Allerlei Spiele spielen im Spieleland

Ravensburger Spieleland

Das Ravensburger Spieleland ist einer der jüngsten Freizeitparks in Deutschland. Gegründet wurde der Park von der berühmten Ravensburger AG – Hersteller für Gesellschaftsspiele, Puzzles und diverser anderer Produkte –  zwischen ihrem Hauptsitz in Ravensburg und dem nahen Bodensee bei Meckenbeuren. Seit dem Jahr 1998 bietet dieser vor allem Spielspaß für Familien mit kleineren Kindern; seit dem Jahr 2016 besteht zusätzlich die Möglichkeit zur Übernachtung im eigenen Resort.

Generell macht das Ravensburger Spieleland sein eigenes Ding; von einem konventionellen Freizeitpark mit Achterbahn und diversen Karussells darf man hier nicht ausgehen. Es sind vielmehr die eigenständigen Spielegerätschaften, die den Park zum größten Teil prägen und somit zu einem besonderen Ausflugsziel machen. Wobei der Spaß auch seinen Preis hat, denn das Ravensburger Spieleland ist einer der teuersten Freizeitparks des Landes.

Grünen Oase

Betritt man den Park findet man sich sogleich in der Grünen Oase, einer Art Bauerhofthemenbereich, wieder. Hier findet man eine elektrische Pferdereitbahn, eine Traktorfahrt und ein Tier-Karussell, aber auch zahlreiche kleinere Spielmöglichkeiten, den Hauptbahnhof der schwäbischen Eisenbahn, einen Streichelzoo, sowie ein elektrisches Rodeo, wo auf mehreren mechanischen Stieren die Kinder durchgeschüttelt werden und das sogar unentgeltlich. Eine Showbühne und mehrere Outletstores sind ebenfalls hier anzutreffen.

Mitmachland

Folgt man den Wegen im Uhrzeigersinn, so trifft man sogleich auf das Mitmachland. Neben drei Showzelten, wobei die Kinder stets irgendwie eingebunden werden, stößt man hier auf die große Kinderfahrschule des Parks, dem Bienenflug, sowie auf die interaktiven Spielgerätschaften Max Mäuseschreck und der Bosch Car Service Mini-Werkstatt. Während man bei Max Mäuseschreck mit Softbällen in die Löcher des überdimensionalen Käses schießt, wechselt man bei der Mini-Werkstatt mit dem fragwürdigen Branding tatsächlich Reifen; was natürlich extrem praktisch ist, wenn denn auf dem Rückweg tatsächlich eine Reifenpanne besteht. Auch befindet sich in diesem Bereich das Bunte Schokohaus von Ritter Sport, wo man im Gegensatz zur absolut großartigen Bunten Schokowelt in Berlin leider kein eigenes Café vorweisen kann und die eigenen Produkte weit über dem Ladenwert veräußert. Wer Lust hat kann hier einen Workshop belegen, der natürlich zusätzliche Gebühren verlangt.

Käpt’n Blaubärs Wunderland

Hieran schließt sich das Käpt’n Blaubärs Wunderland an, ein Themenbereich rund um die Geschichten des Autors Walter Moers; bekannt aus der Sendung mit der Maus, die hier auch ihren eigenen Themenbereich hat. Hier kann auf Käpt’n Blaubärs Spaßbooten den großen See erkunden, auf den Gummikuttern eine spritzige Wasserfahrt erleben oder auf der Abenteuerfahrt auf Themenfahrt mit den bekannten Figuren gehen, wobei mehrere kleinere Seemannsgarn-Geschichten des blauen Bären erzählt werden. Eine Kanufahrt für die kleinen, sowie das neue Trickfilmstudio – welches man für eine Gebühr und nach vorheriger Anmeldung erleben kann – runden den Bereich ab. Ebenfalls befindet sich hier der zweite Bahnhof der schwäbischen Eisenbahn.

Maus und Elefant Erlebniswelt

Die Maus und Elefant Erlebniswelt bilden eine Sackgasse innerhalb des Parks. Neben einem 3D Kino, wo in regelmäßigen Abständen ein zugekaufter Film, sowie Lach- und Sachgeschichten der Maus (diese jedoch in 2D) gezeigt werden, kann man hier einen Niedrigseilgarten, sowie ein interessantes Basketballspiel erleben. Wortspielfanatiker können sich hier auf der Sonnenwiese (m)ausruhen, während die Kinder sich auf dem Moser-Freifallturm „Hier kommt die Maus“ vergnügen.

Future World

Um Kindern das Serviceverständnis der Lufthansa ganz genau zu erklären lohnt sich ein Besuch in der Future World, wo sich ein neuer Spielplatz mit eben jenem fragwürdigen Branding befindet. Die größte Attraktion dieses Themenbereichs ist der Aussichtsturm, die interessanteste die Autofahrt Galaxy-Racer, wo man zwar keine Rennen fahren darf, aber tatsächlich ein richtiges (wenn gleich auch sehr langsam fahrendes) Auto. Ebenfalls darf man sich hier von einem 4D Rüttelkino durchschütteln lassen, leider ist hier der Film auch nur zugekaufte Standardware. Puzzleliebhaber können derweil auf einer Freilichtbühne nach Belieben puzzeln.

Spielewelt

Vorbei an einem Entenkarussell und Wasserrondell gelangt man den Berg hinunter in die Spielewelt. Hier befinden sich die größten Spielegerätschaften, allen voran der Memory-Flug, bei dem man in kleinen Helikoptern nacheinander die Felder des Spielfeldes aufdeckt und dabei auf unterschiedliche Höhenstufen befördert wird. Nicht minder interessant ist das Feuerwehrspiel, welches man in einer ähnlichen (und körperlich weniger anstrengenden) Variante in den Legoländern Billund und Windsor erleben kann, und zu einem sehr lustigen Wettkampf einlädt. Der Autoskooter „Tempo, kleine Schnecke“ und das überaus gelungene verrückte Labyrinth runden das Attraktionsangebot des Bereichs ab.

Fix & Foxi Abenteuerland

Der bekannteste Bereich des Parks dürfte das Fix & Foxi Abenteuerland sein, wo die Figuren von Ralf Kauka des seit 2010 eingestellten Comics eine Heimat gefunden haben und sonst nur noch im Privatfernsehen weiterleben. Den Tod von Fix & Foxi muss keiner bedauern, so die Zeitung Die Welt vor 8 Jahren, und so bezweifle ich doch sehr, dass die Kinder heutzutage überhaupt noch einen Bezug zu den Figuren haben. Gut, der Bereich ist bereits älter und im Jahr 2004 war diese Entwicklung noch nicht abzusehen; dennoch sollte man evtl. über ein Rebranding nachdenken, immerhin gibt es sicherlich noch einige Firmen, die gerne ihren eigenen Bereich im Ravensburger Spieleland haben würden.

Prof. Knox Turbo-Boote

Neben der Fix & Foxi Baggergrube, bei der man in eigenen Baggern etwas im Kies graben darf, befindet sich hier die Schlauchbootrutsche „Prof. Knox Turbo-Boote“ mit insgesamt nur zwei Fahrspuren und einer somit unterirdischen Kapazität, was leider zu sehr hohen Wartezeiten führt, sowie die Bobkartbahn „Fix & Foxi Raketen-Blitz“ des Herstellers Wiegand.

Fix & Foxi Raketen-Blitz

Diese angetriebene Sommerrodelbahn beginnt die Fahrt mit einer Linkskurve, wo sogleich die Höchstgeschwindigkeit erreicht wird. Über gleich drei Jumps rast man eine Gerade entlang, woran sich sogleich eine rechtsführende Aufwärtshelix anfügt.  Nun folgt eine kurze Linkskurve, die sehr zügig in eine weite Rechtskurve überleitet. Ein kurzer Aufwärtshopser führt einem auf die benötigten Höhenmeter um das rasante Finale einzuleiten. Hierbei vollzieht man im Grunde nur eine weitere Rechtskurve und nach einem kurzen Richtungswechsel eine ebenso weite Linkskurve. Nach einem finalen Jump und einer letzten Linkskurve erreicht man dann die Ausgangsplattform.

Der Fix & Foxi Raketenblitz war die erste rasantere Anlage des Ravenburger Spielelands und beweist auf eindrucksvoller Art und Weise wie lustig so eine Bobkartbahn doch sein kann, wäre da nicht die geringe Kapazität der Anlage und die evtl. vorzutreffenden Schleicher. Die Strecke selbst ist gut und macht bei Vollgas einiges her, weswegen sich eine Fahrt durchaus lohnt.

Alpin-Rafting

Der letzte Themenbereich des Ravensburger Spieleland ist das Entdeckerland, wo sich die Kinder auf kleinen Bolzplätzen des VfB Stuttgarts austoben können oder in der Rutschenwelt „Rutschenspaß“ minutenlang Schlange stehen dürfen; ganz ehrlich, selbst bei vergleichbaren Rutschanlagen in anderen Freizeitparks bei größeren Andrang habe ich das so noch nie gesehen. Die Hauptattraktion in diesem Bereich, das Alpin-Rafting, kommt aus dem Hause Intamin und ist eine wahrlich besondere Raftinganlage.

Nachdem man das Boot bestiegen hat und die Kinder mit einer Schwimmweste, bei bestandener Fragerunde, nach dem technisch nicht relevanten Mindestalter, gesichert wurden kann die Fahrt sogleich beginnen. Nach einer kurzen Linkskurve dümpelt man nun einige Meter durch den Kanal, ehe man den Vertikallift der Anlage erreicht. Hier muss man erst einmal einige Zeit lang warten, ehe einem dieser auf die Ausgangshöhe von 12m befördert. Es folgt was kommen muss, und so schießt man kurze Zeit später die 8m hohe Schussfahrt hinab. In der anschließenden Auslaufstrecke wird einiges an Wasser in das Boot befördert und das Boot auf ein geringes Tempo abgebremst; der Nässegrad ist also durchaus vorhanden und keineswegs kleinzureden, schön! Es folgt eine Rechtskurve und eine weite Zickzackstrecke ehe sich das zweite Highlight der Strecke, der weltweit einzige von Intamin erbaute Strudel, anschließt.  Nach und nach nimmt man darin immer weiter an Fahrt auf, just bevor das Rundboot in einem Tunnel abtaucht. Während die Schussfahrt selbst ein spritziges Vergnügen ist, fehlt es an einem Überraschungsmoment kurz darauf. Hier zeigt sich dann auch die größte Schwachstelle im Vergleich zu den artverwandten Anlagen des Herstellers Hafema, wo hier meist eine Stromschnelle wartet, die einen überaus gut durchfeuchten kann. Etwas enttäuscht folgt nun die recht ereignislose Rückführung zur Station, bei der man erst eine weite Rechtskurve, dann eine erneute Zickzackstrecke und schlussendlich eine kurze Linkskurve absolviert.

Insgesamt gesehen ist das Alpin-Rafting natürlich eine überaus gelungene Großattraktion, die vor allem durch die große Schussfahrt imponiert. Der Strudel ist dann leider nur ein nettes Beielement, welches hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ebenso ist die restliche Strecke relativ Ereignislos, aber zugegebenermaßen darf man hier auch keine konventionelle Anlage, wie sie z.B. im nahen Europa-Park steht, erwarten.

Bilder Ravensburger Spieleland

Fazit Ravensburger Spieleland

Das Ravensburger Spieleland ist ein überaus netter Freizeitpark für Familien mit kleineren Kindern, die hier gnadenlos mit allerhand Werbung konfrontiert werden. Obwohl Sponsoring in manchen Freizeitparks an der Tagesordnung steht, so finde ich es hier (abseits der Eigenwerbung für die Produkte aus eigener Produktion) auf Grund der jüngeren Zielgruppe echt bedenklich. Das Ganze wird dann noch gepaart mit einem vergleichbar hohen Eintrittspreis, der hier mindestens 10€ über den Eintrittspreis vergleichbarer Freizeitparks in Deutschland und dem nahen Ausland liegt. Ebenfalls gibt es hier sehr viele Upcharge-Angebote, was nun wirklich nicht sein müsste. So ist das Ravensburger Spieleland wirklich nur dann zu empfehlen, wenn man keinen Freizeitpark im eigentlichen Sinne erleben möchte, sondern einen charmanten Park mit zahlreichen interaktiven Spielegerätschaften, die wie gesagt das Spieleland prägen und auch besonders machen.

 

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Ein gut gepflegter Klassiker

Zoomarine

„Zoo, Zoo, I go for Zoomarine. Zoo, zoo, Zoomarine.“ Als ich das letzte Mal den Zoomarine Song hörte befand ich mich im Mutterpark der Mundo Aquático SA, welcher seit dem Jahr 1991 als einziger besuchswerter Freizeitpark in Portugal die Besucher an der Algarve unterhält. Abgesehen von den wirklich guten Wasserparks Slide & Splash und Aquashow Park gibt es in Portugal auch nur wenige Alternativen. Da die Shows jedoch gut produziert sind und die Tiere in ausreichend großen Gehegen untergebracht sind ist ein Besuch für Tierschützer zwar weiterhin nicht zu empfehlen, für jeden anderen aber bedenkenlos.

Im Jahr 2005 eröffnete dann der Schwesterpark bei Rom, wo sich die Gruppe auf einem deutlich größeren Areal hauptsächlich auf die Tiershows konzentriert und dafür recht große Stadien baute. Zusätzliche Tiergehege, Volieren und das Aquarium fehlen z.B. fast komplett, was den offiziell als zoologischer Garten ausgezeichneten Park weniger glaubhaft in den eigenen Aussagen bezüglich der Arterhaltung macht. Aber die Mission des Parks ist es ja eh auf leidenschaftlicher Weise die Natur zu respektieren und zu schätzen, sowie Kinder und Erwachsene in eine Welt voller Emotionen zu begleiten und dabei die im Park lebende Tiere entdecken zu lassen.

Wie auch in Albufeira sind alle Gebäude einfach gehalten und so ist auch der Eingang in Form eines Zeltes nicht sonderlich repräsentativ. Im Park selbst erwartet einen eine sehr gepflegte Gartenanlage und durchgängig gepflasterte Wege, was den ersten Eindruck stärkt und somit Zoomarine als durchaus ordentlichen Freizeitpark dastehen lässt.

Squalotto

Gleich zu Beginn stößt man auf die Achterbahn Squalotto, eine Kinderachterbahn mit dem traditionell italienischen Layout eines Brucomela. Sie ist die deutlich jüngere der beiden Achterbahnen, bietet aber mit der nicht so wilden Fahrt über kleinere Wellen und einem, in Relation zu den kleinen Wellen, größeren Gefälle eigentlich nur kleineren Kindern hinreichenden Fahrspaß, im passend zum Namen der Anlage gestalteten Zug.

Harakiri

Folgt man den Hauptweg stößt man auf einige Fahrgeschäfte, allesamt aus dem Hause L&T Systems bzw. deren Nachfolger Preston & Barbieri. Neben einen interessanten Saltamonte, also ein luftdruckgesteuertes Hüpfkarussell, mit Koggen als Gondeln findet man hier noch die Schlauchbootrutsche Harakiri und das passend zum Park gestaltete Karussell.

Blue River

In unmittelbarer Nähe, aber dennoch gut versteckt in der hintersten Ecke des Freizeitparks Zoomarine befindet sich die große Wildwasserbahn Blue River mitsamt drei Schussfahrten, ebenfalls von L&T Systems. Hierbei geht es in Einbäumen durch einen feuerverzinkten Kanal, wo zuerst ein kleiner Drop, dann ein ebenso großer Doppeldrop und zu guter Letzt ein größeres Gefälle auf die Fahrgäste warten. Auf Grund des verregneten Wetters an der Mittelmeerküste nahe der italienischen Hauptstadt verzichteten wir jedoch auf eine Fahrt, immerhin war es dann doch ausnahmsweise rechte kühl; dabei wirkt gerade der Doppeldrop sehr spaßig.

Wasserpark

Auf der anderen Seite der Amüsiermeile erstreckt sich zum größten Teil der Fläche der kleine Wasserpark mitsamt etlichen Liegen zum Entspannen. Neben zwei Wasserspielplätzen findet man hier einen Rutschkomplex mit zwei Kamikazerutschen und zwei Spiralrutschen, davon eine Black Hole, sowie seit dieser Saison einen Flowrider, also eine Wellenreitsimulationsanlage. Aber auch ein 3D Kino, ein Splash Battle und der schwarzkopfsche Klassiker vom Typ Looping Starnamens Vertigo befinden sich hier.

Vertigo

Die Fahrt in dem Kirmesklassiker, welcher erst nach gut 28 Jahren Betrieb, als stationäre Anlage in diversen europäischen Freizeitparks, auf die Reise im Ensemble des Funderlands durch Irland ging, fängt ganz souverän mit der Besteigung des Lifthügels an. Da man auf einer Höhe von etwas mehr als 24m bereits genug potentielle Energie für die einzige Inversion der Anlage gesammelt hat geht es sogleich in einer Steilkurve gen Boden um sich mit voller Geschwindigkeit dem Looping zu nähern. Mit ordentlichen Wumms unter der Haube passiert man recht zügig den ersten und einzigen Kopfstand und schießt sogleich wieder nach oben um dort eine Wende in luftiger Höhe zu vollziehen. Doch die Ruhe währt nicht lang, denn sogleich schmeißt sich der Wagenverbund erneut gen Boden, was gerade im hinteren Teil des Zuges zu unerwarteter Airtime führen kann. Gegenläufig zum ersten Gefälle nimmt man erneut ein wenig an Höhe an und baut diese parallel zum Lifthügel effizient ab. Da sich eine Gerade mit stätiger Querneigung ein wenig seltsam fährt wird man zwischendrin geradegerückt, jedoch ohne dabei das Prinzip der Drehung um die Herzlinie zu berücksichtigen, immerhin wurde dieses ja auch erst kurz zuvor im Jahr 1978 bei der Shockwave im texanischen Freizeitpark Six Flags Over Texas zum ersten Mal berücksichtigt; da liefen die Planungen zum Looping Star jedoch bereits auf Hochtouren. Wieder nach links geneigt durchfährt man eine weitere erhöhte Kurve, ehe man sich in einen Hügel wieder den Boden nähert. Nun folgt eine letzte rasant befahrene Rechtskurve bis man dann die Bremsstrecke und just darauf die Station erreicht.

Obwohl der Looping Star Vertigo bislang ein mehr als nur bewegtes Leben führte, so fährt er sich dann doch ein Stückchen besser als sein direkter Verwandter im Attractiepark Slagharen. Unter der Familie Bemboom sah er erst den, längst vergessenen, Freizeitpark Kirchhorst unweit der A7 bei Hannover von Innen, danach den englischen Freizeitpark Southport Pleasureland und den französischen Westernpark OK Corral. Als Leihgabe ging es dann in den Parque de Atracciones der spanischen Hauptstadt Madrid, gefolgt vom kurzweilig existierenden Plutón Park bei Vigo, ebenfalls Spanien, ehe die Anlage im Luneur Park, dem ehemaligen und zukünftigen Luna Park der italienischen Hauptstadt, aufgebaut wurde. Nach dem bereits erwähnten Kirmesdebüt in Irland unterhält die Anlage seit dem Jahr 2010 die Fahrgäste hier im Zoomarine und das so schön wie eh und je. Dabei pflegt der Park die Anlage durchaus gut, so dass man dann doch in einer gewissen Art und Weise von Arterhaltung im Park reden kann.

Bilder Zoomarine

Fazit Zoomarine

Insgesamt gesehen ist auch in Italien der Freizeitpark Zoomarine ein guter Park, welchen Tierschützer besser meiden sollten. Die Shows, von denen wir uns keine einzige angesehen haben, sind gewiss der Hauptgrund für einen Besuch in diesem Park, aber auch die Existenzgrundlage des Parks. Weder als Freizeitpark, noch als Zoo, noch als Wasserpark könnte sich der Park tragen, da er im Endeffekt in keiner der genannten Parkarten genügend bietet. Im Gesamtpaket hingegen kann Zoomarine einen jedoch schon einen ganzen Tag lang unterhalten, zumal die Shows, wenn sie denn ähnlich gut produziert sind wie in Portugal, durchaus sehenswert sind. Fakt ist jedoch auch in Italien, dass sich das Gewissen der Menschen mit der Zeit geändert hat und spätestens mit der Schließung des Delfinariums im Gardaland im Jahr 2013 der Anfang vom Ende der verbliebenen Delfinarien eingeleitet wurde. In dieser Hinsicht bin ich mal gespannt in welche Richtung sich der italienische Ableger der Mundo Aquático SA entwickelt.


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Überschläge satt im Familypark

Familypark

Am Neusiedlersee, dem größten See Österreichs, etwa 40km von der Hauptstadt Wien entfernt, befindet sich mit dem Familypark der größte Freizeitparks Österreichs. In den letzten Jahren ist der Familienpark, welcher als Märchenwald startete, immer wieder durch seine gut ausgewählten Neuheiten aufgefallen, so dass ein Besuch, gerade in Bezug zur diesjährigen Neuheit, Pflicht wurde.

Erlebnisburg

Bereits im Themenbereich Erlebnisburg, dem Eingangsbereich des Parks, fällt einem die recht hochwertige Gestaltung des Parks auf. Hier befinden sich zu einem großen Anteil Fahrgeschäfte für die kleineren Parkgäste, wie der Kinderzug Hans und die Bohnenranke, die Einschienentretbahn Drachenbahn oder das Karussell Entenparade, aber auch das Heege Sunkid Portfolio des Parks. Dieses beinhaltet neben einer Kometenschaukel und einem Turm noch eine nagelneue Butterfly Anlage im Adlerdesign, leider müssen die Anlagen hier via Wertmünze beglichen werden und manch österreichische Kinder meinen, trotz Warteschlange vor der Anlage, dauerfahren zu müssen.

Apfelflug und die Verrückte Vogelscheuche

Folgt man den Wegen nach rechts gelangt man schnurstracks in den schönsten Bereich des Parks, welcher sich ganz dem Thema Bauernhof widmet. Wer den Mullewapp Bereich im Erlebnis-Zoo Hannover bereits als gelungen betrachtet wird hier seine wahrste Freude dran haben, denn eine solche Detailverliebtheit findet man nur allzu selten. Dabei scheint jedes Fahrgeschäft perfekt ins Gesamtkonzept des Bereichs eingebunden zu sein, wie etwa der abc Rides Tilt Tower Verrückte Vogelscheuche, welcher ein sehr vergnügliches Programm laufen ließ, der Zierer Wellenflug Apfelflug, welcher in diesem Design auch im französischen Freizeitpark Nigloland zu finden ist, oder die großzügig ausgelegte Traktorbahn. Dazu gesellen sich noch einige Fahrgeschäfte und Spielmöglichkeiten für die kleineren Parkgäste, sowie einige Tiergehege.

Rattenmühle

Darüber hinaus befindet sich mit der Rattenmühle eine weitere Achterbahn des Parks in diesem Themenbereich. Die im Jahr 2013 eröffnete Anlage aus dem Hause Gerstlauer glänzt vor allem durch die gelungene Anpassung an das Terrain und den Bereich an sich, aber auch durch ihre Fotogenität. Die Warteschlange der Anlage ist ordentlich gestaltet und kann sogar eine Abkürzung zwischen Ausgang der Anlage und der Station aufweisen, diese war durch ihre engen Kletterpassagen für erwachsene Personen dann aber doch zu zeitaufwändig.

Nachdem man den Wagen bestiegen hat kann die Fahrt auch gleich losgehen. Nach einem kleinen Gefälle geht es mit vollem Schwung innerhalb einer Linkskurve in Richtung des Lifthügels. Diesen passiert man gewohnt zügig ehe es in einer Steilkurve in Richtung Boden geht. Nach einem Umschwung geht es in einer Linkskurve einen Hügel empor. An dessen höchsten Stelle ist man kurz ohne jegliche Neigung der Schiene, ähnlich einem Top Hat Element, bevor man erneut nach linksgerichtet in Richtung Tal saust. Wie in einer überdimensionierten Bayernkurve führt einem der Weg wieder nach oben, wo man nach passieren der Blockbremse die einzige Haarnadelkurve  der Anlage absolviert. Nach einem geradlinigen Gefälle geht es nun mit erneuten Schwung in eine etwas steilere Kurve, an dessen Ausfahrt zwei kleinere Umschwünge warten. Nach einer weiteren Kurve wartet die zweite Blockbremse auf einem. Auf den folgenden Streckenmetern folgen nun zwei schwunghafte Hügel und eine Helix bis die Schlussbremse erreicht wird.

Die Rattenmühle ist eine durchaus zufriedenstellende Achterbahn, auch wenn sie im Vergleich zu den anderen Anlagen dieses Achterbahntyps sehr untypisch ist, denn normalerweise zeichnen sich Gerstlauer Bobsled Coaster durch ihre Vielzahl an Helices, Haarnadelkurven und Camelbacks aus. Dem Fahrspaß macht dieser Umstand zumindest keinen Abbruch und auch bei dem Familienpublikum des Familypark kommt die rattenscharfe Anlage mehr als gut an.

Fliegende Fische

Durch den sehenswerten Märchenwald geht es in Richtung der Abenteuerinsel, dem größten Themenbereich des Familypark, welcher leider etwas zusammengewürfelt daherkommt. Dabei ist der Bereich an sich wirklich stimmig, nur entstand durch den Zierer Flying Fish Fliegende Fische, welcher leider ohne kitschiges Kinderlied daherkommt, ein Bereich mit gesonderter Gestaltung. Dieses wäre nicht sonderlich schlimm würde nicht mit der diesjährigen Neuheit wieder das Thema des restlichen Bereichs aufgegriffen werden. Da hier aber noch viel Platz vorhanden ist und auch die maritime Gestaltung wirklich toll umgesetzt wurde wäre ein eigenständiger Bereich mit einigen weiteren kleineren Fahrgeschäften wünschenswert.

Sumpfburg

Vorbei an der Sumpfburg, wo man als Kind sicherlich so einige Stunden verbracht hätte, und dem nicht minder nassen Wasserspielplatz führt einem der Weg in Richtung Mittelmeerraum, wo einem einerseits die Schlauchbootrutsche Tempelrutsche durch ihre ständige Ansage auf die Nerven geht, andererseits so manch andere Anlage ungeheuer befriedigt.

Krokobahn

Eine sehr nervenraubende Fahrt ist dabei die kleine abc Rides Wildwasserbahn Krokobahn, welche bis auf eine kleine Doppelschussfahrt von außen betrachtet scheinbar nicht viel bietet. Durch die mehr als ausreichend mit Wasser befüllte Rinne kippte das Boot, trotz verzweifelter Versuche irgendwie plan zu bleiben, von einer Seite zur anderen. Obwohl ein Kentern ausgeschlossen war, war dabei die Fahrt zum Lifthügel mehr als abenteuerlich, zudem saßen wir recht eng und unbequem im Boot. Nach erklimmen des Aquädukts ging es nach einer kurzen Linkskurve sogleich die etwa 4m hohe Schussfahrt hinunter. Dem Versprechen des Angestellten, wonach man hier ordentlich befeuchtet wird, wird die Anlage mehr als gerecht.

Götterblitz

In Sichtweite zur Wildwasserbahn befindet sich mit dem Götterblitz ein Youngster Coaster aus dem Hause Mack, ähnlich der Achterbahn Pegasus aus dem Europa Park. Die Fahrt beginnt, hier jedoch ohne Musikuntermalung, mit der Erklimmung des Lifthügels. Nach einem kleinen Gefälle geht es zügig in eine Kurve ehe es dem großen Drop hinunter geht. Mit voller Geschwindigkeit geht es nun in ein Horseshoe, welcher rasant durchfahren wird. In einer Rechtskurve geht es wieder bergauf, woraufhin sich eine Linkshelix mit anschließenden Gefälle anfügt. Nun folgen im Wechsel eine aufwärtsführende Rechtshelix und eine abwärtsführende Linkshelix, welche bodennah vollzogen werden. Eine weitere Rechtskurve führt einem dann hinauf zur Bremsstrecke, ehe es in Richtung der Station geht.

Der Götterblitz bietet, wie auch sein baugleiches Pendant Correcaminos Bip, Bip aus dem spanischen Parque Warner, eine wunderbare Fahrt, welche zum Sitzenbleiben animierte. Dabei passt die größte Achterbahn des Familypark wunderbar ins Gesamtbild und rundet dieses entsprechend zur Zielgruppe perfekt ab.

Herkules

Nicht ganz so perfekt, da für halbwegs ausgewachsene Personen nicht mehr fahrbar, reiht sich die kleine Seifenkisten-Achterbahn Herkules, als zweite Neuheit in diesem Jahr, ins Portfolio ein. Wie auch die Heege Produkte muss der Kiddy Racer mittels Wertmünze beglichen werden.

Leonardos Flugmaschine

Der Hauptgrund für einen Besuch ist seit diesem Jahr definitiv der Gerstlauer SkyFly Leonardos Flugmaschine. Obwohl die ersten Runden erstaunlicher Weise fast gänzlich ohne Überschläge stattfanden zog uns die Anlage spätestens nach der dritten Fahrt in ihren Bann. Als Veteranen der interaktiven Gerstlauer Überschlagskarusselle verbrachten wir nun dank durchschnittlichen 40 – 100 Überschlägen pro Fahrt, nach Zählweise des RideOps auch etwas mehr, unzählige Runden auf der Anlage, ganz zur Lasten unserer beider Schultern. Leider waren wir an diesem Besuchstag so gut wie die einzigen Besucher die sich überschlagen haben, obwohl es einige Gäste zumindest versucht haben, so haben sie am Ende den Dreh mit den abgepassten Stellungswechseln der Flügel nicht herausgefunden.

Bilder Familypark

Fazit Familypark

Der Familypark ist, trotz des belanglosen Namens, ein richtig toller Freizeitpark. Die allgemeine Gestaltung des Parks ist überragend und das Portfolio an Fahrgeschäften wurde sehr gut aufeinander abgestimmt. Es wäre schön zu sehen wenn in den nächsten Jahren eine weitere Wasserattraktion ihren Weg in den Park findet, denn die kleine Krokobahn alleine wird der Größe des Parks nicht gerecht. Hier wäre eine größere Wildwasserbahn ebenso lobenswert, wie ein Splash Battle oder gar eine Wasserachterbahn. Nichts desto trotz steht mit dem Familypark der beste Freizeitpark des Landes am Neusiedlersee.

 

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