Das O.D. Hopkins Wunderland

Wonderland Amusement Park

Das ausgerechnet der Wonderland Amusement Park mein erster Freizeitpark in den USA werden würde, hätte ich mir nicht zu träumen vermag. Die wenigsten Freizeitparkenthusiasten dürften ihn kennen, dennoch ist er für die Branche von großer Bedeutung. Der ehemalige Wasserbahnenspezialist O.D. Hopkins konnte hier seine erste Anlage präsentieren und mit dem Texas Tornado steht hier im Park auch noch eine Achterbahn aus gleichem Hause, die viele Jahre sogar zu den besten Achterbahnen der Vereinigten Staaten gehörte. Dementsprechend ist der Park eigentlich ein Must-Do, doch leider befindet sich die Stadt Amarillo abseits der üblichen Routen.

Voller Vorfreude auf die abendliche Öffnung des Freizeitparks verließ ich zum späten Nachmittag den Palo Duro Canyon State Park, nur um dann vor geschlossenen Toren zu stehen. Zum Glück jedoch war ich nicht der einzige vor Ort und nach und nach stoßen immer mehr Personen dazu. Tatsächlich habe ich mich nur ein wenig in den Öffnungszeiten vertan, weswegen ich hier nun eine halbe Stunde warten musste.

Noch bevor die Kassen besetzt werden, fertigt das Personal bereits die Meute am Gate ab, die sich ihre Tickets im Vorfeld besorgt haben. Auch kann man bei Ihnen bereits Tickets kaufen. Ich jedoch wartete ein wenig (da ich auch nicht dicht an dicht in dem (noch) abgesperrten Bereich warten wollte) und kaufte mein Ticket dann bei einer charmanten, wenngleich auch etwas zahnlosen alten Dame.

Der Park selbst besteht im Grunde nur aus einem Midway, an dem rechts und links die Fahrgeschäfte angeordnet sind. An beiden Enden des Weges breitet sich der Park dann ein wenig aus und bildet mit der Ecke rund um den Kettenflieger Fiesta Swing schon beinahe eine Enklave. Der Park ist also ein klassischer Luna Park.

Dementsprechend fällt der Eintritt zum Freizeitpark recht gering aus. Die Fahrgeschäfte kann man nun mit Tickets begleichen oder aber sich ein Wristband zulegen. Hier im Park gibt es jedoch zwei unterschiedliche Varianten, nämlich den WOW Pass und den Coca-Cola Ultimate WOW Pass, welcher Minigolf, den Freifallturm Drop of Fear, die Achterbahn Texas Tornado und eine Fahrt auf dem Darkride Fantastic Journey beinhaltet.

Wie ich später merken würde, ist dieses Wristbandsystem absoluter Käse. Zwar habe ich jetzt in der Recherche zum Bericht gemerkt, dass ich umsonst Minigolf hätte spielen können, andererseits lohnt sich der Aufpreis kaum, wenn man bereits von außen sehen kann, dass eine der Hauptattraktionen an diesem Tag nicht in Betrieb genommen werden würde.

Gute Laune musste also her.

Rainbow

Praktischerweise gibt es da ein Fahrgeschäft, dass diese beinahe auf Knopfdruck bei mir erzeugen kann, nämlich ein HUSS Rainbow. Wie gern denke ich an die Zeit zurück, wo ich als Kind die Wolke im Heide Park gleich zwanzig Mal hintereinander gefahren bin. Doch dann kam der Unfall im Liseberg und zack sind fast alle Anlagen in Europa von der Bildfläche verschwunden. Die Rainbows von Klinkerfuß und dem Serengeti Park blieben uns zwar noch einige Zeit erhalten, doch seit nun vier Jahren gibt es dieses Fahrgeschäft nicht mehr in Deutschland. Zum Glück steht die Version aus dem Serengeti Park mittlerweile im Polnischen Legendia, nachdem dieses nach dem Konkurs des dänischen Freizeitparks Sommerland Syd übernommen wurde.

Hier im Wonderland Amusement Park dreht die Anlage seit dem Jahr 1999 ihre Runden und leider ist bei ihr ganz schön der Lack ab. Die Fahrt selbst ist natürlich grandios, auch wenn die Sitzteiler stören. Das wilde Hin- und Herrutschen, nur gesichert durch einen minimalistischen Bügel bleibt daher aus. Schlimmer noch: Man muss sich auch noch mit Gurten festzerren. An die einstige Leichtigkeit der Fahrt lässt leider nur die freizügige Gondeldeko made in Germany erinnern.

Scrambler

Deutlich besser sieht es derweil bei den amerikanischen Klassikern aus, die echt gut in Schuss waren. Allen voran natürlich der Eli Bridge Scrambler namens Scrambler. Verglichen mit der englischen Variante dieses RCT-Klassikers ist die Fahrt im amerikanischen Original noch eine deutlich größere Schippe uriger. Denn wer braucht schon moderne hydraulische Bügel, wenn das Fahrgeschäft selber stumpf mechanisch ist und alle Bewegungen nur von einem Motor aus gesteuert werden – man kann ja auch einfach nur eine Tür haben, die man mit einem Stift sichert. Klar, die Abfertigung dauert dadurch bedeutsam länger, aber es ist halt noch das Original, so wie es auch schon Oma und Opa gefahren sind und allein das verlangt Tribut. Der Scrambler ist also ein richtig tolles Fahrgeschäft!

Cyclone

Durchaus gerührt zieht es uns nun weiter. Dabei lassen wir die Kinderkarusselle, das Riesenrad Wonder Wheel und den schlichtweg Train genannten C.P. Huntington einfach links liegen und fokussieren uns nun voll auf die Achterbahn Cyclone: eine Wilde Maus.

Doch keine Panik, Cyclone ist keine Maus der 90er Jahre. Die Firma Mack war zum Bauzeitpunkt noch ganz neu im Achterbahnbau und die Maurer AG wusste noch nichts von ihrer BHS Übernahme. Stattdessen kommt diese Stahlmaus von der Firma Miler Manufacturing. Gebaut wurde sie im Jahr 1960. Seit dem Jahr 1968 dreht sie ihre Runden im Wonderland Amusement Park.

Sobald man im Wagen Platz genommen hat geht die Fahrt auch schon los, denn ganz ähnlich den klassischen Holzmäusen wird man hier nicht noch zusätzlich gesichert. Mit ausgestreckten Beinen geht es dann recht zügig den Lift empor. Oben angekommen brettert man sogleich in die erste Kurve, woraufhin sich erst einmal ein paar längere Geraden und weite Kurven zum Eingewöhnen anfügen. Doch ehe man sich versieht geht es auch schon Schlag auf Schlag durch die viel zu engen Haarnadelkurven. Gleich vier Mal wird man dabei in die Seitenwand des Wagens gedrückt. Doch alles halb so schlimm, denn wirklich verschärft wird es erst kurz darauf.

Mit Schwung geht es nun nämlich in eine enge Kurve, die mittendrin auch noch leicht abfällt, woraufhin man in einer Art Double-Down den großen Drop der Anlage hinunter brettert. Mit viel Elan geht es dann in die zweite Ebene der Achterbahn, wo man nach einer sehr lustigen Kurve ein wenig schräg unterwegs ist. Hieran schließt sich dann die aus vielen wilden Mäusen bekannte doppelte Berg- und Talfahrt an, die durch ihre Fahrt über die Wildwasserbahn auch visuell einiges hermacht. Im vorderen Bereich der Anlage überqueren wir nun in einer weiteren zur Seite geneigten Gerade die Station der Anlage, woraufhin uns zwei weitere Schussfahrten über Berg und Tal erwarten. Dabei kommen wir der eben absolvierten Fahrstrecke bedrohlich nahe, was gerade in Verbindung mit der einsetzenden Airtime ein echt genialer Moment ist. Unser Ausflug in die dritte Ebene der Maus ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn nach einer kurzen Linkskurve verabschieden wir uns sogleich in eine Helix, die auch das Ende der Fahrt einläutet. Über eine längere Gerade werden wir nun nach und nach verzögert und erreichen dann auch irgendwann die Ausstiegsposition der Anlage.

Die Wilde Maus Cyclone ist ein astreiner Vertreter einer leider viel zu selten gewordenen Achterbahnart. Die amerikanische Stahlmaus kommt ihren hölzernen Geschwistern erstaunlich nahe und weiß durch ihre vielen Gefälle und seltsamen Kurvenmanöver schlichtweg zu begeistern. Seltsam nur, dass Helices bei Wilden Mäusen erst wieder bei Gerstlauer verbaut wurden…

Big Splash Log Flume

Direkt neben der Stahlmaus befindet sich die Big Splash Log Flume, die ihres Zeichens eine wahre Budgetvariante zu den damals sehr populären Wildwasserbahnen aus dem Hause Arrow ist. Ein Drop, ein paar Kurven und ein doch sehr geringer Footprint war damals der Grundstein für die wohl spritzigste Karriere in der Unterhaltungsindustrie. O.D. Hopkins, die zuvor nur Sessellifte hergestellt und vertrieben hatten durchnässten folglich die Welt.

Die Fahrt auf der Big Splash Log Flume fällt jedoch relativ trocken aus. Nichts desto trotz ist sie definitiv ein Highlight, welches man nicht verpassen sollte.

Fantastic Journey

Ebenfalls keineswegs verpassen darf man die Themenfahrt Fantastic Journey. Der Eigenbau durch den Parkgründer Paul Roads zeichnet sich durch eine Vielzahl großartiger Gestaltungselemente und Ideen aus, die teilweise von befreundeten Parkbetreibern aus ihren Geisterbahnen übernommen wurden. Man merkt der Anlage das Herzblut des Parkbesitzers wahrlich an. Seien es nun die zahlreichen Schwarzlichtszenen, der Strobo-Alufolienraum mit Alien oder der kollidierende Bus zum Ende der Fahrt, die Bahn weiß wirklich zu überzeugen.  Blöd nur, dass man sie nur einmal fahren darf und das auch nur mit dem teureren Wristband (wohl eine Vorsichtsmaßnahme gegen Vandalismus zu den Zeiten, als Paul Roads das Fahrgeschäft eröffnete).

Mouse Trap

Die große Pinfari Achterbahn Mouse Trap steht ebenfalls bereits seit einiger Zeit im Wonderland Amusement Park und macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Die Fahrt auf dem großen Zyclone mit einer Frontlänge von 64m besticht durch die Vielzahl an Abfahrten und Helices, wobei der sehr hoch gelegene und recht langsame Mittelpart der Fahrt, wie auch das sehr hochgeständerte Ende dieser, ein wenig untypisch daherkommen. Insgesamt jedoch macht die Fahrt in den dreigliedrigen Zügen sehr viel Spaß.

Tilt-a-Whirl

Direkt nebenan kann man einen wahren amerikanischen Klassiker fahren, ein Tilt-a-Whirl. Die US-Variante der Walzerbahn zeichnet sich durch ihre drehfreudigen Sitzmuscheln und ausgeprägten Täler aus, die die Wagen ordentlich in Schwung bringen und damit den Fahrgästen ein großes Lächeln auf die Wangen prägen.

Rattlesnake River Raft Ride

Gegenüber der Achterbahn Mouse Trap befindet sich der Zugang zum Rattlesnake River Raft Ride, eine Raftinganlage von O.D. Hopkins. Wie auch bei der Wildwasserbahn handelt es sich hierbei um den Prototyp des Herstellers. Zu meiner eigenen Überraschung ging die Fahrt sobald ich im Rundboot Platz genommen habe auch schon los, Gurte und andere Sicherheitsvorkehrungen gibt es hier nicht. Dabei bietet die Fahrt durch den Kanal einige Stromschnellen und nass machende Elemente. Die Fahrt durch den Wasserfall muss man jedoch nicht befürchten, hier im Wonderland Park gibt es nur einen Rasensprinkler. Insgesamt also eine überaus urige und interessante Anlage.

Pipeline Plunge und Thunder Jet Racers

Ebenso interessant ist die amerikanische Version der hierzulande sehr beliebten Schlauchbootrutsche. Der Water Coaster (lustigerweise ein Trademark von WhiteWater) Pipeline Plunge bietet eine sehr erfrischende (da sehr nass machende) Fahrt durch zahlreiche Kurven und Umschwünge. Darüber hinaus brettert man auch noch über einige Jumps hinunter. Unbedingt ausprobieren! Wenn man darüber hinaus ein Fan von Wasserfahrten von O.D. Hopkins ist, führt auch an dieser Anlage kein Weg vorbei.

Eine Anlage, die ich gerne ausprobiert hätte ist die beinahe schon unscheinbare Schlauchbootrennanlage Thunder Jet Racers (ebenfalls von O.D. Hopkins), bei der man auf zwei Spuren nebeneinander ein Rennen über eine bodennahe Gerade führt. Der Clou bei der Sache ist, dass die Schlauchboote über einen starken Wasserstrom beschleunigt werden. Blöd nur, dass nur jüngere Parkgäste ein Rennen führen dürfen.

Fiesta Swing und Drop of Fear

Hinter den Thunder Jet Racers befindet sich ein kleiner Parkbereich in dem sich der Chance Kettenflieger Fiesta Swing, eine kleine Baloonfahrt und einer der Zugänge zum Freifallturm Drop of Fear befinden. Das ehemalige Reiseexemplar von Moser Rides bietet interessanterweise vier Fahrspuren und eine Gesamthöhe von 61m. Leider war keine der Fahrspuren in Betrieb, auch sah es nicht danach aus, dass dieses sich in naher Zukunft ändern würde. Das ist insoweit doof, da der Drop of Fear eines der wenigen Fahrgeschäfte ist, welches das normale Wristband nicht abdeckt. Immerhin besteht jedoch noch Hoffnung, denn die hochmoderne Lichtanlage am Turm ist erst neueren Datums. Lustigerweise kann man über den Turm etwaige Grüße schalten lassen, die dann drei Tage lang angezeigt werden.

Pirat, Himalaya und der Texas Intimidator

Freunde guter Fahrgeschäfte werden in der hinteren Parkecke überaus gut bedient. Sei es nun auf dem HUSS Pirat, dem Reverchon Himalaya samt Rekommandeur oder dem Moser Flipping Action Arm Texas Intimidator: Hier kommt jeder auf seine Kosten. Gerade der Texas Intimidator har es echt in sich und bietet eine wunderschöne, wenngleich auch etwas zu lange, Überschlagsfahrt auf minimalistischer Grundfläche.

Hornet

Auf einer ebenfalls recht geringen Grundfläche dreht die Achterbahn Hornet ihre Runden. Diese Vekoma-Achterbahn vom Typ MK-700 kann auf eine recht stolze Vergangenheit zurückschauen, denn sie war die erste ihrer Art. Im Jahr 1988 erblickte sie auf Boblo Island bei Detroit das Licht der Welt; wobei dieses durch eine Halle ganz schön verdeckt wurde. Nach der Schließung des Freizeitparks ging es dann in den Freizeitpark Six Flags Astro World bei Houston, wo die Anlage als Mayan Mindbender ihre Runden für insgesamt 10 Jahre drehte. Nachdem auch dieser Freizeitpark geschlossen werden musste, fand die Anlage ihr neues Zuhause im Wonderland Amusement Park, wo sie jedoch nicht wieder in eine Halle verbannt wurde.

Das steht ihr auch eigentlich ganz gut, denn das Layout gleicht dem eines Zierer Flitzers und diese waren und sind bekanntlich eher draußen vorzufinden. Die Unterschiede im Layout sind tatsächlich eher geringfügig; die Vekoma Variante hat jedoch einen ausgeprägteren Drang zu Berg- und Talfahrten, was sich gerade im Mittelteil der Fahrt zeigt, wo der Flitzer einfach nur durch die Kurven flitzt. So zieht es uns nach der Liftfahrt erst einmal in eine sich stets verjüngende Bayernkurve, die irgendwann in die große Schussfahrt der Anlage übergeht. Mit ordentlich Schwung sausen wir dann an der Station vorbei, ehe wir mit teilweise sehr starker Querneigung uns unseren Weg durch den hinteren Teil der Anlage bahnen. Kurz darauf vollziehen wir den ersten Kurvenwechsel und rasen ein weiteres Mal dem Boden entgegen. Hieran wechseln wir wieder schnell die Richtung, woraufhin auch schon die Bremsstrecke immer näherkommt.

Die Achterbahn Hornet ist eine tolle Familienachterbahn, die jedoch im Vergleich zu den deutlich älteren Flitzern ein wenig schwächer daherkommt, denn leider ist die Vekoma Anlage durch ihren langen Zug und den berg- und talführenden Kurven ein wenig träge unterwegs. Freunde leichter lateraler Hangtime kommen jedoch definitiv auf ihre Kosten und die eigentliche Zielgruppe hat auch definitiv ihren Spaß an der Anlage.

Spin-o-Saurus

Wahrscheinlich ist das auch bei der kleinen SBF Visa Achterbahn der Fall, die derzeit hinter der Anlage aufgebaut wurde. Der Compact Spinning Coaster Spin-o-Saurus wurde aus einem Park in Florida übernommen. Leider konnte ich diese Anlage – wie auch das HUSS Airboat, welches in Teilen direkt daneben herumlag – nicht für euch testen.

Shoot the Chute

Als Fan der Wasserfahren von O.D. Hopkins – wer hätte es geahnt – musste eine Fahrt auf dem Shoot the Chute einfach sein. Die nassmachenden Bötchen gehören einfach zu meinen Lieblingsfahrgeschäften. Also hinein in das nasse Vergnügen um die in Japan erlernte Push-Methode ein weiteres Mal anzuwenden.

Da ich der einzige Fahrgast war konnte es nach freier Platzwahl auch sofort losgehen. Mit einer Gesamthöhe von nur 12m gehört die Bahn zu den doch eher kleineren Vertretern ihrer Art. Das heißt jedoch nicht, dass diese nicht auch genauso nass ist. Auch ist die erzeugte Welle genauso umwerfend. Schlichtweg, eine tolle Bahn!

Da die Anlage im Zwei-Boot-Betrieb lief, musste natürlich erst einmal das zweite Boot losgeschickt werden, damit ich aussteigen durfte. Als ich mich vom Operator verabschiedet habe, machte ich mich ganz gemütlich auf dem Weg in Richtung Brücke um dort dann ein Bild vom Bötchen zu schießen und mich schnell aus dem Staub zu machen. So weit so gut, doch das Wonderland ist einfach nur fies und stellt einem eine Zickzack-Absperrung in den Weg. Kurzum: Ich wurde geduscht.

Ich frage mich, warum noch kein anderer Freizeitpark auf die Idee kam. So wie die Brücke gebaut wurde, kommt ja fast jeder der ehemaligen Fahrgäste zu seinem Glück. Platschnass, ohne ein Foto der Welle und absolut glücklich zog es mich dann bis zum Parkschluss durch den Park, ehe ich mich im Auto rasch umzog – anders wären die gut 3 Stunden bis Wichita Falls auch kaum möglich gewesen (eine Übernachtung in Amarillo ist also ratsam). Hach, Hopkins.

Texas Tornado

Das größte Highlight im Park ist jedoch die Doppellooping Achterbahn Texas Tornado, die mit ihren etwas anders konstruierten Inversionen absolut begeistern kann. Wie so oft in diesem Freizeitpark kommt auch diese Achterbahn von O.D. Hopkins. Damit ist sie eine von insgesamt sieben jemals gebauten Achterbahnen des Herstellers. Natürlich steht im Wonderland Amusement Park der Prototyp. Der Zug kommt jedoch von PTC, welche normalerweise nur noch Züge für Holzachterbahnen bauen – was sollte also auch schiefgehen?

In der Testphase, bei der man noch die Original Hopkins-Züge verwendete, ist tatsächlich einiges schiefgegangen. Erst schaffte der Zug das Double-Up Element nach dem ersten Looping nicht, woraufhin die Ausfahrt dessen einige Meter in die Höhe versetzt wurde und dann war auch noch der zweite Looping ein Problem, woraufhin dieser massiv verkleinert wurde. Das eigentliche Scheinbild der zwei aufeinander folgenden Loopings wollte man jedoch beibehalten, weswegen beide Loopings nun so aussehen, wie sie heutzutage aussehen: nämlich ganz schön abgefahren.

Bevor wir jetzt zur Fahrt übergehen folgt noch ein kurzer Hinweis für alle, die irgendwann mal eine Fahrt wagen möchten: Dicke Menschen werden hier nicht reinpassen. Ich selbst hatte das Vergnügen meinen Gurt durch eine Gurterweiterung zu verlängern und das obwohl ich sonst nie mit den üblichen Gurten in Achterbahnen Probleme hatte. Auch gewinnt man mit der Gurtverlängerung nur wenige Centimeter hinzu. Bei der zweiten Fahrt habe ich es dann doch geschafft, die Schnalle ohne die Verlängerung zu schließen – den ersten Versuch habe ich aber irgendwann aufgegeben und das obwohl ich schon den Sitz getauscht hatte.

Hinzu kommt ein weiteres ziemlich großes Problem, denn die erste Fahrt muss auf jeder Achterbahn im Wonderland Amusement Park vollbesetzt geschehen. Da nicht jeder im Park das teurere Wristband hat, kann man hier manchmal sehr lange auf seine Fahrt warten. Sämtliche Animierungsversuche laufen oftmals ins Leere hinaus, weswegen sich der Besuch auch wirklich nur an einem Tag rechnet, an dem im Wonderland Amusement Park auch etwas mehr los ist.

Sollte jedoch eine Fahrt zustande kommen, dann beginnt diese sogleich mit einer Linkskurve aus der Station heraus. Der Kettenlift bringt einem dann auf eine Höhe von 24m, woraufhin wir uns auch schon alsbald zu Boden stürzen. Mit voller Geschwindigkeit geht es dann über eine lange Gerade, in der ein kleiner Knick verbaut wurde. Kurz danach sehen wir die Welt zum ersten Mal kopfüber und setzen uns im gleichen Moment sehr hohen G-Kräften aus. Mit voller Wucht zieht es uns also in den Looping, über den Scheitelpunkt und in die erhöhte Ausfahrt dessen – ein herrlicher Spaß. In einem Double-Up Element gewinnt man nun etwas an Höhe, wobei leider keine Airtime geboten wird. Eher muss man Angst haben die nächste Kuppe noch zu schaffen. Doch dann stürzt der Zug ein weiteres Mal zu Boden. In einer Steilkurve unterqueren wir die Wasserbahn Shoot the Chutes und erleben wieder einmal sehr hohe Druckkräfte. Nach einem Hügel folgt dann auch schon der zweite Looping und damit eine weitere Bekanntschaft mit der G-Keule. Kurz darauf tauchen wir in einen Tunnel ab. Hier fahren wir mit Vollspeed über einen weiteren Kurvenknick, ehe wir uns wieder ans Tageslicht begeben und die Rafting-Anlage Rattlesnake River Raft Ride in einer längeren Geraden überqueren. Kurz darauf endet die Fahrt auch schon wieder in der Station.

Der Texas Tornado ist eine Bombenachterbahn, die man definitiv erlebt haben sollte. Die Bahn fährt sich toll, hat Druck ohne Ende und sieht darüber hinaus in ihrer weiß-rot-blauen Farbgebung einfach nur schick aus. Kein Wunder also, dass die Achterbahn im Jahr 1985 zu den besten ihrer Art gezählt hat und auch heute noch einige Fans hat. Der Doppellooping war damals in aller Munde und Hopkins hat eine astreine Anlage geplant, die auch heute noch hervorsticht.

Bilder Wonderland Amusement Park

Fazit Wonderland Amusement Park

Der Wonderland Amusement Park ist ein guter regionaler Freizeitpark in Familienbesitz mit dem Charme eines alten Luna Parks. Auch wenn über die Jahre nicht vieles hinzugekommen ist, so bietet der Park eine Vielzahl richtig guter Fahrgeschäfte. Die enge Freundschaft mit dem Wasserbahnspezialisten O.D. Hopkins führte zu einer sehr großen Ansammlung von Wasserfahrten, die allesamt überzeugen können. Auch ist der eine oder anderen Prototyp vertreten, was den Park noch besonderer macht. Für mich war der Park schon seit langer Zeit auf meiner Liste und ich bin froh ihn besucht haben zu können.


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Die Achterbahn mitten im Zoo

Le Pal

Seinen Ursprung hat der Tier- und Freizeitpark Le Pal im Jahr 1973, als der Moulinois André Charbonnier beschließt einen Zoo auf den Ackerflächen seiner Familie zu errichten und dafür seine Lebensmittelfabrik in Moulins (Allier) verkauft. Hilfe bekam er dabei von einem Tierarzt des Pariser Zoo de Vincennes.

Obgleich der Tierpark von Anfang an eine Parkeisenbahn vorweisen konnte, geschah der Ausbau zum Freizeitpark erst im Jahr 1981, als die Aussichtsfahrt King Kong in den Park zog. Im selben Jahr verstarb jedoch auch der Parkgründer. Die Folgejahre sind geprägt von einem recht fruchtlosen Interim-Management, welches jedoch einige Großanlagen realisieren konnte. 1990 übernahm dann Andrés Stiefsohn Arnaud Bennet die Führung des Freizeitparks. Seit jeher wächst der Park beständig.

Mittlerweile zählt Le Pal mit seinen 640000 Besuchern zu den fünf besucherstärksten Freizeitparks Frankreichs hinter den Parks des Disneyland Resort Paris, Parc Astérix und dem Futuroscope. Dem gemeinen deutschen Freizeitparkfan jedoch dürfte der Park erst mit der Eröffnung der Achterbahn Le Twist bekannt geworden sein. In diesem Jahr hat man dann mit dem Family Launch Coaster Yukon Quad noch eine Schippe draufgelegt, weswegen ein Besuch nun unumgänglich ist. Zumindest war es für mich so, weswegen ich mich gleich zur geplanten Eröffnung der Achterbahn nach Frankreich begeben wollte. Eine Rahmentour wurde geplant und schlussendlich der Besuch auf den zweiten Betriebstag der Anlage verlegt; Walibi Rhône-Alpes lag dann doch zu abseits um einen Besuch erst am zweiten Tag der Reise zu rechtfertigen.

Kurz vor Parköffnung erreichte ich dann den Parkplatz des Tier- und Freizeitparks und kaufte noch schnell mein Ticket an einem dieser furchtbar praktischen Kartenterminals zur rechten Seite des Eingangsbereichs. Bevor wir uns jetzt jedoch auf den Parkrundgang begeben, folgt an dieser Stelle ein kurzer Hinweis: Der Freizeitpark Le Pal ist verdammt groß und nimmt in seiner Fahrgeschäftsverteilung eftelingesque Züge an, hinzu kommt der Zoo. Selbst an einem Besuchstag in der Nebensaison tut man gut daran nicht wie wild zwischen den Attraktionen des Parks hin- und herzuwechseln. Ein zweiter Besuchstag ist ratsam und kann mit der Übernachtung in den Lodges du Pal gekoppelt werden.

Le Twist

In dieser Hinsicht war ich vor Ort dann erst einmal völlig überrascht und erreichte nach knapp einem Kilometer Fußmarsch die erste Attraktion auf dem Lageplan, den Spinning Coaster Le Twist aus dem Hause Mack Rides. Naturgemäß erwartete einem hier morgens die längste Warteschlange, auch übersah ich ein kleines Detail, dazu jedoch später mehr.

Nachdem der Zug die Station verlassen hat, erklimmen wir alsbald den Lift auf die Ausgangshöhe von 22m. Oben angekommen bleibt uns genug Zeit um ein wenig die Aussicht in einem kurzen Kurvenschlenker zu genießen, ehe wir uns in das Tal unter uns stürzen. Kraftvoll gleiten wir mit 70 km/h durch eine langgezogene Kurve und drehen uns dabei munter um die eigene Achse. Im nachfolgenden Immelmann Turn blicken wir nun wahlweise den Himmel, den Boden oder unsere Mitfahrer an, just bevor wir erneut zu Boden stürzen. In einer Rechtskurve geht es dann sogleich wieder aufwärts um in einer wunderbaren Schräglage einen Drehwurm sondergleichen zu initiieren. Nach einer abwärtsführenden Linkskurve vollziehen wir nun eine kurze Zickzackkurvenkombination, welche dann in einen Kurvenzug in Form einer Acht übergeht. Hieran fügen sich einige kürzere Schlenker an, woraufhin auch schon die Schlussbremse erreicht wird und die rasante, lustige und keineswegs kraftlose Fahrt endet.

Le Twist überzeugt, wie auch seine Schwesteranlage Dwervelwind des niederländischen Freizeitparks Toverland vollkommen. Die Anlage bietet auch einfach mal alles, was eine gute Drehgondelachterbahn benötigt; immerhin geht es hier in einem schönen Flow und einer gewissen Drehfreudigkeit der Fahrgastträger durch die Fahrstrecke. Schlichtweg, eine echt tolle Anlage!

King Kong

Bei der nächsten Anlage hingegen kann man sich über eine solche Aussage streiten. Ich mache es mir diesmal relativ einfach und konzentriere mich auf die historische Bedeutung eines King Kong Fahrgeschäfts in Le Pal, wonach der Park eben jene Neuauflage des Herstellers HUSS brauchte, da ja viele Kunden sich an die typisch französische Aussichtsfahrt (ein aktives Exemplar befindet sich auch heutzutage noch im Freizeitpark Cigoland) aus ihrer Kindheit erinnerten und es schade fanden, eben jene Anlage nicht mehr im Park anzutreffen. Auch ist die Gestaltung der Warteschlange mit den verkrümmten Eisenbahnwagons im Wald überaus gelungen. Die Anlage wirkt hier – im Gegensatz zum belgischen Freizeitpark Bobbejaanland – stimmig inszeniert und passend. Doch ob diese Punkte über das belanglose Herumgewackel in luftiger Höhe hinwegsehen lassen, ich weiß es nicht.

Ronde des Grenouilles und Disque du Soleil

Während andere noch darüber nachdenken dürfen, widmen wir uns ganz schnell mal zwei Dauerbrennern aus Italien. Mit der Ronde des Grenouilles erwartet uns ein nagelneuer Jump Around für die kleineren Parkgäste und mit der Disque du Soleil ein Disk’o Coaster im schnittigen Aztekenlook. Beide Anlagen machen Spaß, aber was anderes erwartet man von Zamperla ja auch nicht. Interessant an der Disque du Soleil ist die Evakuierungsplattform im zweiten Tal; da sind die Franzosen wohl etwas vorsichtiger unterwegs.

Azteka

Vorbei an der Bootsrutsche Rapido führt uns der Weg zum Kompaktzug-Soquet Azteka. Irgendwie scheint es die Achterbahnen des französischen Herstellers heutzutage nur noch in zwei Varianten zu geben, nämlich einer mit mehreren kurzen Zügen und einer mit langem Zug.  Wie bereits erwähnt handelt es sich bei dieser Anlage um eine mit kürzeren Zügen, die wiederum ziemlich imposant ausschaut.

Nachdem man die Station in einer Rechtskurve verlassen hat, wartet auch schon der Lifthügel der Anlage auf einem. In 17m Höhe setzt man sogleich zu einer munteren Aussichtsrunde in einer 360° Helix an. Mit durchaus ausgeprägter Geschwindigkeit brettert man nun über eine enge Kuppe und stürzt sich umgehend den Boden entgegen. Mit vollem Elan drescht man nun durch eine bodennahe Kurve, die mit der Zeit immer mehr an Höhe gewinnt. Wie in einem inclined Loop durchfährt man nun eine schräggestellte Schleife, wobei die Kuppe nur wenig Querneigung aufweist und einen kurzen Moment zum Verschnaufen bietet. Auch das nachfolgende Tal spart weder an seiner Druckverteilung, noch an seiner Querneigung, was zu einem interessanten Fahrerlebnis führt. Nach der anschließenden Auffahrt durchqueren wir nun rasch eine Blockbremse, just bevor wir uns in eine weitere Abwärtshelix werfen. Mit Anlauf geht es nun auf eine kurze Rampe, auf der wir ganz gemächlich die Richtung wechseln, wodurch der Übergang in die sich anfügende Rechtskurve recht interessant ausfällt.  Nach einem kurzen Camelback schließt sich eine Aufwärtshelix an, die dann in eine Art sich stetig weitende Bayernkurve und dann in die Bremsstrecke der Anlage übergeht. Kurz darauf ist die Ausgangsposition erreicht.

Azteka ist eine durchaus interessante Achterbahn, denn sie vereint die knackige Fahrweise der Mine Trains mit den geneigten Tälern der Großachterbahn Le King aus dem Hause Soquet. Als Alleinreisender wird man hier nämlich ganz schön durchgeschüttelt. Da die Anlage nicht sonderlich klein ist, kann man die Fahrt durchaus als imposant bezeichnen. Sie ist überraschend wild und ungezähmt, ebenso wie man Soquet mag.

Chaises Volantes

Ihr erinnert euch noch an das kleine Detail, welches ich euch bei der Achterbahn Le Twist vorenthalten habe? Gut, denn spätestens am Wellenflug Chaises Volantes wurde es mir dann auch klar, der Park steht wie kein anderer auf Single Rider. Während andere Freizeitparks ihre Warteschlangen für Einzelreisende abschaffen, gibt es hier in Le Pal quasi an jeder Attraktion die Möglichkeit Sitze aufzufüllen. Das ist überaus vorbildlich und sorgt im gesamten Park dafür das die Nutzung der Einzelfahrerwarteschlange als Normal angesehen wird – kein Neid, keine Pöbelei, gar nichts. Le Pal ist toll!

Tigre de Sibérie

Nach einer solchen Besonderheit, bietet der Park doch sicherlich keine weiteren Eigentümlichkeiten mehr, oder? Tja, falsch gedacht. Direkt neben dem Wellenflug erstreckt sich die Achterbahn Tigre de Sibérie in die Höhe – eine Großachterbahn aus dem Hause Reverchon. Was sich der Karussellbauer und spätere Drehgondelachterbahnspezialist sich bei dieser Anlage gedacht hat, erleben wir am besten dadurch in dem wir direkt in die Hartschalen des Zuges steigen.

Direkt angrenzend an die Station wartet bereits der Lifthügel der Anlage darauf uns auf eine Höhe von 13m zu befördern. Oben angekommen überqueren wir eine kurze Kuppe, an der sich eine etwas längere Kurve anschließt. Nachdem auch der letzte Wagen den Lift verlassen hat stürzen wir uns alsbald eine Steilkurve hinunter. In einer fließenden Bewegung behalten wir den Kurvenradius bei und stürmen dabei himmelwärts, was gerade in der Senke für ausgeprägte Fliehkräfte sorgt. Auf den nun kommenden Hügel ändern wir recht gemächlich die Fahrtrichtung und begeben uns in eine etwas überdimensionierte Abwärtshelix mit Bayernkurvenelementen. So begeben wir uns über zwei Täler beständig hinab, ehe wir das Element auf einer langen Rampe verlassen. Nach einem kurzen Knick und einer sehr weiten Rechtskurve, erreichen wir dann die Bremsstrecke der Anlage. Da wir gerade zu hoch sind um die Monorailstrecke kurz vor der Station unterqueren zu können folgt in der finalen Kurve noch ein kurzer Dip. Kurz darauf ist die Fahrt auch wieder zu Ende und wir steigen aus.

Der Tigre de Sibérie ist eine überaus interessante Anlage mit hervorragenden Fahreigenschaften. Leider flacht die Fahrt zum Ende hin stark ab. Der Grund dafür dürfte die ehemalige Achterbahn Chenille Fantastique gewesen sein, deren thematische Überreste auch heutzutage noch diesen Teil der Fahrt prägen. Nichtsdestotrotz bietet die Anlage wirklich schöne Kurven, die man nicht missen sollte.

La Randonnée Africane, La Conquête de l’Ouest und Lac de Chercheurs de l’Or

Ebenso sollte man den alten Themenbereich nicht versäumen, in den wir uns nun begeben. Vorbei an der Oldtimerfahrt La Randonnée Africane, die sehr an dänische Themenfahrten gleichen Leitmotivs erinnert, von der Fahrtlänge jedoch eher im Erlebnispark Tripsdrill zu erwarten ist und der ebenso langen französischen Old’99 La Conquête de l’Ouest zieht es uns zum Lac de Chercheurs de l’Or, auf dem eine Floßfahrt ihre Runden dreht. So schnell kann der Übergang von Afrika nach Nordamerika gehen.

Rivière Canadienne

Wie in jedem französischen Familienpark darf eine gute Wildwasserbahn nicht fehlen, meist heißt sie dann Rivière Canadienne; so auch hier in Le Pal. Die hier stehende Anlage ist von Soquet und kann vor allem durch ihren Verlauf bis zum Lifthügel überzeugen – immerhin passiert man zwei Mal den Lifthügel und dümpelt erstaunlich lange durch die Landschaft. Die Schussfahrt selbst kann einen guten Nässegrad vorweisen. Insgesamt also eine wirklich solide Anlage.

Les Caravelles

Wenn man jetzt nicht aufpasst landet man beim Forêt Enchantée in einer Sackgasse. Da uns die Kleinkinderthemenfahrt weniger interessiert als die Anlage, deren Fahrgastträger bereits öfters an uns vorbeigefahren sind, suchen wir uns schnell einen anderen Weg. Auf einer Insel treffen wir dann auf die Koggenfahrt Les Caravelles, welche sowohl vor- als auch rückwärts eine echt gute Figur macht.

Alligator Baie

Doch kurz bevor wir unser eigentliches Ziel erreichen, zieht uns eine andere Anlage magisch an. Ich weiß nicht wie mir diese im Vorhinein komplett entgehen konnte, doch hier in Frankreich steht mit Alligator Baie das wohl schniekste Splash Battle aus dem Hause Mack Rides. Thematisch wunderschön und auch fahrtechnisch wunderbar, zeigt sich hier in Le Pal eine wahrlich außergewöhnliche Anlage. Leider fehlte es ein wenig an Rivalen für eine spritzige Wasserschlacht. Die die da waren, haben das System aber gut genutzt,

Descente du Colorado

Nun endlich an der Descente du Colorado angekommen dauert es nicht mehr lange bis wir in einem der Raftingboote Platz genommen haben. Die zu Beginn stromschnellenreiche Fahrt durch den sehr schön gestalteten Kanal überzeugt dabei auf ganzer Linie. Auf der Strecke erwarten uns die bewährten Elemente einer europäischen Raftinganlage der frühen 90er Jahre, so düst man durch einen Tunnel samt inkludierten Wasserfall, sowie einer Wasserfallsektion mit Fällen zu beiden Seiten entlang. Es fehlt jedoch die eigentlich obligatorische Wellenmaschine. Der Nässegrad ist überschaubar.

Was mich persönlich sehr fasziniert hat ist die Station der Anlage, da hier auch die ungenutzten Boote gelagert werden. Hierfür steht ein Kran zur Verfügung, der über eine Zahnstange in Position gefahren werden kann. Verblüffend dabei ist die Anpassung der Stegüberdachung, damit der Kran ohne große Umbauten genutzt werden kann. Ein weiterer Funfact ist die Tatsache, dass die Anlage früher mal Boote mit Einzelsitzen genutzt hatte und sie später gegen die bewährten 8er Boote des Herstellers getauscht hat.

Voyage au-dessus du Monde

Funfacts sind beinahe so spannend wie Easter Eggs. Ein solches findet man in der Station der Voyage au-dessus du Monde – also der Reise um die Welt oder viel passender (wenn wortwörtlich übersetzt) die Reise oberhalb der Welt –, wo uns der Tigre de Sibérie als Malerei begegnet. Die Fahrt in der Monorail bietet kurz darauf auch eine hervorragende Sicht auf besagte Achterbahn.

Ciné Dinamique 3D

Vorbei an der Station des Train Aventiers, einer Parkeisenbahn mit Spezialeffekten, geht es weiter in einen orientalisch anmutenden Bereich. Hier findet man zahlreiche Fahrgeschäfte aus dem Hause Zamperla, darunter eine Teetassenfahrt und ein Kinderfreifallturm, eine Schiffschaukel von Fabbri, sowie dem 4D Simulator Ciné Dinamique 3D. Letzter interessierte mich sehr, denn er zeigt den 4D Film der Mack Media Produktion Happy Family. Viele dürften den Film nun aus dem Europa Park kennen, mir persönlich war der Film bislang unbekannt. Ich war ganz schön erstaunt, als die Hälfte des Films in der Pre-Show erzählt wurde und man erst kurz vor der Achterbahnsequenz der Geisterbahnfahrt zum Boarding der Simulatoren geladen wurde. Andere Parks hätten das eiskalt durchgezogen. Die Fahrt in den Großraumsimulatoren punktet durch ihr Timing und den doch sehr schön animierten Film. Hut ab!

Der Zoo

Auf dem Weg zu unserer letzten Attraktion begeben wir uns nun in den Zoo des Parks. Dabei folgen wir erst einmal der Circuit Court mit seinen ausgeschriebenen 90 Minuten, bevor wir dann zum Circuit Long mit seinen 3 Stunden wechseln, immerhin wollen wir ja auch die Erdmännchen sehen. Franzosen müssen ganz schön durch einen Zoo sprinten, denn beide Zeitangaben stimmen einfach nicht, hier kann man locker einen ganzen Besuchstag verbringen. Im normalen Besuchertempo dürften hier schnell 4-5 Stunden zusammenkommen.

Vorbei am Giraffengehege folgen wir nun den Ausschilderungen ehe wir an einem großen See geraten. Dort schauen wir dem Treiben der Totenkopfaffen etwas genauer zu, eh wir den Bauernhofbereich mit seinem integrierten Streichelzoo betreten. Das Konzept gefällt mir, auch haben die Tiere wirklich große Rückzugsbereiche.

Vorbei an den Schimpansen führt uns der Weg nun in den Raubtierbereich direkt am Eingang. Sowohl Löwen, als auch Tiger haben hier enorm große Gehege, die von Rückzugbereichen nur so wimmeln. Da die Gehege nur an wenigen Stellen für den Besucher ersichtlich sind muss man hier teilweise echt lange suchen, bis man den Tieren begegnet.

Einfach nur wow, doch den Vogel in artgerechten Gehegen schießt eindeutig das Elefantengehege in unmittelbarer Nähe ab. Das Gehege ist größer als so manch deutscher Zoo oder Freizeitpark. Da denkt man bereits das Flamingo Land im englischen Yorkshire hätte verdammt große Gehege, doch Le Pal toppt noch einmal alles. Das habe ich im Vorhinein nicht erwartet. Der Freizeitpark ist ja schon super, doch der Zoo setzt noch einiges oben drauf und wir sind jetzt auch erst zu einem guten Drittel durch.

Zeit also für eine Show. Entlang der Gehege der Roten Pandas, Gibbons und Dscheladas führt uns der Weg zur großen Greifvogelschau. Diese schauen wir uns vom Eingangsweg aus an, denn in Le Pal werden die Wege pünktlich zu Showbeginn versperrt. Ein spätes erscheinen lohnt sich also nicht. Was sich hingegen sehr lohnt ist die Show an sich. Nach und nach werden zahlreiche Greifvögel vorgestellt, ehe der Park zum fulminanten Finale übergeht und sämtliche vorhandenen Großvögel auf die Showbesucher entlässt. Auf einmal befinden sich Störche, Ibisse und Kuhreiher mitten in den Besucherrängen. Diese Show sollte man nicht verpassen!

Angefixt zog es mich gleich zur nächsten Show, die nur weniger Minuten später beginnen sollte. Im Carneval des Plumes sind nämlich Papageien die Stars. Zwar klappte so kurz nach Saisonstart noch nicht alles einwandfrei, doch in Tiershows soll ja auch niemand gezwungen werden. Auch hier ist der pädagogische Ansatz dominierend, doch auch Sprachmuffel kommen voll auf ihre Kosten. Immerhin kann man Papageien beim Recycling beobachten.

Bis zur nächsten Show dauert es noch etwas, also ab hinein in Runde Nr.2 durch den großartigen Zoo. Diesmal konzentrieren wir uns auf heimische Tierarten und beobachten erst einmal Wölfe und Luchse, ehe wir uns Schneepanther und exotischen Vögeln zuwenden. Besonders interessant wird es im Alligator Park – ein vollthematiserter Rundlauf vorbei an amerikanischen Alligatoren und Schildkröten –, welcher so auch als eigenständige Attraktion irgendwo in Florida herumstehen könnte.

Nach einem flüchtigen Blick auf die Flamingos ist auch langsam die Zeit gekommen im großen Stadion Platz zu nehmen, denn die Seelöwenshow Le Ballet des Otaries sollte gleich beginnen. Neben allerlei Slapstick erwartet den Besucher hier ein fulminantes Spektakel aus Balanciertricks, Sprüngen, Schwimmpassagen mit den Trainern und eine fiese Dusche für ausgewählte Parkbesucher. Auch diese Show sollte man gesehen haben.

So langsam neigt sich der Erlebnisbericht hier seinem Ende entgegen, der Zoo ist aber immer noch nicht ganz abgefrühstückt. Zeit zum Verschnaufen hattet ihr hoffentlich genug, also los zur Runde Nr.3. Diesmal führt uns der Weg zur großen Steppe, auf der sich Zebras, zahlreiche Antilopen und Strauße tummeln. Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich hingegen eine Art Wildpark, welcher wunderbar in einem Waldstück samt Baumwipfelpfad –  von dem man im Übrigen eine hervorragende Sicht auf die große Neuheit dieses Jahres hat – liegt.

Yukon Quad

Vorbei an den Erdmännchen, deren Gehege wirklich sehr versteckt liegt, sowie den Kängurus, Hyänen und Emus zieht es uns nun zur größten und längsten Achterbahn des Parks, dem Family Launch Coaster Yukon Quad. Ich kann ja auch nichts dafür, dass Le Pal die Anlage wirklich mittig in ihren viel zu großen Zoo gepackt hat. Obwohl die Anlage noch nagelneu ist, so wirkt sie bereits unfassbar stimmig, da auch die Vegetation mitspielt. Die Gestaltung der Anlage im Generellen ist jedoch auch eine Klasse für sich. Doch bevor ich hier noch weiter schwafle, lasst uns doch lieber auf einen der Quads Platz nehmen.

Recht zügig geht es auch sogleich in den Preshowtunnel. Ein paar Lichteffekte, etwas Nebel und Zack wird man durch die Reibräder ordentlich beschleunigt. Mit ausgeprägtem Tempo werfen wir uns nun in eine bodennahe Linkskurve, ehe wir einen Hügel emporschnellen. Diesen überqueren wir mit seichter Airtime, der nachfolgende Verlauf hingegen presst uns gut in den Sitz. Mit Schmackes geht es nun in einer Bayernkurve über Stock und Stein und anschließend wunderbar im Wechsel durch bodennahe eine Links- und Rechtskurve. Auf der nun folgenden Gerade folgt dann der zweite Abschuss, der bekanntlich noch einmal eine ordentliche Schippe drauflegt. Mit nun 90 km/h geht es sogleich in eine bodennahe Rechtskurve, die in eine kurze Zickzackpassage übergeht. Nun rast man durch eine Wendekurve auf- und abwärts, ehe sich ein bodennaher Umschwung anfügt. Die darauffolgende Kurve mündet in einen höheren Hügel, welcher eine bodennahe Wende zur Folge hat. Nun folgen zwei geradlinige Hügel einmal quer zum anderen Ende der Anlage. Nach einem bodennahen Rechtsknick, der in eine weite Linkskurve übergeht wird die Bremsstrecke der Anlage erreicht, woraufhin der Ritt über 1000m langsam seinem Ende entgegenkommt.

Wer Juvelen aus dem dänischen Freizeitpark Djurs Sommerland kennt, der wird auch bei der spiegelverkehrten Yukon Quad voll auf seine Kosten kommen. Die Anlage überzeugt durch ihre bodennahen und recht wilden Kurvenmanöver. Darüber hinaus ist das Pacing der Achterbahn einfach nur fantastisch. Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Anlage auf Anhieb beim Familienpublikum des Parks gut ankam. Als wildeste Familienachterbahn kann man sie seit Taron zwar europaweit nicht mehr vermarkten, doch für Frankreich trifft dieses Statement voll und ganz zu. Eine tolle Anlage, die hoffentlich als Leuchtfeuer in der französischen Parklandschaft dient.

Bilder Le Pal

Fazit Le Pal

Damit wären wir nun mit Le Pal durch. Ich hoffe euch hat dieser Park genauso gut gefallen, wie er mir. Der Mix aus Tier- und Freizeitpark wird hier in Perfektion dargeboten; dank Yukon Quad vermischen sich die Bereiche auch zunehmend. Dennoch kann jeder Bereich für sich voll und ganz überzeugen. Der Freizeitpark ist toll und der Tierpark grandios; man sollte daher unbedingt genug Zeit mit sich bringen. Der Ratschlag mit den zwei Besuchstagen ist ernstgemeint, denn selbst an meinem Besuchstag wurde die Zeit ganz schön knapp.


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Osakas Zuhause für kleine Elfen

Hirakata Park

Seinen Ursprung hat der Hirakata Park als Ausstellungsgelände der Kikuningyō-ten im Jahr 1912. Im Oktober und November jedes Jahres wurden dabei mit Chrysanthemen verzierte Figuren und Szenen gezeigt, ehe im Jahr 2005 die letzte reguläre Ausstellung abgehalten wurde. 1926 erfolgte dann die eigentliche Erschließung des Vergnügungsparks als fortan die Keihan Electric Railway den Park betrieb und die ersten Fahrgeschäfte einzogen. 1944 wurde das Gelände militärisch genutzt.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges war das Gelände nicht nutzbar und die Kikuningyō-ten fand auf einem anderen Gelände entlang der Keihan Linie statt. Im Jahr 1949 folgte dann die Rückkehr nach Hirakata. Vorerst als Stadtpark geführt, wurde im Zuge einer Steuerreform das Gelände im Jahr 1952 erneut in einen Vergnügungspark umgewandelt.  Seit jeher ist der Park im Besitz der Keihan Gruppe.

Magical Volcano

Also ab nach Hirakata-kōen und hinein in den Hirakata Park. Direkt am Eingang erwartet uns ein schickes und überaus großzügig ausgelegtes Felsmassiv mit integrierter interaktiver Attraktion. Besser kann ich persönlich den Magical Volcano nicht beschreiben, denn er ist tatsächlich sehr vieles in einem; sei es nun eine Erkundungstour mit integrierten Geschicklichkeitsspielen oder Abenteuerspielplatz mit Pre-Show und Storyline. Dabei ist es ja relativ simpel, am Anfang bekommt man eine Mission zugewiesen, woraufhin man drei Fragen beantworten muss. Zwischenzeitlich bricht der Vulkan dann beinahe aus und wir müssen Softbälle in seinen Krater werfen. Gegen Ende lässt man seinen Bogen dann von einer Maschine auswerten und bekommt eine entsprechende Rückmeldung. In unserem Fall war dies natürlich ein simples Perfekt, aber wir hatten ja auch Hilfe durch die Mitarbeiter erhalten. Summa Summarum, eine Attraktion die es gerne hierzulande geben dürfte.

Pachanga, Wonder Garden und Athletic Try-It

Ausgepowered, aber ein Erlebnis reicher, geht es direkt in Richtung der Holzachterbahn Elf. Dabei nehmen wir eine Fahrt mit dem leider sehr trockenen Rafting Pachanga mit und bewundern die Tiere im Wonder Garden. Leider hält sich die Anzahl der Gehege sehr in Grenzen – das ist insbesondere hier sehr schade, da der Hirakata Park durchaus eine gute Arbeit zu Tage legt und die Tiere allesamt in verhältnismäßig großen Gehegen untergebracht sind. Auf der anderen Seite des Hauptweges wundern wir uns derweil über den Athletic Try-It, einer Art moderner Hindernisparcours, ehe es uns schlussendlich in das Holzdickicht zieht.

Elf

Elf, kurz für Episode of little Fairies, ist eine Holzachterbahn mittlerer Größe des europäischen Herstellers Intamin. Soweit so gut, doch die Erwartungen an diese Holzachterbahn waren gedrosselt bzw. dank der ehemaligen Schwesterbahn Pegasus des niederländischen Freizeitparks Efteling ganz weit unten im Keller zu finden.

Mehr als kritisch hieß es daher im Wagen Platz zu nehmen, woraufhin dieser zügig abgefertigt wurde. Nach einem kurzen Drop aus der Station und einer kurzen Rechtskurve am, in der Struktur integrierten, Abstellgleis vorbei finden wir uns sogleich im Lifthügel der Anlage wieder. Kurz darauf ist auch schon die Ausgangshöhe von 18,5m erreicht, woraufhin sich der Wagenverbund sogleich den ersten kleinen Drop hinabstürzt. Hieran fügt sich sogleich eine längere Wendekurve nach rechts an, in der wir einige Höhenmeter gewinnen. Doch ehe uns die Aussicht vom Geschehen ablenken würde, stürzen wir uns gleich die zweite Schussfahrt hinunter. Mit Schmackes zieht es uns nun durch das Tal, woraufhin es uns gleich auf den nächsten Hügel zieht. Dabei verläuft die Steigung erst recht steil und nach einer scheinbaren Kuppe etwas weniger steil. Währenddessen widmen wir uns einer weiteren Wendekurve, die wir parallel zum Lift in einem Drop hinab bis zum Bodenniveau verlassen. Nun folgen wir der bereits absolvierten Strecke, in dem wir einen weiteren Hügel erklimmen und ebenso eine Wendekurve vollziehen. Doch statt nun geradeaus einen weiteren Drop hinabzustürzen, queren wir die Anlage nun in einer Diagonalen, in der wir uns natürlich auch in Richtung Boden begeben. Wieder einmal mit dem lustigen Übergang aus steil zu weniger steil verlaufender Steigung widmen wir uns nun einer linksführenden Wendekurve, in der wir uns Anschwung für das nächste Fahrtmanöver holen. Mit einem ordentlichen Wumms überqueren wir den anschließenden Camelback und stürzen uns geradewegs in das dichte Gebälk hinein. Nach einer letzten Wendekurve schließt sich ein kurzer Dip an, woraufhin alsbald die Schlussbremse erreicht wird.

Elf macht Spaß! Verseht mit einer ordentlichen Prise Airtime und interessant verlaufenden Steigungstrajektorien braucht sich die kleine Anlage vor keiner größeren Holzachterbahn verbergen – vor allem, da die Holzachterbahn durch ihre Hanglage ja eh deutlich höher wirkt, als sie eigentlich ist. Auf jedem Fall darf und sollte man öfter zusteigen, es lohnt sich.

Sky Walker und Truck

Höchstwahrscheinlich hätte sich der Zustieg auch beim Riesenrad Sky Walker gelohnt, doch leider wird dieses derzeit restauriert. Die benachbarte Cycle Monorail wurde dementsprechend gar nicht erst aufgesucht und auch im Kinderland Peek-a-Boo Town mussten wir auf eine Fahrt auf der Kinderachterbahn Truck verzichten – es fehlte nämlich der zugehörige Zug.

Crazy Mouse

Das es nicht unbedingt einen fehlenden Zug bedarf um eine Achterbahnfahrt ihres Hauptfeatures zu berauben zeigt sich derweil auf der Reverchon-Drehmaus Crazy Mouse. Diese drehte sich wohl etwas zu gut, weswegen man sich entschloss die Drehung überhaupt nicht mehr freizugeben um die Fahrt etwas zu entschärfen. Wie sich nun an einer Fahrt zeigt, war dies keine gute Idee. Die Haarnadelkurven in der unteren Ebene werden so beschissen durchfahren, dass das Vergnügen letztendlich gänzlich auf der Strecke bleibt. Schade eigentlich, denn als drehende Maus konnte jede Reverchonanlage bisweilen überzeugen.

Bassh

Wobei ich eigentlich etwas weniger kritisch sein sollte: Die Anlage ist ja eigentlich ganz okay und keine Drehung als Drehmaus vorweisen zu können ist schon irgendwie besonders. Ebenso besonders ist zudem ihre Lage in luftiger Höhe aufgeständert auf einem Podest. Das hat zumal den Vorteil unter ihr gleich zwei weitere Attraktionen vorzufinden. Neben dem Walkthrough Little Witch’s Labyrinth befindet sich hier die Station der Wildwasserbahn Bassh.

Die Fahrt beginnt mit einer Linkskurve, die einen unter das Plateau der Achterbahn Crazy Mouse führt. Vorbei an einigen Tierplastiken und mit besten Blick auf die Schienen der Maus eine Etage höher führt eine weitere Linkskurve das Boot direkt in den Lift der Anlage. Durch die Hanglage der Anlage verbringt man nun einige Zeit in diesem, ehe man nach einem kurzen Linksknick nur eine mittlere Schussfahrt hinunterdüst. Ohne einen einzelnen Tropfen auf der Haut folgt sogleich eine Rechtswende, auf welche man wie wild durch den Kanal prescht. Eine S-Kurve später befindet man sich geradewegs unterhalb der ersten Schussfahrt, eh man in einer Links-/Rechtskurvenkombination seinen Weg in Richtung der zweiten und finalen Schussfahrt in Angriff nimmt. Dort angekommen geht es unmittelbar und überaus berauschend hinab. Bei der anschließenden Wasserung fehlt jeglicher Wassertropfen und der Punktescore ist gegen Null. Irgendwas haben wir also falsch gemacht, aber das macht ein Freizeitpark mit einer trockenen Wildwasserbahn leider auch.

Red Falcon

Es wird also Zeit eine Achterbahngattung zu fahren, die in Japan niemand falsch machen kann: Den klassischen Jet Coaster. Das hiesige Exemplar im Hirakata Park nennt sich Red Falcon und ist wunderbar an den großen Hang verlegt worden. Doch ehe man eine Fahrt wagen kann heißt es sich in die Wagen zu quetschen und das gelingt vor allem größeren Personen in den hinteren Reihen schlichtweg nicht.

Nach einer kurzen Gerade führt einem der Zug über einem kurzen Dip in den Lift der Anlage. Typisch für einen ordentlichen Jet Coaster ist dieser vergleichsweise steil und man verbringt einige Zeit in diesem. Das ist jedoch nicht sonderlich schlimm, immerhin haben wir dadurch mehr Zeit auf die Stadt Osaka zu schauen. Oben angekommen nimmt der Zug nach einem ersten, recht steilverlaufenden, kleinen Gefälle schnell an Fahrt auf. Hieran schließt sich eine lange Linkskurve an, ehe es in die erste längere Abfahrt übergeht. Durchaus rasant führt einem der Zug nun durch das erste Tal und über den ersten Hügel, welcher leicht nach links geknickt verläuft. Weiterhin weit über den Köpfen der Besucher erklimmt man daraufhin einen weiteren Hügel und passiert dabei die Fahrrinne der Wildwasserbahn.

Nach einem weiteren Drop erreicht man dann eine enge rechtsführende Wendekurve, ehe man sich zum ersten Mal richtig zu Boden wirft. Fortan parallel zur eben absolvierten Strecke rast der Zug über einen weiteren Hügel in ein äußerst lustiges Element hinein. Aus einer sehr weiten Rechtskurve kommend durchfährt man mit deutlich vorhandener Querneigung ein enges Tal, an der sich urplötzlich eine enge Rechtskurve just unterhalb des ersten Gefälles anfügt. Wie in einer sehr unförmigen Bayernkurve führt einem diese über einen kurzen Berg, hinein in ein weiteres Tal. Eine weite Linkskurve schließt sich an. Nach einem sehr flachen Drop mit ebenso flacher Auffahrt erwartet einem dann eine weite 540° Helix, die einem dann in die letzte Schussfahrt entlässt. Nach der anschließenden Auffahrt erwartet einem noch eine recht seltsame Überleitung in eine Kurve und kurz darauf die Bremsstrecke der Anlage.

Der Red Falcon verbindet viele der japanischen Eigenheiten des Achterbahnbaus, ist jedoch eine durch und durch nette Anlage, auf die man sich schlichtweg einlassen sollte. Die Fahrstrecke von 1300m gibt einem durchaus auch sehr viel Zeit dafür, um mit bis zu 70 km/h – gesichert durch einen Schulterbügel – über die recht flachen Hügel zu flitzen. Der Blick auf die Stadt Osaka und seine imposante Lage weit oberhalb des restlichen Freizeitparks kommen der Fahrt ungemein zu Gute.

Meteo

Genauso zu Gute kommt die sehr spät ansetzende Bremsung beim Intamin Freifallturm Meteo eine Ebene tiefer. Wie bereits im Kijima Kogen Park kennengelernt, verzichtet man in Japan gerne auf die Zweitsicherung via Gurt, so dass auch hier die Fahrt nochmals bedrohlicher wirkt und in Kombination mit der harten Bremsung als absolut genial zu bezeichnen ist.

Disk’o

Neben dem obligatorischen Gefrierhaus, dieses Mal (recht klein geraten) in Form eines großen Kühlschranks, gibt es auf dieser Ebene noch eine sehr gut drehende Disk’o des Herstellers Zamperla, sowie einen Kite Flyer und einen Zierer Wellenflug, der an unserem Besuchstag leider in Wartung war.

Palm Walk

Eine Ebene weiter unten trifft man dann auf den Palm Walk und die, in ihm integrierte interaktive Themenfahrt Gururimori, sowie die Walkthroughs Legend of Dark Forest (ein Spiegellabyrinth) und Makafushigido. Der Bereich hat durchaus Charme und gleicht im Konzept dem City Walk der nahen Universal Studios Japan – nur das dieser im Hirakata Park integriert ist.

Octopus Panic und Haunted House

Auf der untersten Ebene des Hirakata Park kann man hauptsächlich diverse Kinderfahrgeschäfte vorfinden, aber auch einige Fahrgeschäftsklassiker und -perlen, wie die Seesturmbahn Octopus Panic, japanische Teetassen im Hello Kitty Design oder die kindergerechte Themenfahrt Haunted House, bei der man mit dem Reiseunternehmen Dororon durch die quietschbunte Unterwelt reist. Natürlich darf das direkt daneben befindliche 3D 360° Kino nicht außer Acht gelassen werden.

Fantasy Cruise und Gnome’s Train

Wem der Trubel derweil etwas zu wild geworden ist, der sollte ein wenig durch den riesigen Rosengarten des Hirakata Park schlendern oder eine Fahrt auf der Rundbootfahrt Fantasy Cruise oder der überraschend langen Parkeisenbahn Gnome’s Train wagen. Dieser Bereich ist ein idealer Rückziehpunkt und lädt jeden Gartenfreund zum Verweilen ein, zudem hat man einen überaus guten Blick auf die letzte Achterbahn des Hirakata Park.

Fantastic Coaster Rowdy

Die Fahrt auf dem Fantastic Coaster Rowdy beginnt mit einer kurzen Rechtskurve, an der sich der Lifthügel anschließt. Oben angekommen vollzieht dieser eine 180° Linkskurve, ehe man sich der erste Drop anfügt. In luftiger Höhe brettert der kurzgeratene Zug nun über einen Camelback, eh er sich erneut nach oben bahnt. Keineswegs rowdyhaft folgt nun eine weitere enge 180° Linkskurve und alsbald eine sehr lange Rechtskurve mit integrierten geradlinigen Gefälle. Nach einem kurzen Rechtsknick folgt alsbald eine sehr enge Linkswende mit anschließender Schussfahrt. Serpentinenartig fügen sich nun jeweils eine Links- und eine Rechtskurve aneinander. Hierauf folgt eine finale Auffahrt in die Bremsstrecke und alsbald die Einfahrt in die Station, woraufhin eine nicht weiter erwähnenswerte (da schlichtweg passable) Fahrt endet.

Bilder Hirakata Park

Fazit Hirakata Park

Obwohl der Hirakata Park mittlerweile über 100 Jahre alt ist, so gibt es leider keine Anlage älteren Baujahres im Park zu bestaunen; man blieb also immer up-to-date. Das ist verständlich, doch mangelt es dadurch dem Park teilweise ein wenig an Charme. Dieses macht er vor allem durch seine Grünanlagen, einfallsreichen Attraktionen und einem gelungenen Gesamtambiente wieder wett, weswegen man sich schlussendlich großartig unterhalten fühlt.

 


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