Hurra, ich bin wirklich im Film

Movieland Park

Der im Jahr 2003 gegründete Freizeitpark Movieland Park ist das jüngste Projekt der Familie Amicabile, die bereits im Jahr 1965 mit einem Tanzlokal den Grundstein für das heutige Canevaworld Resort legten. Dieses besteht mittlerweile aus dem Wasserpark Caneva Aquapark, der Disko Night Festival, der Dinner Show Medieval Times und dem Rock Star Restaurant, sowie besagten Filmpark.

Nachdem man die Tickets an den zentralen Kassen beim Wasserpark gekauft hat folgt man dem Weg entlang der Hauptstraße um zum eigentlichen Vorplatz des Filmparks zu gelangen. Bis zur vorherigen Saison betrat man den Park durch das große Studiotor, nun dienen zwei Busse als neues Eingangsportal des Movieland Park.

Tomb Raider Machine

Dadurch ergibt sich nun ein separater Zugang zur Tomb Raider Machine, ein Windshear aus dem Hause Zamperla, welcher großzügig mit Wasser-, Feuer-, Nebeleffekten und etwas Schauspiel inszeniert wird. Gefahren werden können hier grundsätzlich fünf verschiedene Fahrprogramme, die durch eine Wahlscheibe zufällig, sofern der Ride-Op die Scheibe nicht zuvor bremst und sie dann auf eine Mission einstellt, bestimmt werden. Je nach ausgewählter Mission variieren nun Fahrtdauer, Intensität und die verwendeten Effekte. Dabei ist die dargebotene Schau der Anlage durchaus spannender anzusehen als die Fahrt an sich, die doch eher etwas ruckelig daherkommt.

Horror House

Durchschreitet man das alte Eingangsportal findet man sich direkt auf der Main Street des Parks wieder, in dessen Eckhaus sich etwas Düsteres oder besser gesagt in dessen Keller sich etwas Stockfinsteres verbirgt. Mit dem Horror House bietet man seinen Parkgästen seit der Eröffnung ein Ganzjahresmaze, also ein nicht temporäres Gruselkabinett mit Schauspielern, ähnlich dem Krüeger Hotel im spanischen Freizeitpark Parc d’atraccions Tibidabo bei Barcelona, an. Bereits in der Warteschlange überzeugt die gelungene Gestaltung des Hauses, welche spätestens im völlig blutverschmierten Aufzug an Stimmung gewinnt.

Direkt in die Dunkelheit entlassen folgt man nun den roten Lichtern der Überwachungskameras durch absolut finstere Gänge bis man sich langsam aber sicher an die Dunkelheit gewöhnt hat. Von Zeit zu Zeit geht es nun durch größere Szenerien, die allesamt einen Bezug auf Horrorfilmklassiker vorweisen können und zudem aufwändig gestaltet wurden. Besonders gut hat mir dabei die Kühlraumszene mit den Leichensäcken gefallen, die erst durch Bewegung den weiteren Weg versperrten und dann durch den Einsatz von Stroboskop und Freddy Krueger aus den Nightmare on Elm Street Filmen ihre volle Wirkung zeigten. Glücklicher Weise hat uns erst im letzten Raum vor der aufwärtsführenden Treppe eine Zweipersonengruppe eingeholt, die sich den Weg mittels Kameralampenlicht ihres Smartphones bannten und sich selbst somit der Stimmung beraubten. Am Ende folgt ein weiterer Gang, indem Michael Myers aus den Halloween Filmen mit einer Kettensäge wartete; die Befürchtung es würde hier oben genauso lang weitergehen wie im Keller traf also nicht zu.

Das Horror House ist ein sehr stimmungsvolles und schön gestaltetes Maze mit einer erstaunlich langen Durchlaufzeit. Die vom Movieland Park selbst angegebenen 600 Sekunden erreicht man wohl nur, wenn man schön brav mit den Händen auf der Schulter des Vordermanns durch die Gänge geschleust wird. Zu zweit brauchten wir schon ein wenig länger um uns in den stockfinsteren Fluren zurecht zu finden. Dabei machen die Schausteller ihren Job durchaus gut, auch wenn man fast immer erahnen konnte, was sogleich folgen wird. Im Vergleich zum ähnlichen Krüeger Hotel gefällt mir die Inszenierung und die durchgängig präsente Storyline im Parc d’atraccions Tibidabo ein wenig besser, dennoch hat man hier eine wirklich überragende Attraktion, die man keineswegs auslassen sollte.

Addams House

Wobei man diesbezüglich klar darauf hinweisen muss, dass ein Besuch unter 14 Jahren nicht gestattet ist. Aber auch dies ist kein Problem, denn immerhin gibt es mit dem Addams House einen weiteren Zugang hinab in den Keller. Hierbei durchschreitet man einige Räume und Gänge des großen Gruselkabinetts und wird dabei unter anderem durch Zombiehitler brillant unterhalten. Allein dieser Moment ist so herrlich abstrus, wodurch man den Park zwangsläufig gernhaben muss. Nach nur kurzer Zeit, dafür aber mit einem richtig breiten Grinsen im Gesicht, ging es über eine Stahltreppe wieder hinauf. Verständlicher Weise ist während der Spielzeit des Addams House der Zugang zum Horror House geschlossen.

Overdrive

Auf der Rückseite des Studio 1 befindet sich derzeit ein Live Set, auf den der großzügig im Park beworbene Film Overdrive aufgezeichnet wird. Prinzipiell handelt es sich dabei um eine kleine, als Filmaufzeichnung getarnte, Stuntshow, in der auch einige Parkbesucher einbezogen werden. Es werden einige Stunts gezeigt, danach werden die Aufnahmen geschnitten und am Ende landet der Film dann auf YouTube bzw. der Website des Parks. Pro Tag werden zwei Takes aufgenommen, wobei die Zeiten nicht ausgeschrieben waren, wodurch wir beide verpasst haben.

The Illusionist

Dafür aber konnten wir die Zaubershow The Illusionist ansehen, welche grob auf dem Film Prestige basiert. Gezeigt werden nach und nach einige bekannte Zauberstücke, die recht stilvoll mit allerhand Effekten untermalt werden. Leider konnte ich der Story nur bedingt folgen, da wir auch etwas zu spät zur Vorführung stießen, jedoch ist die Inszenierung durchaus gelungen und das Theater an sich macht schon einiges her.

Terminator 2 – 5D

Direkt daneben befindet sich mit Terminator 2 – 5D ein interaktives Theater, in dem man mit Pistolen bewaffnet teilweise auf eine Leinwand, aber auch auf plastische Figuren, schießt. Die Terminatoren-Animatronics sind überzeugend, ebenso die zahlreichen zusätzlichen Effekte, leider aber sieht man von der Seite nicht sehr viel von der Leinwand. Dabei macht das Spiel durchaus Spaß und ist keineswegs zu kurzweilig, obgleich am Ende zwangsläufig Game Over heißt.

U-571

Vorbei an der Fazenda di Zorro bzw. den übrig gebliebenen Zugängen des Rodeo Grill Restaurants, welches im Jahr 2012 vom Park entkoppelt wurde, und als weiteres All You Can Eat Restaurant die Besucher nach den Öffnungszeiten der beiden Parks (und während der Mittagszeit im Movieland Park) unterhalten sollte, jedoch nach zwei Jahren Betrieb weiter veräußert wurde und nun als Ristoburger Zero21 geführt wird, führt der Weg in Richtung des U-Boot Simulators U-571.

In einem U-Boot Bunker warten wir zunächst auf weitere Rekruten um einige Zeit später unserem befehlshabenden Offizier vorgelassen zu werden. Dieser weißt uns ein, während ein torkelnder Matrose mit einer Buddel voll Rum hinter ihm Späßchen macht. Während dieser Show erfolgt urplötzlich ein Angriff der Alliierten und mehrere Bomben fallen in das Hafenbecken. Wir müssen fliehen, doch alle Wege sind versperrt und so nähern wir uns dem U-Boot des Modells U-571 im rasanten Schritt, klettern hinunter, durchschreiten eilig das Unterwassergefährt und nehmen in einer Kammer Platz, während das Boot abtaucht.

Unser betrunkener Kamerad versucht nun uns und das U-Boot zu retten und weist mich darin ein einige Ventile zu öffnen und zu schließen; wir tauchen derweil immer weiter hinab, doch irgendetwas ist undicht. Voller Hast versuche ich nun die Angaben zu erfüllen und bekomme eine Wasserladung nach der anderen ab, während die restlichen Rekruten von unserer Tauchfahrt nur etwas durchgeschüttelt werden. Irgendwann ist das eine Ventil futsch und die Wassermenge kaum noch zu stoppen, doch wie ein Wunder schaffen wir es noch aufzutauchen ohne dabei von den Alliierten entdeckt zu werden.

Das U-571 ist eine grandiose Attraktion mit einer atemberaubenden Pre-Show und überragenden Schauspielern, die sich bei der Inszenierung dieser Attraktion wirklich verdammt viel Mühe geben. Leider hat man von dem originalgetreuen Nachbau des U-Boots im Maßstab 1:1 nicht wirklich viel, immerhin durchläuft man das Boot in einer kleinen Gruppe dann doch recht zügig. Der eigentliche Simulator ist von der Technik her schlichtweg eine alte Filmrakete nur ohne Film, wackeligen Sitzbänken, aber einer genialen, zumal außerordentlich beklemmenden, Stimmung. Sollte man dann noch vorne links im Boot sitzen, so hat man keine Chance den Wassermengen auszuweichen, wodurch der Nässegrad, welcher durch die Pre-Show eh bereits recht hoch war, einem Sprung in den benachbarten Gardasee ähnelt.

Troncosaurus

Sollte die Kleidung immer noch trockene Stellen aufweisen, so empfiehlt sich eine Fahrt auf der Wildwasserbahn Troncosaurus, welche vor der Umgestaltung des Dinosaurierbereichs am unteren Ende des Parks eher einem Parkhaus glich als einer spritzigen Baumstammfahrt über zwei Schussfahrten. Mittlerweile macht die Anlage jedoch genauso viel her wie der restliche Bereich, welcher nun ein idealer Kinderbereich mit passender Beschallung ist.

Nachdem man die Station verlassen hat dümpelt man in einer weiten Rechtskurve dem ersten Lifthügel entgegen. Oben angekommen vollführt der Kanal unterhalb der späteren Wegstrecke eine Wende, wobei Ein- und Ausfahrt nahezu nebeneinander verlaufen. Hierauf folgt dann die erste Abfahrt der Wildwasserbahn, deren Übergang in den unteren Kanal recht abrupt erfolgt, wodurch man dann sehr gut befeuchtet wird. Kurz darauf findet man sich in einer weiteren langgezogenen Rechtskurve wieder, die einen parallel zum ersten Lifthügel in die zweite Auffahrt entlässt. Oben angekommen folgt man erst einmal derselben Strecke wie eine Etage darunter, doch anstelle nun zur zweiten Abfahrt anzusetzen folgt man nun einer längeren Geraden bis auf die andere Seite der Anlage, dort angekommen durchquert man eine Linkskurve und nähert sich langsam aber sicher der zweiten Schussfahrt. Nicht ganz so nass, wie beim kleinen Gefälle verlässt man die Auslaufstrecke in einer weiteren Linkskurve und nähert sich dann der Station.

Troncosaurus ist eine wahrlich spezielle Wildwasserbahn des Herstellers L&T Systems, welche nicht nur möglichst viel Strecke auf wenig Raum unterbringt, sondern auch die verwendete Technik sinnvoll und dabei möglichst energiesparend, z.B. durch nur einen Wasserkreislauf, nutzt. Die Fahrt selbst ist durchaus nett und der Nässegrad kann sich wirklich sehen lassen, zumal selbst außerhalb der beiden Schussfahrten ständig Wasser in das Boot hineintropft.

BC-10 Airlines

Nebenan schwingt die Schiffschaukel BC-10 Airlines in die Höhe, wobei der eigentliche Ausschlag des ehemaligen Looping Starships Aerovarvet im schwedischen Freizeitpark Liseberg deutlich höher ausfiel. Nachdem sich der Loopingwahn ein wenig legte bauten diese das Raumschiff ein wenig um, so dass dieses nun ohne Schulterbügel und Gegengewicht die Fahrgäste als Kulingen einige Jahre lang unterhielt. Später verschwand es mehrere Jahre von der Bildfläche ehe sich der Movieland Park erbarm und die Anlage kaufte und umgestaltete. In der heutigen Form unterhält die Schiffschaukel die Fahrgäste in drei verschiedenen Fahrprogrammen, wobei kein deutlicher Unterschied vorhanden ist. Leider bremst das Schiff immer sofort ein wenig ab, sobald es den maximalen Ausschlag erreicht hat, was dem Fahrspaß, ebenso wie die engen Bügel, nicht zu Gute kommt.

Brontojet

Ebenfalls vor dem Verschwinden gerettet hat man den Schwarzkopf City Jet Brontojet, welcher zuvor einige Jahre seine Fahrgäste im englischen Freizeitpark Lightwater Valley unterhielt und nur kurz unter der Familie Bemboom im Loudoun Castle betrieben und dann eingelagert wurde. Im Jahr 2010 wurde die Anlage dann als zweite Achterbahn des Movieland Park eröffnet.

Nachdem man in dem bequemen Wagenverbund platzgenommen hat geht es nach einem kurzen Streckenabschnitt geradewegs in den Spirallift der Anlage, welcher durch eine Stromschiene die antreibenden Motoren der beiden Wagen mit Strom versorgt und somit stetig nach oben befördert. Oben angekommen kann man noch kurz den Ausblick auf den Gardasee genießen ehe es mit Karacho dem Erdboden entgegengeht. Mit voller Wucht durchquert man nun das erste Tal, woraufhin man gleich wieder emporschnellt. Kurz unterhalb der ersten Abfahrt umfährt man nun in einer gemächlichen Linkskurve den Spirallift, just bevor man sich erneut in eine Steilkurve gen Boden wirft. Nach einem bodennahen Umschwung geht es wieder einige Meter hinauf und schleunigst in einer ovalen Abwärtshelix, ausgeführt in feinster Bayernkurvenmanier, hinab. Nach einem sehr abrupten, und sicherlich nicht nach der Herzlinie ausgelegten, Übergang der geneigten Kurve in eine Gerade endet man sogleich in der starkgreifenden Bremse der Anlage.

Der Brontojet ist eine wahrlich intensive Achterbahn mit, abgesehen von dem Übergang in die Bremse, absolut großartigen Fahreigenschaften. Für mich war es die zweite City Jet Anlage nach dem großartigen Bobsleigh aus dem französischen Nigloland und auch hier konnte die Anlage, trotz der vergleichbar geringeren Gestaltung, durchaus überzeugen, zudem war es meine 400ste gefahrene Achterbahn allein in Europa.

Bront-o-Ring und Octopus

Nicht ganz so spektakulär geht es währenddessen beim Bront-o-Ring zu, einer kleinen angetriebenen Kinderachterbahn mit einem dreieckförmigen Layout, deren Zug über ein Kabel in der Mitte der Anlage heraus mit Strom versorgt wird. Hier dreht man über ein längeres Zeitintervall Runde für Runde, bis man irgendwann doch ganz froh ist wieder aussteigen zu dürfen. Ihr gegenüber steht mit Octopus ein schicker Polyp aus dem Hause Soriani & Moser, welcher eine lange und drehfreudige Fahrt bot.

Back to the Back Stage

Mit Back to the Back Stage befindet sich in diesem Bereich eine etwas ungewöhnliche Monorail mit der man ein wenig hinter die Kulissen des Freizeitparks sehen kann, weswegen man die Anlage tunlichst erst nach dem Besuch aller Hauptattraktionen besuchen sollte. Dafür stoppt die Anlage an mehreren Stationen mit einigen Displays, woraufhin Doc Brown in kleinen Filmchen Einblicke in die einzelnen Attraktionen gibt, ehe er aufgeschreckt durch die Katastrophen von Magma 2.1 zurück in die Zukunft reisen möchte, weswegen man, zumindest von der Story her, am Ende der Fahrt auch tatsächlich ein Tag in die Zukunft gereist ist.

Kitt Super Jet

Von der Monorail aus bekommt man einen guten Einblick auf das wilde Treiben der Jetbootfahrer des Kitt Super Jets. Inspiriert durch die, nach wie vor beliebte, Serie Knight Rider bzw. Supercar auf Italienisch geht es im Auftrag der Foundation für Recht und Verfassung auf Verbrecherjagd. Aber nicht in Kitt, denn das wäre bereits von der Kapazität her eine Katastrophe, sondern im Super Jet, dem Pendant auf dem Wasser.

Nachdem uns Michael Knight persönlich auf perfekten italienisch auf die Mission eingestimmt hat wird das Boot abgesengt und verlässt rückwärts seinen sicheren Hafen. Kurz darauf setzen die 600 PS starken Motoren ein und das Boot beschleunigt in einer wahnsinnigen Art und Weise. Mit Vollgas dreht man nun Runde für Runde über das Becken der benachbarten Stunt Show und weicht dabei einigen Zielen aus, die zwischenzeitlich herabgelassen wurden. Zwischendurch bremst man auch mal spontan ab, dreht dabei eine Pirouette und beschleunigt im gleichen Maßen. Mittendrin verschwindet das Boot auch kurz in einen Schuppen, welcher sich als Hinterhalt herausstellt. Unter Beschuss verlässt man das kurz vor dem Einsturz stehende Gebäude und rast erneut über die Wasseroberfläche, wobei nun einige zusätzliche Wassereffekte ausgelöst werden. Kurz darauf fährt das Boot wieder in seine Parkbucht im sicheren Hafen der Foundation.

Kitt Super Jet ist die wohl atemberaubendste Wasserattraktion in ganz Europa und definitiv eine der Attraktionen, die man in seinem Leben unbedingt mal erlebt haben sollte. Die Einbindung der Serie Knight Rider passt irgendwie perfekt, was durch den Auftritt des urdeutschen Superheldens David Hasselhoff als etwas gealterter Michael Knight in der kurzen Pre-Show nochmals untermauert wird. Die Fahrt bietet sehr viel Tempo, Action und Adrenalin und dennoch für jeden etwas, so dass man zwangsläufig seinen Hut vor dem Movieland Park ziehen muss, welcher spätestens mit dem Kitt Super Jet bewiesen hat, dass das Canevaworld Resort die bessere Wahl für einen gelungenen Freizeitparktag am Gardasee ist.

John Rambo Stunt Show

Kurz nach 17 Uhr öffneten sich die Pforten zur John Rambo Stunt Show und die verbliebenden Gäste konnten in etwa die Hälfte der riesigen Showarena füllen. Kurz darauf werden auch schon ein alter Kamerad John Rambos und einige Besucher von Terroristen gefangen genommen. John Rambo eilt herbei um seinen Kollegen zu befreien, wird dabei aber recht schnell entdeckt. Es beginnt eine Action Sequenz mit Motorrädern und Quads, an deren Ende Rambo ordentlich Prügel einstecken muss. Während dessen hat sich sein Kamerad befreit und gemeinsam schaffen sie ein wenig Ordnung. Eine verdeckt arbeitende Soldatin schließt sich an, nur um kurz darauf in einem Hinterhalt gefangen genommen zu werden. Währenddessen werden die Geiseln (die gefangen genommenen Besucher) auf die Hauptbühne gebracht und dürfen das Spektakel nun hautnah erleben. Als einzige nicht gefangen genommene Person versucht Rambo in einer One-Man-Army Sequenz jeden zu befreien. Dabei befreit er erst seinen Kollegen und öffnet die Fluchtwege, woraufhin eine actionbelandene Schau auf dem Wasser stattfindet, in der auch die restlichen Besucher mal wieder ein wenig Wasser abbekommen. Nachdem die feindlichen Streitkräfte zu einem Großteil besiegt sind und die Geiseln via Motorboot auf die vordere Bühne gebracht wurden gibt es noch eine kleine Liebesgeschichte zwischen Rambo und der Soldatin, die jedoch kurz darauf von dem einzigen übrig gebliebenen Widersacher tödlich verletzt wird. Daraufhin zückt Rambo seinen Bogen, feuert einen Pfeil auf die Ölfässer auf der gegenüber liegenden Seite und löst somit eine Explosion aus, die den Feind in Brand steckt.

Auch wenn sich die Story teilweise doch sehr in die Länge zieht, so ist die John Rambo Stunt Show eine durch und durch sehenswerte Show, in der erfreulicher Weise weniger auf Klamauk und öden, da oft gesehenen, Autostunts gesetzt wird; letzteres ist auf Grund der Wasserarena ja auch schlecht möglich. Neben den gut choreografierten Kampfdarstellungen bietet man auch einige Überraschungen, welche gut in Szene gesetzt werden. Die große Cast macht ihre Arbeit wirklich gut, weswegen man die Show keinesfalls auslassen sollte.

Magma 2.1

Ein weiteres Highlight folgt mit Magma 2.1, einer Fahrattraktion ähnlich der Studio Tram Tour aus dem Walt Disney Studios Park bei Paris, nur mit sehenswerten Spezialeffekten, motivierten Fahrern und sehr viel Action.

Dabei beginnt die Fahrt noch recht harmlos, denn nachdem der Wagen die Station verlassen hat folgt erst einmal eine kurze Wende am hinteren Ende des Hollywood Action Towers, doch dann stürzt sich der Truck gnadenlos eine steile Böschung herunter, wodurch die Passagiere ordentlich aus ihrem Sitz gehievt werden. An der Rückseite der Stuntshow vorbei geht es nun in einen Hindernisparcours mit mehreren leckeren mechanischen Spielereien. Doch zuvor durchquert man ein kleines Wasserbecken über dem sich ein Tanklastwagen entleert, was in der Theorie eine sehr spritzige Angelegenheit sein kann. Nun überquert man eine überdimensionale Wippe und im nächsten Moment wird man durch Kaltluftgebläse ein wenig trockengefönt. Mit ordentlicher Geschwindigkeit heizt man nun noch etwas über das Gelände und umrundet dabei ein kleines Gebäude, in welches man kurz darauf auch einfährt. Hier drin befindet sich ein kleines Labor, welches nun auf Grund einiger Erdbeben ordentlich zerstört wird. Dabei wird der Truck durchgeschüttelt und es gibt einige Feuer- und Lichteffekte. Eine Sirene ertönt und wir verlassen schnellstmöglich das Gebäude. Draußen brennt es überall und die Landschaft ist größtenteils zerstört, zu allem Unglück bricht auch noch die Straße unter einem ein und man landet recht überraschend im Wasser. Gezwungener Maßen durchfährt man nun ein weiteres Wasserbecken, wo es noch den einen oder anderen, auf die Passagiere gerichteten, Wassereffekt gibt. Ebenso fährt der Truck auch wieder einmal ein wenig rückwärts bis er nach einem weiteren Anlauf die Böschung hinauffahren kann. Erneut mit Vollgas passiert man nun die selbe Straße entlang der Stuntshow wie zum Anfang der Fahrt und landet kurz darauf in der Station, wo der Fahrer meist unter etwas Applaus verabschiedet wird.

Magma 2.1 ist eine wirklich witzige und effektüberladene Attraktion, wie man sie so in Europa leider nicht nochmals finden kann, auch wenn man im englischen Chessington World of Adventure auf Zufari zumindest das Potential hinter einer solchen Attraktion erahnen kann. Die Fahrer bei Magma sind gnadenlos und die verbauten mechanischen Effekte können restlos begeistern, weswegen man auch hier unbedingt einsteigen muss.

Hollywood Action Tower

Ebenfalls einsteigen sollte man beim Hollywood Action Tower, ein Free Fall der ersten Generation aus dem Hause Intamin, wie sie bevorzugt in den 80er Jahren erbaut wurden, ehe man Mitte der 90er Jahre platzsparende Freifalltürme mit magnetischen Bremssystem in den Freizeitparks etablieren konnte. Bevor die Anlage im Jahr 2006 in den Movieland Park zog stand sie bis ins Jahr 2001 als Drop of Doom im Galaxyland Amusement Park der kanadischen West Edmonton Mall, ehe sie dort von einem etwa gleich hohen Double Shot der Firma S&S ersetzt wurde.

Nachdem man in den Wagen Platzgenommen und seinen Bügel geschlossen hat setzt sich dieser in Bewegung und fährt erst einmal einige Meter rückwärts in einen Aufzugsschacht. Dort kuppelt die Gondel an der Rückseite ein und wird sogleich den Turm hinaufbefördert. Oben angekommen wird der Wagen unter den Klängen des Twilight Zone Soundtracks ein wenig nach vorne geschoben und kuppelt dabei in den Freifallschacht ein. Unter einem Nebeleffekt brechen die Buchstaben des Hollywood Tower Logos ein und wir fallen währenddessen in die Tiefe. Die ersten Meter davon nähern wir uns noch recht geradlinig dem Boden entgegen, doch dann krümmt sich die Fallstrecke in einem Viertelkreis, sodass wir uns folglich recht schnell auf dem Rücken liegend befinden und weiterhin fortbewegen, ehe die Bremsen merklich zupacken. Ein Mitnehmer greift uns in dieser Position und befördert uns über eine Weiche eine Etage tiefer, wo wir freirollend schnell zu unser Ausgangsposition wiederfinden und sogleich in die Station gebracht werden.

Der Hollywood Action Tower ist die einzige Anlage ihrer Art in Europa und eine der wenigen verbliebenen Anlagen weltweit, weswegen sich eigentlich allein für diese Fahrt der Weg in den Movieland Park lohnt. Dabei ist das Freifallerlebnis hier keineswegs von schlechten Eltern und kann durch seine skurrile Fahrweise mehr als überzeugen, weswegen wir hier immer wieder gerne eingestiegen sind.

Police Academy

Ebenfalls sehr skurril geht es, wie immer, bei der Police Academy her, die hier ihre eigenen Simulatoren für das Fahrertraining der neuen Rekruten hat. Der hier gezeigte Film ist durchaus gut und verwendet im Vergleich zu anderen Simulationen glücklicherweise keine schnell produzierten Computeranimationen, sondern Echtfilmmaterial. Doch so wirklich toll scheint unser Ergebnis nicht zu sein, weswegen Lieutenant Harris die Fahrt abbricht. Durch einen Trick wird er aus dem Raum gelockt, wodurch Mahoney und seine Clique die Simulatoren übernehmen und uns erst einmal den Ententanz tanzen lassen. Doch dies ist nur von kurzer Dauer, denn mit der Rückkehr von Lieutenant Harris wird der ursprüngliche Film fortgesetzt und dem Ende entgegengebracht. Insgesamt ergibt sich hieraus eine wirklich außergewöhnliche Fahrt, die sich glücklicher Weise von der Standardmasse abheben kann und somit ein erfrischend anderes Erlebnis bietet, welches man, wie so oft in diesem Park, erlebt haben sollte.

Diabolik Invertigo

Vorbei an der kleinen Monza Piste Route 66 führt unser Weg durch das Eingangsportal auf den Vorplatz des Movieland Park, von dem aus zwei Brücken zu unserem nächsten Ziel führen, dem Diabolik Invertigo aus dem Hause Vekoma, welcher zuvor als Two-Face: The flip side von 1999 – 2007 im Six Flags America stand. Obwohl man damals beim Abbau nicht sonderlich zimperlich mit der Anlage umgegangen ist wirkt die Anlage nun wie neu und hat zudem noch einen Onboard Sound und eine durchgängige Storyline der italienischen Zeichner A.M Ricci und M. Ricci, sowie dem Texter Mario Gomboli nach der Vorlage des Comics Diabolik der Schwestern Angela und Luciana Guissani spendiert bekommen.

Der Fahrverlauf gleicht dabei dem eines Boomerangs aus dem gleichen Hause; sprich nach dem Lift folgt die Stationsdurchfahrt, woraufhin man in einer Cobra Roll gleich zwei Mal überkopf gestellt wird und danach die Welt ein drittes Mal in einem einfachen Looping kopfüber sieht, ehe man leicht gebremst den zweiten Lift empor befördert wird um das ganze Spiel nochmals in die entgegensetze Richtung zu erleben. Dennoch gibt es bei einem Invertigo kleinere, aber feine Unterschiede, zum handelsüblichen Boomerang, z.B. befindet sich der Zug unterhalb der Schiene und weißt eine vollkommen andere Sitzordnung auf, bei der man sich sogar gegenübersetzen kann, und auch die Technik ist hier ein wenig anders gelöst.

Wie auch bei Tornado des ehemaligen dänischen Freizeitparks Sommerland Syd, nun Triops im französischen Freizeitpark Bagatelle, können sich die Fahreigenschaften des Diabolik Invertigo wirklich sehen lassen. Hier schlägt grundsätzlich nichts und auch kleine Unebenheiten sind nur in einem sehr geringen Rahmen vorhanden, wodurch zumindest mir die Fahrt sehr viel Spaß bereitet hat und einen hohen Wiederholungsfaktor vorweisen kann. Natürlich trägt auch die gelungene Comicgestaltung der Anlage ihr bestes dazu bei und auch der Onboardsound war eine willkommene Überraschung.

Bilder Movieland Park

Fazit Movieland Park

Aber eigentlich war der ganze Movieland Park eine sehr große Überraschung, denn einen solchen Park sieht man leider nicht alltäglich. Neben seinen grandiosen Hauptattraktionen und den eher vernachlässigbaren Hoch- und Rundfahrgeschäften bietet er wirklich sehr viel Unterhaltung an jeder noch so kleinen Ecke, wodurch man ohne Probleme einen ganzen Tag mit nur wenigen Wiederholungsfahrten im Park verbringen kann. Sobald man den Movieland Park dann noch verlässt darf man über den roten Teppich, applaudiert von den ganzen Darstellern, denen man tagsüber während der Arbeit zusehen durfte, schreiten. Obwohl unheimlich kitschig, ist es eben jener Kitsch, der den Movieland Park dann schlussendlich zu meinen neuen Favoriten unter den europäischen Freizeitparks werden ließ.


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Freizeitkultur Wiener Art

Wiener Prater

Der Wiener Prater ist ein sehr weitläufiges Parkgelände inmitten der österreichischen Hauptstadt mit einer Vielzahl an Sporteinrichtungen, einem Planetarium, der Liliputbahn und dem Freizeitpark Wurstelprater, welcher typischer Weise aber als Prater bezeichnet wird. Ähnlich wie der Dyrehavsbakken am Rande der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist der Prater in Parzellen eingeteilt und wird von verschiedenen Schaustellern beschickt, so dass der Park selbst teilweise sehr einem Volksfest gleicht. Auf der anderen Seite jedoch sind die Schausteller selbst für die Gestaltung des Praters zuständig, so dass sich einige sehr schöne Ecken im Prater ergaben.

Wiener Riesenrad

Vom Bahnhof Praterstern sind es nur wenige Meter bis zum Prater, diesen Betritt man dann am Riesenradplatz zu Fuße des Wiener Riesenrads, dem bekannten Wahrzeichen der Stadt und des Praters. Das im Jahr 1897 zur Feier des 50sten Thronjubiläums des Kaiser Franz Joseph I errichtete etwa 65 m hohe Rad ist das älteste Riesenrad der Welt und war zwischen 1920 und 1985 das höchste Riesenrad der Welt.

Nach entrichten des, nicht gerade geringen, Eintrittspreises geht es in eine kleine Ausstellung bei der in nachgebauten Wagons Miniaturen über die Geschichte Wiens und des Praters gezeigt werden. Interessant dabei sind die verspiegelten Wände, wodurch der Raum endlos wirkt. Im Außenbereich des Komplexes befindet sich dann der Aufgang zur Station. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Fachwerkstruktur des Riesenrads und auf den Antrieb dessen. Während der Fahrt in den Großraumgondeln hat man einen wunderbaren Blick auf das Rad und den Prater selbst, sowie auf die Skyline der Stadt Wien.

Super 8er Bahn

Vom Riesenrad aus hat man den perfekten Blick auf die Wildwasserbahn Aqua Gaudi, eine neue Anlage aus dem Hause Reverchon, sowie auf die größte Achterbahn des Praters, der Super 8er Bahn, eine 1997 erbaute FC80 Anlage aus dem Hause Pinfari.

Nach Erklimmen des Lifthills wird die erste Abfahrt gleichförmig eingeleitet, woraufhin sich eine auswärtsführende Linkskurve anschließt und ein wenig in luftiger Höhe verharrt. Nun geht es kurz rasant bergab und wieder bergauf, woraufhin eine Blockbremse passiert wird. Nach einer weiteren Rechtskurve in Bayernkurvenmanier geht es steil bergab. Mit voller Geschwindigkeit unterquert man nun den Lifthügel, wodurch einen sehr schnell bewusst wird, warum der Catwalk am Lift teilweise unterbrochen wurde. Nach einem kleinen Anstieg geht es sogleich in einer Abwärtshelix wieder gen Boden. Auf einer Geraden gewinnt man noch einige Höhenmeter ehe es erneut in einer Linkskurve in Richtung des Bodens geht. Ein Umschwung später passiert man noch schnell eine Bayernkurve just bevor es in Richtung der Bremsen geht.

Da die Super 8er Bahn glücklicher Weise keine Wagen mit Schulterbügeln hat, wie sie auf größeren Anlagen des Herstellers seltsamer Weise oftmals verbaut wurden, sind die Fahreigenschaften durchaus in Ordnung. Wie auch die Alpina Bahn, als ähnlich kompakte Anlage, hat sie den Drang ihre Mitfahrer einige Zentimeter im Wagen hin und her zu bewegen. In dieser Hinsicht möchte ich mir gar nicht ausmalen welch Tortur eine Fahrt im RC70 sein muss, welcher zusätzlich zur hohen Geschwindigkeit und der kompakten Bauweise noch zwei Loopings vorweisen kann. Nichts desto trotz ist die Super 8er Bahn eine gute Achterbahn mit einer ordentlichen Streckenlänge.

Dizzy Mouse

Zugehörig zum gleichen Betreiber befindet sich in unmittelbarer Nähe der beiden größeren Anlagen und des Riesenrads der Reverchon Spinning Coaster Dizzy Mouse, welche zusätzlich zum bewährten Layout einen katzenförmigen Tunnel aufweisen kann. Die Drehung war, wie bei allen Anlagen dieses Typs durchaus vorhanden, wenn auch leider etwas ausbaufähig.

Insider

Interessanter Weise steht in direkter Umgebung eine weitere Drehgondelachterbahn, dieses Mal jedoch ein Compact Spinning Coaster von Maurer Söhne. Das Layout dieser Achterbahn findet man als Kopie zuhauf in chinesischen Freizeitparks, aber auch in Deutschland war im Jahr 2000 eine Anlage als Spinning Maus auf Reisen. Das hier im Prater eingehauste Exemplar jedoch stammte aus dem japanischen Freizeitpark Tokyo Dome City. Betritt man den Insider muss man sich erst einmal den Weg in Richtung der Station bannen, welcher hier aus einem Labyrinth und einem Laserspiel besteht.

Das Layout dieser Achterbahn entspricht dem Layout einer Wilden Maus aus gleichem Hause, wie man es auch hier im Prater mit sehr guten Fahreigenschaften findet, nur das die Anlage nicht ganz so steile Gefälle hat. Durch die gut geschmierten Wagen gerät man bei dieser Anlage bereits bei der ersten Haarnadelkurve derartig brachial in Drehung, wie ich es zuvor auf keinem einzigen Spinning Coaster je erlebt hatte. In Verbindung mit der Musik und der passenden Untermalung mittels Lasers ergibt sich im Endeffekt eine wirklich gelungene Fahrt, auch wenn der Eintrittspreis im Vergleich zu den anderen Anlagen im Wiener Prater ein wenig zu hoch erscheint.

Maskerade

Da zwei Drehachterbahnen nicht genug sind kann man seit diesem Jahr sich nicht nur nebeneinander und Rücken an Rücken sitzend drehen, sondern auch mit Sichtkontakt, wie sie bei einem Gerstlauer Spinning Coaster üblich ist. Maskerade heißt die halbfertige Anlage mit Vertikalaufzug innerhalb einer Halle und kann neben diesem Element gerade noch einen Drop mit anschließenden belanglosen Ausflug aus der Halle und jeweils eine Abwärts- und Aufwärtshelix bieten.

Maskerade ist Schrott, nichts weiter als eine Stahlverschwendung sondergleichen und somit mit Abstand die schlechteste je von Gerstlauer gebaute Anlage. Selbst mit etwas Gestaltung im Innenbereich wäre die Fahrt kaum besser, gegebenenfalls nur etwas ansehnlicher, so dass der hier angesetzte Fahrpreis einfach nur eine Frechheit ist. Sofern man nicht auf eine Fahrt angewiesen ist empfehle ich die Anlage zu meiden und stattdessen eine Runde mit dem Prater Turm direkt gegenüber zu fahren, denn dort dauert allein die Auffahrt genauso lange wie hier die gesamte Fahrt und kann mit dem Blick über Wien einen gewissen Mehrwert bieten.

Der Zug des Manitu

Eine besondere Anlage ist Der Zug des Manitu von CAM Baby Kart, ein kleiner Powered Coaster, welcher erst einmal eine halbe Runde rückwärtsfährt ehe der Rest der Fahrt vorwärts weitergeführt wird. Die Strecke selbst beschreibt dabei eigentlich nur zwei über einander gelegte Ovale, doch muss der zuständige Ingenieur einen ordentlichen Knick in der Optik gehabt haben, denn jede vermeintliche Gerade erweist sich als recht kurvenreich. Die Fahrt erwies sich durch den Rekommandeur als  besonders spaßig und wollte kaum enden, so dass hier definitiv das beste Preis-/Leistungsverhältnis im Wiener Prater zu finden ist.

Volare

Oft kann der Wiener Prater als erste Anlaufstelle neuartige Konzepte, meist bei Hochfahrgeschäften, vorweisen, so auch den Prototypen aller Flying Coaster des italienischen Herstellers Zamperla namens Volare. Diese Achterbahnart hat bei Achterbahnfreunden nicht sonderlich den besten Ruf, dennoch wirkt die Fahrt dann doch zu verlockend um sie nicht zu testen.

Der Einstieg ähnelt dem einer HUSS Fly Away, man steigt also soweit es geht auf eine Leiter, legt sich dann bauchlinks hin, greift nach den Griffen vor einem und guckt nach vorne. Wenn alle Mitfahrer in dieser Position sind bewegt sich der Wagen nach vorne und wird von einem Mechanismus zugeklappt, man fährt also Achterbahn wie der Belag auf einem Sandwich. Nach einer kurzen Gerade biegt man in den Spirallift ein, wo der Wagen erstaunlich sanft aufgenommen wird. Sehr rasch geht es nun aufwärts, oben angekommen kann man noch etwas die Sicht genießen und dann geht es auch schon ein kleines Gefälle bergab. Mit vollem Schwung geht es nun in eine stark gebankte Haarnadelkurve bei der die Mitfahrer ordentlich hin und her geschüttelt werden. Es folgt eine Herzlinienrolle, bei der man, durch das große Spiel im Wagen, seltsam abhebt und sanft wieder landet. Ein kaum beschreibbaren Gefühl, welches sich eine Etage tiefer in der anderen Fahrtrichtung wiederholt. Nach einem weiteren Block passiert man einige sanfte Umschwünge ehe es in die Bremse geht. Wieder in der Station wird der Wagen von unten aufgeklappt und man kann den Wagen rückwärts verlassen.

Volare ist eine Achterbahn die mir, bis auf die erste Haarnadelkurve, gut gefallen hat. Die Laufruhe der Wagen war für eine Zamperla Achterbahn überraschender Weise stark ausgeprägt; das Fahrgefühl war in Ordnung und durch die Rollen, sowie den sanfteren Umschwünge im Verlauf auch irgendwie lustig. Wenn man Volare als Wilde Maus unter den Flying Coastern ansieht, so hat die Anlage definitiv ihre Daseinsberechtigung und ist keineswegs so schlecht wie man sie oftmals redet.

Tornado

Direkt nebenan befindet sich mit dem Funtime Tornado ein durch und durch interessantes Fahrgeschäft, welches durch seine imposante Struktur bereits aus weiter Ferne auffällt. An dem Blitz aufgehängt befinden sich Stahlseile an dessen Ende eine Gondel angebracht wurde. Der stark exzentrisch gestaltete Blitz wird nun in Bewegung versetzt, die Gondeln beginnt trägheitsbedingt dieser Bewegung zu folgen und schaukelt sich dabei einige Höhenmeter auf.  Auch wenn diese Schaukelbewegung allein schon ziemlich interessant ist, so befindet sich an der Gondel noch ein Motor, welche diese nach Belieben überschlagen lässt. Dadurch ersteht eine ziemlich lustige Fahrweise, ähnlich dem Fahrgeschäft Rocket aus dem gleichen Hause, nur das hier die Überschläge nicht seitlich eingeleitet werden. Es ist wirklich Schade das der Tornado bisweilen kaum verkauft wurde, denn die Fahrt ist allererste Sahne und nur zu empfehlen sollte man eine Runde über den Wiener Prater drehen. Der Fahrpreis ist dabei, trotz der geringen Kapazität, vergleichsweise günstig und die Fahrtlänge bestand insgesamt aus zwei kompletten Zyklen.

Black Mamba

Ein weiteres Schmuckstück der Firma Funtime ist das Chaos Pendel Black Mamba, bei der man während der Konstruktion offenbar auf einfache Formen weitestgehend möglich verzichtet hat. Die gekrümmten Arme wirken dabei ebenso auffällig wie die Konstruktion des Auslegers. Während die Flugbahn des Tornados noch eine einfache 8 beschreibt, so ist der Fahrablauf der Black Mamba weniger einfach zu beschreiben. Durch die Drehung der beiden Arme variiert der Fahrablauf stetig zwischen sehr intensiven und ruhigeren Passagen, so dass sich nie eine monotone Fahrweise, wie oftmals auf Propellern anderer Herstellern, ergibt. Durch den auch hier angebrachten Fahrpreis ist eine Fahrt absolute Pflicht, immerhin gibt es nicht sehr viele Fahrgeschäfte dieser Bauart und diesem Bewegungsablauf.

Extasy

Etwas monotoner geht es beim Extasy daher, ein Fahrgeschäft vom Typ Energy Storm des italienischen Herstellers Soriani und Moser. Der Fahrablauf entspricht dabei dem eines Tivoli Orbiters, nur dass die Gondeln, nicht bis in die Senkrechte gehoben werden sondern auch noch darüber hinaus, wodurch eine Überkopffahrt möglich ist. Darüber hinaus ist man durch die Schulterbügel ein wenig variabel, so dass auch Richtungswechsel und längere Hängephasen umgesetzt werden können. Von allem wird dabei ordentlich Gebrauch gemacht, so dass eine aufregende und abwechslungsreiche Fahrt geboten wird. Durch die spürbaren seitlichen Kräfte merkt man eigentlich nur auf dem Bodenniveau wie schnell das Fahrgeschäft eigentlich dreht, so dass einem während dieser Passagen etwas übel werden kann. Zusätzlich zur rasanten Fahrweise wird die Fahrt durch passende Musik und diversen Lichteffekten untermalt, so dass hier stets eine herausragende Stimmung vorherrscht.

Boomerang

Freunde der schulterbügelfreien Überkopffahrt werden beim Boomerang aus dem Hause Vekoma fündig. Im Jahr 2007 ersetzte man den alten Zug, welcher nun im Fort Fun Abenteuerland auf der Speed Snake seine Runden dreht, durch eine weitaus offenere Variante von SAT, wodurch ein deutlich freieres Fahrgefühl entstand. Der Komfort spiegelt sich auch beim Ein- und Ausstieg wieder, welcher im Gegensatz zu den fast nahezu baugleichen Zügen der Teststrecke, noch einfach ist. Die Fahrt selbst ist dabei wirklich sehr laufruhig und durch die ungewohnte Freiheit innerhalb der Cobra Roll auch sehr aufregend. Ein Tunnel während der Ausfahrt des Elements beziehungsweise dessen erneute Einfahrt rundet die Fahrt ab.

Megablitz

Mit dem Megablitz steht eine weitere Anlage von Vekoma im Wiener Prater, dabei handelt es sich um eine der seltenen MK-700 Anlagen, ähnlich Evolution aus dem belgischen Bobbejaanland und Halvar aus Plopsa Coo. Durch die zweisitzigen Wagen und dem kurvenreichen Layout ähnelt die Anlage einem Jet Star aus dem Hause Schwarzkopf.

Nach einer Linkskurve geht es sogleich den Lifthill hinauf. Oben angekommen dreht man eine schnelle Rechtskurve in luftiger Höhe ehe man sich leicht zur Seite neigt, welche in einer beinahe geradlinigen und überraschend steilen Abfahrt mündet. Sehr kraftvoll durchquert man nun das Tal, woraufhin man schnell wieder gen Himmel fährt. Statt zu verschnaufen legt man sich gleich wieder in die Kurve und absolviert eine stark abfallende Abwärtshelix bis man erneut das Bodenniveau erreicht. Ein Richtungswechsel führt einen nun in einer weiten Linkskurve nach oben und man passiert eine Blockbremse. Mit ordentlichen Schwung rast der Wagenverbund nun in einer Steilkurve gen Boden und folgt der bereits absolvierten Helix in gegenläufiger Fahrtrichtung auf ein höheres Niveau. Auf einer leicht abwärts führenden Geraden nimmt man erneut an Geschwindigkeit auf just bevor man in einer weiten Abwärtshelix, welche sich immer weiter verjüngt und nach dem Erreichen der Bodenebene in eine Aufwärtshelix übergeht, gen Schlussbremse fährt. Wer nun Lust auf eine weitere Runde bekommen hat kann zu einem vergünstigten Preis einfach sitzenbleiben, der Rest steigt aus.

Der Megablitz ist definitiv und ohne Widerworte die beste Achterbahn des Wiener Prater. Das was Vekoma hier konstruiert hat ist eine absolute Spaßmaschine ohne Gleichen und eine der besten Anlagen des Herstellers. Obwohl die Grundfläche nicht unbedingt riesig ist scheint die Fahrstrecke kaum enden zu wollen, was durch das sehr stark ausgenutzte Lichtraumprofil weiter unterstützt wird. Die aufgebaute Geschwindigkeit erlaubt wunderbar ausgeprägte Kräfte mit ordentlichen Druck innerhalb der Kurven und den Tälern der Anlage. Dementsprechend ist auch hier eine Fahrt absolute Pflicht.

Weitere Fahrgeschäfte

Obwohl wir zwei Tage in Wien waren, haben wir es leider nicht geschafft den Prater bei Tage zu besuchen, wodurch die Hochschaubahn, die wir am ersten Abend durch ihre versteckte Lage etwas abseits zum eigentlichen Trubel auf der Rückseite der Achterbahn Maskerade schlichtweg nicht gefunden hatten, geschlossen hatte. Auch die Kinderachterbahn The Race war, wie die meisten Kinderfahrgeschäfte bereits geschlossen, so auch die Autobergbahn, welche bei bestem Willen keine Achterbahn ist.

Bilder Wiener Prater

Fazit Wiener Prater

Der Wiener Prater ist ein wirklich toller Park, welcher durch seine enge Bebauung, seinen Mix aus alten und neuen Geschäften und seiner Gestaltung teilweise dem Freizeitpark Pleasure Beach Blackpool ähnelt und genauso viel Charme dabei verteilt. Leider geht ein Besuch im Prater sehr schnell ins Geld, obwohl der Fahrpreis bei den meisten Fahrgeschäften im Allgemeinen günstiger ist als auf einem deutschen Volksfest, es stehen hier halt leider viel zu viele interessante Attraktionen, worunter sich noch eine Vielzahl an interessanten Laufgeschäften, Themenfahrten, Geisterbahnen, Autoskootern (pardon Autodrome) und Gokart-Bahnen gesellen. Es ist halt ein unheimlich toller Mix, welchen man gerne öfters auf sich wirken lassen sollte.

 

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Die Dänen der Costa del Sol

Tivoli World

Unweit der spanischen Costa del Sol im Ort Arrayo de la Miel an einem Berghang gelegen befindet sich der Freizeitpark Tivoli World. Nachdem man den Eintrittspreis entrichtet hat kann man sich entweder das Supertivolino, das Wristband des Parks, kaufen oder auf Einzeltickets, den Tivolinos, zurückgreifen.

Sollte man nur zum Achterbahnfahren da sein lohnt es sich mit jeweils 2 Tickets pro Achterbahn einzudecken. Da der Park jedoch ein recht großes Angebot vorweisen kann lohnt sich das Supertivolino um einiges mehr. Da ich jedoch mit mehreren Personen unterwegs war, die allesamt das Portfolio des Parks nicht ausnutzen wollten, blieb es leider nur bei den Achterbahnen und immerhin einer Fahrt auf dem Techno Jump aus dem Hause Sartori, eine Fahrgeschäftsart welche ich schon länger mal testen wollte und in Spanien sehr populär ist.

Super Train Tokaido

Die erste Achterbahn der man über den Weg stolpert ist der Powered Coaster Super Train Tokaido eines mir unbekannten Herstellers, welcher jedoch dem ursprünglichen Blauen Enzian aus dem Hause Mack Rides glich. So sitzt man hier statt nebeneinander nämlich hintereinander, was dem Fahrvergnügen durchaus förderlich sein könnte, nur leider kroch der Super Train Tokaido gnadenlos über die Strecke.

Montaña Russa Infantil

Zwei Ebenen höher – der Park ist sehr hügelig – befindet sich die zweite Achterbahn des Parks in der normaler Weise nur Kinder befördert werden. Die Montaña Russa Infantil ist ein Kinderoval, ähnlich einem Zierer Tivoli Small, wirkt aber durch seine Stützkonstruktion und Chaisen nicht gerade vertrauenerweckend. Die Fahrt selbst macht durchaus Spaß, auch wenn das von Runde zu Runde abnimmt.

Montaña Russa

Auf der höchsten Etage des Parks findet man die man die ausgewachsene Achterbahn des Parks die Montaña Russa, eine Anlage des Herstellers Mundial, s.r.l., welche einer Mischung aus Wildcat und JetStar recht nahe kommt. Diese fährt sich, bis auf die grenzwertige Steilkurve am Anfang der Fahrt, recht lustig, vor allem da man hier öfters Airtime zu spüren bekommt. Für meine 200. Achterbahn zumindest ein echtes Unikat, welches mir sehr gefallen hat.

Passaje del Terror

Das restliche Portfolio des Parks reicht über mehrere klassische Fahrgeschäfte, mehreren Themenfahrten, einem schön gestalteten Fun House, einem modernen Freefall aus dem Hause Moser Rides, einem Top Spin von Soriani und Moser, den bereits erwähnten Techno Jump und der Passaje del Terror, die vielen bereits aus ihren englischen Standorten in London und Blackpool oder einigen anderen Ortschaften in Spanien bekannt sein dürfte. Das Maze selbst ist im Supertivolino nicht enthalten und muss wie auch die Gokarts und Bumper Boats extra gezahlt werden.

Fazit Tivoli World

Die Tivoli World selbst ist ein sehr charmanter Freizeitpark und bietet seinen Gästen eine schöne Mischung aus dänischen und spanischen Einflüssen. Die meisten Fahrgeschäfte hier sind älteren Baujahrs und verdienen es allesamt ausgetestet zu werden; ein Unterfangen was ich garantiert machen werde, sollte es mich irgendwann erneut in die Nähe der Stadt Malaga verschlagen.

 


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