Aufbruch nach Mythica

In den letzten Jahren hat das Legoland Deutschland, wie kein anderer Park der Merlin Entertainments, einige herausragende Erweiterungen seines Angebots erfahren. Der Park wurde schließlich zu einem Ganztagesziel. Seit meinem letzten Besuch im Oktober 2015 hat der Park den Themenbereich Lego Ninjago World, zwei neue Fahrgeschäfte im Land der Pharaonen und einen neuen B&M Wing Coaster als Teil des Themenbereichs Lego Mythica in sein Angebot aufgenommen.

Lego Ninjago World

Lego Ninjago World ist die bisher größte Erweiterung, die das Legoland Deutschland je erlebt hat. Der Themenbereich basiert auf der beliebten Marke Lego Ninjago, die durch die erfolgreiche Fernsehserie bekannt wurde. Im Jahr 2017 war dies die bisher teuerste Erweiterung des Parks. Der Bereich bietet eine einzigartige interaktive Themenfahrt an, die man so nur in den Legoland Parks erleben kann.  

Lego Ninjago The Ride

Lego Ninjago The Ride ist die erste interaktive Themenfahrt, bei der die Fahrgäste nur ihre Hände zum Zielen benutzen. Das Fahrsystem nutzt eine Reihe von Sensoren, um die Bewegungen der Hände zu erfassen. Abhängig von der Höhe der Hände und dem Winkel zum Sensor wird die Handbewegung interpretiert und ein Farbpunkt erscheint auf dem Bildschirm, sodass man weiß, wohin man gerade zielt. Der ganze Prozess ist nicht sehr intuitiv und so ist verwirrtes Handwinken tatsächlich eine gute Möglichkeit, eine Menge Punkte zu sammeln. Die Bewegungen können auf den vielen Leinwänden, an denen man vorbeifährt, oder bei einer längeren Filmsequenz direkt vor der Leinwand stehend verfeinert werden. 

Insgesamt ist Lego Ninjago The Ride eine sehr solide Themenfahrt. Zwar ist die Technik nicht so ausgeklügelt wie bei den Web Slingers im Disneyland Paris, aber für einen Prototypen funktioniert dieses System schon ganz gut. 

Lloyd’s Spinjitsu Spinner

Die neueste Ergänzung der Lego Ninjago World ist Lloyds Spinjitsu Spinner, ein Sunkid Loopster. Dieses Fahrgeschäft hebt das alte Luna-Loop-Konzept von Heege auf eine neue Ebene und ist eines der versteckten Highlights im Park. Da man die Drehung der Gondel selbst steuern kann, hat man die Wahl zwischen einer eher sanften Fahrt, einer Fahrt voller Saltos oder dem Versuch, die ganze Fahrt auf dem Kopf stehend zu absolvieren; das ist allerdings gar nicht so einfach, denn die Gondel dreht sich nach einer Weile wieder in die Ausgangsposition zurück und man muss die Drehung häufig nachjustieren.  

Land der Pharaonen

Der Themenbereich Land der Pharaonen wurde einst geschaffen, um den interaktiven Dark Ride The Temple als eigenständige Attraktion direkt neben dem Eingang des Legoland Feriendorfs zu beherbergen. Im Jahr 2019 wurde der Bereich mit den interaktiven Fahrgeschäften Pyramiden Rallye und Wüsten X-kursion erweitert. 

Pyramiden Rallye

Die Pyramiden-Rallye ist eines der klassischen Fahrgeschäfte von Metallbau Emmeln, die man gerne öfter in Familienfreizeitparks rund um den Globus sehen würde. Das interaktive Fahrgeschäft ist ein nettes Training für die ganze Familie, bei dem du versuchst, das Feuer in einer Pyramide mitten in der Wüste zu löschen. Auch wenn die Story dieses Fahrgeschäfts nicht viel Sinn ergibt, ist es dennoch eine der tollsten Neuerungen im Legoland Deutschland.

Wüsten X-kursion

Die Wüsten X-kursion von RES ist eine interessante Turmfahrt: Die Fahrgäste können die Drehung der Gondeln sowie ihre Fahrhöhe steuern, indem sie an einem Seil im Inneren der Gondel ziehen. Alles in allem bietet die Fahrt eine schöne, gemütliche Aussichtsfahrt über das Land der Pharaonen und einen guten Blick auf den neuen Themenbereich Lego Mythica gleich nebenan. 

Lego Mythica

Lego Mythica ist der neueste Bereich im Legoland Deutschland. Er basiert auf der Legoland eigenen IP. Sein Herzstück ist die Achterbahn Maximus von B&M. Der doppelte Familienfreifallturm Fire & Ice Tower von Zierer und ein kleiner Spielplatz ergänzen den Bereich. Lego Mythica ist die bisher teuerste Erweiterung des Freizeitparks.

Maximus – Der Flug des Wächters

Wenn man an eine Achterbahn im Legoland denkt, würde niemand auf die Idee kommen, einen B&M Wing Coaster mit zwei Inversionen zu bauen, aber irgendwie wurde dieses Projekt mit Maximus – Der Flug des Wächters wahr. Die Statik der Bahn spricht für eine sehr familienfreundliche Fahrt, die wir uns jetzt genauer ansehen wollen. 

Nachdem wir die äußerst triviale Warteschlange endlich hinter uns gelassen haben, kann die Fahrt auch schon beginnen. Nach einer Linkskurve erreichen wir sofort den Lift der Bahn. Nachdem wir die Spitze des Lifthügels auf 17 m erreicht haben, fallen wir sofort in Richtung Boden. In einer Aufwärtsspirale erfahren wir ein wenig Druck, bevor wir über einen kleinen Hügel fliegen. Im folgenden Tal erleben wir die höchsten Kräfte der Fahrt, ehe es direkt in die erste Inversion der Fahrt geht. Nach dem Korkenzieher setzen wir unseren Weg nach links fort, bevor wir die Richtung ändern, um uns auf das große Finale der Fahrt vorzubereiten: eine Rolle über dem Eingangsportal. Kurz darauf befinden wir uns in der Bremsstrecke der Bahn.  

Maximus – Der Flug des Wächters ist eine nette Bahn für das, was sie ist: eine schöne Familienbahn und die erste Bahn mit einer Inversion für viele der Parkgäste. Die Fahrt auf der linken Seite der Schienen bietet das insgesamt bessere Fahrerlebnis, während die rechte Seite eine etwas ausgeprägtere Fahrt durch die erste Helix bietet. 

 

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Der Marvel Avengers Campus

Seit meinem letzten Besuch im Walt Disney Studios Park hat sich einiges geändert. Die Schwarzlichtshow Animagique wurde durch Mickey the Magician ersetzt, im Cinémagique Theater läuft seit dem Jahr 2017 gar nichts mehr und Mushu’s Frikandelwitz in der niederländischen Version von The Art of Disney Animation wurde ersetzt durch die Eiskönigin Revue Frozen – A musical Invitation und das war noch lang nicht alles.

Vom Stunt Show Spektakel Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular und dem feurig heißen Armageddon Les Effets Speciaux fehlt jegliche Spur, die Studio Tram Tour wurde massiv gekürzt und statt zu einer Lichtshow auf dem Rock ’n‘ Roller Coaster fliegt man jetzt auf Avengers Assemble: Flight Force mit Iron Man durch den Weltraum.  Zu guter Letzt gibt es dann ja auch noch Spider-Man W.E.B. Adventure – ein Knaller an Themenfahrt und die größte Neuheit des Themenbereichs Marvel Avengers Campus.

Cars Road-Trip

Die Studio Tram Tour war ein eher langweiliger Lückenfüller des Walt Disney Studio Parks, wobei der Catastrophe Canyon allein eine Fahrt wert war. Die belanglosen Kulissen auf dem Weg dahin, sowie das Finale zum eher unbekannten Film Reign of Fire waren nicht wirklich der Rede wert und zogen die Attraktion ein wenig runter.

Cars Road-Trip fokussiert sich nun vor allem auf dem Cars-tastrophe Canyon. Einige Roadside Attraktionen spicken den Weg, das war es dann aber auch. Die Einbindung ins das Cars Universum ist definitiv gelungen, wodurch man diese Attraktion trotz ihrer deutlich kürzeren Fahrt nun auch gerne öfters erlebt.

Avengers Assemble: Flight Force

Die Achterbahn Avengers Assemble: Flight Force präsentiert sich ihren potenziellen Fahrgästen wesentlich diskreter als in ihrem bisherigen Rockerleben. Der Eingang zur Bahn liegt versteckt um die Ecke, während das Hauptgebäude den Besuchern des Marvel Avengers Campus interessante Informationen bietet. Ich kann mir vorstellen, dass man, wenn man nicht wüsste, dass es hier eine weitere Achterbahn gibt, direkt daran vorbeigehen würde.

Die Warteschlange hat nun also einen anderen Verlauf. Im Allgemeinen gefällt mir die neue Ausrichtung dieser extrem gut. Es ist nur ein wenig Schade, dass man den Abschussbereich der Anlage nun mehr nur noch aus der normalen Warteschlange zu Gesicht bekommt und man als Premier Access Gast oder Single Rider nicht mehr daran vorbeikommt. Das Highlight dieser ist aber ohnehin die neue Iron Man Animatronik, welche einem perfekt auf die Fahrt instruiert.

Diese selbst ist bis zum Moment des Abschusses auch überragend inszeniert. 3, 2, 1 und zack vermisst man den Zustand, den man zuvor lange auf dieser Anlage erleben konnte. Versteht mich nicht falsch, die Videoprojektionen auf der Fahrt sind gut gemacht und würden diese auch perfekt unterstreichen, wären diese nur nicht so dunkel; doch das synchron verlaufende Lichtershowspektakel des Rock n Roller Coasters sind diese leider nicht ebenbürtig. Wie auch bei den anderen Indoor-Achterbahnen des Disneyland Paris fehlt hier teilweise etwas. Ein paar Dekoelemente hier und da würden ja auch schon reichen und die Fahrt wäre wie zuvor ein Garant für gute Laune.  Scheinbar hat man dieses auch schon erkannt, weswegen die Anlage kurz nach ihrer Eröffnung auch schon wieder für weitere Arbeiten geschlossen wurde.

Spider-Man W.E.B. Adventure

Die interaktive Themenfahrt Spider-Man W.E.B. Adventure ist von einem anderen Kaliber. Die von Peter Parker entwickelten Spider-Bots geraten während des Tags der freien Tür auf dem W.E.B. Campus ein wenig außer Kontrolle und duplizieren sich wie wild selbst. Kontakt mit anderen Substanzen wiederum lässt diese teilweise mutieren. Nun gilt es die Roboter aufzuhalten, ehe sie den gesamten Campus verwüsten. Hierbei schwingt man ähnlich wie Spider Man Netze und befreit einen Schauplatz nach dem anderen von den kleinen Krabblern.

Im Gegensatz zu anderen interaktiven Themenfahrten funktioniert hier alles berührungslos, man benutzt einfach seine Hände und schießt seine Netze mit erstaunlicher Präzision durch den Raum.  Kein wildes Gefuchtel, um Punkte zu sammeln – es geht vielmehr um gezielte Bewegungen, was eine ziemliche Herausforderung sein kann. Genauso motivierend ist auch das Teamkonzept: Ihr spielt zusammen, was wiederum die Fahrt positiv bereichert.

Spider-Man W.E.B. Adventure ist definitiv ein Knaller von Fahrt und die derzeitige Hauptattraktion im Marvel Avengers Campus. Hier hat man alles richtig gemacht. Die Videoqualität ist überragend, die Interaktivität während der Fahrt funktioniert richtig gut und zu guter Letzt macht die Fahrt auch noch unfassbar viel Laune.    

Bilder Walt Disney Studios Park

Fazit Walt Disney Studios Park

Der Walt Disney Studios Park ist auf einem sehr guten Weg seinem Schwesterpark direkt nebenan irgendwann den Rang abzulaufen. Während meines Besuchs war der Park stets besser besucht und das, obwohl der Park noch eine Großbaustelle ist und nicht jede Show derzeit aufgeführt wurde. Mit dem Marvel Avengers Campus präsentierte man den Besuchern die erste Ausbaustufe der großen Erweiterungsoffensive des Parks, welche mit dem Arendelle Themenbereich rund um Disneys Die Eiskönigen das nächste Highlight aufweisen wird. Es bleibt also spannend im Walt Disney Studios Park.

 

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Viel zu tun im Energylandia

Energylandia

Little Kids Zone, Family Zone & Extreme Zone

Als das Energylandia im Jahr 2014 eröffnete, war keineswegs absehbar, wie rasant sich der Park in den Folgejahren entwickeln würden. Was zunächst so wirkte wie eine Sammlung zahlreicher Fahrgeschäfte von der italienischen Resterampe mitsamt ebenso billiger, wie hingerotzter Gestaltung, hat sich zum Glück recht zügig dank europäischer Fördergelder zu einem doch recht anschaubaren Freizeitpark gemausert.

Die Anfänge der Parks kann man – zumindest in Teilen – an den drei Kinderachterbahnen Circus, Frutti Loop and Mars sehen, welche allesamt nichts Besonderes sind, sowie an dem Pyramid 7D Kino und den davorstehenden Fahrgeschäften Space Gun und Space Booster. Der Park wirkt in dieser Ecke – trotz zahlreicher Maßnahmen des Freizeitparks – recht billig und keineswegs schön.

Speed

Vorbei an der SBF Visa Drehgondelachterbahn Happy Loops und dem Eingang zum Energylandia Wasserpark führt uns der Weg nun schnurstracks zur Wasserachterbahn Speed aus dem Hause Intamin.

Nachdem man in irgendwann die viel zu lange Warteschlange hinter sich gelassen hat, kann die Fahrt auch schon beginnen. Da der Vertikallift der Anlage noch in weiter Ferne liegt dümpelt man mit dem Boot noch etwas durch den Kanal, wobei hier interessanterweise recht gutes Wildwasserfeeling erzeugt wird, immerhin schlagen die Wellen immer wieder beinahe in das Boot um und lassen einen durch die aufgewirbelten Wassertropfen regelrecht davonzucken. Sobald der Lift erreicht ist, geht es recht schnell auf die Ausgangshöhe von 60m. Mit bester Sicht auf den Park wird man alsbald über die Kuppe geschoben. Auf dem folgenden 45° steilen Gefälle nimmt man ordentlich Schwung und saust sogleich durch das erste Wasserbecken und kaum gebremst über einen Hügel. Hier hebt man dann ein wenig ab, ehe man sich in eine flotte Bayernkurve schmeißt. In der Hoffnung durch den anschließenden Blockbereich ein wenig an Geschwindigkeit abzubauen, durchfährt man diesen nun ohne jegliche Bremswirkung und wird anschließend in eine Rechtskurve entlassen. Eine flotte Abwärtshelix fügt sich an, geht dann jedoch in einen Hügel über, welcher die finale Schussfahrt der Fahrt einleitet. Gut durchfeuchtet wird man wieder in den Kanal entlassen und erreicht kurz darauf die Station.

Wie auch auf Divertical im Mirabilandia, kann die Fahrt auf dem Intamin Water Coaster Speed wirklich überzeugen. Jedoch empfehle ich niemanden, eine Fahrt im Spätherbst zu wagen, da die Bahn dann doch etwas nässer als gedacht ausfallen kann und einem die Ganzkörpertrockner im Park nicht wirklich trocknen können.

Jungle Adventure

Vom Ausgang der Achterbahn Speed ist es nicht mehr weit zur Station des Intamin Rapids Ride Jungle Adventure, doch auch hier hat der Park wieder einmal eine sehr lange Warteschlange gebaut, deren Eingang sich leider auf der komplett anderen Seite befindet. Die Fahrt selbst ist recht flott unterwegs, leider aber, mit Ausnahme einiger weniger Stromschnellen, sehr ereignislos. 

RMF Dragon

Als das dänische Fårup Sommerland die Achterbahn Orkanen öffnete, war das Staunen groß. Das speziell für den Park konzipierte Layout wurde auf einem See errichtet und taucht direkt nach dem First Drop in einen Tunnel ein, während der Rest der Fahrstrecke weitestgehend bodennah über den See führt. Als dann das Energylandia das Layout kopierte wurde dann ein großes Becken errichtet und auch auf den Tunnel hat man bei der Anlage in Zator nicht versichtet.

So führt uns auch hier der erste Drop direkt in einen Tunnel hinein; wobei der Eingang einem Drachenschlund nachempfunden wurde. Wieder an Tage führt uns der Weg überaus geschmeidig durch einen Overbanked Turn und über einen kleinen Speedbump, welcher uns in eine weite Helix führt. Sogleich queren wir das Stationsgebäude, nur um dann auf der anderen Seite in einer weiteren Helix zu landen. Eine kompakte Rechtskurve führt uns dann in eine kleine Senke, woraufhin wir nach einem weiteren Kurvenschwung in das Stationsgebäude einfahren und unsere überaus unterhaltsame Fahrt sich leider ihrem Ende naht.

Formula

Eine der wichtigsten Meilensteine des Freizeitparks Energylandia ist die kleine Abschussachterbahn Formula. Nachdem man die Station verlassen hat, geht es sogleich auf die Abschussstrecke, wo man nach einem kurzen Halt sogleich auf 80 km/h beschleunigt wird. Mit ordentlich Druck fahren wir dann in den großen Sidewinder ein, welchen wir dann in einer bodennahen Kurve verlassen. Diese führt und dann über einen Airtime-Hügel und sogleich in die zweite Inversion der Anlage – einen Korkenzieher. Auch diesen verlassen wir dann in einer bodennahen Kurve. Nach einem kurzen Schwenker nach Links folgt sogleich Korkenzieher Nr. 2, welcher uns in eine Bayernkurve führt. Fortan bahnen wir unseren Weg über Stock und Stein, ehe wir kurz darauf bereits in die Bremsstrecke fahren und unsere Fahrt auf diesem Sahnestück aus dem Hause Vekoma zu Ende geht.

Anaconda

Intamin Spillwater leben von ihrer Gestaltung. Hier im Energylandia wurde die Anlage komplett nackt in die Gegend geklatscht. Dank der ewig langen Warteschlange, die mal wieder am anderen Ende der Anlage anfängt, hat man zudem einen sehr guten Einblick auf die Stützkonstruktion der Anlage. Als Standardmodell des Herstellers bietet die Anlage gleich zwei Schussfahrten und einen insgesamt recht zurückhaltenden Nässegrad.

Mayan

Die Fahrt durch das bewährte SLC-Layout mit dem Roll-Over, Sidewinder und den beiden Inline-Twists macht ordentlich was her, was vor allem an den modernen Zügen und der daraus resultierenden Laufruhe liegt – die Achterbahn Mayan zeigt also auf eine sehr angenehme Art und Weise, dass Vekoma Suspended Looping Coaster von Grund auf keine schlechten Achterbahnen sind.

Aztek Swing und Apocalypto

Die Fahrgeschäfte Aztek Swing und Apocalypto wurden ebenfalls im ersten Betriebsjahr des Freizeitparks eröffnet und passen dementsprechend kaum noch thematisch in den Freizeitpark. Während die Drehschaukel Aztek Swing sich einer größeren Beliebtheit erfreut, so hat der kleine Top Spin Apocalypto nur selten Fahrgeschäfte, was auch schlicht daran liegt, dass man diesen schnell übersehen kann.

Viking

Die SBF Visa Achterbahn Viking ist eine bodenlose Frechheit; wer auch immer auf die Idee kam, eine einfache Crazy Mouse Achterbahn mit Schulterbügel zu versehen, verdient es diese Achterbahn auf ewig fahren zu müssen. Jeder andere sollte sich eine Fahrt auf dieser Achterbahn lieber sparen.

Boomerang

Die Familienachterbahn Boomerang besticht die Anlage vor allem durch ihre bodennahen Kurven und dem kleinen Hügel über der Station. Das Layout selbst gleicht dabei einer Acht, wobei die beiden Enden über die Schlaufen verlaufen.

Nachdem man rückwärts den Lifthügel hinaufgefahren wurde, geht es sogleich rasant hinab und dann mit Vollgas durch die Station hindurch. Es folgt eine bodennahe Linkskurve, sowie der bereits genannte Hügel über die Station, auf dem leichte Airtime einsetzt. Nach einer Rechtskurve unter den Lifthügel hindurch folgt ein Hügel über die erste Kurve, der mittendrin einen kleinen Buckel aufweisen kann. Hier kommt man dann zum Stillstand, woraufhin sich die Rückwärtsfahrt anbahnt. Etwas gemächlicher als zuvor bahnt man sich nun den Weg zurück zur Station, wo die recht schöne Fahrt dann zu ihrem Ende kommt.

Atlantis, Splash Battle und Toffifee Gold Mine

Direkt gegenüber der Kinderachterbahn Boomerang befindet sich das SBF Visa Rafting Atlantis, welches jedoch – mit Ausnahme einiger weniger zahmer Stromschnellen – eher einer ruhigen Wasserfahrt gleicht. Direkt nebenan gibt es mit einem Splash Battle und der Wildwasserbahn Toffifee Gold Mine gleich zwei weitere Wasserfahrgeschäfte mit einem deutlich höheren Nässegrad.

Śmiejżelki Energuś

Direkt am Eingang des Freizeitparks befindet sich die Nimm Zwei-Achterbahn Śmiejżelki Energuś. Nach einer kurzen Kurve und dem anschließenden Lifthügel absolviert man hier sogleich eine Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix nach Links, absolviert ein kurzes Tal und durchfährt dann eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben gestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf alsbald auch die Bremsstrecke wartet. Nach einer Runde ist die Fahrt auch schon zu Ende.

Hyperion

Die prominent am Parkplatz des Freizeitparks vorbeilaufende Achterbahn Hyperion prägt das Energylandia wie kaum eine andere Achterbahn. Der Hyper Coaster aus dem Hause Intamin beeindruckt durch ihre 77 Höhenmetern, sowie dem großen Out & Back Layout, welches gegen Ende der Fahrt etwas geschwungener daherkommt.

Die Fahrt auf Hyperion beginnt mit dem recht flotten Lifthügel, woraufhin wir sogleich eine Abfahrt von 82m auf uns nehmen. Es folgen zwei wunderschöne Airtimehügel, wobei wir uns auf der Kuppe des zweiten zur Seite drehen und dabei den überdimensionalen Dive Drop einleiten. Der weitere Weg führt uns dann über mehrere bodennahen Hügel, ehe wir einen weiteren Airtimehügel auf uns nehmen. Fortan führt uns der Weg durch einen großen Overbanked Turn uns sogleich durch eine Reihe bodennaher Hügel und Kurvenzüge. Mit richtig viel Dampf rasen wir dann über einen weiteren klassischen Airtimehügel, ehe wir nach einem Anstieg in die Bremsstrecke geführt werden.

Hyperion ist eine richtig gute Achterbahn, welche vor allem durch die bodennahen Kurvenzüge nach dem großen Dive Drop geprägt wird. Die Fahrt ist überaus rasant und – mit Ausnahme der hinteren Außensitzplätze, welche ein interessantes Schwingverhalten aufweisen – absolut erlebenswert. 

Dragon Zone

Die Dragon Zone ist ein mittelalterlich angehauchter Themenbereich auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße zum Freizeitpark, welchen man durch einen Tunnel erreichen kann. Hier stehen neben den beiden Familienachterbahnen Draken und Frida, noch das große Riesenrad des Parks, sowie die RMC Hybrid-Achterbahn Zadra.

Frida

Auch die Dragon Zone hat ihre Familienachterbahn aus dem Hause Vekoma. Das Layout selbst ist jedoch europaweit einzigartig, obgleich es eines der häufigsten kopierten Werke aus niederländischer Produktion ist und allein im Jahr 2017 insgesamt 16x errichtet wurde. Der Großkunde in diesem Fall ist die französische Carrefour, welche die Anlagen für ihre Transmart Einkaufszentren in Indonesien orderte.

Wie auch in Ostasien führt uns der Weg zunächst einmal auf eine Höhe von 13m, woraufhin wir eine Steilkurve hinuntersausen. Sogleich folgt eine weite Helix nach rechts, die dann in eine ebenso weite Helix nach links übergeht. Nach einem kurzen Schwung nach rechts und einen kurzen Schwung nach Links finden wir uns sogleich in der Station der Anlage wieder. Es folgt eine zweite Runde auf der insgesamt doch ganz netten Familienachterbahn.

Zadra

Die Achterbahn Zadra ist die bislang größte gebaute Achterbahn aus dem Hause RMC. Während viele der IBox Track Coaster bestehenden Holzachterbahnen ein neues Leben einhauchten, handelt es sich bei Zadra um eine komplette Neuanlage. Dementsprechend ist die Fahrt eher mit der Achterbahn Goliath aus dem amerikanischen Freizeitpark Six Flags Great America vergleichbar.

Nachdem der 62,8 m hohe Lifthügel erklommen wurde, kann es auch sogleich los gehen. Mit ordentlich Schwung zieht es uns gen Boden und sogleich über eine bodennahe Welle. Nach einer Steilkurve führt uns der Weg wieder in Richtung des Lifthügels und sogleich in den Zero-G Stall, wo wir einige Sekunden lang überkopf stehen und dabei eine sehr feine Schwerelosigkeit erleben. Wieder in aufrechter Sitzposition führt uns der Weg sogleich hinter die Station, wo wir in einem Airtimehügel zunächst 90° nach rechts gedreht werden, ehe wir diesen dann in einer Linkskurve verlassen. Nach einer bodennahen Rechtskurve folgt dann ein klassischer Airtimehügel, welcher uns gekonnt aus dem Sitz gleiten lässt. Kurz darauf tauchen wir in einer Zero-G Roll in das Gebälk hinein. Nach einer Steilkurve folgen sogleich zwei kleinere Airtimehügel. Ein kurzer Umschwung führt uns dann auf die andere Seite der Holzstruktur, wo sogleich eine weitere Zero-G Roll auf uns wartet. Kurz darauf erreichen wir auch schon die Bremsstrecke der Anlage.

Zadra ist eine richtig gute Achterbahn, wobei sie für RMC-Verhältnisse überraschend sanft daherkommt. Statt gnadenlos in schneller Taktung von einem Airtimehügel in den nächsten geschickt zu werden, nimmt sich die Anlage deutlich mehr Zeit – das Pacing der Anlage ist also nicht ganz so wahnsinnig, wie auf anderen Anlagen, wodurch die Anlage selbst auch deutlich runder wirkt. Hier steigt man gerne immer und immer wieder ein; wobei dieses massiv erschwert wird, wenn denn die Abkürzung an den Schließfächern im Laufe des Tages geschlossen wird und man demzufolge wieder durch den viel zu langen Wartebereich laufen muss.

Aqualantis

Der Themenbereich Aqualantis zeigt ein weiteres Mal, wie gut das Energylandia Themenbereiche umsetzen kann, wenn sie es denn versuchen. Neben einer großen Anzahl an Fahrgeschäften aus dem Hause Zamperla, darunter der Disk’o Coaster Tidal Wave Twister, besticht der Bereich vor allem durch seine beiden Achterbahn Ekipa Light Explorers und Abyssus.

Ekipa Light Explorers

Da im Energylandia ja jede Achterbahnart mindestens zwei Mal bestehen muss, gibt es auch in diesem Bereich einen Family Boomerang des Herstellers Vekoma. Während die Achterbahn Boomerang eher kompakt gebaut ist, so führt einem die Strecke auf Ekipa Light Exploreres einmal quer über den See, wobei mehrere kleine Umschwünge den Weg zäumen.

Abyssus

Abyssus ist im Grunde dieselbe Achterbahn wie Formula, nur länger und größer. Nach einem eher gemächlichen Abschuss führt uns der Weg sogleich in eine Rechtskurve und über zahlreiche Umschwünge mit kleinen Airtimemomenten und wunderschön geschmeidigen Kurvenwechseln, ehe wir die eigentliche Abschussstrecke erreichen. Hier werden wir dann auf die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h beschleunigt. Sogleich fahren wir einen interessant aussehenden Hügel empor, auf dessen Kuppe wir eine richtig feine Airtime erleben. Leider aber ist die Abfahrt ein wenig getrimmt. Das anschließende Tal durchqueren wir dennoch mit ordentlich Druck, wie auch den nachfolgenden Looping. Überaus rasant führt uns dann eine Rechtskurve in einen Airtimehügel, woraufhin der prominent platzierte Batwing direkt am Eingang zur Fahrt eingeleitet wird. Dieser wird sehr flott durchfahren und ist das Highlight der Bahn. Nach einem größeren Umschwung und einem Airtimehügel folgt dann ein recht flacher Corkscrew, der uns dann in einen stark gebankten Airtimehügel führt. Nach einer recht flotten Helix folgt noch schnell ein letzter Umschwung, welcher uns dann in die Bremsstrecke der Anlage führt.

Abyssus ist eine richtig feine Achterbahn mit einem tollen Layout und einer sehr langen Fahrstrecke. Leider aber steht die Anlage ganz am Ende des Freizeitparks in einer Sackgasse, welche erst durch den Süßigkeiten-Themenbereich, der seit Jahren in Bau ist, irgendwann aufgelöst wird. Somit überlegt man es sich also ganz genau, ob man den weiten Weg bis zur Achterbahn tatsächlich in Kauf nimmt, oder doch lieber die ein oder andere Fahrt auf Hyperion und Zadra dreht.  

Bilder Energylandia

Fazit Energylandia

Das Energylandia ist ein recht angenehmer Freizeitpark und Heimat vieler Attraktionen. Dementsprechend ist mein Bild des Parks nicht unbedingt das Beste, denn angesehen von den sehr guten Achterbahnen Abyssus, Formula, Hyperion und Zadra, steht hier auch sehr viel Krimskrams herum. Derzeit werden zwei weitere Achterbahnen errichtet, wobei eine davon wieder einmal eine Familienachterbahn von Vekoma sein wird.  Die große Anzahl an insgesamt doch sehr ähnlichen Achterbahnen tut dem Park nicht gut, ebenso das doch sehr weitläufige Gelände und die elendig langen Wartebereiche. Darüberhinaus entsteht durch die Zweiteilung des Freizeitparks ein nicht ganz so homogener Gesamteindruck.  


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