Die Abenteuerinsel in Southend-on-sea

Der Weg zur Adventure Island

Von Londons wohl kleinsten Kopfbahnhof, dem Bahnhof Fenchurch Street – welcher Douglas Adams Fans durchaus bekannt sein dürfte, immerhin wurde Fenny aka Fenchurch dort in der Warteschlange vor dem Ticketschalter gezeugt – führt die einzige direkte Zugverbindung nach Southend Central. In Southend-on-sea angekommen sind es nur noch wenige Meter bis zum Freizeitpark Adventure Island, der auf beiden Seiten des Southend Piers vorzufinden ist. Im Gegensatz zu den meisten Meinungen über Southend kann sich dieser Weg durchaus sehen lassen, es kommt zu keiner Zeit ein Gefühl auf sich im durchaus versifften Spielerparadies Blackpool zu befinden mit der die Stadt gerne verglichen wird.

Hat man zuvor sein Adventure Island Ticket bei einem der Ticketschalter der c2c Bahngesellschaft gekauft, so kann man jetzt sein Anreiseticket gegen ein Whristband tauschen, wodurch die Bahnfahrt in den Park gratis ist. Jedoch kann es bei manchen Andrang schon etwas länger dauern bis man dann endlich dran ist sich das Armband anlegen zu lassen. In diesem Fall sei erwähnt, dass es auch auf der linken Seite des Parks Kassen gibt.

Parkrundgang

Der rechte und kleinere Teil des Parks besteht überwiegend aus Kinderfahrgeschäften, wie die kleine Themenfahrt Devil’s Mine Train, einer mit bunten Sternen verzierten Helter-Skelter-Rutsche, einem Fabbri Skateboard, ein wirklich schiefes Crooked House mit einem ziemlich schrägen Interieur und vielem, vielem mehr. Neben einer Zamperla Disk’o gesellen sich noch ein Tivoli Scorpion, ein KMG Move It! 24, sowie ein Twister im Pharaonendesign als etwas wildere Fahrgeschäfte in diesem Bereich hinzu.

Scorpion

Ein Tivoli Scorpion ist im Grunde ein HUSS Troika ähnliches Fahrgeschäft, was sich aber durch einige Merkmale deutlich unterscheidet. Das offensichtlichste Merkmal dabei ist die deutlich kompaktere Bauweise, denn eine HUSS Troika bräuchte mindestens den dreifachen Platz des Geschäfts. Dadurch sind die Kräfte deutlich höher, was in Verbindung mit der merklich höheren Geschwindigkeit zu großen Ausschwüngen fühlt, die natürlich ungepuffert an die Fahrgäste weitergegeben werden. Wie es nicht anders hätte sein können ist aber auch Lagerung der Gondel sehr leichtgängig, womit ein Scorpion ein rundum intensives Fahrvergnügen bietet.

The Claw

Wenn man sich danach so richtig elendig fühlen möchte, so sollte man eine Fahrt auf The Claw keineswegs auslassen. Während eine Fahrt in einem Move It! 18 durchaus sehr viel Spaß machen kann und das große Pendant von Soriani & Moser einem ein ordentliches Grinsen ins Gesicht zaubert, so fährt sich der hiesige Move It! 24 einfach nur unschön und das auch noch blöderweise sehr repetitiv. Nach dem man nämlich erst langsam auf den Kopf gedreht wurde wird man anschließend sehr stark beschleunigt, was durchaus zu Kopfschmerzen und Unwohlseinkeit führen kann. Das ein Move It durchaus das größte Potential hat wenn die Anlage mal nicht Vollgas gibt scheint dem Park eher unbekannt zu sein. Summa Summarium eine seltsame Anlage, die irgendwie nicht so recht zur eigentlichen Zielgruppe des Parks passt.

Kiddi Koasta

Dafür gibt es jedoch seit dem letzten Jahr den Kiddi Koasta – einer Kinderachterbahn aus dem Hause Zamperla. Diese kompakte Anlage zeichnet sich vor allem durch bodenliegende Wellen aus, über die man nach einer schnittigen Abwärtshelix brettert. Zumindest theoretisch, denn der sehr unangenehm eingefahrene Lift und die ruckelige Anfahrt verderben ein wenig das Erlebnis.

Mighty Mini Mega

Auf dem Dach einer 2010 errichteten Spielehalle befindet sich der Mighty Mini Mega Coaster aus dem Hause Pinfari. An dieser Anlage sieht man eindrucksvoll, dass man ganz schön viel Strecke auf möglichst wenig Platz errichten kann, zumal der genutzte Platz hierfür kaum größer ist als der beim Kiddi Koasta eine Ebene tiefer. Die Fahrt gestaltet sich dann auch noch sehr sanft, was gerade durch die seltsam geformten Kurven und den – für einen erwachsen Körper – viel zu engen Sitze kaum zu glauben ist. Genauso wie die Bremsstrecke der Anlage dessen Bremswirkung allein durch ein auf der Schiene montierten Blech erzeugt wird.  Die Reibräder quälen den Zug daraufhin im Schneckentempo zurück zum Bahnhof. Anschließend kann man sich mit einem High Five vom Ride Operator verabschieden; zumindest sofern man die Bahn mighty mega gefunden hat.

Barnstormer

Nur getrennt von einem, doch arg in eine passende Lücke gequetschten, Riesenrad finden wir sogleich die nächste Achterbahn im Park. Auch beim Barnstormer verläuft ein Teil der Fahrt über den Dächern der Parkgebäude bevor es dann rasant in eine Helix hinunter zum Grund geht, woraufhin die Fahrt auch schon wieder vorbei ist. Der Barnstormer bietet dabei ein durchaus sanftes und zufriedenstellendes Fahrvergnügen, auf einer doch sehr untypischen Streckenführung. Einzig über die Farbgestaltung dieser Achterbahn kann und darf man sich streiten.

Green Scream

Im rechten Teil des Parks sind größtenteils ausgewachsene Attraktionen vorzufinden, zumindest was deren Fahrtlänge angeht. Ein gutes Beispiel ist dabei der Green Scream – einer der seltenen New-Tivoli Achterbahnen des Herstellers Zierer. Die Fahrt ist im Vergleich zum einen Jahr jüngeren Barnstormer eher unsanft, kann aber durch die Fahrtlänge und der Länge des Zuges durchaus überzeugen. Besonders positiv ist hierbei die durchaus stimmige Ansage vom Band, welcher dem Flying Fish aus dem Thorpe Park beinahe die Coolness entzieht.

Time Machine

Auf dem ehemaligen Platz der Berg- und Talbahn Dragon und somit in direkter Nähe des Wellenfliegers in Schildkrötenoptik namens Archelon, wie man ihn auch im BonBon-Land finden kann, steht seit diesem Jahr die Time Machine. Wie auch andere Fahrgeschäfte des Parks ist diese Anlage eine Eigenkonstruktion. Es ist nur zu Schade, dass diese ursprünglich für die Saison 2011 geplante Attraktion auch gegen Ende des Jahres 2012 von Kinderkrankheiten einfach nicht verschont bleibt und eine Fahrt auf dem Enterprise-ähnlichen Karussell leider ausbleiben musste.

Rage

Die letzte Achterbahn im Adventure Island heißt Rage und ist ein Eurofighter 320+ aus dem Hause Gerstlauer. Die höchste Achterbahn des Parks verbindet alle wichtigen Elemente eines Eurofighters und addiert noch eine Prise seltsamer Eigenheiten hinzu. Während der Start noch altbewährt ist, so spürt man im Looping einen komischen seitlichen Versatz ab der Kuppel dessen. Es folgt eine recht bizarre Wende, einem Cutback nicht unähnlich, woraufhin man sich im Anschluss einer Aufwärtskurve in einer Heartlineroll erneut kopfüber sieht. Eine Helix rundet daraufhin das Angebot ab. Während sich die Fahrt in ihrer Sanftheit gut mit Vildsvinet aus dem dänischen BonBon-Land vergleichen lässt und daher keine Nennenswerte Unruhen aufweisen kann entsteht dennoch ein nicht ganz ideales Fahrgefühl, weshalb ich von mehreren Wiederholungsfahrten abgesehen habe.

Sky Drop

In einer seltsamen Sackgasse gelegen befindet sich der Zamperla-Turm Sky Drop. Die Anlage kann leider während des Falls keine negativen Kräfte erzeugen, jedoch sind die positiven Kräfte, sobald es wieder aufwärts geht, durchaus ausgeprägt und sorgen für ein sehr seltsames Fahrgefühl. Wie immer bei solchen Fahrgeschäften wird die Fahrt leider sehr schnell monoton; hier wäre weniger Fahrzeit in der Tat etwas mehr.

Orbiter

Etwas gequetscht zwischen den Schlauchbootrutschen Tidal Wave blau und grün, sowie der Themenfahrt Over the Hill befindet sich ein weiteres Fahrgeschäft aus dem Hause Tivoli. Im Orbiter geht es rasant im Kreis bis irgendwann eine Schräglage von 90° erreicht wird. Ohne Schulterbügel und mit konstant hoher Geschwindigkeit ist die Fahrt ein durchaus aufregendes Fahrvergnügen.

Over the Hill

Die eigentliche Hauptattraktion des Adventure Island ist die Geisterbahn Over the Hill, welche schaurig schön im Comicstil daherkommt. Während der stockdunklen Fahrt über den Hügel wechseln sich animierte Szenen mit Animatroniks ab. Lustiger Weise ist die Fahrt sogar recht erschreckend, denn es ist doch einiges anders als man denkt. Over the hill eine der stimmungsvollsten Geisterbahnen, die ich bislang erleben durfte und daher einer der Gründe warum man unbedingt nach Southend-on-Sea fahren sollte.

Bilder Adventure Island

Fazit Adventure Island

Adventure Island ist ein überaus bemerkenswerter Freizeitpark an der englischen Nordseeküste, der vor allem sein grandioses Personal absolut aus der Reihe tanzt. Die enge Bebauung des Freizeitparks und die zahlreichen Eigenkonstruktionen sorgen darüber hinaus noch für eine gehörige Prise Charme, welchen man sich in Verbindung mit einem Besuch auf dem längsten Pleasure Pier – auf dem sogar ein eigene Eisenbahnstrecke beide Enden des Piers verbindet – unbedingt aussetzen sollte!

 

Was ist deine Meinung zum Freizeitpark Adventure Island?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle:

 

          


Nemesis Inferno im Regen

Vorwort

Wenn einem an einem Sonntag nichts besseres einfällt als in den Thorpe Park zu fahren und dabei jegliche Wettervorhersagen gekonnt ignoriert und sich vom Sonnenschein am Sonnabend hat blenden lassen, so kann es passieren, dass sich das englische Wetter von seiner vermeintlich typischen Seite zeigt und somit für einen sehr nassen Besuch sorgt. Was tut man nicht alles für eine Fahrt auf Nemesis Inferno…

The Island like no other

Betritt man den Park, so hat man immer noch dieses einmalige Gefühl in eine völlig andere Welt einzutauchen – was einem Freizeitpark in der Regel kaum gelingt. Jedoch wird der Blick von der Brücke aus seit diesem Jahr etwas getrübt, denn während die linke Seite ein idyllisches Panorama wiedergibt, so wird die Sicht auf die rechte Seite nicht mehr von Tidal Wave und Stealth dominiert, sondern durch den eher ungünstigen Blickwinkel auf The Swarm gestört.

Storm Surge

Obwohl es die ganze Zeit geregnet hatte, hatte gerade die Neuheit aus dem letzten Jahr regen Andrang. Die Warteschlange der Storm Surge Rundbootrutsche war bis zum Nachmittag gut gefüllt, was sicherlich nicht nur auf die geringe Kapazität der Anlage zurückzuführen ist. Die Fahrt in der kleineren Version des Spinning Rapids Ride von WhiteWaterWest ist gemächlich und versetzt einem durch die engen Kurvenradien und die dadurch resultierende Häufigkeit der Bremsmatten kaum in eine bemerkenswerte Drehung – wie man sie Beispielsweise im Rio Dorado des Hansa Parks erleben kann. Wie auch andere Anlage des Types macht die Anlage nur mit sehr viel Glück nass, wären da nur nicht die Wasserstrahlen und Wasserkanonen zum Ende der Fahrt. Während ersteres schon in den Cypress Gardens in Florida den Gästen zu einer Abkühlung verhalf, so reicht dieses im vergleichsweise kalten Surrey natürlich nicht aus, so dass einige Wasserkanonen für die Parkgäste bereitgestellt wurden, welche lustiger Weise eine recht hohe Reichweite haben. Sollte man nicht gerade frontal mit diesen beschossen werden, so ist der Nässegrad durchaus angenehm. Der Umstand das der eh nie besuchte Kleinkinderbereich für die Anlage niedergerissen wurde war begrüßenswert.

Tidal Wave

Die wohl beliebteste Attraktion des ganzen Tages befindet sich nur einige Meter von Storm Surges Eingang entfernt, ein Schelm der dabei an die Indoorachterbahn X:\ No Way Out denkt. Es handelt sich natürlich um die großartige Shoot the Chutes Anlage Tidal Wave des Herstellers O.D. Hopkins, welche ihre eh schon oberflächlich durchnässten Fahrgäste nun auch noch die Unterwäsche ordentlich durchweicht. Was man nach der Fahrt in den Ganzkörpertrocknern sehen konnte bestätigt diese These zumindest eindeutig.

X:\ No Way Out

Die Vekoma Enigma Achterbahn X:\ No Way Out hatte am frühen morgen einen Ausfall, da man jedoch die Parkgäste einfach so vor der Anlage im Regen hat warten lassen, anstelle in der eh viel zu langen überdachten Warteschlange, haben sich nach und nach immer mehr Leute angereiht, was bei einer Achterbahn wie X:\ No Way Out ein doch eher seltener Anblick ist. Die längste und wohl auch einzige, rückwärtsfahrende Dunkelachterbahn der Welt ist eine oftmals unterschätzte Achterbahn, was unter anderem an der familienfreundlichen Fahrweise der Anlage liegen kann. Leider ist es seit der Installation eines Lichteffekts über einem der Blockbereiche viel zu hell um die Dunkelheit der Halle als Vorteil auszunutzen. Nun geht es zwar immer noch planlos durch die Halle, dafür kann man aber die Strecke neben sich und welche man bereits absolviert hat sehen. Das Computervirusleitmotiv ist weiterhin überaus seltsam, macht aber diese Achterbahn schlussendlich aus; jedoch wäre es ungemein förderlich einen Soundtrack innerhalb der gesamten Anlage einzuführen.

Nemesis Inferno

Unweit des brillant in Szene gesetzten Fischerdorfs Amity Cove geht es ein wenig tropischer oder besser gesagt feuriger zu. Innerhalb eines Vulkans befindet sich die Station zu Nemesis Inferno, der jüngere Bruder der Achterbahn Nemesis aus dem Schwesterpark Alton Towers. Glücklicher Weise sind beide Bahnen grundverschieden und teilen sich neben der Vorliebe zu etwas spezielleren Layouts nur den Bahntyp. Nach dem First Drop auf Nemesis Inferno absolviert man eine beschwingte S-Kurven Kombination durch einen Tunnel, normalerweise in Kombination mit einem Nebeleffekt, bevor man in den Lift einhakt. Nun folgt auch schon der Steilkurvendrop mit anschließenden Looping und Zero-G Roll, welche sehr intensiv befahren werden. Es folgt eine Kurve ehe man sich in einem Korkenzieher erneut Überkopf sieht, untypisch für diesen Bahntyp folgt nach einer weiteren Kurve der zweite Teil der Interlocking Corkscrews, welche einem im hinteren Teil des Zuges ordentlich mitziehen. Weitere Kurven und eine Helix schließen sich an bis man rundum glücklich in der Bremse von Nemesis Inferno steht.

Es ist der eine große Unterschied der Nemesis Inferno besser macht als den ersten Inverted Coaster auf europäischen Boden. Hier hat man nicht das Gefühl, dass die Strecke ruhig noch länger hätte sein können, hier absolviert man auch nicht zwei langsamere Wenden die beide in einer Inversion münden und hier wirbt man auch nicht der intensivste Coaster der Welt zu sein, was man schon bei der Eröffnung nicht war. Nemesis ist eine gute Bahn mit einer riesigen Fangemeinschaft, einem einzigartigen Layout, welches die Einschränkungen der Umgebung gut ausnutzt, nur ist das Erlebnis in all seiner zugeschriebenen Intensität nicht so zufriedenstellend wie hier bei Nemesis Inferno.

Detonator

Thematisch zum Inverted Coaster Nemesis Inferno gehört in unmittelbarer Nähe der Fabbri Mega Drop Detonator, welcher nicht die traditionelle Anordnung der Sitzplätze hat, sondern diese kreisförmig ausgelegt hat. Die Fahrt in einem Fabbri Turm gestaltet sich immer als überragend, da hier lustiger Weise beim hochfahren eine Feder gespannt wird, woraufhin beim Ausklinken spürbar höhere negative G-Kräfte erzeugt werden als bei einem Intamin Freifallturm. Seltsamer Weise gestaltete sich die Bremsung unerwartet sanft.

Slammer und Samurai

Eine weitere interessante Anlage in dem Bereich rund um den Inverted Coaster Nemesis Inferno ist die S&S Power Sky Swat Slammer. Wie es der Zufall so wollte ist die Anlage zur Zeit gesperrt und öffnet wohl erst zu Halloween wieder. Da dieses auch auf der Internetseite bekannt gegeben wurde, ist der Wegfall einer Fahrt nicht so erschütternd wie es im Mai 2010 war, denn wenn man schon einmal in den Genuss einer Sky-Swat-Fahrt gekommen ist, so möchte man diese schon gerne wiederholen. Einige Meter weiter konnte man den Mondial Top Scan Samurai halbwegs abgebaut im Weg rumliegen sehen, praktischer Weise so gesetzt, so dass man auch keine Fahrt in der Parkeisenbahn tätigen konnte. Spekulationen zufolge soll die Anlage saniert und neu lackiert werden.

Saw – The Ride

Saw – The Ride hat sich nach seinem katastrophalen zweiten Jahr wieder dem Guten zu gewendet, zumindest was die Geschwindigkeit der Anlage und dem Zustand der Bügel angeht. Die Wagen brettern, vollkommen heile, die Strecke ab, so dass die Ungleichheiten während der Fahrt kaum ins Gewicht fallen. Das größte Verbrechen an der Achterbahn bleibt aber nach wie vor bestehen, die Fastpass-Warteschlange existiert immer noch und sorgt im Allgemeinen dafür das die Wartezeit in der Stand-By Line gefühlt um einiges langsamer vergeht. Es ist praktischer wenn sich eine Schlange bewegt und diese nicht minutenlang still steht, nur weil die andere Seite zur Zeit ins Gebäude gelassen wird. In dieser Hinsicht und zum Wohl des Ambiente, welches durch die Aufteilung vor und auf der Treppe zerstört wurde, wünscht man sich das alte System zurück.

Colossus

Die 10 Inversionen Achterbahn Colossus, welche neben ihrem Namen auch noch den Soundtrack mit Colossos aus dem Heide-Park teilt, ist ein Musterbeispiel für die Gestaltung einer Achterbahn, denn so wie hier die Wege verlaufen, vor allem die Warteschlange, ist einfach nur atemberaubend schön; sofern man über die blau lackierten Tunnel hinwegsehen kann.  Die Fahrt in der von Intamin erbauten Anlage gestaltet sich auch auf Weiteres in den ersten drei Inversionen als arg grenzwertig, alles was darauf folgt von den zwei wunderbaren Korkenziehern, über die vier aneinander folgenen Heartlinerolls zu der finalen, jedoch richtungsverkehrten Rolle, ist einfach schön oder wie bei der letzten Rolle einfach nur überragend. Was Intamin mit dieser Inversion erschaffen hat ist schlichtweg perfekt.

Flying Fish

Auf dem Weg zur Neuheit des Jahres kommt man an einem Blauen Enzian des Herstellers Mack Rides mit dem Namen Flying Fish vorbei. Zuvor in einer Sackgasse gelegen kommen nun des öfteren fahrwillige Besucher vorbei, was jedoch nicht heißt, dass die Schlange hier voll wird; der Zug fährt nur öfter. Flying Fish bietet durch die breiten Wagen ein ungewohntes und seltsames Fahrgefühl auf einem Powered Coaster dieser Art. Zwar hat man auch in den normalen Zügen das Gefühl gegen die Stützen zu stoßen, sobald man die Arme hebt, hier scheint es aber ausgeprägter.

The Swarm

Seltsamer Weise erzeugen die Close Calls bei der Bollinger und Mabillard Achterbahn nebenan dieses Gefühl nicht und im Generellen ist es bei der Anlage schwer zu sagen ob und wo sie überhaupt Gefühle auslöst. Die linke Seite des Zuges erlebt bei The Swarm beispielsweise eine sehr schwache Fahrt, während die Passagiere der rechten Seite eine grundsolide Achterbahnfahrt erleben. Allem voran ist es ein  deutlich imposanteres Erlebnis oben rüber als unten drunter die erste Inversion und gleichzeitigen First Drop zu erleben. Die nachfolgenden Inversionen werden auf der rechten Seite allesamt intensiver durchfahren und selbst der Inclined Loop macht durch den inneren Radius deutlich mehr Spaß.

Kaum eine andere Achterbahn machte die Einordnung so schwer wie The Swarm. Während die linke Seite sogar schwächer daherkommt, so ist die rechte Seite mit dem Fahrerlebnis überaus nett, aber mehr dann auch wieder nicht. Sie ergänzt das Portfolio des Parks und sorgt dafür, dass ein paar mehr Menschen in diesen Teil des Parks kommen, auch wirkt der Park durch die Erweiterung nicht mehr so klein.

Rumba Rapids

Auf Grund des eher beschiedenen Wetters wurden die meisten Fahrgeschäfte links liegen gelassen, auch war die Intamin Accelerator Achterbahn Stealth geschlossen. Da die Fahrprogramme bei allen Rund- und Hochfahrgeschäften aber kaum der Rede wert sind, was im übrigen auch der überdimensionierten Druckluftschaukel Rush aus dem Hause S&S Power gilt, ist dieses nicht unbedingt tragisch. Neben Storm Surge und den Rumba Rapids, einer Raftinganlage mit einem Nässegrad bei dem man am Ende der Fahrt trockener aussteigt als man eingestiegen ist, wurde keine Wasserbahn besucht. Zu den Rumba Rapids ist zu erwähnen, dass die Anlage nicht nur über Potential verfügt, sondern auch mit dem vorhandenen Soundtrack überzeugen kann. Diese Anlage ist zwar genauso nass wie die meisten anderen europäischen Raftinganlagen auch, jedoch durchaus nett angelegt, was man bei Alton Towers Katanga Canyon nicht sagen kann.

Fazit Thorpe Park

Der Thorpe Park ist ein durchaus netter Vergnügungspark. Das Klientel des Parks ist im Allgemeinen jung, so kann man hier einige Familien entdecken, jedoch ohne kleinere Kinder – diese sind im Umkreis von 15 Meilen in den Freizeitparks Chessington World of Adventures und Legoland Windsor eh besser aufgehoben. Durch seinen Ruf als Thrill Capital zieht er natürlich auch eine Klientel an, die man nicht so gerne in einem Park sieht, im Allgemeinen konnten sich aber alle Besucher benehmen. Die ach so „schmuddelige“ Parkkarte mit ihren versteckten Details ist auch auf weiteres nicht so widerlich wie sie viele darstellen – eher erinnert sie an so manches Detail, welches man im Miniatur Wunderland finden kann. Klar über den Stil kann man streiten und vielleicht wäre ein seriöser Auftritt besser, aber so ist man halt in Großbritannien.

 

Was ist deine Meinung zu Nemesis Inferno im Thorpe Park?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle:

 

          


Auf Dragon’s Fury durch Chessington South

Vorwort

Wer einen Merlin Jahrespass für England bestellt, muss diesen auch in einer Attraktion der Gruppe abholen und auch bei dieser Attraktion bestellt haben. Nun sind die Merlin Attraktionen im Vereinigten Königreich von einer recht hohen Qualität, so dass die Auswahl eines geeigneten Startpunktes durchaus schwierig sein kann. Beschränkt man sich auf den Großraum London, so gibt es allein dort drei Freizeitparks der Gruppe und eine Vielzahl kleinerer Touristenattraktionen. Die aus meiner Sicht beste Wahl ist der Freizeitpark Chessington World of Adventures, der nicht nur sehr gut erreichbar ist, sondern mit den Achterbahnen Dragon’s Fury und Vampire auch zwei äußerst spaßige Anlagen im Park hat.

Chessington World of Adventures

Betritt man den Park durch das Lodge Gate in der Nähe des Bahnhofs Chessington South, befindet man sich sofort im Zoobereich des Tier- und Freizeitparks. Wendet man sich nach rechts, kann man Otter bei ihrem Treiben beobachten und gelangt in das 2011 eröffnete Wanyama Village and Reserve. Dieser Bereich besteht im Wesentlichen aus einer riesigen Steppe und einigen kleineren Gehegen, wie zum Beispiel dem Erdmännchengehege. Im nächsten Jahr wird dieser Bereich des Parks um die Zufari Safari Tour erweitert.

Nahtlos an das Wanyama Village schließt sich der Monkey & Bird Garden an, in dem einige größere Vögel und kleinere Affen zu bewundern sind. Interessant ist hier der Monkey Walkthrough, bei dem ein Mitarbeiter eine kleine Gruppe herumführt und auf die Tiere im Freigehege eingeht.

Auf dem Weg zum restlichen Zoogelände in Chessington World of Adventure empfiehlt sich ein Besuch im örtlichen Sea Life Center, das mit einer Vielzahl interessanter Aquarien aufwarten kann. Es handelt sich hierbei um eines der größeren Sea Life Center der Gruppe, ähnlich dem Sharkbait Reef im Alton Towers Freizeitpark. Im Gegensatz zu den kleineren Sea Life Centern in Deutschland kann man sich hier problemlos etwas länger aufhalten. Mit Kindern ist der Besuch ohnehin ein ganz anderes Erlebnis.

Der Trail of the Kings schließt zusammen mit den Pinguin- und Seelöwengehegen den Zoobereich des Chessington World of Adventures Parks ab. Leider war zum Zeitpunkt meines Besuches die Hälfte der Gehege wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Die Tiere, die jedoch anwesend waren und noch interessanter waren, zeigten sich sehr aktiv.

Sea Storm und Black Buccaneer

Im Themenbereich Pirates Cove kann man neben der Sea Storm aus dem Hause Mack Rides auch die sehr interessante HUSS Schiffschaukel Black Buccaneer bewundern. Wie viele andere Attraktionen im Chessington World of Adventures Park befindet sich die Schiffschaukel in einer Grube und ragt somit nicht über die umliegenden Baumwipfel hinaus – eine in Großbritannien übliche Höhenbeschränkung. Hier ist nicht nur Nervenkitzel garantiert, sondern auch der eine oder andere Hüpfer am höchsten Punkt.

Im benachbarten Transylvania, wo direkt neben einer Seifenblasenfabrik eine ganz besondere Kreatur der Nacht ihr Unwesen treibt, findet man auch eines der wohl interessantesten Fastfood-Restaurants. Der Burger King, der sich hier befindet, wurde nämlich passend zum Themenbereich gestaltet.

BubbleWorks

Nachdem die Seifenblasenfabrik BubbleWorks bei meinem letzten Besuch aufgrund des kaum vorhandenen Soundtracks nicht wirklich überzeugen konnte, gelang dies bei diesem Besuch. Das ausgefallene Design, das mit einer gewissen Perfektion umgesetzt wurde, und das grandiose Finale, bei dem man durch zahlreiche Fontänentunnel fährt, machen die Anlage zu etwas ganz Besonderem, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Vampire

Auch die inzwischen volljährige Achterbahn Vampire zeigt sich ihren Besuchern von einer ganz besonderen Seite. Mit ihren 21 Jahren schwingt sie ihre Gäste immer noch durch die Baumwipfel und kann dabei voll überzeugen. Das eigentliche Highlight ist sicherlich der große Drop in den Tunnel, nach dem die Gondeln sehr stark ausschwingen, aber auch der erste Teil der Fahrt macht sehr viel Spaß und kann bereits mit ausgeprägten Ausschwingungen aufwarten. Wie die anderen europäischen Achterbahnen aus dem Hause Arrow lädt auch der Blutsauger zu der einen oder anderen Wiederholungsfahrt ein.

Dragon’s Fury

Die Achterbahn Dragon’s Fury im Themenbereich Land of the Dragons, in dem sich neben einem Zierer Kontiki auch einige Kinderspielgeräte und ein interaktiver Springbrunnen befinden, wird oft als der beste Spinning Coaster des Herstellers Maurer Söhne bezeichnet. Bei diesem Besuch fällt es mir allerdings schwer zu sagen, ob Sonic Spinball von Alton Towers nicht vielleicht doch etwas besser ist. Der große Vorteil der Alton Towers Anlage ist sicherlich die deutlich ruhigere Fahrweise im Vergleich zu Dragon’s Fury, allerdings fehlt ihr der First Drop mit dieser wahnsinnigen S-Kurven-Kombination, die direkt in den Immelmann mündet. Beide Anlagen haben ihren Reiz und sind den anderen Anlagen um einiges voraus, nur welche der beiden Merlin Entertainments Versionen nun wirklich besser oder schlechter ist, ist schwer zu sagen. Dragon’s Fury ist jedoch eine wirklich tolle Achterbahn.

Madagaskar Live!

Mit dem Wegfall des Smartieshäuschens im ehemaligen Kinderbereich des Parks wurde der letzte Schandfleck des Parks beseitigt. Die Attraktionen blieben jedoch alle erhalten, lediglich die Flying Jumbos wurden in die Nähe des Powered Coasters Runaway Train versetzt, wodurch genügend Platz für eine Bühne für die beliebten Dreamworkfiguren aus Madagaskar entstand. Während die Show Madagascar Live! von außen eher kindgerecht aussah, war der Showwert doch deutlich höher als bei der 4D-Version von Ice Age, die derzeit in Alton Towers ein Theater füllt.

Monkey Swinger

Im Themenbereich Wild Asia treffen wir gleich auf den Wellenflieger Monkey Swinger, der mit seinem Fontänenspiel die Fahrgäste nass spritzt. Kein Wunder, dass am Ausgang ein Ganzkörperfön für die Fahrgäste aufgestellt wurde.

Lorikeet Lagoon

Eine Attraktion, die mittlerweile in vielen Zoos weltweit zu bewundern ist, ist die Freiflugvoliere Lorikeet Lagoon, in der man die Allfarbloris mit etwas Nektar anlocken kann, was dazu führte, dass die Vögel doch recht dick aussahen, was aber wohl eher an ihrem neuen Federkleid lag. Wie auch im Weltvogelpark Walsrode waren die Loris recht zutraulich, was wie immer zu einigen lustigen Situationen führte.

Peeking Heights

Im Themenbereich Mystic East gibt es neben der Wildwasserbahn Dragon Falls, die geschickt das Wasser der Schussfahrten auf meine Schuhe lenkte und so für nasse Socken gesorgt hat. Vom Riesenrad Peeking Heights soll man einen Blick auf den nahegelegenen Thorpe Park werfen können, aber ein Blick auf Staines blieb mir trotz guter Sicht verwehrt.

Tomb Blaster

Während beim letzten Besuch die Meinung über Tomb Blaster durch längere Pausen in den Blockbereichen etwas getrübt war, fielen diese nun kaum noch ins Gewicht. Die Anlage ist ein echtes Juwel eines interaktiven Darkrides, wie auch die meisten anderen von Sally gebauten Themenfahrten. Die Story ist allerdings eher flach und nicht wirklich erwähnenswert, da man hier hauptsächlich auf altägyptische Gegner und größere Bossgegner schießt. Bemerkenswert ist die Länge der Anlage, die auch dem Zugsystem zugute kommt.

Rameses Revenge

Gleich nebenan befindet sich mit Rameses Revenge einer der besten Top Spins von HUSS in einem Freizeitpark, denn die Anlage schafft es nicht nur eine ordentliche Anzahl an Überschlägen zu generieren, sondern auch die Fahrgäste mit einer Dusche zu beglücken. Zweimal ging es auf die Wasserfontänen zu und glücklicherweise erwischten sie einen recht gut, so dass man die Anlage gut durchnässt verlassen konnte.

Runaway Train und Rattlesnake

Im mexikanischen Themenbereich Mexicana gibt es neben dem Runaway Train von Mack Rides, der mit einer wunderschönen Bergkette und einer sehenswerten Warteschlange aufwartet, ein weiteres Achterbahnhighlight: die Rattlesnake. Aufgrund der Höhenbeschränkungen des Parks wurde diese Wilde Maus in einer Grube installiert, was ihr ein ganz besonderes Aussehen verleiht. Dazu trägt auch bei, dass die Warteschlange durch den Innenhof der Achterbahn führt.

Bilder Chessington World of Adventures

Fazit Chessington World of Adventures

Chessington World of Adventures ist der schönste der englischen Freizeitparks von Merlin Entertainments, wenn auch nicht der größte. Das Portfolio des Parks ist ausgewogen und kann mit einigen Schätzen aufwarten, darunter einige ganz besondere Achterbahnen wie Vampire oder auch Dragon’s Fury. Der Park hat die baulichen Herausforderungen mit außergewöhnlichen Ideen perfekt gemeistert. Der integrierte Zoo sorgt wie im Drayton Manor Theme Park oder im Tier- und Freizeitpark Thüle für ein rundum gelungenes Gesamtpaket und eine sehr gute Verteilung der Besucher innerhalb des Parks.

 

Was ist deine Meinung zur Achterbahn Dragon’s Fury?  Schreib sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder besuche unsere Social Media Kanäle:

 

     


Klicke hier, um zur Übersichtsseite von Chessington World of Adventures zu gelangen.