Alpina Blitz und Donjon de l’Extrême

Nigloland

Als ich das letzte Mal den Freizeitpark der Familie Gélis besuchte war der Sky Fly Air Meeting gerade einmal einen Tag alt und sorgte für reichlich Wirbel und Begeisterung bei den Parkbesuchern. Darüber hinaus sind mir die riesigen blauen Flecken auf den Schultern im Gedächtnis geblieben – aber das ist Garnichts gegenüber den Erlebnissen des Users Bends auf onride.de. Tja, Jan und ich haben damals die Anlage gesuchtet, bei 96 Überschlägen lag damals mein Rekord. Mittlerweile gibt es viele Schwesteranlagen, einige davon sind sogar stark gedrosselt. Der Markt scheint gesättigt, doch sollte man sich noch auf eine Fahrt auf dem Air Meeting freuen? Hell yeah, you should! Und damit begrüße ich euch am vierten Tag der Tron-Tron-Trône Tour. Wir sind mal wieder im Nigloland und haben hier einige Neuheiten vor uns. Die markanteste und wohl auch bekannteste dieser ist die Achterbahn Alpina-Blitz. Darüber hinaus lassen wir uns auf dem Freifallturm Donjon de l‘Extrême aus gut 100m Höhe fallen und schauen uns die Baustellen von Les Zabeilles und Eden Palais, sowie die Überreste der Achterbahn Bobsleigh an. Klingt gut, n’est-ce pas?

Niglo Show

Bevor wir uns jedoch nun etwas Neues anschauen, werfen wir erst einmal ein Blick auf etwas Altes. Jeder der das Nigloland bereits besucht hat weiß, dass der Park einige überaus charmante Themenfahrten vorweisen kann, ebenfalls fallen einem die zahlreichen wunderbar in Szene gesetzten Fahrgeschäfte ein – doch hat jemand von euch schon einmal die Niglo Show angesehen? Tja, dachte ich mir.

Seit dem Jahr 1992, also seit der fünften Saison des Freizeitparks, gibt es diese aufwändige Animatronikshow im Nigloland. Angelegt an das Country Bear Jamboree ausgewählter Disney Parks präsentiert hier das Parkmaskottchen Niglo eine Art Hitparade. Recht zügig driftet die Show mit dem Auftritt von Hans und Frieda aus Bayern in eine sehr komödiantische und leicht befremdliche Richtung ab. Herrlich! Nach rund 15 Minuten ist die Show dann auch wieder vorbei. Verbunden mit dem Kultstatus im Nigloland und dem Umstand, dass es die einzige Show dieser Art in Frankreich ist, ist diese wirklich sehenswert.

Ebenso sehenswert ist der Westernbereich, in dem sich das Theater befindet. Aber das wisst ihr ja schon. Nach einer Runde auf dem Gold Mine Train, sowie der Wildwasserbahn Rivière Canadienne und dem Disk’o Grizzli kann es also weiter gehen. Nach einigen Wegmetern erreichen wir eine Burganlage, in deren Innenhof sich die beiden Freifalltürme Donjon de l’Extrême und Tour des Petits Fantômes befinden.

Donjon de l’Extrême

Die Eingänge zu den Warteschlangen beider Attraktionen befinden sich jeweils zu einer Seite des Burgtors. Also reinkommen, staunen, umdrehen und dann entsprechend anstellen. Die Warteschlangen folgen dann dem Verlauf der Burgmauern, ehe diese an einem Drehkreuz enden. Theoretisch wird man nun in einen Bereich vorgelassen, wo man dann seine Taschen verstauen kann; immer Grüppchenweise versteht sich. Auf diese Art und Weise können beide Anlagen eine sehr hohe Kapazität aufweisen. Da am Besuchstag jedoch nur ein Angestellter das Vergnügen hatte beide Anlagen im Wechsel und bei genügend Andrang zu bedienen, zog sich die Wartezeit hier doch sehr in die Länge. Verständlicherweise natürlich, immerhin hat besagter Ride-Op ja auch eine Aufsichtspflicht zu erfüllen. So dauerte es fast 10 Minuten bis ich zum ersten Mal in der Gondel des großen Freifallturms saß. Der wirklich gut gemachte Film mit Sicherheitsbelehrung und Storyline konnte ein wenig die Wartezeit verkürzen.

Der knapp 100m hohe Turm Dongon de l’Extrême bietet seinen Fahrgästen ein Fallvergnügen aus 92m Höhe. Damit ist dieser höher als der Gyro Drop Tower Scream aus dem Heide Park bei Soltau, was auch bei mir einen leichten Höhenschwindel auslöst. Irgendwie ist das komisch, wenn man ab einen bestimmten Punkt sagen kann, dass der Turm nun höher als der Turm in der Lüneburger Heide ist. Höchstwahrscheinlich ist es jedoch auch nur die Macht der Gewohnheit, die einen aufhorchen lässt, sobald es dann doch etwas anders ist. Bislang ist mir das auch erst bei drei Türmen passiert, ein Zeichen für die Qualität des anschließenden Falls ist das jedoch nicht. Immerhin und das muss man den neuen Rückhaltesystem der Funtimetürme lassen, wird das Gefühl durch die Schulterfreiheit noch verstärkt.

Der freie Fall auf Donjon de l’Extrême gliedert sich hervorragend denen anderer Anlagen des Herstellers ein. Das macht schon Laune. Die recht freie Sitzposition unterstützt insgesamt die Fahrt, ist jedoch kein Must-have im Vergleich zu konventionellen Rückhaltesystemen. Was mich persönlich etwas stört ist, dass man den Gondelträger zu schnell rotieren lässt und man daher gleich zwei Runden das gesamte Nigloland betrachten kann. Da fehlt mir irgendwie der Spannungsaufbau. Insgesamt gesehen ist der Donjon de l’Extrême ein hervorragender Freifallturm in einem wunderschönen Setting mit einem echt guten Fallvergnügen, bei dem man immer wieder gerne einsteigt.

In Summe hat man also alles richtig gemacht. Grundsätzlich würde nun auch eine Review zum Tour de Petits Fantômes, dem Zierer Familienfreifallturm direkt nebenan, erfolgen. Hier war mir jedoch die Wartezeit zu hoch, zumal zu einem späteren Zeitpunkt ja auch deutlich mehr Andrang als zuvor am Donjon de l’Extrême vorhanden war und sich somit die Wartezeit um ein Vielfaches in die Länge zog. Ich stand jedoch an, so ist es ja nicht. Irgendwann wurde mir die Wartezeit jedoch zu lang, weswegen ich mich lieber beim nahen Manoir Hanté, der grandiosen Selbstbaugeisterbahn mit Karussellfeeling, angestellt habe. Huiiiiii!

Alpina Blitz

Kommen wir nun zur größten Achterbahn des Nigloland, dem Mack Mega Coaster Alpina Blitz. Als im Jahr 2009 der derzeitige Geschäftsführer Rudolphe Gélis mit seinem Onkel und seinem Vater eine Runde auf dem damals noch neuen Riesenrad drehten fiel Ihnen eine sehr große Grünfläche auf, auf der man idealerweise eine große Achterbahn stellen könnte. In der Ideenfindungsphase war noch alles offen, hier war eine Wasserachterbahn noch genauso denkbar wie ein Spinning Coaster oder eine Holzachterbahn ähnlich Tripsdrills Mammut. Doch dann kam Piraten. Das Layout des kompakten Mega Lite Coasters aus dem Djurs Sommerland konnte die Familie Gélis auf Anhieb überzeugen; doch der Zug passte der Familie nicht. Man wollte eher Sitze wie bei der Achterbahn Bluefire haben, statt campingstuhlähnlichen Sitzschalen mit Beckenbügel. Intamin war von ihrer damaligen Zuggeneration überzeugt, in Konsequenz dessen fragte man bei der Firma Mack an.

Einmal in den bequemen Sitzen Platz genommen kann es auch schon losgehen. Via Kettenlift wird man nun recht zügig auf eine Höhe von 33m befördert. Kaum oben angekommen donnert man auch schon ins Tal, wo man dann in einer bodennahen Kurve mit 4,3G über mehrere Sekunden belastet wird. Dabei drückt sich auch blöderweise der Bügel sehr weit zu. In Folge dessen ist man als Fahrgast nun zwischen Bügel und Sitz gepresst, was den nun folgenden Elementen leider keinesfalls zu Gute kommt.

Mit Schmackes schießt man nun einen Hügel empor, auf dessen Kuppe man sogleich die Richtung ändert. Mit toller Geschwindigkeit passiert man nun ein weiteres Tal, bevor sich ein klassischer Airtimehügel anschließt. Eigentlich ein Moment vollkommener Freude durchlebt man auf dem Alpina Blitz eine Qual sondergleichen, immerhin versucht einem der Zug durchaus kraftvoll abzuwerfen – ohne Spiel jedoch macht dieses einfach keinen Spaß. In der anschließenden bodennahen Kurve kann man kurz verschnaufen, ehe sich eine Reihe von Umschwüngen anschließt. Diese verlaufen im Vergleich zu den Mega Lite Achterbahnen jedoch etwas gemäßigter, was dem allgemeinen Fahrkomfort (bedingt durch den Schließungsstand der Bügel) sehr entgegen kommt. Nach einer weiteren bodennahen Kurve folgen gleich drei klassische Bunny Hops aufeinander. Auch diese sind zumindest in der Theorie äußerst spaßig. Den Abschluss des Alpina Blitz bildet eine wunderschöne Linkskurve mit bayernkurvenähnlichen Schwenk nach oben, ehe die Bremsstrecke erreicht wird.

Der obligatorische Vergleich der beiden Mega Coaster Variationen fällt bei mir leicht aus: Intamin wins. In der Hinsicht gibt es eigentlich keinen Raum für großartige Diskussionen, Kawasemi und der spätere Piraten sind die besseren Achterbahnen. Natürlich wäre es verkehrt den Alpina Blitz kleiner zu reden, als er ist. Die Anlage kann durchaus sehr viel, doch dafür sollte der Bügel der Belastung der ersten Kurve widerstehen. Auch denke ich nicht, dass das die Norm an dieser Anlage ist, doch zum diesjährigen Saisonstart war es auf jeden Platz genauso. Ich beließ es daher bei nur wenigen Fahrten und setzte mich zum Dauerfahren lieber in die Spatiale Experience, der grandiosen Indoorachterbahn des Parks.

Bilder Nigloland

Fazit Nigloland

Das Nigloland kann auch weiterhin überzeugen. Der Park ist sympathisch und bietet ein außerordentlich gut aufeinander abgestimmtes Portfolio. Auch wenn ich nicht von der Achterbahn Alpina Blitz schwärmen kann, so bietet das Nigloland genug andere Attraktionen, bei denen ich dieses, ohne großartig übertreiben zu müssen, gerne mache. Die diesjährigen Neuheiten schaue ich mir beim nächsten Besuch dann genauer an, bis dahin bleibe ich gespannt darauf, was man sich in der Champagne noch alles in den Park stellt.


Was hältst du von Alpina Blitz und Donjon de l’Extrême? Schreib es einfach hier in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Channels:

          


Klicke hier für den nächsten Bericht der Tron-Tron-Trône Tour

Die Achterbahn mitten im Zoo

Le Pal

Seinen Ursprung hat der Tier- und Freizeitpark Le Pal im Jahr 1973, als der Moulinois André Charbonnier beschließt einen Zoo auf den Ackerflächen seiner Familie zu errichten und dafür seine Lebensmittelfabrik in Moulins (Allier) verkauft. Hilfe bekam er dabei von einem Tierarzt des Pariser Zoo de Vincennes.

Obgleich der Tierpark von Anfang an eine Parkeisenbahn vorweisen konnte, geschah der Ausbau zum Freizeitpark erst im Jahr 1981, als die Aussichtsfahrt King Kong in den Park zog. Im selben Jahr verstarb jedoch auch der Parkgründer. Die Folgejahre sind geprägt von einem recht fruchtlosen Interim-Management, welches jedoch einige Großanlagen realisieren konnte. 1990 übernahm dann Andrés Stiefsohn Arnaud Bennet die Führung des Freizeitparks. Seit jeher wächst der Park beständig.

Mittlerweile zählt Le Pal mit seinen 640000 Besuchern zu den fünf besucherstärksten Freizeitparks Frankreichs hinter den Parks des Disneyland Resort Paris, Parc Astérix und dem Futuroscope. Dem gemeinen deutschen Freizeitparkfan jedoch dürfte der Park erst mit der Eröffnung der Achterbahn Le Twist bekannt geworden sein. In diesem Jahr hat man dann mit dem Family Launch Coaster Yukon Quad noch eine Schippe draufgelegt, weswegen ein Besuch nun unumgänglich ist. Zumindest war es für mich so, weswegen ich mich gleich zur geplanten Eröffnung der Achterbahn nach Frankreich begeben wollte. Eine Rahmentour wurde geplant und schlussendlich der Besuch auf den zweiten Betriebstag der Anlage verlegt; Walibi Rhône-Alpes lag dann doch zu abseits um einen Besuch erst am zweiten Tag der Reise zu rechtfertigen.

Kurz vor Parköffnung erreichte ich dann den Parkplatz des Tier- und Freizeitparks und kaufte noch schnell mein Ticket an einem dieser furchtbar praktischen Kartenterminals zur rechten Seite des Eingangsbereichs. Bevor wir uns jetzt jedoch auf den Parkrundgang begeben, folgt an dieser Stelle ein kurzer Hinweis: Der Freizeitpark Le Pal ist verdammt groß und nimmt in seiner Fahrgeschäftsverteilung eftelingesque Züge an, hinzu kommt der Zoo. Selbst an einem Besuchstag in der Nebensaison tut man gut daran nicht wie wild zwischen den Attraktionen des Parks hin- und herzuwechseln. Ein zweiter Besuchstag ist ratsam und kann mit der Übernachtung in den Lodges du Pal gekoppelt werden.

Le Twist

In dieser Hinsicht war ich vor Ort dann erst einmal völlig überrascht und erreichte nach knapp einem Kilometer Fußmarsch die erste Attraktion auf dem Lageplan, den Spinning Coaster Le Twist aus dem Hause Mack Rides. Naturgemäß erwartete einem hier morgens die längste Warteschlange, auch übersah ich ein kleines Detail, dazu jedoch später mehr.

Nachdem der Zug die Station verlassen hat, erklimmen wir alsbald den Lift auf die Ausgangshöhe von 22m. Oben angekommen bleibt uns genug Zeit um ein wenig die Aussicht in einem kurzen Kurvenschlenker zu genießen, ehe wir uns in das Tal unter uns stürzen. Kraftvoll gleiten wir mit 70 km/h durch eine langgezogene Kurve und drehen uns dabei munter um die eigene Achse. Im nachfolgenden Immelmann Turn blicken wir nun wahlweise den Himmel, den Boden oder unsere Mitfahrer an, just bevor wir erneut zu Boden stürzen. In einer Rechtskurve geht es dann sogleich wieder aufwärts um in einer wunderbaren Schräglage einen Drehwurm sondergleichen zu initiieren. Nach einer abwärtsführenden Linkskurve vollziehen wir nun eine kurze Zickzackkurvenkombination, welche dann in einen Kurvenzug in Form einer Acht übergeht. Hieran fügen sich einige kürzere Schlenker an, woraufhin auch schon die Schlussbremse erreicht wird und die rasante, lustige und keineswegs kraftlose Fahrt endet.

Le Twist überzeugt, wie auch seine Schwesteranlage Dwervelwind des niederländischen Freizeitparks Toverland vollkommen. Die Anlage bietet auch einfach mal alles, was eine gute Drehgondelachterbahn benötigt; immerhin geht es hier in einem schönen Flow und einer gewissen Drehfreudigkeit der Fahrgastträger durch die Fahrstrecke. Schlichtweg, eine echt tolle Anlage!

King Kong

Bei der nächsten Anlage hingegen kann man sich über eine solche Aussage streiten. Ich mache es mir diesmal relativ einfach und konzentriere mich auf die historische Bedeutung eines King Kong Fahrgeschäfts in Le Pal, wonach der Park eben jene Neuauflage des Herstellers HUSS brauchte, da ja viele Kunden sich an die typisch französische Aussichtsfahrt (ein aktives Exemplar befindet sich auch heutzutage noch im Freizeitpark Cigoland) aus ihrer Kindheit erinnerten und es schade fanden, eben jene Anlage nicht mehr im Park anzutreffen. Auch ist die Gestaltung der Warteschlange mit den verkrümmten Eisenbahnwagons im Wald überaus gelungen. Die Anlage wirkt hier – im Gegensatz zum belgischen Freizeitpark Bobbejaanland – stimmig inszeniert und passend. Doch ob diese Punkte über das belanglose Herumgewackel in luftiger Höhe hinwegsehen lassen, ich weiß es nicht.

Ronde des Grenouilles und Disque du Soleil

Während andere noch darüber nachdenken dürfen, widmen wir uns ganz schnell mal zwei Dauerbrennern aus Italien. Mit der Ronde des Grenouilles erwartet uns ein nagelneuer Jump Around für die kleineren Parkgäste und mit der Disque du Soleil ein Disk’o Coaster im schnittigen Aztekenlook. Beide Anlagen machen Spaß, aber was anderes erwartet man von Zamperla ja auch nicht. Interessant an der Disque du Soleil ist die Evakuierungsplattform im zweiten Tal; da sind die Franzosen wohl etwas vorsichtiger unterwegs.

Azteka

Vorbei an der Bootsrutsche Rapido führt uns der Weg zum Kompaktzug-Soquet Azteka. Irgendwie scheint es die Achterbahnen des französischen Herstellers heutzutage nur noch in zwei Varianten zu geben, nämlich einer mit mehreren kurzen Zügen und einer mit langem Zug.  Wie bereits erwähnt handelt es sich bei dieser Anlage um eine mit kürzeren Zügen, die wiederum ziemlich imposant ausschaut.

Nachdem man die Station in einer Rechtskurve verlassen hat, wartet auch schon der Lifthügel der Anlage auf einem. In 17m Höhe setzt man sogleich zu einer munteren Aussichtsrunde in einer 360° Helix an. Mit durchaus ausgeprägter Geschwindigkeit brettert man nun über eine enge Kuppe und stürzt sich umgehend den Boden entgegen. Mit vollem Elan drescht man nun durch eine bodennahe Kurve, die mit der Zeit immer mehr an Höhe gewinnt. Wie in einem inclined Loop durchfährt man nun eine schräggestellte Schleife, wobei die Kuppe nur wenig Querneigung aufweist und einen kurzen Moment zum Verschnaufen bietet. Auch das nachfolgende Tal spart weder an seiner Druckverteilung, noch an seiner Querneigung, was zu einem interessanten Fahrerlebnis führt. Nach der anschließenden Auffahrt durchqueren wir nun rasch eine Blockbremse, just bevor wir uns in eine weitere Abwärtshelix werfen. Mit Anlauf geht es nun auf eine kurze Rampe, auf der wir ganz gemächlich die Richtung wechseln, wodurch der Übergang in die sich anfügende Rechtskurve recht interessant ausfällt.  Nach einem kurzen Camelback schließt sich eine Aufwärtshelix an, die dann in eine Art sich stetig weitende Bayernkurve und dann in die Bremsstrecke der Anlage übergeht. Kurz darauf ist die Ausgangsposition erreicht.

Azteka ist eine durchaus interessante Achterbahn, denn sie vereint die knackige Fahrweise der Mine Trains mit den geneigten Tälern der Großachterbahn Le King aus dem Hause Soquet. Als Alleinreisender wird man hier nämlich ganz schön durchgeschüttelt. Da die Anlage nicht sonderlich klein ist, kann man die Fahrt durchaus als imposant bezeichnen. Sie ist überraschend wild und ungezähmt, ebenso wie man Soquet mag.

Chaises Volantes

Ihr erinnert euch noch an das kleine Detail, welches ich euch bei der Achterbahn Le Twist vorenthalten habe? Gut, denn spätestens am Wellenflug Chaises Volantes wurde es mir dann auch klar, der Park steht wie kein anderer auf Single Rider. Während andere Freizeitparks ihre Warteschlangen für Einzelreisende abschaffen, gibt es hier in Le Pal quasi an jeder Attraktion die Möglichkeit Sitze aufzufüllen. Das ist überaus vorbildlich und sorgt im gesamten Park dafür das die Nutzung der Einzelfahrerwarteschlange als Normal angesehen wird – kein Neid, keine Pöbelei, gar nichts. Le Pal ist toll!

Tigre de Sibérie

Nach einer solchen Besonderheit, bietet der Park doch sicherlich keine weiteren Eigentümlichkeiten mehr, oder? Tja, falsch gedacht. Direkt neben dem Wellenflug erstreckt sich die Achterbahn Tigre de Sibérie in die Höhe – eine Großachterbahn aus dem Hause Reverchon. Was sich der Karussellbauer und spätere Drehgondelachterbahnspezialist sich bei dieser Anlage gedacht hat, erleben wir am besten dadurch in dem wir direkt in die Hartschalen des Zuges steigen.

Direkt angrenzend an die Station wartet bereits der Lifthügel der Anlage darauf uns auf eine Höhe von 13m zu befördern. Oben angekommen überqueren wir eine kurze Kuppe, an der sich eine etwas längere Kurve anschließt. Nachdem auch der letzte Wagen den Lift verlassen hat stürzen wir uns alsbald eine Steilkurve hinunter. In einer fließenden Bewegung behalten wir den Kurvenradius bei und stürmen dabei himmelwärts, was gerade in der Senke für ausgeprägte Fliehkräfte sorgt. Auf den nun kommenden Hügel ändern wir recht gemächlich die Fahrtrichtung und begeben uns in eine etwas überdimensionierte Abwärtshelix mit Bayernkurvenelementen. So begeben wir uns über zwei Täler beständig hinab, ehe wir das Element auf einer langen Rampe verlassen. Nach einem kurzen Knick und einer sehr weiten Rechtskurve, erreichen wir dann die Bremsstrecke der Anlage. Da wir gerade zu hoch sind um die Monorailstrecke kurz vor der Station unterqueren zu können folgt in der finalen Kurve noch ein kurzer Dip. Kurz darauf ist die Fahrt auch wieder zu Ende und wir steigen aus.

Der Tigre de Sibérie ist eine überaus interessante Anlage mit hervorragenden Fahreigenschaften. Leider flacht die Fahrt zum Ende hin stark ab. Der Grund dafür dürfte die ehemalige Achterbahn Chenille Fantastique gewesen sein, deren thematische Überreste auch heutzutage noch diesen Teil der Fahrt prägen. Nichtsdestotrotz bietet die Anlage wirklich schöne Kurven, die man nicht missen sollte.

La Randonnée Africane, La Conquête de l’Ouest und Lac de Chercheurs de l’Or

Ebenso sollte man den alten Themenbereich nicht versäumen, in den wir uns nun begeben. Vorbei an der Oldtimerfahrt La Randonnée Africane, die sehr an dänische Themenfahrten gleichen Leitmotivs erinnert, von der Fahrtlänge jedoch eher im Erlebnispark Tripsdrill zu erwarten ist und der ebenso langen französischen Old’99 La Conquête de l’Ouest zieht es uns zum Lac de Chercheurs de l’Or, auf dem eine Floßfahrt ihre Runden dreht. So schnell kann der Übergang von Afrika nach Nordamerika gehen.

Rivière Canadienne

Wie in jedem französischen Familienpark darf eine gute Wildwasserbahn nicht fehlen, meist heißt sie dann Rivière Canadienne; so auch hier in Le Pal. Die hier stehende Anlage ist von Soquet und kann vor allem durch ihren Verlauf bis zum Lifthügel überzeugen – immerhin passiert man zwei Mal den Lifthügel und dümpelt erstaunlich lange durch die Landschaft. Die Schussfahrt selbst kann einen guten Nässegrad vorweisen. Insgesamt also eine wirklich solide Anlage.

Les Caravelles

Wenn man jetzt nicht aufpasst landet man beim Forêt Enchantée in einer Sackgasse. Da uns die Kleinkinderthemenfahrt weniger interessiert als die Anlage, deren Fahrgastträger bereits öfters an uns vorbeigefahren sind, suchen wir uns schnell einen anderen Weg. Auf einer Insel treffen wir dann auf die Koggenfahrt Les Caravelles, welche sowohl vor- als auch rückwärts eine echt gute Figur macht.

Alligator Baie

Doch kurz bevor wir unser eigentliches Ziel erreichen, zieht uns eine andere Anlage magisch an. Ich weiß nicht wie mir diese im Vorhinein komplett entgehen konnte, doch hier in Frankreich steht mit Alligator Baie das wohl schniekste Splash Battle aus dem Hause Mack Rides. Thematisch wunderschön und auch fahrtechnisch wunderbar, zeigt sich hier in Le Pal eine wahrlich außergewöhnliche Anlage. Leider fehlte es ein wenig an Rivalen für eine spritzige Wasserschlacht. Die die da waren, haben das System aber gut genutzt,

Descente du Colorado

Nun endlich an der Descente du Colorado angekommen dauert es nicht mehr lange bis wir in einem der Raftingboote Platz genommen haben. Die zu Beginn stromschnellenreiche Fahrt durch den sehr schön gestalteten Kanal überzeugt dabei auf ganzer Linie. Auf der Strecke erwarten uns die bewährten Elemente einer europäischen Raftinganlage der frühen 90er Jahre, so düst man durch einen Tunnel samt inkludierten Wasserfall, sowie einer Wasserfallsektion mit Fällen zu beiden Seiten entlang. Es fehlt jedoch die eigentlich obligatorische Wellenmaschine. Der Nässegrad ist überschaubar.

Was mich persönlich sehr fasziniert hat ist die Station der Anlage, da hier auch die ungenutzten Boote gelagert werden. Hierfür steht ein Kran zur Verfügung, der über eine Zahnstange in Position gefahren werden kann. Verblüffend dabei ist die Anpassung der Stegüberdachung, damit der Kran ohne große Umbauten genutzt werden kann. Ein weiterer Funfact ist die Tatsache, dass die Anlage früher mal Boote mit Einzelsitzen genutzt hatte und sie später gegen die bewährten 8er Boote des Herstellers getauscht hat.

Voyage au-dessus du Monde

Funfacts sind beinahe so spannend wie Easter Eggs. Ein solches findet man in der Station der Voyage au-dessus du Monde – also der Reise um die Welt oder viel passender (wenn wortwörtlich übersetzt) die Reise oberhalb der Welt –, wo uns der Tigre de Sibérie als Malerei begegnet. Die Fahrt in der Monorail bietet kurz darauf auch eine hervorragende Sicht auf besagte Achterbahn.

Ciné Dinamique 3D

Vorbei an der Station des Train Aventiers, einer Parkeisenbahn mit Spezialeffekten, geht es weiter in einen orientalisch anmutenden Bereich. Hier findet man zahlreiche Fahrgeschäfte aus dem Hause Zamperla, darunter eine Teetassenfahrt und ein Kinderfreifallturm, eine Schiffschaukel von Fabbri, sowie dem 4D Simulator Ciné Dinamique 3D. Letzter interessierte mich sehr, denn er zeigt den 4D Film der Mack Media Produktion Happy Family. Viele dürften den Film nun aus dem Europa Park kennen, mir persönlich war der Film bislang unbekannt. Ich war ganz schön erstaunt, als die Hälfte des Films in der Pre-Show erzählt wurde und man erst kurz vor der Achterbahnsequenz der Geisterbahnfahrt zum Boarding der Simulatoren geladen wurde. Andere Parks hätten das eiskalt durchgezogen. Die Fahrt in den Großraumsimulatoren punktet durch ihr Timing und den doch sehr schön animierten Film. Hut ab!

Der Zoo

Auf dem Weg zu unserer letzten Attraktion begeben wir uns nun in den Zoo des Parks. Dabei folgen wir erst einmal der Circuit Court mit seinen ausgeschriebenen 90 Minuten, bevor wir dann zum Circuit Long mit seinen 3 Stunden wechseln, immerhin wollen wir ja auch die Erdmännchen sehen. Franzosen müssen ganz schön durch einen Zoo sprinten, denn beide Zeitangaben stimmen einfach nicht, hier kann man locker einen ganzen Besuchstag verbringen. Im normalen Besuchertempo dürften hier schnell 4-5 Stunden zusammenkommen.

Vorbei am Giraffengehege folgen wir nun den Ausschilderungen ehe wir an einem großen See geraten. Dort schauen wir dem Treiben der Totenkopfaffen etwas genauer zu, eh wir den Bauernhofbereich mit seinem integrierten Streichelzoo betreten. Das Konzept gefällt mir, auch haben die Tiere wirklich große Rückzugsbereiche.

Vorbei an den Schimpansen führt uns der Weg nun in den Raubtierbereich direkt am Eingang. Sowohl Löwen, als auch Tiger haben hier enorm große Gehege, die von Rückzugbereichen nur so wimmeln. Da die Gehege nur an wenigen Stellen für den Besucher ersichtlich sind muss man hier teilweise echt lange suchen, bis man den Tieren begegnet.

Einfach nur wow, doch den Vogel in artgerechten Gehegen schießt eindeutig das Elefantengehege in unmittelbarer Nähe ab. Das Gehege ist größer als so manch deutscher Zoo oder Freizeitpark. Da denkt man bereits das Flamingo Land im englischen Yorkshire hätte verdammt große Gehege, doch Le Pal toppt noch einmal alles. Das habe ich im Vorhinein nicht erwartet. Der Freizeitpark ist ja schon super, doch der Zoo setzt noch einiges oben drauf und wir sind jetzt auch erst zu einem guten Drittel durch.

Zeit also für eine Show. Entlang der Gehege der Roten Pandas, Gibbons und Dscheladas führt uns der Weg zur großen Greifvogelschau. Diese schauen wir uns vom Eingangsweg aus an, denn in Le Pal werden die Wege pünktlich zu Showbeginn versperrt. Ein spätes erscheinen lohnt sich also nicht. Was sich hingegen sehr lohnt ist die Show an sich. Nach und nach werden zahlreiche Greifvögel vorgestellt, ehe der Park zum fulminanten Finale übergeht und sämtliche vorhandenen Großvögel auf die Showbesucher entlässt. Auf einmal befinden sich Störche, Ibisse und Kuhreiher mitten in den Besucherrängen. Diese Show sollte man nicht verpassen!

Angefixt zog es mich gleich zur nächsten Show, die nur weniger Minuten später beginnen sollte. Im Carneval des Plumes sind nämlich Papageien die Stars. Zwar klappte so kurz nach Saisonstart noch nicht alles einwandfrei, doch in Tiershows soll ja auch niemand gezwungen werden. Auch hier ist der pädagogische Ansatz dominierend, doch auch Sprachmuffel kommen voll auf ihre Kosten. Immerhin kann man Papageien beim Recycling beobachten.

Bis zur nächsten Show dauert es noch etwas, also ab hinein in Runde Nr.2 durch den großartigen Zoo. Diesmal konzentrieren wir uns auf heimische Tierarten und beobachten erst einmal Wölfe und Luchse, ehe wir uns Schneepanther und exotischen Vögeln zuwenden. Besonders interessant wird es im Alligator Park – ein vollthematiserter Rundlauf vorbei an amerikanischen Alligatoren und Schildkröten –, welcher so auch als eigenständige Attraktion irgendwo in Florida herumstehen könnte.

Nach einem flüchtigen Blick auf die Flamingos ist auch langsam die Zeit gekommen im großen Stadion Platz zu nehmen, denn die Seelöwenshow Le Ballet des Otaries sollte gleich beginnen. Neben allerlei Slapstick erwartet den Besucher hier ein fulminantes Spektakel aus Balanciertricks, Sprüngen, Schwimmpassagen mit den Trainern und eine fiese Dusche für ausgewählte Parkbesucher. Auch diese Show sollte man gesehen haben.

So langsam neigt sich der Erlebnisbericht hier seinem Ende entgegen, der Zoo ist aber immer noch nicht ganz abgefrühstückt. Zeit zum Verschnaufen hattet ihr hoffentlich genug, also los zur Runde Nr.3. Diesmal führt uns der Weg zur großen Steppe, auf der sich Zebras, zahlreiche Antilopen und Strauße tummeln. Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich hingegen eine Art Wildpark, welcher wunderbar in einem Waldstück samt Baumwipfelpfad –  von dem man im Übrigen eine hervorragende Sicht auf die große Neuheit dieses Jahres hat – liegt.

Yukon Quad

Vorbei an den Erdmännchen, deren Gehege wirklich sehr versteckt liegt, sowie den Kängurus, Hyänen und Emus zieht es uns nun zur größten und längsten Achterbahn des Parks, dem Family Launch Coaster Yukon Quad. Ich kann ja auch nichts dafür, dass Le Pal die Anlage wirklich mittig in ihren viel zu großen Zoo gepackt hat. Obwohl die Anlage noch nagelneu ist, so wirkt sie bereits unfassbar stimmig, da auch die Vegetation mitspielt. Die Gestaltung der Anlage im Generellen ist jedoch auch eine Klasse für sich. Doch bevor ich hier noch weiter schwafle, lasst uns doch lieber auf einen der Quads Platz nehmen.

Recht zügig geht es auch sogleich in den Preshowtunnel. Ein paar Lichteffekte, etwas Nebel und Zack wird man durch die Reibräder ordentlich beschleunigt. Mit ausgeprägtem Tempo werfen wir uns nun in eine bodennahe Linkskurve, ehe wir einen Hügel emporschnellen. Diesen überqueren wir mit seichter Airtime, der nachfolgende Verlauf hingegen presst uns gut in den Sitz. Mit Schmackes geht es nun in einer Bayernkurve über Stock und Stein und anschließend wunderbar im Wechsel durch bodennahe eine Links- und Rechtskurve. Auf der nun folgenden Gerade folgt dann der zweite Abschuss, der bekanntlich noch einmal eine ordentliche Schippe drauflegt. Mit nun 90 km/h geht es sogleich in eine bodennahe Rechtskurve, die in eine kurze Zickzackpassage übergeht. Nun rast man durch eine Wendekurve auf- und abwärts, ehe sich ein bodennaher Umschwung anfügt. Die darauffolgende Kurve mündet in einen höheren Hügel, welcher eine bodennahe Wende zur Folge hat. Nun folgen zwei geradlinige Hügel einmal quer zum anderen Ende der Anlage. Nach einem bodennahen Rechtsknick, der in eine weite Linkskurve übergeht wird die Bremsstrecke der Anlage erreicht, woraufhin der Ritt über 1000m langsam seinem Ende entgegenkommt.

Wer Juvelen aus dem dänischen Freizeitpark Djurs Sommerland kennt, der wird auch bei der spiegelverkehrten Yukon Quad voll auf seine Kosten kommen. Die Anlage überzeugt durch ihre bodennahen und recht wilden Kurvenmanöver. Darüber hinaus ist das Pacing der Achterbahn einfach nur fantastisch. Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Anlage auf Anhieb beim Familienpublikum des Parks gut ankam. Als wildeste Familienachterbahn kann man sie seit Taron zwar europaweit nicht mehr vermarkten, doch für Frankreich trifft dieses Statement voll und ganz zu. Eine tolle Anlage, die hoffentlich als Leuchtfeuer in der französischen Parklandschaft dient.

Bilder Le Pal

Fazit Le Pal

Damit wären wir nun mit Le Pal durch. Ich hoffe euch hat dieser Park genauso gut gefallen, wie er mir. Der Mix aus Tier- und Freizeitpark wird hier in Perfektion dargeboten; dank Yukon Quad vermischen sich die Bereiche auch zunehmend. Dennoch kann jeder Bereich für sich voll und ganz überzeugen. Der Freizeitpark ist toll und der Tierpark grandios; man sollte daher unbedingt genug Zeit mit sich bringen. Der Ratschlag mit den zwei Besuchstagen ist ernstgemeint, denn selbst an meinem Besuchstag wurde die Zeit ganz schön knapp.


Was hältst du vom französischen Tier- und Freizeitpark Le Pal? Schreib es einfach hier in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Channels:

          


Klicke hier für den nächsten Bericht der Tron-Tron-Trône Tour

Mit Heidi auf Schlittenfahrt

Vorwort

So ohne Freizeitpark ist die Fahrt nach England doch irgendwie zu lang und zu langweilig. Da ich kurz vor Weihnachten bereits in Efteling war und dort das winterliche Treiben bobschlittenfahrtslos über mich ergehen lassen habe, ging es auf dem Weg zurück zur Insel in den belgischen Küstenort De Panne, wo das Plopsaland De Panne bereits seit über 10 Jahren sein Winter Plopsaland Event betreibt. Der Hauptgrund des Besuchs war die Achterbahn Heidi – The Ride, die ich beim letzten Besuch leider nur stillstehend begutachten konnte; zugegebenermaßen war ich aber auch sehr gespannt darauf, mit welchen Einschränkungen man im Winter hier vorlieb nehmen muss. Ebenfalls befand sich damals der Themenbereich rund um die wilde Schlittenfahrt noch im Bau und glich somit eher einem grauen Betonkomplex, als einem farbenfrohen Schweizer Dorf.

Winter Plopsaland

Der erste Eindruck des Events ist durchaus positiv, so ist der Park überaus nett geschmückt und hat sogar einen Weihnachtsplopsa an jeder Ecke des Parks herumstehen. Dass die Gestaltung – außerhalb des Eingangsbereichs ­­– dann doch ein wenig sehr repetitiv ist, ist jedoch ein wenig schade; wobei dieser Eindruck kaum ins Gewicht fällt. Hingegen stark ins Gewicht fällt die Anzahl der sich im Betrieb befindlichen Fahrgeschäfte. Winterevent schön und gut, wenn aber nichts fährt kann man es sich auch sparen und ebenso sah es noch am Morgen aus. Dass spätestens zum Nachmittag – mit Ausnahme der Wildwasserbahn – alle, und zu meinem eigenen Erstaunen wirklich alle, Fahrgeschäfte liefen, spricht für dieses Event. Immerhin konnte ich somit auch endlich mal den Star Flyer fahren, der der See und den vorhandenen Winden zu Dank wirklich beängstigend ist.

Heidi – The Ride

Immerhin hat man von dort oben einen guten Überblick über die Region, den Park und auf die Holzachterbahn Heidi – The Ride. Bis zum späten Nachmittag war die Warteschlange an der Achterbahn überaus überschaubar, so dass es überhaupt kein Problem war jeden der insgesamt 12 Sitzplätze auszuprobieren; manche sogar doppelt oder gar dreifach. Gegen Abend wurde die Bahn dann beliebter, der Park jedoch auch spürbar voller.

In einem kurzen Dip verlässt man mit Heidi die Station, woraufhin der Lifthügel der Anlage erklommen wird. Einmal die Maximalhöhe von 22m erreicht, stürzt man sich sogleich den First Drop in Form einer schwungvollen Steilkurve hinunter. Bodennah schlenkert man nun in einem wilden S-Kurven-Manöver von der einen Seite der Anlage auf die andere. Hieran schließt sich ein Double-Up Element an, woran sich wiederum ein Double-Down Element anfügt. Leider werden die drei Kuppen hier sehr seicht befahren, so dass die einsetzende Airtime recht gering ist. Wieder am Boden angelangt schießt man sogleich in die Höhe. Dabei nimmt die Querneigung beständig zu, ehe man mit dem Schlitten in einer echt tollen Wendekurve erneut zu Boden stürzt. Über einen kurzen Hügel erreicht man die eben absolvierte Strecke, woraufhin man nun parallel zu dieser über Stock und Stein prescht.

Nach zwei recht hohen Hügeln folgt ein leicht getwisteter S-Kurven Hügel, der in einem kleinen Double-Down mündet. In einem Tunnel flitzt man nun über einen sehr, sehr kleinen Buckel, ehe man in einer Kurve in die rechte Zugseite geprescht wird. Hierauf folgt noch schnell ein weiterer sehr flacher Hügel, bevor man sich in einer kurzen Links-Rechts-Kurvenkombination der Bremsstrecke der Anlage nähert. Im selben Gebäude wie die Station überfährt man nun noch schnell das Transfergleis für die Wartung, ehe man in einer 180° Kurve die Station erreicht. Wenn man nun noch etwas Glück hat verabschieden hier einen noch Heidi und der Geissenpeter; bei meinem Besuch jedoch blieb der Screen leer.

Tja, wie soll ich die Anlage nun beurteilen? Nach meinen ersten Fahrten mit Heidi war ich echt underwhelmed – es hat schon sehr lange gedauert, bis ich mich persönlich mit der Anlage anfreunden konnte. Dabei möchte ich auch nicht den uneingefahrenen Zustand der Bahn die Schuld geben, denn eingefahren fährt sie sich halt sehr ähnlich. Grundsätzlich ist mir persönlich die Anlage zu kurz, was gerade durch den bodennahen und schnellen Part gegen Ende unterstützt wird und der gefällt mir leider auch mal absolut gar nicht. Die Bahn beginnt toll, hat einen wirklich gelungenen First Drop. Doch nach der lustigen S-Kurve entlässt man in dem Double-Up spürbar die Luft. Gut, danach findet sich die Anlage wieder und bietet im Mittelteil auch einige schöne Hügelchen, doch ehe man sich versieht beginnt auf dem geschwungenen Hügel auch schon das Finale und zack ist die Fahrt auch wieder zu Ende. Da bieten andere, ähnlich kurze Anlagen leider mehr.

Doch eines muss man der Anlage lassen: Sie ist todschick und sie bedient das im Park vorhandene Publikum wie keine andere. Die wilde Schlittenfahrt ist nämlich absolut familientauglich und bietet darüber hinaus durch die recht schnelle Abfertigung – was auch an der interessant platzierten Gepäckablage liegt (eine Truhe in der Mitte der Ausstiegsplatform) – die perfekte Gelegenheit dafür Teile der Familie fahren zu lassen, während der andere Teil nicht allzu lang draußen wartet. Summa Summarum also eigentlich eine ganz tolle Anlage, die Hauptattraktion des Parks bleibt jedoch Anubis – The Ride; was für eine geile Achterbahn.

Bilder Winter Plopsaland

Fazit Winter Plopsaland

Was das Winter Plopsaland angeht, so kann ich es uneingeschränkt empfehlen. Sollte das Wetter mitspielen, kann man hier leicht einige Stunden bei überaus ansprechenden Wartezeiten verbringen. In Verbindung mit dem Plopsaqua mit Leichtigkeit den ganzen Tag.

 

Was ist eure Meinung zur GCI Holzachterbahn Heidi – The Ride?  Schreibt sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besucht unsere Social-Media-Kanäle: