Das Tor zu den Achterbahnen Missouris

Six Flags St. Louis

Nach dem unmittelbaren Erfolg von Six Flags Over Texas und Six Flags Over Georgia begannen schon bald die Planungen für einen dritten Six-Flags-Park. Nur wenige Kilometer außerhalb von St. Louis eröffnete 1971 schließlich Six Flags Over Mid-America im Herzen der Vereinigten Staaten seine Tore. Damals bestand der Park aus sechs unterschiedlich thematisierten Bereichen, die – ganz nach dem ursprünglichen Six-Flags-Konzept.

In den 1990er-Jahren veränderte sich der Park erheblich, nachdem Time Warner die Six-Flags-Kette übernommen hatte. Neben zahlreichen Modernisierungen hielten auch viele der bekannten DC-Comics-Superhelden Einzug in den Park und prägen bis heute das Erscheinungsbild zahlreicher Attraktionen.

Heute bietet Six Flags St. Louis eine ausgewogene Mischung aus klassischen Holzachterbahnen, Familienattraktionen und einigen Thrill-Rides. Obwohl der Park häufig im Schatten seiner größeren Schwesterparks steht, stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass er deutlich mehr zu bieten hat, als sein Ruf vermuten lässt.

Genug zur Geschichte des Parks – jetzt wird es Zeit, ihn selbst zu erleben. Nach dem Betreten des Parks halten wir uns rechts und machen uns auf den Weg zur ersten großen Achterbahn des Tages.

Batman The Ride

Eine der ersten Achterbahnen, auf die man nach dem Betreten von Six Flags St. Louis trifft, ist Batman The Ride, die sich direkt rechts vom Parkeingang befindet. Batman zählt mittlerweile zu den bekanntesten Attraktionen der gesamten Six-Flags-Kette. Die Anlage in St. Louis nimmt dabei jedoch eine besondere Stellung ein. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse entstand hier die erste gespiegelte Version von Bolliger & Mabillards (B&M) berühmtem Inverted Coaster.

Nach dem Lifthill folgt zunächst ein kleiner Pre-Drop, der einen ersten Vorgeschmack auf das gibt, was die Fahrgäste im weiteren Streckenverlauf erwartet. Augenblicke später stürzt der Zug in einer steil verdrehten Abfahrt direkt in den ersten Looping. Fast ohne Verschnaufpause folgen ein Zero-G-Roll und ein weiterer Looping, bevor eine ansteigende Helix die positiven G-Kräfte noch einmal deutlich erhöht. Nach zwei weiteren Inversionen wartet schließlich bereits die Schlussbremse auf einen.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Eröffnung zählt Batman The Ride noch immer zu den besten Inverted Coastern überhaupt. Das kompakte Layout sorgt für eine beeindruckende Intensität, einen hervorragenden Fahrfluss und genau die Laufruhe, für die B&M weltweit bekannt ist. Auch heute gehört die Bahn noch immer zu den absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Ninja

Gegenüber dem Empire Theater befindet sich mit Ninja eine der ungewöhnlichsten Achterbahnen in Six Flags St. Louis. Ihre Geschichte ist dabei fast interessanter als die eigentliche Fahrt. Ursprünglich wurde die Bahn von Arrow HUSS für die Expo 86 in Vancouver entworfen. Nachdem Arrow HUSS in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Vekoma die Fertigstellung des Projekts. Nach ihrem erfolgreichen Einsatz auf der Weltausstellung wurde die Achterbahn 1989 nach Six Flags Over Mid-America umgesetzt.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill. Es folgen ein Looping und ein Sidewinder, bevor die Strecke in einem überzeugenden Headchopper-Moment unter dem zurückführenden Lifthill hindurchführt. Eine Blockbremse teilt die Fahrt in zwei Abschnitte. Im zweiten Teil warten zwei Korkenzieher, eine bodennahe Helix und schließlich die Schlussbremse.

Ninja besitzt ein etwas ungewöhnliches Layout und entwickelt weder den Fahrfluss noch die Intensität, die die besten Achterbahnen des Parks auszeichnen. Trotzdem fährt sich die Bahn überraschend angenehm und eignet sich hervorragend für alle, die ihre ersten Überschläge erleben möchten.

River King Mine Train

Vorbei an Tsunami Soaker und Spinsanity führt der Weg tiefer in den Park, wo der River King Mine Train auf seine Fahrgäste wartet. Die Bahn entstand während des Mine-Train-Booms der frühen 1970er-Jahre und war ursprünglich sogar noch aufwendiger konzipiert als heute. Damals verfügte sie über zwei parallele Strecken, wodurch sich zwei Züge gleichzeitig ein spannendes Duell liefern konnten. Heute ist nur noch eine der beiden Strecken erhalten. Die zweite fand zunächst im Dollywood und später im Magic Springs Theme and Water Park eine neue Heimat. 1984 schrieb die Bahn zudem kurzzeitig Achterbahngeschichte, als eine der beiden Strecken mit Stehwagen ausgestattet wurde – ein Experiment, das nach einem tödlichen Unfall bereits nach einer Saison wieder beendet wurde.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erreicht der Zug den ersten von insgesamt drei Lifthills. Die erste Abfahrt führt durch eine Reihe von Kurven und sanften Hügeln, bevor die Strecke in eine weit gezogene Linkskurve übergeht. Nach dem zweiten Lifthill wird die Fahrt deutlich landschaftlicher und schlängelt sich in großen Bögen durch den Park, ehe der dritte Lifthill erreicht wird. Das Finale bildet zugleich den Höhepunkt der Fahrt: Nach einigen engen Kurven verschwindet der Zug in einem dunklen Tunnel, in dem sich die größte Abfahrt der Strecke verbirgt. Erst unmittelbar vor der Schlussbremse taucht der Zug wieder ans Tageslicht auf.

Auch wenn die Fahrelemente aus heutiger Sicht eher gemütlich ausfallen, versprüht der River King Mine Train den Charme klassischer Familienachterbahnen wie kaum eine andere Bahn. Sie macht jede Menge Spaß und gehört bis heute zu den historisch bedeutendsten Attraktionen von Six Flags St. Louis.

Boomerang

Vorbei am Sky Screamer und Fireball gelangen wir zum Boomerang. Die Bahn war ursprünglich in Six Flags Over Texas beheimatet, bevor sie 2013 nach Six Flags St. Louis umgesetzt und an das hügelige Gelände des Parks angepasst wurde. Der breite Weg, der direkt unter der markanten Cobra Roll hindurchführt, macht die Achterbahn zu einem der eindrucksvollsten Fotomotive im Park und zu einem echten Blickfang.

Wie bei jedem Vekoma Boomerang werden die Fahrgäste zunächst rückwärts den ersten Spike hinaufgezogen, bevor der Zug die bekannte Streckenführung mit Cobra Roll und Looping absolviert, um das gesamte Layout anschließend rückwärts noch einmal zu durchfahren.

Das Fahrerlebnis entspricht genau dem, was man von einem Boomerang erwartet: kompakt, intensiv und überraschend laufruhig. Auch wenn das Layout mit allen anderen Anlagen dieses Typs identisch ist, verleiht die Einbettung in das hügelige Gelände der Bahn eine ganz eigene Atmosphäre.

Catwoman Whip

Hoch über den umliegenden Wegen erhebt sich Catwoman Whip und gehört zweifellos zu den imposantesten Flat Rides in Six Flags St. Louis. Die von Funtime gebaute Booster-Anlage befördert ihre Fahrgäste auf eine Höhe von 50 m (164 ft) und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h (52 mph). Der sich kontinuierlich drehende Ausleger sorgt für eine gelungene Kombination aus Geschwindigkeit, Airtime und Überschlägen, die von nahezu jedem Bereich des Parks aus zu beobachten ist.

Was mich am meisten überraschte, war jedoch die Länge der Fahrt. Statt bereits nach wenigen Überschlägen zu enden, absolviert Catwoman Whip zahlreiche Überschläge – zunächst in die eine und anschließend in die andere Richtung. Dadurch zählt sie zu den intensivsten Flat Rides des Parks.

Der einzige wirkliche Nachteil ist die geringe Kapazität. Da pro Fahrt nur sechzehn Personen Platz finden, können die Wartezeiten schnell ansteigen. Wer die Bahn mit einer kurzen Wartezeit erwischt, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen – sie gehört zu den besten Flat Rides in Six Flags St. Louis.

Screamin‘ Eagle

Am oberen Ende des Parks befindet sich mit Screamin‘ Eagle einer der großen Klassiker von Six Flags St. Louis. Ihr klassisches Out-and-Back-Layout ist größtenteils vom umliegenden Wald verdeckt, wodurch sich die tatsächliche Größe der Bahn vom Besucherweg aus nur schwer erahnen lässt.

Nach einer langen Geraden verlässt der Zug die Station und erklimmt den 34 m (110 ft) hohen Lifthill. Ein kleiner Pre-Drop führt zunächst in die erste Wendekurve, bevor die eigentliche große Abfahrt beginnt. Von dort aus folgt eine scheinbar endlose Reihe aus Camelbacks und sanften Kurven, die den Zug immer tiefer in den Wald führt, ehe die Strecke schließlich wieder in Richtung Station zurückkehrt.

Screamin‘ Eagle ist ein hervorragendes Beispiel für eine klassische Holzachterbahn. Auch wenn die Fahrt stellenweise durchaus ruppig ausfallen kann, sorgen die hohe Geschwindigkeit und die Einbettung in den Wald für ein Fahrerlebnis, das auch Jahrzehnte nach der Eröffnung nichts von seinem Reiz verloren hat.

Pandemonium

Drei Jahre nachdem Gerstlauer seinen Spinning Coaster auf dem amerikanischen Markt eingeführt hatte, installierte Six Flags eine erweiterte Version des Layouts in mehreren Parks. Eine dieser Anlagen eröffnete hier zunächst als Tony Hawk’s Big Spin, bevor sie später in Pandemonium umbenannt wurde. Das kompakte Layout nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus.

Nach dem Lifthill bringt die erste verdrehte Abfahrt die Gondeln sofort zum Rotieren. Anschließend sorgen enge Kurven, Helices und kleinere Abfahrten dafür, dass sich die Gondeln während der gesamten Fahrt immer wieder drehen. Da die Gondeln frei rotieren können, verläuft jede Fahrt ein wenig anders.

Pandemonium macht einfach Spaß. Die Kombination aus drehenden Gondeln, schnellen Richtungswechseln und dem kompakten Layout macht die Bahn zu einer der unterhaltsamsten Familienachterbahnen im Park.

The Boss

Six Flags St. Louis beheimatet eine der ambitioniertesten Holzachterbahnen, die jemals gebaut wurden. Die von Custom Coasters International (CCI) konstruierte Bahn nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus. Das hat allerdings auch einen kleinen Nachteil: Der Weg bis zur Station gehört zu den längsten im gesamten Park – auch wenn er noch immer deutlich kürzer ist als der scheinbar nie enden wollende Weg zur Station von Zadra im polnischen Energylandia.

Nach dem Verlassen der Station erklimmt der Zug zunächst den 37 m (122 ft) hohen Lifthill. Oben angekommen bleibt gerade noch Zeit für einen kurzen Blick über den Park bis hinüber zur Screamin‘ Eagle, bevor die Fahrt tief in den Wald hinabführt. Nach der ersten Abfahrt rast der Zug über eine lange Gerade direkt auf die gewaltige Holzkonstruktion des ersten Turnarounds zu. Mit hoher Geschwindigkeit taucht der Zug in die Konstruktion ein und stürzt anschließend in das tiefste Tal der gesamten Strecke, das sich 45 m (150 ft) unterhalb des Lifthills befindet. In einer lang gezogenen Linkskurve folgt der Zug dem natürlichen Geländeverlauf, bevor er in großer Höhe nach rechts schwenkt und mit herrlichen Ausblicken über den Park erneut in den Wald eintaucht. Dort folgt die Strecke weiter dem Gelände, ehe eine lange Auffahrt zum zweiten Turnaround führt.

Unmittelbar nach der Blockbremse geht es in die nächste große Abfahrt, gefolgt vom dritten Turnaround mit seiner markanten Senke. Ohne spürbar an Tempo zu verlieren rast der Zug unter dem Lifthill hindurch und erklimmt den Hügel hinter der Station. Ursprünglich endete die Bahn mit einer großen Helix. Heute bilden jedoch eine schnelle, bodennahe Kurve und zwei berüchtigt ruppige Hügel den Abschluss der Fahrt. Vor allem in den vorderen Reihen fühlt sich dieser Abschnitt wie eine kostenlose chiropraktische Behandlung an. Zum Glück dauert dieser Teil nur wenige Sekunden.

Was für eine Achterbahn. Von der ersten Abfahrt bis zur Schlussbremse kennt The Boss kaum eine Verschnaufpause. Das Finale mag etwas ruppig sein, doch der hervorragende Fahrfluss, die perfekte Einbindung in das Gelände und die schiere Größe der Bahn machen sie zu einem der absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Rookie Racer

Direkt unterhalb von The Boss befinden sich mit The Joker (der sich während meines Besuchs leider noch im Bau befand), Supergirl Sky Flyer und der Familienachterbahn Rookie Racer gleich mehrere Attraktionen. Die von Vekoma gebaute Bahn beginnt mit einer gelungenen ersten Abfahrt, bevor eine Reihe sanfter Kurven durch das kompakte Layout führt.

Obwohl Rookie Racer eindeutig auf Familien ausgerichtet ist, überzeugt die Bahn mit einem angenehm ruhigen Fahrverhalten und bietet sowohl jüngeren Besuchern als auch allen, die zwischen den großen Achterbahnen eine etwas entspanntere Fahrt suchen, jede Menge Fahrspaß.

Thunder River

Zu den unterhaltsamsten Attraktionen in Six Flags St. Louis zählt Thunder River, das Rafting von Intamin. Tosende Stromschnellen, starke Strömungen und jede Menge Möglichkeiten, ordentlich nass zu werden – genau so, wie man es von einem gelungenen Rafting erwartet.

Am Ende unserer Fahrt befanden sich fast 20 cm (8 in) Wasser im Floß. Glücklicherweise war ich der Einzige, der Sandalen trug, sodass ich meine Füße die gesamte Fahrt über im Wasser lassen konnte. Alle anderen versuchten dagegen verzweifelt, ihre Schuhe trocken zu halten – allerdings mit wenig Erfolg.

Wer sich an einem heißen Sommertag in Missouri abkühlen möchte, ist bei Thunder River genau richtig. Trocken bleibt hier mit Sicherheit niemand.

Colossus and Tommy G. Robertson Railroad

Zu den ruhigeren Attraktionen von Six Flags St. Louis zählen das Riesenrad Colossus und die Tommy G. Robertson Railroad. Vom Colossus aus bieten sich hervorragende Ausblicke über den gesamten Park und seine hügelige Landschaft. 

Die Tommy G. Robertson Railroad umrundet den gesamten Park und bietet unterwegs immer wieder schöne Ausblicke auf zahlreiche Attraktionen. Dank der Bahnhöfe an beiden Enden des Parks eignet sie sich außerdem hervorragend, um die langen Fußwege zwischen den einzelnen Themenbereichen zu vermeiden.

Mr. Freeze Reverse Blast

Mitten auf einer Insel im Rafting Thunder River befindet sich Mr. Freeze Reverse Blast, eine der Hauptattraktionen von Six Flags St. Louis. Obwohl eine nahezu baugleiche Achterbahn auch in Six Flags Over Texas zu finden ist, wurde die Anlage in St. Louis als erste eröffnet.

Ursprünglich wurden die Züge vorwärts abgeschossen. In den ersten Betriebsjahren kamen außerdem Schulterbügel zum Einsatz, bevor alle Premier-Rides-Anlagen der Six-Flags-Kette im Jahr 2002 auf Schoßbügel umgerüstet wurden. Die größte Veränderung erfolgte jedoch 2012, als die Züge gedreht wurden und die Fahrgäste seitdem rückwärts abgeschossen werden – eine Modifikation, die das Fahrerlebnis grundlegend verändert hat.

Der Rückwärtsabschuss ist ein unglaubliches Erlebnis. Lediglich durch einen Schoßbügel gesichert, presst einen die enorme Beschleunigung mit voller Wucht in den Bügel, bevor der Zug den Inside Top Hat hinaufschießt. Für einen kurzen Moment hängt man kopfüber, ehe es wieder dem Boden entgegengeht. Mit hoher Geschwindigkeit durchfährt der Zug anschließend den riesigen Overbanked Turn, bevor er den senkrechten Spike erklimmt. Dort sorgt die Schwerelosigkeit mit Blick direkt in Richtung Boden für einen ganz besonderen Moment. Augenblicke später durchfährt der Zug das Layout in umgekehrter Richtung, bevor er langsam auf der Abschussstrecke zum Stehen kommt.

Mr. Freeze Reverse Blast ist eine fantastische Achterbahn. Die Fahrt ist extrem intensiv und steckt voller großartiger Momente. Der Inside Top Hat ist einfach beeindruckend, während der senkrechte Spike am Ende der Fahrt für ein unglaubliches Gefühl sorgt, wenn man direkt auf den Boden blickt. Für mich zählt Mr. Freeze Reverse Blast bis heute zu den intensivsten Achterbahnen, die ich je gefahren bin.

Log Flume

Vorbei am interaktiven Dark Ride Justice League: Battle for Metropolis und dem Scrambler Shazam führt unser Weg zurück in Richtung Parkeingang, wo bereits der klassische Log Flume auf uns wartet.

Die von Arrow gebaute Attraktion gehört zu den ersten Log Flumes überhaupt. Zwar fehlen ihr die aufwendige Thematisierung und die großen Abfahrten moderner Anlagen, dafür überzeugt sie mit einem ausgezeichneten Fahrfluss. Das überraschend schnelle Layout, zahlreiche spritzige Passagen und perfekt platzierte Splashdowns sorgen für eine rundum gelungene Fahrt, bei der die meisten Fahrgäste angenehm nass werden.

Der Log Flume ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass einfache Attraktionen auch heute noch jede Menge Spaß machen können. Manchmal braucht es eben keine riesige Abfahrt, um eine großartige Wasserattraktion zu schaffen.

American Thunder

Als Evel Knievel eröffnet, zählt American Thunder heute zu den beliebtesten Holzachterbahnen von Six Flags St. Louis. Die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn mag zwar deutlich kleiner als The Boss sein, steckt aber dennoch voller Action.

Nach einer Rechtskurve aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill, bevor er sich in die steile, verdrehte erste Abfahrt stürzt. Es folgt ein großer Turnaround mit einer markanten Senke, der direkt in eine Reihe bodennaher Camelbacks übergeht. Ein weiterer Turnaround wechselt die Fahrtrichtung, ehe der Zug mit zunehmender Geschwindigkeit über weitere airtimegefüllte Hügel und durch enge Kurven rast. Eine letzte Linkskurve führt schließlich in die Schlussbremse und beendet diese rasante Fahrt.

American Thunder ist für mich die spaßigste der drei Holzachterbahnen des Parks. Der Fahrfluss ist hervorragend, das Layout geht nahtlos von einem Element ins nächste über und die Bahn gehört zu den Achterbahnen, die man am liebsten immer wieder fahren möchte.

Bilder Six Flags St. Louis

Fazit Six Flags St. Louis

Six Flags St. Louis ist ein großartiger Freizeitpark, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Die wunderschöne Lage inmitten der hügeligen Landschaft Missouris, die abwechslungsreiche Achterbahnsammlung und die entspannte Atmosphäre machen den Park zu einem der am meisten unterschätzten Parks der Six-Flags-Kette. Zwar fehlen die spektakulären Rekordattraktionen einiger größerer Schwesterparks, dafür überzeugt Six Flags St. Louis mit einem außergewöhnlich ausgewogenen Gesamtpaket, das für nahezu jeden Achterbahnfan etwas bereithält.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, wie konstant hoch das Niveau der Attraktionen ist. Statt sich nur auf ein oder zwei große Highlights zu verlassen, bietet Six Flags St. Louis eine erstaunlich ausgewogene Auswahl an Fahrgeschäften, bei der nahezu jede größere Attraktion eine Fahrt wert ist. Am Ende des Tages hatte ich den Park deutlich mehr ins Herz geschlossen, als ich es vor meinem Besuch erwartet hätte.

Ich kann einen Besuch in Six Flags St. Louis daher uneingeschränkt empfehlen. Der Park mag weder der größte noch der bekannteste der Six-Flags-Kette sein, doch sein ganz eigener Charakter, die wunderschöne Lage und seine hervorragende Attraktionsauswahl machen ihn zu einem Geheimtipp der amerikanischen Freizeitparklandschaft.

 

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Ein Abend im Six Flags Discovery Kingdom

Six Flags Discovery Kingdom

Six Flags Discovery Kingdom hat eine der beeindruckendsten Skylines aller Freizeitparks – zumindest der Blick vom Parkplatz ist atemberaubend. Allerdings ist der Park sehr eigenwillig angelegt, denn der Eingang befindet sich in der Mitte des Parks und teilt den Park in zwei große Fahrgeschäftsbereiche links und rechts des Eingangs und den Zoo in der Mitte des Parks.

Batman The Ride

Meine erste Fahrt an diesem Tag fiel auf den S&S Free Spin Coaster Batman – The Ride. Wie immer war der Fahrkomfort auf dieser Art von Achterbahn ziemlich gut. Es gab einige Überschläge, aber keine großartigen Überraschungen. Meine Fahrt auf Batman – The Ride war am Ende recht solide; sprich die Fahrt hätte besser sein können, aber sie hätte auch viel schlechter sein können.

Superman Ultimate Flight

Bei Superman Ultimate Flight handelt es sich um den ersten Sky Rocket II des Herstellers Premier Rides. Mittlerweile kann man das Layout allein in den Vereinigten Staaten gleich fünf Mal erleben.

Der erste Abschuss auf Superman Ultimate Flight ähnelt in weiten Teilen der Anfangsbeschleunigung einer modernen Schiffschaukel, nach dem Wechsel der Laufrichtung geht es zugegebenermaßen deutlich kräftiger von Statten und so erreichen wir beinahe den Scheitelpunkt des Non-Inverted Loopings. Mit ordentlich Schwung werden wir nun ein drittes Mal beschleunigt, woraufhin wir nach einer 180° Drehung ohne Müh und Not die oberste Ebene der Bahn erreichen. Nach einer sehr kurzen Verschnaufpause geht es in der von weiten gut sichtbaren Inversion der Anlage, wo wir eine stark ausgeprägte Hangtime erleben. Kurz darauf tauchen wir ein weiteres Mal in den Non-Inverted Loop ein. Ein erneutes Wiedersehen mit dem Scheitelpunkt des Elements leitet daraufhin das Finale der Bahn ein, woraufhin wir nach einer weiteren Durchfahrt der Station punktgenau in dieser zu stehen kommt und unsere wilde Fahrt endet.

Wonder Woman Lasso of Truth

Im hinteren Teil des DC Universe befindet sich das Fahrgeschäft Wonder Woman: Lasso of Truth. Diese Riesenschaukel ist ein Riesenspaß, wenn auch nicht so abwechslungsreich wie andere Giant Discovery-Fahrgeschäfte von Zamperla, da sie sich nur in eine Richtung dreht und die Drehgeschwindigkeit nicht allzu sehr variiert.

Joker

Bei der Hybrid-Achterbahn Joker handelt es sich um den Umbau der Holzachterbahn Roar, welche nun mit einem etwas abgeänderten Layout die Parkgäste auf eine grandiose Art und Weise unterhält.

Die Fahrt auf der RMC I-Box Track Achterbahn beginnt sogleich mit einer kurzen Pre-Lift-Sektion bestehend aus mehreren Wellen und kleineren Kurven. Auf einer Höhe von 100 ft (30 m) angekommen, stürzen wir uns sogleich eine Steilkurve hinunter. Sogleich zieht es uns in einen Step-Up Under Flip, wo wir in einem brillanten Überkopfmanöver unsere Fahrtrichtung ändern. Hierauf zieht es uns nach einer Linkskurve direkt in einen Zero-G Stall hinein, wo wir mehrere Sekunden Schwerelosigkeit erleben, während wir wieder einmal überkopf sind. Wieder im Sitz, zieht es uns sogleich in eine Wendekurve, die aus mehreren alternierenden Wellen besteht und erst nach links und dann nach rechts zieht. Hieran schließen sich dann mehrere Airtimehügel an, die immer wieder von größeren Wendekurven unterbrochen werden. Zu guter Letzt folgt dann noch eine Rolle durch das Gebälk und mehrere kleinere Airtimehügel, ehe wir uns in der Schlussbremse wiederfinden.

The Joker ist eine richtig gute Achterbahn. Die Fahrt ist extrem dynamisch und macht einfach nur Spaß, ohne dabei zu sehr die Fahrgäste zu beanspruchen. Wie auch auf Kings Dominions Twisted Timbers kann man hier locker eine Runde nach der anderen drehen – etwas, was man nicht auf jedem RMC machen kann. Top!  

Flash: Vertical Velocity

Flash: Vertical Velocity ist die außergewöhnlichste Achterbahn im SixFlags Discovery Kingdom. Ursprünglich wurde die Bahn als V2: Vertical Velocity eröffnet. und hatte das gleiche Layout wie die Bahn in Six Flags Great America. Aufgrund von Höhenbeschränkungen musste die Bahn im folgenden Jahr auf maximal 46 m (150 ft) verkürzt werden. Interessanterweise verläuft die Spirale nun in einem Winkel, der eine Inversion über dem Eingangsbereich des Parks erzeugt. Abgesehen vom anfänglichen Ruck ist die Fahrt sehr unterhaltsam und sollte bei einem Parkbesuch nicht ausgelassen werden.

Monsoon Falls

Während der Fahrbereich links vom Parkeingang abgesehen von den DC-Comic-Werbeplakaten und dem Fledermaus-Mobil keinerlei Thematisierung aufweist, ist der Weg dorthin mit Monsoon Falls als Highlight eigentlich ganz nett. Dieser Intamin Spillwater bietet eine schöne Fahrt, bei der alle Fahrgäste auf die effizienteste Art und Weise nass werden. 

White Water Safari, Ark and Boomerang Coast-to-Coaster

Aufgrund der Halloween-Veranstaltung waren viele Wege im Park Einbahnstraßen, daher dauerte es etwas länger, bis man den großen Fahrgeschäftbereich auf der rechten Seite des Parks erreichte. Zuerst musste man den Wave Swinger passieren, dann die geschlossene Stromschnellenfahrt White Water Safari, bevor man schließlich zu dem Bereich kam, in dem sich die Schiffschaukel The Ark und der Boomerang Coast-to-Coaster befinden. Leider war der Vekoma Boomerang an meinem Besuchstag außer Betrieb.  

Sidewinder Safari

Der Zamperla Spinning Coaster Sidewinder Safari ist die neueste Attraktion im Park. Die Achterbahn ist im Standard Spinning Mouse-Layout aufgebaut, wie man es in Dutzenden von Anlagen weltweit findet. Aufgrund der geringen Kapazität der Bahn empfehle ich, diese Achterbahn nur zu fahren, wenn die Wartezeiten kurz sind. 

Von diesem Bereich aus teilen sich die Wege und bilden eine riesige Schleife am See im hinteren Teil des Parks, wo sich die Fahrgeschäfte Monkey Business und Thrilla Gorilla befinden, sowie den Weg entlang des großen Toyota-Stadions – wo die Delfinshow Drench! stattfindet – der zum großen Fahrgeschäftbereich rechts vom Eingang führt.

Cobra, Kong and Sky Screamer

In diesem Bereich befindet sich die Familienachterbahn Cobra mit einem Double-8-Layout sowie der Star Flyer Sky Screamer und der Suspended Looping Coaster Kong. Dieser ist eine Fahrt nur für Wagemutige, denn selbst für einen Vekoma SLC ist sie dann doch ziemlich ruppig.

Medusa

Die letzte große Achterbahn auf unserem Rundgang durch Six Flags Discovery Kingdom ist der B&M Floorless Coaster Medusa. Die Fahrt auf Medusa beginnt sogleich mit einer kurzen Kurve aus der Station heraus, woraufhin uns auch schon der Lifthügel der Anlage erwartet. Kaum auf einer Höhe von 150 ft (45 m) angekommen, geht es nach einem kleinen Pre-Drop und kurzem Knick nach rechts sogleich den Abgrund entgegen. Nach einem überdimensionieren Looping, folgt sogleich ein ebenso überdimensionierter Dive Loop, welcher uns äußerst gut in den Sitz presst. Nach einer großen Zero-G Roll zieht es uns sogleich in eine Sea Serpent Roll – ein für B&M sehr ungewöhnliches Element. Nach einer Steilkurve erreichen wir dann eine Blockbremse. Ohne Anpassung unserer Fahrgeschwindigkeit zieht es sogleich eine weitere Steilkurve hinunter an dessen Ende die Einfahrt des ersten Korkenziehers auf uns wartet. Nach einer Helix geht es dann sogleich in den zweiten Korkenzieher und eine weitere – hier jedoch sehr bodennah verlaufende – Helix. Ein kurzer Anstieg samt Linkskurve leitet uns dann in die Bremsstrecke über.

Medusa ist eine überaus beeindruckende Achterbahn. Die Bahn hat ein für B&M recht ungewöhnliches Layout und einige sehr coole Elemente. Leider aber fehlt es der Anlage mittlerweile ein wenig am Fahrkomfort, so dass ein Kontakt mit den Schulterbügeln während der Fahrt leider nicht ausbleibt, weswegen ich nur wenige Fahrten auf Medusa gewagt habe.

Bilder Six Flags Discovery Kingdom

Fazit Six Flags Discovery Kingdom

Six Flags Discovery Kingdom ist der bislang schwächste Six Flags Freizeitpark, den ich besucht habe. Das Ride Portfolio selbst ist recht in Ordnung und theoretisch bietet der Park ja auch einen großen Zoo ähnlich der SeaWorld Freizeitparks. Da ich hiervon aber – dank des stark limitierten Angebots an meinem Besuchstag nichts mitbekommen habe, kann ich diesen Punkt nicht in meine Bewertung einfließen lassen. Grundsätzlich aber ist der Aufbau des Freizeitparks recht komisch, dank eben der beiden großen Achterbahnansammlungen rechts und links vom Eingang die durch Six Flags hinzukamen. Der Rest des Freizeitparks geht dann auf seine Geschichte als Marine World Freizeitpark zurück.  


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Von Drachen und Dinosauriern

Die neuen Attraktionen im Holiday Park

Dino Splash

Im Jahr 2020 hat der Holiday Park seinem beliebten Rapid River Donnerfluss neues Leben eingehaucht. Das neue Dinosaurier-Thema passt hervorragend zu der Fahrt und die Figuren schaffen eine sehr immersive Umgebung. In der Warteschlange fühlt man sich wie auf einem Abenteuer. Leider ist der alte Verweis auf den mächtigen Thunder River (die allererste Installation eines Rapids Ride, die sich im längst geschlossenen Six Flags Astroworld befand) verschwunden und durch den generischen Fahrgeschäftsnamen Dino Splash ersetzt worden, um mit anderen Wasserattraktionen in den verschiedenen Plopsa-Parks konform zu gehen.

Holiday Indoor

Seit 2018 verfügt der Holiday Park über einen großen Indoor-Bereich, der genauso aufgebaut ist wie die Plopsa Indoor-Themenparks. Der Bereich ist sehr gut gestaltet und beherbergt eine Vielzahl von Fahrgeschäften, Spielplätzen, eine Bühne und ein Restaurant. Die Hauptattraktionen sind ein Karussell, das Fahrgeschäft Mias Elfenflug und Tabalugas Achterbahn. Die Fahrgeschäfte sind alle an verschiedene Fernsehsendungen von Studio 100 angelehnt.

Tabalugas Achterbahn

Tabalugas Achterbahn ist die neueste Achterbahn im Holiday Park. Die Bahn befindet sich in der rechtsseitigen Ecke des Holiday Indoor. Während der Bahnhof der Bahn gut thematisiert ist, gibt es im Innenbereich nur ein paar Figuren der beliebten Fernsehserie in einer Nachthimmel-Umgebung. Insgesamt ist die Bahn aber eine sehr solide Familienachterbahn.

Miscellaneous

Die wunderbare Wasserski-Show im Holiday Park gibt es leider nicht mehr. Der Bereich im hinteren Teil des Parks ist nun geschlossen, um Platz für eine zukünftige Erweiterung zu schaffen. Gleichzeitig wurde der Bereich rund um den Lighthouse Tower stark aufgewertet. Der Super Wings Wasserspielplatz ist die neueste Ergänzung neben der Beach Rescue Jetskifahrt von Zierer und den putzigen Fischerbooten von Metallbau Emmeln.

Bilder Holiday Park

 


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