Ein kurzer Besuch in Bakken

Ein kurzer Besuch in Bakken

Am Tag nach unserem Besuch im Freizeitpark Tivoli Gardens machten wir uns auf den Weg nach Klampenborg, um den ältesten Vergnügungspark der Welt zu besuchen: Bakken. Es war nur ein kurzer Besuch, denn Michael hatte nur ein paar Fahrgeschäfte auf seiner Wunschliste und war nicht besonders scharf auf einen Besuch in diesem Park – immerhin hätte er ja den Vormittag mit seiner neuen Liebe Vertigo im Zentrum von Kopenhagen verbringen können. Dennoch haben wir uns beide ein Turband für unbegrenzte Fahrten gekauft.

Tornado

Da der Andrang überschaubar war, konnten wir alles ohne Anstehen erledigen, so dass ich viele Wiederholungsfahrten auf einigen meiner Lieblingsattraktionen machen konnte, sowie einigen Attraktionen eine zweite Chance geben konnte. Obwohl ich geschworen habe, nie wieder die Achterbahn Tornado zu fahren, habe ich mich schließlich in die Warteschlange eingereiht, um Michael einen Gefallen zu tun. Am Ende haben wir uns zum Glück nicht so viel gedreht, so dass der wahnsinnig wilde Ritt noch zu bewältigen war. Grundsätzlich war die Fahrt durchaus in Ordnung, auch wenn ich die Anlage mit all ihren Steilkurven immer noch etwas zu grenzwertig finde. Aber wenn man darauf vorbereitet ist oder wenn man Nicolas Mayer (caruso bei onride.de) ist und solche Sachen eh mag, dann ist die Fahrt echt gut.

Bilder Bakken

Schlusswort

Nach ein paar Fahrten auf den anderen Achterbahnen des Parks, insbesondere auf der altehrwürdigen Rutschebanen – die zum Besuch hervorragend lief -, und einem Besuch im großartigen Fun House Hurlumhej machten wir uns auf den Weg in eine nahe gelegene Bar. Da die Preise in Bakken insgesamt etwas niedriger sind als in Kopenhagen, kann man in Bakken das eine oder andere Tuborg Classic zu einem vernünftigen Preis erwerben. Auch wenn man etwas essen möchte, ist Bakken der richtige Ort dafür. Ehe wir uns auf dem Rückweg begaben, aßen wir noch ausgiebig in einem der zahlreichen Restaurants. Gut gestärkt ging es dann zurück zum Kopenhagener Hauptbahnhof, in dessen Nähe unser Bus zurück nach Hamburg starten sollte. Es war ein sehr schönes Wochenende, auch wenn ich dringend davon abrate, den Bus zu benutzen, wenn er nicht über die Fährverbindung nach Hamburg fährt. Ihr könnt es euch kaum ausmalen, wie sehr sich die Fahrt über die Landverbindung in die Länge zieht.

 

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Alpina Blitz und Donjon de l’Extrême

Nigloland

Als ich das letzte Mal den Freizeitpark der Familie Gélis besuchte war der Sky Fly Air Meeting gerade einmal einen Tag alt und sorgte für reichlich Wirbel und Begeisterung bei den Parkbesuchern. Darüber hinaus sind mir die riesigen blauen Flecken auf den Schultern im Gedächtnis geblieben – aber das ist Garnichts gegenüber den Erlebnissen des Users Bends auf onride.de. Tja, Jan und ich haben damals die Anlage gesuchtet, bei 96 Überschlägen lag damals mein Rekord. Mittlerweile gibt es viele Schwesteranlagen, einige davon sind sogar stark gedrosselt. Der Markt scheint gesättigt, doch sollte man sich noch auf eine Fahrt auf dem Air Meeting freuen? Hell yeah, you should! Und damit begrüße ich euch am vierten Tag der Tron-Tron-Trône Tour. Wir sind mal wieder im Nigloland und haben hier einige Neuheiten vor uns. Die markanteste und wohl auch bekannteste dieser ist die Achterbahn Alpina-Blitz. Darüber hinaus lassen wir uns auf dem Freifallturm Donjon de l‘Extrême aus gut 100m Höhe fallen und schauen uns die Baustellen von Les Zabeilles und Eden Palais, sowie die Überreste der Achterbahn Bobsleigh an. Klingt gut, n’est-ce pas?

Niglo Show

Bevor wir uns jedoch nun etwas Neues anschauen, werfen wir erst einmal ein Blick auf etwas Altes. Jeder der das Nigloland bereits besucht hat weiß, dass der Park einige überaus charmante Themenfahrten vorweisen kann, ebenfalls fallen einem die zahlreichen wunderbar in Szene gesetzten Fahrgeschäfte ein – doch hat jemand von euch schon einmal die Niglo Show angesehen? Tja, dachte ich mir.

Seit dem Jahr 1992, also seit der fünften Saison des Freizeitparks, gibt es diese aufwändige Animatronikshow im Nigloland. Angelegt an das Country Bear Jamboree ausgewählter Disney Parks präsentiert hier das Parkmaskottchen Niglo eine Art Hitparade. Recht zügig driftet die Show mit dem Auftritt von Hans und Frieda aus Bayern in eine sehr komödiantische und leicht befremdliche Richtung ab. Herrlich! Nach rund 15 Minuten ist die Show dann auch wieder vorbei. Verbunden mit dem Kultstatus im Nigloland und dem Umstand, dass es die einzige Show dieser Art in Frankreich ist, ist diese wirklich sehenswert.

Ebenso sehenswert ist der Westernbereich, in dem sich das Theater befindet. Aber das wisst ihr ja schon. Nach einer Runde auf dem Gold Mine Train, sowie der Wildwasserbahn Rivière Canadienne und dem Disk’o Grizzli kann es also weiter gehen. Nach einigen Wegmetern erreichen wir eine Burganlage, in deren Innenhof sich die beiden Freifalltürme Donjon de l’Extrême und Tour des Petits Fantômes befinden.

Donjon de l’Extrême

Die Eingänge zu den Warteschlangen beider Attraktionen befinden sich jeweils zu einer Seite des Burgtors. Also reinkommen, staunen, umdrehen und dann entsprechend anstellen. Die Warteschlangen folgen dann dem Verlauf der Burgmauern, ehe diese an einem Drehkreuz enden. Theoretisch wird man nun in einen Bereich vorgelassen, wo man dann seine Taschen verstauen kann; immer Grüppchenweise versteht sich. Auf diese Art und Weise können beide Anlagen eine sehr hohe Kapazität aufweisen. Da am Besuchstag jedoch nur ein Angestellter das Vergnügen hatte beide Anlagen im Wechsel und bei genügend Andrang zu bedienen, zog sich die Wartezeit hier doch sehr in die Länge. Verständlicherweise natürlich, immerhin hat besagter Ride-Op ja auch eine Aufsichtspflicht zu erfüllen. So dauerte es fast 10 Minuten bis ich zum ersten Mal in der Gondel des großen Freifallturms saß. Der wirklich gut gemachte Film mit Sicherheitsbelehrung und Storyline konnte ein wenig die Wartezeit verkürzen.

Der knapp 100m hohe Turm Dongon de l’Extrême bietet seinen Fahrgästen ein Fallvergnügen aus 92m Höhe. Damit ist dieser höher als der Gyro Drop Tower Scream aus dem Heide Park bei Soltau, was auch bei mir einen leichten Höhenschwindel auslöst. Irgendwie ist das komisch, wenn man ab einen bestimmten Punkt sagen kann, dass der Turm nun höher als der Turm in der Lüneburger Heide ist. Höchstwahrscheinlich ist es jedoch auch nur die Macht der Gewohnheit, die einen aufhorchen lässt, sobald es dann doch etwas anders ist. Bislang ist mir das auch erst bei drei Türmen passiert, ein Zeichen für die Qualität des anschließenden Falls ist das jedoch nicht. Immerhin und das muss man den neuen Rückhaltesystem der Funtimetürme lassen, wird das Gefühl durch die Schulterfreiheit noch verstärkt.

Der freie Fall auf Donjon de l’Extrême gliedert sich hervorragend denen anderer Anlagen des Herstellers ein. Das macht schon Laune. Die recht freie Sitzposition unterstützt insgesamt die Fahrt, ist jedoch kein Must-have im Vergleich zu konventionellen Rückhaltesystemen. Was mich persönlich etwas stört ist, dass man den Gondelträger zu schnell rotieren lässt und man daher gleich zwei Runden das gesamte Nigloland betrachten kann. Da fehlt mir irgendwie der Spannungsaufbau. Insgesamt gesehen ist der Donjon de l’Extrême ein hervorragender Freifallturm in einem wunderschönen Setting mit einem echt guten Fallvergnügen, bei dem man immer wieder gerne einsteigt.

In Summe hat man also alles richtig gemacht. Grundsätzlich würde nun auch eine Review zum Tour de Petits Fantômes, dem Zierer Familienfreifallturm direkt nebenan, erfolgen. Hier war mir jedoch die Wartezeit zu hoch, zumal zu einem späteren Zeitpunkt ja auch deutlich mehr Andrang als zuvor am Donjon de l’Extrême vorhanden war und sich somit die Wartezeit um ein Vielfaches in die Länge zog. Ich stand jedoch an, so ist es ja nicht. Irgendwann wurde mir die Wartezeit jedoch zu lang, weswegen ich mich lieber beim nahen Manoir Hanté, der grandiosen Selbstbaugeisterbahn mit Karussellfeeling, angestellt habe. Huiiiiii!

Alpina Blitz

Kommen wir nun zur größten Achterbahn des Nigloland, dem Mack Mega Coaster Alpina Blitz. Als im Jahr 2009 der derzeitige Geschäftsführer Rudolphe Gélis mit seinem Onkel und seinem Vater eine Runde auf dem damals noch neuen Riesenrad drehten fiel Ihnen eine sehr große Grünfläche auf, auf der man idealerweise eine große Achterbahn stellen könnte. In der Ideenfindungsphase war noch alles offen, hier war eine Wasserachterbahn noch genauso denkbar wie ein Spinning Coaster oder eine Holzachterbahn ähnlich Tripsdrills Mammut. Doch dann kam Piraten. Das Layout des kompakten Mega Lite Coasters aus dem Djurs Sommerland konnte die Familie Gélis auf Anhieb überzeugen; doch der Zug passte der Familie nicht. Man wollte eher Sitze wie bei der Achterbahn Bluefire haben, statt campingstuhlähnlichen Sitzschalen mit Beckenbügel. Intamin war von ihrer damaligen Zuggeneration überzeugt, in Konsequenz dessen fragte man bei der Firma Mack an.

Einmal in den bequemen Sitzen Platz genommen kann es auch schon losgehen. Via Kettenlift wird man nun recht zügig auf eine Höhe von 33m befördert. Kaum oben angekommen donnert man auch schon ins Tal, wo man dann in einer bodennahen Kurve mit 4,3G über mehrere Sekunden belastet wird. Dabei drückt sich auch blöderweise der Bügel sehr weit zu. In Folge dessen ist man als Fahrgast nun zwischen Bügel und Sitz gepresst, was den nun folgenden Elementen leider keinesfalls zu Gute kommt.

Mit Schmackes schießt man nun einen Hügel empor, auf dessen Kuppe man sogleich die Richtung ändert. Mit toller Geschwindigkeit passiert man nun ein weiteres Tal, bevor sich ein klassischer Airtimehügel anschließt. Eigentlich ein Moment vollkommener Freude durchlebt man auf dem Alpina Blitz eine Qual sondergleichen, immerhin versucht einem der Zug durchaus kraftvoll abzuwerfen – ohne Spiel jedoch macht dieses einfach keinen Spaß. In der anschließenden bodennahen Kurve kann man kurz verschnaufen, ehe sich eine Reihe von Umschwüngen anschließt. Diese verlaufen im Vergleich zu den Mega Lite Achterbahnen jedoch etwas gemäßigter, was dem allgemeinen Fahrkomfort (bedingt durch den Schließungsstand der Bügel) sehr entgegen kommt. Nach einer weiteren bodennahen Kurve folgen gleich drei klassische Bunny Hops aufeinander. Auch diese sind zumindest in der Theorie äußerst spaßig. Den Abschluss des Alpina Blitz bildet eine wunderschöne Linkskurve mit bayernkurvenähnlichen Schwenk nach oben, ehe die Bremsstrecke erreicht wird.

Der obligatorische Vergleich der beiden Mega Coaster Variationen fällt bei mir leicht aus: Intamin wins. In der Hinsicht gibt es eigentlich keinen Raum für großartige Diskussionen, Kawasemi und der spätere Piraten sind die besseren Achterbahnen. Natürlich wäre es verkehrt den Alpina Blitz kleiner zu reden, als er ist. Die Anlage kann durchaus sehr viel, doch dafür sollte der Bügel der Belastung der ersten Kurve widerstehen. Auch denke ich nicht, dass das die Norm an dieser Anlage ist, doch zum diesjährigen Saisonstart war es auf jeden Platz genauso. Ich beließ es daher bei nur wenigen Fahrten und setzte mich zum Dauerfahren lieber in die Spatiale Experience, der grandiosen Indoorachterbahn des Parks.

Bilder Nigloland

Fazit Nigloland

Das Nigloland kann auch weiterhin überzeugen. Der Park ist sympathisch und bietet ein außerordentlich gut aufeinander abgestimmtes Portfolio. Auch wenn ich nicht von der Achterbahn Alpina Blitz schwärmen kann, so bietet das Nigloland genug andere Attraktionen, bei denen ich dieses, ohne großartig übertreiben zu müssen, gerne mache. Die diesjährigen Neuheiten schaue ich mir beim nächsten Besuch dann genauer an, bis dahin bleibe ich gespannt darauf, was man sich in der Champagne noch alles in den Park stellt.


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Auf Besuch beim Verrückten Pferd

Cavallino Matto

Nachdem wir bis kurz nach Mittag beinahe schon zu lange im Rainbow Magicland in der Nähe der italienischen Hauptstadt geblieben waren, erreichten wir zum pünktlich um 16 Uhr den toskanischen Freizeitpark Cavallino Matto. Zu meiner eigenen Überraschung fiel der Besuch dank des Nachmittagtickets etwas kostengünstiger aus, ebenso ist das Parken hier kostenlos.

Gut gelaunt ging es sogleich in den Park der Familie Manfredi, welche das Verrückte Pferd, also Cavallino Matto, seit dem Jahr 2006 ihr Eigen nennen. Gegründet jedoch wurde der Park als Parco Gulliver bereits im Jahr 1967, wobei es sich eher um einen Spielplatz mit Ponyreiten und Minigolf als um einen Freizeitpark gehandelt hat. In den 90er Jahren zogen dann vermehrt größere Fahrgeschäfte, wie z.B. die Wildwasserbahn Colorado Boats, in den Park ein; wirklich an Attraktivität gewann dieser aber erst mit der Übernahme der Familie Manfredi und dem damit verbundenen Ausbau.

Rock ’n‘ Roll

Aufmerksam auf Cavallino Matto wurde ich jedoch erst im Jahr 2012, und somit sicherlich früher als die meisten anderen Freizeitparkfans, als der schwedische Freizeitpark Liseberg sein altes Rock ’n‘ Roll Monster des Herstellers Schwarzkopf durch ein nagelneues Exemplar des Herstellers Gerstlauer ersetzen ließ, wodurch wiederum das alte Exemplar an die Toskana zog. Hier bekam es dann auch noch eine neue Umgebung spendiert, wobei das alte Thema auch musikalisch weiterhin Verwendung findet. Im Gegensatz zu der vergleichbaren Anlage im französischen Nigloland ist das Exemplar hier dank fehlender Trennwände zwischen den Sitzplätzen zudem auch noch sehr drehfreudig, was in Verbindung mit der allgemeinen Fahrtdauer für eine rundum gelungene Fahrt sorgte.

Topo Zorro

Ihr gegenüber steht mit der Kinderachterbahn Topo Zorro eine eher selten anzutreffende Variation des italienischen Dauerschlager Brucomela mit einer Helix statt einer geradlinigen Abfahrt. Im Gegensatz zu der von C&S erbauten Anlage Tren de Potosi aus dem spanischen Isla Magica bei Sevilla verlaufen die Wellen im oberen Teil der Fahrt recht rund, was die Fahrt leider etwas weniger spannend macht.

Shocking Tower und Yukatan

Nur wenige Meter weiter ist bereits das erste Ende des Freizeitparks Cavallino Matto erreicht, wo sich an einem größeren Platz zwei Fahrgeschäfte über die stets präsenten Baumkronen hinauswagen. Während dies dem 55m hohen Shocking Tower aus dem Hause Soriani & Moser locker gelingt, so reicht der Gondelträger des Technical Park Typhoons Yukatan nur im vollen Ausschlag über die Baumwipfel hinaus. Dadurch wird die, ansonsten eher zahme, Fahrt zu einem durchaus aufregenden Erlebnis.

Project 1

Vorbei an einer Kinderfahrschule, sowie dem Baia dei Bucanieri, einem Splash Battle von SBF Visa, in dessen Innenhof sich die Schiffschaukel Nave Pirata befindet, ging es zur ehemals größten Achterbahn des Parks, der L&T Systems Anlage Project 1. Hier stießen wir auch zum ersten Mal auf die vorbildliche Abfertigung des Parks, wonach man den Zug mit genügend Fahrgästen sofort bzw. mit nur wenigen Fahrwilligen erst nach einem bestimmten Zeitintervall auf die Strecke schickt. Dies sorgt gerade an leeren Tagen für genügend Fahrten auf allen, für einen relevanten, Anlagen ohne auf mögliche Schließ- und Öffnungszeiten achten zu müssen.

Die Fahrt beginnt mit einer Rechtskurve in Richtung des Lifthügels, welcher einen recht gemächlich auf die maximale Höhe von 16m befördert. In einer seichten Rechtskurve oberhalb der Baumwipfel geht es langsam aber sicher dem Erdboden entgegen. Hier passiert man sogleich ein langgezogenes Tal, wonach man mit einer ähnlichen Steigung, wie eben bei der Abfahrt, seinen Weg gen Himmel bahnt. Dieses geschieht auch hier in einer Rechtskurve, doch die Baumwipfel kann man nun nur von unten begutachten. Über eine kleinere Abfahrt geht es sogleich an die andere Seite der Anlage, wo nun jedoch eine aufwärtsführende Linkskurve folgt. Parallel zum Lifthügel folgt nun ein weiteres Gefälle, woraufhin die Station in einer weiteren Linkskurve überquert wird. Hieran fügt sich sogleich die letzte Abfahrt und eine finale Kurve an, bis dann die nette, wenn auch nicht unbedingt spannende, Fahrt endet.

Wild Mine

Auch von hier aus sind es nur wenige Schritte bis zur nächsten größeren Attraktion, die für uns jedoch nicht die nett gestaltete Themenfahrt Safari Adventures war, sondern die ebenfalls aus dem Hause L&T Systems stammende Maus Wild Mine. Die Fahrt gleicht dabei dem Pendant aus dem Mirabilandia, ist jedoch etwas kleiner und hat gleich zwei Haarnadelkurven weniger. Somit geht es im oberen Verlauf der Anlage durch nur fünf Serpentinkurven just bevor eine Ebene tiefer das lustige Wechselspiel zwischen größeren Gefällen und weiteren Haarnadelkurven beginnt. Dabei fallen aus Platzgründen die beiden aufeinander folgenden Gefälle etwas kleiner aus, der durchaus spaßigen Maus schadet dieses aber nicht, vor allem da wir dieses Mal keine Stunde oder besser gesagt Sekunde auf die Fahrt warten mussten.

Speedy Gonzales

Direkt nebenan befindet sich die Kleinstachterbahn Speedy Gonzales, die uns ebenfalls bereits aus dem Mirabilandia bekannt war; dort jedoch irgendwie größer wirkte. Statt nur einer Runde, durch das Layout einer einfachen Acht, fuhr der Wagenverbund gleich zweimal seinen geführten Weg über die Schiene ab.

Colorado Boats

Neben einer elektrischen Pferdereitbahn und einem 4D Kino befindet sich in diesem Bereich im Cavallino Matto noch die große, scheinbar selbstgebaute, Wildwasserbahn Colorado Boats. Nachdem man die Station verlassen hat schippert man ein wenig durch den Kanal ehe das erste Förderband erreicht ist und der Einbau hinaufbefördert wird. Kurz darauf wird die erste Schussfahrt auch bereits eingeleitet, woraufhin der Kontakt mit dem kühlen Nass sogleich hergestellt wird. Obwohl der Auslaufbereich sehr kurz ist gleitet man sehr sanft in die nächste Kurve hinein, wobei die Geschwindigkeit dann doch etwas langsam ist. Kein Wunder also, dass es verboten ist die natürliche Geschwindigkeit des Bootes zu ändern. Diesem auf Deutsch geschriebenen Hinweis gingen wir natürlich gerne nach und so dümpelten wir mit dem Boot durch den weiteren Verlauf der Rinne. Kurze Zeit später ist der zweite Lift und somit die zweite und auch größte Schussfahrt der Anlage erreicht. Ordentlich befeuchtet könnte nun die Rückfahrt zur Station erfolgen, doch da bis jetzt wurde noch kein Fahrtfoto geschossen wurde und dieses noch am besten während einer Abfahrt aufgenommen werden sollte, erklimmt man ein drittes Mal einen Hügel, dieses Mal jedoch ein bemerkenswert kleiner. Dieser ist glücklicherweise recht harmlos und so endet kurz darauf die Bootsfahrt durch den Wald mit einem ausreichend ausgeprägten Nässegrad.

Freestyle

Auf einem nigelnagelneuen Grundstück, getrennt durch eine kleine öffentliche Straße, erstreckt sich die neueste und größte Achterbahn des Freizeitparks Cavallino Matto in die Höhe. Wobei die Achterbahn Freestyle deutlich älter ist als eigentlich jedes andere Fahrgeschäft des Parks, dennoch sorgte der ehemalige Sky Rider aus dem kanadischen Freizeitpark Canada’s Wonderland für eine schlagartige Aufmerksamkeit des Freizeitparks in sämtlichen Foren. Beinahe schon wie im Jahr 1985 fieberte man dem Bau des Stand-Up Coasters entgegen, welcher neben der Shockwave des englischen Freizeitparks Drayton Manor die zweite Anlage dieses Typs in Europa ist. Zudem ist es die einzige Achterbahn des japanischen Herstellers Togo in Europa, was umso mehr ein Grund ist in den kleinen sympathischen Freizeitpark in der Toskana zu pilgern.

Während bei den meisten Achterbahnen das Erlebnis erst mit dem erklommenen Lifthügel beginnt, stellt sich bereits der Einstieg bei Freestyle als recht abenteuerlich heraus. Zugegebenermaßen habe ich die ganze Prozedur beim ersten Durchgang nicht verstanden, zumal sich die Schulterbügelweste nicht ganz öffnen ließ, dieses verbesserte sich jedoch von Fahrt zu Fahrt stetig. Und eigentlich ist es ja auch ganz simpel, denn man muss ja nur den Nippel durch die Lasche zieh‘n und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben dreh’n, da kommt dann so ein Pfeil und dann drückt man halt da drauf und schon geht die Sache auf bzw. zu, Tatsächlich muss man nur den losen Bauchbügel nach vorne drücken, aber wehe die Person rechts von einem macht im selben Moment das gleiche (was blöderweise sehr wahrscheinlich ist), die Schulterbügelweste aufklappen, sich auf den Platz stellen, die Weste schließen und die Höhe des Sitzes anpassen. Erst danach wird der Sitz verriegelt und gegebenenfalls vom Personal nachjustiert. Hierbei muss man das Personal überaus loben, da sie stets flott reagierten und im weiteren Verlauf des Tages sogar einen geistig behinderten und teilweise gelähmten Jungen die Fahrt ermöglichten.

Sobald der Zug abgefertigt wurde geht es sogleich, doch stets gemächlich, den Lift auf eine Höhe von 27m hinauf. Hier oben dreht man dann eine Runde oberhalb des flächendeckende Grün des Waldes. In einer Kurve nimmt man immer mehr Geschwindigkeit auf, ehe man sich ohne Bedenken gen Boden stürzt. Mit außerordentlich starken Druck passiert man das erste Tal und gleich darauf in einer ähnlich manischen Art und Weise den Looping der Anlage. Auch hierauf passiert man ohne Rücksicht auf Verluste das anschließende Tal, bevor der Zug einen Camelback hinaufschnellt. Hier hebt man gerade im vorderen Teil des Zuges ab und verliert, wie kaum auf einer anderen Achterbahn, seine Haltung. Doch der Wahnsinn ist bei besten Willen nicht vorbei, denn nun drescht der Zug durch eine Enge abwärtsführende und mit immens hohen Druck ausgestattete Abwärtshelix. Die nun gestauchten Beine werden auf dem darauffolgenden Hügel durch die negativen Kräfte wieder in ihre Form gebracht, doch der Irrsinn geht immer noch weiter. Auf einer vermeintlichen Geraden wird der Zug nun nach links geneigt ehe dieser eine Rechtskurve als Wendemanöver nutzt. Zweieinhalb kleine Hügelchen, die zu ihrem Ende immer größer werden, stellen das Finale dieser aufregenden Fahrt dar. Mit der letzten Kuppe wird die Bremsstrecke erreicht und nach einer weiteren Kurve auch die Station, wo man sogleich nur noch den Drang zu einer weiteren Runde verspürt.

Der Stand-Up Coaster Freestyle ist gewiss eine der intensivsten Achterbahnen in Italien und ebenso in Europa. Die Art und Weise wie die Achterbahn einen in der Helix belastet ist irrsinnig und beinahe schon unangenehm, doch in Verbindung mit den Airtimemomenten während der Fahrt überaus erlebenswert. Wenn man auf ein Abheben während des ersten Gefälles dankend verzichten kann, so empfiehlt sich gerade eine Fahrt im vorderen Zugteil. Die Fahreigenschaften sind leider nicht die besten, doch auf Grund der beinahe schon vernachlässigbaren, da kaum anliegenden, Sicherheitsbügel ist die Fahrt immer noch angenehm; weswegen auch Dominik, den ja der gnadenlos gute Invertigo aus dem Movieland Park eher missfallen hat, eine Runde nach der anderen drehen wollte, während mir die eine oder andere Runde weniger auch durchaus ausgereicht hätte. Aber von einer solchen Passion lässt man sich auch gerne anstecken.

Bilder Cavallino Matto

Fazit Cavallino Matto

Cavallino Matto war der sympathischste Freizeitpark der Tour, so dass wir trotz nur zwei Stunden im Park hier wirklich sehr viel Spaß hatten. Insgesamt kamen wir zu recht vielen Wiederholungsfahrten auf Freestyle und konnten durch das gute Wartezeitenmanagement ohne Probleme alles fahren; nur die strikte Arbeitsweise bei der Drehschaukel Yukatan verhinderte eine finale Fahrt auf dem, bis dahin, liebgewonnenen Stand-Up Coaster. So wurde eben jene Fahrt knapp oberhalb der Baumwipfel der krönende Abschluss der Tour durch das wunderschöne Italien.


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