Mit einem Drehwurm ins kühle Nass

Aquashow Park

Der Freizeitpark oder besser gesagt Wasserpark Aquashow Park befindet sich in Quarteira nahe der Stadt Faro und ist der größte Park des Landes und zumindest theoretisch in die zwei ihn beschreibenden Komponenten geteilt. Betritt man den Park so betritt man zuerst den Freizeitparkbereich des Parks, durch einen getrennten Eingang mitten im Park kann man dann den Wasserpark betreten. Zumindest war das einmal so gedacht, dazu aber später mehr. Zusätzlich bietet der Park noch einen Haufen Zusatzaktivitäten, wie ein Space Center, Museum über portugiesische Geschichte oder eine Schlittschuhlaufbahn, die jedoch allesamt nicht im Eintrittspreis inkludiert sind.

Top Swing

Direkt am Eingang schwingt sich die Fabbri Drehgondelschaukel Top Swing in die Höhe, bei der meine Erwartungen berechtigter Weise sehr hoch waren; immerhin hat das baugleiche Exemplar im englischen Tier- und Freizeitpark Flamingo Land eindeutig bewiesen, dass man es mit Airtime auch ein wenig übertreiben kann. Leider war aber die Fahrt recht kurz und wenig abwechslungsreich, so dass sich meine Begeisterung in Grenzen hielt. Die erwünschten Fahreigenschaften wurden zwar auch hier geboten, dennoch war die Airtimeorgie einfach nicht dieselbe.

Air Race

Direkt gegenüber dreht seit einigen Jahres der erste europäische Air Race seine Runden. Dieses Fahrgeschäft war es, welches mir den Aquashow Park schon länger auf die Liste meiner zu besuchenden Freizeitparks gestellt hat; auch wenn es seit letztes Jahr eine deutlich nähere Anlage im Kopenhagener Freizeitpark Tivoli Gardens gibt und der Anlagentyp mittlerweile immer öfter in der internationalen Parklandschaft vorzufinden ist.

Sobald die Fahrt gestartet ist schaukelt sich der Fahrgastträger langsam in die Höhe und erzeugt dabei eine sehr bizarre Hangtime, die man zwangsläufig auch gerne mal etwas länger genießen darf. Einmal Fahrt aufgenommen überschlagen sich die Fahrgastträger nun mit einem durchaus rasanten Tempo und das keineswegs kraftlos. Zwischenzeitlich wird auch mal die Fahrtrichtung umgekehrt, wodurch sich mit fortschreitender Zeit einige Überschläge in beide Fahrtrichtungen summieren und somit in der Summe eine durchaus interessante und abwechslungsreiche Fahrt geboten wird.

Aquafly

Auf dem Weg zur großen Achterbahn des Aquashow Park, der Montanha Russa, läuft man zwangläufig am Aquafly entlang, welche zumindest in der Theorie ein Splash Battle in luftiger Höhe darstellen soll. Um genug Wasser im Tank zu haben machen die, als Wasserflugzeuge gestalteten, Wagen in einem Wasserbecken halt um dann den Streckenverlauf, ähnlich einer Gondelbahn, mit konstanter Geschwindigkeit zu absolvieren. Da niemand anderes auf der Anlage war konnte die Fahrt nicht sonderlich überzeugen, auch die Pistolen waren schwergängig und daher kaum zu gebrauchen.

Montanha Russa

Kommen wir nun zu – sofern man den Parkflyer denn glauben möchte – Europas einzigem und zudem größten Water Coaster: Montanha Russa. Klar, wer Poseidon aus dem Europa Park und Skatteøen aus dem dänischen Djurs Sommerland kennt wird diesem wohl kaum zustimmen, es spiegelt aber den Humor des Aquashow Park wieder und ist eine geschickte, wenngleich verlogene Werbung. Die Gestaltung der Anlage ist dabei ungewohnt minimalistisch, aber nicht nur das zeichnet die Bahn aus.

Einmal durch die gesamte Anlage gelaufen und endlich den Eingangsbereich gefunden geht es zugleich in das nächstbeste Boot. Der Fahrtverlauf ist identisch mit Poseidon und so dümpelt das Boot ein wenig an der Wartungshalle der Anlage herum um kurz darauf mit einem kräftigen Ruck in die Kette einzuhacken und den Lifthill empor zu steigen. Oben folgt eine kleine 180° Wende um kurz darauf das berüchtigte Highlight diesen Streckenverlaufs hinter sich zu bringen, bei dem  normalerweise selbst das Händeheben eine Mutprobe sein kann. Es wäre falsch zu sagen, dass sich die Anlage sanft fahren würde, jedoch fährt sie sich an dieser Stelle die alle Wasserachterbahnen dieses Typs in Europa gemein haben, tatsächlich am besten; supermoderne Fertigung beim neuesten Modell hin oder her. Die nachfolgende Schussfahrt ist bekanntermaßen sehr schwungvoll und der Nässegrad überraschender Weise auf einem hohen Niveau vorhanden.

Voller Vorfreude auf den nächsten Schlag beim Einhacken in den Lift, welcher jedoch ausblieb, trocknet einen die portugiesische Sonne ein wenig. Es folgt der Blick aus luftiger Höhe bis die zweite Schussfahrt eingeleitet wird. Auch hier wird man durch die Form der Abfahrt ein wenig aus dem Sitz gerissen bis man mit voller Geschwindigkeit über den Bunnyhop brettert um kurz darauf ordentlich geduscht zu werden. Dieses liegt leider nicht an der, durch das Boot erzeugten, Welle, sondern vielmehr an der günstig platzierten Brücke über den Splashbereich, bei der das Wasser gebrochen wird und auf das Boot niedergeht, während die Passanten auf der Brücke interessanterweise komplett trocken bleiben.

Speed Race

Von dieser Brücke aus startet der Aufgang zu der diesjährigen Neuheit des Parks und zugleich der Grund, warum man die Trennung von Wasser- und Freizeitpark im Aquashow Park nicht mehr ernst nehmen kann. Dabei handelt es sich um eine einfache, jedoch keinesfalls kleine, Mattenrutsche namens Speed Race. Interessant dabei ist jedoch der Umstand, dass hierfür das Auffangbecken auf eine Sohle gebaut wurde und man dieses über ein Stahlpodest verlässt. Während sich die Mattenrutsche im Slide & Splash bereits als sehr lustig herausgestellt hatte vermisst man hier jedoch das Wasserbecken am Ende der Fahrt, denn die Bremsung ist keinesfalls angenehm, zumindest nicht für Männer. Dennoch ist das Erlebnis ausreichend groß um den langen Weg in Richtung des Startpunktes erneut auf sich zu nehmen.

Piscina Tropical und die Slow Slides

Durch ein Drehkreuz geht es in den Wasserpark, wo sich unter einer eigenartigen Konstruktion das große Wellenbecken Piscina Tropical und die immense Anzahl von Liegen befinden, die hier umsonst genutzt werden können. In diesem Bereich enden auch vier der sogenannten Slow Slides, dessen einzelnen Namen eher das wiedergeben, was sie tatsächlich bieten. Es ist schon ein wenig seltsam, wenn man seine viel zu schnellen und airtimereichen Bodyslides langsam nennt – es ist jedoch kein Wunder, wenn man irgendwann begriffen hat, dass sich der Park nicht ganz so ernst nimmt. Hier findet man eine Vielzahl wunderbarer Rutschen, die nicht nur allesamt eine rasante Strecke mit guten Wasserfluss aufweisen können, sondern leider auch einen recht langen Weg zurück zur Startposition.

Pistas Foam, Lazy River und Wildsnake

Vorbei an der bereits aus dem Slide & Splash bekannten Breitrutsche namens Pistas Foam geht es nun in Richtung des Aquashow Park Hotel, wo sich der belanglose und nicht wirklich ansehnliche Lazy River befindet. Da es jedoch eine in einer endlosen Helix abführende Rutsche gibt, die in diesem endet, wurde auch der Lazy River getestet. Optisch ist die Wildsnake-Rutsche arg gewöhnungsbedürftig und auch von der Fahrt her in dieser Reifenrutsche eher langweilig.

White Fall

Nach einer gefühlten Ewigkeit endlich am Ende des Strömungskanals angekommen geht es mit einem anderen Reifen bewaffnet in Richtung der größten Rutsche des Parks hinauf. Bei White Fall handelt es sich um eine ausgewachsene Version der Tsunami Rutsche von Polin, die wie auch die Anlage im Djurs Sommerland durchaus den einen oder anderen Adrealinsschub erzeugen kann. Im Gegensatz zu der Anlage in Dänemark pendelt man hier nicht nur aus, sondern wird gegen Ende der halfpipeartigen Sektion von zwei groß geratenen Führungsrollen in die nächste Sektion gedrängt. Dort geht es über ein paar Hügel in Richtung des Auffangbeckens am Ende des Berges.

Bilder Aquashow Park

Fazit Aquashow Park

Der Aquashow Park ist ein durchaus passabler Wasserpark mit einigen Attraktionen, die man so auch in manchen Freizeitpark finden kann. Im Generellen bietet der Park mehr als er eigentlich sollte und so wirkt ein Space Center zum Beispiel komplett deplatziert, auch über die Schlittschuhbahn kann man sich streiten und ob man obendrein auch noch die Shows bieten muss. die alle anderen Parks der Algarve auch zu bieten scheinen, ist auch ein wenig fraglich. Er ist von allem etwas und macht das, was er macht, auch recht gut. Es ist zumindest kein Wunder, warum der Aquashow Park Portugals beliebtester Freizeitpark ist.

 

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Ein magieloser Ort

Magikland

Auf einem Berg nahe der Stadt Penafiel befindet sich mit dem Magikland der nördlichste Freizeitpark des Landes. Der Kalender des Parks besagte eine Öffnungszeit von 10-17 Uhr an den mir möglichen Besuchstagen, jedoch mit dem Zusatz „mediante marcação previa“, was frei nach dem Google Übersetzer „nach Voranmeldung“ bedeutet. Gesagt, getan und den Park auf Englisch angeschrieben. Kurz darauf kam die Antwort, dass man an dem Montag geschlossen habe. Eine Änderung meiner Planung und eine weitere E-Mail später hatte ich zumindest die Gewissheit, den Park am darauffolgenden Freitag besuchen zu können.

Nachdem ich meinen Mietwagen am Porto Airport abgeholt hatte ging es sogleich in das kaum 40km entfernte Magikland, aber selbst diese Strecke reichte aus, damit sich die Unterbodenverkleidung des geliehenen Fiat Pandas löste und zu schwingen begann, notwendige Schrauben sind halt auch einfach überbewertet, genauso wie Zusatzversicherungen. Meine Laune war dementsprechend nicht sonderlich auf dem besten Stand als ich den Park erreichte.

Während die Parkleitung recht gutes Englisch konnte, so stellte sich das Sprachvermögen der restlichen Angestellten als nicht vorhanden heraus. Macht ja nichts, ist man es ja aus vielen anderen europäischen Ländern gewohnt; gerade im Vergleich zum restlichen Portugal, wo eigentlich nur die alten Leute die Sprache nicht beherrschten, ist dies jedoch eine eher schwache Nummer. Ebenso nicht vorhanden ist eine bemerkenswerte Attraktionsdichte, die sich wohl erst vor kurzem noch einmal reduziert hatte.

Montanha Mágica

Dafür im Gegenzug aber reichlich vorhanden war eine Unzahl an Schulkindern, die sich im Park tatsächlich vergnügten. Vor allem beim Anstehen für die Fahrgeschäfte und somit leider auch für die Achterbahn Montanha Mágica. Der Wartebereich war jedoch an sich sehr überschaubar, dennoch dauerte es etwa eine halbe Stunde bis die zwei kurzen Zickzacks überwunden wurden und man vor dem Drehkreuz der Station stand. Neben den eh vordrängelnden Kindern lag dieses an der sehr langsamen Liftgeschwindigkeit.

Endlich im Zug Platz genommen geht es mit ein wenig Geruckel in Richtung des Lifthügels, in dem man folglich einige Zeit verbringt. In Form einer Acht absolviert man nun den First Drop und eine anschließende Wende, bevor man sich in einer weiteren Rechtskurve einer längeren Geraden nähert. Der Übergang dessen fährt sich erstaunlich ruppig, die Gerade an sich durch die erhöhte Geschwindigkeit jedoch ganz nett. Eine weitere Rechtskurve später wird ein Camelback angedeutet, der sich aber nicht besonders fährt. Nach einer weiteren Kurve erreicht man dann die Bremsstrecke und dümpelt so langsam der Station entgegen.

Für einen Park wie dem Magikland ist eine solche Anlage von L&T Systems sicherlich die richtige Wahl, zumal sie aus dem ehemaligen Bracalândia übernommen wurde. Jedoch versteh ich nicht wirklich, wie man sie – trotz des vorhandenen Besucherandrangs – so verkommen lässt. Die Fahrt ist durch den Zustand des Zuges ein wenig ruckelig, aber im Grunde nicht schlecht. Auf Grund der langen Wartezeit jedoch fand keine weitere Fahrt mehr statt, sei es nun auf der Achterbahn, oder den weiteren spärlich gesäten Attraktionen des Magikland.

Bilder Magikland

Fazit Magikland

Das Magikland selbst ist ein keineswegs kleiner Freizeitpark mit einer grundsoliden Gestaltung. Leider ist das Angebot des Parks an vielen Ecken schlichtweg nicht gepflegt oder gar nicht erst erreichbar. Warum man seine Wildwasserbahn abgerissen hat und dafür eine kleine Kinderwildwasserbahn in einem abgesperrten Bereich einfach nicht betreibt bleibt mir ein Rätsel. Die restlichen Attraktionen des Parks sind eine Geisterbahn, ein Riesenrad, einen Hully Gully, eine Westerneisenbahn auf aufgeständerten Schienen und ein paar kleinere Kinderfahrgeschäfte und somit im Grunde nichts, was den etwas höheren Eintrittspreis rechtfertigt.

 


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Ein freudiger Flashback auf Psyké Underground

Vorwort

Obwohl ich in meinem letzten Bericht das Walibi Belgium als Ghetto unter den Freizeitparks beschrieben habe waren meine Augen doch stets auf die Entwicklung des Parks gerichtet, denn seit dem Besuch im Jahr 2009 hat sich in Wavre doch sehr viel getan. Angefangen mit dem Mise en état des Intamin Rapid Rides Radja River und der damit verbundenen Reaktivierung der längst vergessenen Wassereffekte der Anlage im Jahre 2010 zog sich die Überholung nach und nach durch den restlichen Park und dem anschließenden Schwimmbad Aqualibi, so dass sich das Areal nun wieder in seiner vollen Pracht zeigt, einen Zustand welchen nur die wenigsten kennen dürften. Dementsprechend wollte ich Walibi Belgium schon seit über einen Jahr erneut besuchen nur um mich von dem Status Quo zu überzeugen, aber eine vielversprechende und zugleich langersehnte Neuheit hat mich bis zum Ende dieser Saison warten lassen: Die Rückkehr des Shuttle Loops Turbine und dessen Neuinszenierung Psyké Underground.

Parkrundgang

Vampire

Nachdem wir unsere Fort Fun Jahreskarten Coupons im Service Center eingelöst haben ging es auch gleich in den neu gestalteten Eingangsbereich, nur um dann in Richtung einer Achterbahn zu gehen die bis auf den Verlust der Six Flags typischen Farbgebung und den Gewinn einer schicken schwarzroten Schwarzkombination scheinbar nicht viel von der Generalüberholung des Parks profitiert hat. Obwohl ich selbst Vekoma Suspended Looping Coastern keinesfalls negativ gegenüber stehe und ihren Prototypen stets als lustige Achterbahn darstelle, die man auch gerne öfters fahren kann, so hatte sich die zu langsame Fahrt auf dem Vampire und das inkompetente Personal an der Anlage beim letzten Besuch nicht als sonderlich gut in meinen Gedächtnis speichern können.

Auch Jan und Julian waren vor ihrer Fahrt nicht sonderlich euphorisch dem gegenüber was sie nun erwartete. Interessanter Weise kam es aber anders als man es denken und schon recht nicht erwarten würde, was uns tatsächlich alle spätestens in der Blockbremse relativ ratlos dastehen lies. Im Vergleich zu anderen Anlagen dieses Typs fährt sich das Exemplar in Walibi Belgium nicht nur gut sondern absolut flüssig, wodurch es de facto einfach keinen größeren Kontakt mit den Bügel gibt, was gerade bei der eher wuchtigeren Bügelkonstruktion von Vekoma doch sehr überrascht. Interessanter Weise ist die Fahrt dadurch aber, trotz des im Grunde sehr guten Layouts, langweilig, wodurch sich die Lust auf eine weitere Bestätigung des eben erlebten eher in Grenzen hielt. Nichts desto trotz war das was man an dieser Anlage auch immer gemacht hat eine absolut richtige Entscheidung.

Cobra und Palais du Génie

Angefangen mit einer Runde auf dem Boomerang Cobra, welcher sich typischer Weise deutlich ruhiger fährt als so manche Achterbahn sogenannter Edelschmieden, ging es nun mit den Uhrzeigersinn um den See herum um den Palais du Génie, einer Hexenschaukel des niederländischen Herstellers Vekoma, einen Besuch abzustatten. Da dieses Mad House während meines letzten Besuchs nicht sonderlich gut abgeschnitten hatte, immerhin war die Musik, für ein solche Attraktion von fundamentaler Bedeutung, kaum zu hören und alle anderen Geräusche machten den Anschein als würde das Fahrgeschäft gleich in sich zusammenfallen, war ich doch sehr zufrieden mit der aktuellen Version, wobei die Geschichte des Dschinns der das Haus in ein Karussell verwandelt effektreich erzählt wird. In Betracht dieser Hintergrundgeschichte gehört Le Palais du Génie zu einer der besseren Vertreter dieser doch sehr schönen Attraktionsart, vorausgesetzt ist hier aber das Verständnis der französischen oder niederländischen Sprache.

Loup Garou

Etwas vom ursprünglichen Weg abgedriftet, was vor allem an der Suche nach etwas essbaren zum Frühstück lag, stand nun die Holzachterbahn Loup Garou auf den Plan. Wer den Hersteller meist mit idiotischen Vorurteilen entgegenkommt wird wahrscheinlich sehr verblüfft sein mit dieser Achterbahn, die, wie ihre Schwesteranlagen in Tusenfryd und Walibi Holland, zu einer der besseren Holzachterbahnen Europas zählt.

Wo in alten Tagen die Funken bei den kurvigen Streckenabschnitten nur so flogen und das Gleis während der Bremsung sichtbar einige Zentimeter nach vorne schwankte, so wirkt der Weerwolf heutzutage eher zahm. Die Fahrt in den noch originalen Vekoma Zügen gestaltet sich als sehr angenehm und durch das durchaus gut durchdachte Layout auch als spaßig, so dass man die eine oder andere Wiederholungsfahrt tätigen kann und dieses am Besuchstag locker in einer dreistelligen Zahl hätte machen können. Jedoch fehlt Loup Garou dabei das gewisse Etwas, was man bei Robin Hood aus dem Schwesterpark Walibi Holland beispielsweise findet, wodurch man dieses Vorhaben eher sein lässt und sich wichtigeren Dingen im Park widmet.

Rokken Roll

Eines dieser Dinge war für mich ein Besuch in dem 4D Kino nebenan, wo nun eine Eigenproduktion der Gruppe läuft und die Geschichte des Maskottchens Walibi ein wenig weiter erzählt. Dabei basiert die Geschichte auf den hervorragenden Comics von Morvan, L’Hermenier, Wuye, welche auch in den Parks gekauft werden können beziehungsweise online eingesehen werden konnten, und führt das Geschehen auf Shimeria ein wenig fort. Sofern man eine der angebotenen Sprachen beherrscht wird einem dabei ein sehr guter Film in einer sehr schönen Animationsqualität geboten, wie sie sonst nur bei den Eigenproduktionen von Lego erreicht wird ohne dabei zu kindgerecht zu werden.

Calamity Mine

Vorbei an der zweiten Neuheit dieses Jahres dem Fanta Play House, welches für Halloween genutzt wurde und daher gesperrt war, durch das erste Kinderland hindurch und vorbei am öden, aber schicken Top Spin Buzzsaw ging es in Richtung des Calamity Mine Trains, einem grundsoliden Vekoma Mine Train, welcher leider als Standardlayout seiner Gattung herhalten muss, wo Jan und Julian, die den 4D Film nicht gesehen haben, bereits auf mich warteten. Während der Calamity Mine Train nun wieder über einen sauberen See fährt und funktionstüchtigen Wassereffekten aufweisen kann, so sind die weiteren Änderungen im Westernbereich eher kleinerer Natur.

La Coccinelle

An der leider geschlossenen Bootsfahrt entlang ging es in Richtung der Achterbahn mit der garantiert höchsten Wartezeit für Erwachsene, dem Tivoli La Coccinelle. Während ich bei meinen Besuch im Jahr 2008 sehr froh darüber war meinen Cousin mit nach Walibi Belgium genommen zu haben, immerhin herrschte an der Anlage wie auch noch im Jahr 2009 eine strikte Regel, wonach kinderlose Personen nicht fahren durften, so gibt es nun die Regel das maximal zwei Erwachsene im Zug mitfahren dürfen. Dieses ist gerade bei einer geringen Warteschlange ärgerlich, denn für Kinder, die nicht ohne eine Begleitperson fahren dürfen oder Alleinstehende, beziehungsweise kinderlose Erwachsene, entsteht dadurch eine recht lange Warteschlange, während sie von größeren Kindern ständig überholt werden.

Octopus

Während ich also Jan und Julian bei diesem Treiben beobachte entschloss ich mich für eine Fahrt auf dem Chance Wipeout Octopus, einer Weiterentwicklung deren Trabants, hierzulande eher als Hully Gully des Herstellers Mack bekannt. Da die Gerätschaft bei meinen vorherigen Besuchen stets defekt war, war ich sehr auf eine Fahrt gespannt. Diese gestaltete sich gerade in der Anfangsphase als durchaus rasant und konnte durch höhere seitliche Kräfte als bei einem Musik Express überzeugen. Mit der Schrägstellung des Armes glich sie dann immer mehr dem bekannten Fahrgefühl eines Hully Gullys.

Flashback und Psyké Underground

Obgleich viele Anpassungen notwendig waren, so war nicht jeder Schritt bei der Neuinterpretation des Parks Walibi Belgium richtig. Wo zuvor die Farbe Olivgrün wie in jedem Industriebetrieb überwiegte und daher perfekt zu der seltsamen Zeitreisemaschine Flashback und dem grandiosen Shuttle Loop Turbine passte, so überwiegen nun zu viele Farben beide Attraktionen. Während die Zeit der Wildwasserbahn zu Gute kam und sie wieder halbwegs versifft aussieht, ohne dabei auf die Vorteile der Gesamtüberholung der Anlage zu verzichten, so ist es gerade der Anblick an Psyké Underground ein Anblick an den man sich einfach nicht gewöhnen will.

Dabei ist der Anblick der Vorderseite auf den umhüllten Shuttle Loop der einzige negative Aspekt den man bei der, seit der Saison 2009 geschlossenen und nun wieder geöffneten, Anlage Psyké Underground finden kann, denn sobald man die Warteschlange betreten hat überwiegen die positiven Eindrücken. Diese fängt nun nicht mehr unter der Aufwärtsstrecke außerhalb des Gebäudes an, sondern führt an einem ehemaligen Bestandteil der Bahn entlang, welcher aus konstruktionsbedingten Gründen nicht entfernt werden konnte. Unter Beschallung des grandiosen Soundtracks von Psyké Underground führt der Weg leider schnell wieder ans Tageslicht, wo man auf der nun halbseitig geschlossenen Warteschlange wartet. Ein Wartebereich, den man zuvor nicht so schnell vergaß, denn durch den damals nur alle 5 Minuten stattfindenden Abschuss zog sich auch eine scheinbar kurze Schlange auf eine sehr lange Zeit an. Auch unvergessen sind dabei die recht großen Vibrationen des Gebäudes, die man heutzutage auch nicht mehr wahrnimmt.

In der Station von Psyké Underground angelangt erwartet einen nun ein von Gerstlauer erbauter Zug, welcher seinen Vorgänger von Schwarzkopf würdig vertritt. Dabei ist der Sitzkomfort sehr ähnlich, jedoch achtet man heutzutage eher auf Sitze die einen automatisch in die richtige Körperhaltung bringen. Da man in Zuge der Modernisierung von einem Schwungrad- zu einem Linearmotorbetriebenen Antrieb wechselte geschieht der Abschuss nicht mehr aus dem Stand heraus, wodurch die Inszenierung dessen massiv von der vorhergehenden Version variiert.

Als die Anlage 2008 ihre letzte Saison als Turbine verbrachte knipste man das Licht aus und schickte den Zug unter Wirkung von lauter elektronischer Musik und dem Einsatz von Strobolichtern auf die Reise in Richtung des Loopings, den er durch die gewonnene Geschwindigkeit des eher mauen Abschusses wunderbar kräftig absolvierte. Nun wird ein passendes und gut gemachtes Video abgespielt und der Zug verlässt von Reibrädern angetrieben langsam die Station im Psyké Underground.  Was nun folgt erklärt den hohen Stromverbrauch der Anlage, denn um die Randbedingungen des alten Abschusses einhalten zu können musste eine deutlich höhere Beschleunigung her. Es folgt der Looping der einen gnadenlos in den Sitz drückt und fast schon an Wahnsinn grenzt. Innerhalb der nun folgenden Röhre verliert man langsam an Geschwindigkeit um mit der gewonnenen potentiellen Energie die Richtung zu wechseln. Es geht nun rückwärts in Richtung des Loopings und es kommt wie man es von der Anlage nicht anders kennt. Wo einem durch einfallende Lichtstrahlen schon zuvor vorgegaukelt wurde der Looping sei nach ¾ des Weges zu Ende, worauf man sich immer seltsam erschreckte geschieht dieses auch in vollkommener Dunkelheit, zumindest im vorderen Teil des Zuges. Leicht abgebremst geht es die kaum relevante zweite Spitze halbwegs empor um dann in der Station stehen zu bleiben.

Psyké Underground war eine Überraschung sondergleichen, denn obgleich der Antrieb nun ein neuer ist, so hat sie von ihrer alten Anziehung nichts verloren und wurde tatsächlich sogar besser. Die nun höhere Abschussrate, der deutlich intensivere Abschuss und der immer noch verdammt kraftvolle Looping sorgen dafür, dass diese Anlage erneut ihren Weg in meine Favoriten gefunden hat. Die allgemeine Gestaltung ist bis auf die, aus meiner Sicht misslungene, Außenfassade gut und steht der belgischen Achterbahnlegende sehr gut.

Bilder

Schlusswort

Walibi Belgium hat sich in den letzten Jahren tatsächlich wunderbar entwickelt, so dass die Companie des Alpes mit all ihren Projekten derzeit in meiner Gunst steht. Vieles war hierbei die richtige Entscheidung, obgleich es sicherlich Unsummen an Geldern gekostet hat. Von dem damaligen Ghetto und dem zugehörigen asozialen Publikum ist heut zu Tage glücklicher Weise nichts mehr zu spüren oder gar zu sehen, wodurch Walibi Belgium nun aus meiner Sicht zu einem der besseren Parks Europas gehört und tatsächlich mehr überzeugen kann als sein Schwesterpark in den Niederlanden.

 

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