Das Tor zu den Achterbahnen Missouris

Six Flags St. Louis

Nach dem unmittelbaren Erfolg von Six Flags Over Texas und Six Flags Over Georgia begannen schon bald die Planungen für einen dritten Six-Flags-Park. Nur wenige Kilometer außerhalb von St. Louis eröffnete 1971 schließlich Six Flags Over Mid-America im Herzen der Vereinigten Staaten seine Tore. Damals bestand der Park aus sechs unterschiedlich thematisierten Bereichen, die – ganz nach dem ursprünglichen Six-Flags-Konzept.

In den 1990er-Jahren veränderte sich der Park erheblich, nachdem Time Warner die Six-Flags-Kette übernommen hatte. Neben zahlreichen Modernisierungen hielten auch viele der bekannten DC-Comics-Superhelden Einzug in den Park und prägen bis heute das Erscheinungsbild zahlreicher Attraktionen.

Heute bietet Six Flags St. Louis eine ausgewogene Mischung aus klassischen Holzachterbahnen, Familienattraktionen und einigen Thrill-Rides. Obwohl der Park häufig im Schatten seiner größeren Schwesterparks steht, stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass er deutlich mehr zu bieten hat, als sein Ruf vermuten lässt.

Genug zur Geschichte des Parks – jetzt wird es Zeit, ihn selbst zu erleben. Nach dem Betreten des Parks halten wir uns rechts und machen uns auf den Weg zur ersten großen Achterbahn des Tages.

Batman The Ride

Eine der ersten Achterbahnen, auf die man nach dem Betreten von Six Flags St. Louis trifft, ist Batman The Ride, die sich direkt rechts vom Parkeingang befindet. Batman zählt mittlerweile zu den bekanntesten Attraktionen der gesamten Six-Flags-Kette. Die Anlage in St. Louis nimmt dabei jedoch eine besondere Stellung ein. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse entstand hier die erste gespiegelte Version von Bolliger & Mabillards (B&M) berühmtem Inverted Coaster.

Nach dem Lifthill folgt zunächst ein kleiner Pre-Drop, der einen ersten Vorgeschmack auf das gibt, was die Fahrgäste im weiteren Streckenverlauf erwartet. Augenblicke später stürzt der Zug in einer steil verdrehten Abfahrt direkt in den ersten Looping. Fast ohne Verschnaufpause folgen ein Zero-G-Roll und ein weiterer Looping, bevor eine ansteigende Helix die positiven G-Kräfte noch einmal deutlich erhöht. Nach zwei weiteren Inversionen wartet schließlich bereits die Schlussbremse auf einen.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Eröffnung zählt Batman The Ride noch immer zu den besten Inverted Coastern überhaupt. Das kompakte Layout sorgt für eine beeindruckende Intensität, einen hervorragenden Fahrfluss und genau die Laufruhe, für die B&M weltweit bekannt ist. Auch heute gehört die Bahn noch immer zu den absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Ninja

Gegenüber dem Empire Theater befindet sich mit Ninja eine der ungewöhnlichsten Achterbahnen in Six Flags St. Louis. Ihre Geschichte ist dabei fast interessanter als die eigentliche Fahrt. Ursprünglich wurde die Bahn von Arrow HUSS für die Expo 86 in Vancouver entworfen. Nachdem Arrow HUSS in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Vekoma die Fertigstellung des Projekts. Nach ihrem erfolgreichen Einsatz auf der Weltausstellung wurde die Achterbahn 1989 nach Six Flags Over Mid-America umgesetzt.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill. Es folgen ein Looping und ein Sidewinder, bevor die Strecke in einem überzeugenden Headchopper-Moment unter dem zurückführenden Lifthill hindurchführt. Eine Blockbremse teilt die Fahrt in zwei Abschnitte. Im zweiten Teil warten zwei Korkenzieher, eine bodennahe Helix und schließlich die Schlussbremse.

Ninja besitzt ein etwas ungewöhnliches Layout und entwickelt weder den Fahrfluss noch die Intensität, die die besten Achterbahnen des Parks auszeichnen. Trotzdem fährt sich die Bahn überraschend angenehm und eignet sich hervorragend für alle, die ihre ersten Überschläge erleben möchten.

River King Mine Train

Vorbei an Tsunami Soaker und Spinsanity führt der Weg tiefer in den Park, wo der River King Mine Train auf seine Fahrgäste wartet. Die Bahn entstand während des Mine-Train-Booms der frühen 1970er-Jahre und war ursprünglich sogar noch aufwendiger konzipiert als heute. Damals verfügte sie über zwei parallele Strecken, wodurch sich zwei Züge gleichzeitig ein spannendes Duell liefern konnten. Heute ist nur noch eine der beiden Strecken erhalten. Die zweite fand zunächst im Dollywood und später im Magic Springs Theme and Water Park eine neue Heimat. 1984 schrieb die Bahn zudem kurzzeitig Achterbahngeschichte, als eine der beiden Strecken mit Stehwagen ausgestattet wurde – ein Experiment, das nach einem tödlichen Unfall bereits nach einer Saison wieder beendet wurde.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erreicht der Zug den ersten von insgesamt drei Lifthills. Die erste Abfahrt führt durch eine Reihe von Kurven und sanften Hügeln, bevor die Strecke in eine weit gezogene Linkskurve übergeht. Nach dem zweiten Lifthill wird die Fahrt deutlich landschaftlicher und schlängelt sich in großen Bögen durch den Park, ehe der dritte Lifthill erreicht wird. Das Finale bildet zugleich den Höhepunkt der Fahrt: Nach einigen engen Kurven verschwindet der Zug in einem dunklen Tunnel, in dem sich die größte Abfahrt der Strecke verbirgt. Erst unmittelbar vor der Schlussbremse taucht der Zug wieder ans Tageslicht auf.

Auch wenn die Fahrelemente aus heutiger Sicht eher gemütlich ausfallen, versprüht der River King Mine Train den Charme klassischer Familienachterbahnen wie kaum eine andere Bahn. Sie macht jede Menge Spaß und gehört bis heute zu den historisch bedeutendsten Attraktionen von Six Flags St. Louis.

Boomerang

Vorbei am Sky Screamer und Fireball gelangen wir zum Boomerang. Die Bahn war ursprünglich in Six Flags Over Texas beheimatet, bevor sie 2013 nach Six Flags St. Louis umgesetzt und an das hügelige Gelände des Parks angepasst wurde. Der breite Weg, der direkt unter der markanten Cobra Roll hindurchführt, macht die Achterbahn zu einem der eindrucksvollsten Fotomotive im Park und zu einem echten Blickfang.

Wie bei jedem Vekoma Boomerang werden die Fahrgäste zunächst rückwärts den ersten Spike hinaufgezogen, bevor der Zug die bekannte Streckenführung mit Cobra Roll und Looping absolviert, um das gesamte Layout anschließend rückwärts noch einmal zu durchfahren.

Das Fahrerlebnis entspricht genau dem, was man von einem Boomerang erwartet: kompakt, intensiv und überraschend laufruhig. Auch wenn das Layout mit allen anderen Anlagen dieses Typs identisch ist, verleiht die Einbettung in das hügelige Gelände der Bahn eine ganz eigene Atmosphäre.

Catwoman Whip

Hoch über den umliegenden Wegen erhebt sich Catwoman Whip und gehört zweifellos zu den imposantesten Flat Rides in Six Flags St. Louis. Die von Funtime gebaute Booster-Anlage befördert ihre Fahrgäste auf eine Höhe von 50 m (164 ft) und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h (52 mph). Der sich kontinuierlich drehende Ausleger sorgt für eine gelungene Kombination aus Geschwindigkeit, Airtime und Überschlägen, die von nahezu jedem Bereich des Parks aus zu beobachten ist.

Was mich am meisten überraschte, war jedoch die Länge der Fahrt. Statt bereits nach wenigen Überschlägen zu enden, absolviert Catwoman Whip zahlreiche Überschläge – zunächst in die eine und anschließend in die andere Richtung. Dadurch zählt sie zu den intensivsten Flat Rides des Parks.

Der einzige wirkliche Nachteil ist die geringe Kapazität. Da pro Fahrt nur sechzehn Personen Platz finden, können die Wartezeiten schnell ansteigen. Wer die Bahn mit einer kurzen Wartezeit erwischt, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen – sie gehört zu den besten Flat Rides in Six Flags St. Louis.

Screamin‘ Eagle

Am oberen Ende des Parks befindet sich mit Screamin‘ Eagle einer der großen Klassiker von Six Flags St. Louis. Ihr klassisches Out-and-Back-Layout ist größtenteils vom umliegenden Wald verdeckt, wodurch sich die tatsächliche Größe der Bahn vom Besucherweg aus nur schwer erahnen lässt.

Nach einer langen Geraden verlässt der Zug die Station und erklimmt den 34 m (110 ft) hohen Lifthill. Ein kleiner Pre-Drop führt zunächst in die erste Wendekurve, bevor die eigentliche große Abfahrt beginnt. Von dort aus folgt eine scheinbar endlose Reihe aus Camelbacks und sanften Kurven, die den Zug immer tiefer in den Wald führt, ehe die Strecke schließlich wieder in Richtung Station zurückkehrt.

Screamin‘ Eagle ist ein hervorragendes Beispiel für eine klassische Holzachterbahn. Auch wenn die Fahrt stellenweise durchaus ruppig ausfallen kann, sorgen die hohe Geschwindigkeit und die Einbettung in den Wald für ein Fahrerlebnis, das auch Jahrzehnte nach der Eröffnung nichts von seinem Reiz verloren hat.

Pandemonium

Drei Jahre nachdem Gerstlauer seinen Spinning Coaster auf dem amerikanischen Markt eingeführt hatte, installierte Six Flags eine erweiterte Version des Layouts in mehreren Parks. Eine dieser Anlagen eröffnete hier zunächst als Tony Hawk’s Big Spin, bevor sie später in Pandemonium umbenannt wurde. Das kompakte Layout nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus.

Nach dem Lifthill bringt die erste verdrehte Abfahrt die Gondeln sofort zum Rotieren. Anschließend sorgen enge Kurven, Helices und kleinere Abfahrten dafür, dass sich die Gondeln während der gesamten Fahrt immer wieder drehen. Da die Gondeln frei rotieren können, verläuft jede Fahrt ein wenig anders.

Pandemonium macht einfach Spaß. Die Kombination aus drehenden Gondeln, schnellen Richtungswechseln und dem kompakten Layout macht die Bahn zu einer der unterhaltsamsten Familienachterbahnen im Park.

The Boss

Six Flags St. Louis beheimatet eine der ambitioniertesten Holzachterbahnen, die jemals gebaut wurden. Die von Custom Coasters International (CCI) konstruierte Bahn nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus. Das hat allerdings auch einen kleinen Nachteil: Der Weg bis zur Station gehört zu den längsten im gesamten Park – auch wenn er noch immer deutlich kürzer ist als der scheinbar nie enden wollende Weg zur Station von Zadra im polnischen Energylandia.

Nach dem Verlassen der Station erklimmt der Zug zunächst den 37 m (122 ft) hohen Lifthill. Oben angekommen bleibt gerade noch Zeit für einen kurzen Blick über den Park bis hinüber zur Screamin‘ Eagle, bevor die Fahrt tief in den Wald hinabführt. Nach der ersten Abfahrt rast der Zug über eine lange Gerade direkt auf die gewaltige Holzkonstruktion des ersten Turnarounds zu. Mit hoher Geschwindigkeit taucht der Zug in die Konstruktion ein und stürzt anschließend in das tiefste Tal der gesamten Strecke, das sich 45 m (150 ft) unterhalb des Lifthills befindet. In einer lang gezogenen Linkskurve folgt der Zug dem natürlichen Geländeverlauf, bevor er in großer Höhe nach rechts schwenkt und mit herrlichen Ausblicken über den Park erneut in den Wald eintaucht. Dort folgt die Strecke weiter dem Gelände, ehe eine lange Auffahrt zum zweiten Turnaround führt.

Unmittelbar nach der Blockbremse geht es in die nächste große Abfahrt, gefolgt vom dritten Turnaround mit seiner markanten Senke. Ohne spürbar an Tempo zu verlieren rast der Zug unter dem Lifthill hindurch und erklimmt den Hügel hinter der Station. Ursprünglich endete die Bahn mit einer großen Helix. Heute bilden jedoch eine schnelle, bodennahe Kurve und zwei berüchtigt ruppige Hügel den Abschluss der Fahrt. Vor allem in den vorderen Reihen fühlt sich dieser Abschnitt wie eine kostenlose chiropraktische Behandlung an. Zum Glück dauert dieser Teil nur wenige Sekunden.

Was für eine Achterbahn. Von der ersten Abfahrt bis zur Schlussbremse kennt The Boss kaum eine Verschnaufpause. Das Finale mag etwas ruppig sein, doch der hervorragende Fahrfluss, die perfekte Einbindung in das Gelände und die schiere Größe der Bahn machen sie zu einem der absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Rookie Racer

Direkt unterhalb von The Boss befinden sich mit The Joker (der sich während meines Besuchs leider noch im Bau befand), Supergirl Sky Flyer und der Familienachterbahn Rookie Racer gleich mehrere Attraktionen. Die von Vekoma gebaute Bahn beginnt mit einer gelungenen ersten Abfahrt, bevor eine Reihe sanfter Kurven durch das kompakte Layout führt.

Obwohl Rookie Racer eindeutig auf Familien ausgerichtet ist, überzeugt die Bahn mit einem angenehm ruhigen Fahrverhalten und bietet sowohl jüngeren Besuchern als auch allen, die zwischen den großen Achterbahnen eine etwas entspanntere Fahrt suchen, jede Menge Fahrspaß.

Thunder River

Zu den unterhaltsamsten Attraktionen in Six Flags St. Louis zählt Thunder River, das Rafting von Intamin. Tosende Stromschnellen, starke Strömungen und jede Menge Möglichkeiten, ordentlich nass zu werden – genau so, wie man es von einem gelungenen Rafting erwartet.

Am Ende unserer Fahrt befanden sich fast 20 cm (8 in) Wasser im Floß. Glücklicherweise war ich der Einzige, der Sandalen trug, sodass ich meine Füße die gesamte Fahrt über im Wasser lassen konnte. Alle anderen versuchten dagegen verzweifelt, ihre Schuhe trocken zu halten – allerdings mit wenig Erfolg.

Wer sich an einem heißen Sommertag in Missouri abkühlen möchte, ist bei Thunder River genau richtig. Trocken bleibt hier mit Sicherheit niemand.

Colossus and Tommy G. Robertson Railroad

Zu den ruhigeren Attraktionen von Six Flags St. Louis zählen das Riesenrad Colossus und die Tommy G. Robertson Railroad. Vom Colossus aus bieten sich hervorragende Ausblicke über den gesamten Park und seine hügelige Landschaft. 

Die Tommy G. Robertson Railroad umrundet den gesamten Park und bietet unterwegs immer wieder schöne Ausblicke auf zahlreiche Attraktionen. Dank der Bahnhöfe an beiden Enden des Parks eignet sie sich außerdem hervorragend, um die langen Fußwege zwischen den einzelnen Themenbereichen zu vermeiden.

Mr. Freeze Reverse Blast

Mitten auf einer Insel im Rafting Thunder River befindet sich Mr. Freeze Reverse Blast, eine der Hauptattraktionen von Six Flags St. Louis. Obwohl eine nahezu baugleiche Achterbahn auch in Six Flags Over Texas zu finden ist, wurde die Anlage in St. Louis als erste eröffnet.

Ursprünglich wurden die Züge vorwärts abgeschossen. In den ersten Betriebsjahren kamen außerdem Schulterbügel zum Einsatz, bevor alle Premier-Rides-Anlagen der Six-Flags-Kette im Jahr 2002 auf Schoßbügel umgerüstet wurden. Die größte Veränderung erfolgte jedoch 2012, als die Züge gedreht wurden und die Fahrgäste seitdem rückwärts abgeschossen werden – eine Modifikation, die das Fahrerlebnis grundlegend verändert hat.

Der Rückwärtsabschuss ist ein unglaubliches Erlebnis. Lediglich durch einen Schoßbügel gesichert, presst einen die enorme Beschleunigung mit voller Wucht in den Bügel, bevor der Zug den Inside Top Hat hinaufschießt. Für einen kurzen Moment hängt man kopfüber, ehe es wieder dem Boden entgegengeht. Mit hoher Geschwindigkeit durchfährt der Zug anschließend den riesigen Overbanked Turn, bevor er den senkrechten Spike erklimmt. Dort sorgt die Schwerelosigkeit mit Blick direkt in Richtung Boden für einen ganz besonderen Moment. Augenblicke später durchfährt der Zug das Layout in umgekehrter Richtung, bevor er langsam auf der Abschussstrecke zum Stehen kommt.

Mr. Freeze Reverse Blast ist eine fantastische Achterbahn. Die Fahrt ist extrem intensiv und steckt voller großartiger Momente. Der Inside Top Hat ist einfach beeindruckend, während der senkrechte Spike am Ende der Fahrt für ein unglaubliches Gefühl sorgt, wenn man direkt auf den Boden blickt. Für mich zählt Mr. Freeze Reverse Blast bis heute zu den intensivsten Achterbahnen, die ich je gefahren bin.

Log Flume

Vorbei am interaktiven Dark Ride Justice League: Battle for Metropolis und dem Scrambler Shazam führt unser Weg zurück in Richtung Parkeingang, wo bereits der klassische Log Flume auf uns wartet.

Die von Arrow gebaute Attraktion gehört zu den ersten Log Flumes überhaupt. Zwar fehlen ihr die aufwendige Thematisierung und die großen Abfahrten moderner Anlagen, dafür überzeugt sie mit einem ausgezeichneten Fahrfluss. Das überraschend schnelle Layout, zahlreiche spritzige Passagen und perfekt platzierte Splashdowns sorgen für eine rundum gelungene Fahrt, bei der die meisten Fahrgäste angenehm nass werden.

Der Log Flume ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass einfache Attraktionen auch heute noch jede Menge Spaß machen können. Manchmal braucht es eben keine riesige Abfahrt, um eine großartige Wasserattraktion zu schaffen.

American Thunder

Als Evel Knievel eröffnet, zählt American Thunder heute zu den beliebtesten Holzachterbahnen von Six Flags St. Louis. Die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn mag zwar deutlich kleiner als The Boss sein, steckt aber dennoch voller Action.

Nach einer Rechtskurve aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill, bevor er sich in die steile, verdrehte erste Abfahrt stürzt. Es folgt ein großer Turnaround mit einer markanten Senke, der direkt in eine Reihe bodennaher Camelbacks übergeht. Ein weiterer Turnaround wechselt die Fahrtrichtung, ehe der Zug mit zunehmender Geschwindigkeit über weitere airtimegefüllte Hügel und durch enge Kurven rast. Eine letzte Linkskurve führt schließlich in die Schlussbremse und beendet diese rasante Fahrt.

American Thunder ist für mich die spaßigste der drei Holzachterbahnen des Parks. Der Fahrfluss ist hervorragend, das Layout geht nahtlos von einem Element ins nächste über und die Bahn gehört zu den Achterbahnen, die man am liebsten immer wieder fahren möchte.

Bilder Six Flags St. Louis

Fazit Six Flags St. Louis

Six Flags St. Louis ist ein großartiger Freizeitpark, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Die wunderschöne Lage inmitten der hügeligen Landschaft Missouris, die abwechslungsreiche Achterbahnsammlung und die entspannte Atmosphäre machen den Park zu einem der am meisten unterschätzten Parks der Six-Flags-Kette. Zwar fehlen die spektakulären Rekordattraktionen einiger größerer Schwesterparks, dafür überzeugt Six Flags St. Louis mit einem außergewöhnlich ausgewogenen Gesamtpaket, das für nahezu jeden Achterbahnfan etwas bereithält.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, wie konstant hoch das Niveau der Attraktionen ist. Statt sich nur auf ein oder zwei große Highlights zu verlassen, bietet Six Flags St. Louis eine erstaunlich ausgewogene Auswahl an Fahrgeschäften, bei der nahezu jede größere Attraktion eine Fahrt wert ist. Am Ende des Tages hatte ich den Park deutlich mehr ins Herz geschlossen, als ich es vor meinem Besuch erwartet hätte.

Ich kann einen Besuch in Six Flags St. Louis daher uneingeschränkt empfehlen. Der Park mag weder der größte noch der bekannteste der Six-Flags-Kette sein, doch sein ganz eigener Charakter, die wunderschöne Lage und seine hervorragende Attraktionsauswahl machen ihn zu einem Geheimtipp der amerikanischen Freizeitparklandschaft.

 

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Mit dem Goldrausch nach Slagharen

Gold Rush im Attractiepark Slagharen

Nachdem sich das Gerücht über den baldigen Abbau des Looping Stars Thunder Loop über mehrere Jahre gehalten hatte, war dann gegen Ende des vergangenen Jahres tatsächlich Schluss mit dem Betrieb der Anlage in Slagharen. Doch keine Sorge um die alte Dame, die seit 1979 die Welt der Besucher des Attractieparks auf den Kopf stellte, denn sie befindet sich nun wieder im Besitz der Familie Bemboom – eine Rückkehr in den einen oder anderen Freizeitpark ist also nicht auszuschließen. An ihrer Stelle tritt in diesem Jahr die Achterbahn Gold Rush, eine kompakte Achterbahn mit Triple-Launch bei geschlossenen Rundlauf des Herstellers Gerstlauer.

Doch kann die Achterbahn würdig in die Fußstapfen jener Achterbahn treten, die für Generationen von Niederländern und grenznahen Deutschen die erste Looping-Achterbahn war? Ich gebe es zu, diese Frage ist etwas zu weit hergeholt, doch Nostalgie kann man nicht so schnell ersetzen. Tatsächlich präsentiert sich nun in Slagharen ein Schmuckstück sondergleichen; ein Zustand der im Vergleich zum vorherigen Status-Quo auch nicht so schwierig zu erreichen war. Doch die perfekte Einbindung der Anlage, welche dem linken Parkbereich optisch sehr zu Gute kommt und nun erstaunlich rund dastehen lässt, verrät nichts über die Fahrt an sich.

Diese beginnt mit einem sehr seichten Abschuss aus dem Stand heraus in Richtung des Top-Hats, den man demzufolge nur sehr leicht erklimmt. Mit der nun aufgebauten Geschwindigkeit wird die Abschussstrecke rückwärts ein weiteres Mal durchfahren, doch dieses Mal mit einer deutlich verschärften Beschleunigung. Mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht schießt man den Dive Loop am hinteren Ende der Beschleunigungsstrecke empor, wendet dort in leichter Überkopfstellung und nimmt ein drittes Mal Anlauf. Nach Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h wagt man ein weiteres Mal die Erklimmung des Top-Hats, welches nun auch locker gelingt. Während die Einfahrt in das Element eine Krümmung nach rechts aufweisen kann verlässt man dieses in einer geradlinigen Abfahrt. Mit einem ordentlichen Druck durchquert man das anschließende Tal und wendet sogleich in einer hochgeständerten Steilkurve, woraufhin die Station auf einem Camelback überquert wird. Weit über den Köpfen der zukünftigen Fahrgäste vollzieht der Wagenverbund ein weiteres Steilkurvenmanöver, welches einem parallel zur Station entlässt. Daraufhin gewinnt der Zug ein letztes Mal an Höhe, ehe dieser in dem Dive Loop gegen Ende der Fahrt eintaucht und zügig auf seine Ausgangslage zurückkehrt.

Die neue Achterbahn Gold Rush bietet ein solides Fahrvergnügen für Jung und Alt und passt demzufolge perfekt in den Attractiepark Slagharen. Obwohl sie neuer ist und mit dem Triple-Launch einer Modeerscheinung folgt, so bietet sie in etwa das selbe Fahrvergnügen wie ihre Vorgängerin – man hat also alles richtig gemacht.

Bilder Attractiepark Slagharen

 


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Slagharen, daar kun je veel beleven

Attractiepark Slagharen

Einer der Freizeitparks schlechthin, welchen ich seit geraumer Zeit auch unbedingt mal wieder besuchen wollte, ist der Attractiepark Slagharen. Bereits zu meinem Erstbesuch im Jahr 2009 und somit noch unter der Schirmherrschaft der Familie Bemboom hat mich der Park durch seine, anderswo längst ausgemusterten, Fahrgeschäfte der 70er und 80er Jahren restlos begeistern können. Die Seilbahn die über die Mainstreet mit allerlei Essensständen führt und dabei die beiden Parkteile verbindet bleibt einem dabei ebenso positiv in Erinnerung wie der gute alte Looping Star, die Themenfahrt Ocean of Darkness oder das Kettenkarussell Apollo, bei dem einfach alles erlaubt war.

Jules Verne Adventureland

Im Jahr 2012 wurde der Park nach fast 50 Jahren im Familienbesitz an die spanische Gruppe Parques Reunidos veräußert und es fand ein untypisch rasanter Wandel im Park statt. Die kultige Themenfahrt Ocean of Darkness wurde als erstes abgerissen um Platz für die Warteschlange der Kinderfahrschule The Passepartout Explorer zu schaffen. Der umliegende Bereich wurde umgestaltet und bildet mit einigen Kinderfahrgeschäften aus italienischer Produktion, sowie der nach wie vor großartigen Schwarzkopfschen Enterprise und dem Twist ‚n‘ Splash Expedition Nautilus den Themenbereich Jules Verne Adventureland. Das Traumboot der Firma Weber wurde deswegen umgesetzt und befindet sich mittlerweile, wie auch der Fliegende Teppich aus gleichem Hause, nicht mehr im Park.

Apollo

Der Kettenflieger Apollo im Attractiepark Slagharen hat seit diesem Jahr nur noch die Hälfte seiner Gondeln, was die Landung zwar etwas sanfter gestaltet, aber konsequenter Weise den Fahrspaß beinahe ins bodenlose sinken lässt. Die langen Sitzketten, das gegenseitige Abstoßen, das Eindrehen vor der Fahrt, all das wird nun nicht mehr toleriert und geduldet, es kam sogar zu vereinzelten Abmahnungen. Das einst genialste Kettenkarussell aller Zeiten ist also nur noch ein Schatten seiner selbst.

Octopus

Mit dem Octopus steht in direkter Nähe ein weiterer Klassiker, welcher aber nur unter sehr großen Aufwand entschärft werden kann. Das Monster II aus dem Hause Schwarzkopf ist dabei eine ganz besondere Anlage, bei der man sich selbst ohne großartige Gewichtsverlagerung, innerhalb der Gondel, wie wild dreht. Dieses passiert bereits nach Lösen der Gondelbremsen und kann mit nur sehr wenig Übung über die gesamte Fahrtdauer gehalten werden. Dabei muss sich die Fahrt nicht hinter der Fahrt auf dem jüngeren Nachfolgemodell, welches auch heutzutage noch zahlreich auf den hiesigen Kirmessen vertreten ist, verstecken.

Aqua Mexicana

Da man seit diesem Jahr nicht mehr mit der Monorail auf die andere Seite des Attractiepark Slagharen fahren kann, immerhin wurde die eigentliche Hauptstation beim Schwimmbad aufgegeben, kann man dieses entweder per Pedes oder den Standardweg via Seilbahn nehmen. Auf dieser Seite wurde die Anzahl der Fahrgeschäfte nicht ganz so drastisch gesenkt, dafür aber hat man das in die Jahre gekommene kleine Schwimmbad mit Eisbergthematik modernisiert und mit einer Hand voll Rutschen neuerer Bauart ergänzt. Als Aqua Mexicana sticht das Bad nun durch seine deutlich vergrößerte Fläche und seinem Rutschturm hervor, wobei ich mich frage warum man ausgerechnet das Portfolio des eigentlichen Freizeitparks durch die Übernahme der Schlauchbootrutschen noch weiter beschränken musste.

Bilder Attractiepark Slagharen

Schlusswort

So toll der Attractiepark Slagharen auch weiterhin ist, die Qualität hat in den letzten Jahren unter Parques Reunidos massiv abgebaut. Klar ab und zu muss mal etwas Neues her, aber nicht auf Kosten einer massiven Reduktion des bestehenden Portfolios, welches insgeheim für den Erfolg des Freizeitparks ausschlaggebend war. Nirgendwo anders war die Auswahl an Fahrgeschäften dermaßen groß und die Achterbahnen für einen gelungenen Besuchstag so vernachlässigbar wie hier.

Über Jahrzehnte hat man allen Gesetzmäßigkeiten der Wirtschaft widersprochen und gezeigt das man mit guten Fahrgeschäften alleine, trotz des gefühlten Stillstands, insgesamt sogar mehr Besucher anlocken kann als die meisten anderen Parks dieser Größenordnung je haben werden. Natürlich lag auch vieles am Erfolg des Freizeitparks an den Gratistickets welche man in grenznahen Supermärkten en Masse nachgeschmissen bekam und der Fokussierung auf den Ferienpark als Haupteinnahmequelle, aber all das hat sich seit der Übernahme ja nicht sonderlich groß geändert, auch ist der ADAC Rabatt auch weiterhin sehr zu empfehlen.


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