Auf Entdeckungstour im Bellewaerde Park

Bellewaerde Park

Der Bellewaerde Park befindet sich in der belgischen Provinz West-Vlaanderen, welche durch die Stadt Brügge sicherlich als schönster Teil Belgiens deklariert werden kann. Auch die Straßen sind hier nicht so bescheiden wie im Rest des Landes und die Nähe zu der französischen Region Nord-Pas-de-Calais beschert den Park ein angenehmeres Parkpublikum als man es beispielsweise im Ur-Walibi erleben kann.

Parkrundgang

Bengal Rapid River

Betritt man den Park durch den Eingang A und geht sogleich nach links trifft man nach passieren des Kettenkarussells auf die Vekoma Raftinganlage Bengal Rapid River, welche dem indischen Themenbereich zuzuschreiben ist. Die Gestaltung des Kanals ist schön anzusehen und der Raftingfaktor durch die Boote, wie auch bei der Schwesteranlage im Walibi Holland, ausgeprägt, nur leider kam es durch die Beliebtheit der Anlage nicht zu einer Fahrt. Hier sollte man sicherlich gegen Anfang oder am Ende des Besuches eine Fahrt wagen.

Bengal Express

Die zweite Attraktion in diesem Bereich ist der Bengal Express, eine Zugfahrt in geschlossenen Wagons bei der man durch großzügige Tiger- und Löwengehege fährt und bei der zweiten Kehrtwende die Wasseraufbereitungsanlage des Parks als Highlight bestaunen darf – immerhin wird dieses ja sogar via Lautsprecher angepriesen. Sollte nicht gleich ein Zug in der Station sein, oder dieser gerade abgefahren sein kann man hier tatsächlich recht lange Warten. Auch sagt dieses der großzügig angelegte Wartebereich auch aus, wobei es den Anschein hat, dass der Bellewaerde Park im Allgemeinen in der Hochsaison durchaus sehr voll werden kann.

Screaming Eagle

Am Ufer eines großen Sees gelegenen befindet sich der Themenbereich Canada, welcher die einzige von außen halbwegs einsichtige Attraktion des Bellewaerde Park aufweisen kann. Die Rede ist dabei vom Shot ’n‘ Drop Screaming Eagle, eine der seltenen Parkanlagen aus dem Hause HUSS. Im Gegensatz zu den des Öfteren vertretenen Space Shot Türme des Herstellers S&S Worldwide kann die Anlage aus dem Stand heraus nach oben geschossen werden. Im Gegensatz zu den Anlagen, welche vor einiger Zeit noch auf deutschem Kirmesboden zu sehen waren erfolgt der Abschuss nach oben doch sehr überraschend, da jegliche Rekommantion dieses nicht voraussehen ließ. In freier Wildbahn und nicht durch den Hall umherstehender Häuser beeinflusst ist der Lärmpegel dieses Geschäftes durchaus gering, wobei man als Mitfahrer beim Hochfahren der Gondel jedoch anderer Meinung sein kann. Der Fall ist im Vergleich zu besseren S&S Türmen eher zahm und Kräfte im negativen Bereich entstehen kaum, jedoch punktet die Anlage durch eine große Kapazität, der allgemeinen Gestaltung, sowie dem Abschuss und der höheren Fahrtdauer.

Niagara

Nebenan erstrahlt der Shoot the Chutes Niagara des Herstellers Interlink in seiner vollen Pracht. Diese Art der Wasserbahn zeichnet sich vor allem durch seine großen Boote und der entstehenden Welle aus, welche sich hier jedoch nur bedingt auf die Insassen des Bootes auswirkt. Tatsächlich ist der Nässegrad nicht so hoch wie bei den Anlagen Cataratas Salvajes aus dem spanischen Parque Warner oder Tidal Wave aus dem englischen Thorpe Park, aber immerhin nicht so enttäuschend wie bei Isla Magicas Iguazu. Auf der Brücke, welche seltsamer Weise nicht vom Ausgang der Anlage über die Anlage führt, sondern frei zugänglich als Brücke zwischen den Ufern dient, war die Sehnsucht nach dem nassen Element durchaus hoch. Hier warfen sich Kinder gnadenlos in die Welle und man konnte diese hinter einer sicheren Glaswand gut dabei beobachten. Tatsächlich bricht die Welle so seltsam durch das Boot, so dass der größte Teil dieser direkt die Brücke erwischt.

Die weiteren Attraktionen in diesem Bereich sind eine Koggenfahrt, eine nass wirkende Schlauchbootrutsche, sowie die ein wenig seltsam wirkende Schiffschaukel aus dem Hause HUSS. Von 13-16 Uhr kann man auf einer kleinen Insel Totenkopfaffen ein wenig näher kommen, da ein Weg genau durch deren Gehege verläuft.

Auf der rechten Seite des Parkeingangs A befindet sich der Kidspark Themenbereich, der einerseits aus einem mittelalterlich gestalteten Teilbereich besteht, andererseits aus einigen traditionellen Fahrgeschäften und einem mysteriösen Herrenhaus, sowie einem großen Kletter- und Rutschkomplex.

Maison Magique d’Houdini

Ob eben jenes Herrenhaus unbedingt zu dem Kinderbereich gehören sollte, mag man doch eher zu bezweifeln, denn die Preshow ist nicht unbedingt für ängstliche Personen gemacht, wenn gleich die eigentliche Thematik nicht gruselig ist. Nachdem man das Maison Magique d’Houdini betreten hat, wo einige Exponate ausgestellt wurden wird ein Film über seine Jugend gezeigt, welcher nach kurzer Zeit untermalt von einem fiesen Lachen jedoch wegbrennt. Nun aktivieren sich einige Effekte und nach einigen Tricks wird man eingeladen beim größten seiner Tricks selbst beizuwohnen.

Wo der Preshow Raum sehr detailliert gestaltet ist, so ist der Hauptraum doch überraschend leer. Im Vergleich zu anderen Hexenschaukeln des gleichen Herstellers kann man hier keine üppig gestaltete Raummitte finden, was den angestellten Bedienern die Abfertigung zwar durchaus erleichtert, aber doch ein wenig Schade ist. An den Seiten befinden sich Spiegel, die glücklicher Weise, fixiert sind und im späteren Verlauf noch eine weitere Funktion offenbaren.

Die eigentliche Fahrt lässt mit dem vorgetäuschten Überschlag ganz schön lange warten und auch die Musik bleibt einen nach der Fahrt nicht sehr lange in Erinnerung. Jedoch ist das wahnsinnige Genie Huidinis durchaus in Erinnerung geblieben, denn sein Trick war selbst nach Betteln für eine Befreiung noch nicht zu Ende. Trotz der Aussage man würde sich in seinem schlimmsten Alptraum befinden entsinnt sich Houdini nach einem weiteren fiesen Lachen und dem Worten „Ce que vous pensez que vous voyez n’est pas ce qu’il semblait. C’est ce qu’on appelle l’illusion“ wird man schlussendlich doch noch befreit. In den Spiegeln zeigt sich dabei ein animierter Schlüssel.

Jungle Mission

Vorbei an einigen sehr großzügigen Tiergehegen, welche hauptsächlich afrikanische Tierarten aufwiesen, geht es in den Jungle. Die Hauptattraktion dieses Bereiches und zugleich einer der Hauptattraktionen des Bellewaerde Park schlechthin ist die Towboat Safari Jungle Mission, bei der man wie im Erlebnis-Zoo Hannover an einigen Tiergehegen vorbei schippert. Diese Anlage wurde vor gar nicht langer Zeit von Grund auf erneuert und erstrahlt heute im frischen Glanz bzw. in ihrer jetzigen Ausprägung. Während der Fahrt werden einige Wassereffekte aktiviert, nur die wenigsten von diesen erfrischen die Besucher auch direkt. Das afrikanische Thema wurde dabei nicht so liebevoll rassistisch wie beim ehemaligen dänischen Vergnügungspark Sommerland Syd umgesetzt, kann aber von den bekannten Uraltanimatroniks, welche man allesamt in der Themenfahrt La Jungla des Parque de Atracciones de Madrid wiederfindet, glücklicherweise keine einzige vorweisen und hebt sich daher doch deutlich ab.

Coccinelle

Die Achterbahn mit der längsten Warteschlange war an diesem Tag ein Klassiker deutscher Ingenieurskunst mit dem Namen Coccinelle, oder Keverbaan, je nachdem welche Sprache man besser versteht. Interessanter Weise konnte die Anlage weder von der Lautstärke noch von der Geschwindigkeit mit baugleichen Anlagen verglichen werden, denn sie hörte sich weder an wie ein Düsenjet, noch war sie so langsam, dass sie zusätzliche Reibräder auf der Strecke brauchte. Tatsächlich konnte man weder diese Anlage, noch den Luftdruckturm von weiten hören. Die allgemeine Gestaltung als wilde Achterbahn des Westens wirkt zwar ein wenig ungewohnt, ist durch die umgebenden Wände und der Überdachung des Lifthills eigentlich recht gelungen.

River Splash und El Toro

Neben der Wildwasserbahn River Splash und einem Bisongehege beginnt der Themenbereich Mexico sein Dasein. Hier kann man in einem 4D Kino den Film Sammys großes Abenteuer auf Niederländisch beziehungsweise Französisch ansehen, eine Runde auf dem Break Dance El Toro in Kuhgondeln drehen, dem zur Zeit noch einzigen Topple Tower außerhalb Skandinaviens mit Personenverkehr in Europa bestaunen oder die beiden verbliebenen Achterbahnen des Bellewaerde Park fahren.

El Volador

Ein Topple Tower des Hersteller HUSS ist ein seltsames Gerät, denn es scheint spektakulär von außen und auch die Technik scheint durchdacht, wenn auch in den wenigsten Fällen zu funktionieren und dennoch gehört dieses Fahrgeschäft mit Abstand zu den langweiligsten was man in einem Freizeitpark erleben kann, was man zuvor evtl. noch von dem King Kong aus dem Bobbejaanland hätte sagen können, wobei dort weder die Fahrt noch das Äußere besonders interessant aussehen, aber immerhin hat die Anlage Effekte die einen tatsächlich betreffen. Die Fahrt in El Volador gleicht der eines Wellenfliegers sollte man ihn seitlich fahren, nur das man diesen deutlich langsamer und mit Schulterbügeln absolvieren würde und mit leichter Querneigung nach unten. Wie Chessington World of Adventures des Öfteren zeigte kann man so gut wie alles massiv aufwerten wenn man denn das Element Wasser dazu ausnutzt andere Leute nass zu machen, hier hingegen war es unerreichbare Deko, die nicht einmal die Schuhe bespritzte, schade, denn das Konzept sieht in Bewegung von außen sehr schön aus.

Boomerang

Einige Meter von der Anlage entfernt kann man den ersten jemals eröffneten Boomerang seine Ehre erweisen und tatsächlich ist diese Achterbahn ein würdiger Vertreter dieser Shuttlecoaster Art. Im Vergleich zu vielen anderen Vertretern kommt die Station nicht in einer Zeltoptik daher, sondern wurde passend zum mexikanischen Bereich gestaltet. Die Vekoma Züge der zweiten Generation fahren sich hier, wie auch bei der Schwesteranlage Cobra aus dem Walibi Belgium erstaunlich gut, wenn auch nicht ganz so perfekt wie in Wavre. Die Anlage selbst erstrahlt durch ihre Farben, ist jedoch nicht unbedingt am Geeignetsten für diesen Bahntypus platziert worden.

Huracan

Die Neuheit in diesem Jahr ist der Indoorcoaster Huracan, welcher die vermeintlich recht gute Piratenthemenfahrtkopie im selben Gebäude ersetzt hat. Von außen kann man einen kleinen Teil der Strecke einsehen und man fragt sich ein wenig, warum man diese nicht ein wenig mehr ausgeprägt hatte, immerhin ist die Höhe bis zum Boden doch noch recht hoch. Betritt man den ein wenig zu hellen Wartebereich dauert es auch nicht lange bis man sich in der schön gestalteten Station befindet. Da man hier, wie in den anderen Anlagen auch, abgezählt wird besteht nur eine geringe Wahrscheinlichkeit sich seinen Lieblingsplatz zu ergattern.

Die Fahrt beginnt mit einer kleinen Themenfahrt, wo man begleitet von Musik und anderen Klängen durch die Elemente Feuer, Wasser und Wind geleitet wird. Anschließend fördert einen der Lifthill auf die Maximalhöhe der Anlage und nach einer kleinen Geraden folgt der kurvige erste Drop, welcher nach einem kleinen Anstieg wieder in das Gebäude führt. Nun folgt die überraschend wilde und zugleich ruhige Fahrt. Eine Kurve wechselt mit der nächsten und die Umschwünge machen dabei allesamt sehr viel her. Wo man denkt ein Force Coaster müsste so langsam mal enden macht Huracan einfach weiter, bis irgendwann auf einer Geraden haltmacht und dabei von Lasern ein wenig unterhalten wird, immerhin muss der vorangehende Block noch freigegeben werden.

Huracan macht als Dunkelachterbahn so einiges her und ist in der Halle tatsächlich so dunkel, wie man es selten erlebt. Die Geschwindigkeit wie auch die Kräfte während der Fahrt sind einfach toll und der Thementeil am Anfang nettes Beiwerk, auch wenn man diesen Part nicht unbedingt für eine sehr gute Achterbahn wie es Huracan nun mal ist bräuchte.

Bilder Bellewaerde Park

Fazit Bellewaerde Park

Der Bellewaerde Park ist zweifellos einer der schönsten Parks Europas und es tut mir schon ein wenig Leid den Park nach nur 3 1/2 Stunden verlassen gemusst zu haben, zumal Wiederholungsfahrten, wie auch eine Fahrt auf der seltenen Raftinganlage darunter gelitten haben. Die Companie des Alpes hat mit dem Bellewaerde Park einen großartigen Park, der vor allem gegenüber der Konkurrenz aus de Panne Punkten kann. Hier bleibt daher nur zu hoffen, dass auch in Zukunft weiter in die bisherige Richtung des doch recht großen Parks investiert wird.

 

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Ein Tag im Madridter Stadtpark

Parque de Atracciones de Madrid

Mitten im Casa de Campo, dem größten öffentlich zugänglichen Park von Madrid, gelegen befindet sich neben dem Madrider Zoo der Parque de Atracciones de Madrid, der Vergnügungspark der Stadt. Seit dem Jahr 1969 zieht er die Besuchermassen auf das Gelände der Aktiengruppe, die heute unter dem Namen Parques Reunidos bekannt ist. Wo früher noch das Tivoli Prinzip galt ist heute ein einmaliger Eintrittspreis zu bezahlen. Jahreskartenbesitzer etlicher Parques Reunidos Parks können direkt zum Einlass gehen. Einmal im Park hat man nun die Wahl aus drei Wegen: Nach links in den Maquinismo getauften Bereich mit der Achterbahn Abismo, geradeaus auf den Gran Avenida oder nach rechts in den Naturaleza benannten Bereich.

La Lanzadera

Da schon von weiten die Maurer Söhne Achterbahn Abismo lockte zog es uns vorerst nach links. Vorbei an einem sehr schönen und aufwendig gestalteten, jedoch defekten Top Spin ging es gleich in die erste Attraktion die einem über den Weg läuft, dem Intamin Giant Drop La Lanzadera. Dieser recht kleine Turm zieht immerhin recht ordentlich und kann im Vergleich zu größeren europäischen Anlagen überaus überzeugen.

Abismo

Der Drang nach einer gewissen Achterbahn deutscher Herstellung wurde immer größer, aber dafür muss ein Abgrund bezwungen werden – also der Abismo. Die von Maurer Söhne hergestellte XT 450 Anlage zeichnet sich dadurch aus, dass nach dem SkyLoop noch ein paar Streckenmeter folgen. Von außen wirkt die Anlage durchaus imposant und die angefügten Elemente wirken recht vielversprechend, nur so fahren wollte sich die Abismo allerdings dann doch nicht. Nach einem guten ersten Teil folgten ruppige Abfahrten und – dank unvorteilhaft geschlossenen Bügel – keinerlei Airtime . Die Bremsung hingegen fiel überraschender Weise durchaus sanft aus, was mir seit dem SkyWheel des Skyline Parks durchaus Sorgen gegenüber der Bahn gebracht hat. Dank höherer Intensität und dem lustigen Rückwärtspart überzeugt mich das SkyWheel um einiges mehr als seine erweiterte Version.

Tarantula

Praktischerweise befindet sich der Eingang der einen Maurer Söhne Anlage direkt am Ausgang der anderen, zumindest im Falle der Achterbahnen Tarantula und Abismo. Diese Achterbahn hatte am Anfang des Tages leider noch einen kleineren Defekt fuhr dann aber glücklicher Weise noch. Hier darf man einige Minuten in der Warteschlange investieren, die sich jedoch recht schnell voran bewegte. Nachdem man in den Einzelchaisen Platz genommen hat geht es den schnellen, aber sehr lauten und von weiten gut hörbaren Lift hinauf. Es folgen einige Abfahrten und Kurven in luftiger Höhe, bis es in den lustigen zweiten Part der Anlage geht. Hier geht es dann sehr intensiv durch den Parcours, wobei der Wagen auch noch sehr drehfreudig ist. Im Vergleich zu Dragons Fury aus dem englischen Chessington World of Adventures zieht die spanische Spinne durchaus den Kürzeren, nichts desto trotz bleibt sie in der Rangliste ganz weit oben.

El Aserradero

Direkt neben Tarantula und Abismo verläuft die Zamperla Wildwasserbahn El Aserradero durch den Parque de Atracciones de Madrid. Von der Fahrt sehr gewöhnungsbedürftig sind die steilen Lifte, in denen man sich zumindest vorne kaum halten kann. Die Schussfahrten können einen dann gut befeuchten und nach dem Tunnel am Ende der Fahrt bekommt man gegebenenfalls eine gute Dusche durch den Wasserfall ab, der sich entweder rechtzeitig ausschaltet oder sich über den Köpfen der Mitfahrer einfach mal einschaltet btw. sogar von Anfang an eingeschaltet bleibt.

Tyfon

Wo früher mal eine HUSS Enterprise und eine Schiffschaukel standen steht seit einigen Jahren eine Zamperla Disk’O mit Namen Tyfon. Leider erfolgte die Platzierung der Anlage nicht wirklich bedacht, so dass hier sehr viel offener Platz um die Bahn herum vorhanden ist und der Anschein kommt als würde hier etwas fehlen.

Rotor

Ein paar Meter weiter findet man einen HUSS Condor mit Namen Rotor. Die Abfertigung hat hier eine gefühlte Ewigkeit gedauert und bis man die Aussicht in luftiger Höhe genießen konnte mussten erst einmal die Baumkronen im oberen drittel der Flughöhe überwunden werden. Leider verliert die Anlage dadurch etwas ihrer Ausstrahlung.

Tornado

Etwas abseits, in einer Sackgasse gelegen, befindet sich der Intamin Suspended Looping Coaster Tornado. Das Layout ist für einen Invertedcoaster dieser Höhe ungewöhnlich langgezogen und besetzt einen Großteil des Bereiches um ihn herum für sich. Die Fahrt in den ziemlich langen Zug gestaltet sich dann als leicht ruppig und nicht wirklich spannend, nur der Korkenzieher mag als Highlight der Bahn genannt werden. Von außen her ist die Anlage ein Stützenwald ohne Gleichen, vor allem die Loopings verdienen hier besondere Anerkennung.

Sillas Voladoras und La Cueva de las Tarantulas

Erklimmt man den Weg aus der Sackgasse heraus kann man eine Runde auf den Wellenflug Sillas Voladoras wagen, bei zu hohen Andrang sogar über die Einzelsitz Warteschlange. Unter dem Spinningcoaster Tarantula befindet sich La Cueva de las Tarantulas, eine interaktive Themenfahrt durch eine mit Spinnen gefüllte Mine. Die Fahrt selbst ist gut gestaltet und der ein oder andere Effekt dann doch recht erschreckend. Das Fahrsystem selbst scheint etwas älter zu sein und so hat die Fahrt auch einen gewissen nostalgischen Charme.

La Maquina

Als letzte Attraktion in diesem Bereich sei die HUSS Frisbee La Maquina genannt, die nicht nur durch ihre überragende Gestaltung direkt ins Auge fällt, sondern auch eines der wohl intensivsten und ausgewogensten Fahrprogramme aufweisen kann. Selten ist eine Parkversion besser als die reisenden Exemplare gleichen Typus und so kann man La Maquina als Vorzeigeexemplar einer Frisbee aus dem Hause HUSS sehen.

Los Rapidos

Da das Wetter eine Abkühlung als sinnvoll erwiesen ließ wurde Los Rapidos im Bereich Naturaleza in Betracht gezogen. Diese von O.D Hopkins gebaute Anlage ist mal etwas anderes, findet man in Europa doch meist nur Intaminanlagen. Der Nässegrad des Anlage im Parque de Atracciones de Madrid gegeben, zumindest wenn einen die große Fontäne richtig erwischt, ansonsten gibt es gegen Ende noch einige Wasserstrahlen die direkt ins Boot ragen. Die Höhle mitten auf der Fahrt wirkt etwas kahl, ansonsten gehört diese Raftinganlage eindeutig zu einen der schöneren und nässeren Anlagen Europas.

Vértigo

Einen alten bekannten aus dem Bobbejaanland kann man hier in deutlich schönerer Gestaltung fahren. Wenn man jedoch an die Lücke denkt, welche die linke Seite im belgischen Freizeitpark hinterlassen hat, jedoch mit einem eher kritischen Blick. Die größte Schwachstelle hat Vértigo in ihrer Abfertigung, wo alle vier Wagen gleichzeitig beladen werden, anstelle dem durchaus flüssigeren Beladevorgang anderer Mäuse. Dank diesem Umstand kam es hier zu unnötig langen Pausen und sehr lange Warteschlangen. Die Fahrt selbst verläuft nicht mehr so brachial wie es damals in Lichtaart der Fall war, schade um die tolle Bremsung.

Los Fiordos

Die zweite Wasserattraktion in diesem Bereich ist der Spillwater Los Fiordos, welcher im Vergleich zu anderen Spillwateranlagen eine etwas längere Strecke bietet. Umstand dafür ist die Parkgrenze des Parque de Atracciones de Madrid quasi nebenan. Nachdem man in den Booten platzgenommen hat und die Bügel geschlossen wurde geht es auch schon los. Nach einer Kurve erklimmt man den Lift, woraufhin man nach einer 90° Kurve dem Wasserbecken immer näher kommt. Das Boot selbst verdrängt das Wasser leider nur zur Seite und nicht wie beim Spillwater Cataratas Salvajes im Parque Warner nach vorne, weshalb man hier vergleichsweise trocken (in etwa der Nässegrad einer guten Wildwasserbahn) aussteigt und selbst auf der Brücke  absolut gar nichts abbekommt.

Turbulencia und Vagones Locos

Im Kinderbereich findet man zwei Kinderachterbahnen. Zur großen Verwunderung konnten wir auf Anhieb bei beiden Achterbahnen einsteigen. Während einen die Vagones Locos wunderbar verdrescht haben konnte der kleine Suspended Coaster Turbulencia durch seinen recht hohen Ausschlag überzeugen und machte sogar recht viel Spaß.

Zeppelin

Bemerkenswert in diesem Bereich ist die Parkeisenbahn, die unüblicher Weise einfach mal über den Köpfen der Parkgäste errichtet wurde. Ansonsten bietet der Bereich noch einiges für die ganz kleinen Gäste. Im letzten Bereich des Parks, Tranquilidad genannt, findet man unter anderem die Zeppelin Monorail mit welcher man einen guten Eindruck über den Park gewinnen kann, das alte und recht unschöne Riesenrad, sowie eine hässliche und defekte Schiffschaukel. Die Themenfahrt Fantasia, eine Kopie von Disneys It’s a small world, war leider geschlossen, beim Starflyer war eine Wartezeit von einer Stunde angesagt und das seit 1989 etablierte Maze El Viejo Caseron schlug mit 5€ Eintritt zu Buche.

La Jungla

Die Kanalfahrt La Jungla kann durch ihre uralt Animatroniks punkten, welche allesamt aus diversen anderen Anlagen bekannt sind und selbst die Soundeffekte bekannter deutschen Anlagen findet man hier wieder. Die Fahrt selbst ist recht lang, durchläuft einige Afrikaszenen bis man durch Asien fährt und ist im Gesamten gesehen zwar recht trashig, aber durchaus nett.

Bilder Parque de Atracciones de Madrid

Schlusswort

Durch die Gran Avenida, in der sich nur ein Bewegungssimulator befindet ging es nun zum Parkausgang hinunter. Der Parque de Atracciones de Madrid selbst hat durchaus seinen Charme, jedoch auch einige unschöne bzw. einfach nur leere Ecken zu bieten. Die Achterbahnen sind, bis auf Tarantula, allesamt Mittelklasse und bei den Fahrgeschäften können nur einige wirklich überzeugen. Am schwierigsten tat ich mich mit der Achterbahn Abismo. Dennoch sollte man den Park unbedingt einmal gesehen haben.

 

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Feel the Dizz im Bobbejaanland

Vorwort

David und mich zog es zu Ostern in das lustige Land, dem Bobbejaanland, nach Belgien um die dortige Neuheit Dizz zu testen. Da die Erfahrung in Sachen Neuheiten stets voraussagt. dass diese ziemlich schnell ziemlich voll werden zog es uns an Typhoon vorbei direkt an den Eingang der besagten Achterbahn zu fahren. Da diese aber blöderweise erst später öffnete musste eine Fahrt auf der altehrwürdigen (R)evolution her.

Parkrundgang

(R)evolution

(R)evolution ist der Traum aller Linkskurvenfetischisten und natürlich auch vieler Achterbahnfans. Dieses Meisterwerk aus niederländischer Produktion weißt nicht nur den längsten Achterbahnzug der Welt auf, sondern auch ein besonderes visuelles Erlebnis der Extraklasse. Darüber hinaus genießt die Bahn einen gewissen Kultstatus, was hier natürlich absolut gerechtfertigt ist.

Dizz

Kurz darauf stellten wir uns dann einige Minuten vor der Öffnung bei der Achterbahn Dizz an. Es dauerte nicht sehr lang und eine nicht gerade kleine Menschenmenge hat sich direkt hinter uns versammelt. Nach einigen Testfahrten konnte es dann auch schon losgehen. Die Bahn hat eindeutig Potential, nutzt es aber zur Zeit überhaupt nicht aus. Das Reduzieren der Geschwindigkeit in den Bremssegmenten nervt ungemein und die absolut (im positiven Sinne) bescheuerte Thematisierung bezieht sich zur Zeit leider nur auf die Warteschlange mit der Station, weswegen man quasi mit wenig Spin und wenig Geschwindigkeit durch eine hingeklatschte Fahrstrecke absolviert.

El Rio

Nach der Arbeit widmeten wir uns fortan dem Vergnügen. Doch leider haben wir auf El Rio einen schlechten Tag erwischt, denn die Wellenfront nach Strudel schien nicht mehr vorhanden zu sein. Um den Schock des Trockenbleibens zu verarbeiten arbeiteten wir uns fortan in Richtung der Indoor-Wildwasserbahn Indiana River vor.

Oki Doki

Daher fuhren wir erstmal alles was uns in den Weg kam, von der seit dem Jahr 2010 nur noch einseitigen Wilden Maus, welche sich leider überhaupt nicht mehr wild fuhr – selbst die Bremsen griffen nicht mehr so extrem wie bei meinen letzten Besuch im Jahre 2008 -, zu der Tretbahn Desperado bis hin zu einem der genialsten Kinderachterbahnen überhaupt: Oki Doki. Auch der Musik Express des Bobbejaanland blieb nicht unverschont, nur der Vekoma Suspended Coaster musste noch etwas warten, immerhin waren uns hier die Wartezeiten etwas zu lang.

Indiana River

Indiana River selbst konnte dann ihren Ruf als sehr nasse Wildwasserbahn gerecht werden, auch wenn die Gefälle im Gesamten doch sehr winzig ausfallen, so ist diese Anlage einfach nur konsequent im Durchfeuchten ihrer Mitfahrer. Auch die Thematisierung kann sich sehen lassen, vor allem wenn man bedenkt, dass das Budget für diese Anlage nicht unbedingt hoch war.

Bob Express

Entgegengesetzt zu Indiana River zeigt sich die Outdoor-Wildwasserbahn des Parks. Wer am Ende trockener aussteigen möchte als er eingestiegen ist; für den ist die Fahrt sehr geeignet. Genauso planlos über den See gebaut ist im übrigen auch der Powered Coaster Bob Express. Eine herrliche Anlage dieses Typen und im hinteren Teil des Zuges sogar mit etwas Airtime versehen.

Auch eine Erwähnung wert ist das 4D Kino des Bobbejaanland, welches mit Abstand die bequemsten Sessel aufweisen kann. Auch die zusätzlichen Effekte wurden gut auf den Film abgestimmt, welcher im übrigen von den 3D Animationen sehr überzeugen konnte, nur die eigentliche Storyline war eher schlecht als recht.

Typhoon

Die große Überraschung des Tages ereilte uns dann auf Typhoon. Ich weiß nicht was die Belgier mit dieser Anlage gemacht haben und in wie weit Gerstlauer dort involviert war, aber das Ergebnis ist fantastisch. Die Bahn läuft nun absolut glatt, egal ob in der hinteren oder in der vorderen Reihe. Es ruckelt nur noch ein wenig in den beiden Helices, aber das ist vernachlässigbar. Die neu installierten Reduzierbremsen am 97° Drop sind eigentlich nicht spürbar und somit ist das Tal und der Loop glücklicher Weise noch sehr intensiv – genauso wie es sein sollte.

Fly Away and Sledgehammer

Nun zur kleinen HUSS-Ecke des Bobbejaanland, wo sich der Fly Away – der von Freizeitpark-Enthusiasten gerne als Foltergerät oder Waffeleisen bezeichnet wird – und die Giant Frisbee befinden. Der Fly Away ist immer noch einfach fantastisch und bietet ein einzigartiges Fluggefühl, welches man leider nur sehr selten erleben kann. Der Giant Frisbee Sledgehammer hingegen hält dem hohen Fahrstandard der Classic Frisbee nicht stand. Sledgehammer ist in der Tat gigantisch und bietet allein deswegen eine sehr rasante Fahrt, die jedoch leider nicht so kraftvoll ist, wie man es erwarten würde. Abgesehen davon bietet die Giant Frisbee eine sehr aufregende Fahrt für alle, die etwas Höhenangst haben und normalerweise sehr schnelle Fahrgeschäfte eher meiden.

King Kong

Neben der Achterbahn (R)evolution findet man eine der neuesten HUSS-Kreationen, den allmächtigen King Kong. Eine Fahrt, die wie ein B-Movie aussieht und sich auch ein wenig so fährt. Ich weiß nicht, woran der Bremer Hersteller gedacht hat, als er dieses Fahrgeschäft entwickelt hat, aber es muss etwas Größeres gewesen sein. Der einzige Höhepunkt der eher zahmen Fahrt war ein niederländischer Junge, der sich über den Mundgeruch des Riesenaffen beschwerte – einer der vielen Spezialeffekte der Fahrt, die von außen eigentlich recht beeindruckend aussieht, sich aber beim Fahren als äußerst familienfreundlich entpuppt.

Banana Battle

Unterhalb der (R)Evolution liegt das wohl krankeste aller Splash Battle die je gebaut wurden. Wie auch in der Lüneburger Heide muss man die Effekte an- (anstelle von nicht aus-)schalten um nass zu werden. Darüber hinaus haben die Pumpen des Banana Battle eine sehr weite Reichweite weshalb man die anderen Fahrgäste des öfteren mit dem kühlen Nass belohnen kann. In diesem Splash Battle braucht man nur eine einzige Runde um komplett durchnässt zu sein und das ist schon mal eine hervorragende Leistung.

Dream Catcher

Als letzte Anlage im Bobbejaanland möchte ich den Dream Catcher behandeln, welcher einer leider aussterbenden Achterbahnart angehört. Suspended Coaster sind fantastische Familienachterbahnen und machen Spaß ohne Ende, auch wenn die Vekoma Anlage in dieser Hinsicht nicht so gut überzeugen kann wie die Arrow-Anlage aus dem englischen Freizeitpark Chessington World of Adventures – im Übrigen ein Produkt der Zeit, als HUSS Arrow unterstützte; eine glorreiche Zeit, die leider seit Ewigkeiten vorbei ist. Die Gestaltung hier ist zumindest ganz nett, auch wenn ich mir wünschen würde man würde die Fontänen nicht abstellen.

Bilder

 


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