Allgemeine Informationen Tatzmania Löffingen

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Freizeitpark:Tatzmania Löffingen (seit 2017)
Schwarzwald Park (1968 - 2017)
Adresse:Wildpark 1
79843 Löffingen
https://www.tatzmania.com/
Betrieb:Fam. Braun

Gold Rusher • Gerstlauer Bobsled Coaster • TatzmaniaTatzmania Löffingen am Rande der Gemeinde Löffingen bei Freiburg in Baden-Württemberg gelegen, ist ein mittelgroßer, familiengeführter Tier- und Freizeitpark. Mit seinem Wildpark, zwei Achterbahnen sowie einer großen Auswahl an Fahrgeschäften für kleinere Kinder bietet der Park eine gelungene Mischung aus Tierpark und familienfreundlichen Fahrgeschäften.

Mit dem Gold Rusher durch den Schwarzwald

Die Geschichte des Tier- und Freizeitparks Tatzmania Löffingen startet im Jahr 2017, als der ehemalige Schwarzwaldpark von der Familie Braun übernommen wurde. Um diesen dann vom ebenfalls zur Familie Braun gehörigen Steinwasen Park abzugrenzen, entschied man sich dazu, den Park zukünftig als Zoo statt als Wildpark zu betreiben. Beide Parks verbindet eine kleine Auswahl an Fahrgeschäften.

Während man beim Steinwasen Park eine kleine Auswahl erlesener Fahrgeschäfte finden kann, setzt man bei Tatzmania vor allem auf Quantität aus dem Hause SBF Visa. Der Fokus hierbei liegt vor allem auf Fahrgeschäfte für kleinere Kinder, darunter auch die erste Achterbahn des Parks: Der African Spin.

Der kompakte Spinning Coaster verfügt über ein Layout mit drei Schleifen, welche ineinander übergehen und man somit ständig zwischen aufwärtsführenden Rechts- und abwärtsführenden Linkskurven alterniert. Dabei kommen die Wagen recht gut ins Drehen – doch allzu wild wird die Fahrt nicht. Eher noch wird sie um Runde für Runde öder, so dass man spätestens nach der siebten Runde doch ganz gerne aussteigen möchte.

Zum Glück steht im Tatzmania Löffingen aber auch ein Bobsled Coaster des Herstellers Gerstlauer. Die kompakte Achterbahn Gold Rusher ist eine ordentliche Nummer wilder und kann eine Vielzahl an Schussfahrten und engen Kurven aufweisen.

Dabei beginnt die Fahrt auf Gold Rusher recht gemächlich. Nachdem der Bügel – warum auch immer – viel zu stark zugedrückt wurde, geht es sogleich in eine Kurve und gleich darauf in einen kleinen Dip. Nachdem wir das Wartungshäuschen passiert haben, nähern wir uns in einer kurzen Rechtskurve auch schon dem Lifthügel der Anlage. Kaum auf der Ausgangshöhe von 16m angekommen, stürzen wir uns sogleich in eine Steilkurve dem Boden entgegen. Weit oberhalb dessen schrauben wir uns jedoch schnell wieder empor. Nach einer kurzen Blockbremse zieht es nun durch zwei Haarnadelkurven, ehe uns eine weite Kurve in den nächsten Bremsbereich befördert. In einer weiteren Abwärtshelix kommen wir nun dem Boden ganz nahe. Recht geschmeidig gewinnen wir dann in einer Rechtskurve an Höhe, ehe wir durch eine Senke brettern. Kurz darauf fahren wir auch schon durch den nächsten Bremsbereich. Nun geht es durch über Stock und Stein einmal quer durch die Anlage. Dabei rasen wir erst durch eine Linkskurve, ehe wir in einer Reihe von Camelbacks etwas aus dem Sitz gehoben werden. Eine letzte quergeneigte Rechtskurve führt uns dann in die finalen Bremsen der Achterbahn.

Der Gold Rusher ist eine richtig nette Familienachterbahn, die wie maßgeschneidert für den Park wirkt. Die Anlage ist nicht zu groß und auch nicht zu klein, wodurch sie ein Großteil des Familienpublikums in Tatzmania Löffingen gekonnt unterhalten kann.

Etwas, was ich mir beim nächsten Fahrgeschäft nicht denken kann. Der Papageienflug, vormals Eagle Fly, ist – zumindest in der Theorie – ein interaktives Überschlagskarussell aus dem Hause SBF Visa, bei dem zwei kleinere Gondelausleger um einen großen Ausleger herumwirbeln. Diese werden zu Fahrtbeginn hydraulisch angehoben, wodurch der Fahrablauf stets in einem sehr steilen Winkel von Statten geht. Nun ist die Fahrtposition jedoch – wenn man nichts machen würde – sehr unbequem. Also bestätigt man seinen kleinen Joystick, der jedoch auch erst nach einiger Zeit reagiert. Nun kommt es zu einer sehr gemächlichen Drehung der Gondel, die überlagert mit dem Fahrablauf des Fahrgeschäfts, in einer sehr unangenehmen Fahrt mündet.

Ob man sich mit diesem Fahrgeschäft eine Freude gemacht hat, mag ich aus mehreren Gründen stark zu bezweifeln. Einerseits ist der Fahrablauf kaum mit dem Familienpublikum des Freizeitparks zu vereinbaren. Andererseits sah das Fahrgeschäft zum Zeitpunkt seiner Eröffnung halt wie zwei in der Luft rotierende Hakenkreuze aus. Dank der Modifikation, bei der die Hälfte der Gondeln demontiert wurden, fällt das heutzutage nicht mehr auf, doch die negative Werbung bleibt halt bestehen.

Als Ingenieur fällt es mir zudem sehr schwer zu glauben, dass das keiner der Verantwortlichen bei SBF Visa während der Konzipierung des Fahrgeschäfts gesehen haben soll. Auch fällt es mir schwer zu glauben, dass der Vertriebspartner das nicht gesehen hat. Ich hoffe zumindest engstirnig, dass Köpfe gerollt sind und der Betreiber des Parks mit einem guten Deal halbwegs ohne größeren Schaden aus der Sache herausgekommen ist.

All das wäre nicht passiert, hätte man auf die bewährten Produkte aus dem Hause Gerstlauer gesetzt. Dann hätte man nun auch ein Fahrgeschäft, dass durch die Bank hinweg von jedem Familienmitglied gleich gut angenommen wird. Nun hat man halt ein Fahrgeschäft im Park, welches die Besucher – wenn überhaupt – nur ein einziges Mal fahren. Hurra!

Tatzmania Löffingen, du hast Potential. Als Tierpark hast du mir eigentlich ganz gut gefallen, auch wenn du immer noch sehr stark an den ehemaligen Wildpark erinnerst. Die überarbeiteten Gehege nah am Eingang sind dir zumindest ganz gut gelungen. Wenn du dann noch in deinem Freizeitparkteil auf Qualität statt auf Quantität setzen würdest und deine Affen im Gehege halten könntest, dann gäbe es auch einen Grund dich öfters zu besuchen.

 

Was ist deine Meinung zum Tier- und Freizeitpark Tatzmania Löffingen? Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder in unsere Social Media Kanäle:

 

          


Batavia brennt – und ihr wollt dahin?

Tja, wer hätte gedacht, dass Batavia irgendwann tatsächlich abbrennt. Zwei Jahre nach dem Unglück im Europa Park wollten wir uns die Neuauflage der Piraten in Batavia Themenfahrt jedoch keineswegs entgehen lassen, wie auch einige der anderen Neuheiten der letzten drei Jahre.

Den Anfang in unserem kleinen Rundumschlag macht dabei das Voletarium im Eingangsbereich des Freizeitparks. Das Fahrgeschäft ist das erste Projekt unter dem Deckmantel des Adventure Club of Europe, einem fiktiven Abenteurerclub, der die Neuheiten der letzten Jahre parkintern ein wenig miteinander verknüpft und somit auch als Markenzeichen des Europa Parks fungieren soll. Wie auch beim neuen Wasserpark Rulantica wird dieses durch verschiedene Romane ad Absurdum geführt, wodurch es schwierig ist, dem ganzen wieder einmal zu folgen.

Belässt man es jedoch beim Wesentlichen, so ist das Voletarium ein sogenanntes Flying Theater der Firma Brogent Technologies. Der Flugsimulator bietet einen atemberaubenden, jedoch sehr familienfreundlichen, Flug durch Europa. Dabei ist jedoch nicht jeder Übergang zwischen den einzelnen Szenen gelungen, noch logisch umgesetzt, so dass das der Film im Vergleich zum wirklich gelungenen Film der Fuji Airlines im japanischen Fuji-Q Highland oder dem des Sky Voyager in der australischen Dreamworld ein wenig schwach daherkommt.

Nichtsdestotrotz wertet das Voletarium gerade durch seine Lage den vorderen Parkteil insgesamt auf. Das Fahrgeschäft ist insgesamt stimmig und eignet sich hervorragend als Fahrt für Zwischendurch.

Genauso verhält es sich auch bei Jim Knopf – Reise durch Lummerland. In bester Europa Park Manier hat man es sich nicht nehmen lassen eine weitere – diesmal eine vor allem im deutschen Sprachraum bekannte – Lizenz in den Park zu integrieren. Umgestaltet wurde hierfür die Kinderlok Old’99, die zuvor ein Zirkusthema vorweisen konnte, welches nun in einem kleinen Pavillon der benachbarten Marionetten-Bootsfahrt ein neues Zuhause gefunden hat. Dementsprechend fährt man nun mit Emma der Lokomotive durch das aus dem Buch von Michael Ende bekannte Lummerland, was gerade für kleinere Kinder ein echt tolles Erlebnis ist.

Ähnlich verhält es sich auch bei der ungemein populären Themenfahrt Snorri Touren, die beim Neubau des skandinavischen Themenbereichs in den Keller dessen zog. Auf dieser führt uns Snorri – das Maskottchen des Wasserparks Rulantica – durch die sagenumwobene Wasserwelt vor den Toren Rusts. Durch die plastische Gestaltung und die zum größten Teil gelungene Medieneinbindung macht die Fahrt einiges richtig – nur die kurze Rutschsequenz, bei der der Wagen auf eine bewegliche Plattform fährt, erinnert durch ihre schwammige Grafik an frühe Playstation 2 Titel und trübt somit den eigentlich stimmigen Gesamteindruck ungemein.

Was man dem niedlichen Snorri noch irgendwie verzeihen kann, das kann man Madame Freudenreich bei bestem Willen nicht – immerhin war das Universum der Energie die vormals stimmigste Themenfahrt des gesamten Freizeitparks. Nun ist die Fahrt nicht einmal mehr ein Schatten ihrer selbst, sondern eine Attraktion, der man bestenfalls fernbleiben sollte. Kleinere Kinder könnten vielleicht noch ihren Gefallen an dem elsässischen Gugelhupf-Dinosaurier-Brei finden; mir jedoch fällt auch niemand anders ein, der diesen Quark halbwegs vertragen könnte.

Gut, dass direkt darüber die Grüne Fee Einzug erhalten hat. Die Indoor-Achterbahn Eurosat CanCan Coaster entführt uns nämlich seit ihrer Umgestaltung auf einen Rausch der Sinne. Getrieben von Absinth und den altbekannten Klängen von In A Second Orbit erklimmen wir in altbekannter Manier den Trommellift empor, ehe der Galop infernal einsetzt und wir im Grunde einer nagelneuen Achterbahn begegnen.

Wie im CanCan schwingen wir uns durch die Kurven. Vorbei an großen Schwarzlichtkulissen rasen wir dabei immer schneller durch die Kuppe und werden zwischendrin auch noch etwas aus unserem Sitz gehoben. Dass das Erlebnis dabei absolut glatt von Statten geht, macht die Fahrt umso besser.

Eurosat war schon immer eine gute Indoor-Achterbahn. Zwar etwas rabiat unterwegs, aber durchaus unterhaltsam. Eurosat CanCan Coaster auf der anderen Seite ist eine der Achterbahnen Europas. Perfekt ausbalanciert, stimmungsvoll und mit einem tollen Schauwert. Hier stimmt wirklich alles.

Wobei, dass wirklich nur auf den CanCan Coaster zustimmt. Es gibt da nämlich auch noch Eurosat Coastiality. Während die eine Seite dank der Zusammenarbeit mit dem Varieté Theater Moulin Rouge sich zu neuen Höhen aufschwingen konnte, setzt die andere Seite auf ein VR-Erlebnis basierend auf Luc Bessons Valerian – Die Stadt der tausend Planeten.

Grundsätzlich finde ich VR-Achterbahnen lustig und der Europa Park hat ja bereits auf dem Alpenexpress Enzian gezeigt, was man alles noch aus einer Achterbahn herausholen kann. Trotz der veralteten Grafik war der erste Film eine Offenbarung sondergleichen. Viele Parks haben sich danach dem VR-Trend angeschlossen und es schien kein halten mehr zu geben. So schnell wie der Trend kam, so schnell ist er auch glücklicherweise wieder verschwunden und so wundert es einem schon etwas, dass der Europa Park, als einziger Park weltweit, die Technologie weiterhin fördert. Dank der im Resort vorhandenen Stand-Alone Attraktion Yullbe passiert dieses jedoch aktiv nicht mehr in den Parks.

Eurosat Coastiality ist zumindest in der Theorie eine äußerst passable Upcharge-Attraktion, die die Kapazität der Achterbahn Eurosat CanCan Coaster dank eines gesonderten Bahnhofs kaum bis gar nicht beeinträchtigt, wodurch einer der hauptsächlichen Kritikpunkte an VR-Achterbahnen entfällt. Die Fahrt ist jedoch dank der veralteten Grafik anstrengend und nur wenig beeindruckend. Der Schauwert der Achterbahn entfällt dadurch komplett, weswegen es auch keinen weiteren Anreiz für eine Wiederholungsfahrt gibt.

Genug Anlässe für eine Fahrt findet man derweil bei der Themenfahrt Piraten in Batavia, die dank der Neuerrichtung eine Frischzellenkur sondergleichen erfahren hat. Was zuvor eine langatmige Rip-Off Variante von Disneys Pirates of the Caribbean war, ist nun dank durchgängiger Storyline rund um den Abenteurer Bartholomeus van Robbemond und seinem Otter Jopie deutlich eigenständiger unterwegs. Die Fahrt auf Piraten in Batavia ist überaus unterhaltsam und bietet einen insgesamt hohen Schauwert, weshalb man sie keineswegs verpassen sollte.

Wie man sieht, war der Europa Park in den letzten Jahren in einem recht großen Umgestaltungswahn. Einige Projekte waren dabei längst überfällig und bei der einen oder anderen Attraktion des Freizeitparks würde man sie sich tatsächlich noch wünschen. Zwar ist nicht jede Änderung gelungen und auch nicht jede Lizenz ein Plus für den Park, doch generell ist der Tatendrang der Familie Mack positiv zu bewerten. Man versucht halt einer ständig wachsenden Besuchermenge einen Freizeitpark von Weltrang zu zeigen, nur leider vergisst man dabei oft, dass großartige Attraktionen keine zusätzliche Media Integration brauchen.

 

Was ist deine Meinung zu Eurosat CanCan Coaster, Piraten in Batavia und den anderen Neuheiten? Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder in unsere Social Media Kanäle: