Phantasialand



Freizeitpark:Phantasialand (seit 1967)
Adresse:Berggeiststraße 31 - 41
50321 Brühl
http://www.phantasialand.de/de
Betrieb:Fam. Löffelhardt

Phantasialand in Brühl, Nordrhein-Westfalen ist einer der wichtigsten Freizeitparks in Deutschland. Der 1967 gegründete Freizeitpark ist einer der einflussreichsten Parks, der trotz seines stark begrenzten Flächenangebots immer wieder neue Maßstäbe setzt. Auf einer Fläche von nur 28 ha bietet der Freizeitpark eine große Auswahl familienfreundlicher Fahrgeschäfte und Achterbahnen in einer sehr immersiven Umgebung, wobei es eine gute Mischung auf realitätsnahen Themenbereichen, wie auch Fantasy-Bereiche gibt.

Fun Fact #1: Der Phantasialand-Jet – die ehemalige Monorail des Freizeitparks – sollte ursprünglich als ÖPVN-Verbindung zwischen den Brühler Bahnhof und dem Phantasialand dienen. Statt mit der Schwarzkopfbahn dürfen die Fans auch weiterhin mit dem Shuttle-Bus in den Park fahren.

Fun Fact #2: Nach einem Feuer verlor der Freizeitpark zwei seiner Achterbahnen. Daraufhin wurde in einer Rekordzeit die Raftinganlage River Quest gebaut, welche erst kürzlich durch eine thematische Anpassung an den Themenbereich Klugheim ihren Parkhauscharme verlor.

Fun Fact #3: Der Themenbereich Klugheim konnte zu seiner Eröffnung insgesamt 6 Weltrekorde für seine beiden Achterbahnen aufweisen.

 
 
 

Highlights des Freizeitparks

 




 

Black Mamba

Ein intensives Erlebnis

 


 

Chiapas

Die Wildwasserbahn mit dem Diskoraum

 


 

Colorado Adventure

Der beste Mine Train

 


 

Crazy Bats

Die ewig lange VR-Achterbahn

 


 

F.L.Y.

Der Flying Coaster

 


 

Maus au Chocolat

Eine überaus lange interaktive Themenfahrt

 


 

Mystery Castle

Der Indoor-Freifallturm

 


 

Raik

Die Familienachterbahn

 


 

River Quest

Ein sehr beeindruckendes Rafting

 


 

Talocan

Das Überschlags-Spektakel

 


 

Taron

Eine der besten Achterbahnen überhaupt

 


 

Winja’s Fear und Winja’s Force

Zwei Spinning Coaster und sehr viel Technik

 


Klugheims wilde Achterbahnen

Klugheim im Phantasialand

Verjüngungskuren sind auf Grund des begrenzten Platzangebots keine Seltenheit im Phantasialand, eine komplette Umgestaltung eines Themenbereichs, welcher zuletzt nur durch die schnarchlangweilige Themenfahrt Silbermine für Besucher mit einem großen Hang zu alten Zeiten relevant war, gehört gewiss dazu. Dennoch schien man an alten stilprägenden Ikonen zu hängen, auch wenn diese vor lange Zeit durch ein Feuer komplett zerstört wurden, denn das Multi-Millionen-Euro-Projekt Klugheim mit den beiden Achterbahnen Taron und Raik in eindrucksvoller Kulisse erinnert doch stark an den Bereich rund um die legendäre Achterbahn Gebirgsbahn und ihrer kleinen Schwester, der Grand Canyon Bahn.

Dass man damit alles richtig gemacht hat ist mehr oder weniger eindeutig, sobald man einen der zahlreichen Zugänge zum Bereich betreten hat und sich von der atemberaubenden Kulisse überwältigen lässt. Nun könnte man über die Basaltfelsenformationen oder die zahlreichen Holzbauten schwärmen, an denen sich die schwarzen Schienen beider Achterbahnen vorbeischlängeln und sich dabei zahlreich überkreuzen, was sicherlich seine Berechtigung hat, aber in sehr vielen Foren und den parkeigenen Blogeinträgen bereits ausführlich diskutiert wurde; mein Highlight bleibt dabei jedoch das grandiose Essen, welches man in Rutmors Taverne, dem äußerst nett gestalteten Restaurant des Themenbereichs, zu normalen Preisen bekommen kann und welches den sonstigen Angeboten in Freizeitparks beliebiger Größe gehörig den Allerwertesten versohlt. Wie bereits erwähnt, muss man sich in diesen Bereich schlichtweg verlieben. Eine Achterbahn bedarf es dazu eigentlich nicht, aber der Ausblick auf gleich zwei davon lässt das Enthusiastenherz laut pochen und den Eigentümer dessen schnurstracks in Richtung einer der Eingänge gehen.

Raik

Die kleinere Anlage der beiden Achterbahnen nennt sich Raik, ist aus niederländischer Produktion des Herstellers Vekoma und weist als Achterbahn vom Typ Family Boomerang eine obligatorische Vorwärts- und Rückwärtsfahrt auf; leider aber auch eine stets recht lange Warteschlange dafür, weswegen sich ein Besuch erst zu den späteren Öffnungsstunden wirklich lohnt, wenn auch wirklich jeder andere bereits seine Runde auf der Achterbahn gedreht hat.

Dabei gibt es über die Fahrt kaum etwas zu meckern und nachdem man die Warteschlange hinter sich gelassen hat, geht es auch zügig den Reibradlift empor. Rückwärts auf die Ausgangshöhe von 25m gebracht wird der Zug kurz an Ort und Stelle gehalten, während die Reibradpaare mechanisch auseinander gedrückt werden. Nach der Freigabe des Zuges rast dieser den Hügel hinunter und sogleich durch die Station hindurch. Nach einem kurzen Hügel, welcher eine knackige Abwärtshelix einleitet wird der tiefste Punkt der Anlage erreicht. Mit nun 62 km/h schießt der Wagenverbund durch den Kanal, welcher in einer Linkskurve verlassen wird. Über einen kurzen Umschwung nähert man sich dem Lifthügel, wonach man auf der Parallelstrecke zu diesem, zumindest in der Theorie, über ein zweites Reibradpaar, erneut an potentieller Energie gewinnt. Der Rückwärtspart wird nun etwas langsamer durchfahren, weswegen auch die Kräfte nicht ganz so ausgeprägt sind wie auf der Hinfahrt.

Raik ist eine überaus nette Familienachterbahn, die trotz ihrer beiden (Welt-)Rekorde als höchste und schnellste Anlage ihrer Art, nicht ganz an die Fahreigenschaften des Prototypen Ben 10 – Ultimate Mission aus dem englischen Freizeitpark Drayton Manor herankommt, da diese durch ihr deutlich kompakteres Layout und der damit verbundenen dynamischeren Fahrweise schlichtweg etwas mehr überzeugt. Dennoch kann man sich kaum eine bessere Achterbahn vorstellen um die nächste Generation ans Achterbahnfahren zu gewöhnen.

Taron

Sobald diese dann alt und vor allem groß genug ist, steht der zweiten Achterbahn dieses Bereichs nichts mehr im Wege. Sobald man die schöne Queue und den darin inkludierten äußerst trostlosen Open-Air-Warteplatz, mit immerhin nun einigen wenigen Schattenspendern, hinter sich gelassen hat und sich nun für eine Fahrt im hinten Teil des Zuges oder, bei meist derselben Wartezeit, ersten Reihe entschieden hat, kann die Fahrt auf Taron auch sogleich beginnen.

Die Fahrt auf Taron

In einer Rechtskurve verlässt man die Station, woraufhin sich der Zug alsbald auf der Warteposition für den kommenden Abschuss befindet. Sobald der Streckenabschnitt freigegeben, wird der Zug mit ordentlich Druck beschleunigt und rast sogleich eine rechtsführende Steilkurve empor. Diese entpuppt sich rasch als leicht übergeneigtes Wendemanöver, welches den Zug in luftiger Höhe in Richtung eines äußerst schicken Camelbacks schickt, welcher einen mit außerordentlicher Ejector-Airtime aus dem Sitz befördert. Mit einem riesigen Grinsen im Gesicht führt einen der Wagenverbund gekonnt durch eine enge Linkskurve, just bevor im folgenden Umschwung ein sehr überraschendes Highlight auf die Besucher entgegenkommt. Der, noch recht junge, Bock versucht den fahrwilligen Parkbesucher dabei seitlich aus dem Zug zu schmeißen. Quelle surprise exceptionelle! Hieraus schießt der Zug durch eine weite Rechtskurve und passiert darauf zwei gemächlicher durchfahrene Umschwünge in unmittelbarer Anordnung. Nach dem zweiten Umschwung zeigt man sich einmal kurz in der Ecke um die Achterbahn Raik, ehe man sich in leichter Bayernkurvenmanier von der Anlage abwendet. Hieran schließt sich eine Linkskurve an, die in einem kurzen Zickzackteil überleitet. Eine weitere Linkskurve führt den Wagen in eine Grube hinab und beendet damit den ersten Teil der Fahrt.

Im Gegensatz zur Achterbahn Lost Gravity aus dem flevoländischen Freizeitpark Walibi Holland, die eine ähnliche Zweiteilung der Fahrt aufweisen kann, beginnt der zweite Akt der Fahrt mit einem überragenden Highlight, ähnlich dem Song „Totale Finsternis“ aus dem Musical Tanz der Vampire oder dem „Maskenball“ aus Phantom der Oper. Generell kann man Taron mühelos mit einem guten Theaterstück vergleichen, nur das man es hier eher englisch betrachtet und auf eine Pause verzichtet.

Mit erhabener Wucht wird der Zug nun mittels einer zweiten Abschussstrecke, aus der Fahrt heraus, auf seine Höchstgeschwindigkeit von 117 km/h gebracht. Daraufhin schießt dieser eine sehr steile Linkskurve empor. An der höchsten Stelle des Layouts angekommen bleibt einen kaum Zeit zum Luftholen, denn die kurvenreiche Schussfahrt folgt im Nu. Dabei führen mehrere kurze Richtungswechsel, bei beständiger Neigung, zu einer raschen Abfahrt, ehe man sich mit einer ordentlichen Querneigung in den Abgrund wirft. Auf dem darauffolgenden Hügel versucht einen der Bock erneut seitlich abzuwerfen, doch auch dieser Versuch scheitert. Aller guten Dinge sind drei, weswegen sich der darauffolgende Umschwung ebenfalls genauso wild fährt. Hierauf überquert man relativ gemäßigt eine Rechtskurve, oberhalb der Köpfe der entschlossenen Fahrwilligen innerhalb der Warteschlange. Ein letzter gemächlicher Umschwung leitet die letzte Linkskurve der Fahrt ein. Auf dem einzigen geradlinigen Streckenabschnitt, abseits der Station-, Abschuss- und Bremsstrecken, überquert man zwei Hügel, auf denen die Geschwindigkeit jedoch recht stark reduziert wird und ein Abheben aus dem Sitz leider nicht stattfindet. Diese, einzige, Schwachstelle des Layouts wird mit der anschließenden und recht engen Rechtskurve gekonnt kompensiert, woraufhin auch gleich die Bremsen der Achterbahn Taron erreicht sind.

Fazit Taron

Taron ist eine wirklich starke Achterbahn und zweifelsohne die beste Achterbahn Deutschlands. Sie steht hierzulande derzeit ohne Konkurrenz dar, da ja auch der Holzgigant aus der Lüneburger Heide mehr schwächelt als läuft und seine Zukunft ungewiss ist; ansonsten wäre Taron nur die beste Stahlachterbahn des Landes, aber wer möchte da noch in kleinen Nuancen unterscheiden? Der Firma Intamin ist mal wieder ein großer Coup gelungen, welcher vom Phantasialand, abseits von der fragwürdigen Rekord-Vermarktung, überragend inszeniert wurde. Die Erwartungshaltung bei kommenden Projekten ist mal wieder um eine Messlatte höher gesetzt worden; mal sehen, wie die anderen Parks (abseits des bereits bekannten Star Trek Coasters des Movie Park Germany) reagieren werden.

Bilder Phantasialand 2011 – 2016

 


Was ist eure Meinung zum Themenbereich Klugheim und dem Achterbahn-Duo Raik und Taron?  Schreibt sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder in unsere sozialen Medienkanäle:

 

          


Im Osten viel Neues

Vorwort

Der aus einem Forellenhof mit angeschlossener Gaststätte in Plohn bei Lengenfeld entstandene Freizeitpark Plohn stand bereits seit mehreren Jahren auf meiner Must-Do Liste und wurde immer wieder in diversen Ausflugsideen berücksichtigt, bevor diese mal wieder verworfen wurden. Ausschlaggebend hierfür war die überaus positive Berichterstattung seit der Eröffnung der Holzachterbahn El Toro im Jahr 2009 und obwohl Freizeitpark Plohn für mich kaum weiter entfernt liegt als das Phantasialand in Brühl habe ich es bislang noch nie in den Freizeitpark geschafft.

Nachdem ich im nahen Eibenstock die dort ansässige Allwetterbobbahn getestet hatte erreichte ich den Parkplatz um etwa 11 Uhr und verließ diesen auch bereits eine halbe Stunde später. Diese Zeit nutzte ich in der Warteschlange vor der einzigen geöffneten Kasse bevor ich gesagt bekam, dass meine Bankkarte mit PIN Eingabe hier nicht akzeptiert werden kann, sondern nur eine mit Unterschrift. Das liege nicht an mir, sondern am Kassensystem des Parks und somit dem Park selber, bekam ich gesagt ohne auch nur eine vernünftige Alternative genannt zu bekommen. Tatsächlich meinte die nicht gerade freundliche Kassenbedienstete im Grunde damit, dass es nur an mir lag.

Äußerst verärgert fuhr ich nach Lengenfeld um mir in der lokalen Sparkasse Geld abzuheben und danach erneut nach Plohn, immerhin steht dort eine ziemlich vielversprechende Holzachterbahn und der Rückweg an sich wäre 500 km lang, wo ich dann erneut in der Kassenschlange stehen durfte. Untermalt von einem zutiefst doofen Kommentar konnte ich dann endlich in den Freizeitpark Plohn.

Freizeitpark Plohn

Fluch des Teutates

Gott sei Dank arbeitet man bereits an einem besseren Eingangsbereich am Dorf der Gallier, hoffentlich auch mit einem besseren Kassensystem. In diesem Bereich steht neben der Drachenschaukel, ein Scheibenwischer ähnliches Fahrgeschäft, welches jedoch nicht in Betrieb war, die River Splash Anlage Fluch des Teutates des Herstellers ABC Rides.

Die Fahrt in den Rundbooten beginnt sogleich mit einem etwas längeren Lift. Oben angekommen verlässt man diesen in einer Rechtskurve woraufhin nach einem kleinen geraden Teilstück eine größere Wende anschließt. Hierauf folgt, relativ ungewöhnlich für diesen Fahrgeschäftstyp, ein kleines Gefälle in luftiger Höhe unter den Lifthügel hindurch. Nach einer weiteren Wende, dieses Mal jedoch nach Links, schließt sich sogleich ein weiteres Gefälle an. Nun nimmt man in einer rechtführenden Abwärtshelix deutlich an Schwung auf. Diese verlässt man in einer Linkskurve oder eher gesagt in einem Linksknick, welcher kurzzeitig parallel zum Lift verläuft, woraufhin die finale Schussfahrt eingeleitet wird. Es folgt die Rückführung zur Station.

Der Fluch des Teutates ist eine nette Anlage, welche mit etwas Gewichtsverlagerung im Boot in eine mehr als nur ordentliche Drehung versetzt werden kann. Aber auch ohne war dieses wohl zu Beginn des Jahres durch einen etwas zu rauen Lack auf der Fahrbahn jedermann ungewollt problemlos möglich. Dieser wurde dann abgeschliffen und die Anlage mit dem richtigen Lack neu lackiert, weshalb die Anlage in diesem Jahr länger außer Betrieb war.

Vorbei an einem Tiergehege führt der Weg nun in das Plohnidorf, wo sich neben einem ehemaligen Karussell aus dem norddeutschen Freizeitpark Heide Park, eine Themenfahrt und eine Achterbahn befinden. Die Häuser sind verziert mit Witzen über das parkeigene Maskottchen und in zahlreichen Schaufenstern werden die Streiche von Max und Moritz des Dichters und Zeichners Wilhelm Busch erzählt.

Plohseidon

Bei der Familienachterbahn Plohseidon handelt es sich um einen Force 190 des Herstellers Zierer, welcher über ein Wasserbecken gebaut wurde und eine phantasievolle Unterwassergestaltung vorweisen kann. Hierbei wurde die Gestaltung hervorragend an das etwas auseinandergezogene Layout angepasst.

Die Fahrt beginnt mit einer seicht ansteigenden Geraden, welche alsbald in eine Linkskurve überleitet. Ein kleiner Schwenker nach rechts und eine kleine Gerade später befördern einen die Reibräder des Lifthügels nach oben. Diesen verlässt man in einer seichten Steilkurve nach links woraufhin die maximale Höhendifferenz von etwa 7,5m erreicht wird. In einer Aufwärtshelix nimmt man erneut an Höhenmetern auf und vollzieht sogleich einen Richtungswechsel. In einer Bayernkurve geht es nun abwärts, hierauf folgt die Rückführung in die Station.

Die Familienachterbahn Plohseidon ist eine nette Achterbahn mit einem überraschend rasanten Layout, jedoch mit recht bescheidenen Fahreigenschaften. Gut, den Kindern wird das wahrscheinlich gar nicht auffallen, doch die Anlage fährt sich wie eine relativ alte Anlage desselben Typs.

Plohnis Tauchfahrt

In unmittelbarer Nähe befindet sich die kleine Themenfahrt Plohnis Tauchfahrt. Hierbei durchfährt man, ähnlich der ehemaligen Themenfahrt Ocean of Darkness des niederländischen Freizeitparks Attractiepark Slagharen, eine farbenfrohe Unterwasserwelt. Dabei wird die plastische Gestaltung mit einigen gut eingearbeiteten Bildschirmen, in denen unter anderem das Parkmaskottchen auftaucht, unterstützt.

El Toro

Durch einen Durchgang gelangt man in der Westernstadt, dem Westernbereich des Freizeitpark Plohn und steht sogleich vor der Holzachterbahn El Toro des amerikanischen Herstellers Great Coaster International. Entlang der hinteren Wende der Achterbahn kann man, ebenso von der anderen Seite kommend, zum Zugang der Holzachterbahn gelangen. Nach einer kleinen Rampe steht man sogleich in der Station und hat nun mehr oder weniger freie Platzwahl, denn viel los war hier trotz des anlagenbedingten Einzugbetrieb nicht.

Nachdem der Zug endlich abgefertigt wurde befördert einen die Liftkette in eine Höhe von etwa 25m. Mit ordentlichen Schwung vollzieht man nun das erste Gefälle, welches recht geradlinig eingeleitet wird ehe es in eine Steilkurve übergeht. Im Tal unterfährt man zum ersten Mal den Lifthügel der Wildwasserbahn und vollzieht währenddessen sogleich einen Richtungswechsel. Eine aufwärtsführende Linkskurve schließt sich an, wechselt aber relativ flott ihre Richtung. Nun führt eine weite Kurve den Zug an den tiefsten Punkt des Layouts, doch auch hier verweilt man nur kurz. Über einen Hügel hinweg drischt der Wagenverbund erneut unter den Lifthügel der Wildwasserbahn hindurch und kurz darauf durch eine Kurve parallel zum First Drop. Nun folgen mehrere Hügel, welche einen allesamt leicht aus dem Sitz befördern. Vorbei an der Station vollzieht man einen kleinen Schlenker und daraufhin eine Wende. Mit vollem Elan geht es nun erneut hinab wobei das Fahrtfoto geschossen wird. Der darauffolgende Hügel leitet eine bodennahe Rechtskurve ein an der sich zwei Hügel anhängen. Eine letzte Kurve führt den Zug dann hinauf zu den Bremsen und sogleich zurück in die Station.

El Toro ist eine wirklich gute Achterbahn mit einem absolut brillanten Start, aber eher lauen Ende. Obwohl der wilde Stier bereits am frühen Mittag überzeugen konnte zeigte dieser erst am späten Nachmittag im eingefahrenen Zustand sein volles Potential und dieses lädt, ähnlich der nie wirklich vollen Station des Besuchstages, zu stetigen Wiederholungsfahrten ein. Als die Fülle der Station aber ein einfaches Umsetzten nicht mehr gestattet hat habe ich die Anlage dann aber verlassen, denn der Weg vom Ausgang zum Eingang war es mir auch irgendwann nicht mehr wert. El Toro ist halt nicht Troy aus dem niederländischen Freizeitpark Toverland, aber immerhin eine sehr gute Holzachterbahn und eine Bereicherung ohne Gleichen für den zuvor kaum bekannten Freizeitpark.

Westerneisenbahn und Westernrodeo

In der Mainstreet des Themenbereichs befindet sich der Bahnhof der Westerneisenbahn, eine Rundfahrt durch den Wilden Westen vorbei an den Fahrgeschäften des Bereichs und unterhalb der Holzachterbahn. Interessanter Weise führt die Anlage kurzweilig an den Eingängen des Westernrodeos, ein Break Dance der dritten Bauart mit einer langen und abwechslungsreichen, wenn auch langsamen Fahrt, und der Achterbahn Silver Mine vorbei und blockiert diese.

Silver Mine

Bei der Silver Mine handelt es sich um einen Flitzer aus dem Hause Zierer, welche ähnlich der unter Vorlop hierzulande reisenden Anlage High Explosive ist. Gestartet unter einem deutschen Schausteller in den 70ern wanderte sie bereits recht schnell nach Amerika aus, wo sie bis 1990 ihre Fahrgäste im Freizeitpark Adventureland noch in Originalausstattung unterhielt. Im Jahr 1996 präsentierte sich die Anlage als Rioolrat in einem neuen Gewand und mit neuen Wagen im niederländischen Freizeitpark Avonturenpark Hellendoorn. Diese Wagen in Form einer Kanalratte wurden auch bei der Mäuseachterbahn der Spielerei Rheda-Weidenbrück verwendet, hier aber auch noch in Verbindung mit den Originalen. Komplett an Fahrspaß verlor die Anlage erst im Jahr 2000 wo sie sich mit Bergwerksloren bestückt dem Publikum präsentierte. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht wenn man mit den minimalistischen Flitzern über die Schiene brettert, wie beispielsweise im dänischen Freizeitpark Bakken, oder an den hochwandigen Wagen während der Fahrt andauernd irgendwo anstößt wie es hier der Fall ist.

Wildwasserbahn mit Geisterbahn

Auf der anderen Seite des großzügig ausgelegten Platzes befindet sich der Zugang zur Wildwasserbahn mit Geisterbahn, wobei sich der Geisteranteil wahrscheinlich nur zu Halloween wirklich zeigt. Nachdem man die Station verlassen hat führt der Kanal das Boot durch eine kleine Themenpassage in Richtung des ersten Lifthügels. Oben angekommen erfolgt auch sogleich die erste Schussfahrt, welche einen ein wenig befeuchten kann. Nach einer Wende und einer Rechtskurve verlässt man das Plateau und kurvt ein wenig in Zickzackbewegungen durch die Baumwipfel und über das zweite Gefälle hinweg bis nach einer weiteren Rechtskurve der zweite Lift erreicht wird. In luftiger Höhe vollführt man nun eine weitere Wendekurve woraufhin man sich langsam aber sicher der großen Abfahrt nähert. Ohne großen Schnickschnack geht es nun die Schussfahrt hinunter an dessen Ende das kühle Nass wartet und dabei ordnungsgemäß befeuchtet. Es folgt die Rückfahrt zur Station dieser recht ordentlichen Wildwasserbahn.

Holzmichl-Villa und Crazy House

Am Ausgang der Wildwasserbahn befindet sich interessanter Weise ein kleiner Autoskooter und oberhalb dessen die Geistermühle, welche einige Rüttelplatten, Zerrspiegel und viele schlechte Witze vorweisen kann.  Ebenso besonders geht es oberhalb der Wildwasserbahn zu statten. Hier befindet sich neben Deutschlands größtem Baumhaus mit der Rutschbahn Wilde Sau, die Holzmichl-Villa und an ihr angeschlossen das Crazy House. Die Anzahl der Belustigungselemente ist dabei, entgegen meiner vorherigen Vorstellung des Freizeitpark Plohn leider recht überschaubar.

Miniwah und das Geheimnis von Gold Creek City

In einer ehemaligen Reit- und Showhalle, deren Show wohl auf Grund horrender GEMA Gebühren abgesetzt wurde, befindet sich seit diesem Jahr die Achterbahn Miniwah und das Geheimnis von Gold Creek City. Gut zehn Jahre nachdem der letzte Powered Coaster des Herstellers Mack in Europa ans Netz ging präsentiert man hier in einer eindrucksvollen Kulisse eine ebenso eindrucksvolle Anlage inklusive regelmäßig stattfindender Multimedia-Show und einer Zuschauerbühne.

Miniwah und das Geheimnis von Gold Creek City ist ein richtig guter Powered Coaster. Die allgemeine Gestaltung überrascht wie auch die rasante Fahrweise, in diesem doch sehr kompakten Layout. Selbst die erste, langsam durchfahrene, Runde mit ihrem sightseeingähnlichen Charakter reicht bereits aus um die Anlage gut zu finden.

Raupe

So überzeugend und stimmig die Westernstadt doch ist, so unschön ist der Oldtimerpark auf der anderen Seite des Weges mit seiner Seebühne und kleineren Kinderattraktionen. Hier befindet sich auch die letzte Achterbahn des Freizeitpark Plohn, die Kinderachterbahn Raupe, ein Big Apple des Herstellers SBF Visa mit altbewährten Layout.

Freefall im Urzeitdorf

An diesem Bereich angrenzend befindet sich der Märchenwald mit einigen versteckten Karussellen und nett gestalteten Märchenszenen. Folgt man den Wegen befindet man sich im Dinoland, dem abseits gelegensten Bereich des Parks. Hier befinden sich neben der Floßfahrt durch die Urzeit der ziemlich nett betriebene Family Freefall Tower Freefall im Urzeitdorf des Herstellers Zierer und ein Tretbootverleih.

Bilder Freizeitpark Plohn

Fazit Freizeitpark Plohn

Der Freizeitpark Plohn ist ohne Frage ein guter Freizeitpark, es fehlt nur ein wenig die Professionalität. Es ist schon ein wenig seltsam wenn man um kurz nach 14 Uhr kaum noch Speisen im Park vorrätig hat, um vier Uhr keinen Kaffee und Kuchen mehr anbietet und stattdessen dabei ist den Kassensturz zu vollziehen und einzuräumen. Neben dem allgemein unmotivierten und unfreundlichen Personal gesellt sich noch das Erlebnis an der Kasse dazu und schon entsteht ein wenig lobenswertes Bild des allgemein doch sehr gelobten Freizeitparks – ich bin ein Kunde und bin bereit Geld auszugeben, also nehmt es bitte und verweist mich nicht ständig wegen vermeidbarer Fehler.

 

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