Das Tor zu den Achterbahnen Missouris

Six Flags St. Louis

Nach dem unmittelbaren Erfolg von Six Flags Over Texas und Six Flags Over Georgia begannen schon bald die Planungen für einen dritten Six-Flags-Park. Nur wenige Kilometer außerhalb von St. Louis eröffnete 1971 schließlich Six Flags Over Mid-America im Herzen der Vereinigten Staaten seine Tore. Damals bestand der Park aus sechs unterschiedlich thematisierten Bereichen, die – ganz nach dem ursprünglichen Six-Flags-Konzept.

In den 1990er-Jahren veränderte sich der Park erheblich, nachdem Time Warner die Six-Flags-Kette übernommen hatte. Neben zahlreichen Modernisierungen hielten auch viele der bekannten DC-Comics-Superhelden Einzug in den Park und prägen bis heute das Erscheinungsbild zahlreicher Attraktionen.

Heute bietet Six Flags St. Louis eine ausgewogene Mischung aus klassischen Holzachterbahnen, Familienattraktionen und einigen Thrill-Rides. Obwohl der Park häufig im Schatten seiner größeren Schwesterparks steht, stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass er deutlich mehr zu bieten hat, als sein Ruf vermuten lässt.

Genug zur Geschichte des Parks – jetzt wird es Zeit, ihn selbst zu erleben. Nach dem Betreten des Parks halten wir uns rechts und machen uns auf den Weg zur ersten großen Achterbahn des Tages.

Batman The Ride

Eine der ersten Achterbahnen, auf die man nach dem Betreten von Six Flags St. Louis trifft, ist Batman The Ride, die sich direkt rechts vom Parkeingang befindet. Batman zählt mittlerweile zu den bekanntesten Attraktionen der gesamten Six-Flags-Kette. Die Anlage in St. Louis nimmt dabei jedoch eine besondere Stellung ein. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse entstand hier die erste gespiegelte Version von Bolliger & Mabillards (B&M) berühmtem Inverted Coaster.

Nach dem Lifthill folgt zunächst ein kleiner Pre-Drop, der einen ersten Vorgeschmack auf das gibt, was die Fahrgäste im weiteren Streckenverlauf erwartet. Augenblicke später stürzt der Zug in einer steil verdrehten Abfahrt direkt in den ersten Looping. Fast ohne Verschnaufpause folgen ein Zero-G-Roll und ein weiterer Looping, bevor eine ansteigende Helix die positiven G-Kräfte noch einmal deutlich erhöht. Nach zwei weiteren Inversionen wartet schließlich bereits die Schlussbremse auf einen.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Eröffnung zählt Batman The Ride noch immer zu den besten Inverted Coastern überhaupt. Das kompakte Layout sorgt für eine beeindruckende Intensität, einen hervorragenden Fahrfluss und genau die Laufruhe, für die B&M weltweit bekannt ist. Auch heute gehört die Bahn noch immer zu den absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Ninja

Gegenüber dem Empire Theater befindet sich mit Ninja eine der ungewöhnlichsten Achterbahnen in Six Flags St. Louis. Ihre Geschichte ist dabei fast interessanter als die eigentliche Fahrt. Ursprünglich wurde die Bahn von Arrow HUSS für die Expo 86 in Vancouver entworfen. Nachdem Arrow HUSS in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Vekoma die Fertigstellung des Projekts. Nach ihrem erfolgreichen Einsatz auf der Weltausstellung wurde die Achterbahn 1989 nach Six Flags Over Mid-America umgesetzt.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill. Es folgen ein Looping und ein Sidewinder, bevor die Strecke in einem überzeugenden Headchopper-Moment unter dem zurückführenden Lifthill hindurchführt. Eine Blockbremse teilt die Fahrt in zwei Abschnitte. Im zweiten Teil warten zwei Korkenzieher, eine bodennahe Helix und schließlich die Schlussbremse.

Ninja besitzt ein etwas ungewöhnliches Layout und entwickelt weder den Fahrfluss noch die Intensität, die die besten Achterbahnen des Parks auszeichnen. Trotzdem fährt sich die Bahn überraschend angenehm und eignet sich hervorragend für alle, die ihre ersten Überschläge erleben möchten.

River King Mine Train

Vorbei an Tsunami Soaker und Spinsanity führt der Weg tiefer in den Park, wo der River King Mine Train auf seine Fahrgäste wartet. Die Bahn entstand während des Mine-Train-Booms der frühen 1970er-Jahre und war ursprünglich sogar noch aufwendiger konzipiert als heute. Damals verfügte sie über zwei parallele Strecken, wodurch sich zwei Züge gleichzeitig ein spannendes Duell liefern konnten. Heute ist nur noch eine der beiden Strecken erhalten. Die zweite fand zunächst im Dollywood und später im Magic Springs Theme and Water Park eine neue Heimat. 1984 schrieb die Bahn zudem kurzzeitig Achterbahngeschichte, als eine der beiden Strecken mit Stehwagen ausgestattet wurde – ein Experiment, das nach einem tödlichen Unfall bereits nach einer Saison wieder beendet wurde.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erreicht der Zug den ersten von insgesamt drei Lifthills. Die erste Abfahrt führt durch eine Reihe von Kurven und sanften Hügeln, bevor die Strecke in eine weit gezogene Linkskurve übergeht. Nach dem zweiten Lifthill wird die Fahrt deutlich landschaftlicher und schlängelt sich in großen Bögen durch den Park, ehe der dritte Lifthill erreicht wird. Das Finale bildet zugleich den Höhepunkt der Fahrt: Nach einigen engen Kurven verschwindet der Zug in einem dunklen Tunnel, in dem sich die größte Abfahrt der Strecke verbirgt. Erst unmittelbar vor der Schlussbremse taucht der Zug wieder ans Tageslicht auf.

Auch wenn die Fahrelemente aus heutiger Sicht eher gemütlich ausfallen, versprüht der River King Mine Train den Charme klassischer Familienachterbahnen wie kaum eine andere Bahn. Sie macht jede Menge Spaß und gehört bis heute zu den historisch bedeutendsten Attraktionen von Six Flags St. Louis.

Boomerang

Vorbei am Sky Screamer und Fireball gelangen wir zum Boomerang. Die Bahn war ursprünglich in Six Flags Over Texas beheimatet, bevor sie 2013 nach Six Flags St. Louis umgesetzt und an das hügelige Gelände des Parks angepasst wurde. Der breite Weg, der direkt unter der markanten Cobra Roll hindurchführt, macht die Achterbahn zu einem der eindrucksvollsten Fotomotive im Park und zu einem echten Blickfang.

Wie bei jedem Vekoma Boomerang werden die Fahrgäste zunächst rückwärts den ersten Spike hinaufgezogen, bevor der Zug die bekannte Streckenführung mit Cobra Roll und Looping absolviert, um das gesamte Layout anschließend rückwärts noch einmal zu durchfahren.

Das Fahrerlebnis entspricht genau dem, was man von einem Boomerang erwartet: kompakt, intensiv und überraschend laufruhig. Auch wenn das Layout mit allen anderen Anlagen dieses Typs identisch ist, verleiht die Einbettung in das hügelige Gelände der Bahn eine ganz eigene Atmosphäre.

Catwoman Whip

Hoch über den umliegenden Wegen erhebt sich Catwoman Whip und gehört zweifellos zu den imposantesten Flat Rides in Six Flags St. Louis. Die von Funtime gebaute Booster-Anlage befördert ihre Fahrgäste auf eine Höhe von 50 m (164 ft) und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h (52 mph). Der sich kontinuierlich drehende Ausleger sorgt für eine gelungene Kombination aus Geschwindigkeit, Airtime und Überschlägen, die von nahezu jedem Bereich des Parks aus zu beobachten ist.

Was mich am meisten überraschte, war jedoch die Länge der Fahrt. Statt bereits nach wenigen Überschlägen zu enden, absolviert Catwoman Whip zahlreiche Überschläge – zunächst in die eine und anschließend in die andere Richtung. Dadurch zählt sie zu den intensivsten Flat Rides des Parks.

Der einzige wirkliche Nachteil ist die geringe Kapazität. Da pro Fahrt nur sechzehn Personen Platz finden, können die Wartezeiten schnell ansteigen. Wer die Bahn mit einer kurzen Wartezeit erwischt, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen – sie gehört zu den besten Flat Rides in Six Flags St. Louis.

Screamin‘ Eagle

Am oberen Ende des Parks befindet sich mit Screamin‘ Eagle einer der großen Klassiker von Six Flags St. Louis. Ihr klassisches Out-and-Back-Layout ist größtenteils vom umliegenden Wald verdeckt, wodurch sich die tatsächliche Größe der Bahn vom Besucherweg aus nur schwer erahnen lässt.

Nach einer langen Geraden verlässt der Zug die Station und erklimmt den 34 m (110 ft) hohen Lifthill. Ein kleiner Pre-Drop führt zunächst in die erste Wendekurve, bevor die eigentliche große Abfahrt beginnt. Von dort aus folgt eine scheinbar endlose Reihe aus Camelbacks und sanften Kurven, die den Zug immer tiefer in den Wald führt, ehe die Strecke schließlich wieder in Richtung Station zurückkehrt.

Screamin‘ Eagle ist ein hervorragendes Beispiel für eine klassische Holzachterbahn. Auch wenn die Fahrt stellenweise durchaus ruppig ausfallen kann, sorgen die hohe Geschwindigkeit und die Einbettung in den Wald für ein Fahrerlebnis, das auch Jahrzehnte nach der Eröffnung nichts von seinem Reiz verloren hat.

Pandemonium

Drei Jahre nachdem Gerstlauer seinen Spinning Coaster auf dem amerikanischen Markt eingeführt hatte, installierte Six Flags eine erweiterte Version des Layouts in mehreren Parks. Eine dieser Anlagen eröffnete hier zunächst als Tony Hawk’s Big Spin, bevor sie später in Pandemonium umbenannt wurde. Das kompakte Layout nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus.

Nach dem Lifthill bringt die erste verdrehte Abfahrt die Gondeln sofort zum Rotieren. Anschließend sorgen enge Kurven, Helices und kleinere Abfahrten dafür, dass sich die Gondeln während der gesamten Fahrt immer wieder drehen. Da die Gondeln frei rotieren können, verläuft jede Fahrt ein wenig anders.

Pandemonium macht einfach Spaß. Die Kombination aus drehenden Gondeln, schnellen Richtungswechseln und dem kompakten Layout macht die Bahn zu einer der unterhaltsamsten Familienachterbahnen im Park.

The Boss

Six Flags St. Louis beheimatet eine der ambitioniertesten Holzachterbahnen, die jemals gebaut wurden. Die von Custom Coasters International (CCI) konstruierte Bahn nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus. Das hat allerdings auch einen kleinen Nachteil: Der Weg bis zur Station gehört zu den längsten im gesamten Park – auch wenn er noch immer deutlich kürzer ist als der scheinbar nie enden wollende Weg zur Station von Zadra im polnischen Energylandia.

Nach dem Verlassen der Station erklimmt der Zug zunächst den 37 m (122 ft) hohen Lifthill. Oben angekommen bleibt gerade noch Zeit für einen kurzen Blick über den Park bis hinüber zur Screamin‘ Eagle, bevor die Fahrt tief in den Wald hinabführt. Nach der ersten Abfahrt rast der Zug über eine lange Gerade direkt auf die gewaltige Holzkonstruktion des ersten Turnarounds zu. Mit hoher Geschwindigkeit taucht der Zug in die Konstruktion ein und stürzt anschließend in das tiefste Tal der gesamten Strecke, das sich 45 m (150 ft) unterhalb des Lifthills befindet. In einer lang gezogenen Linkskurve folgt der Zug dem natürlichen Geländeverlauf, bevor er in großer Höhe nach rechts schwenkt und mit herrlichen Ausblicken über den Park erneut in den Wald eintaucht. Dort folgt die Strecke weiter dem Gelände, ehe eine lange Auffahrt zum zweiten Turnaround führt.

Unmittelbar nach der Blockbremse geht es in die nächste große Abfahrt, gefolgt vom dritten Turnaround mit seiner markanten Senke. Ohne spürbar an Tempo zu verlieren rast der Zug unter dem Lifthill hindurch und erklimmt den Hügel hinter der Station. Ursprünglich endete die Bahn mit einer großen Helix. Heute bilden jedoch eine schnelle, bodennahe Kurve und zwei berüchtigt ruppige Hügel den Abschluss der Fahrt. Vor allem in den vorderen Reihen fühlt sich dieser Abschnitt wie eine kostenlose chiropraktische Behandlung an. Zum Glück dauert dieser Teil nur wenige Sekunden.

Was für eine Achterbahn. Von der ersten Abfahrt bis zur Schlussbremse kennt The Boss kaum eine Verschnaufpause. Das Finale mag etwas ruppig sein, doch der hervorragende Fahrfluss, die perfekte Einbindung in das Gelände und die schiere Größe der Bahn machen sie zu einem der absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Rookie Racer

Direkt unterhalb von The Boss befinden sich mit The Joker (der sich während meines Besuchs leider noch im Bau befand), Supergirl Sky Flyer und der Familienachterbahn Rookie Racer gleich mehrere Attraktionen. Die von Vekoma gebaute Bahn beginnt mit einer gelungenen ersten Abfahrt, bevor eine Reihe sanfter Kurven durch das kompakte Layout führt.

Obwohl Rookie Racer eindeutig auf Familien ausgerichtet ist, überzeugt die Bahn mit einem angenehm ruhigen Fahrverhalten und bietet sowohl jüngeren Besuchern als auch allen, die zwischen den großen Achterbahnen eine etwas entspanntere Fahrt suchen, jede Menge Fahrspaß.

Thunder River

Zu den unterhaltsamsten Attraktionen in Six Flags St. Louis zählt Thunder River, das Rafting von Intamin. Tosende Stromschnellen, starke Strömungen und jede Menge Möglichkeiten, ordentlich nass zu werden – genau so, wie man es von einem gelungenen Rafting erwartet.

Am Ende unserer Fahrt befanden sich fast 20 cm (8 in) Wasser im Floß. Glücklicherweise war ich der Einzige, der Sandalen trug, sodass ich meine Füße die gesamte Fahrt über im Wasser lassen konnte. Alle anderen versuchten dagegen verzweifelt, ihre Schuhe trocken zu halten – allerdings mit wenig Erfolg.

Wer sich an einem heißen Sommertag in Missouri abkühlen möchte, ist bei Thunder River genau richtig. Trocken bleibt hier mit Sicherheit niemand.

Colossus and Tommy G. Robertson Railroad

Zu den ruhigeren Attraktionen von Six Flags St. Louis zählen das Riesenrad Colossus und die Tommy G. Robertson Railroad. Vom Colossus aus bieten sich hervorragende Ausblicke über den gesamten Park und seine hügelige Landschaft. 

Die Tommy G. Robertson Railroad umrundet den gesamten Park und bietet unterwegs immer wieder schöne Ausblicke auf zahlreiche Attraktionen. Dank der Bahnhöfe an beiden Enden des Parks eignet sie sich außerdem hervorragend, um die langen Fußwege zwischen den einzelnen Themenbereichen zu vermeiden.

Mr. Freeze Reverse Blast

Mitten auf einer Insel im Rafting Thunder River befindet sich Mr. Freeze Reverse Blast, eine der Hauptattraktionen von Six Flags St. Louis. Obwohl eine nahezu baugleiche Achterbahn auch in Six Flags Over Texas zu finden ist, wurde die Anlage in St. Louis als erste eröffnet.

Ursprünglich wurden die Züge vorwärts abgeschossen. In den ersten Betriebsjahren kamen außerdem Schulterbügel zum Einsatz, bevor alle Premier-Rides-Anlagen der Six-Flags-Kette im Jahr 2002 auf Schoßbügel umgerüstet wurden. Die größte Veränderung erfolgte jedoch 2012, als die Züge gedreht wurden und die Fahrgäste seitdem rückwärts abgeschossen werden – eine Modifikation, die das Fahrerlebnis grundlegend verändert hat.

Der Rückwärtsabschuss ist ein unglaubliches Erlebnis. Lediglich durch einen Schoßbügel gesichert, presst einen die enorme Beschleunigung mit voller Wucht in den Bügel, bevor der Zug den Inside Top Hat hinaufschießt. Für einen kurzen Moment hängt man kopfüber, ehe es wieder dem Boden entgegengeht. Mit hoher Geschwindigkeit durchfährt der Zug anschließend den riesigen Overbanked Turn, bevor er den senkrechten Spike erklimmt. Dort sorgt die Schwerelosigkeit mit Blick direkt in Richtung Boden für einen ganz besonderen Moment. Augenblicke später durchfährt der Zug das Layout in umgekehrter Richtung, bevor er langsam auf der Abschussstrecke zum Stehen kommt.

Mr. Freeze Reverse Blast ist eine fantastische Achterbahn. Die Fahrt ist extrem intensiv und steckt voller großartiger Momente. Der Inside Top Hat ist einfach beeindruckend, während der senkrechte Spike am Ende der Fahrt für ein unglaubliches Gefühl sorgt, wenn man direkt auf den Boden blickt. Für mich zählt Mr. Freeze Reverse Blast bis heute zu den intensivsten Achterbahnen, die ich je gefahren bin.

Log Flume

Vorbei am interaktiven Dark Ride Justice League: Battle for Metropolis und dem Scrambler Shazam führt unser Weg zurück in Richtung Parkeingang, wo bereits der klassische Log Flume auf uns wartet.

Die von Arrow gebaute Attraktion gehört zu den ersten Log Flumes überhaupt. Zwar fehlen ihr die aufwendige Thematisierung und die großen Abfahrten moderner Anlagen, dafür überzeugt sie mit einem ausgezeichneten Fahrfluss. Das überraschend schnelle Layout, zahlreiche spritzige Passagen und perfekt platzierte Splashdowns sorgen für eine rundum gelungene Fahrt, bei der die meisten Fahrgäste angenehm nass werden.

Der Log Flume ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass einfache Attraktionen auch heute noch jede Menge Spaß machen können. Manchmal braucht es eben keine riesige Abfahrt, um eine großartige Wasserattraktion zu schaffen.

American Thunder

Als Evel Knievel eröffnet, zählt American Thunder heute zu den beliebtesten Holzachterbahnen von Six Flags St. Louis. Die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn mag zwar deutlich kleiner als The Boss sein, steckt aber dennoch voller Action.

Nach einer Rechtskurve aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill, bevor er sich in die steile, verdrehte erste Abfahrt stürzt. Es folgt ein großer Turnaround mit einer markanten Senke, der direkt in eine Reihe bodennaher Camelbacks übergeht. Ein weiterer Turnaround wechselt die Fahrtrichtung, ehe der Zug mit zunehmender Geschwindigkeit über weitere airtimegefüllte Hügel und durch enge Kurven rast. Eine letzte Linkskurve führt schließlich in die Schlussbremse und beendet diese rasante Fahrt.

American Thunder ist für mich die spaßigste der drei Holzachterbahnen des Parks. Der Fahrfluss ist hervorragend, das Layout geht nahtlos von einem Element ins nächste über und die Bahn gehört zu den Achterbahnen, die man am liebsten immer wieder fahren möchte.

Bilder Six Flags St. Louis

Fazit Six Flags St. Louis

Six Flags St. Louis ist ein großartiger Freizeitpark, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Die wunderschöne Lage inmitten der hügeligen Landschaft Missouris, die abwechslungsreiche Achterbahnsammlung und die entspannte Atmosphäre machen den Park zu einem der am meisten unterschätzten Parks der Six-Flags-Kette. Zwar fehlen die spektakulären Rekordattraktionen einiger größerer Schwesterparks, dafür überzeugt Six Flags St. Louis mit einem außergewöhnlich ausgewogenen Gesamtpaket, das für nahezu jeden Achterbahnfan etwas bereithält.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, wie konstant hoch das Niveau der Attraktionen ist. Statt sich nur auf ein oder zwei große Highlights zu verlassen, bietet Six Flags St. Louis eine erstaunlich ausgewogene Auswahl an Fahrgeschäften, bei der nahezu jede größere Attraktion eine Fahrt wert ist. Am Ende des Tages hatte ich den Park deutlich mehr ins Herz geschlossen, als ich es vor meinem Besuch erwartet hätte.

Ich kann einen Besuch in Six Flags St. Louis daher uneingeschränkt empfehlen. Der Park mag weder der größte noch der bekannteste der Six-Flags-Kette sein, doch sein ganz eigener Charakter, die wunderschöne Lage und seine hervorragende Attraktionsauswahl machen ihn zu einem Geheimtipp der amerikanischen Freizeitparklandschaft.

 

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Die Nervenkitzel-Hauptstadt der Welt

Six Flags Magic Mountain

Full Throttle 

Am zweiten Tag meines Besuchs wollte ich den Tag unbedingt mit Full Throttle beginnen, da diese Bahn aufgrund ihrer Lage zu den beliebtesten Attraktionen des ganzen Tages gehört. Die Fahrt beginnt mit einem kraftvollen Start aus der Station direkt in den größten Looping der Welt. In luftiger Höhe erleben wir eine schöne Hangtime, bevor wir wieder auf den Boden kommen und uns auf den Weg zum Gipfel des Berges machen. Hier schwingen wir direkt in einen schönen Dive Loop, bevor wir in einen Tunnel einfahren und zum Stillstand kommen. Sekunden vergehen, bis wir wieder abgeschossen werden, diesmal aber rückwärts. Nachdem wir fast den höchsten Punkt der zweiten Inversion erreicht haben, wechseln wir erneut die Richtung. Diesmal beschleunigen wir auf Höchstgeschwindigkeit, bevor wir in eine Kurve einfahren und kurz darauf über den Scheitelpunkt des Loopings fahren. Während wir die Aussicht genießen, bremsen wir in der Abfahrt und kommen kurz darauf zum Stehen.

Full Throttle ist eine sehr schöne Achterbahn. Ich habe nichts von dieser Fahrt erwartet und war angenehm überrascht. Der Abschuss ist sehr kraftvoll, die Inversionen sind klasse und auch der Mittelteil, bei dem man rückwärts fährt, ist toll. Leider ist die Fahrt sehr kurz.

Canyon Blaster, Speedy Gonzales Hot Rod Racers und Magic Flyer

Interessanterweise befinden sich alle Kinderachterbahnen in derselben Ecke des Parks. Leider war bei meinem Besuch die größte der drei Achterbahnen, Speedy Gonzales Hot Rod Racers, nicht in Betrieb und die beiden kleineren Achterbahnen Canyon Blaster und Magic Flyer durften ohne Begleitung eines Kindes nicht gefahren werden.

Buccaneer und Swashbuckler

Direkt gegenüber der großen Eingangsplaza von Goliath befindet sich der Eingang zu den beiden Fahrgeschäften Buccaneer und Swashbuckler. Während es sich bei Buccaneer um eine schöne Schiffschaukel von Intamin handelt, ist Swashbuckler ein klassischer amerikanischer Wellenflug.

Goliath

Nachdem ich Titan in Six Flags Over Texas gefahren bin, wollte ich unbedingt Goliath ausprobieren. Goliath ist der erste Hyper Coaster, der von Giovanola (einem ehemaligen Lieferanten von Intamin) gebaut wurde.

Nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hat, macht er eine Rechtskurve und beginnt den Lifthügel zu erklimmen. Auf einer Höhe von 72 m beginnt die lange und eindrucksvolle Abfahrt in einen Tunnel. Dabei wird ein Höhenunterschied von 78 Metern überwunden. Mit einer Geschwindigkeit von 137 km/h schießt der Zug in einer beeindruckenden Steilkurve nach oben. Nach der Kurve geht es wieder bergab, gefolgt von einem fantastischen Airtime-Hügel. Es folgt eine lange Rampe und schließlich eine Blockbremsstrecke, die uns fast bis zum Stillstand abbremst.

Danach rollt der Zug langsam weiter, bevor er in einer Linkskurve Fahrt aufnimmt. In einer einzigen fließenden Bewegung ändert der Zug die Richtung und wir krachen auf den Boden. Es folgt eine wahnsinnige 585° Helix. Dann dreht sich die Schiene nach oben und neigt sich nach links. Nach einer weiteren rasanten Abfahrt macht der Zug eine Rechtskurve nach oben, die uns in die letzte Bremsstrecke der Bahn führt.

Was für eine Fahrt! Goliath ist ein Monster von einer Achterbahn. Kraftvoll, schnell und perfekt getaktet. Goliath ist eine der besten Achterbahnen, die ich je gefahren bin.

Lex Luthor Drop of Doom

An der Stützkonstruktion der Achterbahn Superman: Escape from Krypton befinden sich die beiden Fahrspuren des Lex Luthor Drop of Doom: einer der höchsten Freifalltürme der Welt.  

Nachdem wir die stark thematisierte Warteschlange hinter uns gelassen haben, nehmen wir bald in der Gondel Platz. Nachdem die Sicherheitsgurte kontrolliert wurden, geht es auch schon bald auf die Spitze des Turms. In 122 Metern Höhe haben wir einen herrlichen Ausblick auf den Park und die Umgebung, bevor der freie Fall beginnt. Der Haken gibt die Gondel frei und wir stürzen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 137 km/h auf den Boden, bevor wir die Bremse erreichen und die atemberaubende Fahrt zu Ende geht.

Twisted Colossus

Colossus war die große Holzachterbahn des Parks und machte ihn zu einem der bekanntesten Freizeitparks der Welt. In den 2010er Jahren wurden immer mehr Holzachterbahnen zu Hybridachterbahnen umgebaut, so auch Colossus. Statt aus zwei Strecken besteht Twisted Colossus nur noch aus einer, d.h. man erlebt das Layout gleich zweimal hintereinander. Der Clou dabei: Mit dem richtigen Timing erlebt man hier einen gnadenlosen Racing Coaster.

Dieses Glück hatte ich leider nicht und so fuhr unser Zug nach einem hügeligen Abschnitt alleine über den Lifthügel. Nach einem leicht gewundenen ersten Drop geht es durch ein langes Tal und über einen bodennahen Speedbump, bevor es einen Hügel hinauf und in eine Wendekurve mit High-Five-Element geht.  Nach einem weiteren Sturz geht es auf der blauen Spur über einen weiteren Speedbump und in einen Camelback, während die grüne Spur über einen Double-Down und eine Zero-G Roll direkt über die blaue Spur rast. Nun fährt auch die blaue Spur in eine Rolle, während die grüne Spur über einen Hügel rast. Nach einem Double-Up trennen sich die beiden Spuren und während die blaue Spur nun zur grünen wird, nähert sich die grüne Spur der finalen Bremsstrecke und dann der Station.

Twisted Colossus ist eine ziemlich coole Achterbahn, aber ohne das Racing-Feature ist es eine sehr lineare Achterbahn ohne große Überraschungen. Und das ist man von RMCs einfach nicht gewohnt. Schade, denn von allen gefahrenen RMCs ist Twisted Colossus meiner Meinung nach die schwächste Anlage.

Scream!

Die Achterbahn Scream! gilt wegen ihrer Lage über einem Parkplatz als die wohl am wenigsten geschätzte Investition des Freizeitparks.

Doch die Achterbahn hat es in sich. Nachdem man den Lifthügel der Achterbahn erklommen hat, geht es sofort in die Tiefe. Mit viel Druck geht es durch das Tal und gleich darauf in den großen Looping der Achterbahn. Ein Anstieg nach links entpuppt sich als Dive Loop und zieht uns sofort in die Tiefe. Mit viel Schwung geht es dann durch eine Zero-G Roll und gleich danach in die Cobra Roll der Achterbahn. Ein Aufstieg führt uns dann in eine Blockbremse, in der wir aber nur kurz verschnaufen können. Sofort geht es in einer Steilkurve nach unten. Knapp über dem Boden geht es dann in eine intensive Helix. Nach einem Richtungswechsel geht es in die Interlocking Corkscrews, zwei ineinander verschränkte Inversionen. Eine kurze Linkskurve führt uns dann in die letzte Steigung der Fahrt, nach der wir die Bremsstrecke der Achterbahn erreichen.

Was für eine Fahrt! Der Floorless Coaster Scream! ist eine absolute Spaßmaschine mit einem atemberaubenden Layout und insgesamt sieben Überschlägen. Hier bin ich immer wieder gerne eingestiegen.

Batman The Ride

Nur zwei Jahre nach der Eröffnung des ersten Batman: The Ride in Six Flags Great America fand der dunkle Ritter 1994 seinen Platz im Six Flags Magic Mountain.

Nach dem Erklimmen des Lifthügels erwartet die Fahrgäste ein Pre-Drop, bevor der Zug schließlich in einer Steilkurve den ersten Drop hinabstürzt. Bei der Talfahrt erwarten die Fahrgäste hohe G-Kräfte, bevor es in den ersten Looping geht. In Windeseile geht es in die zweite Inversion, eine Zero-G-Roll. Dann wird ein weiterer Looping durchfahren. Der Blutdruck in den Füßen steigt schlagartig an, als es durch eine Steilkurve und einen geraden Streckenabschnitt geht. Gnadenlos geht es dann in Richtung Boden, wo der erste Korkenzieher auf den Fahrer wartet. Dieses Element ist der pure Wahnsinn, wenn man im hinteren Teil des Zuges fährt, denn die Beschleunigung ändert sich schlagartig. Nach einer kurzen Rechtskurve folgt der zweite Korkenzieher. Danach geht es in einer Linkskurve direkt in die Bremsstrecke.

Batman: The Ride ist immer noch einer der besten Inverted Coaster, die es gibt. Die Bahn bietet ein intensives Fahrlayout mit vielen positiven G-Kräften auf einer relativ kleinen Grundfläche. Abgesehen von der Thematisierung unterscheidet sich das Fahrerlebnis nicht zwischen den verschiedenen Anlagen, was ein gutes Zeichen ist.

Wonder Woman Flight of Courage

Die Wonder Woman Flight of Courage ist die neueste Achterbahn. Die Fahrt auf dem RMC Raptor Track beginnt nach einer Rechtskurve sofort mit dem Lifthügel der Bahn. Nachdem wir die Starthöhe von 40 m in Windeseile erreicht haben, stürzen wir in einer sehr steilen Abfahrt direkt in die Tiefe. Nach einem schnellen Aufstieg geht es gleich wieder in einem Dive Loop nach unten. Mit brutaler Airtime geht es dann über einen riesigen Camelback und gleich darauf in einen Zero-G Stall. Ein steiler Aufstieg führt uns dann in einen sehr engen Turn. Nun geht es wieder ziemlich abrupt nach unten und sofort in eine Zero-G Roll. Ein weiterer Anstieg führt uns dann in eine Blockbremse. Ohne große Verzögerung geht es dann in die nächste Abfahrt, nach der uns ein weiterer Turn erwartet. Immer noch sehr schnell rasen wir nun über eine Reihe von Airtimehügeln. Nach einer scharfen Linkskurve erreichen wir die Schlussbremse.

Wonder Woman Flight of Courage ist die bessere der beiden RMC-Achterbahnen im Park. Das Layout des Single Rail Coasters hat einen wirklich schönen Flow. Die Inversionen fahren sich alle sehr gut und auch die Airtime ist sehr schön. Mir zumindest hat die Fahrt richtig gut gefallen, auch wenn ich es etwas schade finde, dass das DC Universe durch diese Achterbahn regelrecht in zwei Teile gerissen wurde.

Teen Titans Turbo Spin, Crazanity und Scrambler

Der Weg zur nächsten Achterbahn des Parks ist von mehreren Fahrgeschäften gesäumt. Hier treffen wir auf den Round-Up Teen Titans Turbo Spin, einen klassischen Scrambler, sowie die Zamperla Giant Discovery Crazanity, die an meinen Besuchstagen leider nicht in Betrieb war.

Riddler’s Revenge

Die Achterbahn Riddler’s Revenge ist eine der größten Stand Up Coaster weit und breit. Nachdem man die sehr lange Warteschlange hinter sich gelassen und sich über den Sinn der doch recht seltsamen Stationseinteilung gewundert hat, kann die Fahrt auch schon bald losgehen.

Nachdem uns der Lift auf eine Höhe von 48 Metern gebracht hat, geht es gleich in einer Steilkurve dem Boden entgegen. Es folgt der große Looping der Bahn und wie bei Scream! geht es gleich in einen Dive Loop. Riddler’s Revenge setzt sogar noch einen drauf und so geht es direkt in einen weiteren Dive Loop. Darauf erleben wir die Welt leicht schräg über Kopf in einem Inclined Loop. Ein wunderschöner Turn führt uns dann in eine ansteigende Kurve und gleich darauf in die Mid Course Brake. Mit kaum verminderter Geschwindigkeit geht es ein weiteres Mal abwärts und gleich darauf folgt ein Korkenzieher. Eine bodennahe Linkskurve führt uns in einen Camelback. Nach einer Helix und einer Linkskurve stürzen wir erneut zu Boden und werden in einem weiteren Korkenzieher durch die Gegend geschleudert. Nach einer weiteren Rechtskurve erreichen wir die Bremsstrecke der Anlage.

Riddler’s Revenge ist eine wirklich tolle Achterbahn. Die Fahrt ist ein sehr intensives Erlebnis, was durch die stehende Fahrposition noch einmal deutlich verstärkt wird.

Justice League: Battle for Metropolis

Die von der Sally Corporation entwickelte Themenfahrt Justice League: Battle for Metropolis verbindet große plastische Szenen mit 3D-Screens, auf denen man die allerlei Gerätschaften von Lex Luthor abwehren muss, bevor es ihm gelingt mit Hilfe des Jokers auch noch die gesamte Justice League festzunehmen. Ein herrlicher Spaß, wie man ihn von Sally gewohnt ist, und eine überraschend gut gemachte Themenfahrt, die in vielen Six Flags Freizeitparks zu finden ist.

Gold Rusher

Die erste Achterbahn des Magic Mountain ist der Mine Train Gold Rusher. Die Fahrt am Hang entlang hat ein eher ungewöhnliches Layout mit vielen, eher kleinen Stürzen und einer serpentinenartigen Streckenführung. Nach einer Blockbremse biegt der Zug zum Schluss in eine sehr schnelle Helix ein, danach geht es kurz bergauf und schon ist die Schlussbremse der Fahrt erreicht und unsere kuriose, aber lustige Fahrt geht zu Ende.

West Coast Racers

Vorbei an der Wildwasserbahn Jet Stream, die leider schon Saisonpause hat, zieht es uns nun zu den West Coaster Racers.

Im Prinzip folgt die Achterbahn hier dem gleichen Prinzip wie Twisted Colossus. Allerdings wartet hier der zweite Zug in einem separaten Bereich, bevor es parallel auf die Strecke geht. Sofort werden wir per LSM beschleunigt und fahren in ein High-Five-Element ein. Während die weiße Bahn in eine Rolle einfährt, rast die gelbe Bahn über einen Hügel direkt darunter. Nach einer Rechtskurve rasen beide Spuren in den zweiten LSM-Bereich. In einem wunderschönen Manöver fahren dann beide Spuren parallel über Kopf und direkt danach durch zwei parallel verlaufende Helices. Zum großen Finale fährt dann die weiße Spur über einen Hügel, während die gelbe Spur eine Rolle direkt über den Hügel macht. Nach einer Kurve fährt die weiße Spur weiter in den abgetrennten Bereich und wird somit zur gelben Spur, während die gelbe Spur sich nun der Station nähert.

Irgendwie wünschte ich mir, dieses Rennfeeling auch auf Twisted Colossus erleben zu können, denn die Fahrt auf den West Coast Racers lebt fast nur von den zahlreichen Near-Miss Begegnungen während der Fahrt. Die Strecke hat es jedenfalls in sich und das Layout hat trotz der mehr oder weniger sehr linearen Fahrdynamik einige recht coole Elemente.

Apocalypse

Die Holzachterbahn Apocalypse wurde ursprünglich als Terminator Salvation: The Ride eröffnet. Sie ersetzte die Achterbahn Psyclone, die jahrelang an dieser Stelle des Parks stand. Leider konnte ich diese Achterbahn des Herstellers GCI an meinen beiden Besuchstagen nicht fahren.

Tatsu

Zum Glück habe ich dank meiner Legacy-Mitgliedschaft noch einen einmaligen Flash Pass, den ich kostenlos nutzen kann. Sonst hätte ich auf eine Fahrt mit der Achterbahn Tatsu verzichtet, da die Wartezeiten bei der Nutzung nur eines Zuges jenseits von Gut und Böse lagen.

Die Fahrt auf Tatsu beginnt unmittelbar mit der Einfahrt in den Lifthügel. Oben angekommen stürzen wir uns gleich in eine Steilkurve mit bester Sicht auf den Intamin Rapids Ride Roaring Rapids. Gleich danach fliegen wir in einem Korkenzieher ganz knapp am Sky Tower vorbei. Nach einer Linkskurve drehen wir uns einmal um die eigene Achse und biegen dann in eine Steilkurve ein. Eine weitere Linkskurve führt uns dann zum Highlight der Fahrt: dem Pretzel Loop. Mit bestem Blick auf den Looping der Achterbahn New Revolution weit unter uns stürzen wir uns in die Tiefe. Mit viel Druck geht es dann auf dem Rücken liegend durch das Tal. Kurz darauf wiederholen wir das eben Erlebte in umgekehrter Reihenfolge. Wieder in der Luft geht es sofort in die nächste Rolle. Nach einer Rechtskurve und einem kleinen Anstieg erreichen wir die Schlussbremse der Achterbahn.

Tatsu ist ein sehr guter Flying Coaster. Durch die Lage hoch oben am Berg wird das Fluggefühl während der Fahrt noch verstärkt. Die Fahrt selbst bietet einige schöne Elemente und durch den Pretzel Loop am Ende der Fahrt auch ein recht abwechslungsreiches und sehr intensives Layout.

Sky Tower

Hinter Tatsu befindet sich einer der Zugänge zum Samurai Summit, wo der Aussichtsturm Sky Tower von Intamin den Park dominiert. Leider ist der Turm seit 2014 nicht mehr zugänglich.

Ninja

Die zweite Attraktion des Samurai Summit ist der Suspended Coaster Ninja von Arrow Dynamics.

Die Fahrt beginnt gleich mit dem ersten der beiden Lifthügel. Oben angekommen geht es gleich in eine steile Rechtskurve. Nach einer Helix schwingen wir parallel zur Wildwasserbahn Jet Stream am Hang entlang. Eine Linkskurve führt uns dann zum tiefsten Punkt der Bahn, wo wir sofort in eine rechtsdrehende Helix einbiegen. Nach einer kurzen Geraden unter dem Lift der Wildwasserbahn hindurch sausen wir wieder knapp an der Wasseroberfläche entlang. Eine kurze Steigung und mehrere dynamische Kurvenwechsel später nähern wir uns langsam aber sicher der Bremsstrecke am unteren Hang. Kurz darauf fahren wir in den zweiten Lift ein, der uns zurück auf die Stationsebene bringt, wo unsere tolle Fahrt auf der familienfreundlichen Achterbahn zu Ende geht.

Superman: Escape from Krypton

Als Superman The Escape 1997 eröffnet wurde, war sie zusammen mit Dreamworlds Tower of Terror (später Tower of Terror II) die höchste und schnellste Achterbahn der Welt. Gemeinsam hielten die Bahnen den Geschwindigkeitsrekord bis zur Eröffnung von Dodonpa im Fuji-Q Highland im Jahr 2001 und den Höhenrekord bis zur Eröffnung von Top Thrill Dragster in Cedar Point im Jahr 2003. Im Jahr 2010 wurde die überholt und mit neuen Zügen ausgestattet. Auf Superman: Escape from Krypton konnte man die Bahn nun hauptsächlich rückwärts fahrend erleben, bis im Jahr 2021 einer der Wagen wieder umgedreht wurde.

Da ich am letzten Betriebstag den Tower of Terror II erleben durfte, freute ich mich sehr auf eine Fahrt mit Superman: Escape from Krypton. Leider war die Bahn an keinem meiner Besuchstage in Betrieb.

Roaring Rapids

Eine der interessantesten Stromschnellenfahrten, die ich je gesehen habe, ist Roaring Rapids. Von außen sieht man nichts von der Bahn, da sie auf einem Plateau hoch über den Parkwegen gebaut wurde. Nur der Aufgang zur Attraktion ist zu sehen. Die Fahrt in den großen Booten ist recht einfach gestaltet, macht aber viel Spaß. Der Nässegrad hielt sich angenehm in Grenzen.

New Revolution

Die wohl klassischste Achterbahn im Six Flags Magic Mountain ist die Revolution. Als erste Loopingachterbahn der Neuzeit zog die Schwarzkopf Achterbahn 1976 alle Blicke auf sich und wurde spätestens durch den Film Achterbahn weltberühmt.

Die Fahrt mit der Revolution beginnt gleich mit der Einfahrt in den Lifthügel, der uns auf eine Höhe von 34 Metern bringt. Oben angekommen geht es in einer immer steiler werdenden Kurve dem Boden entgegen. Danach geht es recht gemächlich über einen Hügel und gleich darauf in die zweite, noch größere Abfahrt. Nachdem wir den Bahnhof nur knapp verfehlt haben, geht es über einen weiteren Hügel. Danach zieht es uns in eine Linkskurve, die sehr nah am Boden verläuft. Nach einem Anstieg nähern wir uns der wohl wichtigsten Abfahrt. Auf einer langen Geraden werden wir immer schneller und rasen dann durch den ersten modernen Looping der Weltgeschichte. Eine lange ansteigende Linkskurve mündet in eine ebenso lange Rechtskurve, in der wir uns jedoch dem Gelände anpassen. Nach einem Tunnel folgt eine längere Gerade, die durch den Looping führt. Ein kurzer Dip nach rechts bringt uns dann in das rasante Finale der Helix. Kurz darauf erreichen wir die Schlussbremse und unsere solide Fahrt neigt sich dem Ende zu.

Viper

Die große Arrow Loopingachterbahn Viper war für mich der ausschlaggebende Grund, endlich einmal Six Flags Magic Mountain zu besuchen.  Die 1990 eröffnete Achterbahn nähert sich leider ihrem Lebensende und nach der Schließung der großartigen Loopingachterbahn Vortex im Freizeitpark Kings Islands stand Viper ganz oben auf meiner To-Do-Liste.

Nachdem wir den Lift erklommen haben, geht es gleich in einer beängstigend steilen Kurve rasant nach unten. Nach einer sehr intensiven Talfahrt geht es direkt in eine scheinbar endlose Rampe, an deren Ende uns der erste Looping gnadenlos in den Sitz presst. Nach einer weiten Linkskurve geht es in zwei weitere Loopings, die ebenfalls sehr intensiv durchfahren werden. Nach einer Steigung werden wir durch eine Blockbremse gezogen, die unsere Geschwindigkeit etwas reduziert. Nach einer Linkskurve und einer kurzen Rechtskurve geht es in einen Batwing, der uns gleich zweimal auf den Kopf stellt. Zum großen Finale geht es dann in eine Kurve, die uns direkt in die beiden Korkenzieher der Strecke führt. Nach einer langen Geraden geht es unter dem Lift hindurch und sofort in die Bremsstrecke der Anlage.

Die Fahrt auf der Viper ist noch besser als ich erwartet hatte. Die Achterbahn ist gnadenlos intensiv, hat ein sehr gutes Pacing und läuft dabei absolut ruhig. Eine absolute Top-Achterbahn, die ich während meines Besuchs im Six Flags Magic Mountain am häufigsten gefahren bin.

X2

Direkt an der Zufahrt zum Parkplatz des Freizeitparks thront die Achterbahn X2, die erste Auslieferung eines 4th Dimension Coasters und eine Wahnsinnsmaschine mit einem für eine Achterbahn wirklich untypischen Layout. Im Park selbst muss man zunächst eine Brücke überqueren, um zur Achterbahn zu gelangen. Im Gegensatz zu Fuji-Qs Achterbahn Eejanaika halten sich die Wartezeiten hier angenehm in Grenzen, so dass man recht schnell zu seiner Fahrt kommt.

Die Fahrt beginnt gleich mit einer 180°-Drehung. In Rückenlage erreicht man den Lift, bevor es auf dem Rücken liegend 75 Meter in die Höhe geht. Obwohl das sehr schnell geht, hat man noch genügend Zeit, sich den vor einem liegenden Freizeitpark genau anzusehen – ein toller Anblick.

Ein kurzer Pre-Drop bringt den Wagen wieder in Schwung und richtet uns in die ursprüngliche Fahrposition aus, bevor wir an der nächsten Kuppe frontal zum Boden bzw. in Richtung der vorderen Reihe gedreht werden. Diese Fahrposition wird dann über den größten Teil des Steilhangs beibehalten, wobei man sich im unteren Drittel einmal überschlägt, um das folgende Tal leicht nach oben blickend zu durchfahren. Im Inside-Raven-Turn wird nun die Fahrtrichtung der Schiene einmal geändert, das Element erlebt man allerdings immer noch in der Waagerechten. Der Zug selbst durchfährt, nun unter der Schiene hängend, ein Gefälle und anschließend einen Camelback, während wir vorwärts durch den dichten Stützenwald rasen und uns mit einer 360°-Drehung wunderbar überschlagen. Wieder vorwärts geht es weiter in eine überhöhte Steilkurve. Weiterhin vorwärts durchqueren wir ein kraftvolles Tal oberhalb der Station. Auf dem folgenden Hügel wechselt die Schiene in einem Fly-to-Lie Element die Richtung und wir drehen uns munter um 180°. Rückwärts geht es durch ein Tal und gleich wieder einen Hügel hinauf, an dessen Ende die Einfahrt in den Outside-Raven-Turn wartet. Auch in dieser Variante des Raven-Turns werden wir in der Waagerechten gehalten, während der Zug munter seine Fahrposition ändert und somit unter der Schiene hängend weiterfährt. Mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit rasen wir nun auf ein weiteres Fly-to-Lie-Element zu, das uns in Kombination mit der Gondeldrehung wunderbar sanft in die Bremsstrecke gleiten lässt.

X2 ist eine der heftigsten Achterbahnen, die ich bisher erlebt habe. Die Fahrt ist extrem druckvoll, raubt einem völlig die Orientierung und ist dabei erstaunlich sanft in ihren Fahreigenschaften. Man wird einfach nicht erschlagen, obwohl man wie ein Pascha breitbeinig in der Bahn sitzt. Die minimalistische, aber recht komplizierte Bügelsicherung steigert den Fahrspaß und den Respekt vor der Fahrt ungemein, auch wenn man sie schon mehrmals erlebt hat. Wie schon nach einer Fahrt mit der Eejanaika lautet das Resümee auch hier: Die Fahrt ist geil!

Bilder Six Flags Magic Mountain

Fazit Six Flags Magic Mountain

Six Flags Magic Mountain ist ein schöner Vergnügungspark. Der in den 70er Jahren eröffnete Freizeitpark nutzt das vorhandene Gelände sehr gut aus und schafft dadurch eine angenehme Atmosphäre. Aufgrund des großen Andrangs am ersten Besuchstag (bedingt durch die langen Event-Öffnungszeiten) und der reduzierten Kapazität auf fast allen Achterbahnen konnte ich nicht den besten Eindruck von Six Flags Magic Mountain gewinnen. Dies änderte sich jedoch direkt am nächsten Tag, an dem ich ohne große Wartezeiten alles problemlos erledigen konnte und bis zum Mittag mit fast allem durch war. Schade nur, dass einige Achterbahnen während meines Besuchs leider geschlossen waren.


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Das Vermächtnis der Dinocittà

Die Geschichte der Cinecittà World

Die Historie des Filmstandorts Rom reicht bis ins Jahr 1937 zurück, als hier die Filmstadt Cinecittà gegründet wurde. Ausgestattet mit den damals modernsten Ateliers Europas, einem Backlot und einer Kopieranstalt, wurden bis zum Jahr 1943 gut 300 Filme produziert. Bombardiert von den Alliierten und von den Nazis geplündert wurde die Filmproduktion nach Venedig verlegt. Nach Kriegsende diente die Filmstadt zwei Jahre lang als DP-Lager, ehe die Filmproduktionsstätte zu ihrem eigentlichen Nutzen zurückfand. In den 50er Jahren erlebten die Cinecittà Studios ein goldenes Zeitalter, wohl auch durch die Filmförderung des italienischen Staates, und diente als Filmstätte bedeutsamer Hollywoodfilme wie z.B. Ben-Hur.

Auf Grund stetig steigender Nachfrage und begrenzter Studiokapazitäten gründete der Produzent Dino de Laurentiis, mit der Dinocittà, das damals größte Filmstudio der Welt, ebenfalls im Süden der italienischen Hauptstadt. Hier entstanden vor allem historisch-monumentalische Filme wie Barabbas (Italien 1961, Richard Fleischer), Waterloo (Italien/UdSSR 1969, Sergej Bondartschuk) und John Hustons Mammutwerk La Bibbia (Italien 1966). Auf Grund der Anfang der 70er Jahre zurückgefahrenen Subventionen konnte sich das Filmstudio jedoch nicht lange halten und so wurde im Jahr 1973 das Gelände an den italienischen Staat verkauft. Dino de Laurentiis produzierte fortan in den Vereinigten Staaten und die Dinocittà blieben ungenutzt; obgleich nicht vergessen. Pläne Anfang der 2000er Jahre die Studios unter dem Namen Roma Studios zu führen wurden rasch verworfen und die Cinecittà Holding übernahm das Gelände.

Ursprünglich für das Jahr 2012 geplant eröffnete der Filmpark Cinecittà World im Sommer 2014 zum ersten Mal seine Pforten. Unbezahlte Rechnungen und mangelnde Besucher, trotz der erstaunlicher Weise mal nicht zu hoch gegriffenen 1.5 Millionen anvisierten Besucher, ließen den Park schnell in einem negativen Licht dastehen. Kurzfristige Absagen von saisonalen Events und der geplanten Winteröffnung sorgten zudem schnell für Zweifel, ob der Park jemals wieder öffnen würde. Nach einer Umstrukturierung über die Wintermonate öffnete der Park jedoch pünktlich zu Ostern.

Parkrundgang

Durch ein aufwendig gestaltetes Eingangsportal betritt man den Park direkt in die Cinecittà Street, der Main Street des Parks, inspiriert nach dem New York der 20er Jahre. Obwohl das Set nur generisch angelegt ist, also keinem Film nachempfunden wurde, versprüht dieser Bereich sehr viel Charme, sofern er nicht auf Grund mangelnder Besucher wie eine Geisterstadt wirkt. Die Gestaltung ist im Allgemeinen sehr hochwertig und mit allerhand Details bestückt, so dass der erste, sowie auch letzte Eindruck des Parks zwangsläufig ein positiver ist.

Aktium

Zur linken der Mainstreet erstreckt sich das Set um Aktium, einem aufwändig gestalteten Super Splash aus dem Hause Mack Rides. Dieser soll die Seeschlacht bei Actium darstellen, in der sich Octavian, der spätere Kaiser Augustus, gegenüber Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra VII behauptete und sich dadurch die Alleinherrschaft im Römischen Reich sicherte. So gewalttätig besagte Schlacht war, so imposant zeigt sich der Bereich um die Anlage und erneut merkt man, dass in der Cinecittà World mit Qualität geklotzt statt gekleckert wird.

Nachdem man die großzügig ausgelegte Warteschlange hinter sich gelassen hat kann die Fahrt auch gleich beginnen. Ohne großes Vorspiel geht es direkt den ersten Lifthügel hinauf, wo man sich in einer ruppigen Kurvenfahrt dem ersten Gefälle nähert. Dieses verläuft, ähnlich diversen größeren Spillwateranteranlagen, ohne große Spielereien direkt ins kühlende Nass. Eine Wendekurve später klettert das Boot erneut gen Himmel und absolviert ebenfalls eine recht ruppige Linkskurve. Wo sich bisweilen die Anlage für diese Achterbahnart recht untypisch zeigte wird in der zweiten Schussfahrt der wahre Charakter offenbart. Mit ordentlich Schwung passiert man nun ein Tal und hebt auf dem angrenzenden Hügel ein wenig ab ehe man mit dem Wasser in Berührung kommt. Nach etwas Rumgeschippere durch den Kanal erreicht man alsbald die Station und wird unter tosenden Applaus vom Personal verabschiedet.

Aktium ist ein netter Spillwaterersatz, der jedoch die Grenzen dieser Achterbahn zeigt und den Grund offenbart, warum fast alle anderen Anlagen dieses Typs Drehteller anstelle von Kurven für die Wendemanöver nutzen. Abgesehen von den eckigen Kurvenpassagen fährt sich die Anlage ohne sonstige Mäkel, obgleich der Nässegrad gerne etwas höher hätte sein können.

Studio 1

Über den Piazza Dino de Laurentiis mit all seinen Springbrunnen und Fontänen und vorbei am Studio 1, in dem, typisch für Italien, eine Zaubershow stattfand, die bis auf die zeitintensive Gedankenlesenummer (welche nur auf Italienisch dargeboten wurde), sehr professionell inszeniert wurde, jedoch leider nicht ganz so sehenswert war, wie die vergleichbare Show im Movieland Park, geht es zur größten Attraktion der Cinecittà World, der 10-Inversionsachterbahn Altair CCW-0204.

Altair CCW-0204

Vielen ist dieser Achterbahntyp bereits aus dem englischen Freizeitpark Thorpe Park bei London bereits hinreichend bekannt, doch im Gegensatz zu dem einstigen Rekordbrecher, befördert man die Fahrgäste ein wenig schneller und ohne störanfälligen Kettenlift auf die Ausgangshöhe von 33m und schleudert diese dann, nach einem aufregenden Start, in Zügen ohne Schulterbügel durch die Überschlagselemente. Ein wuchtiges Raumschiff dient als überdimensioniertes Stationsgebäude, in dem die Menschheit nach mehr als vier Jahrtausende zur Erde zurückkehrt und sich die Frage stellen muss wer denn nun der Außerirdische ist, die sich hier entwickelten Lebewesen, oder wir, die sie im 22. Jahrhundert verlassen hatten?

Während die Hintergrundgeschichte zu Altair viel Raum für philosophische Diskussionen bietet, so direkt geht es mit dem Wagenverbund, dessen Bügelsystem sehr dem der Wasserachterbahn Divertical im Mirabilandia ähnelt, dem Lifthügel empor. Oben angekommen passiert man recht gemächlich die Kuppe und stürzt sich sogleich gen Boden. Mit ausgeprägter Geschwindigkeit und ebenso ausgeprägten Druck durchfährt man eine steil abfallende Linkskurve, ehe man die erste Inversionsfigur, einem Looping, emporschießt. Diesen durchquert man in gewohnter Intensität, woraufhin sich ein kleiner Hügel anschließt mit etwas Airtime. Im darauffolgenden, etwas tiefergelegten Tal, wird eine Cobra Roll eingeleitet, die ebenso souverän durchquert wird. Nach nun bereits drei Überschlägen wird mit zwei Korkenziehern die Halbzeit der Anlage eingeläutet.  Nach einer weiteren Linkskurve oberhalb der ersten Abfahrt wird die vierfache Herzlinienrolle nach links führend eingeleitet. Durch die freiere Sitzposition absolviert man diese mit leichten seitlichen Überhang und somit dem Gefühl stets herausfallen zu können. Hieraufhin durchquert der Zug eine letzte Linkskurve und im Anschluss die finale Inversion, eine rechtsführende Heartlineroll, hinein in die Bremsen. Im Gegensatz zu Colossus im Thorpe Park ist diese Rolle jedoch ein wenig ernüchternd, da sie sich identisch mit den vorangegangenen Rollen fährt und somit keine Überraschung mehr bietet.

Altair ist eine tolle Achterbahn mit hervorragenden Fahreigenschaften und einer, im Vergleich zum Original deutlich verbesserten, Sitzposition. Jedoch hat auch Colossus seine Stärken, die sich vor allem in der grandiosen letzten Rolle und der besseren Integration in das Gelände widerspiegeln; sie ist schlichtweg fotogener, obwohl auch Altair keinesfalls fotoscheu ist. Der abgeänderte First Drop fährt sich grandios und auch die fehlenden Vibrationen in Looping und der anschließenden Cobra Roll machen die Fahrt, ebenso wie die nicht vorhandene Warteschlange zu unserem Besuchspunkt, zu einem Garanten für Wiederholungsfahrten.

Erawan

Durch die hübsche Westernstadt Ennio’s Creek, benannt nach dem Komponisten zahlreicher Italowestern Scores Ennio Morricone, wo in Laufe der Saison ein Grusel-Walkthrough erziehen soll, und vorbei an den Studios 3,4 und 5 (wobei in Studio 4 ein 4D Kino und in Studio 3 ein Kinderspielplatz erreichtet wurde) geht es in Richtung der imposantesten Anlage des Parks, dem Freifallturm Erawan. Dieser optische Leckerbissen beinhaltet vier Fahrspuren, wobei zwei Spuren pures Fallvergnügen im Stehen bieten und die anderen zwei Spuren ihre Fahrgäste im Sitzen unterhalten. Alle Gondeln werden vor dem Fall nach vorne geneigt, was im Allgemeinen für ein tolles und überragendes Fahrgefühl sorgt. Doch auch abseits der Sonderfeatures ist Erawan ein grandioser Turm. Der reine Fall erreicht dabei ähnliche Qualitäten wie Apocalypse aus dem englischen Freizeitpark Drayton Manor, welcher aus meiner Sicht der beste Freifallturm in Europa ist, nur ist man, durch das Fehlen der urkomischen Stehgondel mit Flur, eine Erfahrung ärmer. Erawan ist zweifelsohne der am besten gestaltete Giant Drop weit und breit und bietet zudem eine grandiose Fahrt, welche man auf keinen Fall verpassen sollte.

Darkmare

Nur wenige Meter von Erawan entfernt befindet sich der Eingang zu Darkmare, der Familienachterbahn des Parks mit einer überaus düsteren Geschichte. Thematisch greift man Dante Alighieris Göttliche Komödie auf, welche in den 50er Jahren in der Studiohalle 2 verfilmt werden sollte. Dabei kam es jedoch zu zahlreichen merkwürdigen Unfällen und schlussendlich einem Brand, woraufhin der Dreh gestoppt wurde; danach passierte nichts.

Nach Jahren des Stillstands wagen wir uns also in die Halle und erleben dabei einen wilden Ritt durch die Hölle, welcher mit einer kurzen Abfahrt in einer Rechtskurve, hinein in den Lifthügel der Anlage beginnt. Dabei fährt man an einem Spiegel vorbei, was zugegebenermaßen ein echt toller Effekt ist. Vorbei an zahlreichen, künstlerisch wertvollen, Projektionen, die allesamt Van Helsing‘s Factory aus dem Movie Park Germany alt aussehen lassen, erreicht man recht zügig die Hallendecke, woraufhin sich der Zug sofort in einer linksführenden Steilkurve gen Boden stürzt. Ohne Rücksicht auf Verluste durchquert man mit einer überragenden Intensität das erste Tal, woraufhin der Zug alsbald an Höhenmeter gewinnt. Nach einem Kurvenwechsel durchfährt man eine enge Abwärtshelix und schlängelt sich in einer Zickzack-Kurvenkombination an das andere Hallenende. Nach einem kurzen Anstieg erreicht man das Freifallsegment, wo sich nun ein Dämon zeigt und seine Flügel um uns legt. Kurz darauf befinden wir uns auch schon eine Ebene tiefer und verlassen vorwärts sehr zügig das Segment. Nun folgt eine enge Linkskurve, an der sich sogleich eine letzte Rechtskurve anschließt. Kurz darauf erreichen wir die Station und werden wieder einmal begeisternd verabschiedet.

Darkmare ist richtig, richtig, verdammt richtig gut! Zwar kann die Anlage im Gegensatz zum Prototypen Th13teen des englischen Freizeitparks Alton Towers keinen lustigen Rückwärtspart nach dem Dropsegment vorweisen, dafür ist aber der Rest der Strecke um ein Vielfaches besser. Darüber hinaus ist die allgemeine Gestaltung der Anlage in ihrem düsteren Comicstil wirklich überragend und die Projektionen einfach nur perfekt. Durch die große und dämonisch gut abgedunkelte Halle wirkt die kompakte Anlage gleich drei Mal so groß wie sie eigentlich ist und die Strecke in gleicher Maßen verlängert. Der freie Fall ist zudem durchaus in Ordnung, kann aber für Erstfahrer bereits etwas zu viel des Guten sein, immerhin geizt die Fahrt ja ohnehin nicht mit ihren Kräften. Wobei man es keineswegs so düster sehen sollte, denn Darkmare ist definitiv die beste Achterbahn der Cinecittà World und eine der besten Achterbahnen des Landes; also eine tolle Fahrt mit sehr hohen Wiederholungsdrang.

Aquila IV

Gegenüber dem Teatro 2 befindet sich das U-Boot Aquila IV, welches in einem deutschen U-Boot Film und in einem Musikvideo der Band Bon Jovi Verwendung gefunden hat. Natürlich handelt es sich dabei nicht um Das Boot, denn das befindet sich weiterhin in der Bavaria Filmstadt unweit von München, sondern um das U-900 aus dem gleichnamigen Film mit Atze Schröder in der Hauptrolle, Yeahhhh!. Zugegebenermaßen haben die Kulissenbauer ihr Handwerk gut gemacht, was die belanglose Führung komplett auf Italienisch sollte konnten wir uns jedoch nicht erklären. Ohne Sprachkenntnisse sollte man Aquila IV also meiden und selbst mit Sprachkenntnissen darf man wirklich nicht sehr viel erwarten, zumal die Wartezeit sehr lang ausfällt. Hingegen ist ein Besuch in einem richtigen U-Boot wirklich empfehlenswert; wir zumindest haben uns zu dem Zeitpunkt sehnlichst in das U-571 der Movieland Studios zurückgewünscht.

SpacExpress

Neben dem SpacExpress, einem Immersive Tunnel von Simworx, welcher jedoch zu unserem Besuchszeitpunkt noch nicht in Betrieb genommen wurde, befindet sich in diesem Bereich noch die Kinderkartbahn Velocità Luce und der Eingang zum Kinderland Sognolabio. Dieses ist quietschbunt gestaltet und bietet einige nette Kinderfahrgeschäfte aus italienischer Produktion, sowie einen äußerst nervtötenden Soundtrack, wie auch ein nett gestaltetes Splash Battle

Bilder Cinecittà World

Fazit Cinecittà World

Die Cinecittà World ist ein durchaus guter Vergnügungspark, welcher sich Qualität zur obersten Devise setzen ließ; hier ist weder die Gestaltung, noch sind die Fahrgeschäfte von minderer Qualität. Leider fehlt bisweilen noch etwas die Quantität, denn einen ganzen Tag im Park schafft man wohl nur, wenn man sich tatsächlich jede einzelne Show anschaut, gemütlich in einem der Restaurants isst und ohne Probleme Mehrfachfahrten absolvieren kann. Der Movieland Park zeigt ja wie es geht, bei der Cinecittà World steht die eigene Professionalität doch noch etwas im Weg. In keinem anderen italienischen Park konnte man so viel Personal antreffen wie hier, weder in den Shows noch bei den Attraktionen. Das erzeugt zwar ein gutes Image, ist bekanntermaßen jedoch etwas teurer als die Ein-Personen-Bedienung des Mirabilandias. Zudem setzt man bei der Cinecittà World auf etwas was man kennt und in zahlreichen Filmparks bzw. Filmstudios mit geführten Touren auch Anwendung findet, ob man dabei jedoch auf der richtigen Schiene fährt ist fraglich; denn bisweilen zeigt man ja eigentlich nur größere generische Sets ohne tatsächlichen Filmbezug mit passend eingebetteten Attraktionen. Ein größerer Bezug auf eigene Produktionen wäre daher ratsam, dabei muss man nicht zwangsläufig das gedachte Konzept aufgeben. Ich bin gespannt wie sich der Park in den nächsten Jahren entwickelt, denn er hat Potential und bietet schon jetzt verdammt viel Qualität; ein Zustand den man anderen Parks um Rom gerne wünschen würde.


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