Das O.D. Hopkins Wunderland

Wonderland Amusement Park

Das ausgerechnet der Wonderland Amusement Park mein erster Freizeitpark in den USA werden würde, hätte ich mir nicht zu träumen vermag. Die wenigsten Freizeitparkenthusiasten dürften ihn kennen, dennoch ist er für die Branche von großer Bedeutung. Der ehemalige Wasserbahnenspezialist O.D. Hopkins konnte hier seine erste Anlage präsentieren und mit dem Texas Tornado steht hier im Park auch noch eine Achterbahn aus gleichem Hause, die viele Jahre sogar zu den besten Achterbahnen der Vereinigten Staaten gehörte. Dementsprechend ist der Park eigentlich ein Must-Do, doch leider befindet sich die Stadt Amarillo abseits der üblichen Routen.

Voller Vorfreude auf die abendliche Öffnung des Freizeitparks verließ ich zum späten Nachmittag den Palo Duro Canyon State Park, nur um dann vor geschlossenen Toren zu stehen. Zum Glück jedoch war ich nicht der einzige vor Ort und nach und nach stoßen immer mehr Personen dazu. Tatsächlich habe ich mich nur ein wenig in den Öffnungszeiten vertan, weswegen ich hier nun eine halbe Stunde warten musste.

Noch bevor die Kassen besetzt werden, fertigt das Personal bereits die Meute am Gate ab, die sich ihre Tickets im Vorfeld besorgt haben. Auch kann man bei Ihnen bereits Tickets kaufen. Ich jedoch wartete ein wenig (da ich auch nicht dicht an dicht in dem (noch) abgesperrten Bereich warten wollte) und kaufte mein Ticket dann bei einer charmanten, wenngleich auch etwas zahnlosen alten Dame.

Der Park selbst besteht im Grunde nur aus einem Midway, an dem rechts und links die Fahrgeschäfte angeordnet sind. An beiden Enden des Weges breitet sich der Park dann ein wenig aus und bildet mit der Ecke rund um den Kettenflieger Fiesta Swing schon beinahe eine Enklave. Der Park ist also ein klassischer Luna Park.

Dementsprechend fällt der Eintritt zum Freizeitpark recht gering aus. Die Fahrgeschäfte kann man nun mit Tickets begleichen oder aber sich ein Wristband zulegen. Hier im Park gibt es jedoch zwei unterschiedliche Varianten, nämlich den WOW Pass und den Coca-Cola Ultimate WOW Pass, welcher Minigolf, den Freifallturm Drop of Fear, die Achterbahn Texas Tornado und eine Fahrt auf dem Darkride Fantastic Journey beinhaltet.

Wie ich später merken würde, ist dieses Wristbandsystem absoluter Käse. Zwar habe ich jetzt in der Recherche zum Bericht gemerkt, dass ich umsonst Minigolf hätte spielen können, andererseits lohnt sich der Aufpreis kaum, wenn man bereits von außen sehen kann, dass eine der Hauptattraktionen an diesem Tag nicht in Betrieb genommen werden würde.

Gute Laune musste also her.

Rainbow

Praktischerweise gibt es da ein Fahrgeschäft, dass diese beinahe auf Knopfdruck bei mir erzeugen kann, nämlich ein HUSS Rainbow. Wie gern denke ich an die Zeit zurück, wo ich als Kind die Wolke im Heide Park gleich zwanzig Mal hintereinander gefahren bin. Doch dann kam der Unfall im Liseberg und zack sind fast alle Anlagen in Europa von der Bildfläche verschwunden. Die Rainbows von Klinkerfuß und dem Serengeti Park blieben uns zwar noch einige Zeit erhalten, doch seit nun vier Jahren gibt es dieses Fahrgeschäft nicht mehr in Deutschland. Zum Glück steht die Version aus dem Serengeti Park mittlerweile im Polnischen Legendia, nachdem dieses nach dem Konkurs des dänischen Freizeitparks Sommerland Syd übernommen wurde.

Hier im Wonderland Amusement Park dreht die Anlage seit dem Jahr 1999 ihre Runden und leider ist bei ihr ganz schön der Lack ab. Die Fahrt selbst ist natürlich grandios, auch wenn die Sitzteiler stören. Das wilde Hin- und Herrutschen, nur gesichert durch einen minimalistischen Bügel bleibt daher aus. Schlimmer noch: Man muss sich auch noch mit Gurten festzerren. An die einstige Leichtigkeit der Fahrt lässt leider nur die freizügige Gondeldeko made in Germany erinnern.

Scrambler

Deutlich besser sieht es derweil bei den amerikanischen Klassikern aus, die echt gut in Schuss waren. Allen voran natürlich der Eli Bridge Scrambler namens Scrambler. Verglichen mit der englischen Variante dieses RCT-Klassikers ist die Fahrt im amerikanischen Original noch eine deutlich größere Schippe uriger. Denn wer braucht schon moderne hydraulische Bügel, wenn das Fahrgeschäft selber stumpf mechanisch ist und alle Bewegungen nur von einem Motor aus gesteuert werden – man kann ja auch einfach nur eine Tür haben, die man mit einem Stift sichert. Klar, die Abfertigung dauert dadurch bedeutsam länger, aber es ist halt noch das Original, so wie es auch schon Oma und Opa gefahren sind und allein das verlangt Tribut. Der Scrambler ist also ein richtig tolles Fahrgeschäft!

Cyclone

Durchaus gerührt zieht es uns nun weiter. Dabei lassen wir die Kinderkarusselle, das Riesenrad Wonder Wheel und den schlichtweg Train genannten C.P. Huntington einfach links liegen und fokussieren uns nun voll auf die Achterbahn Cyclone: eine Wilde Maus.

Doch keine Panik, Cyclone ist keine Maus der 90er Jahre. Die Firma Mack war zum Bauzeitpunkt noch ganz neu im Achterbahnbau und die Maurer AG wusste noch nichts von ihrer BHS Übernahme. Stattdessen kommt diese Stahlmaus von der Firma Miler Manufacturing. Gebaut wurde sie im Jahr 1960. Seit dem Jahr 1968 dreht sie ihre Runden im Wonderland Amusement Park.

Sobald man im Wagen Platz genommen hat geht die Fahrt auch schon los, denn ganz ähnlich den klassischen Holzmäusen wird man hier nicht noch zusätzlich gesichert. Mit ausgestreckten Beinen geht es dann recht zügig den Lift empor. Oben angekommen brettert man sogleich in die erste Kurve, woraufhin sich erst einmal ein paar längere Geraden und weite Kurven zum Eingewöhnen anfügen. Doch ehe man sich versieht geht es auch schon Schlag auf Schlag durch die viel zu engen Haarnadelkurven. Gleich vier Mal wird man dabei in die Seitenwand des Wagens gedrückt. Doch alles halb so schlimm, denn wirklich verschärft wird es erst kurz darauf.

Mit Schwung geht es nun nämlich in eine enge Kurve, die mittendrin auch noch leicht abfällt, woraufhin man in einer Art Double-Down den großen Drop der Anlage hinunter brettert. Mit viel Elan geht es dann in die zweite Ebene der Achterbahn, wo man nach einer sehr lustigen Kurve ein wenig schräg unterwegs ist. Hieran schließt sich dann die aus vielen wilden Mäusen bekannte doppelte Berg- und Talfahrt an, die durch ihre Fahrt über die Wildwasserbahn auch visuell einiges hermacht. Im vorderen Bereich der Anlage überqueren wir nun in einer weiteren zur Seite geneigten Gerade die Station der Anlage, woraufhin uns zwei weitere Schussfahrten über Berg und Tal erwarten. Dabei kommen wir der eben absolvierten Fahrstrecke bedrohlich nahe, was gerade in Verbindung mit der einsetzenden Airtime ein echt genialer Moment ist. Unser Ausflug in die dritte Ebene der Maus ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn nach einer kurzen Linkskurve verabschieden wir uns sogleich in eine Helix, die auch das Ende der Fahrt einläutet. Über eine längere Gerade werden wir nun nach und nach verzögert und erreichen dann auch irgendwann die Ausstiegsposition der Anlage.

Die Wilde Maus Cyclone ist ein astreiner Vertreter einer leider viel zu selten gewordenen Achterbahnart. Die amerikanische Stahlmaus kommt ihren hölzernen Geschwistern erstaunlich nahe und weiß durch ihre vielen Gefälle und seltsamen Kurvenmanöver schlichtweg zu begeistern. Seltsam nur, dass Helices bei Wilden Mäusen erst wieder bei Gerstlauer verbaut wurden…

Big Splash Log Flume

Direkt neben der Stahlmaus befindet sich die Big Splash Log Flume, die ihres Zeichens eine wahre Budgetvariante zu den damals sehr populären Wildwasserbahnen aus dem Hause Arrow ist. Ein Drop, ein paar Kurven und ein doch sehr geringer Footprint war damals der Grundstein für die wohl spritzigste Karriere in der Unterhaltungsindustrie. O.D. Hopkins, die zuvor nur Sessellifte hergestellt und vertrieben hatten durchnässten folglich die Welt.

Die Fahrt auf der Big Splash Log Flume fällt jedoch relativ trocken aus. Nichts desto trotz ist sie definitiv ein Highlight, welches man nicht verpassen sollte.

Fantastic Journey

Ebenfalls keineswegs verpassen darf man die Themenfahrt Fantastic Journey. Der Eigenbau durch den Parkgründer Paul Roads zeichnet sich durch eine Vielzahl großartiger Gestaltungselemente und Ideen aus, die teilweise von befreundeten Parkbetreibern aus ihren Geisterbahnen übernommen wurden. Man merkt der Anlage das Herzblut des Parkbesitzers wahrlich an. Seien es nun die zahlreichen Schwarzlichtszenen, der Strobo-Alufolienraum mit Alien oder der kollidierende Bus zum Ende der Fahrt, die Bahn weiß wirklich zu überzeugen.  Blöd nur, dass man sie nur einmal fahren darf und das auch nur mit dem teureren Wristband (wohl eine Vorsichtsmaßnahme gegen Vandalismus zu den Zeiten, als Paul Roads das Fahrgeschäft eröffnete).

Mouse Trap

Die große Pinfari Achterbahn Mouse Trap steht ebenfalls bereits seit einiger Zeit im Wonderland Amusement Park und macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Die Fahrt auf dem großen Zyclone mit einer Frontlänge von 64m besticht durch die Vielzahl an Abfahrten und Helices, wobei der sehr hoch gelegene und recht langsame Mittelpart der Fahrt, wie auch das sehr hochgeständerte Ende dieser, ein wenig untypisch daherkommen. Insgesamt jedoch macht die Fahrt in den dreigliedrigen Zügen sehr viel Spaß.

Tilt-a-Whirl

Direkt nebenan kann man einen wahren amerikanischen Klassiker fahren, ein Tilt-a-Whirl. Die US-Variante der Walzerbahn zeichnet sich durch ihre drehfreudigen Sitzmuscheln und ausgeprägten Täler aus, die die Wagen ordentlich in Schwung bringen und damit den Fahrgästen ein großes Lächeln auf die Wangen prägen.

Rattlesnake River Raft Ride

Gegenüber der Achterbahn Mouse Trap befindet sich der Zugang zum Rattlesnake River Raft Ride, eine Raftinganlage von O.D. Hopkins. Wie auch bei der Wildwasserbahn handelt es sich hierbei um den Prototyp des Herstellers. Zu meiner eigenen Überraschung ging die Fahrt sobald ich im Rundboot Platz genommen habe auch schon los, Gurte und andere Sicherheitsvorkehrungen gibt es hier nicht. Dabei bietet die Fahrt durch den Kanal einige Stromschnellen und nass machende Elemente. Die Fahrt durch den Wasserfall muss man jedoch nicht befürchten, hier im Wonderland Park gibt es nur einen Rasensprinkler. Insgesamt also eine überaus urige und interessante Anlage.

Pipeline Plunge und Thunder Jet Racers

Ebenso interessant ist die amerikanische Version der hierzulande sehr beliebten Schlauchbootrutsche. Der Water Coaster (lustigerweise ein Trademark von WhiteWater) Pipeline Plunge bietet eine sehr erfrischende (da sehr nass machende) Fahrt durch zahlreiche Kurven und Umschwünge. Darüber hinaus brettert man auch noch über einige Jumps hinunter. Unbedingt ausprobieren! Wenn man darüber hinaus ein Fan von Wasserfahrten von O.D. Hopkins ist, führt auch an dieser Anlage kein Weg vorbei.

Eine Anlage, die ich gerne ausprobiert hätte ist die beinahe schon unscheinbare Schlauchbootrennanlage Thunder Jet Racers (ebenfalls von O.D. Hopkins), bei der man auf zwei Spuren nebeneinander ein Rennen über eine bodennahe Gerade führt. Der Clou bei der Sache ist, dass die Schlauchboote über einen starken Wasserstrom beschleunigt werden. Blöd nur, dass nur jüngere Parkgäste ein Rennen führen dürfen.

Fiesta Swing und Drop of Fear

Hinter den Thunder Jet Racers befindet sich ein kleiner Parkbereich in dem sich der Chance Kettenflieger Fiesta Swing, eine kleine Baloonfahrt und einer der Zugänge zum Freifallturm Drop of Fear befinden. Das ehemalige Reiseexemplar von Moser Rides bietet interessanterweise vier Fahrspuren und eine Gesamthöhe von 61m. Leider war keine der Fahrspuren in Betrieb, auch sah es nicht danach aus, dass dieses sich in naher Zukunft ändern würde. Das ist insoweit doof, da der Drop of Fear eines der wenigen Fahrgeschäfte ist, welches das normale Wristband nicht abdeckt. Immerhin besteht jedoch noch Hoffnung, denn die hochmoderne Lichtanlage am Turm ist erst neueren Datums. Lustigerweise kann man über den Turm etwaige Grüße schalten lassen, die dann drei Tage lang angezeigt werden.

Pirat, Himalaya und der Texas Intimidator

Freunde guter Fahrgeschäfte werden in der hinteren Parkecke überaus gut bedient. Sei es nun auf dem HUSS Pirat, dem Reverchon Himalaya samt Rekommandeur oder dem Moser Flipping Action Arm Texas Intimidator: Hier kommt jeder auf seine Kosten. Gerade der Texas Intimidator har es echt in sich und bietet eine wunderschöne, wenngleich auch etwas zu lange, Überschlagsfahrt auf minimalistischer Grundfläche.

Hornet

Auf einer ebenfalls recht geringen Grundfläche dreht die Achterbahn Hornet ihre Runden. Diese Vekoma-Achterbahn vom Typ MK-700 kann auf eine recht stolze Vergangenheit zurückschauen, denn sie war die erste ihrer Art. Im Jahr 1988 erblickte sie auf Boblo Island bei Detroit das Licht der Welt; wobei dieses durch eine Halle ganz schön verdeckt wurde. Nach der Schließung des Freizeitparks ging es dann in den Freizeitpark Six Flags Astro World bei Houston, wo die Anlage als Mayan Mindbender ihre Runden für insgesamt 10 Jahre drehte. Nachdem auch dieser Freizeitpark geschlossen werden musste, fand die Anlage ihr neues Zuhause im Wonderland Amusement Park, wo sie jedoch nicht wieder in eine Halle verbannt wurde.

Das steht ihr auch eigentlich ganz gut, denn das Layout gleicht dem eines Zierer Flitzers und diese waren und sind bekanntlich eher draußen vorzufinden. Die Unterschiede im Layout sind tatsächlich eher geringfügig; die Vekoma Variante hat jedoch einen ausgeprägteren Drang zu Berg- und Talfahrten, was sich gerade im Mittelteil der Fahrt zeigt, wo der Flitzer einfach nur durch die Kurven flitzt. So zieht es uns nach der Liftfahrt erst einmal in eine sich stets verjüngende Bayernkurve, die irgendwann in die große Schussfahrt der Anlage übergeht. Mit ordentlich Schwung sausen wir dann an der Station vorbei, ehe wir mit teilweise sehr starker Querneigung uns unseren Weg durch den hinteren Teil der Anlage bahnen. Kurz darauf vollziehen wir den ersten Kurvenwechsel und rasen ein weiteres Mal dem Boden entgegen. Hieran wechseln wir wieder schnell die Richtung, woraufhin auch schon die Bremsstrecke immer näherkommt.

Die Achterbahn Hornet ist eine tolle Familienachterbahn, die jedoch im Vergleich zu den deutlich älteren Flitzern ein wenig schwächer daherkommt, denn leider ist die Vekoma Anlage durch ihren langen Zug und den berg- und talführenden Kurven ein wenig träge unterwegs. Freunde leichter lateraler Hangtime kommen jedoch definitiv auf ihre Kosten und die eigentliche Zielgruppe hat auch definitiv ihren Spaß an der Anlage.

Spin-o-Saurus

Wahrscheinlich ist das auch bei der kleinen SBF Visa Achterbahn der Fall, die derzeit hinter der Anlage aufgebaut wurde. Der Compact Spinning Coaster Spin-o-Saurus wurde aus einem Park in Florida übernommen. Leider konnte ich diese Anlage – wie auch das HUSS Airboat, welches in Teilen direkt daneben herumlag – nicht für euch testen.

Shoot the Chute

Als Fan der Wasserfahren von O.D. Hopkins – wer hätte es geahnt – musste eine Fahrt auf dem Shoot the Chute einfach sein. Die nassmachenden Bötchen gehören einfach zu meinen Lieblingsfahrgeschäften. Also hinein in das nasse Vergnügen um die in Japan erlernte Push-Methode ein weiteres Mal anzuwenden.

Da ich der einzige Fahrgast war konnte es nach freier Platzwahl auch sofort losgehen. Mit einer Gesamthöhe von nur 12m gehört die Bahn zu den doch eher kleineren Vertretern ihrer Art. Das heißt jedoch nicht, dass diese nicht auch genauso nass ist. Auch ist die erzeugte Welle genauso umwerfend. Schlichtweg, eine tolle Bahn!

Da die Anlage im Zwei-Boot-Betrieb lief, musste natürlich erst einmal das zweite Boot losgeschickt werden, damit ich aussteigen durfte. Als ich mich vom Operator verabschiedet habe, machte ich mich ganz gemütlich auf dem Weg in Richtung Brücke um dort dann ein Bild vom Bötchen zu schießen und mich schnell aus dem Staub zu machen. So weit so gut, doch das Wonderland ist einfach nur fies und stellt einem eine Zickzack-Absperrung in den Weg. Kurzum: Ich wurde geduscht.

Ich frage mich, warum noch kein anderer Freizeitpark auf die Idee kam. So wie die Brücke gebaut wurde, kommt ja fast jeder der ehemaligen Fahrgäste zu seinem Glück. Platschnass, ohne ein Foto der Welle und absolut glücklich zog es mich dann bis zum Parkschluss durch den Park, ehe ich mich im Auto rasch umzog – anders wären die gut 3 Stunden bis Wichita Falls auch kaum möglich gewesen (eine Übernachtung in Amarillo ist also ratsam). Hach, Hopkins.

Texas Tornado

Das größte Highlight im Park ist jedoch die Doppellooping Achterbahn Texas Tornado, die mit ihren etwas anders konstruierten Inversionen absolut begeistern kann. Wie so oft in diesem Freizeitpark kommt auch diese Achterbahn von O.D. Hopkins. Damit ist sie eine von insgesamt sieben jemals gebauten Achterbahnen des Herstellers. Natürlich steht im Wonderland Amusement Park der Prototyp. Der Zug kommt jedoch von PTC, welche normalerweise nur noch Züge für Holzachterbahnen bauen – was sollte also auch schiefgehen?

In der Testphase, bei der man noch die Original Hopkins-Züge verwendete, ist tatsächlich einiges schiefgegangen. Erst schaffte der Zug das Double-Up Element nach dem ersten Looping nicht, woraufhin die Ausfahrt dessen einige Meter in die Höhe versetzt wurde und dann war auch noch der zweite Looping ein Problem, woraufhin dieser massiv verkleinert wurde. Das eigentliche Scheinbild der zwei aufeinander folgenden Loopings wollte man jedoch beibehalten, weswegen beide Loopings nun so aussehen, wie sie heutzutage aussehen: nämlich ganz schön abgefahren.

Bevor wir jetzt zur Fahrt übergehen folgt noch ein kurzer Hinweis für alle, die irgendwann mal eine Fahrt wagen möchten: Dicke Menschen werden hier nicht reinpassen. Ich selbst hatte das Vergnügen meinen Gurt durch eine Gurterweiterung zu verlängern und das obwohl ich sonst nie mit den üblichen Gurten in Achterbahnen Probleme hatte. Auch gewinnt man mit der Gurtverlängerung nur wenige Centimeter hinzu. Bei der zweiten Fahrt habe ich es dann doch geschafft, die Schnalle ohne die Verlängerung zu schließen – den ersten Versuch habe ich aber irgendwann aufgegeben und das obwohl ich schon den Sitz getauscht hatte.

Hinzu kommt ein weiteres ziemlich großes Problem, denn die erste Fahrt muss auf jeder Achterbahn im Wonderland Amusement Park vollbesetzt geschehen. Da nicht jeder im Park das teurere Wristband hat, kann man hier manchmal sehr lange auf seine Fahrt warten. Sämtliche Animierungsversuche laufen oftmals ins Leere hinaus, weswegen sich der Besuch auch wirklich nur an einem Tag rechnet, an dem im Wonderland Amusement Park auch etwas mehr los ist.

Sollte jedoch eine Fahrt zustande kommen, dann beginnt diese sogleich mit einer Linkskurve aus der Station heraus. Der Kettenlift bringt einem dann auf eine Höhe von 24m, woraufhin wir uns auch schon alsbald zu Boden stürzen. Mit voller Geschwindigkeit geht es dann über eine lange Gerade, in der ein kleiner Knick verbaut wurde. Kurz danach sehen wir die Welt zum ersten Mal kopfüber und setzen uns im gleichen Moment sehr hohen G-Kräften aus. Mit voller Wucht zieht es uns also in den Looping, über den Scheitelpunkt und in die erhöhte Ausfahrt dessen – ein herrlicher Spaß. In einem Double-Up Element gewinnt man nun etwas an Höhe, wobei leider keine Airtime geboten wird. Eher muss man Angst haben die nächste Kuppe noch zu schaffen. Doch dann stürzt der Zug ein weiteres Mal zu Boden. In einer Steilkurve unterqueren wir die Wasserbahn Shoot the Chutes und erleben wieder einmal sehr hohe Druckkräfte. Nach einem Hügel folgt dann auch schon der zweite Looping und damit eine weitere Bekanntschaft mit der G-Keule. Kurz darauf tauchen wir in einen Tunnel ab. Hier fahren wir mit Vollspeed über einen weiteren Kurvenknick, ehe wir uns wieder ans Tageslicht begeben und die Rafting-Anlage Rattlesnake River Raft Ride in einer längeren Geraden überqueren. Kurz darauf endet die Fahrt auch schon wieder in der Station.

Der Texas Tornado ist eine Bombenachterbahn, die man definitiv erlebt haben sollte. Die Bahn fährt sich toll, hat Druck ohne Ende und sieht darüber hinaus in ihrer weiß-rot-blauen Farbgebung einfach nur schick aus. Kein Wunder also, dass die Achterbahn im Jahr 1985 zu den besten ihrer Art gezählt hat und auch heute noch einige Fans hat. Der Doppellooping war damals in aller Munde und Hopkins hat eine astreine Anlage geplant, die auch heute noch hervorsticht.

Bilder Wonderland Amusement Park

Fazit Wonderland Amusement Park

Der Wonderland Amusement Park ist ein guter regionaler Freizeitpark in Familienbesitz mit dem Charme eines alten Luna Parks. Auch wenn über die Jahre nicht vieles hinzugekommen ist, so bietet der Park eine Vielzahl richtig guter Fahrgeschäfte. Die enge Freundschaft mit dem Wasserbahnspezialisten O.D. Hopkins führte zu einer sehr großen Ansammlung von Wasserfahrten, die allesamt überzeugen können. Auch ist der eine oder anderen Prototyp vertreten, was den Park noch besonderer macht. Für mich war der Park schon seit langer Zeit auf meiner Liste und ich bin froh ihn besucht haben zu können.


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Ein widderlicher Achterbahnspaß

Festyland

Der letzte Tag meiner Achterbahnreise durch Frankreich sollte mit einem Knaller beginnen. Die Achterbahn 1066 – nicht zu verwechseln mit dem erfrischend charmanten Lager Kronenbourg 1664 – hat es mir vor langer Zeit angetan, als ich die ersten Bilder ganz zufällig auf der Achterbahndatenbank Rcdb gesehen habe. Es war also klar, hier müsste ich irgendwann mal hin. Die eine oder andere Neuheit kam in der Zwischenzeit im Festyland dazu, doch über den 1989 gegründeten Freizeitpark wusste ich bis zum Besuch nicht sonderlich viel.

Am Stadtrand des Örtchens Carpiquet bei Caen befindet sich die Zufahrt zum Festyland. Sein Auto stellt man auf dem Parkplatz direkt neben der Nationalstraße 814 ab; der Park selbst befindet sich auf der anderen Seite dieser und ist über einen breiten Tunnel zu erreichen, der jedoch in simpler Wellblechoptik statt der Gardalandischen Diskothek daherkommt. Der Eingangsbereich selbst ist einladend und versetzt einen sogleich in die Zeit der Belle Époque. Nach einem angenehmen Chat mit dem Kassenpersonal und mit der bis dato noch neuesten Ausgabe des Festy Telegraphs – dem recht aufwändigen Parkführer des Freizeitparks – ausgerüstet konnte es auch sogleich auf Erkundungstour gehen.

Nationale 13 und La Tour d’Esnambuc

Vorbei an zahlreichen Kinderfahrgeschäften – darunter auch die Oldtimerfahrt Nationale 13, die zwar nicht den Namen des Périphérique um Caen trägt, dafür den der darin mündenden Straße –, sowie der Cafeteria des Parks geht es sogleich in Richtung der größeren Fahrgeschäfte des Freizeitparks. Den Anfang macht dann der kleine Familienfreifallturm La Tour d’Esnambuc aus dem Hause Zamperla. Die Fahrt auf dem Sky Tower bietet eine tolle Aussicht und zahlreiche mundwinkelverändernde Hopser, welche vor allem jüngere Parkgäste zum Dauerfahren anstiften dürften.

Drakkar Express

Mich selbst zieht es dann doch lieber in die Hände einer Soquet-Achterbahn. Gut, dass uns bereits seit längerer Zeit der Drakkar Express anlächelt. Der Eingang der Anlage befindet sich jedoch im überaus aufwändig gestalteten Wikingerthemenbereich; Heimat des Parkmaskottchens und Aushängeschild des Freizeitparks. Hierfür biegen wir vom Hauptweg an der Pferdereitbahn Chevauchée de Guillaume nach links ab.

Die Fahrt auf der dienstältesten Achterbahn des Festyland beginnt mit einer Linkskurve, woraufhin nach einer kurzen Gerade der Lifthügel erreicht wird. Der Steigung des Geländes folgend geht es sogleich nach oben. Hier genießen wir ein wenig die Aussicht auf die umliegende Umgebung, ehe wir uns ins Tal stürzen. Mit Schwung geht es nun durch eine parallel zum Hauptweg befindliche Senke, die mit einem kleinen Wasserfall und einem Teich wunderbar in Szene gesetzt wurde. Weiterhin der Linkskurve folgend erklimmen wir einen Hügel und stürzen uns ein weiteres Mal rasant gen Boden. Im Close Call mit der linksseitigen Vegetation geht es nun durch eine weitere Senke, in der wir auch das erste Mal die Richtung wechseln. In einer ans Gelände angepassten 270° Helix legen wir etwas an Höhe zu, woraufhin wir die eben absolvierten Strecke überqueren und uns sogleich in einer Linkskurve gen Boden werfen. Nun rasen wir über einen kleinen Hügel an der Rückseite der Station, an dem sich dann die finale Helix in seichter Bayernkurvenmanier anschließt. Nach einem kurzen Anstieg ist die Station dann auch wieder erreicht und der Zug wird gebremst. Eine zweite Runde schließt sich an.

Der Drakkar Express ist eine überaus nette Kinderachterbahn französischer Bauart, die im Vergleich zu anderen Anlagen des Herstellers jedoch ein wenig zahmer daherkommt. Die Fahrt ist super und kann durch ihre Anpassung an das vorhandene Terrain überzeugen. Blöderweise führt einem der Ausgang der Anlage zurück auf den Hauptweg des Festyland, wodurch man für mögliche Wiederholungsfahrten immer einmal um die finale Helix der Anlage herumlaufen muss.

Miolnyr

Die nächste Attraktion auf unserem Rundlauf ist der Air Race Miolnyr. Das Überschlagsfahrgeschäft aus 30t Stahl bietet eine aufregende, leicht monotone und absolut schwindelerregende Fahrt mit Überschlägen in Dauerschleife. Ein tolles Geschäft, wofür sich die Investition von einer Million Euro absolut gelohnt hat.

Niorty und Troll Rock

Nebenan besticht der Kinderbereich des Festyland in seiner vollen Pracht. Neben einem kleinen Teetassenkarussell und einem Jump Around in Froschoptik überzeugt dieser Bereich vor allem durch sein überdachtes Bällebad und den beiden Neuheiten für diese Saison. Mit dem Rockin’Tug Niorty und der Kindereisenbahn Troll Roll hat man eine echt schöne Fahrgeschäftssymbiose geschaffen, die man so nur selten in Freizeitparks antreffen kann. Ein echt schöner Bereich, der den Kleinen sicherlich sehr zusagen dürfte.

Pirat’Ak, Cap’tain Roc und Le Grand Tournoi

Uns zieht es derweil wieder zurück zum Hauptweg, woraufhin wir uns weiter den Hügel hinab begeben. Hier stehen mit der Schlauchbootrutsche Pirat’Ak und der Schiffschaukel Cap’tain Roc zwei Klassiker, die in keinem französischen Freizeitpark fehlen dürfen. Etwas wilder hingegen geht es auf der Disk’O Le Grand Tournoi zu. Druckreich und überaus rasant geht es mit der Scheibe über die U-förmige Strecke.

Eretic

Eine Ebene weiter oben treffen wir auf weitere Fahrgeschäfte aus italienischer Produktion. Neben dem Kettenflieger Tourny und der Berg- und Talbahn Valhalla zieht hier vor allem die Drehschaukel Eretic alle Blicke auf sich. Typisch Zamperla bietet diese eine schwungreiche Fahrt mit allerlei Airtimemomenten. Leider dreht sich die Anlage vom Typ Discovery hier nur monoton in eine Richtung, wodurch die Fahrt wenig abwechslungsreich daherkommt; dabei sind wir hier doch gar nicht auf einer HUSS Großschaukel. Schade!

Kaskade

Für den richtigen Dreh müssen wir also eine andere Anlage aufsuchen. Zum Glück steht im Festyland ein Hydro Lift von Zamperla. Kenner dieser Anlagen wissen was sie hier erwartet – alle anderen werden von der wilden Rutschpartie dieser Raftinganlage absolut überrascht werden: Es gibt schlichtweg keine vergleichbaren Anlagen, die den Dreh so gut raushaben.

Dabei beginnt die Fahrt auf Kaskade noch vergleichsweise harmlos. Nach einer kurzen Rechtskurve erwartet einem sogleich der Vertikallift der Anlage, der einen flink nach oben befördert. Dort angekommen kippt der Aufzugskorb nach vorne und wir rollen sogleich auf die Wasserrutsche. Mit Schwung werden wir nun in die erste Helix geworfen, woraufhin wir uns anfangen beständig im Kreis zu drehen. Nach einem wilden S-Kurven-Manöver am Turm entlang drehen wir uns so abartig schnell im Kreis herum, wodurch die nachfolgende Wasserung einem Spiel Russisch Roulette gleicht: Man weiß im Vorhinein nie, wen es erwischen könnte. Ein Spaß für die ganze Familie! Nun folgt der ruhigere Teil der Fahrt, auf dem uns zahlreiche Elemente einer klassischen Raftinganlage erwarten. Im Gegensatz zum Prototypen aus dem italienischen Leolandia ist die Rückführung zur Station ein wenig kompakter ausgelegt. So durchquert man einen von Haarnadelkurven und mehreren zickzackförmigen Geraden bespickten Kurs, ehe man dann in der Station wieder aussteigen darf; sofern man das denn überhaupt möchte. Wiederholungsfahrten sind nämlich garantiert.

1066

Kommen wir nun zur Achterbahn 1066. Der Kurzzugsoquet mit dem Widderkopf ist nämlich eine wahrlich bemerkenswerte Anlage. Direkt am Hang gebaut nutzt diese diesen für ihren wilden Ritt absolut gekonnt aus. Darüber hinaus sieht die Anlage durch ihre halbseitige Mittelalterkulisse am Lift der Anlage schlichtweg großartig aus.

Die Fahrt beginnt mit einer in einen Tunnel führenden Rechtskurve. Hieran fügt sich sogleich der Lift der Anlage an, der uns zügig hinaufbefördert. Oben angekommen stürzen wir uns sogleich die 17m hohe Abfahrt hinunter. In stetiger Hanglage rasen wir nun in einer weiten Rechtskurve durch das Tal. Mit Schwung erklimmen wir dann einen Hügel, worauf uns eine lange Abwärtshelix erwartet. Mit voller Wucht geht es durch das anschließende Tal, ehe wir einen weiteren Hügel emporschießen. Mit leichter Airtime setzen wir zur nächsten Schussfahrt an. In einer Steilkurve setzten wir zum letzten Manöver der Fahrt an und preschen dabei durch die tiefste Stelle der Fahrt. Mit viel Elan erklimmen wir dann den Hang hinauf zum Plateau, woraufhin uns auch bereits die Bremsstrecke der Anlage erwartet. Kurz darauf erreichen wir dann die Ausstiegsposition der Anlage.

1066 ist zwar eine überaus kurze Achterbahn, dafür aber eine mit einer ganz und gar grandiosen Fahrt. Die Strecke wird druckvoll und mit vollem Elan durchquert. Die Fahreigenschaften sind hervorragend. Hier wäre ich gerne noch öfters eingestiegen. Irgendwann ging die Anlage jedoch leider in die Mittagspause und ich hatte noch ein weiteres Ziel auf meiner Liste.

Bilder Festyland

Fazit Festyland

Das Festyland ist ein überaus schöner und stimmiger Freizeitpark, der durch seine vielen Fahrgeschäfte aus italienischer Produktion ein wenig einem Zamperla Wunderland gleicht; doch das ist bekanntlich keine schlechte Wahl. Gepaart mit einigen Fahrgeschäften aus dem Hause Soquet ergibt sich ein hervorragender Familienfreizeitpark, der einen gekonnt mehrere Stunden unterhalten kann.


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Mit der Formule 1 auf die schiefe Bahn

Parc Saint Paul

Der Ursprung des Freizeitparks Parc Saint Paul liegt im Jahr 1978 als am Rande des Örtchens Saint-Paul ein kleines Ausflugsziel mit Ponyreiten, Bootsverleih und einem Lokal entstand. Fünf Jahre später kaufte der Schausteller André Campion das Gelände. Dieser stellte gut zwanzig Fahrgeschäfte in den Park und taufte diesen unter seinem heute bekannten Namen. Im Jahr 1999 übernahm der Sohn Gilles Campion das Geschäft. Dieser baute den Park dann zum Freizeitpark aus. Wo man vorher den Park frei betreten und für einzelne Attraktionen zahlen musste, galt fortan ein einheitlicher Eintrittspreis. Bereits im nächsten Jahr folgte mit dem Wild Train die erste Achterbahn des Parks. Seither zeichnet sich der Freizeitpark durch eine interessante Auswahl an Fahrgeschäften aus ohne dabei seine Hauptzielgruppe – Familien mit kleineren Kindern – außer Acht zu lassen.

Bereits auf dem Weg zum Eingang fallen uns eine Vielzahl an Kinderkarussells und familienfreundliche Fahrgeschäfte auf. Meist kommen diese von der SBF Visa Group und sind neueren Baujahrs. Doch die eigentliche Attraktion in diesem Bereich ist das Personal, welches nicht nur den Einlass kontrolliert, sondern auch für Fotos zur Verfügung steht. Wo ich anfangs noch dachte das Personal sei hier auf Stelzen unterwegs, so war ich doch sehr überrascht tatsächlich auf 2m20 große Personen zu stoßen. Darunter befindet sich auch der mit 2m46 zweitgrößte Mensch der Welt Monsieur Brahim Takioullah.

Aérotrain

Die erste Achterbahn auf unserem Rundlauf ist der Aérotrain. Diese Achterbahn aus dem Hause Vekoma stand zuvor in einem Einkaufzentrum in Portugal, wo sie als Montanha Russa bis ins Jahr 2013 betrieben wurde. Dank ihrer Lage und dem daraus resultierenden Verlauf oberhalb der Besucher ist die Bahn recht weit hochgeständert. Glück im Unglück suchte Gilles Campion eine Art Monorail für den Parc Saint Paul, damit dieser auch von oben betrachtet werden kann, als Cedeal Rides ihn diese Gebrauchtanlage als Vorschlag vorlegten.

Die Fahrt auf dem Aérotrain beginnt mit einer kurzen Linkskurve, an der sich der Reibradlift der Anlage anfügt. Auf einer Höhe von 11m angelangt geht es sogleich hinab. Das kurze Gefälle geht sogleich in eine Linkskurve über an der sich eine nach rechtsdrehende Helix anschließt. Über eine sehr lange Linkskurve nehmen wir langsam wieder etwas an Höhe zu, ehe wir diese in einer weiteren Helix auch schon wieder abbauen. Nach einer längeren Geraden folgt nur noch eine kurze Linkskurve bevor dann die Station auch schon wieder erreicht wird. Es folgt eine weitere Runde, ehe die Fahrt dann endet.

Auch wenn der Aérotrain nicht so schnell ist, wie der namensgebende Luftkissenzug, so ist die Fahrt ein durchaus kurzweiliges Vergnügen. Die Fahrt fällt generell seichter aus als die meisten Rollerskater und ist dadurch eine ideale Einstiegsachterbahn für die kleinsten Parkgäste.

Arche de Noé

Etwas spannender geht es derweil bei der Arche de Noé statt, einer Schiffschaukel des Herstellers Metallbau Emmeln. Diese wurde entsprechend der Thematik gestaltet, weswegen man zahlreiche Tierplastiken an der Anlage und um sie herum entdecken kann. Auch die Fahrt kann mit ihren kleineren Airtimemomenten durchaus überzeugen.

Aqua Splash

Ebenso überzeugend zeigt sich die Schlauchbootrutsche Aqua Splash desselben Herstellers direkt nebenan. Wir folgen derweil dem Weg am großen See entlang, wo sich einige Tretboote und der Mississippi-Dampfer des Parks tummeln. Vorbei an zahlreichen Spielplätzen und einer Trampolinhalle erreichen wir dann die zweite Achterbahn auf unserem Rundlauf.

Mini-Mouse Cartoon

Die Mini-Mouse Cartoon ist eine sehr familienfreundliche Achterbahn, bei der ein Zug durch eine Reihe von Haarnadelkurven geschoben wird. Auf den verbindenden Geraden gibt es zudem kleinere Hügel, ähnlich denen eines Wacky Worms, die die Fahrt ein wenig auflockern. Die Fahrt selbst ist jedoch sehr gemächlich. Je nach Andrang fährt man mehrere Runden durch das Layout.

Téléphérique

Direkt nebenan steht mit der Téléphérique eine scheinbar harmlose schienengeführte Seilbahn. Doch der Schein trügt, denn sollte man auf die Idee gekommen sein die Fahrt mit einem Rucksack auf den Rücken zu fahren, so nehmen die Fliehkräfte überhand und man muss sich ganz schön festhalten, um nicht herunter zu fallen. Ein sehr interessantes Spielgerät und ein noch interessanterer Grauzonencount.

Maison Foldingue

Nachdem ich bereits im japanischen Freizeitpark Yomiuriland und im italienischen Mirabilandia das von Preston & Barbieri erbaute Crazy House auf Grund fehlender Sprachkenntnisse nicht gefahren bin, konnte ich dieses bizarre Fahrgeschäft nun endlich mal testen. Die Witze und Spezialeffekte des Maison Foldingue sind jedoch nicht sonderlich erwähnenswert, genauso wie der Fahrtablauf der Anlage. Eine bizarre Idee, die bei Kindern sicherlich gut ankommt.

Souris Verte

Genauso wie das Kinderlied der Souris Verte. Im Parc Saint Paul jedoch verkörpert die grüne Maus eine Drehgondelachterbahn des Herstellers Zamperla. Die Fahrt durch das bekannte Layout verläuft leider ohne größere Drehung der Gondel.

Tour Descente Extrême

Da bei der Achterbahn Wild Train der Zug fehlte, konnte ich diese Achterbahn leider nicht testen. Nebenan jedoch steht mit dem Tour Descente Extrême ein weiteres Produkt der ehemaligen russischen Firma Pax, welches nur so darauf wartete endlich getestet zu werden. Der 40m hohe Freifallturm bietet eine sehr skurrile Fahrt, denn ehe man zum Fall kommt wird man erst einmal ewig durch die Magnetbremse gezogen, die in etwa die Hälfte des Turms in Anspruch nimmt.  Durch diesen Umstand ist auch die Bremsung überaus rabiat. Ça me plait beaucoup! So einen Fall habe ich von Pax bei bestem Willen nicht erwartet, der ist grandios. Die Fahrt selbst nimmt jedoch ihre Zeit in Anspruch; es ist also kein Wunder, dass man nicht so viele Anlagen von Pax vorfinden kann.

La Pomme

Deutlich häufiger hingegen findet man Achterbahnen vom Typ Big Apple, in Frankreich auch gerne La Pomme genannt. Der hiesige kommt von der türkischen Firma DAL Amusement Rides Company. Besonders an der Anlage ist ihre stark präsente und überaus einladende Deko, die die Fahrt merklich aufwertet.

Vorbei am Riesenrad Grande Roue und den P’tits Lapins zieht es uns nun in den hinteren Bereich des Parks. In einem Anwesen und dessen Vorhof finden wir zahlreiche Laufgeschäfte, die Hauptgastronomie des Parc Saint Paul, sowie den Platz des Wellenfliegers Chaises Aériennes vor, der zum Zeitpunkt des Besuchs jedoch noch nicht aufgebaut war.

Château Hanté, Parcours 3D, Miroirs Magiques und Toi aussi deviens un Géant

Von den vier Laufgeschäften überzeugt vor allem das Château Hanté, welches durch eine riesige Ansammlung an Animatroniks und absoluter Dunkelheit beängstigender wirkt, als so manche Geisterbahn hierzulande. Der Parcours 3D hingegen ist zu kurz, um ihn wirklich wahrzunehmen. Das Spiegelkabinett Miroirs Magiques und das schiefe Haus Toi aussi deviens un Géant runden das Angebot ab.

Dino Splash

Direkt nebenan befindet sich die aufwändig gestaltete Wildwasserbahn Dino Splash des Herstellers Interlink. Bereits die Warteschlange der Anlage ist überraschend ansprechend gestaltet und lässt auf eine aufregende Fahrt hoffen.

Die Fahrt beginnt recht zügig mit der Erklimmung des ersten Lifthügels. Oben angekommen durchrollen wir eine enge Linkskurve, ehe dann bereits die erste Schussfahrt wartet. Über einen markanten Doppeldrop geht es dann überaus rasant und mit seichter Airtime hinab. Gut durchnässt rasen wir durch die Auslaufstrecke, ehe wir in der anschließenden Rechtskurve ein wenig gebremst werden. Über eine Gerade mit etwas Wildwasser und einem Wasserfall zur linken Seite zieht es uns nun in Richtung des zweiten Lifts. Dieser bringt uns auf 11m Höhe, woraufhin sich eine Rechtskurve anschließt. Kurz darauf geht es die zweite Schussfahrt mit ihrem signifikanten Dinosaurierrückgrad hinunter. Hier erwartet uns dann eine ordentliche Dusche, woraufhin wir den Rest der Fahrt komplett durchnässt verbringen. Nach einer längeren Geraden an der Front vorbei erreichen wir dann auch wieder die Station der Anlage und steigen glücklich und zufrieden aus dieser wirklich tollen Wildwasserbahn.

Safari Trip

Während in der Halle der Teen’s Party Holz für die Achterbahn Wood Express gelagert wurde, tummelten sich die Parkgäste auf Autoskooter, einer Teppichrutsche und dem Musik Express Safari Trip. Letzterer bietet durch seine Vor- und Rückwärtsfahrt eine echt schöne Fahrt. Unschön hingegen ist, dass auf der Teppichrutsche scheinbar Narrenfreiheit herrscht; hier zeigte sich das Parkpublikum von seiner unschönsten Seite. Generell fiel mir dieses im gesamten Tagesverlauf eher negativ auf, da sich vor allem eine marokkanische Familie und Geburtstagsgruppe wirklich danebenbenahm und ständig vom Parkpersonal – welches wirklich vorbildlich handelte – zurückgewiesen werden musste.

Generell ist das Personal im Parc Saint Paul verdammt freundlich. Als ich zum Beispiel im Lift der Achterbahn Formule 1 steckenblieb, da die Anlage unerwartet einen Notaus hatte, informierte man mich über jeden Schritt, bis dann die Anlage wieder lief. Auch nach der Fahrt entschuldigte man sich bei mir für die Unannehmlichkeit und brachte mir noch schnell meinen Rucksack, da ich den Wagen in diesem Fall im eigentlichen Ausstiegsbereich und nicht erst in der Station verlassen musste.

Formule 1

Die Fahrt auf der etwas anderen Wilden Maus Formule 1 des Herstellers Pax beginnt mit einer sehr, sehr steilen Auffahrt, an der sich sogleich ein ausgeprägter Pre-Drop anschließt. Recht zügig durchrasen wir nun eine Senke, ehe wir zur großen Schussfahrt ansetzen. Über eine enge Kuppe schießen wir nun gen Boden und werden dabei unerwartet stark aus dem Sitz gehoben. Über einen überaus airtimereichen Double-Up geht es dann erneut nach oben. Nach einer engen Kurve erwartet uns auch bereits die erste Blockbremse.

Erst jetzt folgen die Haarnadelkurven, die jedoch auch hier einen ganz besonderen Clou aufweisen. Die Einfahrt in diese erfolgt nämlich immer nach außen geneigt, während die Ausfahrt dieser nach innen geneigt ist. Eine ziemlich abgefahrene Angelegenheit. Nach insgesamt fünf Kurven ist dieser Abschnitt auch wieder vorbei und wir fahren (weiterhin nach außen geneigt) in eine Wendekurve ein. Hieran schließen sich gleich mehrere Auf- und Abfahrten an, die einen wieder einmal ordentlich aus dem Sitz heben. Nach einem weiteren Blockbereich verläuft die Fahrt ein wenig gemächlicher und so fährt man über mehrere Rechts-/Linksschwenker einmal quer durch die Anlage. Nach einer längeren Rechtskurve fügt sich dann die Auffahrt in die Bremsstrecke an. Nach der Fahrt durch den eigentlichen Ausstiegsbereich erreicht man nach einiger Zeit auch wieder die Station und kann dann auch aussteigen.

Die von Pax erbaute Anlage war für mich schon seit längerer Zeit der Grund irgendwann mal zum Parc Saint Paul zu fahren. Da bereits seit längerer Zeit das Gerücht einer baldigen Schließung der Anlage durch die Foren geht, war ein Besuch sozusagen unumgänglich. Da war es mir auch ganz egal, ob irgendwann im Laufe der Saison die Holzachterbahn Wood Express eröffnen würde. Pax geht vor. Die Fahrt auf Formule 1 ist wie zu erwarten brachial, bizarr und superbe. Die Airtime auf der Anlage sucht ihres Gleichen und die Mauskurven sind schlichtweg genial. Eine wirklich schöne und interessante Anlage.

Bilder Parc Saint Paul

Fazit Parc Saint Paul

Der Parc Saint Paul ist ein überaus seltsamer Vergnügungspark. Er wirkt konzeptlos und hingeklatscht. Auf der anderen Seite jedoch bietet man viele interessante Anlagen, die man in dieser Fülle nicht wirklich oft vorfinden kann. Allein die von Pax erbauten Anlagen sind den Besuch wert. Ob ich jedoch so schnell wieder in den Park möchte, mag ich zu bezweifeln. Als einziger Park meiner Reise, konnte mich der Park nicht so wirklich überzeugen. Das lag vor allem an seinem doch recht asozialen Publikum.


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