Astérix est là!

Parc Astérix

Parc Astérix gibt es entweder in voll oder geschlossen. Bislang konnte ich diese Aussage immer voll unterschreiben, denn jedes Mal, wenn ich zum Achterbahnfahren in der Nähe von Paris war, war der Park geschlossen. Dass es neben diesen logischen Ausdruck noch viele andere Zustände gibt, liegt in der Natur der Sache. Fakt ist jedoch auch, dass der im Jahr 1989 geöffnete Freizeitpark zu den bekanntesten europäischen Freizeitparks gehört und dementsprechend ziemlich gut besucht wird. Astérix ist aber auch eine sehr erfolgreiche Marke.

Als Sammler der französischen Hardcover Bände habe ich mich sehr auf den Besuch im Parc Astérix gefreut. Nach der zweiten Nacht in der Champagne, brach ich nach einem kurzen Plausch mit dem Ferienhausbesitzer in Richtung Paris auf. Da die Autobahnen dort jedoch allesamt überladen waren, erreichte ich den Freizeitpark über zahlreiche Nationalstraßen deutlich später als ursprünglich geplant. Eigentlich wollte ich bereits online den Pass Saison Découverte (vergünstigte Jahreskarte mit Ausschlusstagen) kaufen, da dieser günstiger ist als ein Zweitagesticket, doch dank Versand wäre die Karte wohl erst nach meinem Besuch zu Hause angekommen. Daher hieß es, die Parkplatzgebühren von 10€ zumindest einmalig zu zahlen. Da mir die Schlange an der Jahreskartenkasse zu langsam vorwärts ging, habe ich mir ein normales Tagesticket gekauft, welches ich dann später im Parc Astérix umgewandelt habe. Dank der bereits online eingegebenen Daten, war auch dieses ruckzuck erledigt.

Le Défi de César

Den Anfang in meinem drei Tage übergreifenden Parkrundgang macht die Hexenschaukel Le Défi de César. Als Anwärter des römischen Nachrichtendiensts sollen wir das störrische Gallien infiltrieren. Ganz Gallien? Nein, eigentlich nur das Dorf von Astérix und Obélix. Um uns auf diese Aufgabe vorzubereiten stellt uns Julius Caesar gleich mehrere Aufgaben.

In drei Pre-Show Räumen werden wir nun durch die Attraktion geführt, ehe dann das eigentliche Mad House auf uns wartet. In der ersten Herausforderung lernen wir, wie wichtig es ist, die zukünftige Arbeitskleidung – Bärte und gallische Zöpfe – mit Würde zu tragen. In der zweiten Herausforderung steht der gallische Humor im Mittelpunkt, ehe wir uns in der dritten Herausforderung dem Zauber der gallischen Frauen und der Musikkünste des Barden Troubadix zuwenden. Eben jenes passiert in einem römischen Bad, welches auf den Gesang von Troubadix seine Wassermassen nicht mehr unter Kontrolle hat und beinahe zusammenbricht. Die letzte Herausforderung ist dann auch bereits die Überfahrt nach Gallien. In dieser treffen wir dann auf Astérix und Obélix persönlich, die merklich Spaß daran haben das Schiff ein paar Runden um die horizontale Achse zu drehen. Kurz darauf sinkt das Schiff und ein Kraken greift an. Nur knapp entkommen wir dem Biest und geben uns daraufhin geschlagen.

Das Mad House des Herstellers Mack Rides punktet vor allem durch die Einbindung der bekannten Charaktere und durch die Einbeziehung der zukünftigen Geheimagenten. Leider zieht sich das Erlebnis gerade gegen Ende doch sehr in die Länge, wodurch Wiederholungsfahrten leider nicht wirklich zu empfehlen sind. Als einmaliges Happening sollte man Le Défi de César jedoch keineswegs verpassen.

Romus et Rapidus

Nur wenige Meter weiter befindet sich der Zugang zum Intamin Rafting Romus et Rapidus. Einst als Descente du Styx dem griechischen Themenbereich zugeordnet unterhält die Raftinganlage seit dem Eröffnungsjahr des Freizeitparks die Parkgäste. Nach einem Zwischenfall im Jahr 2006, als ein Junge aus einem Boot gefallen ist, wurden die Sicherheitsvorrichtungen massiv erweitert, wodurch diese ihr heutiges Erscheinungsbild bekam. Die Boote sind seither deutlich weniger freizüglich, was der wilden Flussfahrt jedoch keineswegs abtrünnig ist. Romus et Rapidus bietet eine überaus wilde Raftingfahrt mit einer großen Anzahl an Stromschnellen und anderen Hindernissen, bei der eigentlich ständig irgendwie Wasser ins Boot schwappt. Ein überaus spritziges Vergnügen.

Gleiches könnte man sich auch bei der Delphinshow des Parc Astérix im großen Théâtre de Poséidon denken. Doch statt gallischen Humors erwartet uns hier eine dröge Delphin- und Seelöwenshow, bei denen die Beziehung zwischen Trainer und Tier, sowie die Aufklärung über die Tiere im Mittelpunkt steht. Wenn man ehrlich ist, ist das ganze Spektakel wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit und genau dort belassen wir es auch.

Cheval de Troie

Eine weitaus positivere Zeitreise erleben wir auf Cheval de Troie, einem Fliegenden Teppich aus dem Hause Zierer. Obwohl die Fahrzeit auf der Anlage überaus kurz ist, so haut diese dann doch ordentlich rein – immerhin muss die Gondel ja auch dementsprechend beschleunigen, um in kürzester Zeit den Höhepunkt der Fahrt zu erreichen. Quasi ein Quickie der besonderen Art.

Pégase Express

Weitaus länger stellt sich dann die Warteschlange am Pégase Express heraus. Nach einigen Treppenstufen im Bahnhofsgebäude des Gare Montparnassos (hihihi) darf man nämlich schnell wieder an die frische Luft, um über den Deich der Raftinganlage Romus et Rapidus zu laufen, von dem man einen hervorragenden Blick auf die bald folgende Fahrt erhaschen kann, bevor es dann doch wieder in das Gebäude geht. Hier muss man nun noch eine Vielzahl weiterer Treppenstufen erklimmen, ehe dann irgendwann die Station der Achterbahn erreicht wird. Theoretisch wird man nun Grüppchenweise in einen vorgelagerten Bereich eingelassen, in dem man dann auch seine Habseligkeiten ablegen kann – bei wenig Andrang jedoch entfällt dieser Schritt und man muss diese dann auf die Fahrt mitnehmen.

Diese beginnt dann auch sogleich mit einen kleinen Reibradlaunch aus der Station heraus. Die dadurch aufgebaute Geschwindigkeit wird jedoch bereits auf dem anschließenden Hügel auf ein Minimum reduziert, ehe es in einer abwärtsführenden Bayernkurve und einer stark geneigten Linkskurve rasant in Richtung des ersten Lifthügels geht. Zügig erreichen wir die Spitze dessen. In einer Kurve genießen wir noch kurz die Aussicht, ehe sich der Zug schwungvoll zu Boden stürzt. Mit leichter Airtime flitzen wir nun über einen Camelback und insgesamt drei Umschwünge, ehe wir uns über einer Art Double-Up dem Highlight der Fahrt nähern. Mit ordentlich Drive durchbrechen wir dabei in einer wunderschönen Steilkurve eine Werbeanzeige, ehe wir über eine weitere Reihe von Umschwüngen den Weg in Richtung des zweiten Lifthügels einschlagen. Hier angekommen werden wir schnell hinauf transportiert und anschließend in eine aufgeständerte Tempelhütte geschoben.

Das Showprogramm zur Weichenstellung wirkt ein wenig einfallslos und wenig bedrohlich; per Reibradlaunch werden wir jedoch zum Glück schnell davon erlöst. Wieder einmal folgt ein kurzer Hügel, der sämtliches Momentum aufbraucht, ehe wir in einer langen Kurve zu Boden stürzen. Rückwärts geht es nun über Stock und Stein, bzw. einer recht wilden Fahrstrecke mit allerhand bodennahen Hügeln, kleineren S-Kurven-Schlenkern und winzigen Umschwüngen an der Raftinganlage vorbei, zurück zum Bahnhofsgebäude. Parallel zum ersten Lifthügel der Bahn erreichen wir nach kurzer Zeit bereits die Bremsstrecke der Anlage. Hier rollt man dann weit genug zurück, ehe eine weitere Weiche gestellt werden kann, die einen dann auf die letzten Streckenmeter zurück zur Station entlässt.

Der Pégase Express ist eine überaus dynamische Familienachterbahn mit einigen echt tollen Fahrmanövern und -momenten. Die Fahrt im Parc Astérix hat Schwung und geht streckenweise nicht sonderlich zimperlich mit seinen Fahrgästen um. Dennoch bleibt die Fahrt im Kern familienfreundlich, weswegen Maman et Papa nicht ganz überfordert sein dürften, währenddessen die Kinder über die ganze Fahrt nur so vor Freude jauchzen. Dennoch beließ ich es bei nur wenigen Fahrten – bei nicht vorhandenem Andrang ist hier die Warteschlange einfach viel zu lang.

Vol d’Icare

Bevor der Pégase Express gebaut wurde, war die größte Familienachterbahn des Parc Astérix der Vol d’Icare. Basierend auf dem Layout der (ehemaligen) Achterbahn Kometen aus dem dänischen Freizeitpark Tivoli Gardens besticht die Achterbahn mit einer Vielzahl an unterhaltsamen Kurvenmanövern. Doch statt einer theoretischen Kapazität von 1200 Personen pro Stunde, weist die Anlage durch ein verändertes Zugdesign meist einen deutlich niedrigeren Personenfluss auf. Statt der jeweils zwei Personen nebeneinander können hier nämlich maximal zwei Personen hintereinander pro Reihe platznehmen. Obgleich das Personal sichtbar bemüht ist, die Züge rasch aufzufüllen und auf die Strecke zu schicken, so sollte man hier stets mit einer längeren Wartezeit rechnen.

Konnte man dann doch nach einiger Wartezeit einen Platz im Zug erhaschen, so zieht man noch schnell den Bügel – welcher konstruktiv ganz interessant über eine Schiene in der Mittelkonsole verstellt werden kann – zu sich heran, ehe die Fahrt auch bereits losgehen kann.  Nach einer kurzen Rechtskurve ist auch bereits der Lift der Anlage erreicht, welcher einen auf 10,7m Höhe bringt. Zeit die Aussicht zu genießen bleibt uns jedoch nicht und so stürzen wir alsbald eine Steilkurve hinunter. Durch die überaus kompakte Bauweise der Anlage erwartet uns nun ein sehr enges und damit auch sehr druckreiches Tal, ehe wir uns in einer ebenfalls sehr engen Bayernkurve über Berg und Tal nach oben schrauben. Sogleich wird dann auch die erste Blockbremse durchquert.

In einer recht weiten Rechtskurve nehmen wir nun beständig an Geschwindigkeit zu, ehe uns nach einem rasanten Linkskurvenschwenker den Weg zur zweiten Blockbremse bahnen. Diese verlassen wir dann in einer kurven Linkskurve, an der sich eine weite Rechtskurve anfügt. Mit ordentlichem Schwung donnern wir in eine weitere Blockbremse und werden dabei fast bis zum Stillstand abgebremst. Gerade bei der ersten Fahrt kommt diese Bremse dann doch sehr überraschend, zumal wir immer noch nicht am Ende der Fahrt angelangt sind. Recht gemächlich vollziehen wir nun eine weitere Kombination aus Rechts- und Linkskurve, worauf auch hier eine weitere Blockbremse wartet. Die eigentliche Bremsstrecke der Anlage erreichen wir dann nach einem kurzen Dip auf dieser heraus. Nach einer Wendekurve gelangen wir dann auch schon wieder in das Stationsgebäude der Achterbahn.

Auch wenn der Vol d’Icare nach einer Ansammlung von Blockbremsen mit wenig Strecke dazwischen klingt, so ist die Achterbahn gerade durch die ersten zwei Abschnitte außerordentlich unterhaltsam. Die Bahn macht Spaß und stiftet einem, sofern kaum Leute für sie anstehen, zu Wiederholungsfahrten an. Schade, dass es nur so wenig Exemplare von diesem Achterbahntypen gibt.

Hydre de Lerne

Mit der Hydre de Lerne erwartet uns ein weiterer klassischer Flat Ride, den man keineswegs missen sollte. Dieses schick gestaltete Monster aus Münsterhausener Produktion bietet eine überaus rasante und keineswegs zu kurz geratene Fahrt. Darüber hinaus ist der Polyp eine der ersten Anlagen des Herstellers Gerstlauer Amusement Rides.

Rivière d’Elis und Discobélix

Vorbei an der gemächlichen Bootsfahrt Rivière d’Elis zieht es uns nun zu Discobélix, einen Disk’o Coaster von Zamperla. Gespickt mit Feuer- und Wassereffekten überzeugt die Fahrt vor allem von außen. Für die Insassen selbst ist diese leider ein wenig monoton. Zugegeben, schick ist die Anlage allemal und die Fahrt über das Wasser ist ein überaus nettes Feature.

Tonnerre de Zeus

Kommen wir nun zur Holzachterbahn Tonnerre de Zeus. Der kamerascheue Woody, der vielen Fans vor allem durch sein Eingangsportalgimmick im Gedächtnis bleibt, hat es ohne große Müh auf die Spitzenpositionen meiner Favoritenliste geschafft. Wie? Das schauen wir uns gleich etwas genauer an.

Die Fahrt beginnt mit einer kurzen Rechtskurve aus der Station heraus. Sogleich erreichen wir den Lifthügel und wenig später die Ausgangshöhe von 30m. Nach einer weiteren Kurve in luftiger Höhe prescht der Zug über eine CCI typische und viel zu enge Kuppe seinem Schicksal entgegen. Leichter Airtime ausgesetzt tun wir ihm gleich und rasen folglich ohne Gnade einem viel zu engen Tunnel entgegen. Mit ordentlichem Druck und viel Shake, Rattle and Roll durchqueren wir das erste Tal. Hierauf schießen wir einen Hügel empor, der gleichzeitig eine Wende im Layout einleitet. Dabei vollziehen wir noch quick eine Senke, ehe wir wieder einmal aus dem Sitz gerissen werden und uns dem Boden nähern. Über einen Camelback durchqueren wir dann die Liftstruktur der Holzachterbahn und nähern uns dem Hauptelement der Achterbahn, einer 572° Helix.

Hier verbringen wir dann auch einige Zeit, wobei es stehts über Berg und Tal geht. Es ist ein ständiges auf und ab, teilweise verläuft die Strecke dabei auch sehr steil und durch die eigene Struktur. Ein hammergeiles Teil! Da passt es dann auch ganz gut, dass just darauf eine Reihe kleinerer Hügel auf die Fahrgäste wartet, welche diese natürlich ordentlich aus dem Sitz befördern. Wieder einmal folgt hierauf eine Wendekurve mit inkludierter Senke, welche uns ein weiteres Mal gekonnt in die Wagenseite drückt. Mit Schwung verlassen wir auch dieses Kurvenmanöver über einen flotten Airtimehügel, an dem sich auch hier weitere anschließen. Im Innenraum der Helix durchqueren wir nun eine weitere Wendekurve, ehe wir uns so langsam auf den Rückweg zur Station machen. Über eine Rechtskurve schmiegt sich der Streckenverlauf langsam dem Lifthügel an. Doch kurz bevor die Station erreicht wird donnert der Zug nach einer Linkskurve ein weiteres Mal über einen Hügel und entschwindet dann in einen Wald. Hier drehen wir dann in eine Runde in einer 256° Helix, woraufhin dann auch tatsächlich die Bremsstrecke erreicht wird und alsbald der wilde Ritt endet.

Tonnerre de Zeus ist geil! Die Fahrt bietet ein super Pacing, gespickt mit einigen wirklich tollen Airtimemomenten, die zwar weniger wahnsinnig als bei dem Geschwisterchen Megafobia im walisischen Oakwood Theme Park sind, dafür aber insgesamt öfter auftreten. Darüber hinaus geizt die Anlage kaum mit ihren lateralen Kräften, welche vor allem in der irrsinnig aufgebauten Helix im Mittelteil der Fahrt zu einem breiten Grinsen bei den Passagieren sorgen. Der großartige First Drop in den engen Tunnel, sowie die überaus hohe Fahrdauer sind weitere Punkte, warum man diese Fahrt einfach mögen muss. Ein grandioses Ding und ein Must-Do für jeden Achterbahnliebhaber.

Goudurix

Ob man diese Aussage vielleicht sogar auf die Loopingachterbahn Goudurix beziehen kann, finden wir nun heraus. Der einstige Inversionsrekordhalter lächelt uns nämlich schon länger aus weiter Ferne an. Tatsächlich verhält es sich bei der von Vekoma gebauten Anlage so, dass viele – gerade etwas größer gewachsene Personen – die Anlage als Tortur sondergleichen erleben. Dessen ist sich Parc Astérix auch bewusst, weswegen die Anlage bereits einmal neu ausgerichtet wurde. Das ist jedoch auch bereits einige Jahre her und viele Meinungen hat man in dieser Zeit auch nicht mehr gelesen, wodurch ich doch sehr auf die Fahrt gespannt war.

Über einen kurzen Dip hinaus aus der Station erreichen wir alsbald den Lifthügel, welcher uns auf eine besorgniserregende Höhe von 36m befördert. Oben angekommen überqueren wir schnell eine Kuppe, an der sich eine weite Linkskurve anschließt. Mit zunehmender Geschwindigkeit nähern wir uns dann den eigentlichen First Drop und stürzen ohne jegliche Gnade direkt dem Boden entgegen. Mit voller Wucht werden wir im anschließenden Tal in den Wagen gepresst, ehe wir dann der ersten Inversionsfigur emporschießen. Im Butterfly sehen wir die Welt gleich zwei Mal überkopf, während wir ziemlich seltsame Schienenneigungen über uns ergehen lassen. Zwischendurch ist das Element auch noch erstaunlich druckvoll, wodurch dem Fahrgast ein interessantes Kräftewechselspiel geboten wird. Auch im darauffolgenden Tal werden die G-Kräfte nicht schwächer, nur gut das wir uns bereits auf der Rampe zur nächsten Inversionsfigur befinden.

Recht zügig drehen wir uns nach rechts ab und befinden uns ein weiteres Mal überkopf. Ohne Erbarmen stürzen wir uns wieder einmal den Boden entgegen und auch hier hört der Druck einfach nicht auf. Es folgt das eben erlebte in umgekehrter Reihenfolge, auf das wir uns nach dem vierten Kopfstand auf einer abwärtsführenden Rampe befinden. Mit Schwung nähern wir uns dem einzigen richtigen Looping der Anlage, der jedoch wider den Erwartungen ein wenig seichter ausfällt. Auf dem nachfolgenden Hügel können wir nun das erste Mal wirklich durchatmen. In einer langen Kurve nehmen wir nun ein weiteres Mal Schwung, um kurz darauf die Welt in einem Korkenzieher zwei weitere Male überkopf zu erleben. Im Flow der Korkenzieher fügt sich nun noch eine klassische Bayernkurve an, woraufhin wir auch bald die Bremsstrecke der Anlage erreichen. Interessanterweise folgt nun noch ein kleines Gefälle, woraufhin sich eine längere Gerade am Abstellgleis der Anlage vorbei anfügt. Eine kleine Steigung später befinden wir uns dann in der parallel zur Station befindlichen Bremse. Eine kurze Wendekurve später ist die Fahrt auch wieder vorbei.

Wow, was für eine Fahrt! Goudurix geht wahrlich nicht zimperlich mit seinen Fahrgästen um, doch die viel beschworenen Schläge und starken Vibrationen konnte ich leider nicht erleben. Selbst nach mehreren Fahrten in Folge überwog die Begeisterung über die druckreiche Inversionsschleuder aus dem Hause Vekoma. Dass Goudurix damit nicht jedermanns Geschmack trifft, ist mir durchaus bewusst, doch allein für das Butterfly Element gleich zu Beginn der Fahrt lohnt es sich die Achterbahn wenigstens einmal zu erleben.

La Galére und Transdemonium

Wir beenden unseren Rundgang um den See mit einer Fahrt auf der Schiffschaukel La Galére, die typisch französisch sehr stimmungsvoll daherkommt, ehe wir uns dem Mittelalterthemenbereich des Parc Astérix zuwenden. Hier erwartet uns dann sogleich die schaurig schöne Themenfahrt Transdemonium, deren Eingang im Gegensatz zum dominanten Ausgangsportal etwas unscheinbar daherkommt.

Dabei sollte man das morbide Marionettentheater keinesfalls auslassen, denn die stimmungsvolle Mischung aus surrealen Szenen, passender Beschallung und variabler Fahrdynamik überzeugt auf ganzer Linie. Es ist eine schöne Fahrt, die den Geist historischer Geisterbahnen einzufangen vermag. Das allein ist schon eine große Kunst. Verbunden mit einigen großartigen Szenen, allen voran das Pferdeskelett-Karussell, weist das Transdemonium einen recht hohen Schauwert auf. Das Ende der Fahrt erinnert wiederum an die ehemalige und ebenfalls großartige Geisterbahn Over the Hill aus dem englischen Freizeitpark Adventure Island und kam für mich daher leider nicht wirklich überraschend daher. Nichtsdestotrotz, eine tolle Geisterbahn, die man keineswegs auslassen sollte.

Les Cheveaux de Roi

Vorbei an einer Burgerbude und einem kleinen Café zieht es uns nun in den Innenhof der Burg, wo wir eine Runde auf dem Pferdekarussell Les Cheveaux de Roi drehen, ehe wir in den französischen Themenbereich wechseln. In einer weiteren Halle werden zwei Dioramen bespielt, die das Leben in Paris des 17. Und 18. Jahrhunderts wiederspiegeln sollen. Warum mitten drin einfach eine ungenutzte Warteschlange besteht, hat sich mir während des Besuchs nicht erschlossen. Generell wirkte der Bereich verwahrlost, was auch daran liegen konnte, dass die große Showarena nebenan während der Nebensaison nicht bespielt wird. Die genannte Warteschlange wird, wie ich es nun recherchieren konnte, selbst dann jedoch nur während der Halloweensaison für das Maison de la Peur genutzt.

Oxygénarium

Wieder am Tageslicht widmen wir uns sogleich der Luftkur auf der Rundbootrutsche Oxygénarium. Dieser Spinning Rapids Ride von Whitewater West sorgt bereits seit dem Jahr 1999 für einen gehörigen Drehwurm, sowie der einen oder anderen Dusche. Wer Störtebekers Kaperfahrt im Hansa Park kennt, der wird auf auch auf Oxygénarium seine wahre Freude haben, obgleich die Strecke hier weitaus weniger Kurven vorweisen kann. Die Gestaltung der Anlage überzeugt genauso wie ihre Einbettung in die Umgebung, da selbst aus der Warteschlange kaum Strecke einsehbar ist. Darüber bietet die Warteschlange einen hervorragenden Blick auf die Achterbahn OzIris, zu der wir jedoch erst später kommen. Dementsprechend, ein absolutes Must-Do für jeden Freizeitparkfan im Parc Astérix.

Chaises Volantes und Nationale 7

Nach einer Fahrt auf der Attraction à Sensation in diesem Bereich – dem Wellenflieger Chaises Volantes – widmen wir uns der französischen Nationalstraße. Dabei führt uns die Oldtimerbahn Nationale 7 auf einer recht langen Strecke an mehreren liebevoll und witzig gestalteten Szenen vorbei. Dank ihrer Lage kann es durchaus passieren, dass man die Anlage leider übersieht.

Menhir Express

Weitaus dominanter ist in dieser Hinsicht die Wildwasserbahn Menhir Express. Vorbei an der Teetassenbahn Les Chaudrons und der Koggenfahrt La petite Tempête führt uns der Weg einmal um die gesamte Anlage herum, ehe wir am Eingang dieser Bahn aus dem Hause O.D. Hopkins stehen. Als Fan der Shoot the Chutes Anlagen des Herstellers freute ich mich schon länger darauf, mal eine Wildwasserbahn aus diesem Hause in Europa zu erleben. Doch dazu kam es beinahe gar nicht. Im Bericht zu Walibi Rhône-Alpes habe ich euch ja schon einmal über die Einzelfahrerpolitik der Compagnie des Alpes aufgeklärt, doch an dieser Anlage war es das erste Mal, dass man mir die Fahrt komplett verwehren wollte. Gerade im Parc Astérix – wo man mich bislang ständig zu anderen Leuten ins Boot steckte – verwunderte mich dieses doch sehr. Einen Hinweis am Eingang der Attraktion gab es nicht. Schlussendlich konnte ich mich der nachkommenden Familie anschließen, aber leider auch erst nach Rückfrage. Wie gesagt, bei allen anderen Wasserattraktionen der CdA verlief das ganze deutlich unproblematischer.

Nach dem ganzen unnötigen Stress kam mir die Abkühlung also wie gelegen. Nachdem der Hinkelstein die Station verlassen hat dümpelt man ein wenig in einer S-Kurve in Richtung des ersten Lifts. Oben angekommen folgt erst einmal eine schnellere Passage bestehend aus mehreren Rechts- und Linkskurven, ehe man etwas verlangsamt durch richtiges Wildwasser prescht. Nach mehreren Kurvenschlenkern erreicht man dann einen Tunnel, in dem sich auch die erste Schussfahrt der Anlage versteckt. Mit Schwung geht es sogleich hinab und genauso schnell wieder hinauf. Über einen Camelback erreicht man dann die Auslaufstrecke, woraufhin sich eine größere Wassermenge über die Passagiere ergießt. Auf dem Weg zum nächsten Lift überwiegen die Stromschnellen und ständig spritzt irgendwie Wasser ins Boot, bevor dann irgendwann eine Höhle erreicht wird. Diese führt einem durch einen scheinbar ausgeschalteten Drehtunnel, sowie einen Wasserfontänentunnel ähnlich dem des Gruffalo River Ride Adventures im englischen Freizeitpark Chessington World of Adventures.  Wieder an der frischen Luft angekommen erwartet uns auch sogleich der zweite Lifthügel der Anlage. In luftiger Höhe dümpeln wir nun noch einige Meter durch den Kanal, ehe dann auch bereits die zweite Schussfahrt auf uns wartet. Obwohl die kleinere Abfahrt meist die nässere ist, so wird man hier auch auf der großen ordentlich geduscht. Komplett durchnässt folgt dann nur noch die Rückführung in die Station.

Der Menhir Express ist eine Wildwasserbahn, die ihrer Typenbezeichnung wirklich mal alle Ehren macht. Die Fahrt ist flott, überaus spritzig und durch die Stromschnellen absolut wild. Da sind die beiden Schussfahrten beinahe schon überflüssig, wären nicht auch diese absolut brillant. Der Nässegrad ist O.D. Hopkins typisch extrem hoch und dennoch wäre ich hier liebend gerne eine Runde nach der anderen eingestiegen. Wirklich schade, dass es nur so wenige Wildwasserbahnen dieses Charakters in Europa gibt. Whitewater West würde sich sicherlich über neue Order freuen.

Wo wir doch gerade bei Hinkelsteinen waren, können wir uns auch langsam mal das Heimatdorf unserer liebsten Gallier anschauen. Dieses befindet sich ziemlich genau in der Mitte des Parc Astérix und bietet somit die ideale Gelegenheit sich ein wenig aus dem Trubel drumherum zurückzuziehen. Um Troubadix-Baumhaus besteht zusätzlich noch eine kleine Showarena, die im Sommer als Bühne für eine Haustiershow dient. Die Tiere selbst leben im Dorf und können die Kinder noch eher begeistern als die gruseligen Meet & Greet Charaktere. In dieser Hinsicht besteht wirklich Verbesserungspotential, denn verängstigte Kinder findet man hier an jeder Ecke.

Épidemaïs Croisière

Direkt an das Théâtre du Barde angrenzend befindet sich der Darkrideteil der Bootsfahrt Épidemaïs Croisière. Die gemächliche Kreuzfahrt nimmt uns mit auf eine Reise durch die bekannten Comics. Dabei treffen wir in den einzelnen Szenen auf eine Vielzahl von Charakteren, sowie auf eine römische Garnison, welche natürlich in Schutt und Asche gelegt wird.

Durch den wirklich schicken Kinderbereich La Fôret d’Idéfix mit seiner schönen Auswahl an Kinderfahrgeschäften begeben wir uns nun zum Théatre du Panoramix, welches zumindest an einem meiner Besuchstage für die Show des Magiers Crypto genutzt wurde. Diese war leider mystischer Quark und wenig unterhaltsam, doch es ist interessant zu sehen was für eine Vielfalt an Shows und Vielzahl an Vorstellungen Parc Astérix je nach Andrang so alles auffährt. Ebenso ist es beeindruckend, dass der Park jeden Tag seine Parkpläne neu drucken lässt. So finden sich nicht nur die tagesaktuellen Shows und Vorstellungszeiten im Plan, sondern auch Informationen über das Wetter und andere Hinweise. So einen Service findet man nun wirklich nicht oft.

Gaulois-Romains: Le Match

Vorbei am bekannten Karussell Le Carroussel de César, in dem man in mitten von Obélix platznehmen kann, zieht es uns nun in die römische Arena, wo sich Gallier und Römer in Gaulois-Romains: Le Match einen mehr oder deutlich weniger fairen Wettstreit liefern. In drei Wettkampfrunden geht es bei der Show nicht weniger als um die Zukunft des Gallischen Dorfes und ganz Rom greift zu unlauteren Mitteln, was auch die Zuschauer bitterböse erwischen kann. So durfte ich beispielsweise ein Interview zu einer eingespielten Tonspur geben, herrlich! Die ganze Show ist pechschwarz und die Darstellungen der Tänzer und Akrobaten wirklich atemberaubend. Zwischenzeitlich gibt es dann auch noch eine geniale Halbzeitshow mit Werbesports, die man so sicherlich nirgendwo anders sehen wird. Doch für unsere Gallier sieht es gar nicht gut aus, nur gut, dass gegen Ende Idéfix mit dem Zaubertrank in die Arena gelangt und die Römer in Folge dessen ordentlich einen auf den Deckel bekommen. Eine tolle und vor allem kurzweilige Show, die man keineswegs verpassen sollte.

Ebenfalls keineswegs verpassen sollte man tatsächlich die Parkgastronomie des Parc Astérix. Die ist nämlich echt verdammt gut. Neben den typischen Freizeitparkspeisen gibt es im Parc Astérix eine große Anzahl an Wildschweingerichten und andere Leckereien. Mir persönlich hat es der Burger Italien mit Rucola und Pesto total angetan, weswegen ich den dritten Tag im Park eigentlich nur eingeplant hatte um hier Mittag zu essen. Die Alternative wäre ein Besuch im nahen Freizeitpark Mer de Sable gewesen, worauf ich jedoch verzichtete. Immerhin hat sich dadurch die Jahreskarte noch etwas mehr gelohnt und so schnell wird mir die Zierer Walzerfahrt nun nicht wegrennen.

Le Grand Splatch

Die nächste Attraktion auf unserem Parkrundgang ist der Intamin Spillwater des Parks. Der Eingang zu Le Grand Splatch befindet sich unterhalb der Fahrstrecke der Hochbahn Les Espions de César, welche einem einen guten Überblick auf das Gallische Dorf und den Kinderbereich des Parc Astérix bietet und dabei teilweise recht interessant verläuft. Tatsächlich bin ich beim ersten Mal zu weit gelaufen, da ich den Eingang nicht am Astérix-Felsen sondern eher in der Nähe der Station vermutete. Also rasch zurück und durch die recht großzügig ausgelegte Warteschlange marschiert, um dann direkt im nächsten Boot Platz zu nehmen.

Der Lift bringt uns schnell nach oben, wo wir in einer engen Kurve immer weiter beschleunigen, die dann auch gleich in die erste Schussfahrt der Fahrt über geht. Leicht befeuchtet dümpeln wir nun einige Minuten lang durch einen Kanal und werden dabei ständig von kleineren bis größeren Wassereffekten überrascht und unterhalten. Irgendwann kommt dann auch die zweite Schussfahrt in Form eines Double Drops zum Vorschein. Je nachdem wo man sitzt und wie sich das Gewicht im Boot verteilt kann man die Fahrt nun halbwegs trocken oder komplett durchnässt verlassen. Ein Fan der doppelten Schussfahrt bei Intamin Spillwatern werde ich zwar nicht werden – in dieser Hinsicht sind die einfachen Abfahrten dann doch irgendwie imposanter –, doch ein Fan von Le Grand Splatch allemal. Die Anlage ist dann doch sehr einzigartig und unterhaltsam.

Trace du Hourra

Wenn das Layout einer Achterbahn seine eigene Hintergrundgeschichte bekommt, dann ist man bei Trace du Hourra genau richtig. Die Geschichte spielt zu einer Zeit als der Mensch noch nicht auf zwei Beinen gelaufen ist. Eines Tages erlernt ein Höhlenmensch eben jenes und schreit lautstark Hourra um seinen Freunden von der Entdeckung zu erzählen. Den Pfad, den er dabei zwischen den Bergen absolvierte ist die Fahrstrecke von La Trace du Hourra. Doch ehe wir das Vergnügen einer Fahrt auf dieser Bobbahn des Herstellers Mack Rides haben können, stehen wir uns zuvor erst einmal die Beine in den Bauch.

Irgendwann ist es dann ja doch soweit und die Fahrt kann losgehen. In einer Linkskurve verlassen wir sogleich die Station und erklimmen alsbald den einzigen Lifthügel der Anlage. Nach einer kurzen Geraden in 31m Höhe geht es sogleich steil hinab, wodurch der Ausschwung der Bobs in der ersten 270° Helix bereits überaus ausgeprägt ist. Schwungvoll vollziehen wir nun den ersten Kurvenwechsel und sogleich eine wunderbare Linkskurve. Hieran schließt sich ebenso nahtlos eine rechtsführende Abwärtshelix an. Mit seichtem Gepolter nehmen wir eine Steigung in Angriff und durchqueren daraufhin die erste Blockbremse der Anlage. Nach einer engen Linkskurve schwingen wir uns nun in einer sich immer mehr verjüngenden rechtsführenden Abwärtshelix empor. Mit Schwung geht es auch hier ein weiteres Mal eine Steigung empor. Nach der zweiten Blockbremse kreisen wir nun in einer Linkskurve ein wenig über die Köpfe der Wartenden, ehe wir in einer 270° Helix direkt an ihnen vorbeifahren. Nach einer bodennahen Linkskurve erreichen wir eine lange Rampe, die uns dann in die Bremsstrecke der Anlage führt. Es folgt die Rückführung zur Station über mehrere Haltepositionen.

La Trace du Hourra ist eine ordentliche Bobbahn mit einem schönen Start und einer überaus imposanten Höhe. Die Fahrt mag zu gefallen, auch wenn ich persönlich andere Bobbahnen vorziehe. Insgesamt bin ich die Anlage jedoch auch nur zwei Mal gefahren, da mir die Wartezeit an der Anlage stets zu lang war. Bei Trace du Hourra empfiehlt sich ein Besuch vor allem in den frühen Morgenstunden, da man dann immerhin noch direkt zur Station durchgehen kann.

S.O.S Numérobis

Die kleinste Achterbahn des Freizeitparks Parc Astérix befindet sich im ägyptischen Themenbereich. Auf S.O.S Numérobis wird den kleinsten Parkgästen eine aufregende Fahrt durch ein 8er-Bahn-förmiges Layout geboten. Je nach Andrang werden zwei oder drei Runden auf diesem mittelgroßen Tivoli Coaster gefahren.

OzIris

Bei Osiris und Apis, schau mich ganz fest an…

Iris – der Hypnotiseur aus dem Zeichentrickfilm Astérix erobert Rom – lädt zur Gruppentherapie im Parc Astérix und wir sind auf OzIris live dabei. Einmal auf den Sitzen Platz genommen und per Bügel auf diesen fixiert kann das Happening sogleich losgehen. „Par Osiris et par Apis, vous êtes maintenant des oiseaux. Oui, des oiseaux!“ tönt es aus den Lautsprechern während wir vogelfrei die Station verlassen und sogleich den 35m hohen Lift erklimmen.

Kaum oben angekommen stürzen wir wie ein Vögelchen, welches gerade das Nest verlassen hat, unaufhaltsam und unfassbar steil gen Boden. Mit Schwung donnern wir durch das erste Tal, bevor wir uns nach rechts wegdrehen und einen Dive-Loop erklimmen. Einmal überkopf geht es gekonnt brachial in ein recht enges Tal hinab. Mit vollem Elan steigen wir erneut in die Höhe, um in einem Overbanked Turn den Weg in Richtung Looping einzuschlagen. Ein weiteres Mal strecken sich unsere Füße den Himmel entgegen, ehe wir in ein tiefer liegendes Tal stürzen und dabei einen kurzen Airtimemoment verspüren. Fachmännisch wenden wir nun in einem Immelmann unsere Fahrtrichtung. Nach einem zweiten Overbanked Turn stürzen wir uns in einen nebelgefluteten Unterwassertunnel vor dem imposanten Domizil unseres vertrauenswürdigen Hypnotiseurs.

Wieder am Tageslicht werden wir sogleich in einer Zero-G einmal um unsere Achse gedreht, woraufhin uns eine 270° Helix erwartet. Nach einem kurzen Moment des Luftholens stürzen wir ein weiteres Mal zu Boden. Direkt hinter der Tempelanlage erwartet uns dann die zweite Zero-G Roll der Fahrt, die uns dieses Mal rechtsdrehend durchschleudert. Es folgt eine bodennahe Aufwärtshelix, die ein letztes Mal das Blut in die Beine pumpt. Unterhalb des Lifthügels werden wir nun noch einmal die Fahrtrichtung, woraufhin wir nach einem flotten Dip und einer kurzen Auffahrt auch bereits die Bremsstrecke der Anlage vor Augen haben. Nach einer weiteren Kurve erreichen wir dann die Station, woraufhin auch bereits die nächsten Fahrgäste mit einem beherzten „Au suivant“ zur Session gebeten werden.

OzIris ist zweifelsohne eine grandiose Achterbahn. Die Auswahl der Fahrelemente ist genauso gelungen wie die Inszenierung der Anlage und des zugehörigen Themenbereichs. Hier stimmt in erster Näherung einfach mal alles. Abzüge könnte man für die Lage direkt an der Autobahn geben, andererseits ist eben jene auch eine ideale Werbung für den Parc Astérix, die demnächst auch eine deutlich höhere Anlage erfüllen darf. Gleichwohl bleibt OzIris eine echt tolle Anlage, die man dank dem Single Rider Eingang zur linken Seite des Tempels sehr schnell zu schätzen lernt.

Bilder Parc Astérix

Fazit Parc Astérix

Der Freizeitpark der unbeugsamen Gallier bietet neben allerhand Comicreferenzen, viel schwarzen Humors und einer wirklich schicken Gestaltung vor allem ein grandioses Fahrgeschäftsportfolio, welches einem in der Fülle nur selten unterkommt. Die Achterbahnen des Parc Astérix sind durch die Bank gut bis sehr gut und die Wasserfahrgeschäfte bilden die Crème de la Crème im europäischen Vergleich. Unterstützt wird das Angebot durch eine Vielzahl an sehenswerten Shows, die je nach Andrang gezeigt werden. Ich zumindest habe mich an allen drei Besuchstagen bestens unterhalten gefühlt und das obwohl ich ursprünglich nur zwei geplant hatte. Dank des geringen Andrangs empfiehlt sich ein Besuch in den Osterferien sehr.


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Auf Dinosaurierjagd in der Peppa Pig World

Geschichte des Paultons Park

Der überregional als Peppa Pig World bekannte Tier- und Freizeitpark Paultons Park befindet sich auf dem Land der ehemaligen Paulton’s Estate bei Southampton. Im Jahr 1979 kaufte die Familie Mancey das Gelände, befreite es von Gestrüpp und Unrat und errichtete die heutigen Gärten, samt kleinen Vogelpark und Abenteuerspielplatz. Im Jahr 1983 eröffnete der Park als Paultons Park and Bird Gardens zum ersten Mal seine Pforten den Besuchern.

Drei Jahre später zogen die ersten Fahrgeschäfte in den Park. Im Jahr 1993 gesellte sich dann die erste Achterbahn hinzu. Seit dem Millennium wächst der Park beständig. Doch seine wichtigste Investition erfolgte im Jahr 2011 mit der Eröffnung des ersten Peppa Pig Landes, der Peppa Pig World. Innerhalb eines Jahres konnte Paultons Park seine Besucherzahlen verdoppeln. Ein Erfolg sondergleichen, der eine ganze Reihe anderer Kleinkinderthemenbereiche in diversen Freizeitparks innerhalb und außerhalb des Vereinigten Königreichs mit sich zog. Ob eine solche Markenbindung außerhalb Großbritanniens jedoch überhaupt funktioniert, sei dahingestellt.

Parkrundgang

Betritt man den Park findet man sich sogleich in den wunderschönen Gärten des Parks wieder. Von hier aus kann man entweder nach rechts direkt in die Peppa Pig World gehen oder nach links in den Themenbereich Lost Kingdom. Im Grunde also eine Entscheidung gegen oder mit dem Besucherstrom. Als Achterbahnfan ist die Wahl hingegen noch einfacher, aus erzählerischen Gründen hingegen fange ich mit dem Besucherbooster an.

Peppa Pig World

Vorbei an einem 3D Kino, in der der Film Sammys großes Abenteuer gezeigt wurde, sowie einer im Eintrittspreis inkludierten Adventure Golf Anlage, der Parkeisenbahn, einer Schlauchbootrutsche, einer wunderschön ausgelegten Traktorfahrt und einem Karussell, geht es in Richtung des Themenbereichs Peppa Pig World. Hier befinden sich einige Fahrgeschäfte aus dem Hause Metallbau Emmeln und Zamperla, darunter eine elektrische Pferdereitbahn im Spielzeugdino-Design, ein Entenkarussell im Bötchendesign und ein Flying Wheel (eine Art Teetassen-Riesenrad). Komplementiert wird das ganze durch aus der Serie bekannte Figuren, passende Spielplätze und das Haus der Familie Wutz. Im Jahr 2018 wird der Themenbereich zudem durch eine Rundboot- und eine Aussichtsfahrt erweitert.

Mehr gibt es dort eigentlich nicht zu erzählen. Während der restliche Park teilweise verwaist war, war hier sehr viel Betrieb. Das alles spricht für die seit 2004 produzierte Serie, die seit dem Jahr 2005 auch bei uns im KiKa ausgestrahlt wird. Ich selber halte solche Brandings für bedenklich, denn sie beeinflussen Kleinkinder im großen Maße. Leider muss man hier sagen, dass die Zeit allgemein gestalteter Kleinkinderbereiche (z.B. ein Bauernhofbereich) vorbei zu sein scheint.

Cat-o-pillar

Interessanter Weise bietet der Paultons Park selbst die Ausnahme zur eben erstellten Regel und lockert sein Angebot in dieser Richtung gehörig auf. Denn statt nur aus Peppa Wutz zu setzen, macht er im Themenbereich Critter Creek sein eigenes Ding. Neben der Achterbahn Cat-o-pillar, einem Zierer Tivoli in der mittelgroßen Ausführung, überzeugt der Themenbereich vor allem durch seine abgedrehte Gestaltung und der Einbindung eines Insekten- und Amphibienhauses.

Little Afrika

Entlang des Flusses erstrecken sich zudem einige Tiergehege, die im Jahr 2018 durch den Themenbereich Little Afrika erweitert wurden. Ebenfalls besteht hier ein großes Pinguingehege, in dem mehrmals täglich Showfütterungen stattfinden.  Direkt angrenzend befinden sich mehrere kleinere Fahrgeschäfte, darunter eine Schiffschaukel, eine Teetassenbahn, ein Kontiki, sowie gleich zwei unterschiedlich hohe Familienfreifalltürme, die direkt nebeneinander platziert wurden.

Lost Kingdom

Auf der anderen Seite der Gärten befindet sich der Themenbereich Lost Kingdom, der durch geschickte Erweiterungen des Portfolios und der Einbindung einst nur lose thematisierter Fahrgeschäfte ein ganz besonderes Flair erschaffen hat. Hier zeigt sich, wie man mit gut überlegten Maßnahmen einen rundum stimmigen Themenbereich entstehen lassen kann.

Flight of the Pterosaur

Um uns einen besseren Überblick über den Bereich zu verschaffen steigen wir sogleich in die Achterbahn Flight of the Pterosaur. Nach einer kurzen Kurve aus der Station heraus erklimmen wir den 20m hohen Lifthügel. Oben angekommen stürzen wir sogleich in einer weiten Linkskurve in Richtung Boden. Weit oberhalb des angrenzenden Demolition Derbys steigen wir in gleicher Weise wieder hinauf. Eine geradlinige Kuppe schließt sich an. Mit Schwung geht es nun durch eine kurze Senke, woraufhin sich ein Labyrinth aus engen Helices anfügt. Im Wechsel flitzen wir nun durch rechts- und linksführende Helices, passieren während dessen eine Höhle und werden dabei kontinuierlich immer schneller, ehe wir mit Höchstgeschwindigkeit in die Station schießen. Dort werden wir dann sanft abgebremst und kommen anschließend zum Halt.

Flight of the Pterosaur ist eine spitzenmäßige Anlage. Das Layout macht Spaß und kann gerade die jungen Parkgäste voll zufrieden stellen. Als erste große Achterbahn kann ich mir zumindest kaum eine bessere Anlage vorstellen, obgleich Paultons Park ja noch zwei ähnliche Kaliber aufbieten kann. Das Pacing und die Fahreigenschaften überzeugen auf diesem modernen Familienachterbahnklassiker ungemein.

Velociraptor

Direkt nebenan befindet sich die kleine Shuttle-Achterbahn Velociraptor. Als erste Rebound-Variante des Family Boomerang der Firma Vekoma besticht die Anlage vor allem durch ihre bodennahen Kurven und dem kleinen Hügel über der Station. Das Layout selbst gleicht dabei einer Acht, wobei die beiden Enden über die Schlaufen verlaufen.

Nachdem man rückwärts den Lifthügel hinaufgefahren wurde, geht es sogleich rasant hinab und dann mit Vollgas durch die Station hindurch. Es folgt eine bodennahe Linkskurve, sowie der bereits genannte Hügel über die Station, auf dem leichte Airtime einsetzt. Nach einer Rechtskurve unter den Lifthügel hindurch folgt ein Hügel über die erste Kurve, der mittendrin einen kleinen Buckel aufweisen kann. Hier kommt man dann zum Stillstand, woraufhin sich die Rückwärtsfahrt anbahnt. Etwas gemächlicher als zuvor bahnt man sich nun den Weg zurück zur Station.

Im Vergleich zum Standardmodell besticht diese Anlage vor allem durch ihr ausgeprägtes Geschwindigkeitsprofil. Die bodennahen Kurven überzeugen auf ganzer Linie und auch der Hügel inmitten der Fahrstrecke weiß auf der Vorwärtsfahrt durchaus zu gefallen. Dank generell geringeren Besucheranspruchs kann man auf der Anlage wunderbar sitzenbleiben und somit eine Fahrt nach der anderen wagen. Für den Coasterfan also eine optimale Achterbahn, die wirklich sehr viel Spaß macht, wahrscheinlich jedoch durch ihre Rückwärtsfahrt viele Kinder von der Fahrt abhält.

Temple Heights, The Dinosaur Tour Co. und Dino Chase

Anders sieht es bei den restlichen Anlagen in diesem Bereich aus. Der kleine fliegende Teppich Temple Heights und die Jeep Safari The Dinosaur Tour Co. wissen dabei genauso gut zu gefallen, wie die Kinderachterbahn Dino Chase, einem Zierer Tivoli in der kleinsten Bauart mit überaus putzigen Zug-Design und einer rundum gelungenen Gestaltung.

Magma

Vorbei an einem Drachenkarussell des Hersteller Zierer, der hier sowohl eine Vorwärts- wie auch eine Rückwärtsfahrt bot und einer Gokart-Bahn geht es nun in Richtung der letzten Achterbahn des Parks. Vorher jedoch stellen wir uns beim interessanten Freifallturm Magma an und genießen erst einmal die aufwendig gestaltete Warteschlange, ehe wir auf dem SBF Visa Turm recht belanglos immer wieder auf und ab fahren. Würde der Park eine andere Hardware bieten, so wäre der Turm wahrscheinlich gut.

Cobra

Angekommen an der Cobra heißt es erst einmal den erdrückenden und überaus sterilen Wartebereich hinter sich zu lassen. Ist auch dies geschafft, gilt es sich in die bekannten Gerstlauer-Schlitten zu setzen, woraufhin die Fahrt auch schon losgehen kann. Nachdem einem der Lifthügel recht zügig auf die Ausgangshöhe von 16,5 m gebracht hat, stürzt sich der Wagen sogleich in einer sehr steilen Rechtskurve hinab, woraufhin im selben Drehsinn eine Aufwärtshelix absolviert wird. Nach einem kurzen Blockbereich schließen sich gleich vier Haarnadelkurven in bester Wilden-Maus-Manier an. In einer rasanten Kombination zweier Helices geht es nun überaus flott hinab und anschließend wieder einige Meter hinauf. Über mehrere Camelbacks bahnt man sich nun seinen Weg auf die andere Seite der Anlage, doch ein großzügiges Abheben bleibt leider aus. Nach einer weiteren Abwärtshelix wird dann auch bereits die Bremsstrecke der Anlage erreicht.

Cobra ist eine gute Achterbahn, die jedoch ihren Schwesteranlagen ein wenig hinterherhinkt. Mir kommt die Anlage zumindest insgesamt ein wenig kraftloser vor, was sich vor allem an den überaus laschen Camelbacks zeigte. Das Layout selbst unterscheidet sich bis auf dem verkürzten Ende nur wenig von der G’sengten Sau aus dem Erlebnispark Tripsdrill oder der grandiosen Achterbahn Thor’s Hammer aus dem dänischen Freizeitpark Djurs Sommerland und doch fällt der Funke während der Fahrt einfach nicht über. Vielleicht fehlt der Anlage auch einfach nur eine ansprechende Gestaltung, so richtig erklären konnte ich es mir nicht. Richtig Lust mich öfters an der Anlage anzustellen hatte ich dementsprechend auch nicht.

The Edge

Direkt hinter der Achterbahn Cobra erstreckt sich der Disk’o Coaster The Edge, der eine grundsolide Fahrt bot. Durch die gelungene Thematisierung des nahen Themenbereichs Lost Kingdom jedoch wirkt die Anlage, wie auch die Schlittenachterbahn Cobra, mittlerweile einfach nur noch lieblos dahingeklatscht. Ganz ähnlich wirkt der Bereich rund um die Reverchon Wildwasserbahn des Parks. Hier besteht derzeit Handlungsbedarf; doch auch hier ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Park einen weiteren tollen Themenbereich ins Leben ruft. Zumindest ist es nicht unwahrscheinlich.

Bilder Paultons Park

Fazit Paultons Park

Der Paultons Park ist ein überaus sympathischer Vergnügungspark, der sich nicht zu Unrecht als UK’s number one family park bezeichnet. Der Park bietet eine große Anzahl an Familienfahrgeschäften, darunter gleich fünf Familienachterbahnen, sowie zahlreiche Spielplätze. Darüber hinaus bietet er eine wirklich schöne Gartenlandschaft, sowie zahlreiche Tiergehege und ein im Eintrittspreis inkludierten Minigolfplatz. Wäre hier noch ein Wasserpark vorhanden, so könnte man denken man befände sich in einem skandinavischen Sommerland. Das ist durchaus ansprechend, würde der gemeine Besucher nicht nur wegen Peppa Wutz kommen. Der Park bietet mehr und könnte nun noch einmal eine Schippe drauflegen. In dieser Hinsicht darf man gespannt auf die Zukunft schauen.

 

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Mit Karacho auf Karacho

Vorwort

Der Erlebnispark Tripsdrill ist kein guter Freizeitpark. Obwohl meine Berichte stets eine sehr differenzierte und wohl überlegte Meinung wiedergeben, so macht es ausgerechnet hier Sinn ausnahmsweise einmal ein Urteil vorwegzunehmen und mit offenen Karten zu spielen. Ich mag diesen Park nicht, ich werde ihn wohl auch nie mögen. Der Umstand, dass ich den Park einen zweiten Besuch nach dem Jahr 2009 abstattete lag nur an der relativ neuen Katapultstartachterbahn Karacho und selbst für diese würde ich nie wieder in den Park fahren wollen, dazu aber später mehr. Generell ist der Erlebnispark Tripsdrill überteuert, hat eine minderwertige Gastronomie und verlangt zudem an jeder Ecke einen kleinen Obolus um das volle Angebot nutzen zu können. Das zum Park gehörige Wildparadies ist wie auch das Parken im Eintrittspreis inkludiert, wird aber wahrscheinlich von den wenigsten Besuchern tatsächlich aufgesucht; immerhin ist die einzige sinnvolle Verbindung dahin das eigene Auto.

Geschichte des Freizeitparks

Angefangen hat alles im Jahr 1929 mit der Errichtung der Altweibermühle zu Tripsdrill. Eugen Fischer, Betreiber einer Gastwirtschaft im Ort Treffentrill nahm sich der Idee an die Weibermühle von Tripsdrill aus dem Singspiel von Georg Anton Bredelin in die Tat umzusetzen, nachdem einige Wanderer der Region explizit nach besagter Mühle gefragt haben. Die angeblich verjüngende Kur der wilden Rutschpartie war schon alsbald in aller Munde und so entwickelte sich Tripsdrill beständig zu einem beliebten Ausflugsziel der Region. 1957 folgte dann der erste Tierpark in unmittelbarer Nähe zur Mühle und ab den 60er Jahren dann die ersten Fahrgeschäfte.

Parkrundgang

Der vordere Parkteil

Betritt man den Park findet man sich sogleich auf der nett gestalteten Dorfstraße wieder, wo sich neben dem Gaudi-Viertel, einem überdachten Kinderspielplatz mit Kinderfreifall, die gemütliche Aussichtsfahrt Maibaum befindet. Ebenfalls kann man hier die Tickets für die Überfahrt zum Wildparadies lösen.

Daran anschließend folgt das Mühlental mit der bekannten Altweibermühle. Damit die Männer der Verjüngungskur der Frauen nicht tatenlos beistehen gibt es in diesem Bereich auch die Altmännermühle, einem mechanischen Freiluft-Hindernisparcours älteren Baujahrs. Der Doppelte Donnerbalken, eine mehr als bescheidene Vertikalfahrt mit seltsamen Neigungseffekt, die gemütliche Bootsfahrt Spirtztour für Seefahrer, die Kinderwildwasserbahn Mühlbach-Fahrt, sowie das originelle Seifenkistenrennen runden diesen Bereich ab.

Freunde überlanger gemächlicher Fahrten werden auf dem Hochzeitsmarkt fündig. Hier stehen mit der Oldtimer- und Pferdekutschenbahn Hochzeitsreise, sowie dem Schmetterlingsflug und der Wiegen-Hochbahn gleich drei solcher Anlagen. Da die Ehen heutzutage aber eher von kürzerer Dauer sind empfiehlt sich eine Reise auf der Weinkübelfahrt, ehe man sich, auf ähnlicher Art und Weise, auf der Suppenschüsselfahrt durch die einzelnen Suppen probiert. Mit der Kaffeetassenfahrt könnte sich der Drehwurm fortsetzen, doch betreibt der Park sämtliche Rundfahrten leider eher auf Sparflamme, so dass auch der Prototyp dieses gerngesehenen Klassikers nicht überzeugen kann. Schlimm wird dieses aber tatsächlich erst bei der Gugelhupf-Gaudi-Tour, der ersten und einzigen modernen Waltzerfahrt aus Münsterhausen, die mit ihrem Vorbild bei besten Willen nichts mehr gemein hat. Die drei weiteren Fahrgeschäfte Wäschekorb-Rundflug, Schlappen-Tour und der Wellenflieger Wirbelpilz sind, außerhalb ihrer Gestaltung, dementsprechend keiner Rede wert. Immerhin schafft es die große Tivoli-Achterbahn Rasender Tausendfüßler des Herstellers Zierer nach wie vor die Fahrgäste gut zu unterhalten.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt des Berichts wurden die vorderen Themenbereiche des Freizeitparks behandelt, denn diese stellen mehr oder weniger eine Einheit dar und sind mit dem hinteren Bereich nur durch einen recht schmalen Weg an der äußeren Parkgrenze entlang vorbei verbunden. Eine direkte Anbindung zu der recht dominanten Achterbahn Karacho gibt es also nicht, so dass man sich ohne Ortskenntnis gnadenlos verläuft.  Die Peeps des berühmt-berüchtigten Computerspiels Roller Coaster Tycoon hätten sich in dem Falle schon längst lautstark beschwert Attraktion XY nicht zu finden, zumal die Beschilderung nicht optimal ist. Tatsächlich kenne ich kaum einen anderen Freizeitpark in Europa der so miserabel aufgebaut ist wie Tripsdrill, dabei kann es doch gar nicht so schwer sein eine Über- oder Unterführung zu errichten und einen zweiten Zugangsweg zu schaffen, was auch der allgemeinen Gästeverteilung zu Gute kommen dürfte.

Waschzuber-Rafting

Sollte man es dann doch irgendwann in den hinteren Bereich geschafft haben, so trifft man sogleich auf die erste Großattraktion des Parks dem Waschzuber-Rafting. Diese schicke Hafema Anlage widmet sich ganz dem Thema des Wäschemachens und weißt einige interessante Exponate in seiner, an ein Museum erinnernde, Warteschlange auf. Die Fahrt durch die kurvenreiche Strecke ist dabei nicht sonderlich nass, noch schnell, aber nett und wirklich schön in die Landschaft eingebettet.

Badewannen-Fahrt zum Jungbrunnen

Hinter dem Rundbootrafting zieht die Fassade der Burg Rauhe Klinge alle Blicke auf sich, immerhin beherbergt dieser einseitig wunderschön gestaltete Betonklotz gleich zwei größere Anlagen, welche sich äußerst gut ergänzen. Recht ungewöhnlich zeigt sich dabei die Wildwasserbahn Badewannen-Fahrt zum Jungbrunnen, deren Name bereits alles aussagt und den einen oder anderen, sagen wir mal eher prüden, Mitfahrer doch ein wenig überrascht.

Nachdem man die, wieder einmal museale, Warteschlange hinter sich gelassen hat und in seine Wanne gestiegen ist kann die Fahrt auch sogleich losgehen. Sobald das Boot nun frei im Kanal schwimmt dümpelt man ein wenig der Burg Rauhe Klinge entgegen. Parallel zum Gemäuer führt der erste Lift das Boot kurz empor ehe es die erste, noch kleine Schussfahrt hinabgeht. In einer Rechtskurve führt einem der Kanal nun in das Gemäuer hinein, woraufhin man auch gleich den Jungbrunnen gefunden hat und tatsächlich scheinen sich die alten Weiber in junge, knackige und durchaus gut gebaute Frauen zu verjüngen. Doch der Anblick ist nur kurz und so führt einem der zweite Lift zügig hinauf. Hier wartet dann auch der erste Drehteller, woraufhin man die zweite, mittelgroße Abfahrt rückwärts tätigt. Auf der Rückseite der Burg vollführt man nun eine Wendekurve inkl. dem zweiten Drehteller. Daraufhin führt einem ein weiterer Lifthügel ein letztes Mal empor. Oben angekommen kann man einen letzten Blick auf die umgebende Landschaft werfen bevor es in einer Linkskurve in das obere Stockwerk der Burg geht. Nach einer kürzeren Geraden erfolgt die große und finale Schussfahrt der Anlage, woraufhin der Kontakt mit dem nassen Element unausweichlich ist. Gischt erfrischt weswegen man nach der Rückführung zur Station höchst erfreut aus der Wanne heraussteigt.

G’sengte Sau

Die zweite Anlage der Burg Rauhe Klinge ist die 1998 erbaute Schlittenachterbahn G’sengte Sau des Münsterhausener Herstellers Gerstlauer und ihres Zeichens erste neue Achterbahn aus den ehemaligen Werken der legendäre Achterbahnschmiede Schwarzkopf. Nach dem zügigen Lifthügel beginnt die Fahrt mit einer sehr steilen rechtsführenden Abwärtskurve, woraufhin im selben Drehsinn eine Auswärtshelix absolviert wird. Hierauf schließen sich vier kraftvolle, aneinanderfügende Serpentinen an, welche sich wunderbar dafür eignen etwas Druck auf seinem Sitznachbarn auszuüben, bevor es dann, immer noch eingeleitet durch das „Wetten, Dass…?“-Schild der berühmten Wette des Extremsportlers Dirk Auer im Jahr 2001, in eine rasante Helix-kombination geht. Die anschließenden Camelbacks werden zügig durchfahren und können einen ein wenig aus dem Wagen heben, ehe es in eine letzte Helix-kombi geht. Hierauf wird sogleich die finale Bremsstrecke und kurz darauf die Station erreicht.

Die G’sengte Sau bietet allerlei Fahrspaß auf dem wilden Ritt durch die nackte Betonwelt der Burg Rauhe Klinge. Schön ist gewiss anders, das zeigt vor allem die baugleiche Anlage Thor’s Hammer aus dem dänischen Freizeitpark Djurs Sommerland, dafür ist die Anlage besonders durch das nie abgehängte Banner der beinahe schon vor Urzeiten, also vor zwei Jahren, abgesetzten Familiensendung „Wetten, Dass…?“ unheimlich kultig.

Mammut

Folgt man dem Rundweg wartet mit der Holzachterbahn Mammut die nächste Großanlage des Parks. Die 2008 eröffnete Achterbahn wurde von der Firma Holzbau Cordes berechnet und errichtet, die verwendeten Züge jedoch stammen von Gerstlauer. Die perfekt zusammengefügte Strecke und die Züge mit ihren gefederten Achsen sorgten gerade in den ersten Jahren für eine viel zu laufruhige Bahn, weswegen ein Holzachterbahn-Feeling weitestgehend ausblieb. Ein Umstand, der mich Mammut als eher schlechte Holzachterbahn abstempeln ließ, doch die Bahn ist gealtert und wie!

Die Fahrt beginnt mit einer kurzen Linkskurve aus der Station hinaus in ein, unpassend gestaltetes, Disco-Sägewerk. Ein kleiner Dip und schon klinkt der Zug in die Kette ein, woraufhin dieser auf eine Ausgangshöhe von 30m gebracht wird. Die erste Abfahrt gestaltet sich als stark abfallende Linkskurve bis hinab auf das Bodenniveau. Hier passiert man nun ein kraftvolles Tal ehe es sogleich eine hochgelegene Wendekurve mit einer ordentlichen Geschwindigkeit entlanggeht. Ein hoher Camelback schließt sich an, wo man auch etwas aus dem Sitz gehoben wird. Auch hierauf folgte eine Wendekurve, die jedoch in eine linksführende Steilkurve überleitet, woraufhin der Zug in einen kleinen Graben abtaucht. Ein deutlich geringer Camelback wiederholt nun das Spiel der Schwerelosigkeit der Passagiere, woraufhin man eine schnelle Bayernkurve vollzieht. Nun führt die Strecke durch das Gebälk des Lifthügels und an der Rückseite der Anlage entlang. Über eine kurze Zickzackstrecke erfolgt einiges an Shake & Roll, also Attribute einer wirklich tollen Holzachterbahn, ehe der Wagenverbund nach einer Linkskurve und kurzem Richtungswechsel in einen Tunnel eintaucht. Hier wiederholt sich der wunderbar dynamische Zickzackparcours erneut, woraufhin auch schon die Bremsstrecke erreicht wird.

Mammut macht Spaß! Tatsächlich sogar so sehr, dass man damit bei besten Willen nicht rechnet, wenn man zuvor nur den Zustand des Jahres 2009 kennengelernt hat. Sie ist die beste Achterbahn des Parks, weswegen es umso mehr eine Schande ist, dass man bei durchaus vorhandenen Andrang nur mit einem Zug fuhr.

Karacho

Kommen wir nun zur letzten und neuesten Achterbahn des Parks, der Abschussachterbahn Karacho. Die Erwartungen waren durchaus hoch, denn wenn der Hersteller Gerstlauer eines kann, dann sind es knackige Abschüsse und eine überaus spaßige Streckenführung und tatsächlich weißt auch Karacho beides auf. Doch überzeugen konnte die Anlage bereits nach dem Einstieg nicht mehr, denn die Züge sind wahrlich unbequem und das Bedienpersonal drückt die Bügel zusätzlich noch so weit herunter, auf das die Beine wahrlich zwischen Bügel und der Kante des Sitzes eingequetscht werden. Aua! Wie es anders geht zeigt Kärnan aus dem norddeutschen Freizeitpark Hansa Park, aber bis zu ihrer Auslieferung zwei Jahre später gab es sicherlich noch einige Änderungen an den Zügen.

Die Fahrt auf Karacho beginnt mit einer langsam befahrenen Rechtskurve aus der Station heraus. Nach einem kurzen und relativ steilen Dip wird auf einer Geraden eine Heartline-Roll eingeleitet. Dieses passiert meiner Meinung nach eher ungeschickt, da die Dynamik währenddessen zu fehlen scheint; ein Beispiel wie man es besser macht findet man im englischen Freizeitpark Thorpe Park auf Saw – The Ride, wo die Rolle nach einer kurzen Kurve passiert wird. Hierauf passiert man die erste Blockbremse und kurz darauf einen weiteren, meiner Meinung nach viel zu kleinen, Dip. Voll Karacho wird man nun auf eine Geschwindigkeit von 90 km/h beschleunigt, woraufhin man ein Top Hat Element emporschießt. Ohne Verschnaufpause stürzt sich der Wagenverbund dem Erdboden entgegen, passiert mit voller Wucht das anschließende Tal und schießt wagehalsig einen übergroßen Korkenzieher entgegen. Hier wird man mit Schwung ein zweites Mal kopfüber gestellt, ehe man sich der Zug erneut nach dem Boden sehnt. Sehr unruhig und schlagfertig führt einem der Wagen nun über einen stark zur Seite geneigten Hügel, just bevor man sich in einer Steilkurve zur Blockbremse hinaufschraubt. Hier wird man auf Schritttempo abgebremst, woraufhin der nachfolgende Teil auf Karacho sehr gemächlich durchfahren wird. Ein kurzes Gefälle schreitet dabei in einen kurzen und ereignislosen Camelback über, woraufhin man sich sehr lange in einer Rechtskurve aufhält. Doch dann nimmt der Wagen erneut Schwung und kehrt die Passagiere ein erneutes Mal kopfüber, während es in einem Diveloop hinabgeht. Ein weiterer Korkenzieher fügt sich an und leitet zugleich in die Bremsstrecke über, woraufhin auch alsbald die Station der Achterbahn Karacho erreicht wird.

Karacho ist nicht nur unbequem, es fehlt ihr auch der Biss. Die Fahrt wäre just ok, wenn man sie ohne Schmerzen fahren könnte, sprich mit den klassischen Achterbahnzügen des Herstellers, aber sie wäre eben auch nicht mehr. Gerade der Part mit dem Dive Loop wird ohne die irrsinnige Wucht früherer Anlagen absolviert und macht daher kaum etwas her; von dem absolut unsinnigen Fahrtteil davor ganz und gar abgesehen. Dem Zielpublikum wird die Karacho sicherlich gerecht.

Bilder Erlebnispark Tripsdrill

Fazit Erlebnispark Tripsdrill

Der Hansa-Park des Südens ist kein guter Park; er ist ein schöner Park, aber halt einfach kein guter.  Ich habe versucht die ganze Lobhudelei diverser Achterbahn- und Freizeitparksfans unterschiedlicher Foren zu verstehen und nachvollziehen, doch ich kann das einfach nicht. Denn Fakt ist nun mal auch, dass er selbst unter Schwaben (zumindest diejenige die ich während meiner Zeit in Stuttgart kennengelernt habe) eher als Kleinkinderpark gilt. Hier steht einfach nichts, was den hohen Eintrittspreis rechtfertigt. Mal sehen, ob die Neuheiten nach Karacho meine Meinung ändern können…

 

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