Achterbahnen, Go-Karts und Wasserrutschen

Mt. Olympus Water & Theme Park

Mit Mt. Olympus wartet in Wisconsin Dells ein Freizeitpark, wie man ihn wohl nur selten findet. Seine Ursprünge liegen in einer kleinen Go-Kart-Anlage, aus der über die Jahre Big Chief Karts & Coasters und schließlich der heutige Mt. Olympus Water & Theme Park entstand. Noch heute spielen die zahlreichen, teilweise aufwendig aufgeständerten Go-Kart-Strecken eine mindestens ebenso große Rolle wie die Achterbahnen.

RollerCoaster-Tycoon-Spielern dürfte das Konzept dabei erstaunlich bekannt vorkommen. Nicht ohne Grund wird immer wieder vermutet, dass das Szenario Karts & Coasters vom damaligen Big Chief Karts & Coasters inspiriert wurde. Ob das tatsächlich so war, sei einmal dahingestellt – beim Rundgang durch den Park fühlt man sich mit all den Go-Kart-Strecken und Holzachterbahnen jedenfalls schnell an den Klassiker erinnert.

Mittlerweile ist Mt. Olympus allerdings weit mehr als nur Karts und Coasters. Zum Resort gehören auch ein großer Outdoor Water Park und ein Indoor Water Park, sodass es hier entsprechend viel zu entdecken gibt. Meinen Rundgang begann ich zunächst zwischen Holzachterbahnen und Go-Kart-Strecken im Outdoor Theme Park, bevor es anschließend ins Wasser ging.

Outdoor Theme Park

Zeus

Den Anfang meines Rundgangs durch den Outdoor Theme Park machte Zeus. Die Holzachterbahn von CCI startet bereits vor dem eigentlichen Lifthill mit einer schön gekurvten Abfahrt und einem kleinen Hügel, bevor es hinauf zum höchsten Punkt der Strecke geht.

Danach folgt ein klassisches Out-and-Back-Layout, das jedoch mit einigen Besonderheiten aufwartet. Selbst die große Wendekurve ist mit mehreren Tälern gespickt und sorgt so für deutlich mehr Dynamik, als man zunächst erwarten würde. Vor allem aber liefert Zeus jede Menge Airtime, die ganz CCI-typisch teilweise ziemlich brachial ausfällt.

Dazu fuhr sich die Achterbahn bei meinem Besuch erstaunlich gut. Zeus ist eine echte Airtime-Maschine und hat mir mit ihrem abwechslungsreichen Out-and-Back-Layout richtig viel Spaß gemacht.

Hades 360

Auch Hades 360 startet weit oben am Hang, lässt sich vor dem eigentlichen Lifthill aber zunächst einmal deutlich mehr Zeit. Direkt aus der Station geht es über einen größeren Drop nach unten, gefolgt von einer gekurvten Auffahrt, einem Double Down und einem Richtungswechsel. Schon hier fährt sich die Bahn leider merklich rauer als Zeus – kein besonders gutes Omen für das, was noch folgen sollte.

Nach dem Lifthill erreicht Hades 360 eine Höhe von rund 40 Metern. Viel Zeit zum Genießen der Aussicht bleibt allerdings nicht, denn schon kurz darauf stürzt man sich über die große Schussfahrt hinunter in den Tunnel. Mit ohrenbetäubendem Lärm geht es nun einmal komplett unter dem Parkplatz hindurch. Dabei führt die Strecke keineswegs einfach nur geradeaus: Mehrere Kurven und eine ordentliche Querneigung sorgen dafür, dass es auch unter der Erde ziemlich wild zur Sache geht.

Kaum hat man am anderen Ende wieder das Tageslicht erreicht, geht es auch schon in den großen Korkenzieher. Eine leicht übergeneigte Kurve und ein weiterer Hügel führen anschließend zurück in den Tunnel. Dieses Mal verläuft die Strecke parallel zur bereits gefahrenen Passage und ist mit reichlich Lateralkräften gespickt. Zusammen mit dem enormen Lärm entwickelt dieser Abschnitt eine ziemlich brachiale Dynamik.

Wieder im Park angekommen, bringt einen ein weiterer Hügel samt Double Down zurück in Richtung Station. Vorbei ist die Fahrt hier allerdings noch lange nicht. Es folgen noch mehrere langgezogene Kurven und Hügel, bevor eine riesige Helix das Finale einleitet.

Hades 360 bietet damit ein absolut abgefahrenes Layout und gehört sicherlich zu den ungewöhnlichsten Holzachterbahnen, die ich bislang gefahren bin. Leider fährt sich die Bahn über weite Strecken ziemlich rau, was angesichts der ohnehin schon extrem wilden Streckenführung stellenweise ganz schön heftig wird. Dennoch ist Hades 360 eine richtig gute Anlage, die vor allem mit ihrem außergewöhnlichen Layout und den wilden Tunneldurchfahrten im Gedächtnis bleibt.

The Underground Go-Kart Track

Nach Hades 360 ging es für mich erst einmal mit vier Rädern weiter. The Underground ist eine der zahlreichen Go-Kart-Strecken von Mt. Olympus und macht ihrem Namen alle Ehre, denn ein Teil der Strecke führt unterirdisch durch einen Tunnel.

Die Strecke ist sehr schön angelegt und bietet einige Kurven und Höhenunterschiede. Gerade der Wechsel zwischen den offenen Abschnitten und der Fahrt durch den Tunnel macht The Underground zu einer der interessanteren Go-Kart-Strecken im Park.

Cyclops

Auf meinem weiteren Weg durch den Park kam ich anschließend an Cyclops vorbei. Die kompakte Holzachterbahn von CCI war bei meinem Besuch leider außer Betrieb. Statt einer Fahrt konnte ich den Arbeitern dabei zusehen, wie sie gerade Teile der Strecke erneuerten und Schienen austauschten.

Das war gleich doppelt schade, denn Cyclops ist vor allem für seine ausgeprägte Airtime bekannt. Die Bahn hätte ich wirklich gerne ausprobiert.

Trojan Horse Go-Karts

Weiter ging es mit den Trojan Horse Go-Karts, einer der auffälligsten Go-Kart-Strecken von Mt. Olympus. Ihren Namen verdankt die Anlage dem riesigen Trojanischen Pferd, das die Strecke überragt und schon von weitem ins Auge fällt.

Die Strecke selbst ist schön in das Gelände eingebunden und führt in mehreren Ebenen rund um das große Pferd. Dabei geht es immer wieder bergauf und bergab und durch zahlreiche Kurven. Schade ist allerdings, dass die riesige Helix der Anlage nicht befahren wird – gerade die sieht von außen nämlich besonders vielversprechend aus.

Turbo Go-Karts

Mit Turbo wartete anschließend eine weitere Go-Kart-Strecke auf mich. Im Gegensatz zu den vorherigen Anlagen verläuft die Strecke weitgehend flach, bietet mit ihren zahlreichen Kurven aber trotzdem eine ganz nette Runde.

Orion und Tiny Heroes Go-Karts

Mit Orion und Tiny Heroes gibt es bei Mt. Olympus auch zwei Go-Kart-Strecken speziell für die jüngeren Besucher. Die deutlich kleineren Anlagen bieten Kindern die Möglichkeit, selbst ein paar Runden zu drehen.

Little Titans

Mit Little Titans gibt es bei Mt. Olympus auch eine kleine Familienachterbahn von E&F Miler Industries. Die im Jahr 2000 eröffnete Bahn ist gerade einmal knapp fünf Meter hoch und führt nach dem Lifthill über eine kleine Abfahrt, eine Helix und mehrere Bunny Hops.

Gefahren bin ich Little Titans bei meinem Besuch allerdings nicht.

Apollo’s Swing

Direkt gegenüber von Little Titans befindet sich mit Apollo’s Swing ein Screamin’ Swing von S&S. Die Anlage fällt allerdings ungewöhnlich klein aus, denn pro Fahrt finden hier gerade einmal vier Personen Platz.

Wer eine Runde drehen möchte, muss zudem noch einmal extra bezahlen. Angesichts der doch recht ordentlichen Upcharge-Gebühr und der geringen Kapazität beließ ich es bei meinem Besuch beim Zuschauen.

Pegasus

Weiter ging es mit Pegasus, einer weiteren Holzachterbahn von CCI. Die Anlage fällt deutlich kompakter aus als die beiden zuvor gefahrenen Holzachterbahnen und bietet ein recht eigenwilliges Layout.

Besonders auffällig sind die zahlreichen kaum geneigten Kurven, durch die man teilweise recht schwungvoll hindurchfährt. Dazwischen gibt es einige kleinere Abfahrten und Hügel, wirklich überzeugen konnte mich die Fahrt allerdings nicht. Pegasus ist insgesamt eine etwas seltsame Bahn und gehörte für mich eher zu den schwächeren Achterbahnen im Park.

Titan’s Go-Karts

Direkt unterhalb von Pegasus wartet mit Titan’s Go-Karts die nächste Kartbahn von Mt. Olympus. Die Strecke schlängelt sich unter und zwischen den Holzkonstruktionen der Achterbahn hindurch, wodurch sich ein ziemlich interessantes Zusammenspiel der beiden Anlagen ergibt.

Die eigentliche Strecke ist wieder schön angelegt und bietet zahlreiche Kurven. Gerade die Lage direkt unter Pegasus macht Titan’s zu einer der interessanteren Go-Kart-Strecken im Park.

Manticore

Mit Manticore wartet anschließend das große Kettenkarussell von Mt. Olympus. Während der Fahrt wird der gesamte Kranz weit nach oben gezogen, sodass man seine Runden in beachtlicher Höhe über dem Park dreht.

Die Fahrt selbst ist angenehm ruhig und bietet vor allem einen schönen Blick über Mt. Olympus und die Umgebung von Wisconsin Dells. Gerade nach den ganzen Holzachterbahnen und Go-Karts war Manticore eine nette Abwechslung.

Batting Cages und Helios Go-Karts

Vorbei ging es anschließend an den Batting Cages, wo man sich selbst einmal mit Baseballschläger und Ball versuchen kann. Ein Angebot, das ich in einem Freizeitpark ziemlich cool finde und bei dem ich mich durchaus frage, warum man so etwas nicht häufiger findet.

Danach ging es mit den Helios Go-Karts zur letzten Go-Kart-Strecke meines Rundgangs durch den Outdoor Theme Park. Die aufgeständerte Holzkonstruktion besteht hauptsächlich aus mehreren Helices, durch die man sich nach oben und wieder nach unten schraubt. Generell gefallen mir diese mehrstöckigen Go-Kart-Strecken aus Holz richtig gut und Helios bildet da keine Ausnahme.

Outdoor Water Park

Poseidon’s Rage

Den Anfang im Outdoor Water Park machte Poseidon’s Rage, ein Wellenbecken der etwas anderen Art. Statt vieler kleiner Wellen wird hier in regelmäßigen Abständen eine einzelne riesige Welle erzeugt, die sich mit ordentlich Wucht durch das Becken bewegt.

Was dabei geboten wird, macht nicht nur unfassbar viel Spaß, sondern ist auch ziemlich beeindruckend anzusehen. Wenn sich die gewaltige Wassermasse aufbaut und anschließend durch das Becken rollt, bekommt man erst einmal einen Eindruck davon, welche Kräfte hier wirken. Auch technisch gesehen ist Poseidon’s Rage eine faszinierende Anlage und für mich eines der Highlights des Wasserparks.

Triton’s Rage und Triton’s Fury

Mit Triton’s Rage und Triton’s Fury folgen zwei Family-Raft-Rutschen, die trotz ähnlicher Bauweise zwei ziemlich unterschiedliche Fahrten bieten.

Triton’s Fury geht bereits nach einer ersten Kurve in eine lange, wellenförmige Abfahrt über. Über die einzelnen Kuppen hebt das Raft immer wieder ordentlich ab, sodass die Fahrt mit überraschend guter Airtime überzeugen kann.

Triton’s Rage setzt dagegen vor allem auf zahlreiche Kurven, durch die sich das Raft nach unten schlängelt. Dabei gerät das Boot immer wieder ordentlich in Schräglage und schaukelt sich schön an den Seitenwänden hoch. Beide Rutschen haben mir auf ihre ganz eigene Art richtig gut gefallen.

Triton’s Challenge

Am selben Rutschenturm startet mit Triton’s Challenge noch eine klassische Mattenrutsche. Bäuchlings auf der Matte geht es hier über eine lange, wellenförmige Abfahrt nach unten, wobei man über die einzelnen Kuppen immer wieder schön abhebt. Eine einfache, aber sehr spaßige Rutsche, die mir ebenfalls richtig gut gefallen hat.

Lost City of Atlantis

Weiter ging es in die Lost City of Atlantis. Der große Wasserspielplatz von WhiteWater bietet neben zahlreichen Wasserspielen auch einige ausgewachsene Rutschen.

Beim Boomerango geht es nach einer ersten Kurve über eine steile Abfahrt direkt in das große Hauptelement. Mit ordentlich Schwung fährt man die gegenüberliegende Wand hinauf, schwingt wieder zurück und gleitet anschließend flach über das Auffangbecken. Boomerangos machen eigentlich immer Spaß und auch hier war das nicht anders.

Ungewöhnlicher ist der Champagne Bowl. Hier dreht man einige Runden in der großen Schüssel, bis man schließlich zum Stillstand kommt. Danach steigt man einfach aus und verlässt die Rutsche über ein Treppenhaus in der Mitte der Bowl. Ein ziemlich kurioses Ende.

Daneben gibt es noch eine klassische Reifenrutsche, die hauptsächlich aus zahlreichen Kurven besteht. Die Fahrt ist ganz nett, ist mir im Vergleich zu den beiden anderen Rutschen aber nicht besonders in Erinnerung geblieben.

The Rise of Icarus

Mit The Rise of Icarus wartet das alles überragende Bauwerk des Outdoor Water Parks. Der rund 49 Meter hohe Rutschenturm dominiert den gesamten Wasserpark und ist schon von weitem kaum zu übersehen. Insgesamt starten hier fünf Bodyslides mit unterschiedlichen Streckenverläufen.

Das eigentliche Highlight ist The Fall. Während die übrigen Rutschen deutlich weiter unten starten, geht es hierfür bis fast an die Spitze des Turms. Der Einstieg befindet sich in rund 44 Metern Höhe und entsprechend beeindruckend ist der Blick hinunter.

Die anschließende Schussfahrt ist nicht nur sehr schnell, sondern auch verdammt lang. Leider ist The Fall ziemlich schlecht verfugt, sodass man die Übergänge während der gesamten Fahrt deutlich zu spüren bekommt. Was zunächst noch ganz lustig ist, wird mit zunehmender Fahrtdauer immer unangenehmer und irgendwann wünschte ich mir eigentlich nur noch, dass die Rutsche langsam zu Ende geht. Gerade bei einer neuen Anlage von WhiteWater hätte ich eine derart unsaubere Verarbeitung nicht erwartet.

Die übrigen Rutschen starten deutlich weiter unten und bestehen aus verschiedenen Speedslides sowie einer klassischen Kamikaze-Rutsche. Auch hier geht es entsprechend flott zur Sache, wobei mir diese deutlich kürzeren Abfahrten insgesamt besser gefallen haben.

Icaria Splash ’n Slide

Direkt im Schatten von The Rise of Icarus befindet sich mit Icaria Splash ’n Slide ein größerer Bereich für Kleinkinder. Neben flachen Wasserbecken gibt es hier verschiedene kleine Rutschen und Wasserspiele, die sich vor allem an die jüngsten Besucher richten.

River Troy und Tidal Wave

Neben den zahlreichen Rutschen bietet der Outdoor Water Park mit River Troy auch einen klassischen Lazy River, auf dem man sich gemütlich durch den Park treiben lassen kann. Mit Tidal Wave gibt es zudem noch ein großes Wellenbecken. Beide Attraktionen runden das ohnehin schon umfangreiche Angebot im Außenbereich schön ab.

Indoor Water Park

Zum Abschluss ging es für mich dann noch in den Indoor Water Park. Dieser fällt zwar deutlich überschaubarer aus und bietet hauptsächlich einige kleinere Rutschen, dafür wartet hier mit Medusa’s Slidewheel noch ein echtes Highlight.

Medusa’s Slidewheel

Mit Medusa’s Slidewheel wartet eine der ungewöhnlichsten Rutschen des Wasserparks. Statt einem klassischen Streckenverlauf führt die Family-Raft-Rutsche durch ein riesiges, sich langsam drehendes Rad. Im Inneren besteht die Fahrt praktisch nur aus gekurvten Auf- und Abfahrten, wodurch das Raft immer wieder angehoben wird, zurückrutscht und anschließend erneut Schwung aufnimmt.

Das Fahrgefühl ist dadurch völlig anders als auf einer normalen Wasserrutsche und einfach herrlich abgefahren. Ständig geht es irgendwo hoch, runter oder seitlich durch das rotierende Slidewheel und vor allem ist man darin erstaunlich lange unterwegs. Durch die vielen gekurvten Auf- und Abfahrten nimmt die Fahrt gefühlt kein Ende und macht dabei richtig viel Spaß. Für mich ganz klar das Highlight des Wasserparks und eine der besten Wasserrutschen, die ich bislang gerutscht bin.

Bilder Mt. Olympus Water & Theme Park

Fazit Mt. Olympus Water & Theme Park

Mt. Olympus hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Die Mischung aus Holzachterbahnen, den zahlreichen Go-Kart-Strecken und den beiden Wasserparks ist erstaunlich ausgewogen und bietet über den ganzen Tag hinweg jede Menge Abwechslung. Mit Zeus und Hades 360 gibt es zudem zwei richtig gute Holzachterbahnen, während gerade die aufgeständerten Go-Kart-Strecken dem Freizeitpark einen ganz eigenen Charakter verleihen.

Besonders positiv überrascht hat mich das Rutschenangebot. Während der Freizeitpark mit seinen Holzachterbahnen und Go-Kart-Strecken eher klassisch daherkommt, ist man bei den Wasserrutschen offensichtlich sehr darum bemüht, technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben. Gerade Anlagen wie The Rise of Icarus und natürlich Medusa’s Slidewheel zeigen das ziemlich eindrucksvoll. Dazu kommt mit Poseidon’s Rage eine technisch ebenso faszinierende Attraktion.

Umso weniger konnte ich nach meinem Besuch die teilweise recht negative Meinung über Mt. Olympus innerhalb der Freizeitpark-Fangemeinschaft nachvollziehen. Sicherlich ist hier nicht alles perfekt, insgesamt bietet der Park aber ein richtig starkes und vor allem ungewöhnlich vielseitiges Gesamtpaket. Ich jedenfalls hatte hier einen richtig guten Tag.

 


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Es gibt mehr als nur Mais in Indiana

Indiana Beach

Der 1926 gegründete Indiana Beach ist einer der klassischsten Vergnügungsparks des Landes. Nach über 80 Jahren in Familienbesitz durchlebte der Park in den frühen 2020er Jahren eine turbulente Zeit. Inzwischen im Besitz von Gene Staples, hat sich der Park gut entwickelt und beherbergt neben seinen drei CCI Holzachterbahnen auch einige Schätze aus dem Hause Schwarzkopf. Kein Wunder also, dass ich dem Park unbedingt einen Besuch abstatten musste.

All American Triple Loop

Einer der Hauptgründe für die Tour war der All American Triple Loop, der ehemalige Dreier-Looping des Schaustellers Barth, der viele Jahre im Vergnügungspark La Feria Chapultepec Magico in Mexico City stand.

Nachdem der Park die Anlage komplett überholt hatte, entschloss man sich, die Züge der Schwesteranlage aus dem kanadischen Freizeitpark Galaxyland zu übernehmen und im All American Triple Loop einzusetzen. Leider war das Feedback der Fahrgäste nicht ganz so gnädig mit der Anlage, da auch hier die Schulterklauen – ähnlich wie beim Olympia Looping – das Fahrerlebnis negativ beeinflussen.

Leider konnte ich mir davon kein eigenes Bild machen, da die angekündigte verspätete Eröffnung der Anlage während meines Besuches leider nicht stattfand und ich die Anlage nur aus der Ferne betrachten konnte. Mittlerweile sind die Schulterbügel entfernt worden, so dass ich gerne noch einmal den Weg nach Monticello auf mich nehmen werde, um die Anlage einmal in meinem Leben auch zu fahren. Als die Anlage damals durch Deutschland tourte, war ich leider zu ängstlich und definitiv noch zu klein für eine Fahrt.

Steel Hawg

Die erste Fahrt des Tages machte ich gleich nach Parköffnung auf Steel Hawg, da hier aufgrund des Einwagenbetriebes im Laufe des Abends mit längeren Wartezeiten zu rechnen war.

Den sehr steilen und schnellen Lift erklommen, geht es recht zügig in eine Kurvenkombination ohne vorhandene Querneigung, die einen kurz darauf in den 111° steilen Drop führt. Mit einer kleinen Seitwärtsdrehung geht es direkt auf die erste Blockbremse zu.

Es folgt eine Kurve, die man durchaus öfter in diverse Achterbahnen einbauen könnte, denn der nach außen geneigte Streckenabschnitt hat es in sich. Leider ist dieser Teil sehr schnell wieder vorbei und es folgt eine scheinbar konventionelle Kurve, die aber gegen Ende immer mehr an Steilheit zunimmt und einen kurzerhand auf den Kopf stellt. Die Hangtime ist hier sehr ausgeprägt und man ist froh, kurz darauf in einem halben Looping Richtung Boden zu fallen, wo man auch zum ersten Mal am tiefsten Punkt der Bahn angekommen ist. Doch die Fahrt ist noch nicht zu Ende und es folgt ein weiterer Anstieg mit anschließender Blockbremse. Nun geht es in die letzte traditionelle Kurve, die sofort in eine abwärts führende Heartlineroll mündet – das interessanteste Element der Bahn. Es folgt eine unscheinbare Kurve in Form eines Immelmann Turns, nach der die Fahrt sehr abrupt endet.

Interessanterweise lief der Prototyp der El Loco Achterbahn deutlich besser als die vielen baugleichen Anlagen, die ich bisher testen durfte. Eine grundsolide Achterbahn, für die man gerne mal 10 Minuten ansteht.

Falling Star

Vorbei am Music Express, der hier im Park eine schöne Vor- und Rückwärtsfahrt bietet, zieht es uns nun zum Chance Rides Falling Star, welchen wir hier in Indiana Beach auch als Single Rider fahren dürfen. Dieser Fliegende Teppich ist das amerikanische Pendant zum HUSS Rainbow und bietet hier eine tolle Fahrt voller lateraler Kräfte und einem Hauch von Airtime.

Hoosier Hurricane

Der Hoosier Hurricane ist die größte Holzachterbahn des Parks und verfügt über ein Out-and-Back Layout. Nach einer kurzen Rechtskurve beginnt die Fahrt mit dem Lifthügel. In einer Höhe von 23,5 m (77 ft) geht es dann durch zwei Kurven, bevor der erste Drop erreicht wird. Hier geht es direkt hinunter zum Wasser. Es folgt ein doppelter Anstieg und eine kleine Rechtskurve, bevor wir unter der Fußgängerbrücke durchfahren, die in den Park führt. Auf der anderen Seite des Parks geht es in einer großen Schleife am Riesenrad vorbei. Nach einer weiteren Rechtskurve rasen wir über eine Reihe von Hügeln, bis wir schließlich auf die Bremse treten.

Der Hoosier Hurricane ist ein cooles Stück Holz. Das etwas merkwürdige Layout, das einen zunächst mitten durch den Park und dann an dessen Rand führt, punktet allein schon durch die atemberaubende Lage der Achterbahn. Für eine Achterbahn des Herstellers CCI bietet die Fahrt erstaunlich wenig Airtime, was etwas schade ist.

Rockys Rapids Log Flume

Zur Verwirrung aller Parkbesucher befindet sich direkt neben dem Eingang zur Holzachterbahn Hoosier Hurricane der Zugang zur Wildwasserbahn Rockys Rapids Log Flume. Die von Arrow Dynamics gebaute Wildwasserbahn stammt aus dem Jahr 1974, kam aber erst 1986 in den Park – zuvor stand sie im Pontchartrain Beach Freizeitpark in New Orleans. Wie viele der frühen Wildwasserbahnen bietet auch die Rockys Rapids Log Flume nur einen Sturz gegen Ende der Fahrt.

Tig’rr Coaster

Dieses schicke Schmuckstück des Herstellers Schwarzkopf stand jahrelang im Holiday Beach Vergnügungspark in Douglas, Georgia, bevor die Anlage 1984 nach Indiana Beach umzog.

Die Fahrt beginnt mit einer kurzen Rechtskurve, an die sich gleich der Lift der Anlage anschließt. In einer Höhe von 44 ft (13 m) geht es dann durch eine ziemlich weite Kurve. Mit Schwung stürzen wir uns die erste Abfahrt hinunter und wow, ist das steil! Die bobähnliche Sitzposition gibt ihr Bestes und sorgt für den ersten Überraschungsmoment der Fahrt. Mit Karacho sausen wir durch das Tal und stürzen uns sofort in die bodennahe Steilkurve, die damals die Achterbahnwelt revolutionierte. Knapp unterhalb des Lifthügels beenden wir unsere Kurvenfahrt und nehmen sogleich eine längere Steigung in Angriff. Nun auf der zweiten Ebene folgen wir dem Streckenverlauf vor dem ersten Gefälle, bevor wir uns nach rechts verabschieden und über ein kleines Gefälle in die Bayernkurve einfahren. Über Berg und Tal geht es nun linksdrehend an der Stirnseite der Anlage entlang. In der anschließenden Senke folgt ein kurzer Richtungswechsel, nach dem wir ein drittes Mal durch die Rückseite der Anlage fahren. Nach einer kurzen Linkskurve geht es wieder abwärts, gefolgt von einer sehr langen bodennahen Rechtskurve, die sich gegen Ende zu einer ansteigenden Helix verjüngt. Es folgt ein kurzer Dip und ein ebenso kurzer Anstieg, bevor uns die abschließende Abwärtshelix erwartet. Mit Schwung erreichen wir die Bremse, die uns jedoch unerwartet sanft zum Stehen bringt.

Der Jet Star Tig’rr Coaster von Schwarzkopf ist nach wie vor ein echter Renner. Die Fahrt auf der mittlerweile 50 Jahre alten Achterbahn macht mit ihren schnittigen Kurven und dem rasanten Sturz zu Beginn der Fahrt einfach Spaß. Dabei sind die Fahreigenschaften nach wie vor unbestritten grandios, eine echte Schwarzkopf-Achterbahn eben. Schade nur, dass auch hier nur ein Wagen unterwegs war, was zu längeren Wartezeiten führte.

Cornball Express

Rund um den Tig’rr Coaster verläuft die Strecke der zweiten großen Holzachterbahn des Parks, dem Cornball Express. Ähnlich wie beim Hoosier Hurricane liegt die Station der Achterbahn sehr hoch, so dass es gleich zu Beginn heißt: Treppensteigen.

Die Fahrt beginnt wiederum mit einer Linkskurve durch die Konstruktion der Schwesterachterbahn. Parallel zum Lifthügel geht es auch für uns nach oben. Dort angekommen geht es in einer Steilkurve direkt in die Tiefe. Vorbei an der Wildwasserbahn Rockys Rapids Log Flume geht es nun einen hohen Hügel hinauf, der gleich zur Seite abknickt und uns mit herrlicher Airtime belohnt, die nicht mit seitlichen Kräften geizt.  Nun umrunden wir den Tig’rr Coaster einmal und passieren eine schöne Senke. Nach einer weiteren Schussfahrt tauchen wir erneut in die Struktur des Hoosier Hurricane ein. Anschließend geht es nach einer Linkskurve rasant in Richtung Boden, wobei wir in eine weitere Kurve einbiegen. Nach einem luftigen Anstieg folgt eine grandiose Helix, die uns wunderbar auf die Seite drückt.  Zwei weitere Drops entlang der ersten Streckenhälfte führen uns dann in Richtung Schlussbremse, in die wir sehr schnell einfahren. Kurz darauf endet unsere Fahrt mit dem Cornball Express.

Was für eine geile Bahn! Die laterale Airtime in der ersten Abfahrt und die generell sehr ejektorlastige Fahrt sprechen für diese CCI-Achterbahn. Auch die von lateralen Kräften dominierten Kurven sind super! Bisher die beste CCI-Achterbahn, die ich in Amerika gefahren bin. 

Den of Lost Thieves

Vorbei an der Schiffschaukel Sea Dragon und dem kostenpflichtigen Gruselkabinett Dr. Frankensteins Castle geht es weiter zum Den of Lost Thieves. Diese kleine Themenfahrt von Bill Tracy wurde von Sally liebevoll in eine interaktive Themenfahrt verwandelt, bei der die Spieler auf Piraten schießen müssen, um eine hohe Punktzahl zu erreichen.

Shafer Queen

Ein Highlight in Indiana Beach ist das Ausflugsschiff Shafer Queen. Die Fahrt geht zunächst flussabwärts bis zum Norway Dam und dann den Tippecanoe River hinauf. Dabei bietet sich ein atemberaubender Blick auf den Vergnügungspark und die Ufer des Lake Schafer. Schade nur, dass es auf dem Schiff keine Gastronomie gibt, so dass es sich empfiehlt, sich kurz vor der Abfahrt an einem der Stände mit Proviant einzudecken.

Boardwalk

Neben zahlreichen Essensständen, der sehr großen Sky Bar, dem Ballroom und vielen kleinen Geschicklichkeitsspielen sowie Arkaden bietet der Boardwalk eine große Anzahl klassischer amerikanischer Fahrgeschäfte, von denen die meisten direkt auf einem Plateau mitten im Wasser aufgebaut sind. Leider waren von diesen Fahrgeschäften nur der Paratrooper, der Scrambler und der Tilt-a-Whirl in Betrieb, die aber alle eine sehr schöne Fahrt boten. Auf eine Fahrt mit dem Kettenflieger Water Swings und dem Polyp Sea Warrior musste ich aus diesem Grund verzichten.

Ideal Beach

Das Erlebnisbad Ideal Beach war bei meinem Besuch bereits geschlossen. Der Wasserpark bietet einige interessante Bodyslides und Reifenrutschen, die interessanterweise rund um die Achterbahn Cyclone angeordnet sind. Außerdem bietet der Park eine Kamikaze-Rutsche sowie einen Lazy River, der den Badebereich des Ideal Beach Pier Pools vom See trennt und größtenteils unter den Rutschen verläuft.

Double Shot

Vorbei an der Schlauchbootrutsche Big Flush, die durch ihren kurvenreichen Verlauf ein nasses Fahrerlebnis verspricht, zog es mich zum S&S Freifallturm Double Shot, der auch hier in Indiana Beach voll überzeugen konnte. Die Airtime war wirklich nicht zu verachten; schade nur, dass der Turm aufgrund seiner abgelegenen Lage leider kaum vom Publikum angenommen wird.

Sky Ride

Statt zu Fuß kann man auch bequem mit dem Sessellift Sky Ride über den Boardwalk gleiten. Mit bestem Blick auf den Lake Schafer und die Fahrgeschäfte von Indiana Beach geht es nun auf die andere Seite des Parks, wo sich neben dem Riesenrad Giant Gondola Wheel eine Station der Parkeisenbahn Spackman Express sowie die lustige Schlittenfahrt Flying Bobs befinden. Von hier aus geht es weiter zur letzten Holzachterbahn des Parks.

Lost Coaster of Superstition Mountain

Eine der außergewöhnlichsten Achterbahnen ist der Lost Coaster of Superstition Mountain. Die Bahn ersetzte eine alte Themenfahrt, daher der sehr kleine Footprint und die ungewöhnlichen Features dieser spektakulären Achterbahn.

Nachdem alle Fahrgäste eingestiegen sind, der Bügel abgesenkt und die Tür verriegelt ist, geht es sofort zum Aufzug. Oben angekommen, werden wir in Richtung der ersten Schussfahrt geschoben. Mit hoher Geschwindigkeit biegen wir rechts ab, fahren an der Rückseite des Showgebäudes vorbei und dann an der Vorderseite der Bahn entlang. Hier geht es durch eine wilde Abfolge von engen Kurven und Abfahrten. Im Innenhof der wunderschönen Oldtimerbahn Antique Autos geht es in eine Kurve, bevor wir eine dreifache Steigung hinauf zum Showgebäude erklimmen. Nun geht es durch einen wilden Mix aus viel zu engen Kurven, bevor wir für eine kleine Showeinlage angehalten werden. Danach geht es zweimal bergab, bevor wir vor dem Gebäude in eine Kurve einbiegen. Wieder im Gebäude bahnen wir uns unseren Weg durch eine weitere wilde Folge von engen Kurven. Nach einem weiteren Abschnitt im Freien geht es in die steilste Abfahrt der Strecke. Nach der Abfahrt müssen wir schnell auf die Bremse treten, sonst wäre der folgende Abschnitt mit seinen engen Kurvenradien der reinste Wahnsinn. Kurze Zeit später werden wir aus dem Bergwerk und zurück in die Station geschoben.

Die Fahrt auf dem Lost Coaster of Superstition Mountain lässt sich kaum in Worte fassen. Diese CCI-Kompaktachterbahn ist einfach der Wahnsinn. Viel zu kompakte Kurven wechseln sich ständig mit viel zu kompakten Abfahrten ab, von denen die fieseste auch noch im Innenbereich liegt. Allein der Außenteil macht diese kleine Achterbahn zu einer Weltklasse-Achterbahn. 

Bilder Indiana Beach

Fazit Indiana Beach

Indiana Beach ist ein wirklich cooler Park mit einer tollen Lage. Obwohl der Park schon fast 100 Jahre alt ist, gibt es hauptsächlich neuere Fahrgeschäfte. Dank Gene Staples kommen aber auch immer mehr gebrauchte Anlagen in den Park, der damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der deutschen Klassiker von Schwarzkopf, Huss und Weber leistet – auch wenn sie sehr amerikanische Namen bekommen. Mir gefällt es auf jeden Fall! Der Park und seine Lage haben mir sehr gut gefallen und ich freue mich darauf, irgendwann wieder am Lake Schafer vorbeizuschauen.

 

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Knott’s Berry Farm



Freizeitpark:Knott's Berry Farm (seit 1940)
Adresse:8039 Beach Blvd
90620 Buena Park
https://www.knotts.com
Betrieb:Six Flags


Knott’s Berry Farm in Buena Park, Kalifornien, gehört zu den traditionsreichsten Freizeitparks der Vereinigten Staaten. Seine Geschichte begann in den 1920er-Jahren mit der Beerenfarm von Walter und Cordelia Knott, die zunehmend auch für Cordelias Hähnchengerichte bekannt wurde. Um die vielen wartenden Restaurantgäste zu unterhalten, begann Walter Knott 1940 mit dem Bau der Westernstadt Ghost Town und legte damit den Grundstein für den späteren Freizeitpark.

Heute verbindet Knott’s Berry Farm seine lange Geschichte mit einer großen Auswahl an Achterbahnen, Thrill Rides und Familienattraktionen. Ghost Town bildet noch immer das Herzstück des Parks, daneben sorgen Bereiche wie Fiesta Village und der Boardwalk für Abwechslung. Zu den bekanntesten Attraktionen gehören die Holzachterbahn GhostRider, Xcelerator und HangTime sowie die traditionsreiche Wildwasserbahn Timber Mountain Log Ride.

Trotz seiner Entwicklung zu einem modernen Freizeitpark ist die Geschichte von Knott’s Berry Farm bis heute an vielen Stellen präsent. Vor allem Ghost Town, die historischen Attraktionen und die Verbindung zur Familie Knott verleihen dem Park einen Charme, der über viele Jahrzehnte gewachsen ist.

Fun Fact: Der Park war Heimat der ersten modernen Überkopf-Achterbahn.

 
Berichte

Gruselspaß bei Knott’s Berry Farm



 
 
 

Highlights des Freizeitparks

 




 

Ghost Rider

Die große Holzachterbahn

 


 

HangTime

Die Surfer-Achterbahn

 


 

Jaguar!

Eine sehr lustige Familienachterbahn

 


 

Timber Mountain Log Ride

Eine sehr unterhaltsame Wildwasserbahn

 


 

Sierra Sidewinder

Ein toller Spinning Coaster

 


 

Silver Bullet

Der große Inverted Coaster