um knapp 40 Minuten später in der Doppelladestation der Anlage zu stehen, noch dazu in der ersten Reihe.

Nachdem man brav sein Gepäck verstaut hat dauert es nicht mehr lange ehe der Bügel kontrolliert wurde und man in der Fliegeposition auf den Abflug wartet. Dabei ist es gerade beim Boarding der ersten Reihe interessant wie sich das zuständige Personal sich schützend vor die Flügel unseres gewählten Fluggerätes stellt, wohl wissend, dass sich da wohl schon einige den Kopf gestoßen haben. Über eine Weiche erreichen wir dann sogleich den Lifthügel, der uns auf eine Höhe von 38 m befördert. Es folgt der erste Sturz, welcher äußerst steil ausfällt. Im ersten Tal überfliegen wir in luftiger, dennoch recht bodennaher Höhe, die staunenden Passanten, ehe wir uns in einem In-Line Twist gekonnt in die Höhe schrauben. Dabei erleben wir die Kuppe schon beinahe wieder in Flugposition, doch im Ausgang der Rolle wartet noch eine weitere halbe Schraube, auf das wir im nächsten Tal äußerst brachial in die Rückenpolster gepresst werden. Im anschließenden Inside-Raven Turn, einer Art Immelmann Loop ohne Kopfstand, verzichtet der Dino in keiner Sekunde darauf den Druck irgendwie zu reduzieren, weswegen wir erst wieder in ferner Höhe zum Durchatmen kommen.

Doch das nächste Element bahnt sich bereits an und nach einem kurzen Rechts-/Linksschwenker weit über den Köpfen der potentiell fahrwilligen Parkgäste der Universal Studios Japan erreichen wir dieses.  Mit überaus vielem Schwung stürzen wir uns in den Pretzel Loop, also einem Fahrmanöver in Form einer Bretzel, dessen Tal man in der Liegeposition durchbrettert. Mit atemberaubender Geschwindigkeit und irrsinnigen Druck auf den Rippen schießen wir dabei durch einen kurzen Tunnel, just bevor wir uns erneut in luftiger Höhe befinden und unseren Weg fortan relativ bodennah entlang des zentralen Sees führen. In einer weiten Rechtskurve nehmen wir dabei Anschwung um in einem weiteren In-Line Twist ein weiteres Mal um die eigene Achse gedreht zu werden. Dieser geht dann in eine wunderschöne zu fahrende, sowie druckvolle 360° Helix über, die uns parallel zum Lifthügel entlässt. Ein kurzer Dip später durchqueren wir die letzte der drei In-Line Rollen ehe wir uns alsbald in der Schlussbremse der Anlage wiederfinden.

The Flying Dinosaur ist eine wahnsinnig intensive Achterbahn, die ihre Waffe – also die G-Keule – sehr gerne und oft auf ihre Fahrgäste anwendet. Tatsächlich würde ich soweit gehen die Achterbahn als (bis zum Zeitpunkt des Besuchs) intensivste von mir gefahrene Achterbahn zu bezeichnen und das inkludiert Kaliber wie den Spinning Coaster Tornado aus dem dänischen Freizeitpark Bakken, jedoch mit dem fundamentalen Unterschied, dass der Flugsaurier wenigstens Spaß macht. Sei es nun die Brachiale In-Line-Twist-Fly-to-Lie-Combo und ihr anschließendes atemberaubendes Tal oder der viel zu schnell durchfahrene Pretzel Loop – der Flugdinosaurier weiß einfach zu überzeugen. Selbst die langsamen Passagen, die es ja durchaus gibt, fügen sich absolut harmonisch in das Gesamtbild ein und machen The Flying Dinosaur zu einer der besten Anlagen ihrer Art.

Jurassic Park – The Ride

Ebenfalls zu einer der besten Anlagen ihrer Art zählt der Shoot-the-Chutes Jurassic Park – The Ride. Die Fahrt durch den altehrwürdigen Dinosaurier-Park zählt gewiss zu den bekanntesten Fahrgeschäften weltweit; umso schöner, wenn die angeschriebenen Wartezeiten deutlich schneller vergehen als eingangs gedacht.

Da die Fahrt Gott sei Dank auf den ersten Film basiert freuen wir uns auf eine abenteuerliche Fahrt ohne Scheidungsdrama und genmanipulierte Hyperdinos auf der Insel Isla Nublar. Nachdem wir die Station verlassen haben bringt uns ein kurzer Lifthügel auf eine Zwischenebene, in der wir erst wenige Meter durch den Kanal dümpeln ehe wir uns dem signifikanten Tor aus dem Film nähern.  Das Tor öffnet sich, die Musik erklingt und schon fühlt man sich wieder in seine Kindheit zurückgesetzt, mein Grundschul-Ich war also angesprochen, und so führt uns der Weg ganz gemächlich durch das Ultrasaurus- und Stegosaurus-Gehege. Im Hadrasaurier-Gehege erreicht uns dann eine Warnung, wonach die Raptoren ausgebrochen sind. Zwei Dilophosaurier streiten sich derweil um den verbliebenden Kittel eines Parkangestellten, genug Ablenkung um uns um unsere eigene Flucht zu kümmern. Während wir uns einem Gebäude nähern fällt uns dabei beinahe ein kleiner Container auf den Kopf. Im Gebäude selbst nutzen wir dann die dort drin befindliche Transportvorrichtung um zum Kraftwerk zu gelangen. Auf dem nun sehr langen Lifthügel nehmen wir einige Höhenmeter zu und werden dabei von beiden Seiten von Velociraptoren angegriffen.  Auf der Kraftwerksebene angekommen werden wir von weiteren Dinosauriern attackiert, während wir uns in einer weiten Kurve dem Evakuierungspfad nähern. Ein kurzer Lifthügel bringt uns auf die besagte Schussfahrt, so dass wir nur sehr knapp vor einen eben aufgetauchten T-Rex flüchten können. Gute 26m geht es nun hinunter, woraufhin zu guter Letzt die obligatorische Wasserung stattfindet.

Die ist dann auch durchaus effektiv und kann einem wunderbar durchnässen, wobei wir uns bei der ersten Fahrt gefragt haben, wann diese denn bitte stattfinden würde, ehe sie uns (recht untypischer Weise) einfach durch eine von hinten generierte Welle eiskalt erwischte. Zwar wiesen die Folgefahrten die eher traditionelle Methode vor, man konnte es bei manchen Booten jedoch ganz gut beobachten. Bevor ich aber zu sehr abschweife sei gesagt, dass Jurassic Park – The Ride eine absolut sehenswerte Wasserfahrt ist, die man auf keinen Fall verpassen sollte.

Jaws

Sicherlich sehenswert, aber leider nur einmal am Tag, ist die Wasser-Stunt-Show Water World, die wir uns tatsächlich anschauen wollten – was jedoch zeitlich absolut nicht gepasst hat. Stattdessen konzentrieren wir uns nun auf das Fischerdorf Amity und seine berühmte Hafenrundfahrt Jaws, die die Standorte der Hai-Attacken aus dem Sommer des Jahres 1974 aufsucht.

Vorbei an zahlreichen bekannten Gebäuden und Schauplätzen aus Der Weiße Hai schippern wir gemächlich durch den Hafen der Küstenstadt, ehe uns ein Notruf erreicht. Kurze Zeit später hören wir nur noch Schreie und darauf ein zerrissenes Boot, sowie die Finne eines Hais. Dieser unterquert nun unser Boot, woraufhin dieses ein wenig hin und her geschüttelt wird.  Unsere Schiffsführerin greift indes zur Waffe und feuert zwei Schüsse auf den Hai, doch beide verfehlen ihr Ziel. Unterdessen fahren wir in ein nahegelegenes Bootshaus hinein um dort auf Chief Brody zu warten. Doch es kommt wie es kommen muss und auch hier attackiert uns der Weiße Hai.

Wir flüchten, doch der Hai ist uns stets auf der Fährte. Wieder bewaffnet schießt unsere Bootsführerin ein weiteres Mal mit dem Granatenwerfer, trifft nun jedoch ein Gasspeicher, woraufhin sich dieser entzündet. Auch hier schaffen wir es nur knapp zu entfliehen. Auf einem nahegelegenen Pier soll das Boot nun evakuiert werden. Der Weiße Hai greift ein weiteres Mal an, beißt jedoch in ein günstig platziertes Unterwasserkabel einer nahen Stromplattform und röstet sich damit selbst. Nach diesem Glücksfall erreichen wir den rettenden Hafen und eine wahrlich abenteuerliche Hafenrundfahrt geht zu Ende.

Jaws ist einfach nur Kult pur, die Fahrt selbst variiert jedoch stark durch die Performance des Schiffsführers. Die Rundfahrt selbst ist solide und kann optisch durchaus überzeugen, doch wirklich Spaß macht es erst durch eine aufgedrehte, leicht panisch wirkende Darstellung des Personals und das können manche deutlich besser als andere. Nichtsdestotrotz sollte man sich den Spaß in den Universal Studios Japan keineswegs entgehen lassen, denn solide, wie der erste Film, ist er allemal.

The Wizarding World of Harry Potter

Für einen soliden Besucherzuwachs in den Universal Studios Japan sorgte hingegen der Themenbereich dem wir uns nun widmen, nämlich The Wizarding World of Harry Potter, heute sogar ohne Zeittickets um in den Themenbereich zu gelangen. Doch bevor wir uns in Hogwarts vor Fresh Dumbledores Büroeingang stellen heißt es erst einmal das Dorf Hogsmeade erkunden und sich in einer Zweigstelle Ollivanders einen Zauberstab andrehen zu lassen. Zugegeben der Service ist grandios und eine Japanerin die Zaubersprüche aus den Harry Potter Universum aufsagen zu lassen war eine überaus unterhaltsame Wahl des alten Herren.

Flight of the Hippogriff

Da wir uns eh schon in der Nähe zu Hagrids Hütte befanden haben wir es uns nicht nehmen lassen ihn einen Besuch abzustatten und einen Flug auf den Hippogreif zu wagen. Bei Flight of the Hippogriff handelt es sich um das Standardmodell eines Vekoma Roller Skater mit einer kleinen Besonderheit, nämlich zwei Zügen.  Dementsprechend beginnt die Fahrt mit einer kurzen Kurve aus der Station und dem anschließenden Lifthügel. Sogleich absolviert man eine linksführende Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix, durchquert ein kurzes Tal und eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben bestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf alsbald auch die Bremsstrecke wartet. Hier wartet man dann etwas, bis dann der Zug in der Station abgefertigt wurde und man in diese einfahren kann.

Harry Potter and the forbidden Journey

Beflügelt schlossen wir uns der Schlossführung durch Hogwarts an, immerhin wollten wir ja mal schauen, wie das Schloss im Inneren aussieht – denn die normale Warteschlange sollten wir an diesem Tag ja nicht erleben, bei Wartezeiten jenseits der 120 Minuten (einen Single Rider Eingang gibt es nicht) aber auch durchaus legitim – und versuchten mit „Sesam, tu dich öffnen“ eine Audienz beim Großmeister der Rap-Szene zu ergattern. Mit unserem Ganswischtischpass in der Hand war auch das Durchschreiten der Express Warteschlange bei Harry Potter and the forbidden Journey von kurzweiliger Natur, auch wenn wir nach Aufgabe unseres Handgepäcks keine weiteren Rechte mehr hatten und dort einige Minuten warten durften.

Aber das war auch nur von kurzer Dauer, so dass wir kurze Zeit später auf einer der Vierergondeln platznehmen konnten. Die wilde Fahrt durch das alte Gemäuer beginnt durch Hermines großzügigen Einsatz von Flohpulver auf das wir uns alsbald in der Sternwarte wiederfinden sollen. Leichte Kippeffekte zur Seite sorgen während des Transportes für erste Begeisterung, denn alle Bewegungen sind absolut smooth – was durchaus unerwartet ist, bei den ansonsten doch sehr rabiaten Bewegungsprofilen der stationären Robo-Coaster. In der Sternenwarte selbst schließen wir uns Harry und Ron und erleben eine sagenhafte Fahrt über den Dächern Hogwarts in Richtung des Quidditch-Spiels. Währenddessen begegnen wir Hagrid, der uns entgegnet, ob wir den Drachen gesehen hätten, nur um wenige Augenblicke später auf besagten Drachen zu treffen. Gedrängt durch den Drachen führt uns unser Weg in eine Brücke, wo dieser dann als Animatronik auf uns wartet, doch wir können flüchten.

Kurz darauf finden wir uns im verbotenen Wald wieder, wo wir dann sogleich auf Aragog treffen. Hermine eilt zur Hilfe und vertreibt diesen, während wir die weitere Flucht in Angriff nehmen. Weitere Spinnen stellen sich dabei in unseren Weg, doch wir schaffen es den Wald zu verlassen. Auf der Lichtung erwartet uns dann die peitschende Weide, obgleich wir ihr ganz gut ausweichen können, erwischt diese uns dann irgendwann doch und wir werden ins Quidditch Stadion geworfen. So weit so gut, immerhin war es ja unser Ziel und wir sind live im Geschehen – was schonmal deutlich cooler ist als die Trend-Sportart der Muggels hierzulande.

Als dann blöderweise Slytherin ein Tor gegen Gryffindor erzielt gelangen Dementoren in die Arena, da böses plus böses blöderweise immer noch böses ergibt, eskortiert uns Harry sogleich aus der Arena. Dabei werden wir von Harry getrennt und finden uns alsbald in der Kammer des Schreckens wieder. Ein weiterer Dementor jagt und nach und selbst Lord Voldemort gibt sich die Blöße. Wir schaffen es zu fliehen, doch eine Horde Dementoren wartet bereits auf uns. Es wird kalt, die Bewegungen des Gondelträgers spürbar langsam und ein Herzschlag erklingt aus den Subwoofern der Sitzbänke. Im letztmöglichen Moment vertreibt Harry die Dementoren und wir folgen ihn durch den einstürzenden Zugang in Richtung Hogwarts. In der Haupthalle zum großen Treppenhaus treffen wir auf allerhand Schüler und Lehrer und zu guter Letzt Albus Dumbledore, der uns durch den Einsatz von Flohpulver in den Raum der Wünsch, sprich die Station der Anlage befördert.

Ich war baff. Eine solche Fahrt hätte ich nie den Kuka-Robotern zugetraut. Ebenfalls war ich von den Ausmaßen der Dekorationen und Leinwänden einfach nur überwältigt. Gerade die peitschende Weide hat mich so begeistert, auf das ich den Rest der Fahrt nur noch mit einem breiten Dauergrinsen entgegnen konnte. Die Symbiose zwischen Projektion und realer Kulisse funktioniert einfach nur perfekt und das Fahrsystem unterstützt dieses in bester Manier. Gerade die große Bewegungsfreiheit der Roboter bringt eine unglaubliche Dynamik in die Fahrt, die auch perfekt genutzt wird und somit schlussendlich eine absolut wilde, aber überaus harmonische, Fahrt durch das Harry Potter Universum bietet. Gerne mehr davon!

Wonderland

Ich freu mich zumindest irgendwann wieder nach Hogwarts zu kommen und eine weitere Fahrt auf den magischen Sitzbänken zu tätigen, zuvor geht es für mich jedoch erst einmal zu Harry Potter And The Cursed Child und für euch nun in den Themenbereich Wonderland, wo sich Charaktere aus Snoopy, der Sesamstraße und Hello Kitty tummeln.

Snoopy’s Great Race

Hier befinden sich allerhand Kinderfahrgeschäfte, wie ein Pferdekarussell, ein Kontiki, eine Kinderfahrschule und vieles mehr. In einer Halle der Snoopy Studios befindet sich eine weitere Kinderachterbahn, die tagsüber leider horrende Wartezeiten aufweisen konnte, zum Glück aber abends zum direkten Einstieg lud, weshalb ich mir keine Fahrt habe nehmen lassen – zumal es sich um eine japanische Anlage des Herstellers Senyo handelt.

Die Fahrt in den Seifenkisten beginnt mit einer kleinen Rechtskurve hinaus aus der Station. Der Reibradlift befördert den Wagenverbund schnell bis an die Hallendecke, woraufhin dieser auf einer kurzen Geraden schnell an Fahrt zunimmt. In einer Linkskurve in Bayernkurvenmanier führt der Zug über Berg und Tal, ehe dieser unter dem Lifthill abtaucht. In einer weiten Rechtskurve durchbricht dieser eine große Plakatwand und nimmt kurz darauf an der hinteren Hallenwand an Höhenmeter zu. Ein kurzer Dip nach rechts führt den Zug in das rasante Finale der Fahrt.  Nach einer kurzen Steigung folgt eine wunderbare Linkshelix, woraufhin alsbald die Bremsstrecke und Station erreicht wird und die Fahrt auf dieser wunderbaren Familienachterbahn endet.

Hollywood Dream –  The Ride

Vorbei am Show-Theater der Universal Monsters Live Rock and Roll Show, die wir wieder einmal knapp verpassten, geht es zur letzten Achterbahn in den Universal Studios Japan: Hollywood Dream –  The Ride. Dabei wäre Universal nicht Universal, wenn der B&M Hyper Coaster nicht die eine oder andere Besonderheit aufweisen kann – kein Wunder also, dass es neben einer Auswahl verschiedener Songs noch die Möglichkeit zur Rückwärtsfahrt im Backdrop besteht.

Da sich die Wartezeiten zu beiden Varianten nur minimal unterschieden, wählten wir natürlich für unsere Erstfahrt die Backdrop-Variante, immerhin wollten wir uns ja über das Streckenlayout überraschen lassen. Da drei der vier Züge vorwärtsgerichtet fahren ging die Warteschlange zwar immer nur Schubweise voran, aber bei der Abfertigung hier in den Universal Studios Japan, spielte selbst dieser Umstand kaum eine Rolle, so dass wir recht zügig den Zug boarden konnten.

Einmal abgefertigt verlässt der Zug über eine Weiche die Station und widmet sich dann einer weiten Linkskurve mit geraden Zwischensegment, ehe der Lift erreicht wird. Für uns in diesem Augenblick passiert natürlich alles richtungsverkehrt, weswegen wir kurze Zeit später in den Clamshell-Bügeln hängen. Unter Beschallung von Justins Timberlakes Can’t Stop The Feeling in einer Interpretation der hauseigenen Musikband R&B The Voice erklimmen wir den 44m hohen Lifthügel und stürzen uns umgehend unter lauten Jubelausschreien der ersten Schussfahrt hinunter. Mit dem Flow der Musik passieren wir das erste leicht quergeneigte Tal, woraufhin wir einen Camelback emporschießen und sogleich den Kontakt zum Sitz verlieren. Wieder auf dem Sitz gelandet werden wir sogleich in einem wilden S-Kurven-Manöver, ganz ähnlich dem Finale der Achterbahn Silver Star aus dem Europa Park, ordentlich hin- und hergerissen, nur um dann die vordere Wendekurve des Layouts in Angriff zu nehmen. Diese ist geformt wie ein klassisches Horse-Shoe Element, also einem Hufeisen, und wird recht druckreich durchfahren. Die Ausfahrt dieses Elementes liegt dabei deutlich tiefer als die Einfahrt, denn die nächsten Streckenmeter absolvieren wir nun direkt unter bzw. leicht parallel der eben absolvierten Strecke. Dabei überqueren wir zwei weitere wunderbare Camelbacks, ehe der Zug einen neuen Weg einschlägt. Ein weiterer Camelback schließt sich nach einer kurzen Kurve an, just bevor die Zwischenbremse der Anlage erreicht wird.

Mit ordentlicher Geschwindigkeit durchschreiten wir diese und stürzen uns sogleich wieder einige Meter hinunter. Schwungvoll werfen wir uns in einen quergeneigten Hügel und stürzen uns flugs dem Erdboden entgegen. Mit wahnsinnigen Druck durchqueren wir nun eine bodennahe 540° Helix, ehe wir den Rückweg just unterhalb der eben absolvierten Strecke in Kauf nehmen. Dabei überqueren wir einen kleinen Hügel, durchqueren eine Häuserfassade und landen nach einem kleinen S-Kurven-Schlenker in der Schlussbremse. Die Band verabschiedet sich und wünscht uns einen weiteren wunderbaren Tag in den Universal Studios Japan, woraufhin wir die Station erreichen.

Stimmungsgeladen verlassen wir die Anlage und sind uns sogleich einig, Hollywood – The Ride Backdrop ist die beste Achterbahn des Freizeitparks Universal Studios Japan und eine der Überraschungen der gesamten Tour. Hier stimmt einfach alles und so lassen wir es uns natürlich nicht nehmen einen kleinen Marathon auf der Anlage zu wagen; immerhin vergeht gerade die Wartezeit in der Single Rider Line trotz der angezeigten Wartezeit wie im Fluge. Leider gibt es für die Vorwärtsfahrt Abzüge in der B-Note, da man die Strecke vor sich nun leider bereits sieht und die Überraschungen ausbleiben. Es bleibt jedoch positiv zu erwähnen, dass selbst in diesem Fall die Bahn überragend gut ist und alle europäischen Anlagen dieser Art sowas von alt aussehen lässt. Fairerweise sei jedoch erwähnt, dass ich die kleineren Anlagen des Herstellers B&M generell viel besser finde als die großen Vertreter.

Bilder Universal Studios Japan

Fazit Universal Studios Japan

Im nahen Hard Rock Café lassen wir den Besuchstag ausklingen, denn abgesehen von seinen Gastronomiepreisen, sind die Universal Studios Japan der beste Freizeitpark, den ich bislang besucht habe. Trotz der Fülle, die an unserem Besuchstag zwar vorhanden, aber wie eingangs erwähnt, eher gering war, konnten wir alle Achterbahnen öfters fahren und kamen wohl auch dank dem Express-Pass voll auf unsere Kosten. Dabei stellt sich natürlich die Frage ob wir diesen gebraucht hätten, die Antwort darauf ist definitiv nein – es war nur schön ihn zu haben, eben weil wir dadurch mehr geschafft haben. Da wir dennoch keine Show gesehen und sogar auf eine Fahrt mit den Minions verzichtet haben, empfiehlt sich definitiv ein etwas längerer Aufenthalt in den Studios, denn an einem Tag sind die Universal Studios Japan schlichtweg nicht machbar – kaum auszumalen, wie es sich verhält, wenn der Park tatsächlich voll ist (was ja auch ziemlich oft der Fall ist) und man nicht einmal mehr in The Wizarding World of Harry Potter gelangt oder gerade so eine Fahrt auf The Flying Dinosaur tätigen kann.

 


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Togo-Mania im Greenland

Greenland

Mitten im japanischen Ruhrgebiet befindet sich seit dem Jahr 1964 das Greenland Resort. Einst von der Mienengesellschaft Mitsui Mining als Tochterunternehmen gegründet hat sich das Ferienresort im Laufe der Zeit immer wieder neu aufgestellt und wird, nach Absprung der Mitsui Gruppe, mittlerweile nur noch als Greenland (also ohne den Präfix Mitsui) betrieben. Neben den namensgebenden Freizeitpark besteht das Resort aus zwei Hotels, einem Golfkurs, einem Bowlingcenter, einer Pachinkohalle, sowie mehreren Restaurants und der obligatorischen Heißen Quelle.

Bereits bei der Anfahrt zieht das gigantische Riesenrad bereits alle Blicke auf sich, doch wenn sich dann die ersten Achterbahnen dazugesellen, so ergibt sich ein Bild, welches einem das Wasser im Mund nur so zusammenfließen lässt. Also schnellstmöglich hinauf zum Eingang um den Eintritt, sowie den Free Pass, an der Kasse zu entrichten. Den Voucher für den Free Pass tauscht man dann im Greenland gegen das entsprechende Armband zum Dauerfahren ein – alternativ besteht, wie auch in den meisten japanischen Freizeitparks, die Möglichkeit die Fahrten einzeln zu entrichten. Das Greenland ist also ein klassischer Tivoli-Park, weißt jedoch eher Parallelen zum ältesten Freizeitpark der Welt, dem Bakken im dänischen Kopenhagen, auf.

Wir beginnen unsere Runde gegen den Uhrzeigersinn, wenden uns jedoch sogleich von den, morgens doch sehr stark frequentierten, Achterbahnen Grampus Jet und Ladybird Coaster ab und spazieren munter im Schnellschritt weiter zu einer sehr besonderen Doppelanlage, welche uns stehend, wie auch sitzend auf einen munteren Trip durch die Milchstraße befördert.

Milky Way

Früh morgens gab es auf Milky Way noch die Qual der Wahl zwischen dem Stand-Up Coaster Altair (die blaue Seite), sowie der Sitdown-Variante Vega (die pinke Fahrspur). Da jedoch das Boarding für Vega gerade begann, sollte sich auf eben jener Anlage die erste Fahrt ergeben. Sobald dann beide Züge abgefertigt sind, kann die Fahrt auch so gleich losgehen.

Ganz klassisch geht es nun erst einmal via Kettenlift auf eine Ausgangshöhe von 38m. Hier oben folgt dann noch eine gemächliche Rechtskurve, ehe der Wahnsinn überhandnimmt. Parallel zur Stand-Up-Spur schießt man nun den Abgrund entgegen, was einem dann doch ordentlich aus dem Sitz befördert. Während sich Altair nun in einem Rechtsknick von uns verabschiedet, rasen wir nun über einen Airtimehügel und sogleich über eine leicht geneigte Wendekurve. Doch lange müssen wir auf Altair nicht warten, denn bei der Ausfahrt kommt uns der Zug bereits entgegen. Nachdem wir nun genug Anlauf genommen haben versucht uns der Wagenverbund auf dem nächsten Airtimehügel ohne jegliche Rücksicht abzuwerfen. Doch ein Highlight kommt selten allein und nachdem Togo bereits bewiesen hat, dass sie hier die Könige der negativen Kräfte sind, so gilt das gleiche auch in der positiven Richtung. Mit ordentlichen Druck auf den Körper vollzieht man nun eine Abwärtshelix bis auf den tiefsten Punkt des Layouts. Von dort aus führt eine leicht geneigte Rampe wieder auf das Stationsniveau hinauf, doch aber nicht ohne noch einmal kurz aus dem Sitz gehoben zu werden. Nach dem kurzen Duell gesellt sich nun auch Altair wieder auf unsere Seite und parallel zueinander folgt nun noch eine kurze Linkskurve und ein Mini-Hügelchen ehe dann die Bremsstrecke und nach einer kurzen Wendekurve die Station erreicht wird.

Wenn sich Vega bereits so gut anhört, erzähle ich euch am besten was der Schlingel von Altair so alles anstellt, soll ich?! Also gut, nachdem wir uns hier mit nur leichter Airtime in Richtung des Bodens begeben und von Vega verabschiedet haben passieren wir nun ebenfalls einen recht hohen Airtimehügel und heben hier bereits in nun bereits bekannter Manier ab; doch die Grand Manier bildet die anschließende Abwärtshelix. Mit ordentlichen Druck auf den Füßen verlässt man diese auf einer kurzen Rampe, die sogleich in die Wendekurve just unterhalb der Wendekurve von Vega übergeht. Dabei kommt einem der Zug der Schwesterspur in einem grandiosen Moment purer (Fahr-)Freude entgegen. Deutlich druckreicher als Vega durchschreitet man nun den Stützenwald der Wendekurve, bevor man dann im irrsinnigsten Airtimemoment aller Zeiten gnadenlos in die Schulterbügel befördert wird. Mit gefühlt 20cm Freiraum, gemessen könnte es sogar etwas mehr sein, zwischen Fuß und Zugboden fliegt man über einen winzig kleinen Hügel, bevor es einen weiteren Hügel empor geht. Hier oben hat man dann eine kurze Verschnaufpause, wobei der Kopf gerade eher dabei ist, dass eben erlebte richtig einzuordnen, indem man einen kurzen Linksknick einlegt um am Ende wieder parallel zur Schwesterspur zu verlaufen. Es folgt die bereits erwähnte Linkskurve mit anschließender Kleinsthügel- und Blockbremsenauffahrtskombination, die zwar gemächlich daherkommt, aber es am Ende doch nicht lassen kann und einem erneut aus den Socken haut.

Was bleibt einem da am Ende noch übrig als sich gnadenlos in Togo zu verlieben? Beide Milky-Way-Spuren fahren sich schlichtweg wunderbar. Es gibt überragende Airtimemomente, wie es auch extrem druckreiche Passagen gibt. Darüber hinaus ist der Zug von Vega gleichzeitig noch ein überdimensionierter Bluetooth-Lautsprecher – was will man denn als Achterbahnfan denn noch? Wahrscheinlich ein butterweiches Fahrverhalten und eine nicht vorhandene Wartezeit? Keine Sorge, auch daran hat das Greenland gedacht, obgleich zumindest der zweite Punkt etwas zum Verhängnis wurde und uns im späteren Verlauf des Tages nur noch die Sit-Down-Perle Vega zur Verfügung stand.

Danger in a Maze

Nunja, ihr wisst was ich meine und bislang haben wir auch nur eine Anlage behandelt, also weiter geht’s: Die nächste Attraktion auf unseren Rundlauf ist das interaktive Labyrinth Danger in a Maze, bei dem man in letzter Sekunde eine Bombe stoppen soll. Der Rundlauf ist dabei sehr straight forward, auch wenn man dadurch auch etwas länger an einer Tür warten kann. Die Gestaltung der Anlage ist im Inneren dabei genauso wie ihr Äußeres und somit ein absolutes Must-Do.

Splash

Ebenfalls in diese Kategorie gehört bei Außentemperaturen von weit über 30°C und vorhandener Schwüle die spritzige Wasserfahrt Splash. Nun werden sich einige Leute denken „hmmm, diesen generischen Namen kenne ich doch von irgendwo her“ und sie werden erstaunt sein, dass sie die Gestaltung der Anlage ebenfalls schon einmal gesehen haben. Man könnte sogar eine gemeinsame Parkfreundschaft zwischen den niederländischen Freizeitpark Duinrell und dem Greenland vermuten, immerhin hat die, in beiden Fällen von O.D. Hopkins erbaute, Anlage dort bereits 1992 eröffnet und das Greenland zog ein Jahr später nach.

Im Gegensatz zum Tag zuvor und Duinrell im Allgemeinen gab es hier jedoch nicht die Möglichkeit in einem überdachten Boot Platz zu nehmen, doch der weise Japaner hat an alles gedacht und so besteht hier die Möglichkeit einen Regenponscho für die Dauer der Fahrt zu leihen. Wer nun jedoch denkt, das kostet bestimmt Geld, der liegt beim Greenland gemeinhin falsch, denn hier kann man sich sogar an den einzelnen Gewinnbuden mit den Free Pass austoben; die Betonung liegt hier tatsächlich auf das Leihen, denn nach der Fahrt gibt man den Regenponscho nämlich schön wieder ab, so dass er vom Personal getrocknet wird. Als Spillwaterfan und generell umweltbewusster Mensch, bleibt einem nichts anderes übrig als auf den Ponscho dankend zu verzichten, auch wenn das Greenland in dieser Hinsicht (und das würde ich mir von allen anderen Freizeitparks wünschen) sich den Erlös durch den Verkauf der Ganzkörperkondome streicht. Wenn man dann nach der Fahrt erfrischt und überaus nass den zukünftigen Fahrgästen entgegenkommt, wird man dann von den irritierten und zeitgleich begeisterten Blicken der Japaner belohnt und darf manche von Ihnen sogar abklatschen; ein herrliches Gefühl.

Sphinx Coaster

Obwohl das Greenland ein riesiger Freizeitpark ist, so sind die Wege zur nächsten Attraktion meist nicht so übertrieben weit, so dass wir mit leichter Feuchte eine Fahrt auf dem Sphinx Coaster gewagt haben. Diese Familienachterbahn zeichnet sich vor allem durch ihre marginal vorhandenen Gefälle aus, die einen einfachen Big Apple bereits als sehr steil dastehen lassen. Doch während die Wurmachterbahnen doch recht zahm sind, baut die japanische Flachachterbahn gegen Ende eine recht hohe Geschwindigkeit auf, die gerade durch die flachen Abfahrten erstaunlich gut vermittelt wird.

Panorama Mountain

Vorbei am Wasserpark, wo interessanterweise fast alle Rutschen auf ein erwachsenes Publikum ausgelegt sind, geht es mit der Seilbahn Skylift hinauf auf den Panorama Mountain. Dabei wird auf sämtliche Sicherungsmechanismen an der Gondel verzichtet. Zusätzliche Polsterungen noch und nöcher an den Achterbahnen? Klar! Aber Seilbahnen mit Sicherheitsbügel?! Wir Europäer neigen tatsächlich auch manchmal in Sicherheitsfragen stark zu übertreiben.

Auf dem Panorama Mountain befindet sich neben dem Horror-Tower, welcher eine lokale Gruselgeschichte widergibt, auf dem Weg durch die zwei Stockwerke jedoch wenig gruselig ist, das Kettenkarussell Witch’s Flying Chair, sowie die Bergstation der Sommerrodelbahn Super Slider. Interessanter Weise scheinen Sommerrodelbahnen in Japan nicht sehr oft vertreten zu sein, weswegen das Personal gerne und extremst ausführlich die Funktionsweise der Bobs den wartenden Fahrgästen erläutert. Blöd nur, wenn besagte Fahrgäste zwar zuhören, jedoch das mit dem Gas geben am Ende doch nicht so verstanden haben. So durfte ich den Großteil der Abfahrt hinter einer Schleicherin verbringen, während sich Nicolas erst gegen Ende der Fahrt zu uns gesellte.

Dragon Mountain und Spin Mouse

Wieder im Tal angekommen führt uns der Weg in Richtung der Reverchon Drehmaus Spin Mouse. Dabei passieren wir das Holzburgenlabyrinth Karakuri Castle Maze und die Station der hängenden Monorail Sky Ship, ehe wir in die Raftinganlage Dragon Mountain einsteigen. Diese wurde von Bear Rides errichtet und kann, aufgrund des nicht vorhandenen Nässegrades, leider nur durch ihre Einbettung in die Landschaft punkten.

Also nichts hinein in den liebgewonnenen alten Bekannten aus Frankreich, den sich bitte mal jemand von Parques Reunidos genauer anschaut – aber ich nehme hier etwas vorweg, daher erläutere ich meine Worte mal eben. Bei der Spin Mouse werden alle Wagen zur selben Zeit beladen, dann jedoch in einer schnellen Taktung auf die Strecke geschickt. Was jedoch in Spanien bei einer stinknormalen Maus (Vértigo im Parque de Atracciones de Madrid) schnell zu einer Wartezeit jenseits der 90 Minuten führt, hat sich hier innerhalb von drei bis vier Zyklen recht schnell erledigt. Dabei besteht der eigentliche Unterschied nur in der Effizienz des japanischen Personals, nicht der theoretischen Kapazität der Anlage, die in beiden Fällen in etwa gleich ist. Die Fahrt war zudem äußerst drehfreudig und somit überaus unterhaltsam.

Legend of Salamander

Vorbei an der Gokart-Anlage zieht es uns nun an den Nordeingang des Greenland, in dessen Nähe sich die interaktive Themenfahrt Legend of Salamander befindet. Hierbei schießt man auf wurmähnliche Kreaturen, während man sich im Großen und Ganzen einen rechteckigen Streckenverlauf absolviert. Für uns wurde dieser, von Senyo erbaute Darkride, der Inbegriff der typischen japanischen Ballerspielthemenfahrten, denn die Gegner sind meist dieselben und der Rekord auf solchen Anlagen ohne monatelanges Training nicht zu schlagen.

Panic Jungle

Der größte Vorteil an einer Fahrt auf Legend of Salamander war jedoch die Klimaanlage, die einem vor der wütenden Hitze außerhalb erlöste, denn blöderweise waren wir mittlerweile längst wieder trocken und das Rundbootrafting tat ebenfalls sein Bestes dazu. Nur gut, dass mit dem Panic Jungle, eine extrem unpassend benannte Wildwasserbahn im Greenland existiert. Also rein, in die Boote des nun bereits bekannten und liebgewonnenen Herstellers Senyo.

Nachdem man die Doppelstation verlassen hat dümpelt man gemächlich dem ersten Lifthügel entgegen. Dieser bringt einen auf das mittlere Niveau, es folgt jedoch kein Drop. Stattdessen nähert man sich einer Halle und passiert innerhalb dieser einen, nur spärlich dekorierten, Korridor. Wieder am Tageslicht dümpelt man an einigen Tierplastiken vorbei, vollzieht währenddessen eine Rechtskurve, unterquert den zweiten Lifthügel und nähert sich diesen in einer weiteren Rechtskurve. Dieser ist dann auch deutlich größer und führt einen direkt in die einzige Schussfahrt der Anlage. Befeuchtet, jedoch nicht sonderlich nass, verlässt man den Auslaufbereich und nimmt sogleich den Rückweg in die Station in Angriff.

Haunted Shrine

Auf Grund der fehlenden Abkühlung musste also schleunigst eine weitere Themenfahrt her, also hinein in die akustisch optimierte Geisterbahn Haunted Shrine. Mit Kopfhörern versehen führt einem der Wagen durch einige wunderbar gestalteten Szenebilder, die einem charmant an die Geister Rikscha aus dem Phantasialand erinnern. Leider besteht der Gruselwalkthrough Haunted Hospital direkt nebenan nicht mehr. Hier befindet sich stattdessen eine auf einem Anime basierende Krankenhausattraktion, die wir jedoch nicht getestet haben.

Goku, Super Viking und Gyro Storm

Getestet jedoch haben wir die zahlreichen Fahrgeschäfte in dieser Ecke des Freizeitparks Greenland. Während der Star Flyer Goku das bekannte österreichische Aussichtsfahrterlebnis auffuhr, bot die Schiffschaukel Super Viking solides Schiffschaukelfahrvergnügen mit gegenseitigen Anfeuern beider Seiten. Eine gänzlich andere Erfahrung, die einerseits langweilig andererseits absolut wahnsinnig und grandios ist, bietet der Gyro Storm aus dem Hause Togo.

Doch wie kommt dieser Zwist zustande? Dazu muss ich einmal kurz ausholen und das Fahrgeschäft erst einmal grundlegend beschreiben; doch, wenn ihr bis hierhin bereits gelesen habt, interessiert es euch ja schon irgendwie. Gut, also beim Gyro Storm handelt es sich stark vereinfacht um ein Enterprise ähnliches Fahrgeschäft, also ein zentrifugalkraftbasiertes Überschlagskarussell, welches jedoch nicht sonderlich schnell unterwegs ist. Die Gondeln schwingen frei, können aber jederzeit arretiert werden und je nachdem in welcher Position sich in diesem Moment befindet, kann der restliche Fahrverlauf extrem lustig werden. Im besten Fall geschieht dieses, wenn man sich am höchsten Punkt der Fahrt im Radinneren befindet und somit erst einmal einige Runden kopfüber durch die Station rast. Irgendwann werden die Gondeln dann wieder freigegeben und eine wilde Schaukelpartie fügt sich an, während sich die Fahrt dann auch ihrem Ende entgegenneigt.

Lift

Dem eigenen Ende kann man sich dann auf dem Lift selber entgegenneigen, denn wo der Sky Lift schon beängstigend genug war, legt dieser unscheinbare Sessellift noch einmal einen drauf. Wie bereits erwähnt, verzichten die Japaner gerne auf unnötige Sicherheitsvorkehrungen, legen aber dort, wo entsprechende Vorkehrungen bereits vorhanden sind noch einmal einen entsprechenden Sicherheitsfaktor obendrauf. Beim Lift ist augenscheinlich noch nie etwas passiert, weswegen man sogar auf seitliche Begrenzungen verzichtet hat. Als Transportutensil führt uns der Lift nun in Richtung der größten Achterbahn des Greenland, er ist also ein richtiger Shortcut.

Sky Jet

Auf der anderen Seite jedoch steigen wir zunächst in die überlange und über mehrere Ebene verlaufende selbststeuerbare Diesel-Monorail Sky Jet, ehe wir uns aus dramaturgischen Gründen von der Dino-Bahn nebenan abwenden. Denn ehrlich gesagt, vollziehen wir nun den Rückweg an den Attraktionen entlang, die man durch den Lift nicht zu Gesicht bekommen hat.

Luxor Magic

Der Anfang bildet dabei die interaktive Wahrsageattraktion Luxor Magic, wo man allerhand über sein zukünftiges Liebesglück, seine Karriere und natürlich auch die Gesundheit erfährt, in dem man zuvor einige Entscheidungen beim Weg durch die Grabkammer trifft. Die Daten werden dabei auf einem kleinen Plastikschwert gespeichert und gegen Ende ausgewertet. Wenn alles funktioniert hat bekommt man dann seine Zukunft im praktischen Din-A4 Format ausgedruckt.

Crystal Maze und Ice World

Direkt nebenan befindet sich das alte Spiegellabyrinth Crystal Maze, welches leider nur bekannt bewährtes bot. Interessanter ist dann doch die Ice World, ein ebenfalls bereits bekannt bewährtes, und bei Temperaturen von weit über 30°C heiß geliebtes, Konzept aus dem Kijima Kogen Park. Obgleich die Innentemperatur hier nur bei etwa -25°C lag konnte einem der Weg durch das nett gestaltete Kühlhaus ordentlich erfrischen.

Small Java

Frei nach Avenue-Q, wonach wir ja allesamt ein bisschen rassistisch sind, empfiehlt sich ein Blick nach Small Java. Ähnlich der Cabane de Robinsons im Disneyland Park bei Paris, gibt es hier ein Baumhaus und es wird allerhand dargestellt. Der Hauptunterschied dazu sind die Plastiken der Tiere, sowie die der Ur-Einwohner und spätestens hier war die Brücke zu Dänemark perfekt, Greenland ist der Bakken Japans! Zwar ist die Insel Java bei bestem Willen nicht Afrika, die Attraktion ähnelt jedoch der rassistischen Afrikathemenfahrt im ehemaligen Sommerland Syd und somit eigentlich jeder der alten Themenfahrten mit afrikanischen Leitthema in unserem Nachbarland. Dabei ist das Ganze natürlich auch wieder eher etwas zum Schmunzeln, als wirklich böswillig gedacht; es ist halt eine andere Zeit gewesen und heutzutage schlichtweg veraltet.

Black Hole Coaster

Zurück an der Ausgangsposition unseres kurzen Abstechers werden wir nun mit der längsten Wartezeit des Tages konfrontiert, nämlich 30 Minuten bei der Indoor-Achterbahn Black Hole Coaster. Dank der überdachten Warteschlange vergeht die Wartezeit jedoch bei angenehmen Temperaturen und passender europäischer-90er-Jahre-Beschallung relativ schnell.

Wenn man dann den Zamperla-Zug der Meisho-Achterbahn bestiegen hat kann die Fahrt auch sogleich losgehen. Auf einer seichten Rampe baut man nun von langsam an der Hallenwand an Höhenmetern auf, die man sogleich in einer rasanten Linkshelix abbaut. In einer langen Linkskurve durchquert man einen Lichttunnel und nimmt erneut einige Höhenmeter auf. Es folgt ein Richtungswechsel und sogleich eine rechtsführende Abwärtshelix. Ein weiterer Richtungswechsel unter Stroboskoplicht führt dann in den Außenbereich der Fahrt, welcher von der aufwändigen Fassade jedoch verdeckt wird. Hier schleicht man dann durch eine aufwärtsführende Ovalhelix, die dann in die finale Abwärtshelix übergeht, woraufhin die durchaus akzeptable Fahrt endet.

Ultra Twister Megaton

Doch eine akzeptable Achterbahn ist keine überragende Achterbahn. Wie wir bereits gelernt haben ist hier im Greenland jede Achterbahn von Togo eine überragende Achterbahn, doch kann auch die dritte Anlage des Herstellers diese Feststellung untermauern? Finden wir es heraus beim Ultra Twister Megaton.

Sobald man seine Sachen im Spint in der Station verstaut hat geht es hier erst einmal in den eigentlichen Einlassbereich der Achterbahn. Dort besteigt man dann den langsam rückwärts rollenden Wagen und schließt den Schulterbügel. Der Ride-Op arretiert diesen dann noch fix, worauf man sich nun dem Transferelement am hinteren Streckenende nähert. Sobald der Wagen dann in Position ist wird das Element um 90° Grad gedreht, woraufhin sich sogleich die Auffahrt im Vertikallift anschließt. Auf einer Höhe von 30m angekommen überquert der Wagen eine furchtbar enge Kuppe und stürzt sich alsbald in einem 85° steilen Gefälle wunderbar rasant gen Boden, so dass auf jeden Platz, besonders aber in der letzten Reihe, eine intensive Airtime einsetzt. Das nachfolgende Tal wird unbeschreiblich druckvoll durchschritten, doch das abenteuerliche Wechselspiel der Vertikalbeschleunigung ist noch lange nicht vorbei, denn hieran folgt ein Airtimehügel wie er im Buche steht. Mit überaus ausgeprägter Geschwindigkeit schließt sich nun eine Heartlineroll an, welche schöner nicht sein könnte. Gerührt und nicht geschüttelt nimmt man dann noch eine kleine Steigung auf sich, ehe man die erste Bremsstrecke der Fahrt erreicht. Doch ab hier ist Vorsicht angebracht, denn nun bewegt man sich langsam seinem Unheil entgegen. Denn irgendwann greift die Bremse des nächsten Transferelements, man weiß nur nicht wann und im ungünstigsten Zeitpunkt schlägt man sich dann sein Knie an – was lustiger Weise in jeder Reihe schnell passieren kann, also Obacht!

Nachdem das besagte Transferelement seinen Job getan hat werden wir nun rückwärts in die untere Ebene entlassen. Hier baut man dann erstmal etwas Geschwindigkeit auf, ehe die zweite Rolle einsetzt. Sobald man dann das Stationsniveau erreicht hat wird noch Rolle Nr.3 absolviert, ehe man dann die zweite Bremsstrecke und alsbald die Station erreicht.

Obwohl der zweite Part nun etwas ereignislos erscheint, er ist toll. Generell ist diese Achterbahn toll, grandios und irrsinnig zugleich. Dabei ist das Fahrterlebnis in jeder Reihe signifikant unterschiedlich, wobei die letzte Reihe durch ihre irrsinnige Airtime im gnadenlosen Wechselspiel mit den ausgeprägten Kräften in den Tälern schlichtweg am meisten überzeugt; also try it, when you’re here! Eine andere Sache, die ihr jedoch auch unbedingt ausprobieren dürft ist es mindestens 10 Runden auf der Achterbahn zu verbringen. Das macht Spaß und macht Laune; nicht nur bei euch, sondern auch beim japanischen Personal. Wenn ihr es dann nach einer gewissen Zeitspanne Δt geschafft habt, dürft ihr euch über ein Foto freuen, welches dann auf der Website der Achterbahn veröffentlicht wird bzw. auch bei Twitter gebrauch findet. Ebenfalls dürft ihr euch auf einem kleinen Holzstäbchen verewigen, welches dann in der Warteschlange aufgehängt wird. Ihr könnt euch denken, womit wir unsere Zeit im Greenland verbracht haben, denn davon hatten wir ja genug und vor allem definitiv nie genug vom Ultra Twister. Dabei waren wir nicht die Einzigen, jedoch haben wir es nicht bei 10 Runden belassen. Wo denkt ihr denn hin, nein wir haben den Tagesrekord aufgestellt, bis uns irgendwann das Personal nicht mehr fahren lassen wollte, wegen der Fotosession versteht sich. Hach, ein schöner Abend.

Ferris Wheel Rainbow

Nach der überragenden Achterbahn widmen wir uns nur dem alles überragenden Riesenrad. Das Ferris Wheel Rainbow ist nicht nur das totschickste Riesenrad, welches ich je in Persona gesehen habe, sondern auch eine der beeindrucktesten Stahlkonstruktionen, die mir je über den Weg gelaufen ist. Etwas verwundert hat uns jedoch die beiden Warteschlangen, wobei wir uns bei der deutlich kürzeren angestellt haben und schlussendlich die normalen Gondeln erwischt haben.

Nio

Zu Fuße dieses Giganten bzw. noch eine Ebene tiefer, befindet sich eine der ältesten Achterbahnen des Greenland, die man jedoch automatisch als deutlich jünger einschätzt. Die Rede ist hierbei vom SLC Nio, welcher bereits seit 20 Jahren auf einer Freifläche direkt neben der großen Showbühne sein Dasein fristet und das schon beinahe typisch amerikanisch, einfach so auf eine versiegelte Fläche. Die Fahrt bietet dann den altbekannten Fahrablauf mit guten Fahreigenschaften im Roll-Over und dem Sidewinder, jedoch ein wenig Herumgewackel in den beiden In-Line Twists. Summa summarum ein überaus passabler SLC, bei dem man auch öfters einsteigen kann.

Ladybird Coaster

Vorbei am Green Stadium, wo Kamen Raider oder eine andere japanische Kinderserie gerade gespielt wurde, wenden wir uns nun den beiden Achterbahnen zu, die wir zu Beginn noch so wunderbar links liegen gelassen haben. Der kleine Ladybird Coaster überzeugt uns durch seine nach außen gebankten Kurven, der allgemein schönen Powered-Coaster-Fahrt und seinem Personal, welches uns auf die großen Achterbahnen hinwies.

Grampus Jet

Eine dieser ist der Suspended Coaster Grampus Jet, stilecht mit den Original-Arrow-Zügen und somit im direkten Kontrast mit der Achterbahn Dream Catcher aus dem belgischen Freizeitpark Bobbejaanland, bei denen bekanntlich modernere Vekoma-Züge zum Einsatz kommen. Tatsächlich unterscheidet sich der Fahrverlauf durch die größere Masse signifikant.

Dazu gucken wir uns mal eben die Strecke etwas genauer an. Nachdem wir die Station verlassen haben und zum Lifthügel geführt wurden erreichen wir irgendwann die oberste Ebene des Layouts. Hier genießt man dann etwas die Aussicht, ehe man sich zum ersten Mal in die Tiefe stürzt. Mit überraschenden Druck durchquert man nun das erste Tal, woraufhin man sich schwunghaft in eine Rechtskurve begibt. Nach einem Richtungswechsel vollführt man in bester Bayernkurvenmanier eine weite Linkskurve, die sich gegen Ende beständig verengt. Abwechselnd wird nun je eine Abwärtshelix nach rechts, links und wieder nach rechts durchschwungen, dabei nimmt man zwischendurch immer wieder eine kleine Steigung in Kauf. Doch wo, ist denn jetzt der Unterschied zu Dream Catcher? Bis jetzt definitiv in der Intensität der Fahrt, auch sind die Ausschwünge bislang ausgeprägter. Was der belgische Traumfänger jedoch besser kann ist es die Fahrgäste in die Schlussbremse zu entlassen, denn da ist der Grampus Jet doch ein wenig träge. Ohne große Schaukelei erreicht man dann zugleich die Station und die tolle Fahrt geht zu Ende.

Gao

Kommen wir nun zur letzten Achterbahn des Freizeitparks Greenland, dem alldominierenden Dinosaurier Gao. In typischer Jet-Coaster-Manier bedient diese Achterbahn das japanische Publikum in Perfektion und kann zudem die wohl imposanteste Stützkonstruktion aller Achterbahnen weltweit aufweisen: Einen waschechten überdimensionierten Fachwerkdinosaurier. Also worauf noch warten? Ab auf die 4-minütige Abenteuerfahrt.

Nachdem man seinen Bügel, wie bei der Achterbahn The Ultimate aus dem englischen Freizeitpark Lightwater Valley, angeschnallt hat (wobei das nicht die einzige Gemeinsamkeit ist) geht es sogleich beständig, jedoch langsam auf die Ausgangshöhe von 40m. Hier oben vollführt man eine leicht geneigte Wendekurve, wobei man schnell an Geschwindigkeit zunimmt. Etwas zu schnell wohl, denn so wird man auf der anschließenden Gerade gleich von einer Reibradbatterie abgebremst. Macht jedoch nichts, denn die Rampe hinunter ins Tal ist deutlich flacher als der vorherige Lifthügel, wodurch man allerhand Streckenmeter hat um ein atemberaubendes Geschwindigkeitsgefühl aufkommen zu lassen. Im anschließenden Tal wartet dann auch die G-Keule bereits auf uns, die uns mit Schwung auf den Rücken des Dinosauriers befördert. Diesen überqueren wir vorsichtig und beinahe genauso schnell wie die französische Anaconda im Walygator Parc ihre Hügel. Gut, dass wir uns beim Abstieg wieder Schwung zurückholen und auch das nächste Tal nicht minder zögerlich ist. Auf dem nächsten Hügel widmen wir uns einer Linkskurve zu, woraufhin wir in luftiger Höhe einen Großteil dieses Parkbereichs überqueren. Irgendwann stürzen wir uns dann in einer Rechtskurve dem Abgrund entgegen, genießen wieder einmal die von Meisho optimal gestaltete Geschwindigkeitstrajektorie, ehe wir eine weitere Wendekurve in luftiger Höhe rasant beschreiten. Was nun folgt ist in Worte kaum noch zu beschreiben, gleicht aber dem zweiten Teil der wahnsinnigen Achterbahn The Ultimate in erstaunlicher Weise. Davor jedoch versucht uns eine zweite Reibradbatterie ein wenig zu drosseln, was den nächsten Part jedoch nicht unbedingt bändigen kann, stattdessen rasen wir nun Gao entgegen, und verlaufen nach einer kurzen Linkskurve fortan parallel zum ersten Drop. Nach einem kurzen Hügel wagen wir uns sogar äußerst abrupt und knickreich unter das besagte Gefälle. Eine weitere Linkskurve führt uns sogleich parallel zum Lifthügel, worauf kurz darauf eine Reifenbatterie nach der nächsten erreicht wird. In einer weiten Rechtskurve erreicht man dann die finale Bremsstrecke und kurz darauf die Station.

Gao ist super! Obgleich die Strecke eigentlich vorhersehbar bis zum Gehtnichtmehr ist, schafft sie es doch sehr oft zu überraschen. Die Fahreigenschaften sind dabei durchaus in Ordnung, jedoch durch die Bügelkonstruktion etwas rabiater, als man es sich wünschen würde. Macht aber nichts, denn wenn Meisho Achterbahnen in einem punkten, dann ist es die Vermittlung der Fahrtgeschwindigkeit und die ist hier wieder einmal erstaunlich gut gelungen, weswegen man immer wieder gerne einsteigt.

Bilder Greenland

Fazit Greenland

Damit wären wir nun endlich am Résumé des Freizeitparks angekommen, es hat ganz schön gedauert, aber ich hoffe ihr könnt euch nun die Größe dieses Parks bildlich vorstellen. Das Greenland ist nicht unbedingt ein schöner Freizeitpark, aber er ist ein japanischer Freizeitpark wie er im Buche steht und allein deswegen schon toll, grandios und einen Besuch wert. Hier stehen drei Achterbahnen, die absolut positiv herausstechen, mehrere sehr gute Fahrgeschäfte und ein Haufen weiterer sehr guter Coaster. Darüber hinaus ist das zusätzliche Angebot riesengroß, weswegen einem hier so schnell nicht langweilig werden kann, vor allem da es ja noch die Challenge am Togoschen Ultra Twister gibt.

 


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