Ein episches Musical und ein Space Shot

Der Movieland Park ist einer meiner Lieblingsfreizeitparks. Der kleine Park überrascht in regelmäßigen Abständen, wenn er seine Neuheiten für die Saison ankündigt. Der diesjährige Besuch kam jedoch etwas zu früh, denn die hochgradig immersive Gravitron-Fahrt Antares sollte erst in der Halloween-Saison eröffnet werden.

Space Mission Orbit

Der erste Neuzugang im Raumfahrtbereich des Movieland Parks war der S&S Space Shot Space Mission Orbit im Jahr 2020. Im Gegensatz zu vielen anderen Space Shots ist dieser Fallturm ein echter Knaller, denn nach einem fantastischen Start wartet eine fantastische Airtime auf die Fahrgäste.

Pangea

Direkt neben der Achterbahn Diabolik Invertigo befindet sich der Eingang zur Neuheit Pangea aus dem Jahr 2016. Die Fahrt ist absolut einzigartig, denn sie lässt die Besucher mit ihrem eigenen Geländewagen durch ein sehr unebenes Gelände fahren, um die mythische Welt von Pangea zu erforschen, in der die die Dinosaurier noch immer leben. Die abenteuerliche Fahrt wird durch Sensoren überwacht, so dass man nicht alles machen kann, wie man will;  trotzdem kann man auf dem Weg stecken bleiben. Aus diesem Grund und wegen der geringen Kapazität kann sich die Wartezeit für Pangea ziemlich in die Länge ziehen. Alles in allem ist das Erlebnis das Warten auf jeden Fall wert und sollte auf keinen Fall verpasst werden. 

Medusa Epic Show

Ebenfalls im Jahr 2020 wurde der alte Tomb Raider Top Spin durch die Medusa Epic Show ersetzt. Die Bühne für die Show befindet sich direkt neben dem Eingang des Parks. Die Kulissen, die für das Fahrgeschäft verwendet wurden, sind erhalten geblieben, und durch einige Überreste eines Tempels und eine große Szene auf einer Drehscheibe ergänzt, um der Show neue Facetten und ein antikes Flair zu verleihen.

Die Show selbst ist ein musikalisches Meisterwerk mit einer großartigen Besetzung, tollen Choreografien, beeindruckender Akrobatik und einer spannenden Geschichte. Die Show ist also sehr kurzweilig und sollte bei deinem Besuch im Movieland Park auf keinen Fall verpasst werden.

Pictures Movieland Park

Fazit Movieland Park

Der Movieland Park überrascht immer noch jeden. Die Neuheiten der letzten Jahre sprechen für sich und neue sind bereits in Planung. Der nächste Besuch wird definitiv nicht wieder sieben Jahre auf sich warten lassen. 


Was ist deine Meinung über die Neuheiten Pangea, Space Mission Orbit und Medusa Epic Show? Schreib sie einfach hier unter dem Bericht in das Kommentarfeld oder besuche unsere Social Media Kanäle:

          


Viel zu tun in Kings Island

Geschichte des Freizeitparks Kings Island

Kings Islands Geschichte beginnt interessanter Weise mit der eines anderen Vergnügungsparks, nämlich mit Cincinnatis Coney Island, welcher im Jahr 1964 durch eine Flut ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Da auch die zukünftigen Erweiterungsflächen knapp bemessen waren machte man sich schon früh Gedanken den Park auf ein neues Gelände umzusiedeln.

Richtig ins Rollen kam dann alles im Jahr 1969 durch Übernahme des Parks durch die lokal ansässige Taft Broadcasting Corporation, welche in Coney Island eine ausgezeichnete Möglichkeit sahen, die Bekanntheit ihrer Fernsehprogramme zu erhöhen, allen voran die Hanna Barbera Cartoons. Gary Wachs, der Sohn des damaligen Eigentümers, bekam fortan die Rolle den Park auf einem 1600 Acres (~647,5 ha) großen Gelände nordöstlich von Cincinnati zu errichten.

America’s finest Amusement Park zog also um und war fortan Teil eines weitaus größeren Projekts. Mit Disneyland in Anaheim und den beiden Six Flags Parks in Texas und Georgia gab es zugegebenermaßen noch recht wenig Konkurrenz, der Trend zu neuen Themenparks war jedoch da und man plante von Vorhinein groß. Die vier Themenbereiche Happy Land of Hanna-Barbera, Rivertown, Oktoberfest und Coney Island, allesamt ausgehend von der International Street mit seiner dominanten Replika des Eiffelturms, sollten zukünftig den Park prägen. Interessanterweise war gerade der letztgenannte Bereich, das Alleinstellungsmerkmal King Islands, immerhin setzte man gerade hier auf Achterbahnen, Spielbuden und klassische Fahrgeschäfte.

Parkrundgang durch Kings Island

Betritt man den Park so findet man sich sogleich auf der International Street mit seinem großen Brunnen vor dem Eiffelturm wieder. Rechts und links vom Brunnen laden einige Geschäfte und Cafés zum Schlendern ein. Ringsum befinden sich die Zugänge zu den einzelnen Bereichen, wie auch zu den großen Theatern und der Parkgastronomie. Über alles thront der von Intamin entwurfene Eiffel Tower, von dem man einen wunderbaren Blick auf den gesamten Park hat.

Invertigo

Insgesamt 14 Achterbahnen kann man derzeit in Kings Island fahren. Beginnen möchte ich mit der Achterbahn, die zu Paramount Zeiten zu Nicolas Cages Film Face/Off thematisiert wurde, doch mittlerweile nur noch den Achterbahnmodelnamen des Herstellers trägt: Invertigo.

Insgesamt fünf Exemplare wurden von dieser Achterbahn gebaut, zurzeit sind jedoch nur noch vier davon in Betrieb. Dabei handelt es sich im Grunde um die Suspended-Version eines zeitlosen Achterbahnklassikers – dem Vekoma Boomerang –, doch Invertigos wären nicht Invertigos, wenn sie nicht noch mehr Besonderheiten vorweisen können. Durch die Sitzanordnung kann man nämlich erstens das bewährte Erlebnis in seiner Reihenfolge umkehren, auch kann man dabei seine Mitfahrer beobachten.

Die Fahrt durch Cobra Roll und Looping ist dabei wie gewohnt überaus intensiv und absolut genial. Wie auch bei Tornado des ehemaligen dänischen Freizeitparks Sommerland Syd und beim Diabolik Invertigo aus dem italienischen Movieland Park können sich die Fahreigenschaften wirklich sehen lassen. Hier schlägt grundsätzlich nichts und auch kleine Unebenheiten sind nur in einem sehr geringen Rahmen vorhanden, wodurch zumindest mir die Fahrt wieder einmal sehr viel Spaß bereitet hat und somit einen hohen Wiederholungsfaktor vorweisen kann. Gerade bei 0 Minuten Wartezeit, eine absolut lohnende Angelegenheit.

Congo Falls

Als der Action Zone Themenbereich 1999 ins Leben gerufen wurde hat man sich sichtbar gar keine Mühe gegeben den im Jahr 1988 errichteten Spillwater Congo Falls irgendwie mit in die Thematik einzubinden. So strahlt dieser auch weiterhin in all seiner Pracht, während der Rest des Bereichs der Computergrafik rund um die Jahrtausendwende gleicht und mittlerweile in seinem bunten Erscheinungsbild nicht mehr so ganz in den Park passen möchte. Leider reihte sich auch Congo Falls in die Liste der im April noch geschlossenen Wasserattraktionen ein, weshalb ich schweren Herzens leider auf eine Fahrt verzichten musste.

Drop Tower

Zum Glück steht jedoch gleich daneben der Drop Tower, seines Zeichens der höchste Gyro Drop Tower der Welt. Moment einmal, den Slogan kennen wir doch aus der Lüneburger Heide? Stimmt, denn Scream aus dem Heide Park Soltau verwendet ihn auch heute noch allzu gerne. Tatsächlich ist die Fahrstrecke des 7m kleineren Turms in Kings Island mit 80m gute 9m länger als beim 103m hohen Turm in Niedersachsen. Natürlich ist das kein Vergleich zum deutlich höheren Highlander aus dem Hansa Park, der just an meinem Besuchstag seine Premiere feierte; doch der Turm ist ja bekanntlich kein Gyro Drop, sondern nur ein Konkurrenzprodukt. Der Drop Tower zumindest ist richtig, richtig gut – Höhenrekord hin oder her.

The Bat

Etwas unscheinbar in der hintersten Parkecke versteckt befindet sich der Suspended Coaster The Bat. Der Name ist eine Hommage an den aller ersten Suspended Coaster der Welt, welcher an einer anderen Stelle in Kings Island stand – dazu aber später mehr. Eröffnet wurde die Achterbahn zu Paramount Zeiten als Top Gun und wurde zur Cedar Fair Übernahme in Afterburn umbenannt. Die Flugzeugträger-Thematisierung passt ganz gut zur hochgeständerten Station des Arrow Coasters und der elendig langen Warteschlange, doch The Bat hätte ein wenig Gestaltung jetzt wirklich nicht geschadet. Ein paar Grabsteine, ein Wald, evtl. noch eine Gruft mit einem orgelspielenden Animatronik und schon wäre es perfekt.

Statt jedoch in Chessington World of Adventures in die Achterbahn Vampire zu steigen, befinden wir uns jedoch in Mason, Ohio und boarden nach einiger Verspätung endlich den klassischen Suspended Coaster Zug.

Die Fahrt auf The Bat beginnt sogleich mit der Einfahrt in den Lifthill. Durch eine Schneise bahnen wir uns den Weg nach oben und genießen dabei für einen kurzen Augenblick die Sicht auf das benachbarte Schwimmbad-Resort Great Wolf Lodge. Oben angekommen erwartet uns eine Wendekurve in luftiger Höhe, ehe wir uns in einem geradlinigen Gefälle hinunterstürzen. Knapp oberhalb des Bodens geht dieser dann in eine Rechtskurve über, woraufhin uns die lateralen Kräfte wunderschön nach außen drücken. Kurz darauf wechseln wir in einem Anstieg die Richtung und werden im anschließenden Wendemanöver ordentlich in Querlage versetzt, ehe wir ein weiteres Mal zu Boden stürzen. Bodennah wechseln wir nun in schneller Taktung stetig die Richtung, ehe wir auf einer weiten Lichtung auf eine Abwärtshelix stoßen. Mit ordentlich Schwung nehmen wir nun den Rückweg in Angriff. Über Stock und Stein geht es nun in mehreren Schlenkern zurück zur Station. Dabei scheint sich die Taktung der Richtungswechsel noch einmal erhöht zu haben. Nach einem letzten Schlenker erreichen wir dann die Bremsstrecke, wo wir erst einmal munter auspendeln. Kurz darauf erreichen wir auch schon wieder die Station.

Ich mag Suspended Coaster, doch The Bat blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Zwar ist die Fahrt unfassbar schnell und die Ausschwünge bemerkenswert, doch die Fahrt ist mir schlussendlich etwas zu berechenbar. Hier wäre eine Wiederholungsfahrt am späten Nachmittag wahrscheinlich sinnvoll gewesen, um ein endgültiges Urteil abgeben zu können, doch dazu kam es leider nicht mehr. Nichtsdestotrotz bietet The Bat das bewährte Suspended-Coaster-Vergnügen und reicht sich somit in die Liste der ultimativen Familienachterbahnen ein. Es ist schon ein Wunder, dass es nur so wenige Exemplare dieses Achterbahntyps gibt.

Banshee

Gleich nebenan befindet sich mit Banshee der bislang neueste Inverted Coaster aus dem Hause B&M. Gebaut im Jahr 2014 punktet die Anlage vor allem durch ihre Höhe und ihrer Länge – weniger beliebt ist derweilen das Rückhaltesystem der Anlage, welches, ähnlich der Wing Coaster aus dem gleichen Hause, auf ein Gurtsystem statt starrer Bügel setzt.

Die Fahrt auf Banshee beginnt mit einer kurzen Linkskurve, woraufhin auch schon der Lift der Anlage erklommen wird. Dabei durchqueren wir einmal den ersten Looping der Anlage, ehe wir auf der Ausgangshöhe von 50,9m ankommen und sogleich in eine Steilkurve einfahren. Ohne Rücksicht auf Verluste nähern wir uns dabei dem Boden und durchqueren dann druckvoll das erste Tal. In einem überdimensionierten Dive Loop drehen wir uns langsam überkopf, ehe wir uns einen halben Looping hinunterstürzen. Überaus druckreich geht es nun in den ebenso überdimensionierten Looping. Eine langgezogene Zero-G Roll dreht uns gekonnt einmal um die eigene Achse, woraufhin auch gleich der Übergang in das nächste Element eingeleitet wird. Im weltweit einzigen Pretzel Knot folgen wir den Verlauf einer überdimensionierten Bretzel und sehen die Welt gleich zweimal kopfüber. Hieran folgt dann Looping Nr.2, welcher durch seine deutlich geringeren Proportionen dann um einiges intensiver ist als der erste. Anschließend schrauben wir uns in einer Steilkurve empor, an deren Ende wir sogleich in einen In-Line Twist einfahren. Hierbei drehen wir uns der Herzlinie verweigernd einmal um die Achse der Schiene. Anschließend fahren wir überaus geschmeidig in eine Abwärtshelix ein. Mit etwas Druck auf den Füßen verabschieden wir uns dann in eine Rechtskurve, woraufhin auch schon die Bremsstrecke der Anlage auf uns wartet.

Banshee ist ein recht schöner Inverted Coaster mit großartigen Pacing und einer überaus soliden Fahrstrecke. Leider fügt sich hier nur Fahrelement an Fahrelement an, so dass größere Überraschungen ein wenig auf der Strecke bleiben. Die Fahrt selbst macht jedoch Spaß und weiß vor allen in den Abendstunden vollkommen zu überzeugen.

Delirium und Viking Fury

Freunde großer Schaukeln kommen beim HUSS Giant Frisbee Delirium und der nahen Schiffschaukel Viking Fury voll auf ihre Kosten. Während das HUSS Geschäft macht, was alle Drehschaukeln dieser Großenordnung machen, punktet die Intamin Bounty Viking Fury vor allem durch ihre Lage und der recht langen Schaukelphase. Blöd nur, dass der Bediener hier jedes einmal eine halbe Kletterpartie absolvieren muss, ehe die Schaukel in Gang gesetzt werden kann.

Adventure Express

Mit bester Sicht auf die Achterbahn Banshee bahnt sich der Adventure Express seinen Weg durch das dichte Gestrüpp in Mason, Ohio. Kings Islands Mine Train gehört zu eines der letzten Exemplare des Herstellers Arrow Dynamics und verspricht, wie auch Thunderation aus dem Freizeitpark Silver Dollar City am Tag zuvor, eine überaus spannende und sogleich familienfreundliche Fahrt.

Diese beginnt auch sogleich mit einer Reihe von Rechts- und Linkskurven, die uns aus der Station heraus in Richtung des Lifts führen. Untermalt wird das Ganze noch durch ein kleineres Gefälle, sowie mehreren Geraden und zwei kurzen Tunneln, die beides Mal recht nett gestaltet sind. Der erste Lift ist geprägt von mehreren schrägen Torbögen, ansonsten aber hält sich die Thematisierung dezent zurück. Oben angekommen nehmen wir in einer abwärtsführenden Rechtskurve schnell an Fahrt auf, ehe wir in einer Linkskurve ein Gebäude schneiden und einiges an Höhenmetern gewinnen. Es folgt eine klassische Bayernkurve und im Anschluss eine überaus knackige Helix, just bevor wir in einen Tunnel einfahren. Hier wechseln wir dann einmal die Richtung, ehe wir diesen in einer Rechtskurve auch schon wieder verlassen. Wieder am Tageslicht fahren wir in einer Linkskurve durch ein Tal und nehmen dabei Schwung für einen kleinen Anstieg. Am Ende dessen erwartet und eine Art Tempelruine. Im Inneren treffen wir untermalt von Musik und rhythmisch trommelnden Animatroniks auf den zweiten Lift der Anlage. Nach diesem gestalterischen Höhepunkt erwartet uns nach einer kurzen Rechtskurve tatsächlich auch schon das Ende der Fahrt.

Auch wenn der Adventure Express von seiner Erzählweise ein wenig antiklimaktisch daherkommt, so ist die Fahrt auf dem zwei Lifthügeln fassenden Mine Train schlichtweg ganz großes Kino. Die Fahrt ist überaus flott unterwegs und kann einige wirklich schöne Passagen vorweisen, die zudem durch die vorhandenen Gestaltungselemente auch ganz nett in Szene gesetzt wurden. Klar, das Ende mit seiner „Now you will pay!“ Ansage ist ein wenig doof, der Terrain Coaster zumindest ist es nicht.

The Racer

Als Kings Island öffnete war die doppelte Holzachterbahn The Racer der Star des Freizeitparks, immerhin war die Achterbahn damals die längste, höchste und schnellste Achterbahn der Welt. Auch die Industrie staunte damals nicht schlecht, als Kings Island all seine Karten auf eine neue Achterbahn setzte. Der Erfolg wiederum gab dem Freizeitpark recht und führte zu einer Renaissance der Achterbahnen – nun wollte jeder die schnellste, höchste und längste Achterbahn in seinem Park stehen haben.

Die Fahrt auf den zwei Fahrspuren der Achterbahn The Racer beginnt sogleich mit der vorderen Wendekurve, woraufhin sich nach einigen Streckenmetern beide Spuren treffen und gemeinsam den Lifthügel erklimmen. Während dessen haben die Fahrgäste ausreichend Zeit sich gegenseitig anzustacheln, was darüber hinaus auch den Zusammenhalt im eigenen Zug stärkt; immerhin will man ja auch gemeinsam gewinnen. Wie es dann meist so ist, stürzt sich auch schon der erste Zug in den Abgrund, während der zweite gerade einmal die Kuppe erreicht hat. Nach einem kraftvollen Tal führen beiden Spuren über einen recht niedrigen Hügel mit anschließenden Bunny Hop, ehe man sich auf der Kuppe des darauffolgenden Hügels voneinander trennt. Während die eine Seite nun nach links führt, knickt die andere Seite nun nach rechts ab. Mit Schwung und allerhand Airtime geht es nun durch ein weiteres Tal samt Hügel, an dessen Ende uns die hintere Wendekurve erwartet. Wo es uns bislang noch recht einfach gelangte den anderen Zug zu verfolgen, so wird es auf der Rückführung zur Station nun ein wenig schwieriger. Nach einem weiteren Gefälle und großartigem Airtimehügel stoßen wir nämlich auf die bereits absolvierte Strecke. Nun rasen wir parallel zu dieser über eine Reihe kleinerer Airtimehügel, ehe wir auf Höhe des First Drops endgültig in das Holzdickicht entschwinden und auf der Bremsstrecke sogar noch mit einem weißen Tunnel konfrontiert werden. Kurz nachdem fährt man auch schon wieder in die Station ein.

The Racer macht süchtig. Die Fahrt auf dem Racing Coaster mit seinen vielen Airtimehügeln und dem Out and Back Design macht einfach tierischen Spaß, weswegen ich es mir dank des geringen Andrangs und der Verwendung beider Spuren zur Aufgabe gemacht habe, so lange mit der Achterbahn zu fahren, bis ich dann mal irgendwann gewinnen würde. Viel Pech führte in kurzer Zeit zu gleich sieben Fahrten, woraufhin ich die Aktion dann doch aufgab; immerhin wollte der restliche Park ja noch erkundet werden.

Coney Mall

Im Coney Mall Bereich in Kings Island kann man noch so einige Schätze aus der Coney Island Zeit finden. Neben dem bekannten US-Fahrgeschäftsklassiker Scrambler kann man hier noch ein Monster von der Eyerly Aircraft Co. fahren. Hier gleicht die Fahrt in etwa der eines Schwarzkopf Monsters, nur das hier der Exzenter nicht absenkbar ist und man daher nur zwei Gondelarme zeitgleich beladen kann. Konstruktionsbedingt kommt es also schnell zu längeren Wartezeiten, doch das kann schnell noch getoppt werden durch die Beladesituation an sich. Die Gondeln selbst liegen während der Beladung zu hoch. Abhilfe ist jedoch gegeben, denn der vordere Teil der Gondel kann hinunter geklappt werden und dient dann als Treppe, welche einen bequemen Ein- und Ausstieg ermöglichen. Einmal hochgeklappt und gesichert jedoch, ist die Sitzposition in der Gondel nicht ganz so bequem, da man recht flach am Boden sitzt. Die Fahrt selbst ist dann auch noch etwas zu kurz und wenig drehfreudig, weshalb ich eine Fahrt nur bei geringem Andrang empfehlen kann. Es ist zumindest schön zu sehen, dass sich Kings Island so sehr um ihre älteren Fahrgeschäfte kümmert.

Flight of Fear

Vorbei am Wellenflug Zephyr geht es nun zur Indoor-Achterbahn Flight of Fear. Nachdem ich das Spaghettiknäul im Freizeitpark Six Flags Fiesta Texas nur knapp verpasst habe, war ich umso gespannter auf die Indoorversion dieser Fahrt, die damals ausschlaggebend für die Verwendung von LIM Modulen auf Achterbahnen war. Die Warteschlange zumindest stimmt einen recht gut auf den anschließenden Weltraumflug ein, den ich als Einzelfahrer dank gesperrten Nachbarsitz überaus geschmeidig in der ersten Reihe verbringen durfte.

Ungleich dem Rock ’n‘ Roller Coaster aus dem Walt Disney Studios Park erfolgt der Launch direkt aus der Station heraus. Mit nun voller Geschwindigkeit geht es sogleich in die überaus druckreiche Cobra Roll, ehe wir uns nach zwei Kopfständen über den Hallenboden flitzen. Nach einem druckreichen Tal geht es sogleich einen Sidewinder empor, ehe wir ein wenig durch den oberen Teil der Fahrt cruisen. Nach mehreren Schlenkern werden wir dann in einer Blockbremse ein wenig abgebremst, ehe wir uns auf dem Weg in den unteren Teil der Fahrt begeben. In einer ständigen Auf- und Abwärtsbewegung schrauben wir uns recht kontinuierlich immer weiter hinunter, ehe wir nach einer weiten Linkskurve die Richtung wechseln. Recht zügig nähern wir uns nun ein weiteres Mal dem Hallenboden, woraufhin wir einen weiteren Richtungswechsel vollziehen. Nach zwei weiteren bodennahen Steilkurven stehen wir in einem Korkenzieher völlig überraschend ein viertes Mal überkopf, woraufhin wir auch schon mal die Bremsstrecke erreichen und uns alsbald in der Ausstiegsstation der Bahn wiederfinden.

Flight of Fear ist im Grunde eine überaus solide Achterbahn mit einer richtig schönen Strecke und tollem Setting; nur doof, dass die Halle dank dem eindringenden Licht doch etwas hell war und die Fahrt bis auf die Dunkelheit keine weiteren Effekte vorweisen kann. Zudem ruckelt die Fahrt wie auch bei Mr. Freeze Reverse Blast aus dem Freizeitpark Six Flags Over Texas etwas, weswegen man nur sehr froh sein kann, diese ohne die ursprünglich verbauten Schulterbügel erlebt zu haben. Hier wäre eine Fahrt am Abend sicherlich förderlich gewesen, doch die Wartezeit an dieser Achterbahn war mir für eine Zweitfahrt ein wenig zu lang.

King Mills Antique Autos und Windseeker

Die nahe gelegene Oldtimerfahrt Kings Mills Antique Autos konnte an meinen Besuchstag die längste Warteschlange aufweisen, immerhin handelte es sich ja auch um die Neuheit aus diesem Jahr. Die Fahrt wurde ganz im Spirit der 70er Jahre gebaut – so ähnelt sie mit ihrem Verbrennungsmotor doch sehr der originalen Oldtimerfahrt Les Taxis.

An der hinteren Wendekurve der Achterbahn The Racer ragt ein wahres Monstrum in den Himmel. Beim Windseeker handelt es sich um ein Mondial Rides Fahrgeschäft, welches einem eine ähnliche Sicht wie ein Funtime Star Flyer ermöglicht, jedoch mit starren Stangen statt filigranen Ketten. Das Resultat dessen ist wohl, dass das Fahrgeschäft bei stärkerem Wind wegen unerwünschter Fahreigenschaften immer sofort stillsteht, so auch an meinem Besuchstag. Interessanterweise öffnete der Windseeker jedoch kurz vor Betriebsschluss noch einmal, die Chance ließ ich jedoch ungenutzt, denn eine Nachtfahrt auf einer legendären Achterbahn wollte ich mir nicht entgehen lassen, dazu aber später mehr.

Vortex

Zuvor widmen wir uns jedoch der ebenfalls sehr legendären Arrow-Kutsche Vortex, die in diesem Jahr leider ihre letzte Saison hatte. Sie war die erste Achterbahn mit sechs Überschlägen und zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung war sie die höchste Achterbahn der Welt – zwei Rekorde, die lange Zeit Hand in Hand gingen. Ohne den überaus wartungsanfälligen Suspended-Achterbahn-Prototypen The Bat hingegen hätte sie es wohl nie gegeben.

Als im Jahr 1981 The Bat zum ersten Mal ihre Flügel in Kings Island schwang hatte wohl keiner der damals verantwortlichen Personen damit gerechnet, dass nur sechs Jahre später bereits die nächste Achterbahn an ihrer Stelle stehen würde. Die schaukelfreudige Fledermaus schwang sich nämlich ohne Gnade durch die minimalst geneigten Kurven, was wiederum zu Problemen an den Schweißnähten führte. Stoßdämpfer an den Wagen reduzierten den Ausschwung; was abermals durch einen sehr hohen Verschleiß in Kauf genommen wurde. Zu guter Letzt war auch die Bremsmechanik dank ihrer Entkopplung von der Schiene ausschlaggebend für das vorzeitige Ende der Anlage, da der Ausschwung der Wagen zu einem erhöhten Verschleiß führte.

Alle Probleme der Achterbahn The Bat wurden in der Konzeption der Achterbahnen XLR-8 des Freizeitparks Six Flags AstroWorld und Big Bad Wolf aus Busch Gardens Europe berücksichtigt. Einen Umbau der kompletten Strecke lehnte man jedoch aus Kostengründen ab.

Stattdessen nutzte man einen Großteil der bereits vorhandenen Infrastruktur für die Achterbahn Vortex aus. Das bereits vorhandene Stationshaus samt Abstellgleisen, wie auch die bereits vorhandenen Fundamente prägten die neue Achterbahn.

Die Fahrt beginnt mit einer kurzen Rechtskurve in Richtung des Lifts. Dieser befördert einem dann auf die Ausgangshöhe von 45m. Oben angekommen kann man für einen kurzen Augenblick die Aussicht auf die Achterbahnen Diamondback und Mystic Timbers genießen, ehe man sich nach einer Rechtskurve in den Abgrund stürzt. Mit etwa 90 km/h schießen wir nun durchs erste Tal. Weit oberhalb der Parkbesucher vollziehen wir dann eine recht weite Wendekurve, welche einem zudem recht elegant durch eine Senke führt. Auf einer längeren, abschüssigen Geraden nehmen wir jetzt Anlauf für die beiden Loopings der Anlage, welche gewohnt intensiv durchfahren werden. Interessanterweise wurden diese sehr weit hochgeständert. Nach einer kurzen Auffahrt und engen Rechtskurve befinden wir uns im ersten Bremsbereich der Anlage. Hier reduzieren wir unsere Geschwindigkeit bis auf ein Minimum, ehe wir uns ein weiteres Mal in Richtung Boden stürzen. Überaus bizarr folgt nun die Einfahrt in den ersten Korkenzieher, welche uns in einer Kurve mit sehr starker Querneigung erwartet. Nun sehen wir die Welt zwei weitere Mal kopfüber, während wir uns unseren Weg zwischen den beiden Loopings bahnen. In einer weiten Rechtskurve gleiten wir dann in den Batwing über – ein Inversionselement, bei dem erst ein halber Korkenzieher in einem halben Looping übergeht und dieses dann in umgekehrter Reihenfolge ebenfalls vollzogen wird. Dank der geschickten Ausnutzung des Terrains ist der Batwing ein Eyecatcher sondergleichen, was dem eh schon ungemein ästhetischen Look von Vortex noch einmal zugutekommt.  Nach einer langen Linkskurve erwartet uns dann noch eine Aufwärtshelix, ehe die Fahrt alsbald in den Bremsen endet. Hier müssen wir dann noch einige Zeit warten, denn interessanterweise betreibt Kings Island die Anlage mit allen drei Zügen trotz des geringen Andrangs.

Vortex war eine extrem gute Achterbahn, die sich selbst im finalen Jahr immer noch sehr gut fuhr. Der fulminante Auftakt, die ungewöhnliche Inversionsreihenfolge und die besondere Ästhetik der Bahn sprachen für sich. Ich bin sehr froh, dass ich sie im letzten Betriebsjahr fahren konnte und wäre sehr glücklich gewesen, hätte man sie noch ein paar Jahre erhalten. Dennoch bin ich schon jetzt auf ihrem Nachfolger gespannt. Die Fläche ist groß und Kings Island wird sie sicherlich gut nutzen.

Shake, Rattle & Roll und der Backlot Stunt Coaster

Vorbei an Shake, Rattle & Roll – einer HUSS Troika aus dem Jahr 1975 – zog es mich nun zum Backlot Stunt Coaster. Die unter Paramount Zeiten als Italian Job: Stunt Track eröffnete Achterbahn ist ein Special Effects Coaster von Premier Rides und kann, wie der Name es schon verrät auf einige Spezialeffekte zurückgreifen. Dabei bietet das kompakte Layout zudem noch einige andere Überraschungsmomente.

Der erste folgt dabei gleich zu Beginn der Fahrt. Der Abschuss in Richtung des Parkhauses, wo man sich dann in einer immer enger werdenden Helix nach oben schraubt, ist ein fulminanter und vor allem atemberaubender Start. Nie wurde ich bislang auf Dauer so kräftig in den Sitz gepresst wie hier. Nach der 900° Helix bleibt einem nur kurz zum Verschnaufen, denn sogleich geht es schon ein hohes Gefälle hinunter. Im Tal geht es nun in kleinen, kaum geneigten Schlenkern an Polizeiwagen, Werbetafeln und Containern vorbei. Am Ende der Passage wechseln wir in einem Immelmann Turn die Richtung, ehe wir einen Hügel emporklettern. Nach einem kurzen Rechtskurvenschlenker stürzen wir uns in einer weiten Linkskurve ein weiteres Mal in ein Tal. Kurz darauf erklimmen wir die Strecke zur großen Spezialeffektszene. Mit viel Tam-Tam attackiert und ein Helikopter und ein Feuereffekt löst aus. Kurz darauf werden wir in einen Tunnel beschleunigt. Es folgt eine, nach rechts führende, Steilkurve, ehe wir uns nach einem Richtungswechsel zum Licht am Ende des Tunnels begeben. Es folgt die Fahrt durch das trocken gelegte Wasserbecken, worauf uns nach einer weiteren Kurve auch schon das Ende der Fahrt erwartet.

Der Backlot Stunt Coaster ist eine überaus erlebenswerte Achterbahn mit netten Fahrelementen und Effekten. Die Fahrt ist überaus rasant und durch den Launch in die dreifache Helix auch überraschend intensiv. Auf jedem Fall ist die ehemalige Blockbuster-Achterbahn ein ganz großes Kino in Kings Island!

Planet Snoopy

Planet Snoopy ist, ohne groß übertreiben zu müssen, das wohl bemerkenswerteste Kinderland in einem Freizeitpark weit und breit. Ursprünglich als Happy Land of Hanna-Barbera eröffnet unterhält dieser Bereich seit den 70er Jahren gekonnt seine Zielgruppe. Im Laufe der Zeit wurde dieser Bereich immer wieder erweitert, ehe mit Paramount der Kindersender Nickelodeon weite Teile des Themenbereichs für sich beanspruchte. Im Jahr der Übernahme durch Cedar Fair wurden auch die restlichen Hanna-Barbera Fahrgeschäfte umgestaltet, so dass es fortan mit Nickelodeon Central nur noch einen riesigen Kinderbereich gab. Als dann der Lizenzvertrag mit Nickelodeon zum Jahr 2010 auslief entschied man sich dazu fortan, wie auch in den anderen Parks der Gruppe, auf die bekannten Peanuts-Charaktere zu setzen.

Great Pumpkin Coaster

Gleich beim Betreten des Themenbereichs stößt man auf den Great Pumpkin Coaster. Hierbei handelt es sich um eine kleine Familienachterbahn von E&F Miler Industries aus dem Jahr 1992, welcher ein recht kompaktes Layout aufweisen kann und nur von Familien mit kleineren Kindern genutzt werden darf. Auf Grund dessen und einer allgemein doch etwas höheren Wartezeit, verzichtete ich auf eine Fahrt.

Boo Blasters on Boo Hill

Die interactive Themenfahrt Boo Blasters on Boo Hill wurde ursprünglich als Scooby-Doo! and the Haunted Castle im Jahr 2003 eröffnet. Die Fahrt in der Mystery Machine erfolgte damals noch an zweidimensionalen Szenen mit den Figuren der bekannten Hanna-Barbera Serie entlang, wo man eigene Effekte auslösen konnte und am Ende den Bösewicht auch noch entlarvt hat. Nun gibt es aber nur noch Geister. Das ist weiterhin überaus kitschig und nett gemacht, doch den Geist der ursprünglichen Attraktion fängt Boo Blasters on Boo Hill leider nicht ein. Den Kindern wird das ziemlich egal sein, für die Erwachsenen Fahrgäste mit Nostalgiegefühlen empfehle ich ein Besuch im spanischen Freizeitpark Parque Warner, wo man das Originalkonzept der Themenfahrt auch heute noch erleben kann.

Woodstock Express

Direkt nebenan befindet sich mit dem Woodstock Express die kleinste der vier Holzachterbahnen des Freizeitparks Kings Island. Die Fahrt durch das kompakte Layout der komplett in blau gestrichene Achterbahn beginnt nach einer kurzen Rechtskurve mit der Erklimmung des Lifthügels. Oben angekommen geht es auch sogleich die erste Abfahrt hinunter. Mit etwa 56 km/h geht es nun durch das erste Tal, woraufhin uns auch schon eine Wendekurve in luftiger Höhe erwartet. Nach einer weiteren Abfahrt flitzen wir über einen kleinen Speedbump, ehe wir die Holzstruktur durchqueren und auf der anderen Seite der Anlage eine weitere Wendekurve einleiten. Nun rasen wir ein wenig über Berg und Tal, ehe wir unterhalb der erste Wendekurve in das Gebälk eintauchen und dem Verlauf dieser folgen. Wieder unter freiem Himmel tauchen wir in einen kleinen Dip ein, woraufhin wir uns auch schon auf der Bremsstrecke der Achterbahn befinden und die überaus lustige Holzachterbahnfahrt alsbald ein Ende findet.

Surf Dog und Flying Ace Aerial Chase

Vorbei an Surf Dog – einem seltenen Zamperla Skater Coaster – geht es nun zum Suspended Family Coaster Flying Ace Aerial Chase. Lustigerweise handelt es sich beim Layout um einen erprobten Klassiker aus dem Hause Vekoma, dieses Mal jedoch mit freibaumelnden Füßen. Dementsprechend beginnt die Fahrt mit einer kurzen Kurve aus der Station heraus, woraufhin auch schon der Lifthügel wartet. Sogleich absolviert man eine linksführende Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix, durchquert ein kurzes Tal und eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben bestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf auch schon die Bremsstrecke wartet und die doch recht angenehme Fahrt ihr Ende nimmt – für Kinder ist die Fahrt zumindest allererste Sahne.

Race for your Life Charlie Brown

Genauso verhält es sich bei der Fahrt auf der benachbarten Wildwasserbahn Race for your Life Charlie Brown. Zwar kann diese nur eine Abfahrt vorweisen, dafür überzeugt der restliche Fahrablauf mit seinen schnellen Wildwasserpassagen umso mehr. Hier dümpelt man zumindest nicht minutenlang im Kanal rum, sondern flitzt überaus geschmeidig durch diesen hindurch. Am Ende erwartet einem dann eine alles durchfeuchtende Schussfahrt, woraufhin man überaus glücklich aus dem Boot steigen kann. Top!

Mystic Timbers

Die bis dato jüngste Holzachterbahn in Kings Island ist Mystic Timbers, die durch ihre Werbekampagnie und der Frage „What’s in the Shed?“ berühmt wurde. Leider aber hat das Geheimnis um den Schuppen zu einem gewissen Hype geführt, der wiederum nach ersten Reviews nicht erfüllt werden konnte, denn Achterbahnfans weltweit erwarten nach einer Alton Towers-esquen Ankündigung eine naturgemäß atemberaubende Weltneuheit und halt keinen Showroom.

Die Fahrt auf Mystic Timbers beginnt mit einer kurzen Rechtskurve, woraufhin uns nach zwei kleineren Dips auch bereits der Lifthügel der Anlage erwartet. Auf einer Höhe von 33m angekommen geht es sogleich eine Steilkurve hinunter. Mit nun 85 km/h rasen wir durch das erste Tal, woraufhin wir einen recht hohen Hügel erklimmen. Nach einer Linkskurve stürzen wir uns dann ein weiteres Mal zu Boden. Bodennah rasen wir nun über eine Reihe von Bunny Hops und überqueren dabei sogar die Raftinganlage des Parks. In schneller Taktung geht es nun in stetigen Kurvenwechsel über Stock und Stein, wobei wir dabei auf herrlichste Art und Weise aus dem Sitz gehoben werden. Interessanterweise werden die Ab- und Auffahrten nun immer höher, ehe wir zur Wendekurve ansetzen und dabei in einen Tunnel eintauchen. Mit Schwung geht es nun durch ein längeres Tal, woraufhin wir die Rückfahrt zur Station einläuten. Weiterhin bodennah geht es im schnellen Pacing ein weiteres Mal über die Raftinganlage, wobei die Taktung der Airtimehügel immer weiter zunimmt. Zum Finale neigt sich die Strecke noch etwas nach links und nach rechts, ehe uns ein größerer Anstieg direkt in den Schuppen führt. Hier erwartet und dann das Wartungshäuschen und im Anschluss dessen der besagte Showroom mit Projection Mapping und zahlreichen Effekten. Nachdem die Station freigegeben wurde fahren wir dann in diese ein und die Fahrt kommt zu einem Ende.

Mystic Timbers ist ein richtig, richtig guter GCI Woody mit fantastischem Pacing und atemberaubenden Airtimemomenten. Die Fahrt ist bis zum Ende einfach nur überragend. Verglichen mit allen europäischen Holzachterbahnen des Herstellers legt Mystic Timbers noch einmal eine Schippe obendrauf, da stört es auch kaum, dass man es marketingtechnisch ein wenig zu gut mit der Anlage meinte; wobei das Geheimnis des Schuppens tatsächlich ein ziemlich nettes Feature ist. Mystic Timbers zumindest ist mein neuer Lieblings-GCI und das völlig zurecht.

K.I. & Miami Valley Railroad und White Water Canyon

Die Parkeisenbahn K.I. & Miami Valley Railroad verläuft zu einem großen Teil ihrer Fahrstrecke durch den Wald im hinteren Teil des Parkgeländes. Während der Fahrt auf der Dampfeisenbahn hat man einen überragenden Blick auf die Holzachterbahn Mystic Timbers und dem Rapids Ride White Water Canyon, welcher während des Besuchs leider geschlossen war. Zwischendurch macht die Bahn am Wasserpark Soak City halt, wodurch diese auch als Verbindung zwischen Wasser- und Freizeitpark dient; man kann diesen jedoch auch zu Fuß entlang des riesigen Picknick-Bereichs Picnic Grove erreichen.

Diamondback

Seit dem Jahr 2009 ist Kings Island die Heimat des B&M Hyper Coasters Diamondback.  Sie ist der erste Hyper Coaster mit einem Wassersplash als fulminantes Finale der Fahrt.

Kurz nachdem wir die Station verlassen haben, erklimmen wir auch schon den 70m hohen Lifthügel der Anlage. Mit bester Sicht aus das Showbuilding des ehemaligen HUSS Giant Top Spins The Crypt (Tomb Raider: The Ride) und die Holzachterbahn Mystic Timbers stürzen wir uns sogleich zu Boden. Mit ordentlich Druck durchqueren wir das erste Tal, worauf hin wir einen 60m hohen Camelback erklimmen. Mit ordentlicher Airtime überqueren wir die Kuppe und stürzen uns sogleich wieder dem Boden entgegen. Hier knicken wir dann nach links ab und rasen sogleich über einen weiteren Airtimehügel. Sogleich vollziehen wir in luftiger Höhe eine Wendekurve. Auch hierauf folgt ein weiterer von Airtime geprägter Hügel. Sehr bodennah gehen wir dann in eine druckreiche Aufwärtshelix über, an deren Ende und der erste Bremsbereich erwartet.

Parallel zum ersten Hügel stürzen wir uns ein weiteres Mal zu Boden und gleiten sogleich über zwei weitere Hügel. In einer sehr kompakten Helix nehmen wir zunehmend an Höhe zu, ehe wir in das Splash-Finale der Fahrt übergehen. Nach einem kurzen Anstieg befinden wir uns sogleich in der finalen Bremsstecke der Anlage wieder.

Diamondback ist ein richtig toller Hyper Coaster. Die Fahreigenschaften sind grandios und die Airtime ist wahnsinnig gut. Hier gibt es absolut nichts zu bemängeln; eine tolle Bahn!

The Beast

Die vierte und finale Holzachterbahn in Kings Island ist The Beast. Die längste und wohl auch legendärste Holzachterbahn der Welt ist seit dem Jahr 1979 der Grund nach Kings Island zu fahren – immerhin brach die komplett in Eigenleistung konzipierte und erbaute Anlage sämtliche in der Achterbahnwelt vorhandenen Rekorde. Sie war die längste, schnellste, höchste und vor allem atemberaubendste Achterbahn weit und breit.

Dabei beginnt diese noch relativ harmlos mit einer weiten Wendekurve. Kurz darauf erreichen wir den Lifthügel. Oben angekommen stürzen wir uns auch alsbald hinunter und sogleich in den ersten Tunnel der Fahrt hinein. Mit leichter Querneigung folgt nun eine bodennahe Linkskurve, ehe wir nach einem Camelback weit in den Wald hineintauchen. Nach einer kurzen Steigung wenden wir uns einer weiten Rechtskurve entgegen. Auf einer längeren Geraden nehmen wir dann immer weiter an Geschwindigkeit zu, ehe uns diese sogleich in einer Reduzierbremse auch wieder genommen wird. Noch ist die Abfahrt auf der Rampe jedoch nicht vorbei und so nehmen wir schnell an Fahrt auf. In einer Linkskurve fahren wir dann in einen längeren Tunnel. Stets bodennah fahren wir dann durch eine sehr weite Rechtskurve und nehmen immer weiter an Fahrt auf. Ein kurzer Anstieg führt uns dann zum zweiten Lifthügel der Anlage.

Oben angekommen können wir ein wenig das Panoroma genießen, ehe wir auf einer nur 18° steilen Rampe zunehmend an Fahrt gewinnen. Mit steigender Geschwindigkeit nimmt auch die Querneigung zu, welche für das fulminante Doppelhelix-Finale der Fahrt benötigt wird. In der Quergestellten 540° Helix geht es nun mit einem Affenzahn durch zwei Tunnel, ehe wir uns auf unserem Rückweg begeben. Parallel zum First Drop nähern wir uns dann der langen Bremsstrecke der Anlage und alsbald der Station.

The Beast ist ohne Frage eine interessante und gute Achterbahn. Tatsächlich ist sie vielleicht ein wenig zu lang geraten und so wirklich berauschend ist sie im Vergleich zu den heutigen Holzachterbahnen auch nicht mehr. Nichtsdestotrotz ist und bleibt sie ein Fanliebling und das hat vor allem ein Grund: Wenn es denn irgendwann dunkel wird verfällt das vorhersehbare Getier in einen atemberaubenden Rausch der Sinne. Ohne Sicht auf Irgendwas geht es dann mit mächtigem Gepolter rasend schnell durch den Wald – ein überaus atemberaubendes Erlebnis.

Bilder Kings Island

Fazit Kings Island

Stellt euch vor, ihr fahrt in einem Freizeitpark mit 14 Achterbahnen und alle davon getesteten sind gut. Stellt euch dann auch noch in einer schön angelegten Parklandschaft mit zahlreichen nett anzusehenden Bereichen vor. Hinzu gesellt sich ein überaus niedriger Andrang mit der zeitgleichen Verwendung sämtlichen Rollmaterials. Cedar Fair, you got me! Kings Island hat es mir angetan und ich bin vollständig begeistert.


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Nagashima-Mania

Die Geschichte des Nagashima Spa Land

Das Nagashima Spa Land erstand als Ergänzung des 1964 erschlossenen Ferienresorts nahe der Stadt Nagashima. Direkt an der Ise Bucht gelegen, erhoffte sich die Firma Otani Natural Gas Co., Ltd im Jahr 1963 den Fund einer Erdgaslagerstätte, als sie auf Erdgasexploration auf eine heiße Quelle stießen. Das daraufhin errichtete provisorische Bad stellte sich schnell als äußerst beliebt heraus, so dass im selben Jahr die Nagashimakankokaihatsu Co., Ltd. mit dem Ziel der touristischen Erschließung der nun als Nagashima Onsen bekannten Quelle gegründet wurde. Im November 1964 wurde das Bad und einen Monat später das Hotel Nagashima den Besuchern freigegeben. Im Jahr 1966 erfolgte dann ein weiterer Ausbau des Resorts mit der Eröffnung des zweiten Hotels und des Nagashima Spa Lands samt Jet Coaster.

Schnell erfreute sich das Nagashima Resort einer größeren Beliebtheit, weswegen bereits im Jahr 1970 das dritte Hotel folgte. Mittlerweile besteht das Resort aus drei Hotels, dem Freizeitpark Nagashima Spa Land, den Gärten Nagano-no-Sato, dem Anpanman Children’s Museum, sowie dem großen Outlet-Center Mitsui Outlet Jazz Dream Nagashima und der heißen Quelle Yuami-no-Shima. Jährlich besuchen rund 5.8 Millionen Besucher das Nagashima Resort.

Parkrundgang

Reist man per Bus an, so landet man am Nebeneingang des Nagashima Spa Land, gelegen zwischen den Hotels und dem Outlet-Center. Von hier aus führt ein Weg direkt in das großzügig ausgelegte Kinderland, samt überdachtem Spielplatz. Hier findet man neben einer Großzahl an kindgerechten Rundfahrgeschäften und zwei kleinen Wildwasserbahnen gleich zwei Kinderachterbahnen.

Children Coaster

Die älteste der beiden Kinderachterbahnen des Nagashima Spa Land ist die sehr unscheinbar platzierte Marienkäferbahn mittlerer Bauart des Herstellers Zierer namens Children Coaster. Typischerweise donnert man auch in Nagashima gleich zwei Runden durch das 8er-Bahn-förmige Layout und erfreut sich über die manuelle Bremsung gegen Ende der Fahrt.

Hach, schön ist es hier. Neben dem bewährten Fahrspaß des altehrwürdigen Kinderachterbahnevergreens, haben auch Charaktere des englischen Kinderbuchklassikers „Die Geschichte von Peter Hase“ hier ihr zu Hause gefunden. Dabei ist Peter Rabbit seit Ewigkeiten das Maskottchen des Nagashima Spa Land, doch erst im Jahr 2012 wurde ihm eine eigene Achterbahn gewidmet.

Peter Rabbit Coaster

Die Fahrt in dem Powered Coaster Peter Rabbit Coaster des Herstellers Hoei Sangyo beginnt mit einer weiten Linkskurve, in der man einige Höhenmeter zunimmt, die man in einer etwas engeren Rechtshelix sogleich wieder abbaut. Auf dem Bodenniveau angelangt schießt man nun voller Schwung nach einem Richtungswechsel durch eine ebenso weite Kurve, wie zu Beginn der Fahrt. Hieran führt der Weg gleich in die Station und durch diese hindurch. Nach einer weiteren Runde durch den Streckenparcours endet die sehr nette Fahrt.

Viking

Bevor wir uns nun zu sehr vom Kinderland und seinem Parkmaskottchen Peter Rabbit entfernen, zieht es uns sogleich in die doppelte Monorail mit ihren beiden gegenläufigen Fahrspuren. Wobei, eigentlich zieht es uns auf dem Weg dahin in eine ganz andere, äußerst imposante, Fahrgeschäftszusammenstellung, die es so kein weiteres Mal auf diesem Planeten gibt: das Schiffschaukelkonglomerat Viking.

Als ich das erste Mal auf das Nagashima Spa Land stieß, war ich ungemein beeindruckt von der Schaukelfreude der Japaner. Wo es in manchen europäischen Freizeitparks zwei, maximal drei schiffschaukelartige Fahrgeschäfte gibt, gibt es hier das volle Programm in seiner maximalen Bandbreite, darunter drei Schiffschaukeln, zwei Drehschaukeln und eine Überkopfschiffschaukel. Seit diesem Moment war mir eines klar: Ich muss dahin! Und noch viel wichtiger: Ich muss alles fahren!

Denn seien wir mal ehrlich, wen interessiert denn bitte schön die längste Achterbahn der Welt, wenn sich hier zwei gigantische Schiffschaukeln weit oberhalb einer dritten, normalgroßen, Schiffschaukel befinden? Das ist irrsinnig und vor allem schlichtweg grandios.

Nach dem Erfolg der kleinen Schiffschaukel im Jahr 1980 und dem Erfolg der großen HUSS- Doppelanlage im Freizeitpark Toshimaen, setzte Nagashima noch einen drauf und baute 1986 eine ebenso große Schiffschaukel, ebenfalls in einer Doppelanlage. Nun ist es etwas schwierig nachzuverfolgen, in wie weit die drei bestehenden Großanlagen im Nagashima Spa Land, Toshimaen und Samsung Everland miteinander verwandt sind, denn obgleich die Schiffe allesamt gleich aufgebaut sind und sich jeweils oberhalb diverser Einrichtungen befinden, werden zwei dieser Anlagen als Doppelanlage des HUSS Traumschiffes angesehen. Das ist insoweit auch nachvollziehbar, sieht die Anlage auf den ersten Blick so aus, als seien zwei etwas größer geratene Schiffschaukeln des Models Pirat direkt nebeneinander platziert und zu einem Boot verbunden worden. Der doppelte Viking wird jedoch in der Referenzliste von Intamin als Twin Flying Bounty bezeichnet. Grund hierfür dürfte der Bankrott der Firma Arrow-HUSS gegen Ende des Jahres 1984 sein, wonach sich 1986 die Firma als HUSS Maschinenfabrik neu aufstellte. In den Zwischenjahren wurden geplante Anlagen durch andere Hersteller (s. Ninja in Six Flags St.Louis) errichtet.

Doch wie fährt sich ein Traumschiff/Twin Flying Bounty denn so? Schön; von der Fahrt eigentlich nicht weltbewegendend, da von der Grundkonstruktion selbst bereits unfassbar träge, doch im Gesamten gesehen schon richtig schön. Halt eine Großattraktion unfassbaren Ausmaßes, die allen Parkgästen zugänglich ist und niemanden unzufrieden aussteigen lässt – sozusagen ein Crowd Pleaser sondergleichen. Zusammen gesehen hat die Schiffschaukelansammlung eine Kapazität von insgesamt 380 Personen (je 160 Personen pro Boot der Großschaukel plus 60 Personen in der normalgroßen Schiffschaukel) pro synchronisiertem Fahrtzyklus. Insgesamt gesehen also eine stündliche Kapazität von bis zu 5000 Personen, die während der goldenen Woche und manch anderen Tagen sicherlich auch heutzutage noch von Nöten sein dürfte. An leereren Tagen sticht eine der Flying Bountys zumindest alle 15 Minuten in See.

Jet Coaster

In der Zwischenzeit kann man z.B. eine schöne Aussichtsrunde auf der bereits erwähnten doppelspurigen, jedoch gegenläufig fahrenden Monorail drehen. Hierbei hat man einen wunderbaren Blick auf den See und das kleine Waldstück, welches man hierbei umrundet. In diesem befinden sich die Parkeisenbahn, eine Go-Kart-Strecke, sowie die älteste Achterbahn des Nagashima Spa Land, der Jet Coaster Jet Coaster.

Gesichert nur durch einen Gurt und frei von allem, was sich Bügel nennt, erklimmen wir sogleich den Lifthügel der altehrwürdigen Dame. Mittlerweile weit unterhalb der Baumwipfel durchschreiten wir eine lange Rechtskurve, an der wir uns sogleich und vollkommen untypisch für einen klassischen Jet Coaster, steil zu Boden stürzen. In selber Façon erklimmen wir den nun folgenden Hügel, ehe wir uns ein weiteres Mal in eine Rechtskurve begeben. Hieran folgt dann ein etwas flacheres Gefälle mit einer noch flacheren Auffahrt diagonal durch die Anlage hindurch. Die Auffahrt mündet dann eine Etage unterhalb der ersten Kurve in einer Linkskurve, die demzufolge etwas gemächlicher befahren wird. Es folgt eine letzte überaus flotte Abfahrt, die in eine etwas längere Gerade oberhalb des Sees mündet. Ein letzter Hops leitet uns auf die Höhe der Station, woraufhin wir diese nach einer Linkskurve und der obligatorischen Bremsstrecke auch erreichen.

Der Jet Coaster ist eine überaus charmante Achterbahn, die vor allem optisch durch ihre Fachwerkstruktur zu überzeugen weiß. Die Fahrt durch den Wald ist dabei äußert rasant und weiß mit Leichtigkeit ihre Fahrgäste zu begeistern. Tatsächlich sogar so sehr, dass hier am zweiten Besuchstag die längste Warteschlange dank dem leider vorhandenen Einzugbetrieb herrschte. Ansonsten aber ein schönes altes und überaus fahrenswertes Schätzchen aus dem Hause Togo.

Space Shot und Flying Carpet

Auf der anderen Seite des Waldes erwartet den Besucher ein etwas seltener Anblick, direkt neben einem doch eher geläufigeren. Wobei geläufig beim S&S Freifallturm-Dreigestirn namens Space Shot immer noch ein überaus seltener Anblick ist, doch eine Fahrt auf einem Suspended Flying Carpet, also einem fliegenden Teppich mit Hängegondel, kann man außerhalb des dänischen Freizeitparks Tivoli Gardens nur hier wagen. Dabei wissen beide Fahrten durchaus zu überzeugen.

Shuttle Loop

Genauso wie die Fahrt der nächsten Achterbahn, dessen Layout man mit den Worten Abschuss, Looping, und Rückwärtsfahrt perfekt beschreiben kann. Ihr habt es sicherlich schon erraten, es handelt sich um einen Shuttle Loop aus dem Hause Schwarzkopf. Wie bei eigentlich jeder Achterbahn aus Münsterhausen, bedarf es nicht viel um ein rundum zufriedenstellendes Fahrterlebnis zu erzeugen und so zeigt sich die Anlage im Vergleich zur (bis dato noch) einzigen europäischen Anlage (Psyké Underground in Walibi Belgium) ungewohnt puristisch. Das reicht auch, denn die Fahrt ist so wie sie ist absolut perfekt, weswegen man immer wieder gerne einsteigt und das auch gleich öfters hintereinander.

Looping Star

Gleiches gilt im Übrigen auch für die nur drei Jahre jüngere Schwesteranlage. Der Shuttle Loop war scheinbar ein großer Erfolg, so dass man sich in Münsterhausen noch einen Looping Star orderte und die Achterbahn interessanter Weise gleich nebenan stellte.

Dabei beginnt die Fahrt in dem Klassiker der deutschen Ingenieurskunst ganz souverän mit der Besteigung des Lifthügels. Aus einer Höhe von rund 24m stürzt man sogleich in einer Steilkurve gen Boden um sich mit voller Geschwindigkeit der einzigen Inversionsfigur, einem Looping, zu nähern. Mit ordentlichem Wumms unter der Haube passiert man dann das namensgebende Element, worauf man just darauf wieder nach oben schießt um in luftiger Höhe eine Wende zu vollziehen. Doch die Ruhe währt nicht lang, denn sogleich schmeißt sich der Wagenverbund erneut gen Boden, was gerade im hinteren Teil des Zuges zu unerwarteter Airtime führen kann. Gegenläufig zum ersten Gefälle nimmt man erneut ein wenig an Höhe zu und baut diese dann parallel zum Lifthügel effizient ab. Da sich eine Gerade mit stetiger Querneigung ein wenig seltsam fährt wird man zwischendrin geradegerückt, jedoch ohne dabei das Prinzip der Drehung um die Herzlinie zu berücksichtigen; dafür gibt es im Nagashima Spa Land aber auch andere Achterbahnen (s. Ultra Twister). Wieder nach links geneigt durchfährt man eine weitere Kurve, ehe man sich in einen Hügel erneut dem Boden nähert. Es folgt eine rasant befahrene Rechtskurve, die einen dann in die Bremsstrecke der Anlage überleitet.

Corkscrew

Interessanter Weise steht seit dem Jahr 2012 das Konkurrenzprodukt aus dem Hause Arrow gleich gegenüber. Seit dem Jahr 1979 stellt die Korkenzieherachterbahn Corkscrew ihre Fahrgäste in Nagashima gleich zwei Mal überkopf. Interessanterweise ist sie dabei eine von vier baugleichen Anlagen die in diesem Jahr ihren Betrieb in Japan aufgenommen haben– allesamt wohl inspiriert durch die erste Inversionsachterbahn in Asien, dem Corkscrew im Yatsu Yuenchi.

Das Layout ist dabei schnell wiedergegeben. Nachdem man die Station über ein kleines Gefälle verlassen hat durchfährt man eine enge Wendekurve, die einen dann in den Lift der Anlage übergibt. Auf einer Höhe von etwa 21m angekommen verlässt man diesen in einem kurzen Dip, wobei im gleichen Zug bereits die erforderliche Querneigung für die darauffolgende Wendekurve erzeugt wird. Ist diese dann durchfahren stürzt sich der Zug dem Boden entgegen, was gerade im hinteren Teil des Zuges zu einer ausgeprägten Airtime führt. Nun donnert der Wagenverbund kraftvoll durch das erste Tal und schießt kurz darauf einen Hügel empor. Dieser geht dann zügig in eine längere abwärtsführende Wendekurve über, in deren quergeneigtem Tal die Einfahrt in die Korkenzieher erfolgt. Absolut gekonnt überschlägt sich der Zug nun zweimal. Die Ausfahrt des zweiten Korkenziehers mündet dann in die finale Wendekurve, woraufhin auch bereits die Schlussbremse wartet.

Die Fahrt auf der Corkscrew ist toll. Heutzutage ist die Anlage zwar nichts weltbewegendes mehr, aber im Jahr 1979 hat das ausgereicht um die Massen kopfstehen zu lassen. Die Fahreigenschaften waren leider unter dem Durchschnitt des Herstellers angesiedelt – was aber kaum ins Gewicht fällt. Im gesamten gesehen fügt sich die Anlage absolut harmonisch in ihr doch sehr starkes Konkurrenzfeld ein, weswegen man die eine oder andere Fahrt durchaus wagen sollte; wo denn auch sonst, stehen so viele Idole der späten 70er Jahre in einer Parkecke.

Vorbei an einem typisch japanischen Gruselhaus und einem exzellenten Star Flyer führt uns der Weg nun auf die andere Seite eines gigantischen Stahlkonstrukts, welches wir uns jedoch erst einmal für später aufsparen. Hier biegen wir nach links ab und folgen dem breiten Hauptweg in eine Sackgasse, in der der Flying Coaster Acrobat auf uns wartet.

Acrobat

Von der äußeren Erscheinung durchaus angelockt, sehen wir uns schnell in dem großzügig ausgelegten Wartebereich unterhalb der Station wieder und entscheiden uns dann für eine der beiden Stationsseiten. Nach dem Treppenaufgang werden wir sogleich in eine Reihe eingeteilt, woraufhin wir unsere persönlichen Gegenstände und Wertsachen in zu den Reihen zugehörigen Spinden verstauen. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch am Ende wartet ein Sicherheitsscan samt Metalldetektor auf uns. Nachdem wir brav bewiesen haben, dass auch unsere Taschen allesamt leer sind, werden wir zu den Gates gelassen und können sogleich unser bevorzugtes Fluggerät boarden.

Sobald die Startposition erreicht ist kann die Fahrt auch schon losgehen. Über eine Weiche erreichen wir den Lift der Anlage, welcher uns auf eine Höhe von 43m bringt. Sobald oben angekommen stürzen wir uns in einer rechtsführenden Steilkurve dem Abgrund entgegen. In einem weiten Radius schweben wir nun durch das anschließende Tal und erklimmen unverzüglich einen Hügel, der sich als Ausgangsposition für den nun folgenden Pretzel Loop entpuppt. Ohne Gnade stürzen wir uns nun hinunter, stehen kurzzeitig Überkopf und sehen uns dann auf dem Rücken liegend das Spektakel in umgekehrter Reihenfolge an, wobei wir beinahe von der G-Keule erschlagen werden. Wieder einmal in weiter Höhe reicht die Zeit aus um kurzzeitig durchatmen zu können, denn nun durchqueren wir das eben absolvierte Element in einer zahmen Linkskurve. Doch ehe wir uns versehen drehen wir uns in einem Inline-Twist um die eigene Achse und sausen dem Boden in einer Rechtskurve entgegen. In einem Corkscrew durchqueren wir ein weiteres Mal den Prezel Loop und sehen uns alsbald die Station der Achterbahn von hinten an. Nach einer kurzen Auffahrt erreichen wir die mittlere Blockbremse der Fahrt, die uns jedoch ohne größere Verzögerung in den zweiten Teil dieser entlässt.

In einer Rechtskurve schießen wir, begleitet durch synchron geschaltete Wasserfontänen, über einen See. Ähnlich einer Bayernkurve fügt sich dabei Berg an Tal an und am Ende deren wartet sogar noch ein weiterer Inline-Twist auf die Fahrgäste. Weiterhin in diesem tollen Flow sehen wir uns in einer Linkskurve wieder, die uns leider geradewegs in die Schlussbremse führt.

Acrobat ist der etwas Zahmere der beiden japanischen Flying Coaster, das heißt jedoch nicht, dass die Anlage nicht auch versucht einen mit den vorhandenen Kräften zu erschlagen. Sie macht es nur etwas subtiler. Während sich bei Universals fliegendem Dinosaurier Element an Element reiht, besteht bei Acrobat noch ausreichend Zeit um sich ganz dem Fliegen zu widmen. Dieses hat durchaus seine Vorteile und so erscheint die Fahrt selbst ein wenig harmonischer. Gerade der Part nach der Blockbremse macht durchaus einiges her und bietet nebenbei wunderbare Einsichten für die restlichen Parkgäste. Generell präsentiert sich die Anlage wunderbar offen und von allen Seiten einsehbar, auf das schön brav noch mehr Gäste des nahen Outlet-Centers in den Freizeitpark Nagashima Spa Land wechseln. Es lohnt sich zumindest, denn mit Acrobat steht in Nagashima ein wirklich genialer Flying Coaster.

Bobkart

Direkt daneben steht seit dem Jahr 2004 die Wiegand Bobkart-Doppelanlage Bobkart. Auf einer Länge von 822 und 797m duellieren sich theoretisch beide Fahrspuren. Dabei führt die Strecke vorerst parallel durch eine sehr holprig zu befahrende Linkskurve. Der Fahrkomfort erhöht sich signifikant mit der stetig steigenden Fahrtgeschwindigkeit, der Fahrspaß wiederum durch die zahlreichen Wellen auf der nun folgenden Geraden. Nach einer weiteren Linkskurve und ebenso vielen Wellen trennen sich beide Fahrspuren nun voneinander.

Während die rechte Spur sich nun einer kurzen Rechtskurve zuwendet, flitzt die linke Fahrspur weiterhin geradeaus. In einer weiten Linkskurve baut die rechte Fahrspur nun stetig an Höhe auf, woraufhin die linke Spur auf einer weiteren Wellengeraden überquert wird. Die Konkurrenzspur widmet sich währenddessen einer rechtsführenden Aufwärtshelix, woraufhin beide Spuren für einen kurzen Moment wieder parallel verlaufen. Dies ändert sich schnell und so trennen sich beide Spuren in einem spitzen Winkel. Das hat auch einen Grund, denn in der nun folgenden Abwärtshelix der rechten Spur kommt einem die linke Fahrspur entgegen. Diese umrundet nämlich besagte Helix, verläuft daraufhin jedoch parallel zum eben absolvierten Track der rechten Spur. Nach einer weiten Rechtskurve und einer kurzen Gerade stößt die linke Fahrspur dann wieder auf die rechte Fahrspur, die in der Zwischenzeit nur eine längere Gerade durchquert hat, und beide fahren parallel in eine Aufwärtshelix ein.

Auf einem aufgeständerten Teil der Strecke überqueren beide Spuren nun die eben absolvierte und zukünftige Fahrstrecke, ehe es in eine Linkskurve entlang der Station geht. Im Anschluss einer nach rechts verlaufenden Abwärtshelix laufen dann beide Bahnen auf dem Boden weiter. Nach einem Linksknick und einer 180° Wendekurve ist dann für beide Spuren das Ziel erreicht.

Die Bobkart-Doppelanlage macht einiges her; die Fahrt selbst ist jedoch nur okay. Zugegeben lässt man sich hier von den herumstehenden Anlagen etwas ablenken, doch die Fahrt über die zahlreichen Bodenwellen ist leider aber auch ein wenig repetitiv. Wobei man auch darüber schauen könnte, würden denn die Bobs parallel verlaufen. Von den insgesamt 28 Bobs pro Seite liefen am ersten Besuchstag leider nur etwa 5 – was in Hinsicht auf den Andrang auch vollkommen ausreichend war – und diese wurden je Seite nach und nach auf die Reise geschickt. Wo am Anfang noch beide Seiten bedient wurden, lief kurz darauf nur noch die rechte Fahrspur. Das war schade, aber auch verständlich, immerhin kann man die Kapazität der Anlagen dem Andrang entsprechend in kürzester Zeit variieren. Im Gesamten gesehen fuhr sich die linke Spur dann ein wenig besser als die rechte, summa summarum boten beide Spuren eine gute Fahrt.

Ultra Twister

Direkt hinter der Anlage befindet sich die Station der Achterbahn Ultra Twister. Auch in Nagashima erwartet uns das Standardmodell des Herstellers Togo, hier jedoch in einer etwas weniger bunten Lackierung als im Freizeitpark Greenland, dafür aber mit genialen Lichteffekten. Da wir besagte Anlage bereits im Greenland gleich 12 Runden gefahren sind wussten wir was uns erwartet und sind mit Freude eingestiegen.

Nachdem der Wagen kontrolliert wurde nähert man sich dem Transferelement am hinteren Streckenende. Dieses wird dann um 90° Grad gedreht, woraufhin sich prompt die Auffahrt im Vertikallift anschließt. Auf einer Höhe von 30m angekommen überquert der Wagen eine sehr enge Kuppe und stürzt sich in einem 85° steilen Gefälle rasant hinunter. Dabei herrscht auf jeden Platz, besonders aber in der letzten Reihe, eine intensive Airtime. Das hierauf folgende und recht enge Tal wird extrem druckvoll durchfahren, während einen der nachfolgende Airtimehügel gekonnt versucht abzuwerfen. Mit auffallend hoher Geschwindigkeit rast man nun durch eine Heartlineroll, welche viel schöner nicht sein könnte. Kurz darauf erklimmt man eine kleine Steigung, an deren Ende man die erste Bremsstrecke der Fahrt erreicht.

In einem zweiten Transferelement wird man nun auf die untere Fahrspur gebracht, die man fortan rückwärts beschreitet. Auf einer kurzen Abfahrt nimmt man dann stetig an Geschwindigkeit zu, ehe der Wagen ein zweites Mal überkopf gestellt wird. Sobald dann das Stationsniveau erreicht wird folgt auch schon die dritte und letzte Rolle der Fahrt. Kurz darauf ist die zweite Bremsstrecke erreicht und die Fahrt auf dem Ultra Twister neigt sich ihrem Ende entgegen.

Auch in Nagashima überzeugt die Rohrpostachterbahn vollkommen. Das Wechselspiel der Vertikalbeschleunigung ist einfach nur herrlich brachial und immer wieder eine Erfahrung wert. Zumal sind hier die Endanschläge nicht ganz so hart wie im Greenland, wodurch die Anlage umso mehr zu Wiederholungsfahrten einlädt. Es sei denn, man verbrennt sich beim Wasserparkbesuch im Joyful Waterpark, den man hier ja auf jeden Fall einplanen sollte, nicht die Schultern und quält sich dementsprechend bei einer Nachtfahrt durch die Fahrt. Nichtsdestotrotz, auch das lohnt sich vollkommen, denn die beleuchteten Ringelemente werten die optisch eh schon sehr ansprechende Fahrt noch einmal auf.

Steel Dragon 2000

Ebenso ansprechend ist der Steel Dragon 2000. Erbaut zur Jahrtausendwende ist der Steel Dragon 2000 mit einer Höhe von 97 m Japans größte Achterbahn. Noch beeindruckender ist jedoch ihre Länge von etwa 2.5 km, womit sie nach wie vor die längste Achterbahn der Welt ist. Zwar gibt es immer mal wieder Gerüchte, dass die Achterbahn The Ultimate aus den englischen Freizeitpark Lightwater Valley verlängert werden soll, aber bis dahin wird es wohl erst einmal keine längere Achterbahn geben.

Die Fahrt auf dem Steel Dragon beginnt mit einem kleinen Dip aus der Station, an den sich eine kurze Rechtskurve anschließt. Hierauf wartet sogleich die erste Liftkette darauf uns in eine Höhe von etwa 50 m zu bringen, wo wir dann in die zweite Liftkette wechseln, die uns wiederum auf stolze 97 m Höhe bringt. Dort angekommen geht es auch gleich sehr schnell wieder hinunter. Mit 152,9 km/h durchschreiten wir das erste Tal, wobei der Zug ordentlich zu vibrieren beginnt. Leider trägt sich diese Vibration auf den Fahrgast über, weswegen man nur froh sein kann kurz darauf einen 76,8 m hohen Hügel empor zu schießen. Nach einem Moment seichter Airtime erwartet einen auch hierauf wieder ein Tal des Schreckens.

Fahrspaß geht anders und somit war ich auch hier wieder froh mich irgendwann auf dem dritten Hügel der Anlage zu befinden. Dieser ist dann nur noch 64 m hoch und leitet den Zug in eine besondere Kurvenkombination über. In einer weiten Steilkurve nähert man sich dabei dem Boden und schießt sogleich eine schräggestellte im Uhrzeigersinn verlaufende Helix empor. Auf dem Weg in das nachfolgende Tal erfolgt ein Richtungswechsel und eine zweite, nun gegen den Uhrzeigersinn verlaufende riesige Helix schließt sich an. Mit stetigem Druck kommt einem das Lächeln im Gesicht langsam wieder und man mag den beschissenen Auftakt der Anlage langsam vergessen. Dabei rast man durch eine bodennahe und verdammt lange Linkskurve am großen Einkaufszentrum entlang. Davon bekommt man jedoch nicht sehr viel mit, immerhin hat man ja noch einen Affenzahn drauf. Blöd nur, dass nach einer längeren Kurve und zwei kleinen Kurvenschlenkern die Auffahrt in die Blockbremse wartet.

Auf der, im Verhältnis zur Gesamthöhe der Anlage, sehr niedrig platzierten Blockbremse wird der Zug merklich reduziert, ehe dieser in eine Reihe von kontinuierlichen Camelbacks abtaucht. Hierbei passiert der Zug zwei Tunnel und sechs Kuppen, bei jeweils in verschiedenen Höhen befindlichen Tälern. Dabei hebt man auf jedem Hügel in einer wunderschönen floating Airtime ordentlich ab. Kurz darauf wird jedoch die Bremsstrecke bereits erreicht und die Fahrt geht einem Ende entgegen.

Der Steel Dragon 2000 ist keine schlechte Achterbahn, nur trifft sie nicht meinen persönlichen Geschmack. Wobei die Fahrt ab der Einfahrt in die langgezogenen Kurven auch mir wirklich Spaß macht, doch die Vibrationen in den ersten beiden Tälern gehen mir so dermaßen fies auf den Magen, weswegen ich im Verlauf der beiden Besuchstage nur eine weitere Wiederholungsfahrt getätigt habe. Dabei interessiert es mich, wie die Fahrt in den originalen Zügen gewesen wäre, da die von Morgan erbauten Züge deutlich massiver aufgebaut waren und dadurch nicht so schnell zu vibrieren anfangen sollten. Die von B&M erbauten Züge, welche im zehnten Betriebsjahr der Anlage zugelegt wurden, sind keineswegs schlecht und ermöglichen eine weitaus freiere Fahrweise, doch entsprechen sie nicht dem Original.

Man wird schon seine Gründe gehabt haben – einen Vergleich zum vorherigen Zustand der Anlage habe ich ja sowieso nicht –, dem entsprechend ist es halb so schlimm. Es hält ja auch niemanden davon ab, einen Marathon auf der Anlage hinzulegen und würde der Auftakt der Anlage nicht so verkorkst sein, würde ich es auch machen.

Arashi

Der Free Spin Arashi macht einfach keinen Spaß. Die Fahrt ist unharmonisch und absolut hart. Die Überschläge werden allesamt nur durch die erzwungene Rotation des Gondelträgers erzeugt, ansonsten wäre die Anlage hier eine gemütliche Aussichtsfahrt ganz ähnlich dem neuen Konzept des Schweizer Ingenieurbüros Ride Engineers Switzerland, welches bald im Schwaben Park realisiert wird. Das Ganze ist leider kein Vergleich zum Konkurrenzprodukt aus dem Hause Intamin, welches selbst in der kleinsten Ausführung weniger zimperlich zur Sache geht und glücklicherweise ganz auf technische Hilfsmittel zur Überschlagsbildung verzichtet – interessanter Weise ist die Fahrt auf einem Zac Spin zwar hart an der Grenze, durch die harmonisch überlagerten Bewegungen jedoch deutlich angenehmer und interessanter.

Rock ‘n‘ Roll

Tatsächlich zeigt sich beim Rundfahrgeschäft Rock ‘n‘ Roll, dass sich auch erzwungene Überschläge halbwegs harmonisch fahren können. Über ein Reibrad werden die einzelnen Gondeln zur Rotation angeregt, woraufhin die Fahrgäste (je nach Beladung der Gondel) einen Purzelbaum nach dem anderen schlagen.

Paratrooper und Telecombat

Ähnlich interessant ist auch der Paratrooper daneben, dessen Radkranz während der Fahrt in die Horizontale gekippt wird. Ansonsten ist der Fahrtverlauf typisch für ein Twister-ähnliches Rundfahrgeschäft, es geht also in freischwingenden Gondeln auf und nieder, immer wieder. Das hiesige Exemplar ist von Technical Park errichtet, ebenso wie der Telecombat nebenan.

Wild Mouse

Das Fahrgeschäftsportfolio in dieser Ecke wird dann noch durch ein Wasserrondell deutscher Produktion ergänzt. Passend, steht doch direkt angrenzend die Wilde Maus in doppelter Ausführung namens Wild Mouse, wie sie genauso auch auf einer deutschen Kirmes hätte stehen können. Natürlich nur echt mit dem passenden Kassenhäuschen samt Schuko-Steckdosen. Die Attraktion gleicht demzufolge auch einer der zahlreichen Wilden Mäuse aus dem Hause Mack Rides und lädt dementsprechend gerne zu der einen oder anderen Fahrt ein; immerhin kann man die Anlage hier ja auch spiegelverkehrt fahren –  zumindest sofern beide Anlagen auch an einem Tag laufen. Wir jedenfalls hatten Glück und konnten an den beiden Besuchstagen jeweils eine der beiden Spuren fahren.

Freefall und Frisbee

Beim Free Fall, einem Freifallturm der ersten Generation, hatten wir indes leider kein Glück und mussten daher auf eine Fahrt verzichten. Zum Glück steht direkt gegenüber eine Parkversion der HUSS Frisbee, die ja eigentlich immer ein Garant für eine gelungene Fahrt sind. In Nagashima verhält es sich leider etwas anders – die schnellen Drehungen bleiben nämlich aus – und so zeigt sich die Fahrt als belangloses Rumgeschaukel, welches nicht einmal durch den Bremer Schausteller Robrahn (auf einer durchschnittlichen Fahrt in Hamburg) unterboten werden konnte. Schade, denn die kleinen Frisbees sind normalerweise immer ganz groß.

Shoot the Chute

Wenn einen eines seiner Lieblingsfahrgeschäfte bitter enttäuscht, bedarf es eines anderen Lieblingsfahrgeschäfts, um wieder zu guter Laune zu kommen. Wie gut, dass nebenan der Shoot the Chute des Freizeitparks Nagashima Spa Land steht, noch dazu von O.D. Hopkins. Als eine der ersten Anlagen im Figure-8 Design des Herstellers überzeugt die rund 30m hohe Anlage, vor allem durch ihren gnadenlosen Nässegrad. Normalerweise ist es bei einem Spillwater so, dass man bis zur Brücke über der Auslaufstrecke bereits nass, jedoch nicht durchnässt ist, was sich jedoch schlagartig mit der Unterquerung der Brücke ändert. Hier ist es jedoch so, dass das Bötchen beim Eintauchen eine dermaßen hohe Welle erzeugt, die jegliche Energie des Bootes auf sich nimmt und somit das Boot stark verzögert, auf dass das Wasser genug Zeit hat um auf die Fahrgäste zu prasseln. So nass steigt man selbst aus Valhalla des englischen Freizeitparks Blackpool Pleasure Beach nicht aus und selbst dort gleicht der Nässegrad bekanntlich einem Sprung in die Irische See. Hier stimmt also alles und so macht der Name der Anlage ihrem Typ wirklich alle Ehren – nur warum die ersten Reihen hier Rettungswesten tragen müssen hat sich mir jetzt nicht so erschlossen, aber wir saßen zum Glück auch etwas weiter hinten.

Etwas was sich mir persönlich nie erschlossen hat, ist der Erfolg der Looping Starships aus dem Hause Intamin. Im Loopingfieber zu Beginn der 80er Jahre entwickelte die Bremer Firma HUSS eine Überkopfschiffschaukel bei der die Achse der Anlage angetrieben wird, wodurch eine Vielzahl an Überschlägen und andere Fahrabläufe möglich waren. Nur kurze Zeit später zog die ebenfalls in Bremen ansässige Firma Weber mit einem ähnlichen Fahrgeschäft nach. Intamin hingegen plante eine Überkopfschiffschaukel die ihrem Namen alle Ehre macht und mit klassischem Reibradantrieb das Schiff so lange in Bewegung setzt, bis es irgendwann mal einen Überschlag schafft und den auch nur recht knapp.

Space Shuttle

Es ist schon interessant, wenn man bei der Fahrt am eigenen Körper begreift, dass genau dieser Umstand das Looping Starship zum besten Vertreter seiner Art macht. Es ist so, als würde eine normale Schiffschaukel einfach immer weiter beschleunigen, wodurch man sich auf einmal in Winkeln vorfindet, die man sonst so nicht erfahren würde. Irgendwann schafft man dann auch noch einen Kopfstand und hat dabei Angst kopfüber stecken zu bleiben. Kurz darauf folgt dann der nächste, etwas flottere Überschlag. Einen Augenblick später beginnt dann die lange Verzögerungsphase und man wechselt wieder die Richtung in allen möglichen Neigungswinkeln. Herrlich! Ich bin von der Fahrt her absolut begeistert. Auch die Gestaltung des Space Shuttle spricht Bände. Schade nur, dass kein Exemplar in Europa die Zeit überdauert hat; zumindest nicht in seiner Ursprungsversion. Also liebes Movieland Park Team, kauft euch bitte ein passendes Gegengewicht und die zugehörigen Schulterbügel. Es lohnt sich, versprochen!

Giant Frisbee

Das restliche Fahrgeschäftsportfolio besteht aus einem Wellenflug, einem Swing Up aus italienischer Produktion mit viel zu engen Gondeln, sowie einer Giant Frisbee des Herstellers HUSS. Diese macht halt ihr Ding – wie jede andere Giant Frisbee des Herstellers ja auch – und ist daher von der Fahrt her absolut vernachlässigbar, dank ihrem belanglosen, da nur in einer Richtung stattfindenden, Rumgedrehe ohne großartiger Variation der Gondelrotation.

White Cyclone

Ein Blick auf die Uhr des 90 m hohen Riesenrads Aurora Wheel verrät uns: Es ist Zeit für Holz. Dem kommen wir gerne nach und begeben uns dementsprechend zum Eingang der großen weiß lackierten Holzwand mit dem charismatischen Namen White Cyclone.

Die Fahrt in den PTC Zügen beginnt mit einer weiten Linkskurve um den Wartebereich der Anlage herum. Beständig bauen wir dabei an Höhe ab, um genug Schwung für die Einfahrt in den Lifthügel zu holen. Dieser bringt uns dann auf eine Höhe von 42 m, wo wir dann einen Augenblick haben um die großartige Sicht auf das Nagashima Spa Land und die Ise Bucht zu genießen. Nach einem Linksknick jedoch geht es rasant zu Boden. Mit feinstem Shake, Rattle and Roll durchqueren wir das erste Tal und erklimmen daraufhin einen hohen Airtimehügel. Die Ausfahrt in diesem mündet dann in eine gigantische, sich stetig verjüngende Helix weit oberhalb des Bodenniveaus. Hierbei fährt man ein wenig über Berg und Tal, bis man diese dann irgendwann nach einem rasanten Dip über einen Hügel verlässt.

Dabei scheint besagter Hügel fast genauso hoch wie die Einfahrt in die Helix zu sein, doch anhand der vorhandenen Geschwindigkeit dürfte es eigentlich nicht der Fall sein. Optisch auf jedem Fall ein interessanter Kniff und so stürzen wir uns in einem wunderschönen Kräftespiel erneut nach unten. Es folgt ein weiterer Airtimehügel, wie er in Buche steht, ehe wir im Dickicht des Stützenwaldes verschwinden. In einer sehr weiten Aufwärtsspirale nehmen wir nun beständig an Höhenmetern zu, ehe wir dieselbe Art von Helix erreichen, die wir vor wenigen Momenten bereits erlebt haben. Doch anstatt kurz abzutauchen und dann an Höhe zu gewinnen, erklimmen wir Meter um Meter die Holzstruktur, ehe dann die Blockbremse der Anlage erreicht wird.

Nach dem rasanten ersten Teil der Fahrt stürzt sich der Wagenverbund erneut zu Boden. Mit Schmackes unterqueren wir das Tal der ersten Abfahrt, bezwingen einen weiteren Airtimehügel und tauchen ein weiteres Mal in die Holzstruktur ab. Im Innenraum der ersten Helix durchfahren wir nun eine weite Linkskurve, ehe wir erneut von lauter Holzbalken umringt sind. Über zwei Hügel queren wir dann die Anlage, auf dass wir fortan am äußeren Rand der Achterbahn unseren Weg bahnen. Unterhalb des Lifthügels entschwindet der Zug dann in einer weiten Linkskurve ein letztes Mal unter der Holzkonstruktion. Kurz darauf sind die Bremsstrecke der Anlage und alsbald die Station erreicht.

White Cyclone war eine grandiose Holzachterbahn mit einem tollen Pacing, vielen Airtimemomenten und einem toll abgestimmten Beschleunigungsverlauf. Zudem lebte die Achterbahn vom Shake, Rattle and Roll wie kaum eine andere Holzachterbahn des Landes, geschweige denn kaum eine andere von mir bereits gefahrene Holzachterbahn. Zwar kann ich verstehen, dass man die Achterbahn nun einem Make-Over der Firma RMC unterzieht – denn das Layout bietet viele Möglichkeiten, die bislang noch nicht ausgeschöpft wurden – doch andererseits ist es schade, dass dadurch eine von nur vier Holzachterbahnen in Japan verschwindet. Immerhin bleibt die Grundstruktur der einstiegen besten Achterbahn des Nagashima Spa Land bestehen und wird in der zukünftigen besten Achterbahn des Parks weiterverwendet. Man darf also gespannt sein!

Bilder Nagashima Spa Land

Fazit Nagashima Spa Land

Das Nagashima Spa Land ist ein großartiger Freizeitpark, der auf viel Fläche dermaßen viel bietet, dass man nicht anders kann, als wunschlos glücklich zu sein. In diesem Park wird einfach alles Mögliche geboten, wodurch auch jede Zielgruppe abgedeckt ist – mit Ausnahme der Themenfahrtfetischisten natürlich, denn davon gibt es im Park (außerhalb des Gruselwalkthroughs und einer Pokémon-Attraktion) schlichtweg keine. Mich zumindest hat das Nagashima Spa Land restlos begeistert, weswegen ich gerne wiederkommen würde. Gründe dafür gibt es viele und mit dem Umbau von White Cyclone kommt noch einer dazu. Wir sehen uns also irgendwann wieder, dann jedoch mit dem vollen Programm aus Onsen, Wasserpark, Hotelbesuch und einem Abstecher in die nahen Gärten.

 


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