Ein Spaß für die ganze Familie

Parc des Combes

Wenn die Spurweiten einiger Modelleisenbahner zu groß werden, dann kann auch ein Freizeitpark daraus entstehen. So in etwa kann man die Geschichte des Parc des Combes zusammenfassen. Im Jahr 1985 entschieden sich Modeleisenbahner aus Le Creusot und der lokale Politiker, sowie spätere Präsident der NPO Chemin de Fer Touristique des Combes, Serge Chevalier die alte Trasse der Chemin de Fer des Crouillottes wieder aufleben zu lassen.

Ursprünglich diente die Strecke dazu Schlacke der Hochöfen der Usines Schneider auf das Plateau de la Combe zu befördern und dort zu entsorgen. Bereits in den 50er Jahren wurde diese jedoch stillgelegt und zurückgebaut. Nun galt es also die Strecke neu zu verlegen. Die Gleise, Schienen und Schwellen wurden dabei der Creusot-Loire entnommen – einem kurz zuvor Konkurs gegangenen Stahlunternehmen. Fünf Jahre später erfolgte dann die Eröffnung des ersten Abschnitts mit einer Streckenlänge von 2,5 km vom Bahnhof Parc des Combes bis hinunter zur Combe Denis. Der heutige Streckenrundkurs des Train des Combes von 5,2 km wurde fünf Jahre später fertiggestellt. Weiterhin erfolgte die Errichtung eines Bahnhofs im Stadtzentrum von Le Creusot, unweit des eigentlichen Bahnhofs der SNCF und damit verbunden der Bau des dritten Abschnittes, welcher dann im Jahr 1999 abgeschlossen werden konnte. In den französischen Sommerferien besteht seither die Möglichkeit mit dem Train des Deux Vallées auf einer Streckenlänge von 10 km vom Stadtzentrum hinauf zum Freizeitpark zu fahren. Zusätzlich besteht an ausgewählten Tagen im Juli die Möglichkeit mit einer Dampfeisenbahn zu fahren.

1996 erfolgte die Errichtung einer Sommerrodelbahn aus dem Hause Wiegand. Der Erfolg der Luge d’été setzte das Fundament für die heutige Ausrichtung des Parks. Im Jahr 2003 folgte dann mit dem Déval’Train eine Familienachterbahn des niederländischen Herstellers Vekoma. Die Folgejahre sind geprägt von kleineren Neuheiten, ehe man dann mit dem Alpine Coaster 2007 neue Maßstäbe in den Besucherzahlen setzten konnte. 2011 präsentierte man mit dem Boomerang eine Neuentwicklung aus dem Hause Vekoma, die den Parc des Combes auch überregional bekannt machte. 2013 folgte mit dem interaktiven Überschlagsfahrgeschäft L’Escadrille ebenfalls eine Neuentwicklung aus dem Hause Technical Park. Das muss den Franzosen gefallen haben, andernfalls ist der Folgeschritt für einen Park dieser Größe kaum zu erklären, denn 2017 zog mit Canad’R ein Flying Fury in den Park ein. Wohlgemerkt eine von insgesamt nur zwei Anlagen. Vraiment magnifique!

Bevor wir uns nun daran wagen den Berg hinauf zum Selbststeuerpropeller zu besteigen, heißt es erst einmal uns mit dem Pass Partout auszustatten, dem all-you-can-ride Whistband des Parks ganz ähnlich denen eines Tivolis. Es gäbe natürlich auch die Möglichkeit Einzeltickets zu kaufen, was sich jedoch wirklich nur lohnt, wenn man für bis zu vier Fahrten in den Parc des Combes gekommen ist und einem der Train Touristique nicht interessiert. Natürlich kann man für die Zugfahrt ebenfalls ein Sonderticket kaufen, wenn einem der Freizeitpark nicht anspricht. Der eigentliche Eintritt ist frei.

Alpine Coaster

Vorbei am Bahnhof des Combes, welches die Parkgastronomie beinhaltet und einer Vielzahl kleinerer Kinderfahrgeschäfte bahnen wir uns unseren Weg zu den beiden Rodelbahnen. Wir reihen uns in die linke Warteschlange ein und sitzen sogleich als erster Fahrgast des Tages im Alpine Coaster.

Während der Auffahrt haben wir einen hervorragenden Blick auf die noch anstehenden Attraktionen, allen voran dem Canad’R. Oben angekommen nehmen wir in mehreren kleinen Zickzackkurven stetig an Geschwindigkeit zu. In den nachfolgenden Serpentinenkurven überqueren wir mehrere kleinere Wellen, die uns etwas aus dem Sitz heben lassen. Kurz darauf rasen wir einer Helix entgegen. Mit nun ausgeprägter Geschwindigkeit brettern wir durch eine langgezogene Linkskurve und alsbald über einen wunderschönen Jump. Leider endet die kurze und vergnügliche Fahrt nach einer weiteren Rechtskurve.

Luge d’été

Bevor wir jedoch gleich wieder in den Alpine Coaster steigen, widmen wir uns dem Luge d’été. Parallel zur eben getesteten Anlage erklimmen wir den Lifthügel, biegen dann aber auf einer etwas niedrigeren Höhe bereits rechts ab. Nach einer weiteren Rechtskurve nehmen wir über ein größeres Gefälle schnell an Geschwindigkeit zu. Recht rasant folgen nun eine Linkskurve, sowie eine kleine Zickzackpassage, ehe wir uns mit ausgeprägter Querneigung in einer Rechtskurve sehen. Nun schließen sich im schnellen Wechsel mehrere Links- und Rechtskurven an, die einen auch aus der Bahn werfen können. Nach einem Jump und einer weiteren Rechtskurve endet die Fahrt.

Es ist schwierig zu sagen, welche der beiden Anlagen nun die bessere ist. Mir persönlich haben beide sehr viel Spaß gemacht. Da keiner der französischen Besucher auch nur auf die Idee gekommen ist frühzeitig zu bremsen, konnte man beide Anlagen auch jeweils in voller Fahrt erleben. Generell schien jedoch die Luge d’été bei den Besuchern etwas beliebter zu sein.

Déval’Train

Über eine Treppe erreichen wir nun die Station der Achterbahn Déval’Train. Die Fahrt auf dem klassischen Rollerskaterlayout mit einer Länge von 207m überzeugt vor allem durch die Einbettung in die Umgebung und dem hohen Grad der Thematisierung. Selbstverständlich werden hier gleich mehrere Runden gedreht, so dass die Kleinen voll auf ihre Kosten kommen.

Boomerang

Etwas spannender bzw. rasanter geht es bei der Achterbahn Boomerang von statten. Jedoch auch erst ab 6 Personen, weswegen ich hier einige Zeit auf meine Fahrt warten durfte. Gerade in der Nebensaison sollte man nicht zu früh am Parc des Combes sein, denn es dauert schon einige Zeit bis eine ausreichende Zahl Fahrwilliger ihren Weg auf den Berg finden. Dafür aber hat man dann den Canad’R erst einmal für sich allein, sobald auch dieser öffnet. So oder so, irgendwann war es dann auch hier soweit und da nur wenige Personen nach der Fahrt ausstiegen, konnte man eine Runde nach der anderen drehen.

Die Fahrt selbst beginnt mit der Erklimmung des rückwärtigen Lifthügels. In der Ausgangsposition angekommen wird man kurz angehalten, während die Reibräder auseinander gedrückt werden. Nun ist die Bahn frei und man rast die eben erklommene Strecke geradewegs hinunter. Mit 60 km/h durchquert man die Station und schießt anschließend in eine aufwärtsführende Linkskurve. Nun geht es rasant durch ein Tal, ehe sich eine über Berg und Tal führende Aufwärtshelix anfügt. Auf dem nun folgenden wellenförmig ausgeführten Spike verliert der Zug seinen Schwung, woraufhin dieser die Richtung umkehrt und die Strecke folglich rückwärts passiert. Daraufhin kommt man in der Station wieder zum Stehen.

Family Boomerangs sind eine durchaus tolle Achterbahngattung. Umso schöner ist es, dass der Parc des Combes dieses mit dem englischen Freizeitpark Drayton Manor vor allen anderen erkannt hat. Zwar bietet das ursprüngliche Layout mit seinem wellenförmigen Verlauf kein ausgeprägtes Geschwindigkeitsprofil, doch dem Fahrspaß tut dieses keinen Abbruch. Umso schöner ist es, wenn man gleich mehrere Runden am Stück drehen kann.

L’Escadrille

Die nächste Attraktion auf unserer Bergbesteigung ist der Aerobat L’Escadrille. Nach dem Erfolg des Gerstlauer Sky Rollers und des Sky Flys aus demselben Hause hat der italienische Hersteller Technical Park seine eigene Interpretation eines interaktiven Überschlagkarussells auf die Beine gestellt. Soweit nichts ungewöhnliches, gehört es doch zum guten Ton erfolgreiche Konzepte anderer Hersteller zu übernehmen. Statt einer direkten Kopie setzte man jedoch auf eine verschärfte Weiterentwicklung des bekannten Paratrooper-Fahrgeschäfts.

Zwar wusste ich im Vorhinein, dass die Fahrt nicht wirklich berauschend ist, doch man soll immer aufgeschlossen gegenüber neuen Fahrgeschäften sein. Also erst einmal das Positive: Die Gondeln sind bequem und auch die Flügel liegen gut in der Hand. Nun jedoch das Negative: Ob man die Flügel nun bewegt oder nicht, ändert nichts am Fahrverlauf. So sind dauerhafte Überschläge von Beginn an ausgeschlossen und ob man will oder nicht, irgendwann geht es für jeden kopfüber durch die Grube. Hourra…

Generell ist das Konzept eines modifizierten Paratroopers nicht verkehrt. Doch die Fahrt auf dem Aerobat macht einfach keinen Spaß. Aus meiner Sicht ist die Anlage während der Fahrt einfach viel zu steil, um die Interaktivität der Anlage ausreizen zu können. Schade eigentlich, denn das Konzept an sich hat Potential.

Woodside 66

Tja, dann steigt man doch lieber in einen modifizierten Apollo 2000. Mit dem Woodside 66 steht seit diesem Jahr ein Sidecar von Technical Park im Park. Der Ausschwung des interaktiven Druckluftfahrgeschäfts kann über den Gasdrehgriff am Motorrad gesteuert werden, zumindest solange bis irgendwann die Luft aus ist. Doch nach einigen Runden am Boden, kann die wilde oder auch nicht so wilde Schaukelei wieder von vorne beginnen. Ein wirklich tolles Fahrgeschäft, was in der Freizeitparkbranche schnell an Anklang gefunden hat.

Etwas was dem letzten Fahrgeschäft auf unserer Erkundungstour durch den Parc des Combes leider nicht zugute wurde. Obwohl unter Fans wirklich sehr beliebt, fristet der Flying Fury ein Schattendasein unter den Propellern; sehr wahrscheinlich bedingt durch seine etwas niedrige Kapazität und der technisch höheren Komplexität. Doch all dieses hat den Parc des Combes nicht abgehalten die Anlage auf einen Berg zu stellen, wo sie jedermann bereits von weiten aus sehen kann. Ihr glaubt nicht, wie hoch die gerade einmal 37m hohe Anlage wirken kann, wenn man während der Fahrt einen Berg herabsieht.

Canad’R

Auf Grund des interaktiven Charakters der Fahrt auf Canad’R ist es schwierig die Fahrt im Detail wiederzugeben. Sie gestaltet sich aber in etwa so: „So, Ich habe nun den Joystick in der Hand, wie geht es nun vorwärts? Okay, jetzt drehe ich mich schonmal im Kreis. Was passiert, wenn ich diesen Regler zur Seite schiebe? Aha, nun überschlage ich mich seitlich. Dann ziehe ich den Joystick nun noch zu mir heran, aha der Propeller bewegt sich nun im Uhrzeigersinn. Dann kann es ja losgehen.“. Nach dieser kurzen Eingewöhnungsphase geht es dann je nach Bedarf ganz ordentlich zur Sache. Freunde sehr starker Beschleunigungen können auch noch eine Turbophase einläuten, in der das Flugzeug kurzzeitig in eine Automatik übergeht, dabei das Flugzeug geraderichtet und nun rundenweise mit 5G beschleunigt. Je nachdem in welche Richtung man dabei den Stick hält passiert dieses entweder vorwärts oder rückwärts verlaufend. Man muss schon ganz schön aufpassen, dass man sich selbst nicht einen Grey Out oder gar Black Out aussetzt, abgesehen davon macht die Fahrt einiges her.

So sehr sogar, dass ich gleich mehrere Runden am Stück die wildesten Fahrmanöver ausprobiert habe. Teilweise kann man während der Fahrt ganz schön die Orientierung verlieren, doch egal ob Kopfüber und dabei seitlich drehend durch den Stationsbereich oder Runden mit dauerhaften seitlichen Überschlägen, die extremste Fahrt hatte ich erst, als die Anlage kurz nach dem Start einen Fehler hatte und anschließend auf Nullposition gefahren ist. Interessanter Weise fuhr der Ausleger dann im Schneckentempo und gegen den Uhrzeigersinn eine komplette Runde, ehe die Einstiegsposition erreicht wurde. Anfangs doch noch sehr entspannend, wurde es spätestens mit der Hangtimepartie und dem sagenhaften Ausblick in über 30m Höhe ganz schön beängstigend. Italienischer Technik kann man zum Glück vertrauen, dennoch war die Anlage nach der Fahrt erst einmal für einige Zeit geschlossen.

Später konnte ich dann noch weitere Runden auf Canad’R drehen, doch nach meiner sechsten Fahrt legte ich die Anlage erst einmal lahm. Kurz nach Beginn der Fahrt passierte dann gar nichts mehr und ich konnte – immerhin halbwegs bequem – gute 15 Minuten darauf warten, aus der Anlage befreit zu werden. Zum späten Nachmittag fuhr die Anlage zwar wieder, aber dann musste ich auch schon wieder in Richtung meines nächsten Ziels aufbrechen.

Bilder Parc des Combes

Fazit Parc des Combes

Der Parc des Combes ist ein sehr sympathischer kleiner Freizeitpark mit einem recht interessanten Portfolio. Kaum ein anderer Park dieser Größenordnung bietet so viele – für das Land – einzigartige Fahrgeschäfte. Wenn sich der Park weiterhin in diese Richtung entwickelt, muss man ständig nach Le Creusot fahren, schon heute ist der Parc des Combes ein Must-Do für jeden Liebhaber richtig guter Fahrgeschäfte. Darüber hinaus lässt sich der Freizeitpark hervorragend mit Le Pal verbinden, einen Park, den man so oder so erleben muss. Wer dann auch noch ein Freund von Schmalspurbahnen ist, wird hier definitiv seine Freude haben.


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Mit Heidi auf Schlittenfahrt

Vorwort

So ohne Freizeitpark ist die Fahrt nach England doch irgendwie zu lang und zu langweilig. Da ich kurz vor Weihnachten bereits in Efteling war und dort das winterliche Treiben bobschlittenfahrtslos über mich ergehen lassen habe, ging es auf dem Weg zurück zur Insel in den belgischen Küstenort De Panne, wo das Plopsaland De Panne bereits seit über 10 Jahren sein Winter Plopsaland Event betreibt. Der Hauptgrund des Besuchs war die Achterbahn Heidi – The Ride, die ich beim letzten Besuch leider nur stillstehend begutachten konnte; zugegebenermaßen war ich aber auch sehr gespannt darauf, mit welchen Einschränkungen man im Winter hier vorlieb nehmen muss. Ebenfalls befand sich damals der Themenbereich rund um die wilde Schlittenfahrt noch im Bau und glich somit eher einem grauen Betonkomplex, als einem farbenfrohen Schweizer Dorf.

Winter Plopsaland

Der erste Eindruck des Events ist durchaus positiv, so ist der Park überaus nett geschmückt und hat sogar einen Weihnachtsplopsa an jeder Ecke des Parks herumstehen. Dass die Gestaltung – außerhalb des Eingangsbereichs ­­– dann doch ein wenig sehr repetitiv ist, ist jedoch ein wenig schade; wobei dieser Eindruck kaum ins Gewicht fällt. Hingegen stark ins Gewicht fällt die Anzahl der sich im Betrieb befindlichen Fahrgeschäfte. Winterevent schön und gut, wenn aber nichts fährt kann man es sich auch sparen und ebenso sah es noch am Morgen aus. Dass spätestens zum Nachmittag – mit Ausnahme der Wildwasserbahn – alle, und zu meinem eigenen Erstaunen wirklich alle, Fahrgeschäfte liefen, spricht für dieses Event. Immerhin konnte ich somit auch endlich mal den Star Flyer fahren, der der See und den vorhandenen Winden zu Dank wirklich beängstigend ist.

Heidi – The Ride

Immerhin hat man von dort oben einen guten Überblick über die Region, den Park und auf die Holzachterbahn Heidi – The Ride. Bis zum späten Nachmittag war die Warteschlange an der Achterbahn überaus überschaubar, so dass es überhaupt kein Problem war jeden der insgesamt 12 Sitzplätze auszuprobieren; manche sogar doppelt oder gar dreifach. Gegen Abend wurde die Bahn dann beliebter, der Park jedoch auch spürbar voller.

In einem kurzen Dip verlässt man mit Heidi die Station, woraufhin der Lifthügel der Anlage erklommen wird. Einmal die Maximalhöhe von 22m erreicht, stürzt man sich sogleich den First Drop in Form einer schwungvollen Steilkurve hinunter. Bodennah schlenkert man nun in einem wilden S-Kurven-Manöver von der einen Seite der Anlage auf die andere. Hieran schließt sich ein Double-Up Element an, woran sich wiederum ein Double-Down Element anfügt. Leider werden die drei Kuppen hier sehr seicht befahren, so dass die einsetzende Airtime recht gering ist. Wieder am Boden angelangt schießt man sogleich in die Höhe. Dabei nimmt die Querneigung beständig zu, ehe man mit dem Schlitten in einer echt tollen Wendekurve erneut zu Boden stürzt. Über einen kurzen Hügel erreicht man die eben absolvierte Strecke, woraufhin man nun parallel zu dieser über Stock und Stein prescht.

Nach zwei recht hohen Hügeln folgt ein leicht getwisteter S-Kurven Hügel, der in einem kleinen Double-Down mündet. In einem Tunnel flitzt man nun über einen sehr, sehr kleinen Buckel, ehe man in einer Kurve in die rechte Zugseite geprescht wird. Hierauf folgt noch schnell ein weiterer sehr flacher Hügel, bevor man sich in einer kurzen Links-Rechts-Kurvenkombination der Bremsstrecke der Anlage nähert. Im selben Gebäude wie die Station überfährt man nun noch schnell das Transfergleis für die Wartung, ehe man in einer 180° Kurve die Station erreicht. Wenn man nun noch etwas Glück hat verabschieden hier einen noch Heidi und der Geissenpeter; bei meinem Besuch jedoch blieb der Screen leer.

Tja, wie soll ich die Anlage nun beurteilen? Nach meinen ersten Fahrten mit Heidi war ich echt underwhelmed – es hat schon sehr lange gedauert, bis ich mich persönlich mit der Anlage anfreunden konnte. Dabei möchte ich auch nicht den uneingefahrenen Zustand der Bahn die Schuld geben, denn eingefahren fährt sie sich halt sehr ähnlich. Grundsätzlich ist mir persönlich die Anlage zu kurz, was gerade durch den bodennahen und schnellen Part gegen Ende unterstützt wird und der gefällt mir leider auch mal absolut gar nicht. Die Bahn beginnt toll, hat einen wirklich gelungenen First Drop. Doch nach der lustigen S-Kurve entlässt man in dem Double-Up spürbar die Luft. Gut, danach findet sich die Anlage wieder und bietet im Mittelteil auch einige schöne Hügelchen, doch ehe man sich versieht beginnt auf dem geschwungenen Hügel auch schon das Finale und zack ist die Fahrt auch wieder zu Ende. Da bieten andere, ähnlich kurze Anlagen leider mehr.

Doch eines muss man der Anlage lassen: Sie ist todschick und sie bedient das im Park vorhandene Publikum wie keine andere. Die wilde Schlittenfahrt ist nämlich absolut familientauglich und bietet darüber hinaus durch die recht schnelle Abfertigung – was auch an der interessant platzierten Gepäckablage liegt (eine Truhe in der Mitte der Ausstiegsplatform) – die perfekte Gelegenheit dafür Teile der Familie fahren zu lassen, während der andere Teil nicht allzu lang draußen wartet. Summa Summarum also eigentlich eine ganz tolle Anlage, die Hauptattraktion des Parks bleibt jedoch Anubis – The Ride; was für eine geile Achterbahn.

Bilder Winter Plopsaland

Fazit Winter Plopsaland

Was das Winter Plopsaland angeht, so kann ich es uneingeschränkt empfehlen. Sollte das Wetter mitspielen, kann man hier leicht einige Stunden bei überaus ansprechenden Wartezeiten verbringen. In Verbindung mit dem Plopsaqua mit Leichtigkeit den ganzen Tag.

 

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Der Runaway Mine Train auf Hayling Island

Funland Amusement Park

Der kleine Freizeitpark Funland Amusement Park auf Hayling Island ist toll – zugegebenermaßen kein Grund für einen längeren Tagesausflug, aber als Ergänzung zum Strandbesuch optimal; denn wenn Hayling Island eines hat, dann einen wunderschönen und sehr breiten Knäckebrotstrand. Im Gegensatz zur Strandpromenade auf Portsea ist hier meist immer etwas mehr los, weswegen auch der Freizeitpark deutlich öfters geöffnet ist, als der größere Clarence Pier. Mit Blick auf den Solent, der Meeresenge zwischen dem englischen Festland und der Isle of Wight, und der nah gelegenen Station der Hayling Seaside Railway befindet sich der Parkplatz des Funland Amusement Parks. Interessanter Weise war dieser diesmal gratis, ansonsten bekommt man einige Ride-Tokens als Gegenwert. Generell also kein schlechter Deal sein Auto hier zu parkieren, zumal es beim letzten Mal die Fahrt auf der neuen Achterbahn Runaway Mine Train beglichen hat.

Runaway Mine Train

Diese Maus von L&T Systems stammte aus dem Freizeitpark Gulliver’s Warrington und kann nun auch ohne Kind (zum Parkeinlass) gefahren werden, die Deko wiederum stammte von dem ehemaligen Pinfari Looper Klondike Gold Mine, welcher jetzt seine Runden als transportable Anlage in Irland dreht. Für das Publikum ein überaus fairer Tausch, obgleich der Ritt durch die Goldmine wirklich gut war und thematisch besser zur Wildwasserbahn nebenan passte bzw. ein wenig runder im Gesamtpaket wirkte. So oder so ist der Runaway Mine Train eine echt tolle Ergänzung.

Neptune’s Fury

Die Kinderachterbahn Woody’s Children’s Roller Coaster wurde in diesem Jahr durch den schnieken Tilt-a-Whirl Neptune’s Fury ersetzt. Dieser ergänzt das typisch englische Fahrgeschäftsangebot mit Bravour, setzt dabei jedoch auf amerikanische Akzente. Interessanter Weise sind die Täler bei einem Tilt-a-Whirl ausgeprägter, was gleich zu Beginn für einen ordentlichen Spin sorgt, toll! Jedoch fehlt dem Fahrgeschäft leider die Möglichkeit der Gondelarretierung zum Ende der Fahrt hin, weswegen das Aussteigen etwas Aufmerksamkeit erfordert.

Funlandasaurus

Der Scheibenwischer Extreme, der Twister Cyclone und ein eingehauster Autoskooter komplementieren das besagte Portfolio. Ebenfalls überzeugt der kleine Park durch seine Auswahl an Kinderfahrgeschäften. Allen voran die nett gestaltete Kinderachterbahn Super Dragon Roller Coaster bzw. Funlandasaurus, die ihre Runden nun in einem überaus toll gestalteten Kinderbereich dreht – hierfür wurden im letzten Jahr die umliegenden Fahrgeschäfte mit einer Dinosaurier-Thematisierung versehen.

Der SBNO Freifallturm

Generell fragt man sich doch glatt, warum der Park beim Captain des grünen Bezahlforums (Anm. d. Red.: Gemeint sind die coasterfriends) und somit im Allgemeinen bei seinen Gefolgsleute so schlecht abschneidet (siehe den Coaster-count Rip-Off) – zumal der Park da noch ein Ass in petto hat. Der Funland Amusement Park verfügt nämlich, derzeit zwar ohne Gondel und somit leider SBNO, über einen astreinen Freifallturm aus dem Hause Intamin. Hier ging es ohne großartigen Bremsweg ordentlich zur Sache; ein Fallvergnügen par Excellence, wie man es sonst nur auf dem Meteor im Hirakata Park oder dem Lanzandera im Parque de Atracciones de Madrid vorfinden kann. So oder so, die Turmstruktur steht noch, der Mitnehmer ist noch dran; also ist die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr immer noch gegeben (Anm. d. Red.: Der Turm wurde zur Saison 2018 aus dem Park entfernt).

Bilder Funland Amusement Park

 


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