Eine Arche voller Rutschen

Noah’s Ark Waterpark

Am Nachmittag ging es für mich in den Noah’s Ark Waterpark in Wisconsin Dells. Mit seiner enormen Anzahl an Wasserrutschen gilt Noah’s Ark nicht ohne Grund als einer der bekanntesten Wasserparks der USA und entsprechend gespannt war ich auf meinen Besuch.

Mein Rundgang begann am oberen Ende des Parks, wo sich auch einer der großen Parkplätze befindet. Das Parken bei Noah’s Ark ist allerdings alles andere als günstig und war für mich letztlich auch ein Grund, den Wasserpark während meines Aufenthalts in Wisconsin Dells nur einmal mit dem Auto anzusteuern. Von hier aus arbeitete ich mich nach und nach durch den langgezogenen Wasserpark hinunter in Richtung Hauptstraße.

Black Thunder

Die ersten Rutschen auf meinem Weg waren die Black Thunder Slides. Die verschiedenen Black-Hole-Rutschen verlaufen komplett im Dunkeln und bieten je nach Bahn einen etwas anderen Streckenverlauf. Besonders gut haben mir dabei die mittleren Rutschen gefallen. Diese bestehen im Grunde aus einer einzigen großen Schussfahrt, die man komplett im Dunkeln hinunterrauscht. Die große Schussfahrt komplett im Dunkeln hinunterzurauschen, macht dabei richtig Spaß.

Monkey Rapids und Big Kahuna

Weiter ging es mit den Monkey Rapids, mehreren klassischen Reifenrutschen, die sich den Hang hinunterschlängeln und schließlich direkt in den Adventure River münden. Die Einbindung in den Hang ist ganz nett, die Rutschen selbst sind allerdings nichts Besonderes.

Direkt daneben befindet sich mit Big Kahuna eines der großen Wellenbecken von Noah’s Ark. Hier legte ich eine kurze Pause ein, bevor es für mich mit den nächsten Rutschen weiterging.

Chameleon

Interessanter wird es bei Chameleon. Die Family-Raft-Rutsche verläuft größtenteils im Dunkeln und wird dabei von verschiedenen Lichteffekten begleitet. Das große Raft schaukelt während der Fahrt immer wieder schön hin und her, während die Effekte für etwas zusätzliche Atmosphäre sorgen. Insgesamt war Chameleon ganz lustig, gehört für mich aber nicht zu den stärkeren Rutschen des Parks.

Congo Bongo Rapids und Bermuda Triangle

Mit Congo Bongo Rapids folgt eine weitere Family-Raft-Rutsche, die schön in den Hang integriert wurde. Diesmal verläuft die Strecke komplett offen und führt in mehreren Kurven nach unten. Zwischendurch sorgen einige kleine Jumps dafür, dass etwas Bewegung ins Raft kommt. Insgesamt eine ganz lustige Fahrt.

Direkt daneben warten mit Bermuda Triangle einige klassische Old-School-Reifenrutschen. Die Strecken bestehen aus zahlreichen aufeinanderfolgenden Kurvenwechseln, wodurch man im Reifen immer wieder etwas hin und her schaukelt. Wirklich spektakulär wird die Fahrt dabei allerdings nicht – Bermuda Triangle war für mich insgesamt eher so lala.

Time Warp

Mit Time Warp wartet anschließend eine deutlich außergewöhnlichere Rutsche. Bei der Anlage handelt es sich um einen ProSlide Mammoth Bowl, bei dem man in einem großen Raft zunächst durch die geschlossene Röhre fährt, bevor es in die große Bowl geht. Verschiedene Lichteffekte sorgen dabei für zusätzliche Abwechslung.

Bevor ich die Rutsche ausprobieren konnte, musste ich allerdings erst einmal eine passende Gruppe finden. Für die Rafts gilt eine Gewichtsbeschränkung, weshalb ich als Einzelperson nicht einfach mit jeder beliebigen Gruppe mitfahren konnte. Entsprechend dauerte es eine Weile, bis es für mich endlich losging.

Die Fahrt selbst war dann ganz nett, allerdings hatte ich mir von der großen Bowl etwas mehr versprochen. Statt mehrere Runden zu drehen, verliert das Raft relativ schnell an Höhe und rutscht schon nach kurzer Zeit über das Gefälle in der Mitte in Richtung Ausgang. Gerade bei einer derart großen Bowl hätte ich mir hier etwas mehr Zeit im eigentlichen Hauptelement gewünscht.

Flamingo Falls, Toucan Twisters und Parrots Plunge

Mit Flamingo Falls, Toucan Twisters und Parrots Plunge warteten anschließend einige Old-School-Bodyslides verschiedener Couleur. Die verschiedenen Strecken führen mit zahlreichen Kurven den Hang hinunter und entwickeln dabei ein erstaunlich hohes Tempo.

Besonders viel Spaß macht das wilde Hin- und Herschaukeln in den Kurven. Dazu kommen immer wieder kleine Jumps, bei denen man teilweise leicht von der Rutschfläche abhebt. Gerade dieses etwas unberechenbare Fahrverhalten hat mir richtig gut gefallen und macht die alten Rutschen zu einem der spaßigeren Bereiche von Noah’s Ark.

Endless River

Etwas ruhiger geht es anschließend auf dem Endless River zu. Der Lazy River schlängelt sich durch diesen Bereich des Wasserparks und verläuft dabei teilweise direkt unterhalb der umliegenden Rutschen. Allein diese Einbindung macht eine Runde auf dem Endless River ziemlich cool und bietet zwischendurch eine schöne Abwechslung.

Paradise Lagoon

Mit Paradise Lagoon folgt ein etwas ungewöhnlicherer Bereich von Noah’s Ark. Neben den Seilbahnen gibt es hier mehrere kurze Rutschen, die allesamt einige Meter oberhalb der Wasseroberfläche enden. Statt eines klassischen Auslaufs stürzt man am Ende also direkt ins Becken hinunter.

Auch bei den Seilbahnen heißt es irgendwann loslassen und aus einigen Metern Höhe ins Wasser springen. Gerade diese Mischung macht Paradise Lagoon ziemlich lustig und gleichzeitig zu einer kleinen Mutprobe.

Tadpole Bay und The Wave

Mit Tadpole Bay folgt zunächst ein großer Wasserspielplatz für jüngere Besucher. Neben mehreren kleineren Rutschen gibt es hier zahlreiche Wasserspiele und natürlich den obligatorischen Rieseneimer, der sich regelmäßig über den Besuchern entleert. Für mich ging es entsprechend recht schnell weiter.

Direkt daneben befindet sich mit The Wave ein weiteres großes Wellenbecken von Noah’s Ark. Sobald die Wellen einsetzen, kommt ordentlich Bewegung ins Wasser und für eine kurze Abkühlung zwischendurch ist das Becken genau richtig.

Surfing Safari und Raja

Auf dem Weg zu Raja ging es zunächst am Surfing Safari vorbei. Den FlowRider ließ ich allerdings links liegen und machte mich direkt auf den Weg zu Raja, der damals größten King-Cobra-Wasserrutsche der Welt.

Die große Reifenrutsche in Schlangenoptik bietet zwei Rutschspuren, die zunächst parallel durch zwei große Helices führen. Danach folgt eine überraschend große Schussfahrt hinunter in das Halfpipe-Element, wo man auf der gegenüberliegenden Seite noch einmal ordentlich nach oben schwingt. Anschließend pendelt man zwischen den beiden Seiten hin und her, bis der Reifen schließlich zum Stillstand kommt. Die Fahrt ist schon etwas ungewöhnlich und hat mir ganz gut gefallen.

Flash Flood

Mit Flash Flood wartet anschließend ein klassischer Shoot-the-Chute von Hopkins. Und allein damit hatte die Anlage bei mir eigentlich schon gewonnen. Nach der Auffahrt folgt die große Schussfahrt ins Wasser, bei der das Boot eine gewaltige Welle produziert. Eine ordentliche Dusche ist dabei natürlich garantiert – in einem Wasserpark und ohnehin schon in Badesachen kann einem das aber ziemlich egal sein.

Eigentlich schade, dass man solche Anlagen nicht häufiger in Wasserparks findet. Für mich gehört ein ordentlicher Spillwater hier einfach dazu.

Stingray

Mit Stingray folgt eine ziemlich ungewöhnliche Reifenrutsche, die im Grunde fast nur aus einem riesigen Halfpipe-Element besteht. Vom Start geht es direkt über eine sehr steile Abfahrt hinunter, ehe man auf der gegenüberliegenden Seite wieder weit nach oben schwingt.

Anschließend pendelt man mehrfach zwischen den beiden Seiten hin und her und verliert dabei langsam an Höhe, bis der Reifen schließlich zum Stillstand kommt. Gerade das enorme Gefälle und das weite Hochschwingen machen Stingray zu einer richtig tollen und überraschend wilden Rutsche.

Kowabunga

Mit Kowabunga folgt eine Family-Raft-Rutsche, die mit ihrem schnurgeraden Verlauf zunächst recht unscheinbar aussieht. Statt großer Kurven geht es hier mit ordentlich Geschwindigkeit über eine lange Wellenstrecke nach unten. Gerade über die einzelnen Kuppen hebt das große Raft immer wieder ab und sorgt dabei für überraschend viel Airtime.

Da die Rafts nur mit einer bestimmten Mindestanzahl an Personen starten dürfen, hatte ich als Single Rider hier sogar einen kleinen Vorteil. Ich wurde kurzerhand einer anderen Gruppe zugeteilt und musste entsprechend nicht lange warten. Die Fahrt selbst hat mich dann richtig begeistert: schnell, airtimereich und deutlich wilder, als es der einfache Streckenverlauf zunächst vermuten lässt.

Quadzilla

Mit Quadzilla wartet anschließend eine Mattenrutsche mit vier verschiedenen Rutschspuren. Besonders der obere Teil der Anlage macht dabei einiges her, denn statt einfach parallel nebeneinander zu verlaufen, sind die einzelnen Rutschen zunächst ineinander verschlungen. Bäuchlings auf der Matte geht es mit ordentlich Tempo durch die ersten Kurven, bevor die vier Spuren schließlich wieder nebeneinander zusammenkommen und gemeinsam über mehrere Wellen in Richtung Landebecken führen. Quadzilla hat mir richtig gut gefallen.

Scorpion’s Tail

Mit Scorpion’s Tail wartet anschließend eine der ersten Looping-Wasserrutschen mit Falltürstart. Allein der Einstieg in die Kapsel ist eine kleine Mutprobe: Arme und Beine überkreuzen, warten und irgendwann klappt einem plötzlich der Boden unter den Füßen weg. Mit ordentlich Geschwindigkeit geht es anschließend durch die Röhre und hinauf in den Looping.

Besonders sanft ist die Fahrt allerdings nicht. Die Übergänge sind teilweise ziemlich unsauber ausgeführt und gefühlt bekommt man hier jede einzelne Naht der Rutsche mit. Dadurch fühlt sich Scorpion’s Tail noch einmal deutlich wilder an, als es der Streckenverlauf ohnehin schon vermuten lässt. Zum Abschluss wartet dann auch noch eine ordentliche Schussfahrt hinunter ins Landebecken. Eine ziemlich heftige Mutprobe, die man nach der ersten Fahrt nicht unbedingt freiwillig ein zweites Mal auf sich nehmen möchte.

Point of No Return

Direkt daneben wartet mit Point of No Return eine klassische Kamikaze-Rutsche. Vom hohen Rutschenturm blickt man praktisch direkt auf die steile Abfahrt hinunter, bevor es ohne große Umwege mit ordentlich Geschwindigkeit Richtung Landebecken geht. Eine schnörkellose Rutsche und trotz ihres einfachen Aufbaus eine ordentliche Mutprobe.

Black Anaconda

Mit Black Anaconda wartete zum Abschluss noch eine der außergewöhnlichsten Rutschen in Noah’s Ark auf mich. Da die Rutsche mit mehreren Personen in einem Raft gefahren wird, dauerte es zunächst etwas, bis ich eine passende Gruppe gefunden hatte. Das Warten sollte sich allerdings lohnen.

Black Anaconda ist ein früher Water Coaster und ein absolut abgefahrenes Ding. Über die ungewöhnlich lange Strecke wechseln sich immer wieder große Drops mit schnellen Auffahrten ab. Besonders interessant ist dabei die Technik: Statt der heute üblichen Wasserstrahlen werden die Rafts auf den Bergaufpassagen von schnell laufenden Förderbändern nach oben gezogen, ehe es direkt wieder ins nächste Gefälle geht.

Durch die vielen Auf- und Abfahrten ist man erstaunlich lange unterwegs und gerade die größeren Drops machen richtig Spaß. Black Anaconda war für mich bis dahin der beste Water Coaster, den ich je gerutscht bin.

Bilder Noah’s Ark Waterpark

Fazit Noah’s Ark Waterpark

Noah’s Ark hat mich vor allem durch die enorme Auswahl an unterschiedlichen Rutschen überzeugt. Dabei wirkt das Angebot stellenweise schon etwas in die Jahre gekommen und gerade im Vergleich zum benachbarten Mt. Olympus findet man hier überraschend wenige wirklich moderne Anlagen. Dafür gibt es zahlreiche ungewöhnliche und herrlich wilde Old-School-Rutschen, die dem Wasserpark seinen ganz eigenen Charakter verleihen.

Gerade diese Vielfalt hat mir richtig gut gefallen und ich hätte hier problemlos noch mehr Zeit verbringen können. Insgesamt ist Noah’s Ark ein richtig guter Wasserpark, bei dem gerade die etwas älteren und ausgefalleneren Anlagen den besonderen Reiz ausmachen.

 


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Kurz abgetaucht in Soak City

Soak City

Nachdem ich bereits einige Zeit in Valleyfair verbracht hatte, wechselte ich direkt in den angrenzenden Wasserpark Soak City. Der Eingang befindet sich ziemlich zentral im Park, direkt gegenüber der Achterbahn Mad Mouse, sodass der Wechsel zwischen Freizeit- und Wasserpark denkbar unkompliziert ist.

Der Wasserpark selbst blickt dabei auf eine erstaunlich lange Geschichte zurück. Bereits 1983 eröffneten in Valleyfair die ersten Wasserrutschen, aus denen sich über die Jahre zunächst Whitewater Country und schließlich das heutige Soak City entwickelte.

Breakers Pipeline & Plunge und Breakers Bay

Direkt neben Breakers Bay erhebt sich mit Breakers Pipeline & Plunge der große Rutschenturm von Soak City. Den Anfang macht Breakers Pipeline mit gleich vier verschiedenen Falltürrutschen. Nach dem Einstieg in die Startkapsel heißt es Arme und Beine überkreuzen und darauf warten, dass einem plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Zwei der Rutschen führen anschließend ziemlich direkt nach unten, während die beiden anderen mit ihrem kurvigeren Verlauf noch etwas mehr Abwechslung bieten. Gerade der Falltürstart sorgt bei allen vier Varianten für die nötige Portion Nervenkitzel.

Noch ein paar Meter höher starten die beiden Rutschen von Breakers Plunge. Hier gibt es keine Kapsel und keine Falltür mehr, sondern zwei klassische Kamikaze-Rutschen, bei denen man vom Start direkt auf die rund 27 Meter tiefer liegenden Ausläufe blickt. Damit ist Breakers Plunge trotz des eigentlich simpleren Aufbaus noch einmal eine Spur extremer und kostet entsprechend Überwindung. Mir haben beide Anlagen richtig gut gefallen.

Direkt daneben befindet sich Breakers Bay, das große Wellenbecken von Soak City. Sobald die Wellen einsetzen, kommt ordentlich Bewegung ins Wasser. Für mich gehört ein gutes Wellenbecken zu einem Wasserpark einfach dazu.

Panic Falls

In der hintersten Ecke von Soak City wartete mit Panic Falls noch ein Rutschenturm der ganz alten Schule. Die drei Body Slides stammten bereits aus dem Jahr 1983 und gehörten damit zu den ersten Wasserrutschen, die überhaupt in Valleyfair eröffnet wurden.

Und ihr Alter merkte man den Rutschen durchaus an – allerdings im positiven Sinne. Mit erstaunlich hohem Tempo geht es durch die zahlreichen Kurven und immer wieder über kleine Jumps. Dabei hebt man teilweise leicht von der Rutschfläche ab und schaukelt sich mit zunehmender Geschwindigkeit immer weiter auf. Gerade dieses etwas unberechenbare Fahrverhalten machte Panic Falls für mich richtig spaßig und zu einem der Highlights in Soak City.

Ein paar Jahre jünger waren die beiden Panic Falls Speed Slides, die 1988 hinzukamen. Hier ist der Streckenverlauf deutlich einfacher: Vom rund 18 Meter hohen Turm geht es auf zwei offenen Bahnen nahezu schnurgerade hinunter. Entsprechend schnell ist man unterwegs und gerade durch die Old-School-Bauweise haben auch diese beiden Rutschen ihren ganz eigenen Reiz.

Ripple Rapids

Nach den doch recht wilden Rutschen von Panic Falls ging es mit Ripple Rapids erst einmal deutlich entspannter weiter. Der klassische Lazy River führt gemütlich durch einen Teil von Soak City und bot sich perfekt für eine kleine Pause an. Einfach in den Reifen legen und sich eine Runde durch den Wasserpark treiben lassen – genau die richtige Abwechslung nach den wilden Rutschen zuvor.

Hurricane Falls

Das große Highlight in Soak City war für mich jedoch Hurricane Falls. Die rund 21 Meter hohe Family-Raft-Rutsche sah zunächst gar nicht einmal so außergewöhnlich aus, entpuppte sich während der Fahrt aber als überraschend wilde Angelegenheit.

In einem großen Raft geht es durch eine breite Rinne mit mehreren steilen und stark überhöhten Kurven nach unten. Dabei nimmt das Boot ordentlich Geschwindigkeit auf und beginnt sich in den Kurven immer stärker aufzuschaukeln. Teilweise geht es dabei erstaunlich weit die Seitenwände hinauf, bevor das Raft wieder zurück in die Rinne schwingt und kurz darauf in die nächste Kurve fährt. Gerade dieses sehr ausgeprägte Hochschaukeln sorgt für eine unglaublich dynamische Fahrt – zumal man je nach Position im Boot auch rückwärts oder seitlich in die nächste Passage fährt.

Die Fahrt war deutlich wilder, als ich es von einer klassischen Family-Raft-Rutsche erwartet hätte, und hat mir richtig gut gefallen. Hurricane Falls war für mich ohne Frage die beste Rutsche in Soak City.

Bilder Soak City

Fazit Soak City

Soak City hat mir während meines kurzen Besuchs richtig gut gefallen. Der Wasserpark ist zwar nicht besonders groß, bietet aber eine schöne Mischung aus modernen Anlagen und einigen herrlich wilden Old-School-Rutschen.

Das klare Highlight war für mich Hurricane Falls. Eine derart wilde Family-Raft-Rutsche hatte ich nicht erwartet und allein das extreme Hochschaukeln des Rafts machte den Abstecher in den Wasserpark für mich schon lohnenswert.

 


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Valleyfair! – Ein Tag in Minnesotas größtem Freizeitpark

Valleyfair!

Valleyfair! eröffnete am 25. Mai 1976 in Shakopee, südwestlich von Minneapolis, als gemeinsames Projekt der Unternehmer Walt Wittmer und David Sherman. Auf einer Fläche von gerade einmal 26 Acres gingen zunächst rund 20 Attraktionen an den Start. Schon damals bildete die Holzachterbahn High Roller das Aushängeschild des Parks und dreht bis heute ihre Runden. Noch älter ist lediglich das historische Karussell, das ursprünglich aus dem 1973 geschlossenen Excelsior Amusement Park stammt.

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung übernahm Cedar Point den jungen Freizeitpark. Als 1983 die gemeinsame Betreibergesellschaft gegründet wurde, setzte sich ihr Name aus den beiden Parks Cedar Point und Valleyfair! zusammen – der Ursprung des bis heute bekannten Namens Cedar Fair. In den folgenden Jahrzehnten wuchs Valleyfair! kontinuierlich und entwickelte sich zum größten Freizeitpark Minnesotas.

Wie viele Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe präsentiert sich auch Valleyfair! außerordentlich gepflegt. Anders als in den meisten Schwesterparks gibt es hier jedoch keinen klassischen Rundweg. Stattdessen betritt man den Park ungefähr in der Mitte der Anlage und entscheidet bereits am Eingang, ob man den linken oder den rechten Parkbereich zuerst erkunden möchte.

Wir schlagen zunächst den linken Weg ein und folgen dem Pfad unter und hinter Wild Thing. Bereits hier wird deutlich, wie sehr Valleyfair! den Charme klassischer amerikanischer Freizeitparks bewahrt hat. Mit Flying Eagles, Tilter und einem Scrambler stehen gleich drei zeitlose Fahrgeschäfte dicht beieinander. Ergänzt wird dieses Ensemble durch den StarFlyer North Star von Funtime, der einen herrlichen Blick über den gesamten Park bietet.

Während die liebevoll gestaltete Oldtimerbahn Antique Autos zu einer entspannten Rundfahrt einlädt, wartet nur wenige Meter weiter mit Steel Venom bereits der erste große Adrenalinkick.

Steel Venom

Wie bei jedem Impulse Coaster aus dem Hause Intamin beginnt auch bei Steel Venom jede Fahrt mit einem kräftigen Launch. Leider ist dabei auch der für diesen Achterbahntyp typische Ruck deutlich zu spüren, was den ansonsten guten Fahreindruck etwas schmälert. Die Schraube macht vor allem im vorderen Zugteil Spaß, während sie in den hinteren Reihen kaum noch zur Geltung kommt. Leider wird diese recht ruppig zu durchfahren. Das eigentliche Highlight wartet jedoch am hinteren Spike: Dort hält eine Bremse den Zug für einige Sekunden fest, bevor er wieder in Richtung Station beschleunigt. Dabei rutschen die Fahrgäste spürbar nach vorne in die Bügel – ein Effekt, der jede Fahrt aufs Neue für ein Schmunzeln sorgt.

Trotz kleiner Schwächen macht Steel Venom jede Menge Spaß und gehört zu den stärkeren Attraktionen des Parks. Vor allem die Haltebremse am hinteren Spike sorgt für einen Effekt, den man auch nach mehreren Fahrten nicht vergisst.

Delirium

Direkt neben Steel Venom befindet sich mit Delirium ein Giant Loop aus dem Hause Larson. Ich mag diesen Attraktionstyp wirklich gerne und auch Delirium macht jede Menge Spaß. Schade ist allerdings die enorme Lautstärke während der Fahrt, die das ansonsten gelungene Fahrerlebnis etwas trübt.

Northern Lights

Mit Northern Lights folgt ein Zamperla Skater Coaster. Auf den ersten Blick erinnert die Attraktion stark an einen klassischen Disk’O Coaster aus dem gleichen Hause, unterscheidet sich jedoch in einem entscheidenden Punkt: Während man beim Disk’O nach außen blickt und vor allem auf die Brust gedrückt wird, schaut man beim Skateboard nach innen und wird überwiegend in die Rückenlehne gepresst. Dadurch empfinde ich die Fahrt als deutlich angenehmer und auf Dauer sogar etwas spaßiger.

The Wave

Direkt im Eingangsbereich des Parks befindet sich mit The Wave eine Shoot-the-Chute-Anlage aus dem Hause Hopkins Rides. Nach einer gemütlichen Auffahrt stürzt das Boot den steilen Drop hinab und schlägt mit voller Wucht auf der Wasseroberfläche auf. Die dabei entstehende Wasserfontäne sorgt dafür, dass hier garantiert niemand trocken aussteigt. Ich bin schon immer ein großer Fan dieses Attraktionstyps gewesen und finde es schade, dass Shoot-the-Chute-Anlagen nach und nach aus immer mehr Freizeitparks verschwinden. Obwohl der Wasserpark noch ein gutes Stück entfernt liegt, sieht man rund um The Wave zahlreiche Besucher in Badesachen oder mit freiem Oberkörper – eine für einen amerikanischen Freizeitpark eher ungewöhnliche Szene.

Corkscrew

Mit Corkscrew folgt ein weiterer Klassiker aus dem Hause Arrow Dynamics. Fahrtechnisch gehört die Bahn sicher nicht zu den Highlights des Parks, bietet aber eine angenehm ruhige Fahrt durch Looping und Korkenzieher. Ihre größte Stärke ist ohnehin die Einbindung in den Park. Die Strecke verläuft malerisch entlang eines Sees und bildet mit der unter dem Korkenzieher hindurchfahrenden Parkeisenbahn eines der schönsten Fotomotive des Parks. Zusammen mit der gelungenen Farbgestaltung gehört Corkscrew für mich zu den besten Blickfängen in Valleyfair!

Monster

Direkt nebenan befindet sich das Monster. Dieser amerikanische Klassiker aus dem Hause Eyerly Aircraft gehört für mich bis heute zu den besten Flat Rides überhaupt. Sitzt man alleine in einer Gondel, lässt sich diese bereits vor der Abfahrt mit etwas Körpereinsatz kräftig in Rotation versetzen – sehr zur Verwunderung der amerikanischen Fahrgäste. Während der Fahrt dreht sich die Gondel munter weiter und sorgt für ein herrlich chaotisches Fahrerlebnis. Wie so oft hat mir auch diese Fahrt wieder richtig viel Spaß gemacht.

Planet Snoopy

Auf dem Weg zur Holzachterbahn High Roller durchqueren wir zunächst Planet Snoopy. Wie in vielen Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe wurde auch hier ein liebevoll gestalteter Themenbereich rund um die Peanuts-Figuren geschaffen. Neben zahlreichen Familien- und Kinderattraktionen sorgen viel Grün, schattige Wege und die stimmige Gestaltung dafür, dass sich Planet Snoopy angenehm vom restlichen Park abhebt. Das Highlight des Bereichs ist der Zamperla Powered Coaster Cosmic Coaster, der sich optisch hervorragend in das Gesamtbild einfügt.

High Roller

High Roller ist die älteste Achterbahn des Parks. Nach der ersten Abfahrt folgt zunächst ein großer Hügel, bevor eine langgezogene Wendekurve den Rückweg einleitet. Anschließend sorgen mehrere ungewöhnlich geformte Hügel immer wieder für Airtime, die allerdings durch einen Trim spürbar abgeschwächt wird. Vor der nächsten Kurve nimmt ein weiterer Trim erneut deutlich Geschwindigkeit aus der Bahn, sodass die letzten Hügel und die Schlusskurve nur noch gemächlich durchfahren werden. Schade eigentlich, denn ohne die beiden Trims hätte High Roller das Zeug zu einer richtig guten Holzachterbahn.

Mad Mouse

Direkt gegenüber dem Eingang zum Wasserpark Soak City liegt die Mad Mouse aus dem Hause Arrow Dynamics. Ich bin schon immer ein Fan der Wilden Mäuse des Herstellers gewesen. Im Gegensatz zu ihren europäischen Pendants setzen die Arrow-Anlagen nicht nur auf enge Spitzkehren, sondern auch auf überraschend große Gefälle und ein teilweise recht eigenwilliges Banking. Dadurch wirkt die Fahrt deutlich dynamischer und unberechenbarer, als man es von einer klassischen Wilden Maus erwarten würde. Auch Mad Mouse bildet hier keine Ausnahme und sorgt für jede Menge Fahrspaß.

Wheel of Fortune

Mit Wheel of Fortune konnte ich zum ersten Mal einen klassischen Trabant von Chance Rides erleben. Das Fahrgeschäft diente später als Vorlage für den von Mack Rides in Lizenz gebauten Hully Gully, den ich bereits kannte. Auch wenn mir die Mack-Version insgesamt etwas besser gefällt, hat es mich gefreut, endlich einmal das Original gefahren zu sein. Beide Attraktionen sind heute nur noch selten anzutreffen und gehören für mich zu den Fahrgeschäften, die man als Freizeitparkfan unbedingt einmal erlebt haben sollte.

Renegade

Mit Renegade verfügt Valleyfair! über ein ganz besonderes Scmuckstück. Bereits von weitem fällt die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn durch ihre kompakte und verschlungene Holzkonstruktion auf.

Bereits der außergewöhnliche, S-förmig verdrehte First Drop sorgt für einen fantastischen Auftakt und gehört zu den besten Elementen der gesamten Fahrt. Direkt danach folgt ein kleiner Airtime-Hügel, ehe die Bahn ohne jede Verschnaufpause durch eine perfekt abgestimmte Folge aus schnellen Richtungswechseln, bodennahen Kurven und immer wieder eingestreuten Airtime-Momenten jagt. Dadurch entsteht ein nahezu ununterbrochener Fahrfluss, bei dem die Bahn bis zur Schlussbremse kaum an Tempo verliert. Kurz vor Schluss schießt der Zug noch einmal mit hoher Geschwindigkeit am Stationsbereich vorbei, bevor einige letzte Airtime-Hügel die Fahrt abrunden.

Renegade hat mich auf ganzer Linie überzeugt und zählt für mich ganz klar zu den besten Holzachterbahnen aus dem Hause GCI. Im Laufe des Tages wurde die Bahn zudem immer schneller und hatte am Nachmittag richtig Dampf unter der Haube.

Excalibur

Zu den größten Highlights von Valleyfair! zählt Excalibur. Die von Arrow Dynamics gebaute Achterbahn kombiniert typische Elemente eines Mine Trains mit deutlich größeren Abfahrten und einem außergewöhnlichen Streckenverlauf.

Die Fahrt beginnt mit einer langen Abfahrt, bevor sich Excalibur mit großen Kurven und schnellen Richtungswechseln ihren Weg durch das Gelände bahnt. Besonders gefällt mir ein Hügel, der gleichzeitig in einen Kurvenwechsel übergeht. Was heute auf vielen modernen Achterbahnen selbstverständlich ist, war 1989 noch ein ungewöhnliches und innovatives Layoutmerkmal.

Auch wenn mich die Fahrt insgesamt nicht vollständig überzeugen konnte und sich die Bahn stellenweise recht unruhig fährt, besitzt Excalibur einen ganz eigenen Charakter. Gerade das ungewöhnliche Layout mit seinen kreativen Fahrelementen macht die Bahn bis heute zu einem der Highlights von Valleyfair! und sollte bei keinem Besuch ausgelassen werden.

Thunder Canyon

In derselben Ecke des Parks befindet sich außerdem Thunder Canyon. Den Rapids Ride hätte ich gerne ausprobiert, doch während meines Besuchs blieb die Anlage leider geschlossen.

Power Tower

Weiter geht es mit dem Power Tower aus dem Hause S&S. Interessanterweise verfügt der Turm über gleich drei Fahrspuren –zwei Power Drops und ein Space Shot. Besonders gelungen finde ich jedoch die Platzierung der Attraktion. Mitten auf einer Insel gelegen und von der Achterbahn Corkscrew umschlossen, macht der Turm sowohl optisch als auch fahrtechnisch einiges her.

Wild Thing

Die nächste Anlage ist der Hyper Coaster Wild Thing aus dem Hause Morgan. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1996 prägt die über 60 Meter hohe Achterbahn die Skyline von Valleyfair! und zählt bis heute zu den bekanntesten Attraktionen des Parks.

Die Fahrt beginnt mit einer langen ersten Abfahrt, bevor der Zug über zwei Camelbacks rast. Die kurvige Abfahrt aus dem zweiten Hügel führt in eine weitläufige liegende Acht, ehe Wild Thing nach der Blockbremse mit mehreren kleineren Hügeln den Rückweg zur Station antritt. Besonders die elegant ausgeformten Kurven werden mit hoher Geschwindigkeit durchfahren und sorgen für ein ausgesprochen flüssiges Fahrgefühl. Auf den zahlreichen Airtime-Hügeln fällt die Schwerelosigkeit hingegen überraschend schwach aus.

Gerade im Vergleich zur ähnlich aufgebauten Mamba in Worlds of Fun, die ich erst zwei Tage zuvor besucht habe, hat mich das doch sehr verwundert. Trotz des nahezu identischen Layouts wirkt Wild Thing deutlich zahmer und erreicht nie die Airtime-Qualitäten ihrer Schwesterbahn. Dennoch ist Wild Thing eine gelungene Achterbahn, die vor allem mit ihrem flüssigen Layout und den elegant ausgeformten Kurven jede Menge Fahrspaß bietet.

Bilder Valleyfair!

Fazit Valleyfair!

Valleyfair! zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten Freizeitparks der USA, muss sich hinter den großen Namen der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe aber keineswegs verstecken. Gerade die Mischung aus modernen Thrillrides, historischen Klassikern und der entspannten Atmosphäre macht den Reiz des Parks aus. Wer Minneapolis besucht oder den Mittleren Westen der USA bereist, sollte Valleyfair! deshalb unbedingt einen Besuch einplanen.

 

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