Die Reise durch das Schloss der Fantasie

Ein Besuch im Winter Efteling

Ein Besuch des niederländischen Freizeitparks Efteling lohnt sich immer; vor allem im Winter. Auch wenn man dort auf die Wasserfahrten Piraña und Vliegende Hollander verzichten muss, so erlebt man mit dem Winter Efteling eines der besten Winterevents europäischer Freizeitparks. Kein Wunder also, dass ich den Park mittlerweile öfter im Winter besucht habe, als im Sommer. Und jetzt wurde es dank Symbolica auch endlich wieder Zeit für einen Besuch.

Da mir die Flugpreise aus England nach Hamburg für die Weihnachtszeit etwas zu teuer waren, lag der Freizeitpark nämlich praktischer Weise auf direktem Weg nach Hause. Angebote gab es zu der Zeit keine, weswegen ich zum Ticket Luxe griff. Dieses beinhaltet den Eintrittspreis, eine kurze ERT auf ausgewählten Fahrgeschäften (wozu man jedoch direkt zur Parköffnung am Park sein sollte, damit diese sich auch lohnt), 25% Rabatt auf Souvenirs, einen Snack, Kaffee & Kuchen, sowie ein Abendessen in einem der Bedienrestaurants des Parks und den Parkschein. Allein letzterer kostet 10€, weswegen der Aufschlag auf den normalen Ticketpreis nur insgesamt 20€ für einen Alleinreisenden zu Buche schlägt. Das ist durchaus ein fairer Deal; für jede weitere Person im selben Auto liegt der Aufschlag jedoch bei 30€, da diese den Parkschein ja nicht benötigen – gerade bei Familien mit Kindern würde ich mir die Chose gründlich überlegen. Es ist ein Rundum-sorglos-Paket, ganz ähnlich dem all-inclusive-package des dänischen Freizeitparks Tivoli Gardens, nur dass der Freizeitpark hier deutlich größer ist und man bei fehlender Planung sich durchaus durch den Park hetzten kann.

Zumindest ist das mir passiert; so ein Ticket ist mir persönlich dann doch zu viel Stress. Immerhin war ich dadurch der letzte Besucher im Restaurant Panorama, wo ich auch ohne irgendwelche Anstalten bedient wurde. Selbst einen Espresso habe ich noch erhalten, als alle anderen Gäste schon längst das Restaurant verlassen haben. Das war sehr vorbildlich – auch war ich sehr froh, den letzten Voucher noch einlösen zu können. Das Essen hier war solide, es gab Lachs mit einem Glas Weißwein und zum Abschluss den bereits erwähnten Espresso – viel falsch kann man mit dem Ticket also nicht machen. Dementsprechend sei es hier jeden empfohlen, der mit Rundum-sorglos-Paketen gut zurechtkommt und eh schon im Vorhinein weiß, dass er im Park in regelmäßigen Abständen Speisen wird.

Symbolica

Neben dieser all-inclusive Premiere galt es noch eine weitere Neuheit auszutesten: Symbolica. Die Reise durch den Palast der Fantasie ist die neueste Themenfahrt des Freizeitparks, bei der es drei unterschiedliche Routen zu erkunden gibt: die Heldentour, die Schätzetour und die Musiktour. Die Besonderheit der Themenfahrt Symbolica ist dabei das verwendete Fahrsystem, da dieses ohne Schienen auskommt und sich die Fahrgondeln scheinbar willkürlich durch die Strecke bewegen.

Der prinzipielle Fahrablauf von Symbolica dabei bis zu einem bestimmten Punkt für alle drei Touren gleich. Auf unserem Weg zur Audienz bei König Pardulfus werden wir dank dem Hofzauberer Pardoes durch zahlreiche wunderschön gestaltete Säle und Gänge gelotst. Hierbei bleibt einem vor allem die Szene im Botanicum im Gedächtnis, wo auf den Zauber von Pardoes plötzlich ein Wal auftaucht, das umgebende Glasdach einen Sprung bekommt und Wasser in das Schloss eindringt. Dieser Moment ist Efteling in Perfektion und so kommt man aus dem Staunen erst einmal nicht wieder hinaus. Auf dem nachfolgenden Gang kann man dann etwas mit seinem Wagen hin- und herwackeln – immerhin ist dieser auch mit Touchpaneln ausgestatten und lädt in diesem Moment geradezu zur Interaktion ein.

Hierauf entschwinden alle drei Gondeln in einen kleinen Raum, wo neben dem obligatorischen Fahrtfoto auch eine Art Minispiel auf die Mitfahrer in der ersten Reihe wartet. Die hintere Reihe muss sich nun etwas gedulden, tatsächlich dauert dieser Abschnitt leider etwas. Hierauf wird man dann in das Fantasiedepot entlassen, woraufhin jede Gondel entsprechend ihrer Tour in eine Art Spezialraum fährt. Hier sei vor allem die Heldentour empfohlen, denn hier kann man mit zwei Ritteranimatroniks gegeneinander kämpfen oder es auch sein lassen; je nachdem welche Entscheidung man in dieser Szene wählt bzw. je nachdem welche Entscheidung die erste Reihe in dieser Szene tätigt, ändert sich das große Finale entsprechend. Im Ballsaal angekommen kann dann nämlich einem überaus freudigen Fest beiwohnen oder dem Chaos bei der Arbeit zusehen. Dank der unterschiedlichen Enden (hier seien nur die zwei erwähnt, denen ich selbst beigewohnt habe) hat diese Anlage durchaus sehr viel Potential für Wiederholungsfahrten, jedoch braucht man schon so einige Fahrten ehe man das Touchscreengedrücke endlich mal verstanden hat. Der Raum mit dem Spiegel wirkt leider ideenlos, der Rest der Themenfast ist großartig; wobei die Fahrt sicherlich noch toller sein würde, hätte man die Interaktion anders gelöst. So bleibt leider ein fader Beigeschmack, der dieser Themenfahrt eigentlich nicht gerecht wird.

Diverses

Die restliche Zeit des Tages verbrachte ich stets mit der Hoffnung, dass die Bobachterbahn Bob doch noch öffnen würde – was dann jedoch leider ausblieb – und mit zahlreichen Fahrten auf den Achterbahnen und Themenfahrten des Freizeitparks. Auch konnte ich eine letzte Runde auf der ursprünglichen Python drehen, ehe diese durch großteiligen Austausch der Schienen und Stützen im Grunde neugebaut wurde. In Efteling geht so schnell nichts verloren, vor allem der Spaß für die ganze Familie nicht.

Bilder Efteling

 


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Nagashima-Mania

Die Geschichte des Nagashima Spa Land

Das Nagashima Spa Land erstand als Ergänzung des 1964 erschlossenen Ferienresorts nahe der Stadt Nagashima. Direkt an der Ise Bucht gelegen, erhoffte sich die Firma Otani Natural Gas Co., Ltd im Jahr 1963 den Fund einer Erdgaslagerstätte, als sie auf Erdgasexploration auf eine heiße Quelle stießen. Das daraufhin errichtete provisorische Bad stellte sich schnell als äußerst beliebt heraus, so dass im selben Jahr die Nagashimakankokaihatsu Co., Ltd. mit dem Ziel der touristischen Erschließung der nun als Nagashima Onsen bekannten Quelle gegründet wurde. Im November 1964 wurde das Bad und einen Monat später das Hotel Nagashima den Besuchern freigegeben. Im Jahr 1966 erfolgte dann ein weiterer Ausbau des Resorts mit der Eröffnung des zweiten Hotels und des Nagashima Spa Lands samt Jet Coaster.

Schnell erfreute sich das Nagashima Resort einer größeren Beliebtheit, weswegen bereits im Jahr 1970 das dritte Hotel folgte. Mittlerweile besteht das Resort aus drei Hotels, dem Freizeitpark Nagashima Spa Land, den Gärten Nagano-no-Sato, dem Anpanman Children’s Museum, sowie dem großen Outlet-Center Mitsui Outlet Jazz Dream Nagashima und der heißen Quelle Yuami-no-Shima. Jährlich besuchen rund 5.8 Millionen Besucher das Nagashima Resort.

Parkrundgang

Reist man per Bus an, so landet man am Nebeneingang des Nagashima Spa Land, gelegen zwischen den Hotels und dem Outlet-Center. Von hier aus führt ein Weg direkt in das großzügig ausgelegte Kinderland, samt überdachtem Spielplatz. Hier findet man neben einer Großzahl an kindgerechten Rundfahrgeschäften und zwei kleinen Wildwasserbahnen gleich zwei Kinderachterbahnen.

Children Coaster

Die älteste der beiden Kinderachterbahnen des Nagashima Spa Land ist die sehr unscheinbar platzierte Marienkäferbahn mittlerer Bauart des Herstellers Zierer namens Children Coaster. Typischerweise donnert man auch in Nagashima gleich zwei Runden durch das 8er-Bahn-förmige Layout und erfreut sich über die manuelle Bremsung gegen Ende der Fahrt.

Hach, schön ist es hier. Neben dem bewährten Fahrspaß des altehrwürdigen Kinderachterbahnevergreens, haben auch Charaktere des englischen Kinderbuchklassikers „Die Geschichte von Peter Hase“ hier ihr zu Hause gefunden. Dabei ist Peter Rabbit seit Ewigkeiten das Maskottchen des Nagashima Spa Land, doch erst im Jahr 2012 wurde ihm eine eigene Achterbahn gewidmet.

Peter Rabbit Coaster

Die Fahrt in dem Powered Coaster Peter Rabbit Coaster des Herstellers Hoei Sangyo beginnt mit einer weiten Linkskurve, in der man einige Höhenmeter zunimmt, die man in einer etwas engeren Rechtshelix sogleich wieder abbaut. Auf dem Bodenniveau angelangt schießt man nun voller Schwung nach einem Richtungswechsel durch eine ebenso weite Kurve, wie zu Beginn der Fahrt. Hieran führt der Weg gleich in die Station und durch diese hindurch. Nach einer weiteren Runde durch den Streckenparcours endet die sehr nette Fahrt.

Viking

Bevor wir uns nun zu sehr vom Kinderland und seinem Parkmaskottchen Peter Rabbit entfernen, zieht es uns sogleich in die doppelte Monorail mit ihren beiden gegenläufigen Fahrspuren. Wobei, eigentlich zieht es uns auf dem Weg dahin in eine ganz andere, äußerst imposante, Fahrgeschäftszusammenstellung, die es so kein weiteres Mal auf diesem Planeten gibt: das Schiffschaukelkonglomerat Viking.

Als ich das erste Mal auf das Nagashima Spa Land stieß, war ich ungemein beeindruckt von der Schaukelfreude der Japaner. Wo es in manchen europäischen Freizeitparks zwei, maximal drei schiffschaukelartige Fahrgeschäfte gibt, gibt es hier das volle Programm in seiner maximalen Bandbreite, darunter drei Schiffschaukeln, zwei Drehschaukeln und eine Überkopfschiffschaukel. Seit diesem Moment war mir eines klar: Ich muss dahin! Und noch viel wichtiger: Ich muss alles fahren!

Denn seien wir mal ehrlich, wen interessiert denn bitte schön die längste Achterbahn der Welt, wenn sich hier zwei gigantische Schiffschaukeln weit oberhalb einer dritten, normalgroßen, Schiffschaukel befinden? Das ist irrsinnig und vor allem schlichtweg grandios.

Nach dem Erfolg der kleinen Schiffschaukel im Jahr 1980 und dem Erfolg der großen HUSS- Doppelanlage im Freizeitpark Toshimaen, setzte Nagashima noch einen drauf und baute 1986 eine ebenso große Schiffschaukel, ebenfalls in einer Doppelanlage. Nun ist es etwas schwierig nachzuverfolgen, in wie weit die drei bestehenden Großanlagen im Nagashima Spa Land, Toshimaen und Samsung Everland miteinander verwandt sind, denn obgleich die Schiffe allesamt gleich aufgebaut sind und sich jeweils oberhalb diverser Einrichtungen befinden, werden zwei dieser Anlagen als Doppelanlage des HUSS Traumschiffes angesehen. Das ist insoweit auch nachvollziehbar, sieht die Anlage auf den ersten Blick so aus, als seien zwei etwas größer geratene Schiffschaukeln des Models Pirat direkt nebeneinander platziert und zu einem Boot verbunden worden. Der doppelte Viking wird jedoch in der Referenzliste von Intamin als Twin Flying Bounty bezeichnet. Grund hierfür dürfte der Bankrott der Firma Arrow-HUSS gegen Ende des Jahres 1984 sein, wonach sich 1986 die Firma als HUSS Maschinenfabrik neu aufstellte. In den Zwischenjahren wurden geplante Anlagen durch andere Hersteller (s. Ninja in Six Flags St.Louis) errichtet.

Doch wie fährt sich ein Traumschiff/Twin Flying Bounty denn so? Schön; von der Fahrt eigentlich nicht weltbewegendend, da von der Grundkonstruktion selbst bereits unfassbar träge, doch im Gesamten gesehen schon richtig schön. Halt eine Großattraktion unfassbaren Ausmaßes, die allen Parkgästen zugänglich ist und niemanden unzufrieden aussteigen lässt – sozusagen ein Crowd Pleaser sondergleichen. Zusammen gesehen hat die Schiffschaukelansammlung eine Kapazität von insgesamt 380 Personen (je 160 Personen pro Boot der Großschaukel plus 60 Personen in der normalgroßen Schiffschaukel) pro synchronisiertem Fahrtzyklus. Insgesamt gesehen also eine stündliche Kapazität von bis zu 5000 Personen, die während der goldenen Woche und manch anderen Tagen sicherlich auch heutzutage noch von Nöten sein dürfte. An leereren Tagen sticht eine der Flying Bountys zumindest alle 15 Minuten in See.

Jet Coaster

In der Zwischenzeit kann man z.B. eine schöne Aussichtsrunde auf der bereits erwähnten doppelspurigen, jedoch gegenläufig fahrenden Monorail drehen. Hierbei hat man einen wunderbaren Blick auf den See und das kleine Waldstück, welches man hierbei umrundet. In diesem befinden sich die Parkeisenbahn, eine Go-Kart-Strecke, sowie die älteste Achterbahn des Nagashima Spa Land, der Jet Coaster Jet Coaster.

Gesichert nur durch einen Gurt und frei von allem, was sich Bügel nennt, erklimmen wir sogleich den Lifthügel der altehrwürdigen Dame. Mittlerweile weit unterhalb der Baumwipfel durchschreiten wir eine lange Rechtskurve, an der wir uns sogleich und vollkommen untypisch für einen klassischen Jet Coaster, steil zu Boden stürzen. In selber Façon erklimmen wir den nun folgenden Hügel, ehe wir uns ein weiteres Mal in eine Rechtskurve begeben. Hieran folgt dann ein etwas flacheres Gefälle mit einer noch flacheren Auffahrt diagonal durch die Anlage hindurch. Die Auffahrt mündet dann eine Etage unterhalb der ersten Kurve in einer Linkskurve, die demzufolge etwas gemächlicher befahren wird. Es folgt eine letzte überaus flotte Abfahrt, die in eine etwas längere Gerade oberhalb des Sees mündet. Ein letzter Hops leitet uns auf die Höhe der Station, woraufhin wir diese nach einer Linkskurve und der obligatorischen Bremsstrecke auch erreichen.

Der Jet Coaster ist eine überaus charmante Achterbahn, die vor allem optisch durch ihre Fachwerkstruktur zu überzeugen weiß. Die Fahrt durch den Wald ist dabei äußert rasant und weiß mit Leichtigkeit ihre Fahrgäste zu begeistern. Tatsächlich sogar so sehr, dass hier am zweiten Besuchstag die längste Warteschlange dank dem leider vorhandenen Einzugbetrieb herrschte. Ansonsten aber ein schönes altes und überaus fahrenswertes Schätzchen aus dem Hause Togo.

Space Shot und Flying Carpet

Auf der anderen Seite des Waldes erwartet den Besucher ein etwas seltener Anblick, direkt neben einem doch eher geläufigeren. Wobei geläufig beim S&S Freifallturm-Dreigestirn namens Space Shot immer noch ein überaus seltener Anblick ist, doch eine Fahrt auf einem Suspended Flying Carpet, also einem fliegenden Teppich mit Hängegondel, kann man außerhalb des dänischen Freizeitparks Tivoli Gardens nur hier wagen. Dabei wissen beide Fahrten durchaus zu überzeugen.

Shuttle Loop

Genauso wie die Fahrt der nächsten Achterbahn, dessen Layout man mit den Worten Abschuss, Looping, und Rückwärtsfahrt perfekt beschreiben kann. Ihr habt es sicherlich schon erraten, es handelt sich um einen Shuttle Loop aus dem Hause Schwarzkopf. Wie bei eigentlich jeder Achterbahn aus Münsterhausen, bedarf es nicht viel um ein rundum zufriedenstellendes Fahrterlebnis zu erzeugen und so zeigt sich die Anlage im Vergleich zur (bis dato noch) einzigen europäischen Anlage (Psyké Underground in Walibi Belgium) ungewohnt puristisch. Das reicht auch, denn die Fahrt ist so wie sie ist absolut perfekt, weswegen man immer wieder gerne einsteigt und das auch gleich öfters hintereinander.

Looping Star

Gleiches gilt im Übrigen auch für die nur drei Jahre jüngere Schwesteranlage. Der Shuttle Loop war scheinbar ein großer Erfolg, so dass man sich in Münsterhausen noch einen Looping Star orderte und die Achterbahn interessanter Weise gleich nebenan stellte.

Dabei beginnt die Fahrt in dem Klassiker der deutschen Ingenieurskunst ganz souverän mit der Besteigung des Lifthügels. Aus einer Höhe von rund 24m stürzt man sogleich in einer Steilkurve gen Boden um sich mit voller Geschwindigkeit der einzigen Inversionsfigur, einem Looping, zu nähern. Mit ordentlichem Wumms unter der Haube passiert man dann das namensgebende Element, worauf man just darauf wieder nach oben schießt um in luftiger Höhe eine Wende zu vollziehen. Doch die Ruhe währt nicht lang, denn sogleich schmeißt sich der Wagenverbund erneut gen Boden, was gerade im hinteren Teil des Zuges zu unerwarteter Airtime führen kann. Gegenläufig zum ersten Gefälle nimmt man erneut ein wenig an Höhe zu und baut diese dann parallel zum Lifthügel effizient ab. Da sich eine Gerade mit stetiger Querneigung ein wenig seltsam fährt wird man zwischendrin geradegerückt, jedoch ohne dabei das Prinzip der Drehung um die Herzlinie zu berücksichtigen; dafür gibt es im Nagashima Spa Land aber auch andere Achterbahnen (s. Ultra Twister). Wieder nach links geneigt durchfährt man eine weitere Kurve, ehe man sich in einen Hügel erneut dem Boden nähert. Es folgt eine rasant befahrene Rechtskurve, die einen dann in die Bremsstrecke der Anlage überleitet.

Corkscrew

Interessanter Weise steht seit dem Jahr 2012 das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Arrow gleich gegenüber. Seit dem Jahr 1979 stellt die Korkenzieherachterbahn Corkscrew ihre Fahrgäste in Nagashima gleich zwei Mal überkopf. Interessanterweise ist sie dabei eine von vier baugleichen Anlagen die in diesem Jahr ihren Betrieb in Japan aufgenommen haben– allesamt wohl inspiriert durch die erste Inversionsachterbahn in Asien, dem Corkscrew im Yatsu Yuenchi.

Das Layout ist dabei schnell wiedergegeben. Nachdem man die Station über ein kleines Gefälle verlassen hat durchfährt man eine enge Wendekurve, die einen dann in den Lift der Anlage übergibt. Auf einer Höhe von etwa 21m angekommen verlässt man diesen in einem kurzen Dip, wobei im gleichen Zug bereits die erforderliche Querneigung für die darauffolgende Wendekurve erzeugt wird. Ist diese dann durchfahren stürzt sich der Zug dem Boden entgegen, was gerade im hinteren Teil des Zuges zu einer ausgeprägten Airtime führt. Nun donnert der Wagenverbund kraftvoll durch das erste Tal und schießt kurz darauf einen Hügel empor. Dieser geht dann zügig in eine längere abwärtsführende Wendekurve über, in deren quergeneigtem Tal die Einfahrt in die Korkenzieher erfolgt. Absolut gekonnt überschlägt sich der Zug nun zweimal. Die Ausfahrt des zweiten Korkenziehers mündet dann in die finale Wendekurve, woraufhin auch bereits die Schlussbremse wartet.

Die Fahrt auf der Corkscrew ist toll. Heutzutage ist die Anlage zwar nichts weltbewegendes mehr, aber im Jahr 1979 hat das ausgereicht um die Massen kopfstehen zu lassen. Die Fahreigenschaften waren leider unter dem Durchschnitt des Herstellers angesiedelt – was aber kaum ins Gewicht fällt. Im gesamten gesehen fügt sich die Anlage absolut harmonisch in ihr doch sehr starkes Konkurrenzfeld ein, weswegen man die eine oder andere Fahrt durchaus wagen sollte; wo denn auch sonst, stehen so viele Idole der späten 70er Jahre in einer Parkecke.

Vorbei an einem typisch japanischen Gruselhaus und einem exzellenten Star Flyer führt uns der Weg nun auf die andere Seite eines gigantischen Stahlkonstrukts, welches wir uns jedoch erst einmal für später aufsparen. Hier biegen wir nach links ab und folgen dem breiten Hauptweg in eine Sackgasse, in der der Flying Coaster Acrobat auf uns wartet.

Acrobat

Von der äußeren Erscheinung durchaus angelockt, sehen wir uns schnell in dem großzügig ausgelegten Wartebereich unterhalb der Station wieder und entscheiden uns dann für eine der beiden Stationsseiten. Nach dem Treppenaufgang werden wir sogleich in eine Reihe eingeteilt, woraufhin wir unsere persönlichen Gegenstände und Wertsachen in zu den Reihen zugehörigen Spinden verstauen. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch am Ende wartet ein Sicherheitsscan samt Metalldetektor auf uns. Nachdem wir brav bewiesen haben, dass auch unsere Taschen allesamt leer sind, werden wir zu den Gates gelassen und können sogleich unser bevorzugtes Fluggerät boarden.

Sobald die Startposition erreicht ist kann die Fahrt auch schon losgehen. Über eine Weiche erreichen wir den Lift der Anlage, welcher uns auf eine Höhe von 43m bringt. Sobald oben angekommen stürzen wir uns in einer rechtsführenden Steilkurve dem Abgrund entgegen. In einem weiten Radius schweben wir nun durch das anschließende Tal und erklimmen unverzüglich einen Hügel, der sich als Ausgangsposition für den nun folgenden Pretzel Loop entpuppt. Ohne Gnade stürzen wir uns nun hinunter, stehen kurzzeitig Überkopf und sehen uns dann auf dem Rücken liegend das Spektakel in umgekehrter Reihenfolge an, wobei wir beinahe von der G-Keule erschlagen werden. Wieder einmal in weiter Höhe reicht die Zeit aus um kurzzeitig durchatmen zu können, denn nun durchqueren wir das eben absolvierte Element in einer zahmen Linkskurve. Doch ehe wir uns versehen drehen wir uns in einem Inline-Twist um die eigene Achse und sausen dem Boden in einer Rechtskurve entgegen. In einem Corkscrew durchqueren wir ein weiteres Mal den Prezel Loop und sehen uns alsbald die Station der Achterbahn von hinten an. Nach einer kurzen Auffahrt erreichen wir die mittlere Blockbremse der Fahrt, die uns jedoch ohne größere Verzögerung in den zweiten Teil dieser entlässt.

In einer Rechtskurve schießen wir, begleitet durch synchron geschaltete Wasserfontänen, über einen See. Ähnlich einer Bayernkurve fügt sich dabei Berg an Tal an und am Ende deren wartet sogar noch ein weiterer Inline-Twist auf die Fahrgäste. Weiterhin in diesem tollen Flow sehen wir uns in einer Linkskurve wieder, die uns leider geradewegs in die Schlussbremse führt.

Acrobat ist der etwas Zahmere der beiden japanischen Flying Coaster, das heißt jedoch nicht, dass die Anlage nicht auch versucht einen mit den vorhandenen Kräften zu erschlagen. Sie macht es nur etwas subtiler. Während sich bei Universals fliegendem Dinosaurier Element an Element reiht, besteht bei Acrobat noch ausreichend Zeit um sich ganz dem Fliegen zu widmen. Dieses hat durchaus seine Vorteile und so erscheint die Fahrt selbst ein wenig harmonischer. Gerade der Part nach der Blockbremse macht durchaus einiges her und bietet nebenbei wunderbare Einsichten für die restlichen Parkgäste. Generell präsentiert sich die Anlage wunderbar offen und von allen Seiten einsehbar, auf das schön brav noch mehr Gäste des nahen Outlet-Centers in den Freizeitpark Nagashima Spa Land wechseln. Es lohnt sich zumindest, denn mit Acrobat steht in Nagashima ein wirklich genialer Flying Coaster.

Bobkart

Direkt daneben steht seit dem Jahr 2004 die Wiegand Bobkart-Doppelanlage Bobkart. Auf einer Länge von 822 und 797m duellieren sich theoretisch beide Fahrspuren. Dabei führt die Strecke vorerst parallel durch eine sehr holprig zu befahrende Linkskurve. Der Fahrkomfort erhöht sich signifikant mit der stetig steigenden Fahrtgeschwindigkeit, der Fahrspaß wiederum durch die zahlreichen Wellen auf der nun folgenden Geraden. Nach einer weiteren Linkskurve und ebenso vielen Wellen trennen sich beide Fahrspuren nun voneinander.

Während die rechte Spur sich nun einer kurzen Rechtskurve zuwendet, flitzt die linke Fahrspur weiterhin geradeaus. In einer weiten Linkskurve baut die rechte Fahrspur nun stetig an Höhe auf, woraufhin die linke Spur auf einer weiteren Wellengeraden überquert wird. Die Konkurrenzspur widmet sich währenddessen einer rechtsführenden Aufwärtshelix, woraufhin beide Spuren für einen kurzen Moment wieder parallel verlaufen. Dies ändert sich schnell und so trennen sich beide Spuren in einem spitzen Winkel. Das hat auch einen Grund, denn in der nun folgenden Abwärtshelix der rechten Spur kommt einem die linke Fahrspur entgegen. Diese umrundet nämlich besagte Helix, verläuft daraufhin jedoch parallel zum eben absolvierten Track der rechten Spur. Nach einer weiten Rechtskurve und einer kurzen Gerade stößt die linke Fahrspur dann wieder auf die rechte Fahrspur, die in der Zwischenzeit nur eine längere Gerade durchquert hat, und beide fahren parallel in eine Aufwärtshelix ein.

Auf einem aufgeständerten Teil der Strecke überqueren beide Spuren nun die eben absolvierte und zukünftige Fahrstrecke, ehe es in eine Linkskurve entlang der Station geht. Im Anschluss einer nach rechts verlaufenden Abwärtshelix laufen dann beide Bahnen auf dem Boden weiter. Nach einem Linksknick und einer 180° Wendekurve ist dann für beide Spuren das Ziel erreicht.

Die Bobkart-Doppelanlage macht einiges her; die Fahrt selbst ist jedoch nur okay. Zugegeben lässt man sich hier von den herumstehenden Anlagen etwas ablenken, doch die Fahrt über die zahlreichen Bodenwellen ist leider aber auch ein wenig repetitiv. Wobei man auch darüber schauen könnte, würden denn die Bobs parallel verlaufen. Von den insgesamt 28 Bobs pro Seite liefen am ersten Besuchstag leider nur etwa 5 – was in Hinsicht auf den Andrang auch vollkommen ausreichend war – und diese wurden je Seite nach und nach auf die Reise geschickt. Wo am Anfang noch beide Seiten bedient wurden, lief kurz darauf nur noch die rechte Fahrspur. Das war schade, aber auch verständlich, immerhin kann man die Kapazität der Anlagen dem Andrang entsprechend in kürzester Zeit variieren. Im Gesamten gesehen fuhr sich die linke Spur dann ein wenig besser als die rechte, summa summarum boten beide Spuren eine gute Fahrt.

Ultra Twister

Direkt hinter der Anlage befindet sich die Station der Achterbahn Ultra Twister. Auch in Nagashima erwartet uns das Standardmodell des Herstellers Togo, hier jedoch in einer etwas weniger bunten Lackierung als im Freizeitpark Greenland, dafür aber mit genialen Lichteffekten. Da wir besagte Anlage bereits im Greenland gleich 12 Runden gefahren sind wussten wir was uns erwartet und sind mit Freude eingestiegen.

Nachdem der Wagen kontrolliert wurde nähert man sich dem Transferelement am hinteren Streckenende. Dieses wird dann um 90° Grad gedreht, woraufhin sich prompt die Auffahrt im Vertikallift anschließt. Auf einer Höhe von 30m angekommen überquert der Wagen eine sehr enge Kuppe und stürzt sich in einem 85° steilen Gefälle rasant hinunter. Dabei herrscht auf jeden Platz, besonders aber in der letzten Reihe, eine intensive Airtime. Das hierauf folgende und recht enge Tal wird extrem druckvoll durchfahren, während einen der nachfolgende Airtimehügel gekonnt versucht abzuwerfen. Mit auffallend hoher Geschwindigkeit rast man nun durch eine Heartlineroll, welche viel schöner nicht sein könnte. Kurz darauf erklimmt man eine kleine Steigung, an deren Ende man die erste Bremsstrecke der Fahrt erreicht.

In einem zweiten Transferelement wird man nun auf die untere Fahrspur gebracht, die man fortan rückwärts beschreitet. Auf einer kurzen Abfahrt nimmt man dann stetig an Geschwindigkeit zu, ehe der Wagen ein zweites Mal überkopf gestellt wird. Sobald dann das Stationsniveau erreicht wird folgt auch schon die dritte und letzte Rolle der Fahrt. Kurz darauf ist die zweite Bremsstrecke erreicht und die Fahrt auf dem Ultra Twister neigt sich ihrem Ende entgegen.

Auch in Nagashima überzeugt die Rohrpostachterbahn vollkommen. Das Wechselspiel der Vertikalbeschleunigung ist einfach nur herrlich brachial und immer wieder eine Erfahrung wert. Zumal sind hier die Endanschläge nicht ganz so hart wie im Greenland, wodurch die Anlage umso mehr zu Wiederholungsfahrten einlädt. Es sei denn, man verbrennt sich beim Wasserparkbesuch im Joyful Waterpark, den man hier ja auf jeden Fall einplanen sollte, nicht die Schultern und quält sich dementsprechend bei einer Nachtfahrt durch die Fahrt. Nichtsdestotrotz, auch das lohnt sich vollkommen, denn die beleuchteten Ringelemente werten die optisch eh schon sehr ansprechende Fahrt noch einmal auf.

Steel Dragon 2000

Ebenso ansprechend ist der Steel Dragon 2000. Erbaut zur Jahrtausendwende ist der Steel Dragon 2000 mit einer Höhe von 97 m Japans größte Achterbahn. Noch beeindruckender ist jedoch ihre Länge von etwa 2.5 km, womit sie nach wie vor die längste Achterbahn der Welt ist. Zwar gibt es immer mal wieder Gerüchte, dass die Achterbahn The Ultimate aus den englischen Freizeitpark Lightwater Valley verlängert werden soll, aber bis dahin wird es wohl erst einmal keine längere Achterbahn geben.

Die Fahrt auf dem Steel Dragon beginnt mit einem kleinen Dip aus der Station, an den sich eine kurze Rechtskurve anschließt. Hierauf wartet sogleich die erste Liftkette darauf uns in eine Höhe von etwa 50 m zu bringen, wo wir dann in die zweite Liftkette wechseln, die uns wiederum auf stolze 97 m Höhe bringt. Dort angekommen geht es auch gleich sehr schnell wieder hinunter. Mit 152,9 km/h durchschreiten wir das erste Tal, wobei der Zug ordentlich zu vibrieren beginnt. Leider trägt sich diese Vibration auf den Fahrgast über, weswegen man nur froh sein kann kurz darauf einen 76,8 m hohen Hügel empor zu schießen. Nach einem Moment seichter Airtime erwartet einen auch hierauf wieder ein Tal des Schreckens.

Fahrspaß geht anders und somit war ich auch hier wieder froh mich irgendwann auf dem dritten Hügel der Anlage zu befinden. Dieser ist dann nur noch 64 m hoch und leitet den Zug in eine besondere Kurvenkombination über. In einer weiten Steilkurve nähert man sich dabei dem Boden und schießt sogleich eine schräggestellte im Uhrzeigersinn verlaufende Helix empor. Auf dem Weg in das nachfolgende Tal erfolgt ein Richtungswechsel und eine zweite, nun gegen den Uhrzeigersinn verlaufende riesige Helix schließt sich an. Mit stetigem Druck kommt einem das Lächeln im Gesicht langsam wieder und man mag den beschissenen Auftakt der Anlage langsam vergessen. Dabei rast man durch eine bodennahe und verdammt lange Linkskurve am großen Einkaufszentrum entlang. Davon bekommt man jedoch nicht sehr viel mit, immerhin hat man ja noch einen Affenzahn drauf. Blöd nur, dass nach einer längeren Kurve und zwei kleinen Kurvenschlenkern die Auffahrt in die Blockbremse wartet.

Auf der, im Verhältnis zur Gesamthöhe der Anlage, sehr niedrig platzierten Blockbremse wird der Zug merklich reduziert, ehe dieser in eine Reihe von kontinuierlichen Camelbacks abtaucht. Hierbei passiert der Zug zwei Tunnel und sechs Kuppen, bei jeweils in verschiedenen Höhen befindlichen Tälern. Dabei hebt man auf jedem Hügel in einer wunderschönen floating Airtime ordentlich ab. Kurz darauf wird jedoch die Bremsstrecke bereits erreicht und die Fahrt geht einem Ende entgegen.

Der Steel Dragon 2000 ist keine schlechte Achterbahn, nur trifft sie nicht meinen persönlichen Geschmack. Wobei die Fahrt ab der Einfahrt in die langgezogenen Kurven auch mir wirklich Spaß macht, doch die Vibrationen in den ersten beiden Tälern gehen mir so dermaßen fies auf den Magen, weswegen ich im Verlauf der beiden Besuchstage nur eine weitere Wiederholungsfahrt getätigt habe. Dabei interessiert es mich, wie die Fahrt in den originalen Zügen gewesen wäre, da die von Morgan erbauten Züge deutlich massiver aufgebaut waren und dadurch nicht so schnell zu vibrieren anfangen sollten. Die von B&M erbauten Züge, welche im zehnten Betriebsjahr der Anlage zugelegt wurden, sind keineswegs schlecht und ermöglichen eine weitaus freiere Fahrweise, doch entsprechen sie nicht dem Original.

Man wird schon seine Gründe gehabt haben – einen Vergleich zum vorherigen Zustand der Anlage habe ich ja sowieso nicht –, dem entsprechend ist es halb so schlimm. Es hält ja auch niemanden davon ab, einen Marathon auf der Anlage hinzulegen und würde der Auftakt der Anlage nicht so verkorkst sein, würde ich es auch machen.

Arashi

Der Free Spin Arashi macht einfach keinen Spaß. Die Fahrt ist unharmonisch und absolut hart. Die Überschläge werden allesamt nur durch die erzwungene Rotation des Gondelträgers erzeugt, ansonsten wäre die Anlage hier eine gemütliche Aussichtsfahrt ganz ähnlich dem neuen Konzept des Schweizer Ingenieurbüros Ride Engineers Switzerland, welches bald im Schwaben Park realisiert wird. Das Ganze ist leider kein Vergleich zum Konkurrenzprodukt aus dem Hause Intamin, welches selbst in der kleinsten Ausführung weniger zimperlich zur Sache geht und glücklicherweise ganz auf technische Hilfsmittel zur Überschlagsbildung verzichtet – interessanter Weise ist die Fahrt auf einem Zac Spin zwar hart an der Grenze, durch die harmonisch überlagerten Bewegungen jedoch deutlich angenehmer und interessanter.

Rock ‘n‘ Roll

Tatsächlich zeigt sich beim Rundfahrgeschäft Rock ‘n‘ Roll, dass sich auch erzwungene Überschläge halbwegs harmonisch fahren können. Über ein Reibrad werden die einzelnen Gondeln zur Rotation angeregt, woraufhin die Fahrgäste (je nach Beladung der Gondel) einen Purzelbaum nach dem anderen schlagen.

Paratrooper und Telecombat

Ähnlich interessant ist auch der Paratrooper daneben, dessen Radkranz während der Fahrt in die Horizontale gekippt wird. Ansonsten ist der Fahrtverlauf typisch für ein Twister-ähnliches Rundfahrgeschäft, es geht also in freischwingenden Gondeln auf und nieder, immer wieder. Das hiesige Exemplar ist von Technical Park errichtet, ebenso wie der Telecombat nebenan.

Wild Mouse

Das Fahrgeschäftsportfolio in dieser Ecke wird dann noch durch ein Wasserrondell deutscher Produktion ergänzt. Passend, steht doch direkt angrenzend die Wilde Maus in doppelter Ausführung namens Wild Mouse, wie sie genauso auch auf einer deutschen Kirmes hätte stehen können. Natürlich nur echt mit dem passenden Kassenhäuschen samt Schuko-Steckdosen. Die Attraktion gleicht demzufolge auch einer der zahlreichen Wilden Mäuse aus dem Hause Mack Rides und lädt dementsprechend gerne zu der einen oder anderen Fahrt ein; immerhin kann man die Anlage hier ja auch spiegelverkehrt fahren –  zumindest sofern beide Anlagen auch an einem Tag laufen. Wir jedenfalls hatten Glück und konnten an den beiden Besuchstagen jeweils eine der beiden Spuren fahren.

Freefall und Frisbee

Beim Free Fall, einem Freifallturm der ersten Generation, hatten wir indes leider kein Glück und mussten daher auf eine Fahrt verzichten. Zum Glück steht direkt gegenüber eine Parkversion der HUSS Frisbee, die ja eigentlich immer ein Garant für eine gelungene Fahrt sind. In Nagashima verhält es sich leider etwas anders – die schnellen Drehungen bleiben nämlich aus – und so zeigt sich die Fahrt als belangloses Rumgeschaukel, welches nicht einmal durch den Bremer Schausteller Robrahn (auf einer durchschnittlichen Fahrt in Hamburg) unterboten werden konnte. Schade, denn die kleinen Frisbees sind normalerweise immer ganz groß.

Shoot the Chute

Wenn einen eines seiner Lieblingsfahrgeschäfte bitter enttäuscht, bedarf es eines anderen Lieblingsfahrgeschäfts, um wieder zu guter Laune zu kommen. Wie gut, dass nebenan der Shoot the Chute des Freizeitparks Nagashima Spa Land steht, noch dazu von O.D. Hopkins. Als eine der ersten Anlagen im Figure-8 Design des Herstellers überzeugt die rund 30m hohe Anlage, vor allem durch ihren gnadenlosen Nässegrad. Normalerweise ist es bei einem Spillwater so, dass man bis zur Brücke über der Auslaufstrecke bereits nass, jedoch nicht durchnässt ist, was sich jedoch schlagartig mit der Unterquerung der Brücke ändert. Hier ist es jedoch so, dass das Bötchen beim Eintauchen eine dermaßen hohe Welle erzeugt, die jegliche Energie des Bootes auf sich nimmt und somit das Boot stark verzögert, auf dass das Wasser genug Zeit hat um auf die Fahrgäste zu prasseln. So nass steigt man selbst aus Valhalla des englischen Freizeitparks Blackpool Pleasure Beach nicht aus und selbst dort gleicht der Nässegrad bekanntlich einem Sprung in die Irische See. Hier stimmt also alles und so macht der Name der Anlage ihrem Typ wirklich alle Ehren – nur warum die ersten Reihen hier Rettungswesten tragen müssen hat sich mir jetzt nicht so erschlossen, aber wir saßen zum Glück auch etwas weiter hinten.

Etwas was sich mir persönlich nie erschlossen hat, ist der Erfolg der Looping Starships aus dem Hause Intamin. Im Loopingfieber zu Beginn der 80er Jahre entwickelte die Bremer Firma HUSS eine Überkopfschiffschaukel bei der die Achse der Anlage angetrieben wird, wodurch eine Vielzahl an Überschlägen und andere Fahrabläufe möglich waren. Nur kurze Zeit später zog die ebenfalls in Bremen ansässige Firma Weber mit einem ähnlichen Fahrgeschäft nach. Intamin hingegen plante eine Überkopfschiffschaukel die ihrem Namen alle Ehre macht und mit klassischem Reibradantrieb das Schiff so lange in Bewegung setzt, bis es irgendwann mal einen Überschlag schafft und den auch nur recht knapp.

Space Shuttle

Es ist schon interessant, wenn man bei der Fahrt am eigenen Körper begreift, dass genau dieser Umstand das Looping Starship zum besten Vertreter seiner Art macht. Es ist so, als würde eine normale Schiffschaukel einfach immer weiter beschleunigen, wodurch man sich auf einmal in Winkeln vorfindet, die man sonst so nicht erfahren würde. Irgendwann schafft man dann auch noch einen Kopfstand und hat dabei Angst kopfüber stecken zu bleiben. Kurz darauf folgt dann der nächste, etwas flottere Überschlag. Einen Augenblick später beginnt dann die lange Verzögerungsphase und man wechselt wieder die Richtung in allen möglichen Neigungswinkeln. Herrlich! Ich bin von der Fahrt her absolut begeistert. Auch die Gestaltung des Space Shuttle spricht Bände. Schade nur, dass kein Exemplar in Europa die Zeit überdauert hat; zumindest nicht in seiner Ursprungsversion. Also liebes Movieland Park Team, kauft euch bitte ein passendes Gegengewicht und die zugehörigen Schulterbügel. Es lohnt sich, versprochen!

Giant Frisbee

Das restliche Fahrgeschäftsportfolio besteht aus einem Wellenflug, einem Swing Up aus italienischer Produktion mit viel zu engen Gondeln, sowie einer Giant Frisbee des Herstellers HUSS. Diese macht halt ihr Ding – wie jede andere Giant Frisbee des Herstellers ja auch – und ist daher von der Fahrt her absolut vernachlässigbar, dank ihrem belanglosen, da nur in einer Richtung stattfindenden, Rumgedrehe ohne großartiger Variation der Gondelrotation.

White Cyclone

Ein Blick auf die Uhr des 90 m hohen Riesenrads Aurora Wheel verrät uns: Es ist Zeit für Holz. Dem kommen wir gerne nach und begeben uns dementsprechend zum Eingang der großen weiß lackierten Holzwand mit dem charismatischen Namen White Cyclone.

Die Fahrt in den PTC Zügen beginnt mit einer weiten Linkskurve um den Wartebereich der Anlage herum. Beständig bauen wir dabei an Höhe ab, um genug Schwung für die Einfahrt in den Lifthügel zu holen. Dieser bringt uns dann auf eine Höhe von 42 m, wo wir dann einen Augenblick haben um die großartige Sicht auf das Nagashima Spa Land und die Ise Bucht zu genießen. Nach einem Linksknick jedoch geht es rasant zu Boden. Mit feinstem Shake, Rattle and Roll durchqueren wir das erste Tal und erklimmen daraufhin einen hohen Airtimehügel. Die Ausfahrt in diesem mündet dann in eine gigantische, sich stetig verjüngende Helix weit oberhalb des Bodenniveaus. Hierbei fährt man ein wenig über Berg und Tal, bis man diese dann irgendwann nach einem rasanten Dip über einen Hügel verlässt.

Dabei scheint besagter Hügel fast genauso hoch wie die Einfahrt in die Helix zu sein, doch anhand der vorhandenen Geschwindigkeit dürfte es eigentlich nicht der Fall sein. Optisch auf jedem Fall ein interessanter Kniff und so stürzen wir uns in einem wunderschönen Kräftespiel erneut nach unten. Es folgt ein weiterer Airtimehügel, wie er in Buche steht, ehe wir im Dickicht des Stützenwaldes verschwinden. In einer sehr weiten Aufwärtsspirale nehmen wir nun beständig an Höhenmetern zu, ehe wir dieselbe Art von Helix erreichen, die wir vor wenigen Momenten bereits erlebt haben. Doch anstatt kurz abzutauchen und dann an Höhe zu gewinnen, erklimmen wir Meter um Meter die Holzstruktur, ehe dann die Blockbremse der Anlage erreicht wird.

Nach dem rasanten ersten Teil der Fahrt stürzt sich der Wagenverbund erneut zu Boden. Mit Schmackes unterqueren wir das Tal der ersten Abfahrt, bezwingen einen weiteren Airtimehügel und tauchen ein weiteres Mal in die Holzstruktur ab. Im Innenraum der ersten Helix durchfahren wir nun eine weite Linkskurve, ehe wir erneut von lauter Holzbalken umringt sind. Über zwei Hügel queren wir dann die Anlage, auf dass wir fortan am äußeren Rand der Achterbahn unseren Weg bahnen. Unterhalb des Lifthügels entschwindet der Zug dann in einer weiten Linkskurve ein letztes Mal unter der Holzkonstruktion. Kurz darauf sind die Bremsstrecke der Anlage und alsbald die Station erreicht.

White Cyclone war eine grandiose Holzachterbahn mit einem tollen Pacing, vielen Airtimemomenten und einem toll abgestimmten Beschleunigungsverlauf. Zudem lebte die Achterbahn vom Shake, Rattle and Roll wie kaum eine andere Holzachterbahn des Landes, geschweige denn kaum eine andere von mir bereits gefahrene Holzachterbahn. Zwar kann ich verstehen, dass man die Achterbahn nun einem Make-Over der Firma RMC unterzieht – denn das Layout bietet viele Möglichkeiten, die bislang noch nicht ausgeschöpft wurden – doch andererseits ist es schade, dass dadurch eine von nur vier Holzachterbahnen in Japan verschwindet. Immerhin bleibt die Grundstruktur der einstiegen besten Achterbahn des Nagashima Spa Land bestehen und wird in der zukünftigen besten Achterbahn des Parks weiterverwendet. Man darf also gespannt sein!

Bilder Nagashima Spa Land

Fazit Nagashima Spa Land

Das Nagashima Spa Land ist ein großartiger Freizeitpark, der auf viel Fläche dermaßen viel bietet, dass man nicht anders kann, als wunschlos glücklich zu sein. In diesem Park wird einfach alles Mögliche geboten, wodurch auch jede Zielgruppe abgedeckt ist – mit Ausnahme der Themenfahrtfetischisten natürlich, denn davon gibt es im Park (außerhalb des Gruselwalkthroughs und einer Pokémon-Attraktion) schlichtweg keine. Mich zumindest hat das Nagashima Spa Land restlos begeistert, weswegen ich gerne wiederkommen würde. Gründe dafür gibt es viele und mit dem Umbau von White Cyclone kommt noch einer dazu. Wir sehen uns also irgendwann wieder, dann jedoch mit dem vollen Programm aus Onsen, Wasserpark, Hotelbesuch und einem Abstecher in die nahen Gärten.

 


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Bötchen voraus auf dem japanischen Hochplateau

Die Geschichte des Kijima Kogen Park

Auf einem Hochplateau (japanisch Kogen) weit oberhalb der japanischen Kurstadt Beppu – welche vor allem durch ihre große Anzahl an heißen Quellen und den zugehörigen öffentlichen Bädern, den sogenannten Onsen, jährlich mehrere Millionen Gäste anzieht – liegt der Freizeitpark Kijima Kogen Park (城島高原パーク).

Ausgegangen aus einer kleinen Go-Kart-Bahn entstand im Jahr 1967 das Kijima Motopia Land. Mit der damals längsten Go-Kart-Bahn Japans konnte man schnell neue Besucher auf das Hochplateau locken. Nach einem Besitzerwechsel im Jahr 1971 folgten dann mit der Erschließung des Resorts der Bau eines Schwimmbades, sowie einer Bowlingbahn. 1982 folgte dann die Änderung des Parknamens in Kijima Kogen Family Park und im Folgejahr die Eröffnung der Looping-Achterbahn Super LS Coaster.

Im Jahr 1987 übernahm die West Japan Nippon Korakuen Co., Ltd. (Betreiber des ehemaligen Kōrakuen -Stadions und heutigen Tokyo Domes) den Park. Im Zuge dessen folgte dann im Jahr 1992, verbunden mit einem großen Ausbau des Freizeitparkgeländes und Eröffnung der ersten Holzachterbahn Japans, die Umbenennung in Kijima Korakuen Yūenchi (engl. Amusement Park). 2007 folgte dann die Veräußerung des Resorts an Morgan Stanley, woraufhin dieser unter der Resortmarke Centleisure einige Jahre betrieben wurde. 2012 folgte dann im Rahmen einer Umstrukturierung die Gründung der Kijima Kogen Operations Co., Ltd. und damit einhergehend die Umbenennung in Kijima Kogen Park.

Parkrundgang

Betritt man den Park, so findet man sich gleich auf der wunderschönen Main Street des Parks wieder. Zur linken befindet sich dann der Indoor-Spielplatz Toy Kingdom und zur rechten der Souvenirshop des Parks, in dem man hauptsächlich das beliebteste Andenken der Japaner besorgen kann: Kekse aus der Region.

Super LS Coaster

Von besonderem Interesse ist jedoch die große Achterbahn direkt vor uns: Der Super LS Coaster (eigentlich L&S, für Loop & Screw) aus dem Hause Meisho. Wunderbar eingebettet in die Landschaft führt einem der Zug mit einem Affenzahn durch einen Looping und zwei Korkenzieher.

Doch ehe ich jetzt in der Einleitung zu viel über den Streckenverlauf verrate würde ich vorschlagen, dass wir die Treppe zur Station erklimmen und in den Zug steigen. Nachdem wir diese dann verlassen haben verbringen wir einige Zeit auf dem Lifthügel. Oben angekommen verlassen wir diesen auf einer Rampe mit minimaler Steigung und vollziehen einen kurzen Rechtsknick. Hoch oberhalb der Arkaden durchqueren wir das erste Tal und setzen zur großen Schussfahrt an. In einer weiten Rechtskurve nehmen wir immer mehr an Geschwindigkeit zu, woraufhin der Zug in einer Grube entschwindet. Weiterhin mit der selben Steigung rauschen wir nun durch eine kurze Gerade mit dem Blick nun stets auf das nächste Element gerichtet. Gnadenlos kraftvoll durchschreiten wir das anschließende Tal, ehe wir uns kopfüber im Looping wiederfinden. Auch dieser wird mit ordentlichen Druck durchfahren. Anschließend schießt der Zug eine, relativ zum vorherigen Streckenverlauf gesehene, steile Steigung eines Camelbacks empor. Dieser befördert uns dann mit leichter Airtime in die richtige Sitzposition für die nächste Inversionsfigur. In einer weiten Linkskurve entlang des Minigolf-Platzes nehmen wir dann langsam an Querneigung zu, ehe wir uns in der Ausgangsposition für die beiden Korkenzieher befinden. Zwei Kopfstände später zieht es uns in einer Linkskurve langsam in Richtung der Station. Dabei durchqueren wir den Looping und tauchen auf einer längeren Gerade ein letztes Mal zu Boden. Zwischen den beiden Korkenziehern zieht es uns dann auf das Stationsniveau herauf und kurz darauf in die Schlussbremse der Anlage.

Der Super LS Coaster hält was sein Name verspricht und überrascht einem umso mehr mit der hervorragenden Vermittlung seiner aufgebauten Geschwindigkeit. Hinzu kommen drei wunderschön zu fahrende Überkopfelemente und die allgemein sehr guten Fahreigenschaften der Anlage, welche schlussendlich zum Dauerfahren einladen.

Jupiter

Doch ehe wir uns dieser Tätigkeit widmen zieht es uns nun erstmal auf Erkundungstour auf die unteren Ebenen des Kijima Kogen Park. Vorbei an einer schön angelegten Kinderfahrschule und dem benachbarten Fußbad (also einem der typisch japanischen Onsen, nur halt für Füße) zieht es uns zur Holzachterbahn Jupiter. Bereits am Eingang wurde uns klipp und klar gemacht, dass die Anlage heute nicht fahren würde – den Grund dafür kannten wir jedoch noch nicht. Tatsächlich haben wir gedacht, dass die frisch sanierten Züge dafür ausschlaggebend waren und nicht der Tod eines Mitarbeiters (bei Routinearbeiten) nur wenige Tage zuvor. Natürlich sollte ein solcher Unfall nicht passieren und der Ausgang ist demensprechend tragisch – es ist also überaus verständlich, dass die Anlage bis zur erneuten Freigabe nicht in Betrieb war. Vor Ort hieß es natürlich über den Verlust einer Fahrt hinwegzusehen – schwierig nur, wenn eine Person unbedingt alle Holzachterbahnen des Landes fahren wollte. Generell lässt sich jedoch eines über Jupiter sagen: Die Anlage sieht (wenn man sie denn überhaupt sieht) schon äußerst lecker aus; das erste Gefälle wirkt absolut wild und generell scheint die Strecke mit ihren 1600m überaus rasant zu sein.

Mars

Ich werde sicherlich irgendwann wieder vor ihr stehen und sollte sie dann laufen auch einsteigen. In der Zwischenzeit jedoch zieht es uns in das, eigentlich aufpreispflichtige, Labyrinth Mars. Auf zwei Missionen – eine eher sportlich, die andere für Denker – geht es über mehrere Ebenen, gespickt mit diversen Aufgaben durch den Holzbau. Dabei gilt es jeweils drei Stempel für das Stempelheft zu finden und sollte man beide Missionen bestanden haben, bekommt man sogar einen goldenen Aufkleber. Tatsächlich ein Spaß für die ganze Familie, den man so gerne auch mal hierzulande einführen dürfte.

Poseidon 30

Gleiches gilt auch für die überdachte Wasserfahrt Poseidon 30 – wobei das Dach der Boote nur als Option für die wasserscheuen Parkgäste geboten werden sollte. Erbaut durch den Hersteller Hopkins zeichnet sich der Spillwater vor allem durch seine beeindruckende Welle, bei gleichzeitigem nicht vorhandenen Nässegrad der Passagiere und Zuschauer aus. Für eine Wasserfahrt kling das jetzt nicht unbedingt beeindruckend, doch wen mache ich etwas vor: Es geht um Bötchen. Dem Bötchen, welches damals ein unfreiwilliges Abbruchkriterium des onride-Veteranen Stilbruch auf seiner Japanreise erfüllte.

Dabei ist es ganz einfach: Fuß auf die Rolle im Bodenraum und beim Auftauchen brav pushen; dann passiert nichts. Uns wurde es schließlich auch sehr geduldig beigebracht und nachdem wir es überlebt haben sind wir im Laufe des Tages immer wieder gerne eingestiegen. Wäre jedoch etwas passiert, so wäre es der denkbar ungünstigste Tourverlauf gewesen. Doch wie es bereits bei Hopkins dachlosen Bötchen im englischen Thorpe Park heißt: „What is the worst that could happen?“.
Gut, es ist Werbung für Dr. Pepper, aber dennoch – nur so beginnt man eine Japantour.

Ice World

Überlebt, jedoch bei bestem Willen kaum bis gar nicht erfrischt, zog es uns nun in eine ganz besondere Attraktion: Dem nett gestalteten Kühlhaus Ice World. Mit einer Temperaturdifferenz von über 60°C geht es dabei in sehr kleinen Schritten durch die auf -30°C heruntergekühlte Kältekammer und an allerlei schön gestalteten Szenenbildern vorbei.

Sky Pallet

Überaus erfrischt zeigte sich am nahen Riesenrad die nächste Besonderheit des Kijima Kogen Park, denn neben den normalen Sitzgondeln kann man im Sky Pallet auch quer zur Fahrtrichtung in einer Art Open-Air-Gondel die Fahrt erleben. Gesichert durch einen Schulterbügel intensiviert sich das Fahrterlebnis quasi automatisch, das Blickfeld jedoch wird auf nur eine Seite eingeschränkt. Schade also, dass es solche Gondeln nur viel zu selten gibt.

Newton

Etwas öfters, so auch in Japan, gibt es hingegen Freifalltürme. Das hiesige Exemplar nennt sich Newton und lässt einem wie der Apfel vom Baum aus luftiger Höhe gen Boden fallen. Interessant dabei ist das Sicherheitsverständnis der Japaner, die zwar überall zusätzliche Polsterungen anbringen, es bei Freifalltürmen jedoch lassen; auch die aus Europa bekannten Gurte zur Sicherung des Bügels fehlen einfach. Daraus ergibt sich dann ein noch einmal etwas intensiviertes Gesamterlebnis, welches nur durch die äußerst kreative Gondelgestaltung getoppt werden kann.

Eine ähnlich kreative Gestaltung weißt der nahe Aussichtsturm, in der Art einer Flying Island, im Storchendesign auf. Von hier oben hat man eine wunderbare Sicht das Hochplateau mit all seinen Fahrgeschäften, die wir uns nun etwas genauer anschauen werden.

Dragon

Durch ein kleines Kinderland, inklusive der Drachen-Achterbahn Dragon des Herstellers Zamperla (ein Kleinstoval mit mittiger Abwärtshelix) und vorbei an dem großen Planschbecken, welches im Winter als Schlittschuhbahn genutzt wird, zog es uns auf die obere Ebene. Hier befinden sich allerlei Rundfahrgeschäftsklassiker, wie eine Teetassenbahn, ein Pferdekarussell und ein Wellenflieger, aber auch Anlagen wie eine Seesturmbahn, ein Fliegender Teppich und eine große Schiffschaukel.

360° 3D-Kino

Von besonderem Interesse war dabei das 360° 3D-Kino, in dem zum Nachmittag hin ein typisch japanisch inszenierter Horrorfilm gezeigt wurde. Untermalt von allerlei Effekten funktionierte der Film überaus gut und auch der 3D-Effekt war spitze – wodurch es uns im weiteren Verlauf der Tour immer wieder in diese Art von Kino gezogen hat.

Flash Battle K und Shooting Pirates

Gleiches gilt auch für interaktive Spiele, wie z.B. das Flash Battle K, in dem man wie wild auf Taster – welche überall im Raum verteilt sind – hauen musste um dabei möglichst viele Punkte zu erzielen. Mit der gleichen Prämisse, aber als klassische interaktive Themenfahrt konzipiert, zeigt sich Shooting Pirates den Parkgästen. Ähnlich dem Darkride Capitán Balas des spanischen Freizeitparks Isla Magica geht es in kleinen Rundchaisen durch eine aufwendig gestaltete Piratenthematisierung. Dabei kann sich die Fahrt überaus sehen lassen, jedoch ist sie auch unfassbar kurz und dementsprechend schnell zu Ende.

Roller Skate Coaster

Direkt nebenan befinden sich das aufpreispflichtige Laser-Labyrinth, sowie die Kinderachterbahn Roller Skate Coaster im klassischen Roller Skater Layout des Herstellers Vekoma. Dementsprechend bietet die Fahrt einige rasante Kurven und Helices, perfekt auf die jungen Parkgäste zugeschnitten, die auch gerne immer wieder eingestiegen sind.

Moon Parade

Auf dem ersten Blick ähnlich vertraut wirkt die Monorail Moon Parade, zumindest solange bis man dann eingestiegen ist. Denn statt mit Strom, fährt man hier mit Verbrennungsmotor die Strecke entlang und das schönste dabei ist, wir dürfen auch noch steuern. Zwar können wir hier nur die Geschwindigkeit regulieren, doch für alles andere gibt es ja direkt unter der Anlage die ellenlange Go-Kart-Bahn.

Gold Rush

Kommen wir nun zur letzten Attraktion des Kijima Kogen Park und meiner 450. Achterbahn: Gold Rush. Eingebettet in einem künstlichen Felsmassiv beherbergt sich eine, zumindest im vorderen Teil des Zuges unfassbar brachiale und wilde Achterbahnfahrt. Nach der Liftauffahrt kurvt man nun Ebene für Ebene durch das Layout, dabei beginnen wir mit einer engen Linkskurve, die sogleich in den ersten, sehr flachen Drop übergeht. Interessanter Weise ist die Auffahrt dann wiederum deutlich steiler und die Kuppe sehr eng bemessen, weswegen man sogleich in Kontakt mit dem Bügel gerät und dabei durchaus vorhandene Airtime erlebt. Nach einem Linksknick wiederholt sich das Spiel im kleinen Rahmen erneut. Nach einer weiten Rechtskurve schließt sich ein kurzer Dip an, nach welchen wir dann auf einer Schussfahrt deutlich an Schwung gewinnen. Während dieser tauchen wir in das Felsmassiv hinein, stets mit dem Blick auf das kommende Übel gerichtet. Als hätten wir es nicht anders verdient brettern wir über eine kleine Auffahrt, deren Kuppe wieder einmal äußerst eng bemessen ist und dann auch noch in eine Kurve überleitet. Absolut überrascht von dem gewaltigen Wechselspiel aller Kräfte, verlassen wir unter lautem Lachen die Höhle und widmen uns den restlichen Streckenverlauf. Über einen kraftlosen Camelback erreichen wir eine weitere Wendekurve, auf das wir nun parallel zur Station weitergeleitet werden. In einer Linkskurve unterqueren wir den eben getätigten Hügel und durchqueren mit stetiger Querneigung nun eine kurze Gerade, sowie die letzten Kurven in Richtung der Station.

Viel habe ich nicht von der Goldrausch-Achterbahn erwartet, doch sie ist wahrhaft ein Rausch der Sinne. Zwar eher von Rost als mit Goldstaub bespickt überzeugt die Anlage durch ihre aalglatten Fahreigenschaften und ihre, zumindest im vorderen Teil des Zuges, absolut grandiosen Übergängen. Im Gesamten gesehen ist die Achterbahn Gold Rush demzufolge eine astreine Familienachterbahn, welche hervorragend in diesen Freizeitpark passt.

Bilder Kijima Kogen Park

Fazit Kijima Kogen Park

Der Kijima Kogen Park war ein sehr besonderer Freizeitpark für mich, denn er war nicht nur der erste, den ich in Japan besuchen durfte, sondern auch mein 100ster besuchter Freizeitpark. Umso schöner ist es, dass mir der Park wirklich verdammt gut gefallen hat. Die Atmosphäre des Parks erinnert in großen Teilen an den dänischen Freizeitpark Tivoli Gardens, was auch an seinen absolut toll angelegten Gärten liegt. Die Fahrgeschäfte wissen allesamt gut zu unterhalten, weswegen ich gerne wiederkommen möchte und das definitiv nicht, weil mir eine Fahrt auf der Holzachterbahn fehlt; sondern eher, weil ich die Gegend rund um Beppu gerne genauer erkunden möchte. Die heißen Quellen haben es mir nämlich absolut angetan.

 


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