Hollywoods Backdrop

Die Geschichte der Universal Studios Japan

Wenn 30.000 Besucher einen less crowded day bedeuten, also einen minder besuchten (Park-) Öffnungstag, und einem scheinbar jeder einheimische Besucher mit gelben T-Shirts und blauen Latzhosen begegnet, dann – und auch nur dann – ist man in den Universal Studios Japan und die Minions haben ihren Weg in den Park gefunden.

Es ist bei den Universal Studios Japan wichtig zu verstehen wie erfolgreich dieser Park ist und dass 30.000 Besucher für jeden Großpark in Deutschland keine alltägliche Besucheranzahl ist bzw. für den Besucher selbst keine wünschenswerte Ausgangssituation wäre; doch wie kam es dazu, dass sich der viert meist besuchte Freizeitpark im japanischen Osaka befindet?

Um die Frage zu beantworten muss man ein wenig in der Zeit zurückgehen, genauer gesagt in die 80er Jahre, wo sich der bis dato einzige Themenpark der Gruppe in Hollywood befand und außer einer Studio-Tour und einigen Shows noch wenig bot. Pläne eine ähnliche Attraktion in Florida aufzubauen standen immer wieder im Raum, doch erst nach dem großen Erfolg der King Kong Erweiterung der Studio-Tour im Jahr 1986 wurden diese Pläne verwirklicht. Parallel dazu wurden auch Standorte für einen weiteren Park in Japan in Betracht genommen – so auch Gelände der Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (NSSMC) in Kitakyūshū und Sakai. Während in Kitakyūshū der Freizeitpark Space World entsteht, wird der Standort in Sakai zu Gunsten eines Städtebauprojektes in Osaka verworfen. Ende des Jahres 1994 folgte dann die Gründung der Osaka Universal Planning Inc. und zwei Jahre später die Umbenennung in die USJ Co., Ltd. Arnold Schwarzenegger sorgte im Oktober 1998 für den ersten Spatenstich und im März 2001 folgte die große Eröffnung der Universal Studios Japan.

Allein im ersten Jahr besuchten den Park über 11 Millionen Besucher, ein Erfolg sondergleichen – denn im Gegensatz zu den meisten anderen Freizeitparkprojekten hat man seine angestrebte Besucherzahl nicht meilenweit verfehlt, sondern gleich um ein Vielfaches getoppt. Doch bereits im zweiten Jahr brach die Besucherzahl auf 8 Millionen Besucher ein und stabilisierte sich auf diesem Niveau bis ins Jahr 2011. Mit der Errichtung des Kinderbereichs Universal Wonderland im Jahr 2012 änderte sich die durchschnittliche Besucheranzahl auf 10 Millionen Besucher. 2014 folgte dann die Einweihung des Themenbereichs The Wizarding World of Harry Potter und damit verbunden ein sprunghafter Besucherzuwachs auf 12,7 Millionen Besucher bzw. 13,9 Millionen Besucher im Folgejahr. Ein weiterer Schub erfolgte dann im Jahr 2016 mit der Eröffnung der Achterbahn The Flying Dinosaur, was jedoch auch zu Wartezeiten von bis zu 750 Minuten an besagter Achterbahn sorgte.

Parkrundgang

Es ist also kein Wunder, dass wir in unserer Ausgangsplanung ein Ganswischtischpass, also den Universal Express Pass 4 – The Flying Dinosaur, fix eingeplant haben; denn wenn wir uns schon asozial verhalten wollen, dann mit möglichst vielen Fahrten auf dem Flying Coaster. Doch ehe wir diesen erreichen müssen wir erst einmal den zentralen See des Freizeitparks Universal Studios Japan umrunden.

Space Fantasy – The Ride

Wir starten daher auf der überdachten Main Street im Themenbereich Hollywood und missachten das Highlight auf der rechten Seite dieser; stattdessen wandern wir weiter geradeaus, wo uns zur linken mehrere Studiogebäude anlächeln, unter anderem das der Indoor-Achterbahn Space Fantasy – The Ride.

Die Fahrt im japanischsten aller Spinning Coaster aus dem Hause Mack Rides beginnt mit einer kleinen Rechtskurve, die uns alsbald in den ersten Lifthügel übergehen lässt. Unter den Klängen der Band Dreams Comes True werfen wir uns nun in eine steil abfallende Linkskurve, die schnell in eine 270° Aufwärtshelix übergeht. Nach einer kurzen Geraden begeben wir uns in einem ähnlichen Manöver erneut gen Hallenboden und nach einer knackigen Rechtskurve in die erste Bremsstrecke. Mit reduzierter Geschwindigkeit nehmen wir nun den Weg in Richtung des zweiten Lifthügels in Angriff und haben dabei allerhand Zeit die J-Pop Klänge und grandiose Gestaltung auf uns wirken zu lassen.

Irgendwann ist dann auch wieder die Hallendecke erreicht und eine wunderbar zackige Abwärtshelix fügt sich an. Ein kurzer Rechtsknick im Tal führt uns dann auf eine kurze Rampe, woraufhin wir die Strecke des ersten Streckenabschnitts überqueren. Es folgen zwei serpentinenartig ausgestaltete Kurven die uns direkt in den dritten und letzten Lifthügel der Anlage führen.

Das Finale des Spinning Coasters beginnt dann ganz fulminant mit einer Steilkurve bis zum Hallenboden hinab, an der sich eine weitere Steilkurve anschließt um den Zug wieder in Richtung der Hallendecke zu befördern. Nach einer kurzen Gerade begibt man sich in eine 180° Abwärtshelix, in der, visuell äußerst überzeugend, eine Supernova auf die Fahrgäste entzündet wird. Hierauf folgt ein kurzer Bunny Hop und nach einer kleinen Wendekurve findet man sich alsbald in der Schlussbremse der Anlage und kurz darauf in der Station wieder.

Space Fantasy – The ride weiß trotz ihrer geringen Höhe und Geschwindigkeit vollkommen zu überzeugen. Der Weltraumtrip hat einen tollen Flow und eine schlichtweg wunderbare Gestaltung, zudem passt das vergleichbar eigenwillige Layout mit seinen vielen Geraden und eher gemächlicheren Gefälle perfekt in dieses Land – ein waschechter Japano-Coaster halt und somit ein tolles Produkt aus dem Schwarzwald.

Terminator 2 3D

Ebenso brillante Innovationen kann man bei der Cyberdyne Corporation im Gebäude nebenan bewundern. Begleitet von einer Hostess werden wir durch die jährliche Cyberdyne Expo geführt, welche neben einem Image-Film eine Produktpräsentation im Theater nebenan beinhaltet. Doch eines vorweg, die Dame ist urkomisch und so wird sich auf bitterböse Art und Weise erst einmal über das Publikum lustig gemacht – natürlich nur auf Japanisch, aber trotzdem (vor allem dank dem Over-Acting der Dame) brüllend komisch. Der Imagefilm selbst wird durch eine Durchsage John und Sarah Connors unterbrochen und Cyberdynes Angestellte tut ihr Bestes daran die Situation irgendwie zu kachieren.

Im Vorführtheater erleben wir dann die Präsentation der ersten Terminatoren und viel wichtiger die des Skynets. Sarah und John Connor brechen in den Vorführsaal ein. Die Lage scheint unter Kontrolle, doch ein T-1000 taucht auf und verfolgt die beiden, doch zuvor entledigt er sich schnell der Hostess. Ein zweiter Terminator kommt daraufhin auf einem Motorrad durch ein Zeitportal und erscheint sogleich auf der Bühne. Dieser schnappt sich dann John und flieht mit ihm durch ein weiteres Portal. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd zwischen unserem Heldenduo und dem T-1000, sowie anderen Widersachern auf dem Weg in Richtung Skynet. Dort angekommen geht es darum den zentralen Kern der Anlage zu zerstören – doch hier wartet der T-1000000 als finaler Gegner. Den T-1000000 kurzzeitig gestoppt, gelingt es dem T-800 die notwenigen Vorbereitungen zu treffen um John in die Vergangenheit zu schicken und Skynet zu zerstören. Während der anschließenden Explosion senken sich die Sitze der Besucher schlagartig.

Eigentlich lag unsere Priorität nicht darauf Fahrgeschäfte und Shows zu sehen, die in den anderen Universal Studios Parks noch Bestand haben und dort mit weniger langen Wartezeiten zu bestaunen sind. Interessanter Weise ergab es sich kurz nach unserem Besuch, dass Terminator 2 3D in den Universal Studios Orlando eingestellt werden soll. Glück gehabt, denn die Show selbst ist einfach nur fantastisch, wenngleich ein wenig zäh im Mittelteil des 3D Films. Die Interaktion von Bühne und Leinwand ist außerordentlich gelungen und das Finale ist überaus überraschend, ebenfalls sind die Spezialeffekte im Zuschauerraum allesamt sehenswert. Super!

The Amazing Adventures of Spider Man – The Ride

Eine weitere überaus gut besuchte Attraktion der Studios, zumindest solange nicht ein ravender Elmo für Stimmung auf der großen Bühne sorgt und ein Großteil der Japaner dem Konzert in den Universal Studios Japan beiwohnt, ist die Themenfahrt The Amazing Adventures of Spider Man – The Ride, stilecht in 4K3D.

Was hat man nicht alles über den Spinnenmann im Voraus gehört. Aussagen wie „Der beste Darkride der Welt“ waren es definitiv, vor allem nach dem Update der Videoqualität und dennoch war ich überaus skeptisch, immerhin soll man ja auch seine Erwartungshaltung gering halten um am Ende umso mehr über das System verblüfft zu sein.  Perfekt abgestimmte Bewegungen interagieren auf genialste Art und Weise mit den Videoprojektionen, auf das man am Ende nur sprachlos und staunend das Ride-Vehikel verlässt und sich am Liebsten gleich nochmals anstellen möchte. Besonders anzumerken seien hier die Elektroschock-Scene, ausgelöst durch den Bösewicht Electro, und die Scene mit der Anti-Schwerkraft-Kanone; ansonsten fällt es mir schwer diese Themenfahrt zu beschreiben, da sie wirklich schlichtweg überwältigend ist.

Despicable Me Minion Mayham und Backdraft

Vorbei am Minion Park und der Themenfahrt Despicable Me Minion Mayham, die sich vor allem durch horrend hohe Wartezeiten auszeichnete, sowie der Feuer-Effekt-Show Backdraft – deren letzte Vorführung wir leider knapp um wenige Minuten verpassten – führt uns der Weg direkt in den Jurassic Park. Nicht aber zur weltbekannten Wasserbahn Jurassic Parc – the Ride, die kennt ja eh jeder, sondern zum guten neuen Stoff, der einem fliegen lässt. Doch keine Sorge um die Wasserbahn, die ist auch weiterhin äußerst berauschend, nur um das schon einmal vorweg zu nehmen.

Flying Dinosaur

Tatsächlich war die Fahrt auf dem Flugdinosaurier Flying Dinosaur unsere erste des Tages, immerhin hatte unser Express-Pass ein Zeitfenster, welches wir zu beherzigen mochten – doch das lag noch etwas in der Ferne, so dass wir uns brav in die reguläre Queue stellten. Schneller als gedacht ging es durch den halbwegs leeren Wartebereich, der uns einen ersten Einblick auf die immense Wartebereitschaft der Japaner aufweisen konnte, nur um knapp 40 Minuten später in der Doppelladestation der Anlage zu stehen, noch dazu in der ersten Reihe.

Nachdem man brav sein Gepäck verstaut hat dauert es nicht mehr lange ehe der Bügel kontrolliert wurde und man in der Fliegeposition auf den Abflug wartet. Dabei ist es gerade beim Boarding der ersten Reihe interessant wie sich das zuständige Personal sich schützend vor die Flügel unseres gewählten Fluggerätes stellt, wohl wissend, dass sich da wohl schon einige den Kopf gestoßen haben. Über eine Weiche erreichen wir dann sogleich den Lifthügel, der uns auf eine Höhe von 38 m befördert. Es folgt der erste Sturz, welcher äußerst steil ausfällt. Im ersten Tal überfliegen wir in luftiger, dennoch recht bodennaher Höhe, die staunenden Passanten, ehe wir uns in einem In-Line Twist gekonnt in die Höhe schrauben. Dabei erleben wir die Kuppe schon beinahe wieder in Flugposition, doch im Ausgang der Rolle wartet noch eine weitere halbe Schraube, auf das wir im nächsten Tal äußerst brachial in die Rückenpolster gepresst werden. Im anschließenden Inside-Raven Turn, einer Art Immelmann Loop ohne Kopfstand, verzichtet der Dino in keiner Sekunde darauf den Druck irgendwie zu reduzieren, weswegen wir erst wieder in ferner Höhe zum Durchatmen kommen.

Doch das nächste Element bahnt sich bereits an und nach einem kurzen Rechts-/Linksschwenker weit über den Köpfen der potentiell fahrwilligen Parkgäste der Universal Studios Japan erreichen wir dieses.  Mit überaus vielem Schwung stürzen wir uns in den Pretzel Loop, also einem Fahrmanöver in Form einer Bretzel, dessen Tal man in der Liegeposition durchbrettert. Mit atemberaubender Geschwindigkeit und irrsinnigen Druck auf den Rippen schießen wir dabei durch einen kurzen Tunnel, just bevor wir uns erneut in luftiger Höhe befinden und unseren Weg fortan relativ bodennah entlang des zentralen Sees führen. In einer weiten Rechtskurve nehmen wir dabei Anschwung um in einem weiteren In-Line Twist ein weiteres Mal um die eigene Achse gedreht zu werden. Dieser geht dann in eine wunderschöne zu fahrende, sowie druckvolle 360° Helix über, die uns parallel zum Lifthügel entlässt. Ein kurzer Dip später durchqueren wir die letzte der drei In-Line Rollen ehe wir uns alsbald in der Schlussbremse der Anlage wiederfinden.

The Flying Dinosaur ist eine wahnsinnig intensive Achterbahn, die ihre Waffe – also die G-Keule – sehr gerne und oft auf ihre Fahrgäste anwendet. Tatsächlich würde ich soweit gehen die Achterbahn als (bis zum Zeitpunkt des Besuchs) intensivste von mir gefahrene Achterbahn zu bezeichnen und das inkludiert Kaliber wie den Spinning Coaster Tornado aus dem dänischen Freizeitpark Bakken, jedoch mit dem fundamentalen Unterschied, dass der Flugsaurier wenigstens Spaß macht. Sei es nun die Brachiale In-Line-Twist-Fly-to-Lie-Combo und ihr anschließendes atemberaubendes Tal oder der viel zu schnell durchfahrene Pretzel Loop – der Flugdinosaurier weiß einfach zu überzeugen. Selbst die langsamen Passagen, die es ja durchaus gibt, fügen sich absolut harmonisch in das Gesamtbild ein und machen The Flying Dinosaur zu einer der besten Anlagen ihrer Art.

Jurassic Park – The Ride

Ebenfalls zu einer der besten Anlagen ihrer Art zählt der Shoot-the-Chutes Jurassic Park – The Ride. Die Fahrt durch den altehrwürdigen Dinosaurier-Park zählt gewiss zu den bekanntesten Fahrgeschäften weltweit; umso schöner, wenn die angeschriebenen Wartezeiten deutlich schneller vergehen als eingangs gedacht.

Da die Fahrt Gott sei Dank auf den ersten Film basiert freuen wir uns auf eine abenteuerliche Fahrt ohne Scheidungsdrama und genmanipulierte Hyperdinos auf der Insel Isla Nublar. Nachdem wir die Station verlassen haben bringt uns ein kurzer Lifthügel auf eine Zwischenebene, in der wir erst wenige Meter durch den Kanal dümpeln ehe wir uns dem signifikanten Tor aus dem Film nähern.  Das Tor öffnet sich, die Musik erklingt und schon fühlt man sich wieder in seine Kindheit zurückgesetzt, mein Grundschul-Ich war also angesprochen, und so führt uns der Weg ganz gemächlich durch das Ultrasaurus- und Stegosaurus-Gehege. Im Hadrasaurier-Gehege erreicht uns dann eine Warnung, wonach die Raptoren ausgebrochen sind. Zwei Dilophosaurier streiten sich derweil um den verbliebenden Kittel eines Parkangestellten, genug Ablenkung um uns um unsere eigene Flucht zu kümmern. Während wir uns einem Gebäude nähern fällt uns dabei beinahe ein kleiner Container auf den Kopf. Im Gebäude selbst nutzen wir dann die dort drin befindliche Transportvorrichtung um zum Kraftwerk zu gelangen. Auf dem nun sehr langen Lifthügel nehmen wir einige Höhenmeter zu und werden dabei von beiden Seiten von Velociraptoren angegriffen.  Auf der Kraftwerksebene angekommen werden wir von weiteren Dinosauriern attackiert, während wir uns in einer weiten Kurve dem Evakuierungspfad nähern. Ein kurzer Lifthügel bringt uns auf die besagte Schussfahrt, so dass wir nur sehr knapp vor einen eben aufgetauchten T-Rex flüchten können. Gute 26m geht es nun hinunter, woraufhin zu guter Letzt die obligatorische Wasserung stattfindet.

Die ist dann auch durchaus effektiv und kann einem wunderbar durchnässen, wobei wir uns bei der ersten Fahrt gefragt haben, wann diese denn bitte stattfinden würde, ehe sie uns (recht untypischer Weise) einfach durch eine von hinten generierte Welle eiskalt erwischte. Zwar wiesen die Folgefahrten die eher traditionelle Methode vor, man konnte es bei manchen Booten jedoch ganz gut beobachten. Bevor ich aber zu sehr abschweife sei gesagt, dass Jurassic Park – The Ride eine absolut sehenswerte Wasserfahrt ist, die man auf keinen Fall verpassen sollte.

Jaws

Sicherlich sehenswert, aber leider nur einmal am Tag, ist die Wasser-Stunt-Show Water World, die wir uns tatsächlich anschauen wollten – was jedoch zeitlich absolut nicht gepasst hat. Stattdessen konzentrieren wir uns nun auf das Fischerdorf Amity und seine berühmte Hafenrundfahrt Jaws, die die Standorte der Hai-Attacken aus dem Sommer des Jahres 1974 aufsucht.

Vorbei an zahlreichen bekannten Gebäuden und Schauplätzen aus Der Weiße Hai schippern wir gemächlich durch den Hafen der Küstenstadt, ehe uns ein Notruf erreicht. Kurze Zeit später hören wir nur noch Schreie und darauf ein zerrissenes Boot, sowie die Finne eines Hais. Dieser unterquert nun unser Boot, woraufhin dieses ein wenig hin und her geschüttelt wird.  Unsere Schiffsführerin greift indes zur Waffe und feuert zwei Schüsse auf den Hai, doch beide verfehlen ihr Ziel. Unterdessen fahren wir in ein nahegelegenes Bootshaus hinein um dort auf Chief Brody zu warten. Doch es kommt wie es kommen muss und auch hier attackiert uns der Weiße Hai.

Wir flüchten, doch der Hai ist uns stets auf der Fährte. Wieder bewaffnet schießt unsere Bootsführerin ein weiteres Mal mit dem Granatenwerfer, trifft nun jedoch ein Gasspeicher, woraufhin sich dieser entzündet. Auch hier schaffen wir es nur knapp zu entfliehen. Auf einem nahegelegenen Pier soll das Boot nun evakuiert werden. Der Weiße Hai greift ein weiteres Mal an, beißt jedoch in ein günstig platziertes Unterwasserkabel einer nahen Stromplattform und röstet sich damit selbst. Nach diesem Glücksfall erreichen wir den rettenden Hafen und eine wahrlich abenteuerliche Hafenrundfahrt geht zu Ende.

Jaws ist einfach nur Kult pur, die Fahrt selbst variiert jedoch stark durch die Performance des Schiffsführers. Die Rundfahrt selbst ist solide und kann optisch durchaus überzeugen, doch wirklich Spaß macht es erst durch eine aufgedrehte, leicht panisch wirkende Darstellung des Personals und das können manche deutlich besser als andere. Nichtsdestotrotz sollte man sich den Spaß in den Universal Studios Japan keineswegs entgehen lassen, denn solide, wie der erste Film, ist er allemal.

The Wizarding World of Harry Potter

Für einen soliden Besucherzuwachs in den Universal Studios Japan sorgte hingegen der Themenbereich dem wir uns nun widmen, nämlich The Wizarding World of Harry Potter, heute sogar ohne Zeittickets um in den Themenbereich zu gelangen. Doch bevor wir uns in Hogwarts vor Fresh Dumbledores Büroeingang stellen heißt es erst einmal das Dorf Hogsmeade erkunden und sich in einer Zweigstelle Ollivanders einen Zauberstab andrehen zu lassen. Zugegeben der Service ist grandios und eine Japanerin die Zaubersprüche aus den Harry Potter Universum aufsagen zu lassen war eine überaus unterhaltsame Wahl des alten Herren.

Flight of the Hippogriff

Da wir uns eh schon in der Nähe zu Hagrids Hütte befanden haben wir es uns nicht nehmen lassen ihn einen Besuch abzustatten und einen Flug auf den Hippogreif zu wagen. Bei Flight of the Hippogriff handelt es sich um das Standardmodell eines Vekoma Roller Skater mit einer kleinen Besonderheit, nämlich zwei Zügen.  Dementsprechend beginnt die Fahrt mit einer kurzen Kurve aus der Station und dem anschließenden Lifthügel. Sogleich absolviert man eine linksführende Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix, durchquert ein kurzes Tal und eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben bestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf alsbald auch die Bremsstrecke wartet. Hier wartet man dann etwas, bis dann der Zug in der Station abgefertigt wurde und man in diese einfahren kann.

Harry Potter and the forbidden Journey

Beflügelt schlossen wir uns der Schlossführung durch Hogwarts an, immerhin wollten wir ja mal schauen, wie das Schloss im Inneren aussieht – denn die normale Warteschlange sollten wir an diesem Tag ja nicht erleben, bei Wartezeiten jenseits der 120 Minuten (einen Single Rider Eingang gibt es nicht) aber auch durchaus legitim – und versuchten mit „Sesam, tu dich öffnen“ eine Audienz beim Großmeister der Rap-Szene zu ergattern. Mit unserem Ganswischtischpass in der Hand war auch das Durchschreiten der Express Warteschlange bei Harry Potter and the forbidden Journey von kurzweiliger Natur, auch wenn wir nach Aufgabe unseres Handgepäcks keine weiteren Rechte mehr hatten und dort einige Minuten warten durften.

Aber das war auch nur von kurzer Dauer, so dass wir kurze Zeit später auf einer der Vierergondeln platznehmen konnten. Die wilde Fahrt durch das alte Gemäuer beginnt durch Hermines großzügigen Einsatz von Flohpulver auf das wir uns alsbald in der Sternwarte wiederfinden sollen. Leichte Kippeffekte zur Seite sorgen während des Transportes für erste Begeisterung, denn alle Bewegungen sind absolut smooth – was durchaus unerwartet ist, bei den ansonsten doch sehr rabiaten Bewegungsprofilen der stationären Robo-Coaster. In der Sternenwarte selbst schließen wir uns Harry und Ron und erleben eine sagenhafte Fahrt über den Dächern Hogwarts in Richtung des Quidditch-Spiels. Währenddessen begegnen wir Hagrid, der uns entgegnet, ob wir den Drachen gesehen hätten, nur um wenige Augenblicke später auf besagten Drachen zu treffen. Gedrängt durch den Drachen führt uns unser Weg in eine Brücke, wo dieser dann als Animatronik auf uns wartet, doch wir können flüchten.

Kurz darauf finden wir uns im verbotenen Wald wieder, wo wir dann sogleich auf Aragog treffen. Hermine eilt zur Hilfe und vertreibt diesen, während wir die weitere Flucht in Angriff nehmen. Weitere Spinnen stellen sich dabei in unseren Weg, doch wir schaffen es den Wald zu verlassen. Auf der Lichtung erwartet uns dann die peitschende Weide, obgleich wir ihr ganz gut ausweichen können, erwischt diese uns dann irgendwann doch und wir werden ins Quidditch Stadion geworfen. So weit so gut, immerhin war es ja unser Ziel und wir sind live im Geschehen – was schonmal deutlich cooler ist als die Trend-Sportart der Muggels hierzulande.

Als dann blöderweise Slytherin ein Tor gegen Gryffindor erzielt gelangen Dementoren in die Arena, da böses plus böses blöderweise immer noch böses ergibt, eskortiert uns Harry sogleich aus der Arena. Dabei werden wir von Harry getrennt und finden uns alsbald in der Kammer des Schreckens wieder. Ein weiterer Dementor jagt und nach und selbst Lord Voldemort gibt sich die Blöße. Wir schaffen es zu fliehen, doch eine Horde Dementoren wartet bereits auf uns. Es wird kalt, die Bewegungen des Gondelträgers spürbar langsam und ein Herzschlag erklingt aus den Subwoofern der Sitzbänke. Im letztmöglichen Moment vertreibt Harry die Dementoren und wir folgen ihn durch den einstürzenden Zugang in Richtung Hogwarts. In der Haupthalle zum großen Treppenhaus treffen wir auf allerhand Schüler und Lehrer und zu guter Letzt Albus Dumbledore, der uns durch den Einsatz von Flohpulver in den Raum der Wünsch, sprich die Station der Anlage befördert.

Ich war baff. Eine solche Fahrt hätte ich nie den Kuka-Robotern zugetraut. Ebenfalls war ich von den Ausmaßen der Dekorationen und Leinwänden einfach nur überwältigt. Gerade die peitschende Weide hat mich so begeistert, auf das ich den Rest der Fahrt nur noch mit einem breiten Dauergrinsen entgegnen konnte. Die Symbiose zwischen Projektion und realer Kulisse funktioniert einfach nur perfekt und das Fahrsystem unterstützt dieses in bester Manier. Gerade die große Bewegungsfreiheit der Roboter bringt eine unglaubliche Dynamik in die Fahrt, die auch perfekt genutzt wird und somit schlussendlich eine absolut wilde, aber überaus harmonische, Fahrt durch das Harry Potter Universum bietet. Gerne mehr davon!

Wonderland

Ich freu mich zumindest irgendwann wieder nach Hogwarts zu kommen und eine weitere Fahrt auf den magischen Sitzbänken zu tätigen, zuvor geht es für mich jedoch erst einmal zu Harry Potter And The Cursed Child und für euch nun in den Themenbereich Wonderland, wo sich Charaktere aus Snoopy, der Sesamstraße und Hello Kitty tummeln.

Snoopy’s Great Race

Hier befinden sich allerhand Kinderfahrgeschäfte, wie ein Pferdekarussell, ein Kontiki, eine Kinderfahrschule und vieles mehr. In einer Halle der Snoopy Studios befindet sich eine weitere Kinderachterbahn, die tagsüber leider horrende Wartezeiten aufweisen konnte, zum Glück aber abends zum direkten Einstieg lud, weshalb ich mir keine Fahrt habe nehmen lassen – zumal es sich um eine japanische Anlage des Herstellers Senyo handelt.

Die Fahrt in den Seifenkisten beginnt mit einer kleinen Rechtskurve hinaus aus der Station. Der Reibradlift befördert den Wagenverbund schnell bis an die Hallendecke, woraufhin dieser auf einer kurzen Geraden schnell an Fahrt zunimmt. In einer Linkskurve in Bayernkurvenmanier führt der Zug über Berg und Tal, ehe dieser unter dem Lifthill abtaucht. In einer weiten Rechtskurve durchbricht dieser eine große Plakatwand und nimmt kurz darauf an der hinteren Hallenwand an Höhenmeter zu. Ein kurzer Dip nach rechts führt den Zug in das rasante Finale der Fahrt.  Nach einer kurzen Steigung folgt eine wunderbare Linkshelix, woraufhin alsbald die Bremsstrecke und Station erreicht wird und die Fahrt auf dieser wunderbaren Familienachterbahn endet.

Hollywood Dream –  The Ride

Vorbei am Show-Theater der Universal Monsters Live Rock and Roll Show, die wir wieder einmal knapp verpassten, geht es zur letzten Achterbahn in den Universal Studios Japan: Hollywood Dream –  The Ride. Dabei wäre Universal nicht Universal, wenn der B&M Hyper Coaster nicht die eine oder andere Besonderheit aufweisen kann – kein Wunder also, dass es neben einer Auswahl verschiedener Songs noch die Möglichkeit zur Rückwärtsfahrt im Backdrop besteht.

Da sich die Wartezeiten zu beiden Varianten nur minimal unterschieden, wählten wir natürlich für unsere Erstfahrt die Backdrop-Variante, immerhin wollten wir uns ja über das Streckenlayout überraschen lassen. Da drei der vier Züge vorwärtsgerichtet fahren ging die Warteschlange zwar immer nur Schubweise voran, aber bei der Abfertigung hier in den Universal Studios Japan, spielte selbst dieser Umstand kaum eine Rolle, so dass wir recht zügig den Zug boarden konnten.

Einmal abgefertigt verlässt der Zug über eine Weiche die Station und widmet sich dann einer weiten Linkskurve mit geraden Zwischensegment, ehe der Lift erreicht wird. Für uns in diesem Augenblick passiert natürlich alles richtungsverkehrt, weswegen wir kurze Zeit später in den Clamshell-Bügeln hängen. Unter Beschallung von Justins Timberlakes Can’t Stop The Feeling in einer Interpretation der hauseigenen Musikband R&B The Voice erklimmen wir den 44m hohen Lifthügel und stürzen uns umgehend unter lauten Jubelausschreien der ersten Schussfahrt hinunter. Mit dem Flow der Musik passieren wir das erste leicht quergeneigte Tal, woraufhin wir einen Camelback emporschießen und sogleich den Kontakt zum Sitz verlieren. Wieder auf dem Sitz gelandet werden wir sogleich in einem wilden S-Kurven-Manöver, ganz ähnlich dem Finale der Achterbahn Silver Star aus dem Europa Park, ordentlich hin- und hergerissen, nur um dann die vordere Wendekurve des Layouts in Angriff zu nehmen. Diese ist geformt wie ein klassisches Horse-Shoe Element, also einem Hufeisen, und wird recht druckreich durchfahren. Die Ausfahrt dieses Elementes liegt dabei deutlich tiefer als die Einfahrt, denn die nächsten Streckenmeter absolvieren wir nun direkt unter bzw. leicht parallel der eben absolvierten Strecke. Dabei überqueren wir zwei weitere wunderbare Camelbacks, ehe der Zug einen neuen Weg einschlägt. Ein weiterer Camelback schließt sich nach einer kurzen Kurve an, just bevor die Zwischenbremse der Anlage erreicht wird.

Mit ordentlicher Geschwindigkeit durchschreiten wir diese und stürzen uns sogleich wieder einige Meter hinunter. Schwungvoll werfen wir uns in einen quergeneigten Hügel und stürzen uns flugs dem Erdboden entgegen. Mit wahnsinnigen Druck durchqueren wir nun eine bodennahe 540° Helix, ehe wir den Rückweg just unterhalb der eben absolvierten Strecke in Kauf nehmen. Dabei überqueren wir einen kleinen Hügel, durchqueren eine Häuserfassade und landen nach einem kleinen S-Kurven-Schlenker in der Schlussbremse. Die Band verabschiedet sich und wünscht uns einen weiteren wunderbaren Tag in den Universal Studios Japan, woraufhin wir die Station erreichen.

Stimmungsgeladen verlassen wir die Anlage und sind uns sogleich einig, Hollywood – The Ride Backdrop ist die beste Achterbahn des Freizeitparks Universal Studios Japan und eine der Überraschungen der gesamten Tour. Hier stimmt einfach alles und so lassen wir es uns natürlich nicht nehmen einen kleinen Marathon auf der Anlage zu wagen; immerhin vergeht gerade die Wartezeit in der Single Rider Line trotz der angezeigten Wartezeit wie im Fluge. Leider gibt es für die Vorwärtsfahrt Abzüge in der B-Note, da man die Strecke vor sich nun leider bereits sieht und die Überraschungen ausbleiben. Es bleibt jedoch positiv zu erwähnen, dass selbst in diesem Fall die Bahn überragend gut ist und alle europäischen Anlagen dieser Art sowas von alt aussehen lässt. Fairerweise sei jedoch erwähnt, dass ich die kleineren Anlagen des Herstellers B&M generell viel besser finde als die großen Vertreter.

Bilder Universal Studios Japan

Fazit Universal Studios Japan

Im nahen Hard Rock Café lassen wir den Besuchstag ausklingen, denn abgesehen von seinen Gastronomiepreisen, sind die Universal Studios Japan der beste Freizeitpark, den ich bislang besucht habe. Trotz der Fülle, die an unserem Besuchstag zwar vorhanden, aber wie eingangs erwähnt, eher gering war, konnten wir alle Achterbahnen öfters fahren und kamen wohl auch dank dem Express-Pass voll auf unsere Kosten. Dabei stellt sich natürlich die Frage ob wir diesen gebraucht hätten, die Antwort darauf ist definitiv nein – es war nur schön ihn zu haben, eben weil wir dadurch mehr geschafft haben. Da wir dennoch keine Show gesehen und sogar auf eine Fahrt mit den Minions verzichtet haben, empfiehlt sich definitiv ein etwas längerer Aufenthalt in den Studios, denn an einem Tag sind die Universal Studios Japan schlichtweg nicht machbar – kaum auszumalen, wie es sich verhält, wenn der Park tatsächlich voll ist (was ja auch ziemlich oft der Fall ist) und man nicht einmal mehr in The Wizarding World of Harry Potter gelangt oder gerade so eine Fahrt auf The Flying Dinosaur tätigen kann.

 


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Osakas Zuhause für kleine Elfen

Hirakata Park

Seinen Ursprung hat der Hirakata Park als Ausstellungsgelände der Kikuningyō-ten im Jahr 1912. Im Oktober und November jedes Jahres wurden dabei mit Chrysanthemen verzierte Figuren und Szenen gezeigt, ehe im Jahr 2005 die letzte reguläre Ausstellung abgehalten wurde. 1926 erfolgte dann die eigentliche Erschließung des Vergnügungsparks als fortan die Keihan Electric Railway den Park betrieb und die ersten Fahrgeschäfte einzogen. 1944 wurde das Gelände militärisch genutzt.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war das Gelände nicht nutzbar und die Kikuningyō-ten fand auf einem anderen Gelände entlang der Keihan Linie statt. Im Jahr 1949 folgte dann die Rückkehr nach Hirakata. Vorerst als Stadtpark geführt, wurde im Zuge einer Steuerreform das Gelände im Jahr 1952 erneut in einen Vergnügungspark umgewandelt.  Seit jeher ist der Park im Besitz der Keihan Gruppe.

Magical Volcano

Also ab nach Hirakata-kōen und hinein in den Hirakata Park. Direkt am Eingang erwartet uns ein schickes und überaus großzügig ausgelegtes Felsmassiv mit integrierter interaktiver Attraktion. Besser kann ich persönlich den Magical Volcano nicht beschreiben, denn er ist tatsächlich sehr vieles in einem; sei es nun eine Erkundungstour mit integrierten Geschicklichkeitsspielen oder Abenteuerspielplatz mit Pre-Show und Storyline. Dabei ist es ja relativ simpel, am Anfang bekommt man eine Mission zugewiesen, woraufhin man drei Fragen beantworten muss. Zwischenzeitlich bricht der Vulkan dann beinahe aus und wir müssen Softbälle in seinen Krater werfen. Gegen Ende lässt man seinen Bogen dann von einer Maschine auswerten und bekommt eine entsprechende Rückmeldung. In unserem Fall war dies natürlich ein simples Perfekt, aber wir hatten ja auch Hilfe durch die Mitarbeiter erhalten. Summa Summarum, eine Attraktion die es gerne hierzulande geben dürfte.

Pachanga, Wonder Garden und Athletic Try-It

Ausgepowered, aber ein Erlebnis reicher, geht es direkt in Richtung der Holzachterbahn Elf. Dabei nehmen wir eine Fahrt mit dem leider sehr trockenen Rafting Pachanga mit und bewundern die Tiere im Wonder Garden. Leider hält sich die Anzahl der Gehege sehr in Grenzen – das ist insbesondere hier sehr schade, da der Hirakata Park durchaus eine gute Arbeit zu Tage legt und die Tiere allesamt in verhältnismäßig großen Gehegen untergebracht sind. Auf der anderen Seite des Hauptweges wundern wir uns derweil über den Athletic Try-It, einer Art moderner Hindernisparcours, ehe es uns schlussendlich in das Holzdickicht zieht.

Elf

Elf, kurz für Episode of little Fairies, ist eine Holzachterbahn mittlerer Größe des europäischen Herstellers Intamin. Soweit so gut, doch die Erwartungen an diese Holzachterbahn waren gedrosselt bzw. dank der ehemaligen Schwesterbahn Pegasus des niederländischen Freizeitparks Efteling ganz weit unten im Keller zu finden.

Mehr als kritisch hieß es daher im Wagen Platz zu nehmen, woraufhin dieser zügig abgefertigt wurde. Nach einem kurzen Drop aus der Station und einer kurzen Rechtskurve am, in der Struktur integrierten, Abstellgleis vorbei finden wir uns sogleich im Lifthügel der Anlage wieder. Kurz darauf ist auch schon die Ausgangshöhe von 18,5m erreicht, woraufhin sich der Wagenverbund sogleich den ersten kleinen Drop hinabstürzt. Hieran fügt sich sogleich eine längere Wendekurve nach rechts an, in der wir einige Höhenmeter gewinnen. Doch ehe uns die Aussicht vom Geschehen ablenken würde, stürzen wir uns gleich die zweite Schussfahrt hinunter. Mit Schmackes zieht es uns nun durch das Tal, woraufhin es uns gleich auf den nächsten Hügel zieht. Dabei verläuft die Steigung erst recht steil und nach einer scheinbaren Kuppe etwas weniger steil. Währenddessen widmen wir uns einer weiteren Wendekurve, die wir parallel zum Lift in einem Drop hinab bis zum Bodenniveau verlassen. Nun folgen wir der bereits absolvierten Strecke, in dem wir einen weiteren Hügel erklimmen und ebenso eine Wendekurve vollziehen. Doch statt nun geradeaus einen weiteren Drop hinabzustürzen, queren wir die Anlage nun in einer Diagonalen, in der wir uns natürlich auch in Richtung Boden begeben. Wieder einmal mit dem lustigen Übergang aus steil zu weniger steil verlaufender Steigung widmen wir uns nun einer linksführenden Wendekurve, in der wir uns Anschwung für das nächste Fahrtmanöver holen. Mit einem ordentlichen Wumms überqueren wir den anschließenden Camelback und stürzen uns geradewegs in das dichte Gebälk hinein. Nach einer letzten Wendekurve schließt sich ein kurzer Dip an, woraufhin alsbald die Schlussbremse erreicht wird.

Elf macht Spaß! Verseht mit einer ordentlichen Prise Airtime und interessant verlaufenden Steigungstrajektorien braucht sich die kleine Anlage vor keiner größeren Holzachterbahn verbergen – vor allem, da die Holzachterbahn durch ihre Hanglage ja eh deutlich höher wirkt, als sie eigentlich ist. Auf jedem Fall darf und sollte man öfter zusteigen, es lohnt sich.

Sky Walker und Truck

Höchstwahrscheinlich hätte sich der Zustieg auch beim Riesenrad Sky Walker gelohnt, doch leider wird dieses derzeit restauriert. Die benachbarte Cycle Monorail wurde dementsprechend gar nicht erst aufgesucht und auch im Kinderland Peek-a-Boo Town mussten wir auf eine Fahrt auf der Kinderachterbahn Truck verzichten – es fehlte nämlich der zugehörige Zug.

Crazy Mouse

Das es nicht unbedingt einen fehlenden Zug bedarf um eine Achterbahnfahrt ihres Hauptfeatures zu berauben zeigt sich derweil auf der Reverchon-Drehmaus Crazy Mouse. Diese drehte sich wohl etwas zu gut, weswegen man sich entschloss die Drehung überhaupt nicht mehr freizugeben um die Fahrt etwas zu entschärfen. Wie sich nun an einer Fahrt zeigt, war dies keine gute Idee. Die Haarnadelkurven in der unteren Ebene werden so beschissen durchfahren, dass das Vergnügen letztendlich gänzlich auf der Strecke bleibt. Schade eigentlich, denn als drehende Maus konnte jede Reverchonanlage bisweilen überzeugen.

Bassh

Wobei ich eigentlich etwas weniger kritisch sein sollte: Die Anlage ist ja eigentlich ganz okay und keine Drehung als Drehmaus vorweisen zu können ist schon irgendwie besonders. Ebenso besonders ist zudem ihre Lage in luftiger Höhe aufgeständert auf einem Podest. Das hat zumal den Vorteil unter ihr gleich zwei weitere Attraktionen vorzufinden. Neben dem Walkthrough Little Witch’s Labyrinth befindet sich hier die Station der Wildwasserbahn Bassh.

Die Fahrt beginnt mit einer Linkskurve, die einen unter das Plateau der Achterbahn Crazy Mouse führt. Vorbei an einigen Tierplastiken und mit besten Blick auf die Schienen der Maus eine Etage höher führt eine weitere Linkskurve das Boot direkt in den Lift der Anlage. Durch die Hanglage der Anlage verbringt man nun einige Zeit in diesem, ehe man nach einem kurzen Linksknick nur eine mittlere Schussfahrt hinunterdüst. Ohne einen einzelnen Tropfen auf der Haut folgt sogleich eine Rechtswende, auf welche man wie wild durch den Kanal prescht. Eine S-Kurve später befindet man sich geradewegs unterhalb der ersten Schussfahrt, eh man in einer Links-/Rechtskurvenkombination seinen Weg in Richtung der zweiten und finalen Schussfahrt in Angriff nimmt. Dort angekommen geht es unmittelbar und überaus berauschend hinab. Bei der anschließenden Wasserung fehlt jeglicher Wassertropfen und der Punktescore ist gegen Null. Irgendwas haben wir also falsch gemacht, aber das macht ein Freizeitpark mit einer trockenen Wildwasserbahn leider auch.

Red Falcon

Es wird also Zeit eine Achterbahngattung zu fahren, die in Japan niemand falsch machen kann: Den klassischen Jet Coaster. Das hiesige Exemplar im Hirakata Park nennt sich Red Falcon und ist wunderbar an den großen Hang verlegt worden. Doch ehe man eine Fahrt wagen kann heißt es sich in die Wagen zu quetschen und das gelingt vor allem größeren Personen in den hinteren Reihen schlichtweg nicht.

Nach einer kurzen Gerade führt einem der Zug über einem kurzen Dip in den Lift der Anlage. Typisch für einen ordentlichen Jet Coaster ist dieser vergleichsweise steil und man verbringt einige Zeit in diesem. Das ist jedoch nicht sonderlich schlimm, immerhin haben wir dadurch mehr Zeit auf die Stadt Osaka zu schauen. Oben angekommen nimmt der Zug nach einem ersten, recht steilverlaufenden, kleinen Gefälle schnell an Fahrt auf. Hieran schließt sich eine lange Linkskurve an, ehe es in die erste längere Abfahrt übergeht. Durchaus rasant führt einem der Zug nun durch das erste Tal und über den ersten Hügel, welcher leicht nach links geknickt verläuft. Weiterhin weit über den Köpfen der Besucher erklimmt man daraufhin einen weiteren Hügel und passiert dabei die Fahrrinne der Wildwasserbahn.

Nach einem weiteren Drop erreicht man dann eine enge rechtsführende Wendekurve, ehe man sich zum ersten Mal richtig zu Boden wirft. Fortan parallel zur eben absolvierten Strecke rast der Zug über einen weiteren Hügel in ein äußerst lustiges Element hinein. Aus einer sehr weiten Rechtskurve kommend durchfährt man mit deutlich vorhandener Querneigung ein enges Tal, an der sich urplötzlich eine enge Rechtskurve just unterhalb des ersten Gefälles anfügt. Wie in einer sehr unförmigen Bayernkurve führt einem diese über einen kurzen Berg, hinein in ein weiteres Tal. Eine weite Linkskurve schließt sich an. Nach einem sehr flachen Drop mit ebenso flacher Auffahrt erwartet einem dann eine weite 540° Helix, die einem dann in die letzte Schussfahrt entlässt. Nach der anschließenden Auffahrt erwartet einem noch eine recht seltsame Überleitung in eine Kurve und kurz darauf die Bremsstrecke der Anlage.

Der Red Falcon verbindet viele der japanischen Eigenheiten des Achterbahnbaus, ist jedoch eine durch und durch nette Anlage, auf die man sich schlichtweg einlassen sollte. Die Fahrstrecke von 1300m gibt einem durchaus auch sehr viel Zeit dafür, um mit bis zu 70 km/h – gesichert durch einen Schulterbügel – über die recht flachen Hügel zu flitzen. Der Blick auf die Stadt Osaka und seine imposante Lage weit oberhalb des restlichen Freizeitparks kommen der Fahrt ungemein zu Gute.

Meteo

Genauso zu Gute kommt die sehr spät ansetzende Bremsung beim Intamin Freifallturm Meteo eine Ebene tiefer. Wie bereits im Kijima Kogen Park kennengelernt, verzichtet man in Japan gerne auf die Zweitsicherung via Gurt, so dass auch hier die Fahrt nochmals bedrohlicher wirkt und in Kombination mit der harten Bremsung als absolut genial zu bezeichnen ist.

Disk’o

Neben dem obligatorischen Gefrierhaus, dieses Mal (recht klein geraten) in Form eines großen Kühlschranks, gibt es auf dieser Ebene noch eine sehr gut drehende Disk’o des Herstellers Zamperla, sowie einen Kite Flyer und einen Zierer Wellenflug, der an unserem Besuchstag leider in Wartung war.

Palm Walk

Eine Ebene weiter unten trifft man dann auf den Palm Walk und die, in ihm integrierte interaktive Themenfahrt Gururimori, sowie die Walkthroughs Legend of Dark Forest (ein Spiegellabyrinth) und Makafushigido. Der Bereich hat durchaus Charme und gleicht im Konzept dem City Walk der nahen Universal Studios Japan – nur das dieser im Hirakata Park integriert ist.

Octopus Panic und Haunted House

Auf der untersten Ebene des Hirakata Park kann man hauptsächlich diverse Kinderfahrgeschäfte vorfinden, aber auch einige Fahrgeschäftsklassiker und -perlen, wie die Seesturmbahn Octopus Panic, japanische Teetassen im Hello Kitty Design oder die kindergerechte Themenfahrt Haunted House, bei der man mit dem Reiseunternehmen Dororon durch die quietschbunte Unterwelt reist. Natürlich darf das direkt daneben befindliche 3D 360° Kino nicht außer Acht gelassen werden.

Fantasy Cruise und Gnome’s Train

Wem der Trubel derweil etwas zu wild geworden ist, der sollte ein wenig durch den riesigen Rosengarten des Hirakata Park schlendern oder eine Fahrt auf der Rundbootfahrt Fantasy Cruise oder der überraschend langen Parkeisenbahn Gnome’s Train wagen. Dieser Bereich ist ein idealer Rückziehpunkt und lädt jeden Gartenfreund zum Verweilen ein, zudem hat man einen überaus guten Blick auf die letzte Achterbahn des Hirakata Park.

Fantastic Coaster Rowdy

Die Fahrt auf dem Fantastic Coaster Rowdy beginnt mit einer kurzen Rechtskurve, an der sich der Lifthügel anschließt. Oben angekommen vollzieht dieser eine 180° Linkskurve, ehe man sich der erste Drop anfügt. In luftiger Höhe brettert der kurzgeratene Zug nun über einen Camelback, eh er sich erneut nach oben bahnt. Keineswegs rowdyhaft folgt nun eine weitere enge 180° Linkskurve und alsbald eine sehr lange Rechtskurve mit integrierten geradlinigen Gefälle. Nach einem kurzen Rechtsknick folgt alsbald eine sehr enge Linkswende mit anschließender Schussfahrt. Serpentinenartig fügen sich nun jeweils eine Links- und eine Rechtskurve aneinander. Hierauf folgt eine finale Auffahrt in die Bremsstrecke und alsbald die Einfahrt in die Station, woraufhin eine nicht weiter erwähnenswerte (da schlichtweg passable) Fahrt endet.

Bilder Hirakata Park

Fazit Hirakata Park

Obwohl der Hirakata Park mittlerweile über 100 Jahre alt ist, so gibt es leider keine Anlage älteren Baujahres im Park zu bestaunen; man blieb also immer up-to-date. Das ist verständlich, doch mangelt es dadurch dem Park teilweise ein wenig an Charme. Dieses macht er vor allem durch seine Grünanlagen, einfallsreichen Attraktionen und einem gelungenen Gesamtambiente wieder wett, weswegen man sich schlussendlich großartig unterhalten fühlt.

 


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Bötchen voraus auf dem japanischen Hochplateau

Die Geschichte des Kijima Kogen Park

Auf einem Hochplateau (japanisch Kogen) weit oberhalb der japanischen Kurstadt Beppu – welche vor allem durch ihre große Anzahl an heißen Quellen und den zugehörigen öffentlichen Bädern, den sogenannten Onsen, jährlich mehrere Millionen Gäste anzieht – liegt der Freizeitpark Kijima Kogen Park (城島高原パーク).

Ausgegangen aus einer kleinen Go-Kart-Bahn entstand im Jahr 1967 das Kijima Motopia Land. Mit der damals längsten Go-Kart-Bahn Japans konnte man schnell neue Besucher auf das Hochplateau locken. Nach einem Besitzerwechsel im Jahr 1971 folgten dann mit der Erschließung des Resorts der Bau eines Schwimmbades, sowie einer Bowlingbahn. 1982 folgte dann die Änderung des Parknamens in Kijima Kogen Family Park und im Folgejahr die Eröffnung der Looping-Achterbahn Super LS Coaster.

Im Jahr 1987 übernahm die West Japan Nippon Korakuen Co., Ltd. (Betreiber des ehemaligen Kōrakuen -Stadions und heutigen Tokyo Domes) den Park. Im Zuge dessen folgte dann im Jahr 1992, verbunden mit einem großen Ausbau des Freizeitparkgeländes und Eröffnung der ersten Holzachterbahn Japans, die Umbenennung in Kijima Korakuen Yūenchi (engl. Amusement Park). 2007 folgte dann die Veräußerung des Resorts an Morgan Stanley, woraufhin dieser unter der Resortmarke Centleisure einige Jahre betrieben wurde. 2012 folgte dann im Rahmen einer Umstrukturierung die Gründung der Kijima Kogen Operations Co., Ltd. und damit einhergehend die Umbenennung in Kijima Kogen Park.

Parkrundgang

Betritt man den Park, so findet man sich gleich auf der wunderschönen Main Street des Parks wieder. Zur linken befindet sich dann der Indoor-Spielplatz Toy Kingdom und zur rechten der Souvenirshop des Parks, in dem man hauptsächlich das beliebteste Andenken der Japaner besorgen kann: Kekse aus der Region.

Super LS Coaster

Von besonderem Interesse ist jedoch die große Achterbahn direkt vor uns: Der Super LS Coaster (eigentlich L&S, für Loop & Screw) aus dem Hause Meisho. Wunderbar eingebettet in die Landschaft führt einem der Zug mit einem Affenzahn durch einen Looping und zwei Korkenzieher.

Doch ehe ich jetzt in der Einleitung zu viel über den Streckenverlauf verrate würde ich vorschlagen, dass wir die Treppe zur Station erklimmen und in den Zug steigen. Nachdem wir diese dann verlassen haben verbringen wir einige Zeit auf dem Lifthügel. Oben angekommen verlassen wir diesen auf einer Rampe mit minimaler Steigung und vollziehen einen kurzen Rechtsknick. Hoch oberhalb der Arkaden durchqueren wir das erste Tal und setzen zur großen Schussfahrt an. In einer weiten Rechtskurve nehmen wir immer mehr an Geschwindigkeit zu, woraufhin der Zug in einer Grube entschwindet. Weiterhin mit der selben Steigung rauschen wir nun durch eine kurze Gerade mit dem Blick nun stets auf das nächste Element gerichtet. Gnadenlos kraftvoll durchschreiten wir das anschließende Tal, ehe wir uns kopfüber im Looping wiederfinden. Auch dieser wird mit ordentlichen Druck durchfahren. Anschließend schießt der Zug eine, relativ zum vorherigen Streckenverlauf gesehene, steile Steigung eines Camelbacks empor. Dieser befördert uns dann mit leichter Airtime in die richtige Sitzposition für die nächste Inversionsfigur. In einer weiten Linkskurve entlang des Minigolf-Platzes nehmen wir dann langsam an Querneigung zu, ehe wir uns in der Ausgangsposition für die beiden Korkenzieher befinden. Zwei Kopfstände später zieht es uns in einer Linkskurve langsam in Richtung der Station. Dabei durchqueren wir den Looping und tauchen auf einer längeren Gerade ein letztes Mal zu Boden. Zwischen den beiden Korkenziehern zieht es uns dann auf das Stationsniveau herauf und kurz darauf in die Schlussbremse der Anlage.

Der Super LS Coaster hält was sein Name verspricht und überrascht einem umso mehr mit der hervorragenden Vermittlung seiner aufgebauten Geschwindigkeit. Hinzu kommen drei wunderschön zu fahrende Überkopfelemente und die allgemein sehr guten Fahreigenschaften der Anlage, welche schlussendlich zum Dauerfahren einladen.

Jupiter

Doch ehe wir uns dieser Tätigkeit widmen zieht es uns nun erstmal auf Erkundungstour auf die unteren Ebenen des Kijima Kogen Park. Vorbei an einer schön angelegten Kinderfahrschule und dem benachbarten Fußbad (also einem der typisch japanischen Onsen, nur halt für Füße) zieht es uns zur Holzachterbahn Jupiter. Bereits am Eingang wurde uns klipp und klar gemacht, dass die Anlage heute nicht fahren würde – den Grund dafür kannten wir jedoch noch nicht. Tatsächlich haben wir gedacht, dass die frisch sanierten Züge dafür ausschlaggebend waren und nicht der Tod eines Mitarbeiters (bei Routinearbeiten) nur wenige Tage zuvor. Natürlich sollte ein solcher Unfall nicht passieren und der Ausgang ist demensprechend tragisch – es ist also überaus verständlich, dass die Anlage bis zur erneuten Freigabe nicht in Betrieb war. Vor Ort hieß es natürlich über den Verlust einer Fahrt hinwegzusehen – schwierig nur, wenn eine Person unbedingt alle Holzachterbahnen des Landes fahren wollte. Generell lässt sich jedoch eines über Jupiter sagen: Die Anlage sieht (wenn man sie denn überhaupt sieht) schon äußerst lecker aus; das erste Gefälle wirkt absolut wild und generell scheint die Strecke mit ihren 1600m überaus rasant zu sein.

Mars

Ich werde sicherlich irgendwann wieder vor ihr stehen und sollte sie dann laufen auch einsteigen. In der Zwischenzeit jedoch zieht es uns in das, eigentlich aufpreispflichtige, Labyrinth Mars. Auf zwei Missionen – eine eher sportlich, die andere für Denker – geht es über mehrere Ebenen, gespickt mit diversen Aufgaben durch den Holzbau. Dabei gilt es jeweils drei Stempel für das Stempelheft zu finden und sollte man beide Missionen bestanden haben, bekommt man sogar einen goldenen Aufkleber. Tatsächlich ein Spaß für die ganze Familie, den man so gerne auch mal hierzulande einführen dürfte.

Poseidon 30

Gleiches gilt auch für die überdachte Wasserfahrt Poseidon 30 – wobei das Dach der Boote nur als Option für die wasserscheuen Parkgäste geboten werden sollte. Erbaut durch den Hersteller Hopkins zeichnet sich der Spillwater vor allem durch seine beeindruckende Welle, bei gleichzeitigem nicht vorhandenen Nässegrad der Passagiere und Zuschauer aus. Für eine Wasserfahrt kling das jetzt nicht unbedingt beeindruckend, doch wen mache ich etwas vor: Es geht um Bötchen. Dem Bötchen, welches damals ein unfreiwilliges Abbruchkriterium des onride-Veteranen Stilbruch auf seiner Japanreise erfüllte.

Dabei ist es ganz einfach: Fuß auf die Rolle im Bodenraum und beim Auftauchen brav pushen; dann passiert nichts. Uns wurde es schließlich auch sehr geduldig beigebracht und nachdem wir es überlebt haben sind wir im Laufe des Tages immer wieder gerne eingestiegen. Wäre jedoch etwas passiert, so wäre es der denkbar ungünstigste Tourverlauf gewesen. Doch wie es bereits bei Hopkins dachlosen Bötchen im englischen Thorpe Park heißt: „What is the worst that could happen?“.
Gut, es ist Werbung für Dr. Pepper, aber dennoch – nur so beginnt man eine Japantour.

Ice World

Überlebt, jedoch bei bestem Willen kaum bis gar nicht erfrischt, zog es uns nun in eine ganz besondere Attraktion: Dem nett gestalteten Kühlhaus Ice World. Mit einer Temperaturdifferenz von über 60°C geht es dabei in sehr kleinen Schritten durch die auf -30°C heruntergekühlte Kältekammer und an allerlei schön gestalteten Szenenbildern vorbei.

Sky Pallet

Überaus erfrischt zeigte sich am nahen Riesenrad die nächste Besonderheit des Kijima Kogen Park, denn neben den normalen Sitzgondeln kann man im Sky Pallet auch quer zur Fahrtrichtung in einer Art Open-Air-Gondel die Fahrt erleben. Gesichert durch einen Schulterbügel intensiviert sich das Fahrterlebnis quasi automatisch, das Blickfeld jedoch wird auf nur eine Seite eingeschränkt. Schade also, dass es solche Gondeln nur viel zu selten gibt.

Newton

Etwas öfters, so auch in Japan, gibt es hingegen Freifalltürme. Das hiesige Exemplar nennt sich Newton und lässt einem wie der Apfel vom Baum aus luftiger Höhe gen Boden fallen. Interessant dabei ist das Sicherheitsverständnis der Japaner, die zwar überall zusätzliche Polsterungen anbringen, es bei Freifalltürmen jedoch lassen; auch die aus Europa bekannten Gurte zur Sicherung des Bügels fehlen einfach. Daraus ergibt sich dann ein noch einmal etwas intensiviertes Gesamterlebnis, welches nur durch die äußerst kreative Gondelgestaltung getoppt werden kann.

Eine ähnlich kreative Gestaltung weißt der nahe Aussichtsturm, in der Art einer Flying Island, im Storchendesign auf. Von hier oben hat man eine wunderbare Sicht das Hochplateau mit all seinen Fahrgeschäften, die wir uns nun etwas genauer anschauen werden.

Dragon

Durch ein kleines Kinderland, inklusive der Drachen-Achterbahn Dragon des Herstellers Zamperla (ein Kleinstoval mit mittiger Abwärtshelix) und vorbei an dem großen Planschbecken, welches im Winter als Schlittschuhbahn genutzt wird, zog es uns auf die obere Ebene. Hier befinden sich allerlei Rundfahrgeschäftsklassiker, wie eine Teetassenbahn, ein Pferdekarussell und ein Wellenflieger, aber auch Anlagen wie eine Seesturmbahn, ein Fliegender Teppich und eine große Schiffschaukel.

360° 3D-Kino

Von besonderem Interesse war dabei das 360° 3D-Kino, in dem zum Nachmittag hin ein typisch japanisch inszenierter Horrorfilm gezeigt wurde. Untermalt von allerlei Effekten funktionierte der Film überaus gut und auch der 3D-Effekt war spitze – wodurch es uns im weiteren Verlauf der Tour immer wieder in diese Art von Kino gezogen hat.

Flash Battle K und Shooting Pirates

Gleiches gilt auch für interaktive Spiele, wie z.B. das Flash Battle K, in dem man wie wild auf Taster – welche überall im Raum verteilt sind – hauen musste um dabei möglichst viele Punkte zu erzielen. Mit der gleichen Prämisse, aber als klassische interaktive Themenfahrt konzipiert, zeigt sich Shooting Pirates den Parkgästen. Ähnlich dem Darkride Capitán Balas des spanischen Freizeitparks Isla Magica geht es in kleinen Rundchaisen durch eine aufwendig gestaltete Piratenthematisierung. Dabei kann sich die Fahrt überaus sehen lassen, jedoch ist sie auch unfassbar kurz und dementsprechend schnell zu Ende.

Roller Skate Coaster

Direkt nebenan befinden sich das aufpreispflichtige Laser-Labyrinth, sowie die Kinderachterbahn Roller Skate Coaster im klassischen Roller Skater Layout des Herstellers Vekoma. Dementsprechend bietet die Fahrt einige rasante Kurven und Helices, perfekt auf die jungen Parkgäste zugeschnitten, die auch gerne immer wieder eingestiegen sind.

Moon Parade

Auf dem ersten Blick ähnlich vertraut wirkt die Monorail Moon Parade, zumindest solange bis man dann eingestiegen ist. Denn statt mit Strom, fährt man hier mit Verbrennungsmotor die Strecke entlang und das schönste dabei ist, wir dürfen auch noch steuern. Zwar können wir hier nur die Geschwindigkeit regulieren, doch für alles andere gibt es ja direkt unter der Anlage die ellenlange Go-Kart-Bahn.

Gold Rush

Kommen wir nun zur letzten Attraktion des Kijima Kogen Park und meiner 450. Achterbahn: Gold Rush. Eingebettet in einem künstlichen Felsmassiv beherbergt sich eine, zumindest im vorderen Teil des Zuges unfassbar brachiale und wilde Achterbahnfahrt. Nach der Liftauffahrt kurvt man nun Ebene für Ebene durch das Layout, dabei beginnen wir mit einer engen Linkskurve, die sogleich in den ersten, sehr flachen Drop übergeht. Interessanter Weise ist die Auffahrt dann wiederum deutlich steiler und die Kuppe sehr eng bemessen, weswegen man sogleich in Kontakt mit dem Bügel gerät und dabei durchaus vorhandene Airtime erlebt. Nach einem Linksknick wiederholt sich das Spiel im kleinen Rahmen erneut. Nach einer weiten Rechtskurve schließt sich ein kurzer Dip an, nach welchen wir dann auf einer Schussfahrt deutlich an Schwung gewinnen. Während dieser tauchen wir in das Felsmassiv hinein, stets mit dem Blick auf das kommende Übel gerichtet. Als hätten wir es nicht anders verdient brettern wir über eine kleine Auffahrt, deren Kuppe wieder einmal äußerst eng bemessen ist und dann auch noch in eine Kurve überleitet. Absolut überrascht von dem gewaltigen Wechselspiel aller Kräfte, verlassen wir unter lautem Lachen die Höhle und widmen uns den restlichen Streckenverlauf. Über einen kraftlosen Camelback erreichen wir eine weitere Wendekurve, auf das wir nun parallel zur Station weitergeleitet werden. In einer Linkskurve unterqueren wir den eben getätigten Hügel und durchqueren mit stetiger Querneigung nun eine kurze Gerade, sowie die letzten Kurven in Richtung der Station.

Viel habe ich nicht von der Goldrausch-Achterbahn erwartet, doch sie ist wahrhaft ein Rausch der Sinne. Zwar eher von Rost als mit Goldstaub bespickt überzeugt die Anlage durch ihre aalglatten Fahreigenschaften und ihre, zumindest im vorderen Teil des Zuges, absolut grandiosen Übergängen. Im Gesamten gesehen ist die Achterbahn Gold Rush demzufolge eine astreine Familienachterbahn, welche hervorragend in diesen Freizeitpark passt.

Bilder Kijima Kogen Park

Fazit Kijima Kogen Park

Der Kijima Kogen Park war ein sehr besonderer Freizeitpark für mich, denn er war nicht nur der erste, den ich in Japan besuchen durfte, sondern auch mein 100ster besuchter Freizeitpark. Umso schöner ist es, dass mir der Park wirklich verdammt gut gefallen hat. Die Atmosphäre des Parks erinnert in großen Teilen an den dänischen Freizeitpark Tivoli Gardens, was auch an seinen absolut toll angelegten Gärten liegt. Die Fahrgeschäfte wissen allesamt gut zu unterhalten, weswegen ich gerne wiederkommen möchte und das definitiv nicht, weil mir eine Fahrt auf der Holzachterbahn fehlt; sondern eher, weil ich die Gegend rund um Beppu gerne genauer erkunden möchte. Die heißen Quellen haben es mir nämlich absolut angetan.

 


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