Mit dem Donnerdelphin über Tokyo

Tokyo Dome City Attractions

Die Tokyo Dome City rund um das Baseballstadion Tokyo Dome ist ein innerstädtisches Vergnügungsareal. Es besteht aus dem bereits genannten Stadion (Heimat der Yomiuri Giants), einem Hotel, drei Event-Hallen, dem großzügigen Wellnesstempel LaQua, einem Weltraummuseum, vielen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, sowie dem Freizeitpark Tokyo Dome City Attractions.

Vielen Freizeitparkfans ist der Park durch seine Achterbahn Thunder Dolphin bekannt, welche seit dem Jahr 2003 die Skyline des Freizeitparks und insbesondere den Gebäudekomplex im LaQua-Bereich prägt. Dass die Strecke durch ein Gebäude und das signifikante Riesenrad Big-O führt, sorgte auch außerhalb der Fangemeinde für eine schnelle internationale Bekanntschaft. Auch wenn Facebook schon länger keine Rolle mehr spielt, irgendwann hat jeder mal eine Nachricht mit dem Verweis auf diese Achterbahn bekommen.

Der Freizeitpark selbst ist jedoch deutlich älter und hat seinen Ursprung im Jahr 1955. Entstanden als Ergänzung des Unterhaltungsangebotes zum 1937 errichteten Korakuen Stadion, entwickelte sich der Park schnell zu einem der bedeutendsten im Lande. Sogar so bedeutend, dass der Freizeitpark Kijima Kogen Park im fernen Beppu viele Jahre lang als Kijima Korakuen Yuenchi betrieben wurde. Der Korakuen Yuenchi oder auch Korakuen Amusement Park war also eine bedeutende Marke.

Tatsächlich wurde im Laufe der Zeit den Besuchern auf dem Gelände des Freizeitparks einiges geboten: sei es nun der 1955, als eine der ersten Achterbahnen des Landes, errichtete Jet Coaster, der Prototyp der Impulse Coaster aus dem Hause Intamin oder aber auch ein Togo Ultra Twister, sowie ein Arrow Shuttle Loop. Überdauert hat die Zeit leider keine der Anlagen und so präsentiert sich der Park überaus modern und stets auf dem neuesten Stand der Technik.

Sky Flower

Der Park ist dabei auf mehrere Bereiche aufgeteilt: die LaQua Zone, die Viking Zone, die Parachute Zone, die Geopolis Zone, sowie die Splash Garden Zone. Vom Bahnhof Suidōbashi kommend trifft man zuerst auf die Parachute Zone mit ihrem herausragenden Parachute Tower Sky Flower. Auf der selben Ebene befinden sich zudem die äußerst schnieken Teetassen und der Musik Express des Parks.

Tokyo Panic Cruise

Direkt hierunter befindet sich die Geopolis Zone, Heimat des Theatre G-Rosso und der Themenfahrt Tokyo Panic Cruise. Mehrmals täglich (an Wochenenden und während der Schulferien) wird im Theater eine Hero Action Show geboten, welche zumindest laut der Website überaus populär ist. Direkt nebenan besticht die Themenfahrt Tokyo Panic Cruise vor allem durch ihr Fahrsystem, welches dem der Spiderman-Darkrides der Universal Studios Parks gleicht.

Daran angrenzend befindet sich die Viking Zone mit ihrer Riesenschiffschaukel und einer recht interessanten Autofahrt. Ebenfalls findet man hier eine kleine Ansammlung diverser Kinderfahrgeschäfte.

Wonder Drop und The Dive

Von hier aus kann man über eine Unterführung oder über eine Brücke in die LaQua Zone wechseln. In der untersten Ebene des Komplexes befindet sich die Station der Wildwasserbahn Wonder Drop aus dem Hause O.D. Hopkins, welche den Achterbahnreisenden zufolge (ein sehr empfehlenswerter Podcast, der die Attraktionen des Parks ausführlich getestet hat) ziemlich nass machen soll. Ebenfalls kann man auf dieser Ebene die sehr interessante interaktive Themenfahrt The Dive vorfinden.

Thunder Dolphin

Den Hauptgrund für unseren Besuch in der Tokyo Dome City hingegen sollten wir erst mehrere Ebenen weiter oben vorfinden. Für 1030 Yen (etwa 7,70€) kauften wir uns ein Ticket für den Thunder Dolphin und stellten uns sogleich in der Warteschlange an. Die bewegte sich auch zügig, lange sollte es also nicht dauern bis wir dann im Zug saßen. Doch als wir dann endlich an der Reihe waren fing es an zu pieseln. Nichts geht mehr, rien ne va plus. Schade. Immerhin konnte Nicolas zumindest der Einteildame klar machen, dass wir ganz gerne unser Geld zurück hätten.

Schlussendlich durften wir jedoch doch in der Station der Achterbahn warten und nach einer halben Stunde ging der Betrieb dann auch wieder regulär weiter. Also ein zweites Mal unser Hab und Gut in den Spinden verschlossen – diesmal jedoch nicht für Plätze irgendwo in der Mitte, sondern immerhin ganz hinten und schon konnte der Spaß losgehen.

Mittels Kabellift geht es überaus zügig auf 80m hinauf. Mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt geht es sogleich 66,5m in einem grandiosen Gefälle hinunter. Hierauf durchrauscht man mit 130 km/h das anschließende Tal, ehe der Zug sich dem Dach des Spa-Gebäudes zuwendet. Dieses erklimmt man in einer wunderschön übergeneigten Kurve, an die sich ein kleines Gefälle mit anschließenden Camelback anfügt. Schwungvoll stürzt sich der Zug durch das Loch in der Wand ein weiteres Mal zu Boden. Just oberhalb der Fahrstrecke der Wildwasserbahn durchqueren wir nun ein weiteres Tal, ehe wir uns dem Riesenrad Big-O zuwenden. Dieses speichenfreie und 60m hohe Riesenrad der Firma Intamin durchqueren wir dort, wo andere Riesenräder ihre Nabe haben. Einen kurzen Moment später und (dank der stetigen Querneigung und den massiven Stützen des Rades) eine Erkenntnis reicher, setzen wir zur zweiten Umlaufrunde an. Parallel zum ersten Gefälle rasen wir nun über einen Speedbump, ehe wir ein weiteres Mal das Dach der Anlage erklimmen. Recht gemächlich folgen wir nun den Wellen der Dachkonstruktion und neigen uns dabei mal nach rechts und mal nach links. Obwohl überaus dynamisch gedacht, fährt sich das Stück ein wenig verschroben (engl. quirky). Nach einiger Zeit ist dann auch die Dachkante erreicht und wir stürzen uns ein letztes Mal aus etwa 30m hinunter. Mit durchaus ausgeprägter Geschwindigkeit folgt nach einer kurzen Gerade die Bremsstrecke der Anlage und alsbald die Station.

Eigentlich ist der Thunder Dolphin eine richtig, richtig, richtig geile Achterbahn. Der First Drop ist überragend und die Strecke bis zur erneuten Dachbesichtigung wirklich verdammt gut. Leider nimmt der Fahrspaß gerade gegen Ende signifikant ab, wo eigentlich ein grandioses Finale auf die Fahrgäste hätte warten müssen, es jedoch auf Grund der vorhandenen Randbedingungen nicht anders gelöst werden konnte. Dennoch kann ich mir keine bessere Achterbahn als meine 500. vorstellen, vor allem da am Vormittag bereits derselbe Achterbahntyp in klein und kompakt für eine Vielzahl von Wiederholungsfahrten herhalten musste. Die Bahn macht durchaus ordentlich viel Eindruck und die 80m (obgleich ja effizient nur 66,5m davon genutzt werden) sorgen für allerhand Fahrspaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Bilder Tokyo Dome City Attractions

Fazit Tokyo Dome City Attractions

Der Freizeitpark Tokyo Dome City Attractions ist ein überaus netter Vergnügungspark inmitten einer Millionenmetropole. Die Auswahl der Fahrgeschäfte kann sich durchaus sehen lassen und mit dem Thunder Dolphin und dem Big-O hat man zwei überaus signifikante Anlagen im Park herumstehen. Gerade in Verbindung mit einem Besuch im Onsen und einem Restaurantaufenthalt kann ich mir einen weiteren Besuch in der Tokyo Dome City durchaus vorstellen. Dann jedoch mit einem Free Pass (welcher in den Abendstunden ja auch recht erschwinglich ist) und damit verbunden einem Besuch auf dem Parachute Tower Sky Flower.

Schlusswort

Ursprünglich war an dem Tag ein Besuch in der Yokohama Cosmo World geplant, durch den Wechsel des Tagesverlaufs hingegen zog es uns nun in Richtung des Indoor-Freizeitparks Tokyo Joypolis. Diesen erreichten wir jedoch einige Minuten nach dem letzten Einlass. Dommage. Schlimmer ist es jedoch, dass wir an diesem Tag in die Cosmo World hätten fahren müssen; so erwischten wir nämlich einen Ruhetag, als wir diese dann besuchen wollten. Aber hey, ich bin hier nicht zum letzten Mal. Kann passieren. Das hawaiische Restaurant samt Livemusik in der Mall nebenan kann ich auf jeden Fall empfehlen.

 


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Freizeitkultur Wiener Art

Wiener Prater

Der Wiener Prater ist ein sehr weitläufiges Parkgelände inmitten der österreichischen Hauptstadt mit einer Vielzahl an Sporteinrichtungen, einem Planetarium, der Liliputbahn und dem Freizeitpark Wurstelprater, welcher typischer Weise aber als Prater bezeichnet wird. Ähnlich wie der Dyrehavsbakken am Rande der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist der Prater in Parzellen eingeteilt und wird von verschiedenen Schaustellern beschickt, so dass der Park selbst teilweise sehr einem Volksfest gleicht. Auf der anderen Seite jedoch sind die Schausteller selbst für die Gestaltung des Praters zuständig, so dass sich einige sehr schöne Ecken im Prater ergaben.

Wiener Riesenrad

Vom Bahnhof Praterstern sind es nur wenige Meter bis zum Prater, diesen Betritt man dann am Riesenradplatz zu Fuße des Wiener Riesenrads, dem bekannten Wahrzeichen der Stadt und des Praters. Das im Jahr 1897 zur Feier des 50sten Thronjubiläums des Kaiser Franz Joseph I errichtete etwa 65 m hohe Rad ist das älteste Riesenrad der Welt und war zwischen 1920 und 1985 das höchste Riesenrad der Welt.

Nach entrichten des, nicht gerade geringen, Eintrittspreises geht es in eine kleine Ausstellung bei der in nachgebauten Wagons Miniaturen über die Geschichte Wiens und des Praters gezeigt werden. Interessant dabei sind die verspiegelten Wände, wodurch der Raum endlos wirkt. Im Außenbereich des Komplexes befindet sich dann der Aufgang zur Station. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Fachwerkstruktur des Riesenrads und auf den Antrieb dessen. Während der Fahrt in den Großraumgondeln hat man einen wunderbaren Blick auf das Rad und den Prater selbst, sowie auf die Skyline der Stadt Wien.

Super 8er Bahn

Vom Riesenrad aus hat man den perfekten Blick auf die Wildwasserbahn Aqua Gaudi, eine neue Anlage aus dem Hause Reverchon, sowie auf die größte Achterbahn des Praters, der Super 8er Bahn, eine 1997 erbaute FC80 Anlage aus dem Hause Pinfari.

Nach Erklimmen des Lifthills wird die erste Abfahrt gleichförmig eingeleitet, woraufhin sich eine auswärtsführende Linkskurve anschließt und ein wenig in luftiger Höhe verharrt. Nun geht es kurz rasant bergab und wieder bergauf, woraufhin eine Blockbremse passiert wird. Nach einer weiteren Rechtskurve in Bayernkurvenmanier geht es steil bergab. Mit voller Geschwindigkeit unterquert man nun den Lifthügel, wodurch einen sehr schnell bewusst wird, warum der Catwalk am Lift teilweise unterbrochen wurde. Nach einem kleinen Anstieg geht es sogleich in einer Abwärtshelix wieder gen Boden. Auf einer Geraden gewinnt man noch einige Höhenmeter ehe es erneut in einer Linkskurve in Richtung des Bodens geht. Ein Umschwung später passiert man noch schnell eine Bayernkurve just bevor es in Richtung der Bremsen geht.

Da die Super 8er Bahn glücklicher Weise keine Wagen mit Schulterbügeln hat, wie sie auf größeren Anlagen des Herstellers seltsamer Weise oftmals verbaut wurden, sind die Fahreigenschaften durchaus in Ordnung. Wie auch die Alpina Bahn, als ähnlich kompakte Anlage, hat sie den Drang ihre Mitfahrer einige Zentimeter im Wagen hin und her zu bewegen. In dieser Hinsicht möchte ich mir gar nicht ausmalen welch Tortur eine Fahrt im RC70 sein muss, welcher zusätzlich zur hohen Geschwindigkeit und der kompakten Bauweise noch zwei Loopings vorweisen kann. Nichts desto trotz ist die Super 8er Bahn eine gute Achterbahn mit einer ordentlichen Streckenlänge.

Dizzy Mouse

Zugehörig zum gleichen Betreiber befindet sich in unmittelbarer Nähe der beiden größeren Anlagen und des Riesenrads der Reverchon Spinning Coaster Dizzy Mouse, welche zusätzlich zum bewährten Layout einen katzenförmigen Tunnel aufweisen kann. Die Drehung war, wie bei allen Anlagen dieses Typs durchaus vorhanden, wenn auch leider etwas ausbaufähig.

Insider

Interessanter Weise steht in direkter Umgebung eine weitere Drehgondelachterbahn, dieses Mal jedoch ein Compact Spinning Coaster von Maurer Söhne. Das Layout dieser Achterbahn findet man als Kopie zuhauf in chinesischen Freizeitparks, aber auch in Deutschland war im Jahr 2000 eine Anlage als Spinning Maus auf Reisen. Das hier im Prater eingehauste Exemplar jedoch stammte aus dem japanischen Freizeitpark Tokyo Dome City. Betritt man den Insider muss man sich erst einmal den Weg in Richtung der Station bannen, welcher hier aus einem Labyrinth und einem Laserspiel besteht.

Das Layout dieser Achterbahn entspricht dem Layout einer Wilden Maus aus gleichem Hause, wie man es auch hier im Prater mit sehr guten Fahreigenschaften findet, nur das die Anlage nicht ganz so steile Gefälle hat. Durch die gut geschmierten Wagen gerät man bei dieser Anlage bereits bei der ersten Haarnadelkurve derartig brachial in Drehung, wie ich es zuvor auf keinem einzigen Spinning Coaster je erlebt hatte. In Verbindung mit der Musik und der passenden Untermalung mittels Lasers ergibt sich im Endeffekt eine wirklich gelungene Fahrt, auch wenn der Eintrittspreis im Vergleich zu den anderen Anlagen im Wiener Prater ein wenig zu hoch erscheint.

Maskerade

Da zwei Drehachterbahnen nicht genug sind kann man seit diesem Jahr sich nicht nur nebeneinander und Rücken an Rücken sitzend drehen, sondern auch mit Sichtkontakt, wie sie bei einem Gerstlauer Spinning Coaster üblich ist. Maskerade heißt die halbfertige Anlage mit Vertikalaufzug innerhalb einer Halle und kann neben diesem Element gerade noch einen Drop mit anschließenden belanglosen Ausflug aus der Halle und jeweils eine Abwärts- und Aufwärtshelix bieten.

Maskerade ist Schrott, nichts weiter als eine Stahlverschwendung sondergleichen und somit mit Abstand die schlechteste je von Gerstlauer gebaute Anlage. Selbst mit etwas Gestaltung im Innenbereich wäre die Fahrt kaum besser, gegebenenfalls nur etwas ansehnlicher, so dass der hier angesetzte Fahrpreis einfach nur eine Frechheit ist. Sofern man nicht auf eine Fahrt angewiesen ist empfehle ich die Anlage zu meiden und stattdessen eine Runde mit dem Prater Turm direkt gegenüber zu fahren, denn dort dauert allein die Auffahrt genauso lange wie hier die gesamte Fahrt und kann mit dem Blick über Wien einen gewissen Mehrwert bieten.

Der Zug des Manitu

Eine besondere Anlage ist Der Zug des Manitu von CAM Baby Kart, ein kleiner Powered Coaster, welcher erst einmal eine halbe Runde rückwärtsfährt ehe der Rest der Fahrt vorwärts weitergeführt wird. Die Strecke selbst beschreibt dabei eigentlich nur zwei über einander gelegte Ovale, doch muss der zuständige Ingenieur einen ordentlichen Knick in der Optik gehabt haben, denn jede vermeintliche Gerade erweist sich als recht kurvenreich. Die Fahrt erwies sich durch den Rekommandeur als  besonders spaßig und wollte kaum enden, so dass hier definitiv das beste Preis-/Leistungsverhältnis im Wiener Prater zu finden ist.

Volare

Oft kann der Wiener Prater als erste Anlaufstelle neuartige Konzepte, meist bei Hochfahrgeschäften, vorweisen, so auch den Prototypen aller Flying Coaster des italienischen Herstellers Zamperla namens Volare. Diese Achterbahnart hat bei Achterbahnfreunden nicht sonderlich den besten Ruf, dennoch wirkt die Fahrt dann doch zu verlockend um sie nicht zu testen.

Der Einstieg ähnelt dem einer HUSS Fly Away, man steigt also soweit es geht auf eine Leiter, legt sich dann bauchlinks hin, greift nach den Griffen vor einem und guckt nach vorne. Wenn alle Mitfahrer in dieser Position sind bewegt sich der Wagen nach vorne und wird von einem Mechanismus zugeklappt, man fährt also Achterbahn wie der Belag auf einem Sandwich. Nach einer kurzen Gerade biegt man in den Spirallift ein, wo der Wagen erstaunlich sanft aufgenommen wird. Sehr rasch geht es nun aufwärts, oben angekommen kann man noch etwas die Sicht genießen und dann geht es auch schon ein kleines Gefälle bergab. Mit vollem Schwung geht es nun in eine stark gebankte Haarnadelkurve bei der die Mitfahrer ordentlich hin und her geschüttelt werden. Es folgt eine Herzlinienrolle, bei der man, durch das große Spiel im Wagen, seltsam abhebt und sanft wieder landet. Ein kaum beschreibbaren Gefühl, welches sich eine Etage tiefer in der anderen Fahrtrichtung wiederholt. Nach einem weiteren Block passiert man einige sanfte Umschwünge ehe es in die Bremse geht. Wieder in der Station wird der Wagen von unten aufgeklappt und man kann den Wagen rückwärts verlassen.

Volare ist eine Achterbahn die mir, bis auf die erste Haarnadelkurve, gut gefallen hat. Die Laufruhe der Wagen war für eine Zamperla Achterbahn überraschender Weise stark ausgeprägt; das Fahrgefühl war in Ordnung und durch die Rollen, sowie den sanfteren Umschwünge im Verlauf auch irgendwie lustig. Wenn man Volare als Wilde Maus unter den Flying Coastern ansieht, so hat die Anlage definitiv ihre Daseinsberechtigung und ist keineswegs so schlecht wie man sie oftmals redet.

Tornado

Direkt nebenan befindet sich mit dem Funtime Tornado ein durch und durch interessantes Fahrgeschäft, welches durch seine imposante Struktur bereits aus weiter Ferne auffällt. An dem Blitz aufgehängt befinden sich Stahlseile an dessen Ende eine Gondel angebracht wurde. Der stark exzentrisch gestaltete Blitz wird nun in Bewegung versetzt, die Gondeln beginnt trägheitsbedingt dieser Bewegung zu folgen und schaukelt sich dabei einige Höhenmeter auf.  Auch wenn diese Schaukelbewegung allein schon ziemlich interessant ist, so befindet sich an der Gondel noch ein Motor, welche diese nach Belieben überschlagen lässt. Dadurch ersteht eine ziemlich lustige Fahrweise, ähnlich dem Fahrgeschäft Rocket aus dem gleichen Hause, nur das hier die Überschläge nicht seitlich eingeleitet werden. Es ist wirklich Schade das der Tornado bisweilen kaum verkauft wurde, denn die Fahrt ist allererste Sahne und nur zu empfehlen sollte man eine Runde über den Wiener Prater drehen. Der Fahrpreis ist dabei, trotz der geringen Kapazität, vergleichsweise günstig und die Fahrtlänge bestand insgesamt aus zwei kompletten Zyklen.

Black Mamba

Ein weiteres Schmuckstück der Firma Funtime ist das Chaos Pendel Black Mamba, bei der man während der Konstruktion offenbar auf einfache Formen weitestgehend möglich verzichtet hat. Die gekrümmten Arme wirken dabei ebenso auffällig wie die Konstruktion des Auslegers. Während die Flugbahn des Tornados noch eine einfache 8 beschreibt, so ist der Fahrablauf der Black Mamba weniger einfach zu beschreiben. Durch die Drehung der beiden Arme variiert der Fahrablauf stetig zwischen sehr intensiven und ruhigeren Passagen, so dass sich nie eine monotone Fahrweise, wie oftmals auf Propellern anderer Herstellern, ergibt. Durch den auch hier angebrachten Fahrpreis ist eine Fahrt absolute Pflicht, immerhin gibt es nicht sehr viele Fahrgeschäfte dieser Bauart und diesem Bewegungsablauf.

Extasy

Etwas monotoner geht es beim Extasy daher, ein Fahrgeschäft vom Typ Energy Storm des italienischen Herstellers Soriani und Moser. Der Fahrablauf entspricht dabei dem eines Tivoli Orbiters, nur dass die Gondeln, nicht bis in die Senkrechte gehoben werden sondern auch noch darüber hinaus, wodurch eine Überkopffahrt möglich ist. Darüber hinaus ist man durch die Schulterbügel ein wenig variabel, so dass auch Richtungswechsel und längere Hängephasen umgesetzt werden können. Von allem wird dabei ordentlich Gebrauch gemacht, so dass eine aufregende und abwechslungsreiche Fahrt geboten wird. Durch die spürbaren seitlichen Kräfte merkt man eigentlich nur auf dem Bodenniveau wie schnell das Fahrgeschäft eigentlich dreht, so dass einem während dieser Passagen etwas übel werden kann. Zusätzlich zur rasanten Fahrweise wird die Fahrt durch passende Musik und diversen Lichteffekten untermalt, so dass hier stets eine herausragende Stimmung vorherrscht.

Boomerang

Freunde der schulterbügelfreien Überkopffahrt werden beim Boomerang aus dem Hause Vekoma fündig. Im Jahr 2007 ersetzte man den alten Zug, welcher nun im Fort Fun Abenteuerland auf der Speed Snake seine Runden dreht, durch eine weitaus offenere Variante von SAT, wodurch ein deutlich freieres Fahrgefühl entstand. Der Komfort spiegelt sich auch beim Ein- und Ausstieg wieder, welcher im Gegensatz zu den fast nahezu baugleichen Zügen der Teststrecke, noch einfach ist. Die Fahrt selbst ist dabei wirklich sehr laufruhig und durch die ungewohnte Freiheit innerhalb der Cobra Roll auch sehr aufregend. Ein Tunnel während der Ausfahrt des Elements beziehungsweise dessen erneute Einfahrt rundet die Fahrt ab.

Megablitz

Mit dem Megablitz steht eine weitere Anlage von Vekoma im Wiener Prater, dabei handelt es sich um eine der seltenen MK-700 Anlagen, ähnlich Evolution aus dem belgischen Bobbejaanland und Halvar aus Plopsa Coo. Durch die zweisitzigen Wagen und dem kurvenreichen Layout ähnelt die Anlage einem Jet Star aus dem Hause Schwarzkopf.

Nach einer Linkskurve geht es sogleich den Lifthill hinauf. Oben angekommen dreht man eine schnelle Rechtskurve in luftiger Höhe ehe man sich leicht zur Seite neigt, welche in einer beinahe geradlinigen und überraschend steilen Abfahrt mündet. Sehr kraftvoll durchquert man nun das Tal, woraufhin man schnell wieder gen Himmel fährt. Statt zu verschnaufen legt man sich gleich wieder in die Kurve und absolviert eine stark abfallende Abwärtshelix bis man erneut das Bodenniveau erreicht. Ein Richtungswechsel führt einen nun in einer weiten Linkskurve nach oben und man passiert eine Blockbremse. Mit ordentlichen Schwung rast der Wagenverbund nun in einer Steilkurve gen Boden und folgt der bereits absolvierten Helix in gegenläufiger Fahrtrichtung auf ein höheres Niveau. Auf einer leicht abwärts führenden Geraden nimmt man erneut an Geschwindigkeit auf just bevor man in einer weiten Abwärtshelix, welche sich immer weiter verjüngt und nach dem Erreichen der Bodenebene in eine Aufwärtshelix übergeht, gen Schlussbremse fährt. Wer nun Lust auf eine weitere Runde bekommen hat kann zu einem vergünstigten Preis einfach sitzenbleiben, der Rest steigt aus.

Der Megablitz ist definitiv und ohne Widerworte die beste Achterbahn des Wiener Prater. Das was Vekoma hier konstruiert hat ist eine absolute Spaßmaschine ohne Gleichen und eine der besten Anlagen des Herstellers. Obwohl die Grundfläche nicht unbedingt riesig ist scheint die Fahrstrecke kaum enden zu wollen, was durch das sehr stark ausgenutzte Lichtraumprofil weiter unterstützt wird. Die aufgebaute Geschwindigkeit erlaubt wunderbar ausgeprägte Kräfte mit ordentlichen Druck innerhalb der Kurven und den Tälern der Anlage. Dementsprechend ist auch hier eine Fahrt absolute Pflicht.

Weitere Fahrgeschäfte

Obwohl wir zwei Tage in Wien waren, haben wir es leider nicht geschafft den Prater bei Tage zu besuchen, wodurch die Hochschaubahn, die wir am ersten Abend durch ihre versteckte Lage etwas abseits zum eigentlichen Trubel auf der Rückseite der Achterbahn Maskerade schlichtweg nicht gefunden hatten, geschlossen hatte. Auch die Kinderachterbahn The Race war, wie die meisten Kinderfahrgeschäfte bereits geschlossen, so auch die Autobergbahn, welche bei bestem Willen keine Achterbahn ist.

Bilder Wiener Prater

Fazit Wiener Prater

Der Wiener Prater ist ein wirklich toller Park, welcher durch seine enge Bebauung, seinen Mix aus alten und neuen Geschäften und seiner Gestaltung teilweise dem Freizeitpark Pleasure Beach Blackpool ähnelt und genauso viel Charme dabei verteilt. Leider geht ein Besuch im Prater sehr schnell ins Geld, obwohl der Fahrpreis bei den meisten Fahrgeschäften im Allgemeinen günstiger ist als auf einem deutschen Volksfest, es stehen hier halt leider viel zu viele interessante Attraktionen, worunter sich noch eine Vielzahl an interessanten Laufgeschäften, Themenfahrten, Geisterbahnen, Autoskootern (pardon Autodrome) und Gokart-Bahnen gesellen. Es ist halt ein unheimlich toller Mix, welchen man gerne öfters auf sich wirken lassen sollte.

 

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