Die Maus au Chocolat

Der Wintertraum im Phantasialand

Winteröffnungen sind eine wunderbare Gelegenheit bekannte Parks unter einen anderen Blickwinkel kennen zu lernen; Rabatte durch Jahreskartenbesitzer jeglicher Parks helfen einen da noch ein wenig mehr. Da die Anzahl der zu dieser Jahreszeit geöffneten Freizeitparks bekanntlich und sinnvoller Weise gering ist, stehen nur wenige Ziele in der Weihnachtszeit zur Verfügung. Das Phantasialand ist bereits seit vielen Jahren ein fester Bestandteil im Club der Wenigen und war daher das Ziel der Begierde, immerhin galt es auch noch die recht neue Themenfahrt Maus au Chocolat zu fahren. Etwas was mir im vorigen Jahr trotz gewonnener Eintrittskarten verwehrt blieb.

Betritt man nun den Park, so fällt einem in erster Linie auf, dass die meisten Baustellen der Vergangenheit passé sind. Zwar wird in diesem Jahr der neue Intamin Flume Ride Chiapas gebaut, jedoch fällt diese Baustelle nicht in das katastrophale Bild des letzten Jahres. Ohne die vielen Baustellen ist das Phantasialand dann doch wie ein ganz anderer Park.

Hotel Tartüff

Seit dem letzten Besuch kamen zudem zwei weitere Attraktionen hinzu, die es auch zu testen bedarf und sich beide im Berliner Themenbereich befinden. Zum Einen wäre dabei das großartig verrückte Hotel Tartüff. Sofern man seinen Verstand ein wenig auf Erholungsurlaub schicken möchte bietet das Hotel eine tolle Mischung aus einem schiefen Haus und einem Fun House. Leider wurde bereits die oberste Rutsche gesperrt, die Treppenelemente sind mit unvorteilhaften Geländern versehen, und vieles ist dann doch sehr repetitiv. Die besonderen Ideen des Hauses sind allesamt gut umgesetzt, jedoch fehlt das gewisse Extra um ein rundum perfektes Erlebnis bieten zu können, wie es Beispielweise die Villa Fiasco im niederländischen Freizeitpark Toverland macht.

Maus au Chocolat

Am zentralen Platz des Parks konnte beim letzten Besuch die Fassade der Maus au Chocolat Themenfahrt bewundert werden. Nun kann man auch die schon ein wenig an englische Wartezeiten ausgelegte und schön gestaltete Warteschlange durchwandern. Sobald man die 3D Brille aufgesetzt hat und die dreidimensionale Welt anfängt wahrzunehmen geht es auch schon los. Vorbei an sehr schön gestalteten Szenen vor und nach der interaktiven Mäusejagd vor den Bildschirmen zieht sich die Fahrt langsam aber sicher durch das gesamte Gebäude. Der interaktive Part kommt in einer doch ausreichend guten Qualität daher, störend ist hierbei jedoch der Schussmechanismus, der konsequent eine Wiederholungsfahrt ausschließt, sofern nicht die richtige Taktik gefunden wurde. Das Geballere auf die Bildschirme bei Maus au Chocolat ist gewöhnungsbedürftig und macht in den meisten Spielhallen einfach mehr Spaß. Da hilft auch der kaum genutzte 3D Effekt und die generell viel zu lange Fahrzeit nicht. Das vom gleichen Hersteller auch durchaus kurzweilige und recht interessante Fahrgeschäfte geboten werden zeigt sich bei Vengeance 5D im Londoner Dungeon. Nichtsdestotrotz ist die interaktive Themenfahrt im Phantasialand keinesfalls schlecht, nur halt deutlich zu lang, was jedoch der Beliebtheit bis jetzt noch keinen Abbruch tat.

Interessanter Weise konnten bei diesem Besuch alle Achterbahnen überzeugen. Der Tempel of the Nighthawk fuhr sich wieder so rasant wie vor einigen Jahren und nicht so schleichend langsam wie beim letzten Besuch, Winja’s Fear bot den bekannten Fahrspaß bei einer sehr ausgeprägten Drehung und Winja’s Force kann doch etwas. Hierbei sei aber auch gesagt, dass gerade die Fahrt auf Winja’s Force den zusätzlichen Faktor einer zutiefst panischen Mutter, die die ganze Zeit ihre Tochter angeschrien hat, unterlag.

One Little Moment und Crazy Christmas

Im Showbereich des Phantasialand bietet man im Winter gleich vier Produktionen. Die wohl schlechteste Show aller Zeiten gehörte wohl auch dazu. Nachdem man die Show One Little Moment um gute 30 Minuten gekürzt hatte, eignet sich die von jeglicher Story und Logik befreite Show tatsächlich für gute Unterhaltung. Dass die Sängerin aber tatsächlich nicht so gut singen konnte und allein der dunkelhäutige Hauptakteur die Show durch seine brillante Stimme und seine allgemein fiesen – wenn auch wahren – Kommentaren bereicherte, macht die Show jedoch nicht unbedingt sehenswert, das trifft jedoch auch auf jede andere Freizeitparkshow zu.  Die Show Crazy Christmas im Wwintergarten glänzte nicht nur durch sehr viel Kitsch, sondern auch durch die mit Kinderschminke bemalte Glatze eines überaus treuen Parkfans. Die Glitzerglatze war unser Highlight, der an sich recht passablen Varieté-Show. Das aus der Show Sieben bekannte Bühnenbild erstrahlte zudem wie eine Dönerbude zu Weihnachten; schön bunt.

Die magische Rose

Die Abendshow Die magische Rose, bietet eine simple Geschichte bei der eine alte, schäbig wirkende Dame versucht Rosen unters Volk zu bringen und dabei sehr schlecht von eben jener Bevölkerung behandelt wird. Nur eine junge Frau vermag zu helfen und bringt das Licht wieder in die in die Dunkelheit getriebene Bevölkerung. Die Kostüme sehen anfangs schon sehr schön aus, sofern aber das Licht eingeschaltet wird erstrahlen sie in einem wunderen Glanz, der zusammen mit dem Feuerwerk eine tolle Atmosphäre erzeugt.

Fazit Wintertraum

Das Phantasialand ist im Winter eine andere Welt, die man als Freizeitparkfan unbedingt gesehen haben sollte. Der Park hat sich bei diesem Besuch sehr gut geschlagen, dementsprechend sehe ich gespannt in die Zukunft; immerhin baut man im Gegensatz zum allgemeinen Trend eine nagelneue Wildwasserbahn, die zudem auch noch alle Rekorde brechen wird.

 

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Schützenfest Hannover (2012)

Nachdem das Schützenfest Hannover einige Jahre lang das Ziel eines groß angelegten Jahrmarktes verfehlt hatte, erstrahlt es wieder im alten Glanz. Mit Berg & Tal, Olympia Looping, Kinzlers Break Dance, Wildwasser, Flash und dem neuen Fahrgeschäft von Köhrmann gibt es für jeden Enthusiasten eine Menge zu tun. Ich habe die diesjährige Ausgabe wirklich genossen und war froh, einen Besuch mit meinen französischen Gasteltern verbringen zu können.

 


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Einige Stunden über den Dächern Barcelonas

Parc d’Atraccions Tibidabo

Auf dem Tibidabo, dem Hausberg der Stadt Barcelona befindet sich neben einer Kirche und dem Fernsehturm der Parc d’Atraccions Tibidabo, einer der ältesten noch bestehenden Parks Europas, der leider nur als Geheimtipp fungiert.

Die Auf- und Abfahrt gestalten sich mit dem Auto als recht steil oder gar abenteuerlich, weshalb es sich lohnt den Berg mit anderen Verkehrsmitteln zu bezwingen, vor allem da diese auf den Eintrittspreis angerechnet werden und man sich somit die Möglichkeit offen hält die katalanische Hauptstadt etwas genauer zu begutachten.

Hurakan

Betritt man den Parc d’Atraccions Tibidabo durch den unteren Eingang so findet man sich neben den wirklich schönen und von der Fahrt durchaus passablen Top Spin Hurakan wieder, leider wurde auf den Wasserfontänen verzichtet. Schweift man seinen Blick nach oben kann man über sich einen Zierer Wellenflieger seine Kreise ziehen sehen.

Tibidabo Express

Geht man weiterhin geradeaus findet man sich vor der ersten Achterbahn wieder, einem Zamperla Powered Coaster mit Namen Tibidabo Express. Die Fahrt verläuft recht seltsam, da sie für eine Achterbahn dieser Art untypisch ohne eine Helix auskommt und eine komische Zickzack Streckenkombination aufweisen kann. Der Tunnel am Anfang der Fahrt ist wirklich gut und auch das Personal versucht hier möglichst viel Stimmung zu erschaffen.

Castell Mysterios

Nach Verlassen der Anlage befindet man sich leider noch weiter abwärts kann aber so gleich das Castell Mysterios, einem Uralt-Geisterhaus mit Funhouseelementen, einen Besuch abstatten. Zwischenzeitlich ist es hier drin leider etwas zu dunkel, so dass man nicht unbedingt weiß wo man nun hintreten soll, dennoch ist die Anlage trash pur, was auch durch die Musikuntermalung nochmals unterstrichen wird und sollte daher unbedingt besucht werden.

Muntanya Russa

Das nächste Highlight und Ziel unserer Begierde befindet sich am höchsten Punkt der untersten Ebene des Parc d’Atraccions Tibidabo. Nach einer fast schon anstregenden Bergbesteigung, vorbei an einigen Kinderfahrgeschäften und einer Schiffschaukel findet man sich im ovalförmigen Wartebereich wieder, der sich wie eine Spirale nach oben schraubt. Nachdem man einen Platz zugeteilt wurde kann die Fahrt auf der Muntanya Russa beginnen.

Nachdem man im Lift einige Meter nach oben absolviert hat geht es nach einem fantastischen First Drop in einen wunderbaren rechts-links Kurvenverlauf, wie man ihn deutlich langsamer auch beim Temple of the Nighthawk erleben kann. Die anschließende Steilkurvenhelix fährt sich super und auch etwas kraftvoller, die darauffolgende Gerade dient wohl eher zur Erholung und für die Sicht runter ins Tal, leitet aber das grandiose Finale ein. Die Achterbahn selbst ist, wie eigentlich alle Anlagen der MK-900 von Serie von Vekoma richtig gut, fährt sich nur leider nicht so intensiv und schnell wie es Eftelings Dunkelachterbahn Vogel Rok macht, dafür kann die tolle Lage und das Layout so einiges kompensieren.

La Mina d’or

Wieder einige Meter weiter unten findet man die Wildwasserbahn La Mina d’or aus dem Hause Reverchon, welche im Gegensatz zu anderen Anlagen dieses Herstellers endlich mal vollkommen überzeugen konnte, auch wenn die Strecke hier sehr seltsam ausfällt. Das Personal verdient hier größte Anerkennung, denn bevor sie einen fremde Leute in ein Boot setzen fragen sie erstmal höflich ob das so Recht wäre.

Avio und Talaia

Der restliche Park verläuft auf Gebäudebenen, die man entweder über Treppen oder den Fahrstuhl erreichen kann. Letzte Möglichkeit wird von Personal betreut, was auch der Kontrolle zwischen dem eigentlichen Park und dem Skywalk benannten und öffentlichen Bereich dient. Hier oben befinden sich die ganzen Nostalgischen Fahrgeschäfte, wovon zwei Stück besonders interessant ausfallen. Zum einen findet man hier den Prototypen aller neumodischen Propeller mit dem einzigen Unterschied das sich diese Anlage hier deutlich langsamer dreht und somit eine wunderbare Sicht über den Parc d’Atraccions Tibidabo und natürlich Barcelona ermöglicht und dabei deutlich mehr Adrenalin ausschüttet. Die anderen Anlage ist das aufgehängte Flugzeug mit Eigenantrieb, wobei die Warteschlange am Besuchstag leider viel zu lang war und ich daher auf eine Fahrt verzichtet habe.

Museo d’Automats

Eine Ebene weiter unten befindet sich der leider viel zu leere Platz der alten Achterbahn, jedoch auch der Eingang zum Automatenmuseum, welches unbedingt einen Besuch wert ist. Hier findet man nicht nur ein detailgetreues Modell des Parc d’Attracions Tibidabo, sondern auch einige recht interessante Apparaturen aus längst vergessenen Zeiten. Gerade für Nostalgiker eine wahre Fundgrube.

Miramiralls

Eine weitere Perle des Freizeitparks ist das Spiegellabyrinth Miramiralls, wo jedoch das Wort Labyrinth nicht sonderlich passt, da es eher eine Ausstellung ist, eine durchaus gelungene noch dazu. Hier wird so gut wie alles aus herausgeholt was man mit Spiegeln so anstellen kann.

Magatzem

Mit der hängenden Einschienenmonorailthemenfahrt Magatzem geht es in die Welt der Zauberer und Hexen, welche schön aber doch sehr seltsam gestaltet daherkommt. Eine quietschende Stimme erläutert das ganze zwar, aber ohne Sprachkenntnisse der katalanischen Sprache hilft einen das auch nicht weiter. Am Ende der Fahrt erwartet einen eine Überraschung, welche aus meiner Sicht gerade die richtige Person erwischte.

Krüeger Hotel

Erneut eine Etage tiefer trifft man auf einen Autoscooter, aber auch auf das berüchtigte Krüeger Hotel, einem Maze mit überragender Qualität und wirklich engagierten Personal. Nachdem man die Queueline hinter sich gebracht hat und sein Wristband markiert wurde geht es auch schon nach einer großartig inszenierten Darstellung in das Hotel. Hier wurden einen erstmal die Benimmregeln nähergebracht an die sich auch beide Seiten glücklicher Weise hielten, denn Berührungen jeglicher Art haben in einem Maze nichts zu suchen.

Nachdem man in der Hotellobby sehr nett und vor allem überraschend erschreckend empfangen wurde durchquert man einige Hotelszenen bis die Horrorfilme die Überhand nehmen, hier erklärt sich auch das Krüeger im Namen welcher eine Anlehnung an Freddy ist. Einige Szenen sind sehr belustigend, aber im Grunde ist alles auf einem sehr hohen Niveau gestaltet wurden. Die Schauspieler tun ihr bestes und ständig laufen sie einen hinterher, was gerade im letzten Teil des Mazes sehr erschreckend ist, denn wer denkt den bitte an einen aufstehenden Chucky?

Im Großes und Ganzen war das Krüeger Hotel das erste Maze an dem ich wirklich Gefallen gefunden habe. Die Szenen waren toll, alles war hervorragend beleuchtet und mit einigen Sachen hat man einfach nicht gerechnet. Auch wurde wie bereits oben erwähnt darauf geachtet das niemand berührt wird, was vor allem bei der obligatorischen Kettensäge am Ende vernünftig war, denn nach Psycho, der ehemaligen Simulationsanlage von Plüschies, war ich in dieser Hinsicht etwas negativ gezeichnet.

Neben weiteren Kinderattraktionen und einem 4D Kino bietet der Park nicht mehr viel, trotzdem hinterlässt er ein sehr gutes Image bei mir. Alle Fahrgeschäfte unterliegen einer sehr guten Wartung und sehen aus wie neu, was seltsamer Weise bei den anderen Mitreisenden Bedenken hervorrief, immerhin hatten sie ständig den Unfall des Fabbri Air Divers im Hinterkopf und warfen das auch des öfteren dem Park vor.

Bilder Parc d’Atraccions Tibidabo

Fazit Parc d’Atraccions Tibidabo

Kein anderer spanischer Park hatte so viel Charme wie es der Parc d’Atraccions Tibidabo hatte und kein anderer Park hatte ein so nettes Personal wie es dieser Park hat, auch kümmert man sich hier um die Verbesserungsvorschläge der Kunden, sofern diese auch ernst gemeint sind und antwortet in einer sehr persönlichen Email darauf, was ich bislang von keinem anderen Park Europas kennengelernt habe. Der Eintrittspreis ist absolut gerechtfertigt und auch die Parkgebühren sind durchaus fair ausgelegt, in diesem Sinne wird mich der Park sicherlich irgendwann wiedersehen.

 

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