# Final Summer

Geschichte der Space World

Was in einer Eislaufbahn eingefrorene Fische – trotz Rekordumsatz im selben Jahr – so alles ausrichten können, zeigt uns der Freizeitpark Space World auf eine doch sehr fatale Art und Weise; ob die nun international stark kritisierte Aktion gegen Ende des vergangenen Jahres zum Scheitern der Pachtverhandlungen zwischen Betreibergesellschaft Japan Park and Resort Co., Ltd. und der Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (NSSMC) als Grundstückseigner führte steht zwar in den Sternen, aber sie ist naheliegend, da unmittelbar darauf erfolgt: Am 16.12.2016 wurde die Schließung des Freizeitparks zu Sylvester des darauffolgenden Jahres bekannt gegeben.

Bevor ich nun zu den Feierlichkeiten zum #Final Year übergehe, möchte ich jedoch noch einen Blick auf die Geschichte der Space World werfen, denn die Grundstückseigner waren einmal Hauptaktionär der Betreibergesellschaft und Gründer des Freizeitparks. Diese waren gerade dabei ihr hiesiges Stahlwerk zu verkleinern, weswegen im Jahr 1988 die Japan Park and Resort Co., Ltd. gegründet wurde um das freigewordene Land und Teile der bereits vorhandenen Gebäude zukünftig zu bewirtschaften. Zwei Jahre später folgte dann die Eröffnung der Space World.

Fortan wurde der Freizeitpark in regelmäßigen Abständen sinnvoll erweitert. Im Jahr 1997 erreichte man dann mit 2,16 Millionen Parkbesuchern seinen Höhepunkt. Ein folgeschwerer Unfall, auf dem im Vorjahr eröffneten, S&S Space Shot Atlas Tower sorgte für eine temporäre Schließung des Freizeitparks im August 1998, woraufhin auch die Besucherzahlen einbrachen. Trotz der Eröffnung des eigenen JR Bahnhofs und eines 100m hohen Riesenrads blieben die Besucher auf einem konstanten Level aus, weswegen im Jahr 2004 die Umstrukturierung des Freizeitparks erfolgte. Fortan war die Kamori Kanko Co., Ltd. (unter anderem Betreiber des Rusutsu Resorts und des Himeji-Central-Parks) alleiniger Hauptaktionär der Betreibergesellschaft. Es folgten allerhand Umgestaltungen, sowie die Eröffnung der Abschussachterbahn Zaturn. Im gleichen Zug jedoch wurden auch einige Fahrgeschäfte geschlossen und das unter der Space-Camp-Foundation-Lizenz geführte Astronauten Training Center (Astresta), in Verbindung mit dem Space Camp Japan, aufgegeben. Im Jahr 2008 konnte man dann seine Attraktivität durch einen Wasserpark ein letztes Mal steigern.

Das Ende der Geschichte ist bekannt und dennoch feiert man es. Ehrlich gesagt will ich nicht wissen wie viele verzweifelte Achterbahn- und Freizeitparkenthusiasten es in diesem Jahr nach Kitakyūshū gezogen hat und nach Veröffentlichung dieses Berichts noch ziehen wird. Eines steht zumindest fest: Die Zeit, diesen außergewöhnlichen Freizeitpark noch zu erleben, wird zunehmend geringer. Tick, tack.

Parkrundgang

Clipper

Nachdem wir das großzügig gestaltete Portal durchschritten haben befinden wir uns sogleich auf dem Space Bazar, der Mainstreet der Space World. Von hier aus wenden wir uns nach rechts in Richtung der Big Bang Plaza. Vorbei am riesigen Show-Theater, dem Anime-Museum Gundam World und der, bis auf einem Meteoriten und etwas Mondgestein, leerstehenden Astresta-Halle zieht es uns in Richtung der Achterbahn Venus GP, die wir bereits auf dem Weg zum Freizeitpark bestaunen durften. Doch kurz zuvor biegen wir nach links ab und stellen uns in der Warteschlange der Kinderachterbahn Clipper an. Denn seien wir mal ehrlich, so sehr interessiert euch eine Achterbahn aus Deutschland in einem Bericht aus Japan sicherlich nicht, wenn es auch etwas von Togo gibt. In dem Sinne: Hinein in die kleinen, äußerst putzigen, Raumschiffe.

Die Fahrt auf Clipper beginnt mit einer kleinen Rechtskurve, die den Raumschiffverbund direkt in den Lift der Anlage führt. Kurze Zeit später erreicht man dann die Ausganghöhe von 10m, woraufhin sich der Zug sogleich in eine Linkskurve wirft. Schwungvoll meistert man nun eine seichte Steigung und widmet sich einer Rechtskurve mit ausgeprägten Dip mittendrin. In seichter Bayernkurvenmanier schwebt man nun durch ein hochgeständertes doppeltes Kurven-Wechsel-Dich-Spiel, ehe man sich in einer Rechtskurve dem Boden nähert. Überaus rasant durchquert man nun eine finale Links-/Rechtskurvenkombination in Richtung der Station. Doch just bevor man diese erreicht erwartet einem noch ein kurzer Dip, wo bei anderen Anlagen dieser Art bereits die Bremsen wären.  Summa Summarum eine tolle kleine Anlage mit überraschenden Finale, die gerne demnächst woanders stehen dürfte.

Venus GP

Ein Schicksal, welches der benachbarten Achterbahn gewiss sein wird. Immerhin ist Venus GP eine der ersten Achterbahnen der Münchner Maurer AG, die kurz zuvor die Achterbahnsparte der Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke AG (kurz BHS) übernommen haben, welche wiederum nach dem Aus der Münsterhausener Schwarzkopfwerke die Produktion bereits in Auftrag gegebener Achterbahnen übernommen haben. Zusammenfassend kann man also sagen: Venus GP ist ein astreines Schwarzkopf-Produkt, nur halt nicht aus Münsterhausen und erst recht nicht vom Hersteller. Aber das interessiert bei den äußeren Werten dieser schnieken Anlage niemanden, denn eine Höhe von 40m, eine Gesamtlänge von etwas mehr als einem Kilometer, eine Gesamtgeschwindigkeit von 86 km/h und ein überaus kurvenreiches Layout sprechen für sich, oder?

Auf jeden Fall macht dieses die Inszenierung der Anlage mit dem Boarding zum Beat des Queen-Klassikers „We will rock you“, der Schreiprobe vor Fahrtbeginn und der ohrwurmerregenden Stationsmusik, wenn der Zug gerade über die Strecke düst.  Hier vergeht die Zeit auf jedem Fall wie im Fluge und ehe man sich versieht sitzt man auch schon im Zug.

Dieser ist dann auch zügig abgefertigt, woraufhin man die Station in Richtung des Lifthügels verlässt. Nach einer Linkskurve wird man per Kette auf die Ausgangshöhe von 40m befördert. Oben angekommen bleibt ein kurzer Moment, ehe man sich voller Vorfreude auf der Rückseite des Space-Shuttles Discovery in die Tiefe stürzt. Mit der nun aufgebauten Geschwindigkeit erklimmt man eine hochgeständerte Wendekurve, bevor man sich zielgenau in den beinahe kreisrunden Looping begibt. In feinster S-Kurvenmanier nimmt man schnell an Höhenmeter zu, woraufhin der Zug in einer engen Kurve knapp am Lifthill vorbei schrammt. Hierauf stürzt dieser dann brachial zu Boden und erreicht damit den tiefsten Punkt der Anlage. Gnadenlos widmet man sich nun einer weiteren Wendekurve zu, überquert in luftiger Höhe die Köpfe der fahrwilligen Parkgäste, sowie die Station und wirft sich beinahe wahnsinnig erneut zu Boden. Es folgt ein überaus rapider Streckenpart in Form einer Acht, an dem sich eine intensive Aufwärtshelix anschließt. Mit ausgeprägter Geschwindigkeit durchstreift man nun eine weite Linkskurve, die sogleich in eine Abwärtshelix übergeht. Kurz darauf erreicht man dann die Bremsstrecke und alsbald die Station.

Ich muss zugeben, Venus GP klingt wie die perfekte Achterbahn: Druckvoll, brachial und gnadenlos. Während der Fahrt im Galaxy Racer werden ja auch nur ausschließlich knackige Kurven und ein wunderschöner Looping durchfahren – Zeit zum Durchatmen gibt es hier eigentlich nur während der Auffahrt im Lift und in der Schlussbremse. Doch warum bleibt meine Euphorie im Keller?! Die Antwort darauf ist simpel: Die Bügel!

Neben dem normalen Schoßbügel verfügt die Anlage über Schulterkrallen à la Olympia Looping, nur halt in extrem beschissen. Gut, die Fahrt auf dem Olympia Looping ist durch die (harmlosere) Variante bereits ein einschneidendes Erlebnis – doch das kann man bei strenger Einhaltung der vorgegebenen Sitzposition aushalten. Bei Venus GP hingegen sollte man die Hoffnung darauf bereits beim Einstieg abgeben. So erlebt man also die überaus appetitliche Streckenführung mit dem stetigen K(r)ampf mit dem Bügel – nicht schön; doch eigentliche eine Top-Bahn.

Space-Shuttles Discovery und das Space Museum

Widmen wir uns nun dem verbleibenden Edutainment-Angebot des Freizeitparks, sprich dem Nachbau des Space-Shuttles Discovery im Maßstab 1:1 – was an sich schon extrem beeindruckend ist und die Raumstation über der Warteschlange der Achterbahn Euro Mir ohne Mühe alt aussehen lässt – und dem Space Museum. Ersteres hat dabei ganz klar den Vorteil von den Besuchern nicht übersehen zu werden, während sich im gut gemachten Museum keine Menschenseele verirrt. Interessanter Weise lief hier ein belangloser Anime im hauseigenen Vorführungssaal und so manch Raum war der Öffentlichkeit gar nicht mehr zugänglich – in den Anfangsjahren der Space World war es also bestimmt einmal eine tolle Attraktion, welche durch ihre Lage mitsamt dem Space-Shuttle eigentlich in Zukunft auch als eigenständige Attraktion weiterhin bestehen könnte.

Boogie – Woogie Space Coaster

Vorbei am Space Eye, dem 100m hohen Riesenrad der Space World – von dem man im Übrigen eine tolle Sicht auf die benachbarte Achterbahn Venus GP hat – folgen wir dem Weg entlang der Achterbahn Boogie – Woogie Space Coaster, dessen Eingang sich blöderweise auf der anderen Seite befindet. Am Eingang der Warteschlange angekommen hat man dann die Wahl zwischen zwei rückwärtsgerichteten und drei vorwärtsgerichteten Wagen. Um den Überraschungsmoment dieser kleinen Rostlaube ein wenig zu erhöhen, erfolgte die erste Fahrt natürlich in der hinteren Frontrow.

In einer weiten 180° Kurve verlässt man die Station in Richtung des Lifthügels. Dieser befördert einen dann langsam, aber sicher, nach oben, wo man in einer weiteren Wendekurve ein wenig die Aussicht genießen darf. Auf der anschließenden Schussfahrt, in einem Tunnel durch einen überdimensionalen Tetraeder, gewinnt man recht schnell an Geschwindigkeit, ehe einem die G-Keule im anschließenden seltsam zur Seite geneigten Tal zu erschlagen versucht. Daraus wiederum entsteht ein Lachflash, welcher sich bis zum Fahrtende nicht mehr legen kann. Voller Freude durchschreitet man nun die nächste Wendekurve, an dessen Ende ebenfalls eine Abfahrt mit druckvollen Tal wartet. Zu guter Letzt fügt sich eine grandiose Abwärtshelix an bevor man dann in Richtung der Station geleitet wird.

Der Boogie – Woogie Space Coaster ist zwar kein Meilenstein unter den Achterbahnen, aber fahrtechnisch gesehen einfach nur toll, weswegen wir hier immer wieder gerne eingestiegen sind. Vor allem die Rückwärtsfahrt wertet diese schnieke Anlage ungemein auf. Auf Grund des Zustands wird die Space World wohl auch der letzte Spielort der Anlage bleiben – Schade eigentlich.

Planet AQA

Ebenso bedauerlich verhält es sich bei der Rundbootraftinganlage Planet AQA, dem Erstlingswerk des Herstellers Hafema. In großzügigen 10-Personen-Booten, die in 5 Segmenten zu je zwei Personen unterteilt sind – die jedoch auf Grund der japanischen Mentalität nur auf Eingeständnis der ersten Gruppe mit weiteren Personengruppen beladen werden – windet man sich, nach einer langen Wartezeit, durch einen stromschnellenreichen Kanal. Das Fahrgefühl gleicht dabei dem der Raftingboote des Herstellers Vekoma, so dass eine überaus interessante, wenn gleich auch weniger spritzige, Fahrt geboten wird.

4D-Vision Pop Stella

Sollte man doch etwas nass geworden sein kann man sich in den Trocknungsräumen neben der Anlage unentgeltlich trocken blasen lassen.  Eine etwas andere Lösung wäre ein Besuch im Kinosaal der 4D-Vision Pop Stella, wo ein mit allerhand Effekten bestückter Naturfilm des BBC gezeigt wird. Hierbei erlebt man den Tagesablauf eines Backen-Streifenhörnchens.

Die nächste Attraktion auf unserem Rundlauf befindet sich in dem zentralen Gebäudekomplex, welches wohl ein Überbleibsel des ehemaligen Stahlwerkes ist. Obwohl man stets daran vorbeiläuft kann es durchaus passieren, dass man nie in das Gebäude hineinschaut – wofür wir uns auch erst auf der Suche nach der letzten Achterbahn genötigt gefühlt haben; zum Glück wussten wir jedoch, wie viele Achterbahnen überhaupt in der Space World stehen.

Mission to Mars

Im Gebäudekomplex selbst erwartet einen der Besucher dann die im Winter geöffnete Eislaufbahn, ein Kinderspielland, die Dunkelachterbahn Black Hole Scramble, sowie der Imax-Simulator Mission to Mars. Nach einer längeren Pre-Show, bei der die vorstehende Rettungsaktion besprochen wird, boarded man die Grossraumsimulatoren und wird anschließend erstaunlich magenfreundlich durchgeschüttelt.

Black Hole Scramble

Hauptattraktion in diesem Bereich ist jedoch die bereits genannte Dunkelachterbahn Black Hole Scramble. Nachdem man in einen der zwei jeweils sechs Personen fassenden Wagen platzgenommen hat kann die Fahrt auch sogleich starten. Zunächst passiert man auf dem Weg zum ersten Lifthügel zwei längere Geraden, die jeweils von einer Linkskurve abgelöst werden. Der anschließende Lift wird gemächlich erklommen und entlässt einem in eine weitere Linkskurve. Hierauf folgt eine seicht abfallende Gerade in der der Zug ein wenig an Geschwindigkeit aufnimmt. Nach einer kurzen Auffahrt folgt eine lange Rechtskurve, die sogleich in eine Bayernkurve übergeht und abschließend in einer Blockbremse mündet. Diese verlässt man in einer sehr engen Rechtskurve, welche kurz darauf in eine ebenso enge Linkskurve übergeht. Nach einer kurzen Geraden und einer weiteren Linkskurve folgt dann ein überraschend steiler Drop, woraufhin die darauffolgende (ebenfalls sehr enge) Rechtskurve mit ordentlichen Druck auf dem Körper durchquert wird. Kurz darauf nimmt man im Lifthill Nr.2 erneut einige Höhenmeter auf. Diesen verlässt man dann in einer Rechtskurve, woraufhin der Zug auf der darauffolgenden Geraden schnell an Geschwindigkeit gewinnt. Nach der nun anschließenden Rechtskurve vollführt der Zug einen kurzen Dipp, woraufhin bereits die nächste Rechtskurve bereits auf einem wartet. Hierauf erklimmt man eine vergleichsweise hohe Auffahrt, die einen erst in eine Blockbremse und dann in eine weitere Rechtskurve entlässt. Es folgt der zweite größere Drop der Achterbahn, der einen dann in die finale Linkskurve und kurz darauf in die Bremsstrecke entlässt.

Auch wenn die Dunkelachterbahn scheinbar nur aus engen Kurven und einigen geraden Verbindungsstücken besteht, so ist Blackhole Scramble eine astreine Dunkelachterbahn japanischer Baukunst, welche auf engsten Bauraum einiges an Fahrspaß bietet. So viel sogar, dass ich sie als eine der besten ihrer Art bezeichnen würde.

Twin Mercury

Ebenfalls in diese Kategorie fällt das Wildwasserbahn-Duo Twin Mercury, bei dem man sich entweder auf die Adventure Cruise oder auf die Fun Fun Cruise begeben darf. Während die Adventure Cruise die mutigeren Fahrgäste ansprechen soll, darf man sich in der Fun Fun Cruise mit Wasserpistolen auf einer gemächlicheren Fahrstrecke austoben. Da wir uns jedoch die Beine in der Warteschlange der Abenteuerkreuzfahrt auf Grund der minimalen Anzahl an Personenbeförderungsmitteln in den Bauch standen, verzichteten wir jedoch auf weitere Fahrten.

Nachdem wir dann endlich an der Reihe waren begaben wir uns in das bereit gestellte Boot und die Fahrt konnte beginnen. Nach einigen Metern des Herumdümpelns durch den Kanal erwartete uns bereits das Förderband des ersten Lifthügels, welcher uns in das opulente Bergmassiv entlässt. Nach einer kurzen Linkskurve wird es zunehmend dunkler und Lichteffekte erscheinen. Nachdem diese Erloschen sind hört man nur noch das Wasser immer schneller strömen, ein Drop bahnt sich also an, die Frage ist nur wann. Urplötzlich schießt man also in die Tiefe, doch die Wässerung bleibt aus, stattdessen flitzt man über einen kleinen Hügel und erlebt eine seichte Airtime ehe man dann schlussendlich doch mit dem kühlen Nass in Berührung kommt. Durch Öffnungen in der Fassade können wir nun den Streckenverlauf wiedererkennen und so dümpeln wir doch recht überrascht dem zweiten Lift entgegen. Dieser bringt uns rasch der zweiten Schussfahrt entgegen, welche in Form einer 500° Abwärtsspirale absolviert wird – ein absolut grandioses Spektakel. Überaus gut befeuchtet dümpeln wir nun an der Abfahrt der Fun Fun Cruise vorbei und entschwinden sogleich ein weiteres Mal im Felsmassiv. Nach einer Rechtskurve erreichen wir dann auch gleich den dritten und finalen Lift der Adventure Cruise. Auf dem höchsten Punkt der Anlage angelangt durchqueren wir nun das Innere eines abgestürzten Ufos in einer kurzen Rechtskurve und alsbald die letzte Abfahrt der Anlage. Während wir uns also hinabbegeben werden parallel zwei Wasserkanonen gezündet, auf dass wir das meiste Wasser bereits während des Drops abbekommen, die eigentliche Wasserung fällt hier dann relativ harmlos auf. Kurz darauf ist auch die Station wieder erreicht.

Die Adventure Cruise der Twin Mercury ist zweifelsohne eine der besten Wildwasserbahnen weltweit. Die Abfahrten sind allesamt grandios in Szene gesetzt, wobei einem gerade der Drop im Innenbereich absolut überrascht und somit die zweite Schussfahrt beinahe vom Thron stoßen kann. Diese punktet bekanntermaßen vor allem durch ihre unorthodoxe Form und der daraus resultierenden, und beinahe schon absurden, Länge. In Verbund mit der Kinderwildwasserbahn Fun Fun Cruise bietet Twin Mercury eine einzigartige Kombo, die schon bald leider der Vergangenheit angehören wird.

Titan Max

So sehr wie höchst wahrscheinlich auch die im Jahr 2015 generalüberholte Arrow-Achterbahn Titan Max. Eine Achterbahn auf die ich mich persönlich sehr gefreut habe und bei der ich über jede der zahlreichen negativen Kritiken hinweggelesen habe, denn erstens stammte die Anlage aus dem Jahr 1994, also dem selben Jahr wie die Big One aus dem Blackpool Pleasure Beach und zweitens sind meist alle Achterbahnen des Herstellers überaus in Ordnung, doch oftmals von Achterbahnfans auf Grund ihrer raueren Fahrweise verpönt. Zugegebenermaßen war sie aber nicht der Grund hierher zu fahren, doch schlussendlich ausschlaggebend für den Tourtitel Titanic Max.

Nachdem man die überaus nervtötende Queue samt Daueransage vom Band überstanden hat darf man das Treppenhaus hinauf zur Station erklimmen und dort auch noch einige (viele) Minuten warten. Wie sollte es in der Space World anders sein, wird hier natürlich nicht mit der vollen Kapazität gefahren und so darf man sich alle zehn Minuten über einen frisch abgefertigten Zug freuen. Bei 24 Personen pro Zug immerhin eine Kapazität von sagenhaften 150 Personen pro Stunde, statt der ursprünglich mal möglichen 1500 Personen.

Die Fahrt beginnt mit einem kleinen Dipp hinaus aus der Station, woran sich eine enge Wendekurve in Richtung des Lifts anschließt. Dieser bringt einen dann relativ zügig auf die Ausgangshöhe von 50m, woraufhin auch gleich der erste Drop auf einen wartet. Auf der nun vorhandenen Höhendifferenz von 54m beschleunigt der Zug in kurzer Zeit auf eine Geschwindigkeit von 115 km/h. Das anschließende Tal wird sanft durchglitten, ebenso der anschließende Camelback. Im zweiten Tal sind die Beschleunigungswerte ein wenig ausgeprägter, aber auch hier nicht der Rede wert. Nun folgt ein hochgeständerter kurvenreicher Part mit sanften Gefällen und Steigungen mittendrin, in etwa so wie eine sehr langgezogene und recht unförmige Bayernkurve. Nachdem man nun eine Runde in einem Dreieck verbracht hat verengt sich die letzte Kurve zusehends, woraufhin man sich der Blockbremse zuwendet. Diese reduziert ein wenig die Geschwindigkeit, so dass man den anschließenden Part mit der erforderlichen Geschwindigkeit durchquert. Obwohl es die anschließende langgezogene Rampe kaum anmuten lässt, wir nähern uns nun dem Highlight der Anlage. Die Kurve verengt sich zunehmend bis zu einem Radius, bei dem es schon ein Wunder ist, dass da damals die doch sehr wuchtigen Arrow-Züge überhaupt hindurchgepasst haben. Doch während die lateralen Beschleunigungswerte überhand nehmen stürzt der Zug sogleich abrupt gen Boden. Das anschließende Tal wird wunderbar kräftig durchfahren und weist zudem einen sehr netten Richtungswechsel auf. Hierauf wiederholt sich das Spiel in umgekehrter Reihenfolge, woraufhin das Element in Form einer Acht auch leider beendet ist. Eine seichte Rampe mit inkludierter Linkskurve führt uns nun parallel zu den ersten Camelback der Anlage, woraufhin die Rückführung der Station eingeleitet wird. Hier warten dann drei sanfte Hügelchen auf die Fahrgäste, bei denen man ehrlich gesagt die negativen Kräfte ein wenig vermisst.  Nach einer kurzen knickreichen Auffahrt wird dann die Schlussbremse erreicht und die Fahrt neigt sich einem Ende entgegen.

Im Gegensatz zu anderen Achterbahnfans möchte ich mich nicht über die Fahreigenschaften beschweren, denn die sind absolut in Ordnung. Mich persönlich stört etwas anderes an der Anlage, denn sie ist schlichtweg langweilig. Es gibt nur ein Element während der Fahrt, welches in irgendeiner Form heraus sticht, der Rest gleicht einem klassischen Jet Coaster und seinen wir mal ehrlich, das können die Japaner deutlich besser als Amerikaner aus Utah. Insgesamt ist der Meteor Liner mit Musikauswahl eine nette Achterbahn, doch keine bei der ich mich eine halbe Ewigkeit bei den vorhandenen Bedingungen in der Space World für anstehen würde.

Zaturn

Anders sieht es bei der Abschussachterbahn Zaturn aus, bei der die Wartezeit nie länger als 20 Minuten, trotz Einzugbetrieb und Sicherheitseinweisungsritual, wurde. Hierbei handelt es sich um einen Klon der Achterbahn Stealth aus dem englischen Freizeitpark Thorpe Park, weswegen das Layout schnell erzählt ist. Nachdem sich der Pulsschlag der Lichtshow gelegt hat beschleunigt der Zug auf eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Hierauf schießt der Zug einen 60m hohen Top-Hat empor und verlässt diesen in derselben Richtung aus der er gekommen ist. Im anschließenden Tal erwartet einem dann noch eine Vertikalbeschleunigung von 5G, ehe auf dem darauffolgenden Hügel die Bremsstrecke eingeleitet wird. Nach einer Kurve erreicht man dann die separate Ausstiegsplattform.

Zaturn ist solide und bietet trotz ihrer kurzen Fahrzeit von etwa 30 Sekunden eigentlich alles, was man auf Titan vermisst. Doch im Vergleich mit Stealth fällt die Anlage leider etwas schwach aus, irgendwie fehlte mir dann doch die Atmosphäre oder zumindest der Spillwater unter dem man hindurch fährt an der Anlage; es kann aber auch an der minimal kürzeren Beschleunigungsphase bei der minimal älteren Schwester liegen.

Entlang des geschlossenen Galaxy Theater und dem Maze Alien Panic Revolution, welches wir uns auf Grund des hohen Andrangs ersparten, führt uns der Weg nun zurück zum Space Bazar und somit zum Ende dieses Berichts.

Bilder Space World

Fazit Space World

Die Space World ist ein guter Freizeitpark, der seine besten Zeiten jedoch bereits weit hinter sich gelassen hat. Davon zeugen die vielen leerstehenden Flächen, vor allem in dem Bereich rund um die Big Bang Plaza. Auf der anderen Seite hat man (mit Ausnahme des Boogie – Woogie Space Coaster) topgepflegte Achterbahnen – was jedoch auch kein Wunder ist, wenn man diese temporär im laufenden Betrieb immer mal wieder schließt. So oder so, es war ein toller Tag in einem außergewöhnlichen Freizeitpark, über den man wohl bald auch mit einer ordentlichen Prise Pathos erzählen darf; immerhin trauert man in der Space World nicht, man feiert.

 


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Oh, oh, oh Gardaland!

Gardaland

Nach einem Disneylandbesuch im kalifornischen Anaheim zu Beginn der 70er Jahre entschloss sich der Geschäftsmann Livio Furini seinen eigenen Park zu gründen. Kein Ort schien damals passender als ein Gelände in Sichtweite des Gardasees, immerhin ist dieser der erste See entsprechender Größe, den Touristen, von der Brenner Autobahn kommend, seit den späten 50er Jahren in Beschlag genommen haben und seither auch nicht mehr weggegeben haben; feinstes Mittelmeerfeeling ohne Mittelmeer versteht sich. Unter Zuhilfenahme einiger lokaler Unternehmer eröffnete das Gardaland im Jahr 1975 zum ersten Mal seine Pforten und wuchs seitdem stetig. Im Jahr 2006 kaufte dann die britische Merlin Entertainments Group den Park für 550 Millionen Euro. Zwei Hotels in einigen Kilometern Entfernung runden das Angebot ab.

Am Parkplatz angekommen versprach die Fülle dessen einen angenehmen Besuchstag, was sich jedoch an den Kassen und am Einlass nicht unbedingt widerspiegelte. Wirklich dumme deutsche Parkgäste im Teenageralter, die wohl nie zuvor in einem internationalen Vergnügungspark unterwegs waren, verzögerten den Ticketkauf zudem ungemein, in dem sie explizit zwei Eintrittskarten verlangten. Dabei geht es ganz einfach, wenn man die Tickets auf Englisch bestellt, dabei zwei Iglo Tickets wegen den typischen Merlin 2:1 Rabatt hinlegt, das Geld bezahlt und dann auf feinstem Deutsch einen wunderschönen Besuchstag gewünscht bekommt. Gewusst wie ging es auch sogleich in den Park, wo ich dann erst einmal auf Dominik warten durfte, da er die Lücke hinter einer italienischen Familie nicht so schnell aufgeschlossen hatte und der Einlass hier im Allgemeinen etwas zeitaufwändiger ist. Generell ist der Zugangsbereich im Gardaland ein wenig unvorteilhaft gebaut.

Fantasy Kingdom

Gleich zu Beginn hat man die Qual der Wahl durch zwei Kinderbereiche zu laufen. Dabei kann man sich zwischen dem Mittelalterbereich des Gardaland, wo ein Pferdekarussell und mehrere Spielplatzgeräte stehen, und dem Fantasy Kingdom entscheiden, in dem Prezzemolo und seine Freunde, die Parkmaskottchen, zu finden sind. Diese sind in Italien schlichtweg Kult und haben im Jahr 2002 sogar ihre eigene TV-Serie, im Übrigen eines der frühen Projekte des Studios Rainbow (Winx Club, Huntik und einige mehr, deren Lizenz nun im Rainbow Magicland bei Rom genutzt werden), mit insgesamt 26 Folgen spendiert bekommen. Prezzemolo, der auf Deutsch übersetzt Petersilie heißt, ist dabei ein schüchterner Drache, der unter Einnahme von Pizza, belegt mit Erdbeeren, zu He-Man wird und seinen Freunden beisteht. Die Serie ist tatsächlich nicht schlecht, obwohl ich kein Wort italienisch verstehe, und prägt den Stil des Themenbereichs ungemein.

Kernstück dessen ist ein künstlicher Baum, welcher, ähnlich der Cabane des Robinson des Disneyland Parks in Paris, begehbar ist. Im Inneren befinden sich einige Räumlichkeiten, die von Prezzemolo und seinen Freunden bewohnt werden und insgesamt sehr nett gestaltet sind. Stets aufwärts führend  erklimmt man eine Treppe bis man auf dem Balkon in der künstlichen Baumkrone angekommen ist. Hier oben besteht die Möglichkeit sich mit Prezzemolo fotografieren zu lassen oder einfach die Aussicht auf das Gardaland zu genießen. Eine Treppe um den Baum herum führt einen wieder hinab. Recht interessant wiederum wird es im Keller des Baumes,  wo sich das Magic House befindet.

Magic House

Nachdem man die Eingangshalle zu Prezzemolos trauten Heim betreten hat erscheint ein Magier und spricht zu den Besuchern. Dabei verlängert sich der Raum, in dem man sich gerade befindet. Recht aufgeregt begrüßt einem Prezzemolo in seinem Wohnzimmer und erklärt, dass sich aufgrund der seltsamen Stimme, die man von Zeit zu Zeit hört, kaum noch Besucher hierher verirren. Plötzlich passieren seltsame Sachen und der Magier spricht erneut zu den Gästen des Hauses. Nun erklärt der rastlose Geist, dass sich hier einst sein Laboratorium befand und er sich ein wenig daran gewöhnt hat mit Prezzemolo im selben Haus zu leben, es nun aber für sich deklariert. Daraufhin lädt er die Besucher auf eine kleine Illustration seiner Kräfte ein, in der er das Haus mal eben etwas auf dem Kopf stellt. Auf dem Weg hinaus erzählt Prezzemolo seinen Besuchern von einem seltsamen Traum, in dem sein Haus und ein Zauberer eine wichtige Rolle spielten.

Es ist schon irgendwie cool vor einem riesigen Gebäude zu stehen und erst einmal mit einem Aufzug einige Meter hinunter in den Keller zu fahren um ein komplett unterirdisch errichtetes Mad House zu besuchen. Leider beraubt der Comiclook der Trommel ein wenig die Illusion, hier hätte man durch zusätzliche Effekte sicherlich noch mehr erreichen können. Die Musik ist stimmig und die Italiener hören der Geschichte aufmerksam zu, wodurch man, zumindest in der Theorie, der Geschichte ohne Probleme folgen kann.

Das restliche Fantasy Kingdom wirkt wie der Prototyp aller moderneren Kinderländer, als weitere Fahrgeschäfte gibt es, ähnlich dem jüngeren Sesamo Aventura aus dem spanischen Port Aventura bei Salou, z.B. eine recht ordentlich gestaltete Traktorfahrt, eine kleine Monorail und weitere kleinere Karusselle in einer aufwändigen Gestaltung.

Raptor

Ein wenig oberhalb dieses Bereichs liegt der Eingang zu Raptor, dem Prototypen der Wing Coaster aus dem Hause Bolliger & Mabillard. Diese Anlage präsentiert sich ähnlich der berühmt berüchtigten Achterbahn Nemesis des englischen Freizeitparks Alton Towers als Alien, welches zufällig während im Park stattfindenden Bauarbeiten aufgefunden wurde. Während Nemesis zu einer stahlähnlichen Struktur gebändigt wurde und seither den Gästen der Towers als Fahrgeschäft dient, versuchte die Genetix Initiative, eine paramilitärische Organisation, in den eigens errichteten X-Labs im Gardaland das gefundene Wesen zu bändigen. Doch alle Versuche scheitern und Raptor gelingt der Ausbruch.

In einer kurzen Linkskurve verlässt der Wagenverbund die Station und erklimmt sogleich den Lifthügel. Während neuere Exemplare nun ihre Fahrgäste einmal recht langsam um 180° drehen stürzt sich der Raptor gleich in die Tiefe, was gerade in den hinteren Reihen zu unerwarteter Airtime führt. Kraftvoll durchfährt der Zug das erste Tal und absolviert im Anschluss eine Steilkurve nach links. Ohne wirkliche Rast stürzt sich das Flugalien erneut gen Boden und scheut dabei keineswegs mit seinen Kräften. In einer Zero-G Roll wird man nun das erste Mal kopfüber gestellt, die man dann in einer Linkskurve verlässt. Nun überquert man auf einem Hügel das Eingangsportal der Anlage, worauf sich der Zug in eine bodennahe Kurve schmeißt, welche als Einleitung in einen etwas langgezogenen Korkenzieher dient. Eine bodennahe Rechtskurve, vorbei an dem Lifthügel der Anlage, fügt sich an, wird aber sogleich von einer weiteren Linkskurve abgelöst. Diese mündet in einen sehr langgezogenen In-Line-Twist, einer geradlinigen Rolle,  welche mit einigen Near Miss Elementen bestückt wurde. Kurz darauf landet das, uns nun etwas bekanntere, Flugobjekt in der Bremsstrecke, wo man dann einige Zeit in den nun eng anliegenden Rückhaltewesten verbringen darf.  Eine weitere Linkskurve bringt uns nun wieder hinab auf die Ebene des Hangars.

Obwohl Raptor mit einer Höhe von 33m und einer Länge von just 770m der kleinste Vertreter seiner Art ist, so ist die Anlage doch eine der besseren, da hier langgezogene Inversionen mit knackigen Kurven und kraftvoll durchfahrenen Tälern einhergehen. Zwar sind auch hier die Near Miss Elemente, also Gestaltungselemente an denen der Zug nur knapp vorbeizufahren scheint, vernachlässigbar, dafür überrascht die Anlage im Gardaland umso mehr durch ihren eher unkonventionellen First Drop (es ist schon seltsam, dass man durch die ganze Hipster-Bewegung mit ihrem nichtkonventionellen Mainstream etwas absolut klassisches nun als unkonventionell bezeichnen kann, da es schlichtweg keiner mehr macht). Im Vergleich zu den anderen europäischen Anlagen hat Raptor durch die dynamischere Fahrweise eindeutig die Nase vorn, zumal The Swarm aus dem englischen Thorpe Park durch die erneute Umdrehung der beiden hinteren Wagen sämtliche fahrtechnische Raffinesse wieder verloren hat, obgleich die Anlage als einzige der drei europäischen Vertreter ihrer Art einen wirklich guten und wirkungsvollen Close Call aufweisen kann.

Spectacular 4D-Adventure Cinema

Einige Meter weiter trifft man auf das Spectacular 4D-Adventure Cinema, welches einen Simulator mit recht langen Reihen des Herstellers Intamin beinhaltet. Die Anlage wurde im Jahr 1990 unter dem Namen Cinema Dinamico als erste ihrer Art in Europa eröffnet und zeigte teilweise bis zu 6 unterschiedliche Filme am Tag, darunter auch ein Film der die Holzachterbahn Colossus aus dem Freizeitpark Six Flags Magic Mountain zeigte. Im Jahr 2001 wurde das Theater umgebaut, woraufhin 3D-Filme gezeigt wurden, die durch die zusätzlichen Bewegungen in die vierte Dimension gehoben werden. Wie immer bei solchen Attraktionen variiert die Qualität der Filme ungemein, meist laufen die Bewegungen des Fahrgastträgers ruckartig und darüber hinaus asynchron zum Bild, wodurch sie ein Garant für Schleudertraumata jeglicher Art und Motion Sickness sind.

I Corsari

Etwas ruhiger, aber keineswegs weniger spektakulär, geht es bei der Themenfahrt I Corsari zu. Als Trotzreaktion zur nahenden Eröffnung des Euro Disney Resorts in Paris, im Jahr 1992, entstand im Gardaland die zur damaligen Zeit teuerste Attraktion weltweit. Und so wundert es kaum, dass der eh schon stark begrenzte Platz des Gardaland durch eine weitere unterirdisch gelegte Halle optimal ausgenutzt wurde. Der Zugang zur Themenfahrt erfolgt am Deck einer riesigen Galeone, in deren Rumpf die Warteschlange inkl. Station wartet.

Als Matrosen einer riesigen Galeone angeheuert versuchen wir sogleich dem grausamen Käpt’n Jason Montague in zwei Nussschalen zu entkommen. Unser Weg führt uns direkt in den Dschungel, wo uns gefährliche Tiere und tote Piraten die grausame Realität unseres Unternehmens verinnerlichen. Ein Papagei versucht uns von unserem Treiben abzuhalten; wir wissen aber, dass die Rückkehr zum Käpt’n nicht weniger harmlos sein wird. In einer Höhle treffen wir auf ein verrottetes Schiff, dessen rastlose Crew noch immer unter uns weilt. Wir entkommen knapp und landen in einer vermeintlich sicheren Umgebung. Die Piraten hier scheinen nett und freundlich, aber vor allem trinkfreudig zu sein. Man rät uns nach links weiter zu fahren und so gelangen wir, durch eine Kanalisation hindurch, in einen Sumpf. Wäre diese Umgebung nicht schon tödlich genug werden wir im nächsten Moment von einer Seeschlange mit menschlicher Gestalt angegriffen. Doch auch hier schaffen wir es zu entkommen und werden sogleich mit einem sagenumwobenen Schatz belohnt. Frisch gehängte Piraten verheißen nichts Gutes und so wundert es uns kaum, als von einer riesigen Galeone der Befehl des Angriffs ertönt. Es ist unser alter Teamleiter Kapitän Montague, der nicht nur das neben uns liegende Fort zerstört, sondern uns noch in die Tiefe des Meeres geleitet.

I Consari kann man schnell und einfach als beste Piratenthemenfahrt Europas bezeichnen ohne dabei den Disneyland Klassiker Pirates of the Caribbean zu sehr abzuwerten. Die Fahrt selbst ist extrem stimmig und die verwendeten Animatroniks können sich, wie auch das gesamte Szenenbild, sehen lassen.

Sequoia Adventure

Neben der Wildwasserbahn Colorado Boat, welche im Jahr 1984 erbaut wurde und eine eher klassische Anlage mit zwei Schussfahrten ist, befindet sich der Eingang zu Sequoia Adventure, einer wahrlich speziellen Achterbahn des Herstellers S&S. Dabei verspricht das Layout des Screaming Squirrels eine überaus aufregende Fahrt mit gleich drei, etwas längeren, Überkopfpassagen.

Nachdem die typisch luftigen Bügel des Herstellers gesetzt und verriegelt wurden setzt sich der Wagen in Bewegung und rollt sogleich auf die Kurve zu, die den Wagen über zwei erhöhte Schienen unter den Armen greift und auf die eigentliche Fahrstrecke gleiten lässt. Hier koppelt der Wagen wieder auf sein eigentlichen Schienenprofil ein und wird sogleich im Lift nach oben befördert. Oben angekommen absolviert man eine kurze Gerade bevor man just abgebremst und ganz langsam über die Kuppe befördert wird. Im sogenannten Saxophone Element, welches tatsächlich ein wenig so aussieht wie das Musikinstrument, fährt man die Gerade kopfüber zurück, ehe man in einer Wende recht langsam wieder richtig herum gedreht wird. Das ganze Spiel wiederholt sich nun zwei weitere Male, wobei es nach dem zweiten Saxophone ein wenig hinauf geht um auf die richtige Ausgangshöhe für das dritte Saxophone zu kommen. Gegen Ende führt eine weitere Kurve den Wagen wieder zurück zur Station.

Sequoia Adventure ist eine herrlich bekloppte Achterbahn, die ihre längeren Überkopfpassagen quasi selbst zelebriert. Diese fahren sich auch allesamt recht angenehm, jedoch sind die Wenden leider nicht ruckfrei, was gerade nach dem zweiten Saxophone mit seinem Freischnitt negativ auffällt. Die Fahrt selbst jedoch macht Spaß und ist durch ihr herrlich anderes Layout ein Blickfang sondergleichen.

Magic Mountain

Im Jahr 1981 präsentierte der niederländische Freizeitpark Efteling mit Python die größte und aufregendste Achterbahn in Europa. Zwei Jahre später stellte der Heide Park Soltau mit Big Loop eine ähnlich erregende, aber höhere Anlage vor und zog in Folge dessen alle Blicke auf sich. Auch das Gardaland erkannte diesen Trend und bot im Jahr 1985 mit Magic Mountain die damals berauschendste Achterbahn in Italien; ebenfalls nach dem Vorbild der Carolina Cyclone des amerikanischen Vergnügungsparks Carowinds.

Wie auch bei Python verlässt der Zug im Gardaland die Station in einem kleinen Gefälle woraufhin sich eine Linkskurve anschließt. Kurz darauf klinkt der Zug in die Liftkette ein, welche diesen in eine Ausgangshöhe von 29m bringt. Es folgt ein kleines Gefälle und eine erneute 180° Linkskurve ehe der Zug die Hauptschussfahrt hinunterrast. Nun durchfährt der bunte, mit Werbeträgern für Coca Cola, gestaltete Zug ein überaus kraftvolles Tal und passiert sogleich den ersten Looping und gleich darauf den zweiten Looping der Anlage. Auf einer Geraden gewinnt der Zug ein wenig an Höhe um sich kurz darauf in eine Kurve zu werfen. Diese führt den Zug auf die Ausgangshöhe der Korkenzieher, in welche man mit einer bemerkenswerten Schräglage einfährt. Während sich der Wagenverbund durch diese hindurch schraubt steht die Welt zwei weitere Male Kopf über. Nach einem kleinen Hügel absolviert man nun eine Aufwärtshelix um eine Fontäne herum, in deren Anschluss sogleich die Bremsstrecke wartet.

Magic Mountain ist eine klasse Achterbahn älterer Bauart, welche sich durch ihr wahrlich intensives Kräftespiel jedoch nicht vor neueren Anlagen verstecken muss und das obwohl man beide Züge nur halb besetzt hatte. (Den einen Zug mit drei Wagen, den anderen mit vier). Die Fahrt selbst ist schneller als ihr niederländisches Pendant und hat dadurch von Anfang ordentlich viel Druck, welcher auf die Fahrgäste, wie auch die Strecke, übertragen wird. Die neuen Züge von Vekoma werten die Fahrt im Allgemeinen auf, das seltsame Coca Cola Branding und die noch seltsamere Abfertigung am Besuchstag hingegen ab.

Kung Fu Panda Academy

Hinter der großen Loopingachterbahn entsteht derzeit der Themenbereich Kung Fu Panda Academy im Gardaland, welcher neben dem Fabbri Spinning Coaster Kung Fu Panda Master, das umgestaltete Kaffeetassenkarussell Mr. Ping‘s Noodle Suprise und die Kung Fu Panda Chi School vorweisen wird.

Ortobruco Tour

In der hintersten Ecke, noch hinter dem Zugang zur Monorail, der Koggenfahrt und dem Kleinkinderkarussell befindet sich der Zugang zur Ortobruco Tour, dem wohl größten Big Apple der Welt. 1990 eröffnete die Anlage mit einem deutlich kürzeren Layout, jedoch wurde dieses bereits 1993 auf die heutige Länge erweitert; wohl auch aus Kapazitätsgründen. Technisch gesehen kann sich die Pinfari Achterbahn durch die Anzahl an Reibradliften, wie auch durch die vollkommen automatisierten Züge, durchaus sehen lassen.

Nach einer Rechtskurve durchfährt der Zug eine längere Gerade, woraufhin sich nach einer weiteren Rechtskurve der erste Lifthügel anschließt. Oben angekommen passiert der Wagenverbund eine Linkswende und nimmt dabei langsam an Fahrt auf. Über Stock und Stein bzw. den typischen Wellen eines jeden Big Apples wird nun der Weg bis zur nächsten Kurve überwunden. Nach erfolgter Wende folgt nun der zweite Lift, woraufhin sich eine abwärtsführende Rechtshelix anfügt. Hierauf folgt der dritte Lift oberhalb der Warteschlange, der in eine Rechtskurve übergeht. In ihrer Ursprungsversion hat diese den Zug in die Station leiten lassen, in der derzeitigen Variante jedoch führt sie den Zug jedoch in den vierten Lift. Nun umrundet man das Gebäude des Kleinkinderkarussells um etwa 90°, absolviert einen geraden Drop und eine gerade Steigung nach einem leicht geknickten Tal. Sogleich geht es in einer weiteren Rechtshelix erneut bergab. Diese verlässt man in einer leichten Steigung, die auch hier in einem Lift übergeht. In einer linksführenden Helix vollführt der Zug die anschließende Abfahrt. Auch hier wird in der nachfolgenden Auffahrt die Geschwindigkeit des Zuges mit zusätzlichen Reibrädern am Leben erhalten. Nun durchfährt der Zug eine Rechtskurve, die dann nach einem leichten Knick in eine Linkskurve übergeleitet wird; kurz darauf folgt die Station.

Die Ortobruco Tour ist eine nette Kinderachterbahn, die stets das Gefühl vermittelt gerade in einem größeren Zierer Tivoli zu sitzen als in einem Big Apple, da hier sowohl die Geschwindigkeit und die Streckenlänge dieses suggerieren. Die Fahrt ist zumindest gut und die Deko, die interessanter Weise aus dem ehemaligen Gardaland Waterpark bei Mailand stammt, kann sich sehen lassen.

Ramses Il Risveglio

Mit dem Valle dei Rei eröffnete 1987 die erste größere Themenfahrt im Gardaland, welche auf Grund der scheinbar endlosen Popularität der interaktiven Dark Rides im Jahr 2009, zu Ramses Il Risveglio umgestaltet wurde. Somit erlitt die Anlage das gleiche Schicksal wie Duel aus dem Freizeitpark Alton Towers und Tomb Blaster aus dem ebenfalls englischen Park Chessington World of Adventures.

Die Story handelt nun von seltsamen Phänomenen, die während Restaurierungsarbeiten auftraten und ein Übel, welches die Welt unterwerfen will. Eine ähnliche Storyline hatten wir bereits bei Raptor, doch im Unterschied dazu gibt es hier Robotermumien und feinste Metallklänge. Wäre das typische Geräusch der Pistolen nicht vorhanden, wie z.B. bei der diesjährigen Neugestaltung von Tomb Blaster, so würde mir die Anlage wirklich Spaß machen. Insgesamt gesehen ist die Anlage natürlich sehr sehenswert und das Fahrtsystem von Pinfari erlebenswert. Die allgemeine Gestaltung ist überragend und die futuristischen Metallmumien sind schon eine verdammt coole Idee.

Unterhalb des Gardaland Theatre befindet sich das 4D Kino des Gardaland in dem derzeit ein Ice Age Film gezeigt wird. Normalerweise ist dies Grund genug dem Kinosaal fernzubleiben, immerhin war der erste Ice Age 4D Film eine miserabel geschnittene Version des ansonsten brillanten dritten Kinoabenteuers um Manny, Sid, Diego und Co, doch nun haben die Blue Sky Studios ein eigens auf Scrat zugeschnittenen 4D Film herausgebracht und dieser ist echt gut. Dabei findet Scrat eine Zeitmaschine und durchwandert einige Epochen, natürlich stets auf der Suche nach seiner Haselnuss. Die Effekte waren dabei gut eingesetzt, die wenigen italienischen Textstellen wurden jedoch nicht untertitelt und sind für das Gesamtverständnis des Films nicht erforderlich.

Space Vertigo

Der Weltraum, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 1998, dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Space Vertigo, das mit seiner 16 Mann starken Besatzung gute 30s unterwegs ist um physikalische Grundgleichungen zu erforschen. In nicht ganz so vielen Höhenmeter, wie bei vergleichbaren Türmen, dringt Space Vertigo in (Intensivitäts-)Galaxien vor, die noch nie jemand auf einem Freefalltower erlebt hat. Aha hahahaha ha (3x).

Irgendwie passt diese Verwurschtelung des Raumschiff Enterprise Texts ganz gut zum Gardaland und Space Vertigo, immerhin hat die Weltraumthematik ihren Ursprung im Eröffnungsjahr des Gardaland und somit auf der europäischen Popularitätswelle, der Ende der 60er Jahre bereits eingestellten, Serie. Der Anstehbereich besteht größtenteils aus achteckigen Gängen, in denen Monitore mit veralteten Bildmaterial eingelassen sind. Die Station ist nicht weniger puristisch, weißt aber neben unförmigen Lampen kaum Dekorationselemente auf; aber das ist auch nicht das, worauf es hier eigentlich ankommt. Der Turm zeigt nämlich, ähnlich dem Drop Ride des Funlands auf Hayling Island, dass Höhe ein extrem vernachlässigbarer Parameter für einen Freifallturm ist. Dieser Turm rockt gewaltig, jedoch zog sich die Wartezeit hier ein wenig in die Länge.

Oblivion – The Black Hole

Genauso hoch wie der Turm nebenan erstreckt sich Oblivion – The Black Hole in die Höhe, ein Dive Coaster des Firma Bolliger & Mabillard, frei nach dem Vorbild Oblivion aus dem Schwesterpark Alton Towers. Während Oblivion seine Story rund um die Anlage an sich und das zu durchfahrenen Loch strikt, so konzentriert sich die Geschichte bei Oblivion – The Black Hole um das bereits im Namen erhaltene schwarze Loch, welches es zu untersuchen gilt.

Nachdem man die schicke, teilweise auch interaktive, Queue durchschritten und den Wagenverbund bestiegen hat kann die Fahrt nach einem kurzen Countdown auch schon beginnen. Nach einer kleinen Kurve erklimmt man sogleich den Lifthügel, welcher einen auf die Ausgangshöhe von 42,5 m bringt. Oben angekommen nähert man sich nun der Position des schwarzen Lochs durch eine Linkskurve an. Die Schiene knickt nach unten hin ab, der Zug folgt prinzipiell dieser Bewegung, wird aber noch durch eine Haltebremse vom vertikalen Fall abgehalten. Einige Sekunden vergehen und schon nähert sich der Zug dem schwarzen Loch im rasanten Tempo, wobei die bereits angezogenen Umgebungsobjekte ihrem Near Miss Charakter eher entsprechen, als bei dem Wing Coaster im selben Park. Druckvoll geht es nun durch den anschließenden Tunnel, welcher durch Nebel und integrierte Lichteffekte auffällt. In einem Immelmann wechselt man gekonnt die Richtung und nähert sich dann dem Bodenniveau. Durch ein kleines Gebäude hindurch passiert man ein weiteres Tal, bevor es dem Camelback empor geht, welcher einem gekonnt aus dem Sitz befördert. Es folgt eine 270° Abwärtshelix, welche einem in eine Heartline Roll mit gleichen Drehsinn entlässt. Ein kurzer Anstieg später erreicht man die Bremsstrecke und kurz darauf die Station.

Oblivion – The Black Hole ist eine gute Achterbahn mit einem hervorragenden Layout, aber einem kleinen Identitätsproblem. In der Theorie behandelt die Anlage fast dieselbe Story wie Oblivion, nur das die ganze Aufmachung in Alton Towers schlichtweg besser ist. Es wirkt wie das halbherzige Remake eines unumstritten brillanten Films; hardwareseitig kann die Anlage für dieses Empfinden aber absolut gar nichts dafür. Dies und die allgemeine Aufmachung der Anlage sorgen letztendlich dafür, dass der Baron 1898 aus dem niederländischen Freizeitpark Efteling der bessere der beiden 2015 eröffneten Dive Coastern ist.

Mammut

Vorbei an der Flying Island mit demselben Namen und einer insgesamt gelungenen und zum Themenbereich passenden Gestaltung, führt der Weg in Richtung der Achterbahn Mammut, welcher das Grundlayout der Vekoma Mine Trains nutzt und durch insgesamt 245m Streckenlänge ergänzt. Die Gestaltung der Anlage soll eine Expedition zum Nordpol darstellen und kann durch seine allgemeine Thematisierung und dem Vorkommen eines riesigen Mammuts überzeugen, bei der Fahrt sieht es jedoch ein wenig anders aus.

Diese beginnt sogleich mit einer Rechtskurve, an der sich der erste Lifthügel anschließt und einen leider sehr geradlinig nach oben befördert. Dort angekommen verlässt man diesen in einer Linkshelix, in der man etwas an Geschwindigkeit aufnimmt. An ihr fügen sich wie in einem Slalom aneinander folgend drei 180° Kurven mit implizierten Tälern und Hügeln an, wobei die erste dieser Kurven nach rechts verläuft. Nach einem Drop unterhalb der Lifte, sowie einer anschließenden aufwärtsführenden Linkskurve gelangt man in die erste Bremse. Hierauf folgen eine Linkswende und der Lifthügel Nr.2, welcher auch wieder unorthodox geradlinig verläuft. Also bis jetzt ist die Mutter aller Vekoma Minenzugachterbahnen Calamity Mine aus dem belgischen Freizeitpark Walibi Belgium durch seine schrägen Lifte bereits um Einiges unterhaltsamer, aber auch hier folgen noch einige Streckenmeter um eine komplett andere Meinung zu generieren. Etwas höher als nach dem ersten Lifthügel erblickt man wieder das Tageslicht um kurz darauf eine lange Rechtshelix hinab zu fahren und sich somit dem Boden ein wenig zu nähern. Eine weite Linkskurve bringt einen wieder etwas dem Berg hinauf, doch auch hieran schließt sich eine Abwärtshelix nach rechts an. Normalerweise folgt nun eine Linkskurve hinein in die Bremsstrecke und gleich in die Station, doch im Gardaland führt einen der Zug nun in eine Linkskurve und sogleich den dritten Lifthügel hinauf, denn das namensgebende Mammut haben wir bisweilen noch nicht entdeckt. Die höchste Stelle der Anlage verlassen wir, wie soll es auch anders sein, in einer weiteren Helix, dieses Mal führt sich uns gleich hinab gen Boden. Vorbei am Mammut vollführen wir einen kleinen Umschwung in luftiger Höhe und sogleich eine Rechtskurve. Nach einem größeren Gefälle unterqueren wir die beiden ersten Lifte und vollführen eine letzte 180° Wende, woraufhin auch gleich die finale Bremsstrecke wartet.

Mammut könnte ein richtig guter Mine Train sein, wären dort nicht die eher miserablen Fahreigenschaften. Im Vergleich zu fast allen anderen Mine Trains desselben Herstellers vibriert die Anlage unangenehm vor sich hin, wodurch man nach den ersten zwei Teilen der Fahrt nicht unbedingt von Fahrspaß reden kann. Nur der dritte Part der Anlage holt etwas Ungeahntes aus dem eher öden Standardlayout heraus, was aber die Fahreigenschaften leider nicht verbessert.

Jungle Rapids und Fuga da Atlantide

Hinter dem sehr ordentlich gestalteten und mit einem guten Nässegrad bestückten Rafting Jungle Rapids liegt der Intamin Super Splash Fuga da Atlantide. Mit einem eher klassischen Spillwater Layout bestückt befeuchtet die Anlage die Fahrgäste mit Bravour, wenngleich auch deutlich weniger als es ein Shoot the Chute normalerweise macht; dies kann aber auch der (zumindest für sonnenverwöhnte Italiener) doch eher winterlichen Temperatur von etwa 18°C geschuldet sein. Interessanter Weise verlaufen die Abfahrten hier auf Achterbahnschienen und die Lifte wurden durch Kabellifte gelöst. Ansonsten bleibt einem zwangsläufig die wunderbare Gestaltung der Anlage vor Augen, die Fahrt selbst könnte jedoch besser sein.

Blue Tornado

Von weiten als einzige Attraktion sichtbar, was vor allem an seiner erhöhten Lage im Gardaland liegt, erstreckt sich der Suspended Looping Coaster Blue Tornado in die Höhe. Durch ihre offene Gestaltung ist die Spielzeugjetachterbahn ein Blickfang sondergleichen, was vor allem der außerordentlichen Fotogenität des Schienenprofils zu verschulden ist. Auch ist durch den möglichen Dreizugbetrieb stets Bewegung in der Anlage, was theoretisch für viele Fotos sorgt, wenn man sich denn nicht von tanzenden Robotern ablenken lässt.

Die Fahrt beginnt wie in einem jeden Standard-SLC mit dem Gewinn an potentieller Energie durch einen Kettenlift auf einer nach oben führenden Geraden. Dort angekommen überquert oder besser gesagt unterquert man eine Kuppe, die einen sogleich in eine Steilkurve entlässt. Mit ordentlicher Geschwindigkeit durchquert man nun das anschließende Tal, ehe man in einem Roll Over gleich zweimal kopfüber gestellt wird. Wieder auf Bodenniveau schießt der Wagenverbund einen geneigten Hügel empor. Parallel zur Station erreicht man nun den tiefsten Punkt der Anlage, der auch hier nebelgeflutet ist. In einem Sidewinder wechselt man nun die Richtung, woraufhin sich eine Helix anfügt. Diese verlässt man mit zwei aneinander folgenden In-Line Twists. Eine Rechtskurve in Bayernkurvenmanier lässt einem das erste Gefälle überqueren, doch anstelle sich, in einer torkelnden Art und Weise, dem Ende zu nähern schießt der Zug ein letztes Mal hinab und durchfährt eine bodennahe Helix, die im (Achterbahn-)Volksmund gerne als Bonushelix bezeichnet wird. Es folgt die Bremsstrecke und die Rückführung in die Station und somit das Ende dieser durchaus soliden Achterbahn.

Bilder Gardaland

Fazit Gardaland

Das Gardaland ist ein netter und vor allem guter Freizeitpark, den man relativ leicht als das italienische Alton Towers bezeichnen kann. Die Themenbereiche sind querbeet durchmischt und weisen nur in den seltensten Fällen eine klare Linie auf, dafür kann der Park aber durch seine außerordentlich guten Fahrgeschäfte, allem voran die Themenfahrt I Consari, punkten. Generell ist man hier sichtbar bemüht den Gästen einen angenehmen Tag zu bereiten, was sich zudem auch an den Gästen des Parks widerspiegelt. Trotz beliebter Urlaubsregion benehmen sich die Parkgäste vorbildlich, es wird überhaupt nicht gedrängelt, eher wird man von Gruppen sogar vorgelassen und man kann ohne Probleme sein Gepäck an die entsprechenden Aufbewahrungseinrichtungen hängen, meist fernab von der eigentlichen Attraktion, ohne das etwas geklaut wird. Zudem beschallt der Park einem den ganzen Tag mit eigens komponierten Songs, so dass man am Ende im Disko-Tunnel zum Parkplatz hin zwangsläufig zu Oh, Oh, Oh Gardaland raven muss.


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Viel los bei den Looney Tunes

Vorwort

Auf den Tag genau vier Jahre sind vergangen, als ich das letzte Mal das Tor zum Freizeitpark Parque Warner Madrid durchschritten hatte. Damals noch als Bestandteil einer umfassenden Spanien-Tour mit dem, zugegebenermaßen recht kreativen, Namen Coastern con Carne, nun als Hauptgrund die spanische Hauptstadt Madrid endlich mal genauer zu betrachten. Ausschlaggebend hierfür war die Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle, die ab Hamburg wirklich niedrige Preise nach Spanien anbietet, sowie ein Treffen mit Daniel (@Danieldikay), welcher als Student der spanischen Sprache auf Lehramt derweil seinen Pflichtaufenthalt im 300 km entfernten Zaragoza absolviert. Gebucht wurde der Aufenthalt über Travel Parks, dem Reisebüro von Parques Reunidos, weswegen wir für zwei Nächte in einem Holiday Inn Express inklusive Frühstück und jeweils zwei Eintritten für den Parque de Atracciones de Madrid und Parque Warner  Madrid (jeweils für bis zu 2 Personen pro Ticket, sowohl der Möglichkeit am nächsten Besuchstag erneut in den Parque Warner Madrid zu gehen) rund 176€ bezahlt hatten. Ein Preis den man ohne Jahreskarte einer der Parques Reunidos Parks kaum geringer ausfallen lassen könnte.

Übernachtet haben wir in Alcorcón mit guter Verbindung an den Cercanias Renfe, dem S-Bahn System Spaniens, und an die Metro von Madrid. Die Anreise zum Parque Warner Madrid gestaltet sich als recht einfach, nur die Abreise vom Park nach Mitternacht bereitete uns Sorgen. Über den zentralen Bahnhof, und Knotenpunkt aller Cercanias Renfe, Atocha gelangt man recht schnell zum Bahnhof Pinto, hier kann man dann in den Bus 413 steigen, welcher einen in einer viertel Stunde direkt zum Park befördert. Abends hingegen fährt dieser einen zwar zurück nach Pinto, wo hingegen der letzte Cercanias Renfe zurück nach Madrid bereits um 23:48 abfährt. Eine andere Alternative musste dementsprechend her, weswegen wir den Bus 412 nach Villaverde Bajo-Cruce nahmen und dort in die Metro, welche bis kurz nach 2 Uhr noch unterwegs ist, stiegen.

Parque Warner Madrid

Theatro Chino 3D

Nach durchschreiten des Eingangstores befindet man sich auf dem Hollywood Boulevard, der Mainstreet des Parks. Hier befinden sich einige Shops, einige Restaurants und das Theatro Chino 3D, ein Nachbau des berühmten Kinos TCL Chinese Theatre des Hollywood Boulevards in Los Angeles, jedoch mit einer höheren Kapazität als das Original. Hier wird neben dem Film Coyote y Correcaminos (ein Zusammenschnitt der letzten Road Runner und Wile E. Coyote Cartoons) noch der Film Marvin el Marciano en 3D (Marvin der Marsmensch in der dritten Dimension) gezeigt; gerade der zweite Film dürfte Besuchern der ehemaligen Warner Bros. Movie World Germany bei Bottrop Kirchhellen kein unbekannter sein. Dieser handelt von Daffy Duck und Marvin dem Marsmenschen, und kann für sein Alter eine erstaunlich gute Qualität, gerade in Bezug auf die verwendeten Effekte, vorweisen. Der Film wirkt dabei stets wie ein alter Zeichentrickfilm der Looney Tunes und auch die Geschichte dessen kann einen sehr gut unterhalten.

Oso Yogui und Cine Tour

Sollte man zum Beginn der Parköffnungszeit den Park betreten, so empfiehlt es sich seinen Rundgang nun gegen den Uhrzeigersinn zu beginnen und somit das Cartoon Village mit allen seinen Attraktionen als erstes zu besuchen, sofern man jedoch leicht verspätet den Park betritt, so darf man sich hier bereits auf längere Wartezeiten einstellen, weswegen ein Rundgang im Uhrzeigersinn die sinnvollere Wahl ist. Dabei sind die Movie World Studios ein wunderschöner Themenbereich, bei dem das Thema Film, wie auch im gesamten Park, eine nunmehr deutlich untergeordnete Rolle als noch im Jahr 2011 spielt. Während der Splash Battle Oso Yogui noch in seiner vollen Pracht die Fahrgäste bis auf die Unterhose befeuchtet, so fehlen bei der Oldtimerfahrt Cine Tour sämtliche Figuren aus dem Looney Tunes Universum, so dass im Endeffekt nur eine bescheidene Kapazität auf einer etwas längeren Fahrstrecke übrig bleibt. Hier lernt man auch zum ersten Mal die Besitzer von Pase Correcaminos Platinium Armbändern zu hassen.

Stuntfall

Nur gut, dass bei der Achterbahn Stuntfall wegen eines Zwischenfalls, bei dem der Zug in der ersten Inversionsfigur ausgependelt ist und einige Reihen, trotz vorhandener Plattform, nicht so einfach evakuiert werden konnten, stets mit einigen gesperrten Reihen im vorderen und hinteren Zugteil fährt und somit eine geminderte Kapazität vorweisen kann. Wie auch bei Shambhala im spanischen Port Aventura wird der Zug fast ausschließlich mit „Ganswischtischdeil“-Besitzern gefüllt, so dass bei dieser Achterbahn stets eine längere Warteschlange vorhanden ist. Dabei ist Stuntfall ein Leckerbissen der besonderen Art, den man nicht nur ein einziges Mal fahren möchte.

Nachdem sich der Flur gesenkt hat wird der Wagenverbund rückwärts einen senkrechten Turm hochgezogen. Sobald dieser eine Höhe von etwas weniger als 60m erreicht hat klinkt dieser aus und versetzt folglich seine Mitfahrer in einen freien Fall ehe es mit voller Wucht in Richtung der horizontalen Stationsdurchfahrt geht. Mit rasanter Geschwindigkeit nähert man sich nun der Cobra Roll, der ersten Inversionsfigur der Strecke, und absolviert dabei gleich zweimal einen Kopfstand. Nachdem man das Element verlassen hat folgt sogleich ein wahrhaft riesiger Looping, bei dem es bereits vorwärts kaum an Druck fehlt. Ungebremst rast man nun den zweiten vertikalen Turm empor, wie auch das nun synchron laufende Catch-car, welches einen fängt und nach oben befördert. Durch das Einklinken des Schlittens befindet sich der Körper nun am oberen Ende des Schulterbügels und somit ohne jeglichen Kontakt zum eigentlichen Sitz, der nun zwangsläufig folgende Part könnte dabei als Inspiration für den Schwur des Kärnan aus dem norddeutschen Freizeitpark Hansa Park gedient haben, ist jedoch deutlich extremer, denn der einsetzende Freie Fall ist einerseits von einer längeren Dauer und andererseits wird dieser durch den Körper erst inmitten des Loopings durch erneuten Kontakt mit der Sitzschale beendet. Diesen durchquert man nun mit ausgeprägten Druck, wo hingegen die Cobra Roll deutlich langsamer durchquert wird. Auch auf der Rückfahrt wird man erst im Turm durch ein, nun ebenfalls synchron laufendes, Catch-car aufgefangen, weswegen man zwangsläufig Bekanntschaft mit dem Bügel macht und nun einige Zeit in ihm hängt. Kurz darauf wird man zurück in die Station gefahren.

Die Giant Inverted Boomerangs sind eine echt tolle Erfindung, bei dessen Entwicklungsprozess die zuständigen Ingenieure des niederländischen Herstellers Vekoma sicherlich öfters ihre Pausen in den Coffeeshops der Umgebung absolviert haben. Allein die synchron laufenden Schlitten machen die Anlage zumindest regelungstechnisch interessant und zudem recht komplex, weswegen es bereits ein Wunder ist, dass Stuntfall im Vergleich zu den sehr fehleranfälligen Anlagen derselben Baureihe ohne größere Probleme seine Runden dreht. Die Fahrt auf der Anlage ist relativ sanft, jedoch durch und durch intensiv und gespickt mit einer großen Prise Airtime ohne dabei den Körper zu sehr zu strapazieren. Summa summarum eine tolle Anlage, bei der die Crew alles Mögliche getan hat um die Anlage überaus schnell abzufertigen.

Hotel Embrujado

In einer Seitengasse befindet sich der Zugang zum Hotel Embrujado, ein heruntergekommenes Hotel, welches verflucht zu sein scheint. Hier wird die Geschichte von Isabella, im Folgenden nur die Braut genannt, und Rikardo, ihrem Bräutigam erzählt. Während eines Feuers in der Nacht vor der Heirat verstarb Rikardo in der geheimen Bibliothek des Hauses, deren Zugang aufs erste nicht mehr gefunden wurde; die Braut hingegen wartete und wartete und wartete. Jahre später wurde ein Zugang zur Bibliothek entdeckt, woraufhin sich die Tragödie der vergangenen Tage zu wiederholen scheint. Durch einen Gang gelangt man aus der Bibliothek in den reichlich gedeckten Festsaal, doch es ist nur eine Projektion vergangener Tage. Es wird dunkel und die Braut erwacht von den Toten. Ausgelöst durch ihre Stimmung setzt sich der Raum in Bewegung, diese variiert von Trauer über Verzweiflung und Wut darüber das Rikardo sie verlassen hat. Am Ende erkennt sie ihren Fehler und scheucht die Besucher hinaus.

Das Hotel Embrujado ist ein gutes Mad House mit einer gut umgesetzten Storyline, aber auch sehr vielen spanischen Besuchern, weswegen die Atmosphäre durch die allgemeine und recht laute Plauderei untereinander leidet. Darüber hinaus bewegt sich die Warteschlange innerhalb des Gebäudes nur recht langsam voran, weswegen ein Besuch am Abend bei deutlich geringeren Andrang ein deutlich stimmungsvolleres Gesamtbild erzeugt.

Parque Warner Beach

Folgt man dem Hauptweg, so befindet man sich in einer Flucht mit dem Lifthügel der vermeintlichen Hauptattraktion des Parks, zumindest wäre die Bahn aus Stahl es nach unserer Definition. Wir aber biegen nun kurz vorher nach links ab und stehen nun vor dem Eingang des Wasserparks Parque Warner Beach. Dieser wurde im Jahr 2014 eröffnet und ermöglicht seitdem neue Blickwinkel auf die beiden Achterbahnen Stuntfall und Superman – la Atracción de Acero. Im Inneren bietet er bisweilen einen größeren Lazy River und ein größeres Wellenbecken. Freunde imposanter Wasserrutschen kommen beim Parque Warner Beach bisweilen aber nicht auf ihre Kosten, da nur kleinere Rutschkomplexe bzw. Spielstrukturen mit integrierten Rutschen des Herstellers Van Edgom vorhanden sind, darunter jedoch eine interessante Body Slide mit einem Trichter. Die allgemeine Gestaltung des Wasserparks ist jedoch konsequent im Stile der Looney Tunes und Hanna Barbara (Familie Feuerstein, Scooby Doo, Yogi Bär) Figuren umgesetzt worden und kann sich sehen lassen, wenn auch dafür wohl die Figuren aus der Cine Tour ihren Platz räumen mussten. Aus Zeitgründen war es uns leider nicht möglich den Wasserpark zu besuchen, ob er also den zusätzlichen Eintritt wert ist kann ich daher nicht sagen. Zumindest schien er trotz Saisonende von der Bevölkerung angenommen zu werden, eine Erweiterung mit größeren und ansprechenderen Attraktionen wäre zumindest wünschenswert, dann aber auch mit einem Eingang außerhalb des Freizeitparks.

Superman: La atracción de Acero

Wie bereits erwähnt ist Superman: La atracción de Acero die vermeintliche Hauptattraktion des Parks, zumindest ist sie eine der größeren Achterbahnen des Herstellers Bolliger & Mabillard, also per Definition bereits besser als gut. Im Parque Warner Madrid hingegen weist die Bahn aus Stahl nur eine durchschnittliche Wartezeit von etwa 15 Minuten auf, dank halbwegs kompetenter Mitarbeiter und Zweizugbetrieb, egal wie voll der Park im späteren Verlauf des Tages noch wurde. Recht lustig dabei ist der Umstand, dass viele Besucher die Achterbahn vor lauter Stützen und Schienen nicht sehen und den Eingang der Warteschlange mit ihren Kinderwagen öfters mal verstopfen.

Nachdem sich der Boden in der Station zur Seite gekippt hat verlässt der Wagenverbund diese und absolviert sogleich eine kleine Wende in Bayernkurvenmanier. Nun führt einem der Lifthügel in eine Höhe von 50m, woraufhin ein kleines Zwischengefälle vor dem eigentlichen First Drop durchfahren wird. Kurz darauf entschwindet der Zug gen Boden und der Körper reagiert träge darauf. Fast durchgängig ohne Kontakt zur Sitzschale stürzt man die Höhenmeter hinunter um kurz vor der Einfahrt in den Looping seinen ursprünglichen Sitzplatz wiederzufinden. Diesen passiert man relativ zügig und dementsprechend mit deutlich ausgeprägten Kräften. Das darauffolgende Tal wird mit voller Wucht durchquert just bevor es den Immelmann empor geht. Eine Trim Brake im nächsten Tal reduziert den Zug merklich, wodurch sich die Zero-G Roll, eine Inversionsfigur bei der man sich ohne vorhandene Beschleunigung um die eigene Achse dreht, recht angenehm fährt. Es folgt eine großzügig ausgelegte Cobra Roll in deren Ausfahrt man ein zweites Mal eine Reduzierbremse durchquert. Diese ist auch bitter nötig, denn auf dem nachfolgenden Hügel wird man außerordentlich stark aus den Sitz befördert.  Recht geradlinig folgt nun die Einfahrt in den ersten Korkenzieher, dessen Ausfahrt nach einer kurzen Wende mit einem zweiten Korkenzieher überquert wird und sich somit das Element der Interlocking Corkscrews bildet. Hierauf folgt eine sehr intensive bodennahe Kurve, woraufhin der Zug einen weiteren Hügel bewältigt und die Fahrgäste erneut in die Luft befördert. Eine noch intensivere Aufwärtshelix schließt sich an, kurz darauf erreicht man dann die Bremsen.

Superman: La Atracción de Acero ist, um es kurz auszudrücken, einfach brillant. Die Fahrt bietet alles was eine richtig gute Achterbahn benötigt, nämlich ein tolles Layout mit ihm spezifischen Eigenschaften, in diesem Fall also schnell durchfahrene Inversionen und ein ausgewogenes, wenngleich nicht lasches, Kräftespiel. Der Fahrkomfort ist überaus gut, wenngleich Superman – la Atracción de Acero die Anlage mit den meisten Schulterbügelkontakt im gesamten Park ist und der Zustand der Züge im Allgemeinen zu wünschen übrig lässt, denn fast jede Kopfstütze dieser ist mittlerweile beschädigt.

Lex Luthor und Sillas Voladores de Mr. Freeze

Gegenüber von der Bahn aus Stahl langweilt Lex Luthor, einer der Widersacher Supermans, seine Gäste in einem Top Spin mit grottenschlechten Fahrprogramm zu Tode; interessanter Weise ist jedoch die Anlage beim Parkpublikum durchaus beliebt. Deutlich rasanter geht es hingegen bei einem der Widersacher Batmans zu, denn die Sillas Voladores de Mr. Freeze,  ein durchaus netter Wellenflug mit einer ungewöhnlichen Gestaltung, bietet ein recht gutes Fahrprogramm.

La Venganza del Enigma

Hoch hinaus geht es bei La Venganza del Enigma, wo man aus Rache des Riddlers, ebenfalls ein Bösewicht aus dem Batman Universum, in eine Höhe von 100m befördert wird. Der 120m hohe Combo Tower der Firma S&S verfügt in der Theorie über drei verschiedene Modi, wobei an unserem Besuchstag zwei Spuren im Space Shot Modus betrieben wurden und die dritte Spur, welche ausschließlich als Turbo Drop fungiert, geschlossen war, obwohl der Wartebereich gegen Ende des Tages recht gut gefüllt war. Während ich die Anlage im Jahr 2011 als bestenfalls verdammt hohen Aussichtsturm beschrieb, so muss ich meine Meinung nun gründlich revidieren, denn die, im Park perfekt platzierte, Anlage kann mehr als nur verdammt gut auszusehen. Der Abschuss im Space Shot Modus zieht erstaunlich stark und ebenso lang an, bevor man die Maximalhöhe erreicht und ein wenig aus dem Sitz gehoben wird. Hier oben hat man dann eine wunderbare Sicht auf den unterliegenden Parque Warner Madrid und theoretisch auf die spanische Hauptstadt, ehe man gemächlich auspendelt. Es ist zumindest kein Vergleich zu anderen Space Shot Anlagen und so reiht sich La Venganza del Enigma recht hoch in meiner Gunst ein, zumal es der einzige gefahrene Turm über 71m Höhe ist, welcher tatsächlich noch Spaß macht.

Batman: La Fuga

Auf der anderen Seite der DC Super Heroes World befindet sich das Arkham Asylum, Gotham Citys Irrenanstalt, in der ein großer Teil der bekanntesten und schillerndsten Batman-Gegenspieler sich zeitgleich dazu beschlossen hatten zu fliehen. Als Dark Knight soll man diese nun wieder einfangen und so erkundet man auf dem Weg hinauf zur Station des Inverted Coasters Batman: La Fuga in aller Ruhe die Irrenanstalt von Innen. Dieses kann, sollte die Anlage im Einzugbetrieb betrieben werden, aufgrund der minimalen Anzahl von Mitarbeitern und surreal wirkenden Abläufen, gerne mal etwas länger dauern.

Nachdem man den Zug bestiegen hat und dieser endlich abgefertigt wurde kann die Fahrt auch sogleich losgehen. Viel Zeit verbringt man dabei nicht im Lifthill bevor man einen kleinen Predrop absolviert und sogleich in eine Steilkurve gerissen wird. Mit immenser Wucht passiert man nun das erste Tal und wird sogleich in den ersten Looping hineingedrückt. Eh man sich versieht steht man in der darauf folgenden Zero-G Roll erneut überkopf. Ohne Gnade durchführt man nun einen weiteren Looping, woraufhin eine linksführende Aufwärtshelix den vermeintlich harmlosesten Teil des Layouts einleitet. Doch kaum vollführt man den Kurvenwechsel in luftiger Höhe spürt man seine Beine nicht mehr. Eine Steilkurve führt einen zurück auf das Bodenniveau, woraufhin der erste Korkenzieher eingeleitet wird. Gerade im hinteren Teil des Zuges wird mit recht hoher Beschleunigung durch das Element gezogen. Nach einer recht engen Wende steht man erneut in einem Korkenzieher überkopf, wobei hier das Kräftespiel des ersten Korkenziehers noch einmal verschärft dargeboten wird. Nach einer aufwärtsführenden Linkskurve erreicht man die Bremsen und kurz darauf die Station.

Batman: La Fuga ist kurz, nicht sonderlich hoch, verteilt aber die G-Keule wie kaum eine andere Bahn, zumindest in Europa. Die 11 Schwesteranlagen, wobei 6 davon eine ähnliche Thematik vorweisen, hingegen belasten die Fahrgäste im positivsten Sinne in der restlichen Welt, meist aber in Nordamerika und dort von Zeit zu Zeit auch gerne mal rückwärts. Dabei ist Batman: La Fuga eine durch und durch tolle, wenngleich natürlich wahnsinnig intensive Achterbahn, weswegen es nicht sonderlich schade wäre, wenn neben der derzeitigen Renaissance der Suspended Looping Coaster der niederländischen Firma Vekoma auch weitere Anlagen dieser Art aus dem Hause Bolliger und Mabillard gebaut werden würden.

Hindurch durch den wunderbar gestalteten Gotham Bereich der DC Super Heroes World und somit vorbei an dem Autoskooter Los Coches de Choque de el Joker und am ehemaligen Simulator Batman: la Sombra del Murciélago, welcher im Jahre 2014 seine letzte Saison hatte und wohlmöglich durch eine Themenfahrt im Stil der Justice League ersetzt wird, geht es in das Old West Territory. Hier befindet sich neben einem Aufpreis pflichtigen Maze, welches sich die ehemalige Warteschlange der Achterbahn Coaster Express zu Nutze macht, der Break Dance Los Carros de la Mina, sowie die beiden Wasserbahnen Cataratas Salvajes und Rio Bravo.

Cataratas Salvajes

Bei den wilden Wasserfällen, also den Cataratas Salvajes, handelt es sich um einen sehr effizienten und aus meiner Sicht sehr schön in Szene gesetzten Spillwater der Firma Intamin. Dabei beruht die Effizienz der Anlage schlichtweg aus der Einfachheit des Layouts, welches ein simples Oval ohne unnötigen Schnickschnack darstellt. Nachdem das Boot also den Lifthügel hinauf befördert wurde absolviert es eine Wende in luftiger Höhe und stürzt sich sogleich die einzige Schussfahrt der Fahrt hinunter. Dabei entsteht eine größere Welle, welche dann auf die Insassen des Bootes niederprasselt bzw. die wagemutigen Passanten auf der Brücke über der Fahrspur befeuchtet. Der Nässegrad der Fahrt ist dabei bereits relativ hoch, aber im guten Mittel zu anderen Anlagen dieses Typs.

Coaster Express

Die Achterbahn Coaster Express ist die einzige Achterbahn des Parks, welche nach Wegfall der amerikanischen Six Flags Gruppe als Betreiber des Parks eine bewegte Geschichte vorweisen kann. Wie auch Bandit im Movie Park Germany startete die Anlage als Wild Wild West, passend gestaltet zum gleichnamigen Film aus dem Jahr 1999 ihre Laufbahn. Da dieser ein Flop ohne Gleichen war und mittlerweile, teilweise unberechtigter Weise, als einer der schlechtesten Filme gilt hat man sich mit dem Betreiberwechsel zu Parques Reunidos und der damit verbundenen Umbenennung des Parks in Parque Warner Madrid im Jahr 2005 dazu entschlossen die Lizenz der Achterbahn und des damals noch gleichnamigen Themenbereichs nicht weiter zu nutzen. Die damals überdimensionierte Warteschlange unterhalb der Station hat man auf den Außenbereich verkürzt, der Platz wird mittlerweile aber anderweitig benutzt, einen Blick auf den Zug mit dem Schleudersitz kann man jedoch noch von der Station aus wagen.

Nachdem der Wagenverbund die Station verlassen hat überquert man kurz das Transfergleis, woraufhin sich eine Linkskurve anschließt. Hierauf klinkt der Zug in die Kette ein und wird den Lifthügel nach oben befördert. Auf einer Höhe von etwa 36m angekommen neigt sich der Zug sogleich in eine weite Rechtskurve, welche sich als quergeneigte 590° Helix herausstellt. Dabei erreicht man im Tal eine Geschwindigkeit von etwa 80 km/h ehe es stetig wieder aufwärts geht. In einer höheren Lage umschlingt man nun den First Drop bis es erneut rasant gen Boden geht. Auf einem längeren geraden Teilstück folgt eine kleine Rechtskurve in luftiger Höhe, woraufhin sich ein weites geradliniges Gefälle anschließt. Nun absolviert man eine höher gelegene Rechtswende, welche zugleich in einen weiteren Drop übergeht. Hier absolviert man den zweiten und letzten Richtungswechsel des Layouts, denn kurz danach durchquert man eine weitere quergeneigte Helix, diesmal jedoch linksführend und nur 520° weit. Es folgt ein relativ bodennaher Hügel, woraufhin sich eine weitere Linkskurve anfügt. Darauf folgt ein weiterer Hügel quer durch das Gehölz auf dessen Abfahrt sich eine Reduzierbremse befindet. Diese greift merklich, was bei der anschließenden und recht lustigen Kurve sogar sinnvoll ist; eben jene Kurve war es, welche die Maximalgröße der Mitfahrer bis vor wenigen Jahren auf ein vergleichbar geringes Maß von 1m85 setzte. Kurz darauf greifen die Bremsen und der Zug fährt zurück in die Station.

Wo ich bei meinen letzten Besuch im Jahr 2011 noch davor gewarnt hatte bei der Anlage überhaupt einzusteigen und die Fahrt gerade in der letzten Reihe als Tortur beschrieb, so muss ich nach meinen heutigen Kenntnisstand sagen, dass Coaster Express eine ziemlich lustige Achterbahn ist deren Fahrt man nicht versäumen sollte. Zwar bietet diese Holzachterbahn absolut keine spürbaren negativen Kräfte, dafür ist das Geschwindigkeitsgefühl in den Kurven überaus ausgeprägt; zumindest hat mich die Fahrt fast durchgängig zum Lachen gebracht. Die Fahreigenschaften auf der längsten Holzachterbahn Europas sind im Allgemeinen gut und die Anlage wirkt von außen zumindest gut in Schuss, kein Vergleich also zu Magnus Colossus, einem weiteren Woody des Herstellers Roller Coaster Corporation of America (RCCA) aus dem spanischen Freizeitpark Terra Mítica bei Benidorm, welchen ich gerne als schlechteste je gebaute Holzachterbahn bezeichne.

Rio Bravo

Der Reversing Boat Ride Rio Bravo aus dem Hause Intamin ist eine Kopie der Hopkins Anlage Wild West Falls aus der Original Warner Bros. Movie World an der australischen Gold Coast, basiert jedoch auf der originalen Gestaltungsidee nach dem Film Rio Bravo. Umso mehr kann man sich also an der Thematisierung der Anlage erfreuen, denn diese ist bis auf das letzte Detail rundum gelungen.

Nachdem man die recht lange Warteschlange durchquert hat kann man, zumindest am Abend, sogleich in einem der Boote Platz nehmen. Zu meiner Verwunderung hat man in der Zwischenzeit die Anschnallgurte abgeschafft, was zumindest die Kapazität der recht beliebten Attraktion zusätzlich zu Gute kommt. Kurz darauf dümpelt das Boot vorbei an der Wartungshalle der Anlage in Richtung des ersten Lifthügels. Oben angekommen fährt man nun in das gewaltige Bergmassiv hinein, wo sogleich der erste Drehteller auf einem wartet. Dieser entlässt das Boot dann hinein in die erste Schussfahrt, welche rückwärts absolviert wird, soweit so gut und bereits oftmals erlebt, doch Rio Bravo wäre nicht eine außergewöhnliche Wildwasserbahn wenn nicht sogleich eine Besonderheit hinterherkäme. Für viele daher oftmals sehr unerwartet geht es nun einen Camelback empor, welcher einen auf seiner Kuppe etwa 10-20cm in die Luft befördert. Kurz darauf folgt dann die Abfahrt in das kühle Nass, wobei der Nässegrad bislang noch sehr überschaubar bleibt. Nach einer Kurve erreicht man eine weitere Wendestelle, woraufhin das Boot wieder vorwärts unterwegs ist. Gar unspektakulär führt einem der Fluss nun durch einen Canyon, ein Indianerdorf und die Westernstadt Dogde City, bevor es erneut  in die Mine hinein geht. An der höchsten Stelle der Fahrt angekommen wird man über einen Drehteller erneut in Position gebracht, woraufhin die zweite und finale Schussfahrt mit einer fantastischen Aussicht auf die Holzachterbahn Coaster Express eingeleitet wird. Unten angekommen wird man dann recht angenehm befeuchtet. Es folgt die Rückfahrt zur Station.

Die Wildwasserbahn Rio Bravo ist eine tolle Anlage mit einem größeren Überraschungsmoment zu Beginn der Fahrt. Die allgemeine Gestaltung ist grandios, es fehlt mir aber ein wenig an Effekten nachdem man die zweite Wendestelle verlassen hat. Zwar verlange ich dabei nicht, dass mir Kübel mit Wasser ins Gesicht geschmissen werden wie bei der grandiosen Wildwasserbahn des gleichen Typs Valhalla aus dem englischen Pleasure Beach Blackpool, dennoch wäre hier etwas mehr gegangen, zumal die anderen Wasserbahnen des Parque Warner Madrid allesamt nässer sind.

Tom y Jerry

Bereits von weiten hört man die Kinderachterbahn Tom y Jerry im Parque Warner Madrid, da sich die Anlage anhört wie ein über den Park fliegender Düsenjet. Dabei handelt es sich hierbei um einen der letzten produzierten Zierer Tivoli large Coaster, welche um die Jahrtausendwende von Six Flags in Auftrag gegeben wurden und somit Stützen vorweisen können, die dem Lichtraumprofil im Vergleich zu den Anlagen aus den 70er Jahren, die es vermehrt auch in Deutschland zu fahren gibt, gerecht werden. Dabei kann man das Layout relativ einfach als zwei nebeneinander liegende Achten beschreiben, bei denen die recht weiten Kurven mit einem umso längeren Zug durchfahren werden. Zumeist wird der Parcours dabei mehrere Male durchfahren, nicht aber im Parque Warner Madrid. Ansonsten wäre die Wartezeit bei dieser grundsoliden Achterbahn wohl kaum noch zu bändigen, denn Tom & Jerry ist eine der beliebtesten Anlagen des Parque Warner Madrid.

Cartoon Village

Dieses gilt aber im Allgemeinen für den Themenbereich Cartoon Village mit seinen beiden Kinderländern und dem Rafting Rápidos Acme. Zwar ist die Situation in Spanien nicht ganz so extrem wie in England, wo man im Grunde nur noch mit bekannten, bzw. für uns auch manchmal vollkommen unbekannten, Kinderserien die Massen in die Freizeitparks bringt. Dabei hat der Paultons Park den Vogel bisweilen mit der Peppa Pig World am meisten abgeschossen, so dass dieser in der Bevölkerung nur als Peppa Pig World bekannt ist und bereits in Schottland diverse Werbeprospekte vorzufinden sind. In Spanien hingegen haben die Kinderbereiche zwar eine höhere Bedeutung, aber es kommen auch andere Gäste in den Park und verteilen sich auch auf die anderen Themenbereiche dessen, wobei dieser Anteil in den letzten Jahren merklich zugenommen hat.

Interessant an den Parque Warner Madrid  Kinderbereichen ist jedoch die Art und Weise wie diese gestaltet sind, denn der eine Bereich wurde zur Eröffnung im Jahr 2002 fertiggestellt und der andere im Jahr 2011, wobei dort die Achterbahn Correcaminos Bip, Bip aus dem Jahr 2009 halbwegs integriert wurde. Während der alte Kinderbereich unzählige Fahrgeschäfte auf einem engeren Bereich vorweisen kann und dabei stets im Schatten unzähliger Bäume steht, so befinden sich im neuen Bereich wenige Fahrgeschäfte auf einer größeren betonierten Fläche ohne jeglichem Schatten. Zwar sind diese allesamt ordentlich gestaltet, es fehlt aber jegliche Atmosphäre in dieser Ergänzung. Interessant hierbei ist, dass fast jeder neue Planpark diese Muster aufweist, was aus meiner Sicht ein No-Go ist. Zumindest hat man mit der Academia de Pilotos, einer Kindermonorail aus dem Hause SBF Visa aus dem Jahr 2013, versucht diesen Umstand etwas aufzubrechen, doch wirklich geglückt ist es bislang noch nicht.

Correcaminos Bip, Bip

Bei der Achterbahn mit dem vermeintlich seltsam klingenden Namen Correcaminos Bip, Bip handelt es sich um einen Youngster Coaster der Firma Mack, welcher das gleiche Layout wie der ein Jahr jüngere Götterblitz aus dem österreichischen Familypark aufweisen kann. Wie auch am Neusiedlersee beginnt die Fahrt mit der Erklimmung des Lifthills. Oben angekommen geht es nach einem kleinen Gefälle zügig in die erste Kurve, worauf schongleich der große Drop folgt. Mit voller Geschwindigkeit passiert man nun das erste Tal und sogleich einen Horseshoe, ein Element welches wie ein aufgeständertes Hufeisen geformt ist. In einer Rechtskurve sammelt man erneut Höhenmeter an, woraufhin diese in einer abwärtsführenden Linkshelix mit anschließenden Gefälle abgebaut werden. Nun folgt eine Kurvenkombination aus Auf- und Abwärtshelix, welche von oben betrachtet einer Acht ähnelt.  Zu guter Letzt führt eine weitere Rechtskurve den Zug hinauf zur Bremsstrecke und dann zurück zur Station.

Correcaminos Bip, Bip ist eine zum Teilen sehr aufwändig gestaltete Anlage, zum Teilen aber auch eine sehr lieblos inszenierte Achterbahn mit einem tollen Layout und ebenso guten Fahreigenschaften. Es ist ein wenig Schade zu sehen, dass die Jagd auf dem Road Runner, also Correcaminos, wegen der hohen Holzzäune mit Gucklöchern von außen kaum einsehbar ist, ebenso ist es Schade, dass die Anlage weit abseits als Stand-Alone Attraktion eine Sackgasse bildet. Wobei das alles keinesfalls so schlimm wäre, würde Correcaminos durch seinen Vordrängelpass, dem Pase Correcaminos, den Wartenden nicht irgendwann auf die Eier gehen. Obwohl die Warteschlange überschaubar ist, so dauert es eine halbe Ewigkeit bis man dann an der Reihe ist. Irgendwie kann man Wile E. Coyote also verstehen, doch gefangen hat er den Road Runner bisweilen nur bei Family Guy.

Rápidos Acme

Eine für Europa außergewöhnliche Rafting-Anlage kann man mit den Rápidos Acme hier im Park vorfinden, denn, auch wenn man es kaum zu glauben mag, hier wird man nass. Nun könnte man argumentieren das auch River Quest aus dem Brühler Freizeitpark Phantasialand seine Fahrgäste des Öfteren komplett durchnässt aus der Anlage entlässt, nur betrifft es dort schlichtweg nicht jeden. Dabei ist das Geheimrezept des Parque Warner Madrid so simpel wie es kaum anders möglich ist, denn hier verzichtet man größtenteils auf unnötigen Schnickschnack wie Wasserfälle oder Wellenbecken sondern konzentriert sich darauf auf einer sehr kurvenreichen Strecke möglichst viele Stromschnellen, die ständig ins Boot schwappen, zu erzeugen und dabei stets von außen Wasserstrahlen ins Boot zu leiten. Das ganze Geschehen wurde dann noch äußerst hübsch durch die Charaktere der Looney Tunes gestaltet, worauf man sich während der Fahrt aber ganz ehrlich gesagt kaum zu konzentrieren vermag. Leider waren die Effekte gegen Ende der Fahrt allesamt ausgeschaltet gewesen, eigentlich schade, aber wahrscheinlich war es für die Spanier bereits etwas zu kalt.

La Aventura de Scooby-Doo

Gleich zu Beginn des Cartoon Village, von der Mainstreet aus kommend, liegt die interaktive Themenfahrt La Aventura de Scooby-Doo. Dieser wurde im Comicstil der Hanna Barbara Serie Scooby-Doo Where are you! gehalten und weist die typischen Elemente dieser auf. Gefertigt wurde diese Anlage, welche auch in zwei Six Flags Parks und zuvor in jedem der Paramount Parks, dort allerdings unter der Leitung von Cedar Fair mittlerweile als Boo Blasters on Boo Hill, zu finden ist von der Sally Corporation. Die Fahrt selbst sollte man direkt nach der Öffnung der Anlage erleben oder mit entsprechenden Vordrängelpass, denn die Abfertigung dieses Dark Rides ist ein mehr als nur schlechter Scherz. Hinzu kommt das Scooby-Doo selbst durchaus bei den hiesigen Kindern beliebt ist, weswegen der Andrang an der Anlage stets relativ hoch ist. Die Fahrt zumindest ist nett gestaltet und kann Spaß machen, jedoch ist sie eine der schwächeren Anlagen des Herstellers.

Obwohl der Andrang an den großen Achterbahnen stets überschaubar und angemessen war, so war der Park durchaus sehr gut besucht. Tatsächlich kam es einem während des Besuchs so vor als sei der Park beinahe schon überfüllt, dieses lag vor allem an den allgemeinen Vorlieben der Spanier und so sollte es niemanden verwundern, dass die Wartezeiten vor jeder der Shows bei über einer Stunde lag. Dieses ist auch der Grund warum wir beispielsweise das Scooby Doo Musical linksliegen gelassen haben, ebenso die Police Academy Stunt Show. Großer Fehler könnte man meinen, da die Shows in Spanien ja im Allgemeinen nicht so vernachlässigbar sind wie die der deutschen Freizeitparks, andererseits hätten wir sonst den Park nicht komplett an einem Tag schaffen können. Tatsächlich ist das Angebot dieser im Parque Warner Madrid auch deutlich niedriger als im Freizeitpark Port Aventura bei Salou, dessen Erfolgsrezept eigentlich auf die großen Showtheatern zurückzuführen ist, hier könnte der Park selbst noch eine Schippe nachlegen oder die Shows zumindest öfters zeigen.

Parque Warner Cinematic

Dieses funktioniert bei der Abendshow Parque Warner Cinematic jedoch nicht, da diese erst bei Dunkelheit richtig zur Geltung kommt. Hierbei handelt es sich um eine Fontänen-Show mit Projektionen bekannter Warner Bros. Filme und Werbung für kommende Filme des Studios. Unterstützt wird die Show, welche auf dem See in den Movie World Studios stattfindet, durch Feuer- und Lasereffekte, sowie ein recht ansprechendes Abschlussfeuerwerk. Die Show war bereits zum 10 jährigen Jubiläum des Parks überaus sehenswert und auch jetzt hat sich daran nicht viel geändert. Definitiv sehenswert, zumal es ein toller Abschluss eines tollen Parktages ist.

Bilder Parque Warner Madrid

Fazit Parque Warner Madrid

Parque Warner Madrid ist nach wie vor ein sehr toller Freizeitpark und aus meiner Sicht immer noch der beste Park Spaniens. Im Vergleich zu vor vier Jahren hat sich die Besucherzahl ziemlich gut entwickelt, wodurch leider der Pase Correcaminos ungemein nervt, zumal er im Gegensatz zu Port Aventura quasi überall genutzt werden kann. Die Abfertigungen waren, bis auf Batman im Einzugbetrieb, deutlich flotter als zuvor und im Falle der Achterbahn Stuntfall sogar vorbildlich. Man ist zumindest derzeit auf einen guten Weg, den man auch gerne so beibehalten darf. Sollte der Andrang beim nächsten Besuch jedoch genauso hoch sein, so werde ich mir definitiv ein Ganswischtischdeil gönnen und als Asozialer par Exzellenz eine Runde nach der anderen drehen, denn das ist mir der Park, wie auch bei Port Aventura, definitiv wert.

 


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