Auf Besuch beim kleinen Prinzen

Parc du Petit Prince

Nachdem sich das Futuroscope in der Nähe der französischen Stadt Poitiers recht zügig zu einem der erfolgreichsten Freizeitparks des Landes entwickelte plante die Grévin & Cie Gruppe im Jahr 1993 einen ähnlich orientierten Park, wo in verschiedenen Pavillons (ähnlich einer Weltausstellung) das Thema „Mensch und Natur“ behandelt werden sollte. Erst 13 Jahre später und mittlerweile bereits unter der Compagnie des Alpes wurde unter Verwendung öffentlicher Mittel (was den Park schon recht früh in die Kritik rückte) das Bioscope in der Nähe der französischen Stadt Mülhausen in die Tat umgesetzt. Leider blieben die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurück, so dass die CdA den Park bereits nach sechs Jahren an die Aerophile SAS, einen Hersteller für Fesselballons und andere Aussichtsfahrten, veräußerte. Diese gestalteten den Park rund um die Geschichten des Autors Antoine de Saint-Exupéry um, dessen Großneffe und Nachlassverwalter Sie erst auf die Idee brachte, wodurch die Besucher seit dem Sommer 2014 die Welt des kleinen Prinzen im Parc du Petit Prince hautnah erleben können.

Der Parc du Petit Prince bezeichnet sich selbst als der erste bzw. einzige Flugpark der Welt, was vor allem an den beiden Fesselballons und der Aérobar liegen dürfte, dabei wurde das ursprüngliche Konzept des Bioscopes zum größten Teil beibehalten und sinnvoll ergänzt. Interessanter Weise geschah dieses meist mit einfachsten Mitteln, z.B. wurde der Einschlagskrater in der Parkmitte, um welchen sich der Parc du Petit Prince in mehreren Kreisen anordnet, um den Asteroiden B-612, also der Heimat des kleinen Prinzen, ergänzt.

Chaises Volantes und Courrier Sud

Wir beginnen unsere Runde nun im Uhrzeigersinn, wo uns gleich der Wellenflug Chaises Volantes aus dem Hause Zierer begrüßt. Dieser ist das erste klassische Hoch- und Rundfahrgeschäft des Parks und wurde zur Neueröffnung des Parks hier errichtet. Direkt daneben befindet sich mit dem Courrier Sud ein interaktives Laufgeschäft, bei dem man verschiedene Fragen beantworten muss, in dem man sich auf das entsprechende Feld auf dem Boden stellt bzw. im späteren Verlauf auch die Hände nutzt. Zu Bioscope Zeiten war diese Attraktion im Übrigen als Planète Party bekannt, was das eigentliche Spiel im Inneren doch etwas besser beschreibt. Topp!

Folgt man den Wegen findet man sich schnell in einer kurzen Sackgasse wieder, wo sich mit dem Vulkan ein überdachter Kinderspielplatz mit verschiedenen Hüpfburgen befindet, aber auch die diesjährige Neuheit Le Serpent und der Bahnhof des Petit Trains.

Le Serpent

Die Fahrt auf der Achterbahn Le Serpent beginnt mit einer kleinen Rechtskurve, woraufhin der 9m hohe Lifthügel zügig erklommen wird. Nach einer kurzen Gerade in luftiger Höhe stürzt sich der Zug eine Rechtskurve hinunter. Nach einem flachen Hügel folgt nun eine weite Linkskurve, die den Lift gegen Ende unterquert. Hieran fügt sich eine leicht hügelige Rechtskurve an, bei der man in einen überdimensionalen Baumstamm hineinfährt. Unter Zischen einer Schlange verlässt man diesen und findet sich sogleich in der Bremsstrecke der Achterbahn wieder. Nach einer weiteren kurzen Rechtskurve folgt dann auch sogleich die Station, die man jedoch erst einmal nur durchquert. In der nun folgenden zweiten Folge macht man dann auch mit der namensgebenden Schlange und allerlei Wassernebel Bekanntschaft.

Aérobar du Buveur

Da die beiden Fesselballone wegen des starken Winds am Boden bleiben mussten, blieb uns nur die Aérobar du Buveur, also die Luftbar des Säufers übrig um den Park von oben beobachten zu können. Hierbei handelt es sich um einen sehr interessant konstruierten Aussichtsturm, bei den die Fahrgäste mit baumelnden Füßen um einen Tisch sitzen. Als interessantes Gimmick darf und soll man dabei Getränke und Speisen mit nach oben nehmen, eine Pflicht dazu besteht jedoch nicht.

Métamorphose

Im ehemaligen Bioscope-Pavillon Métamorphose kann man während einer Filmvorstellung die einzelnen Stadien der Metamorphose einer Raupe zu einem Schmetterling beobachten. In direkter Nähe befinden sich dann auch mehrere Schmetterlingshäuser. Auf den weiten Wiesen im hinteren Bereich des Parks bietet der Park zusätzlich einige Tiergehege und ein Taubenschlag. Die Tiere werden in regelmäßigen Abständen vorgestellt, haben jedoch recht viel Platz um sich gegebenenfalls zurückzuziehen.

Planète Sous-Marine 4D

Im Planète Sous-Marine 4D befindet sich ein interaktives Theater des Herstellers Alterface, ähnlich der Desperados-Anlage im dänischen Freizeitpark Bakken, bei der man auf beweglichen Vehikeln sitzend mit Pistolen auf die Leinwand schießen darf. Der ursprüngliche Film ist interessanter Weise bereits etwas überarbeitet worden um den Charakteren aus dem Petit Prince Universum Rechnung zu tragen, jedoch ist die Umsetzung noch nicht zu 100% ideal.

Le Petit Prince et la Cigogne und L’Aviateur vous raconte

Im benachbarten Petit Théâtre werden im Laufe der Saison zwei Marionettentheaterstücke geboten, wobei sich das Stück Le Petit Prince et la Cigogne auf das jüngere Publikum des Parks konzentriert und sich L’Aviateur vous raconte auch etwas dem älteren Publikum widmet.

La Tyrolienne und Le Petit Prince 3D

Vorbei an der Seilbahn-Achterbahn La Tyrolienne, die sich jedoch zu unserem Besuch noch in Wartung befand, zog es uns in das riesige 3D Kino des Parks, wo der sehenswerte Film Le Petit Prince 3D (unter anderem auch in Deutsch) gezeigt wird.  Gemeinsam mit der Hauptfigur des Parks und seinen besten Freund dem Fuchs, bereist man verschiedene Planeten auf der Suche nach seiner Rose.

Atlantique Sud

Neben dem Kinosaal entsteht derzeit die Wildwasserbahn Atlantique Sud des französischen Herstellers Soquet. Diese zeichnet sich durch eine einzige, jedoch recht hohe Schussfahrt aus und verspricht eine feuchtfröhliche Fahrt.

Labyrinthe de la Fontaine

Direkt daneben befindet sich ein Rosengarten, sowie das Labyrinth Labyrinthe de la Fontaine, in dem man sich nicht nur im späteren Verlauf des Rundgangs gnadenlos verlaufen kann, sondern auch den Brunnen am Ende des Weges durch Eingabe eines Lösungswortes zum Laufen bringen kann. Die einzelnen Bestandteile der Lösung sind jeweils unter den Statuen der einzelnen Personen aus dem entsprechenden Universum zu ermitteln. Hierbei empfiehlt es sich den kleinen Prinzen tatsächlich irgendwann mal gelesen zu haben.

Das kleine Funhouse Vol de nuit, das Kinderkarussell Aérousel, sowie die Trampolinhalle Trampoline Park im Eingangsgebäude, runden bisweilen das Angebot des Parks ab. Und dieses ist ohne groß zu übertreiben schlichtweg großartig.

Bilder Parc du Petit Prince

Fazit Parc du Petit Prince

Der Parc du Petit Prince ist ein überaus professioneller Freizeitpark, bei dem man zurecht gespannt in die Zukunft schauen darf. Wir zumindest hatten hier einen sehr gelungenen Nachmittag, bei dem es sogar zeitlich sehr knapp wurde alles in der Zeit zu schaffen, da an jeder Ecke irgendeine weitere Überraschung zu sein scheint. Der Eintrittspreis des Parks ist darüber hinaus überaus fair, weswegen ein Besuch ohne Einschränkung zu empfehlen ist; nur sollte man hier etwas mehr Zeit verbringen und gegebenenfalls das Buch vorher gelesen haben, es lohnt sich!

 

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Unter Shock im bunten Regenbogenland

Rainbow Magicland

Das Rainbow Magicland ist mal wieder einer jener am Reizbrett entworfenen Freizeitparks, bei denen die eingangs erwarteten Besucherzahlen nicht mit der Realität zu koppeln sind und auch in Zukunft wohl nie zusammenfinden werden. Dabei dürfte die Betreibergesellschaft Alfa Park bereits im zwei Jahre zuvor eröffneten Miragica ähnliche Erfahrungen gemacht haben, so dass wohl noch einige Projekte von der Realisierung bewahrt wurden. Im Jahr 2011 eröffnete dann der, auf Kinderserien des italienischen Animationsstudios Rainbow basierende, Freizeitpark und was aus den Weiten des Internets noch sehr vielversprechend aussah entpuppte sich bereits durch Besucherberichte im zweiten Betriebsjahr des Parks als nicht haltbar.

Ich mache ungern einen Hehl daraus, dass das Rainbow Magicland seinem schlechten Ruf gerecht wird; immerhin haben wir nichts Anderes erwartet. Bereits bei der Einfahrt auf den Parkplatz wird das zuvor, durch diverse Besucherberichte, gefestigte Bild bestätigt, denn ein Großteil dessen wurde in der Zwischenzeit von der Natur eingenommen. Dies macht aber nichts, denn Besucher darf man hier eh nicht erwarten, so dass es ohne Zögern in den Park ging um dort die verspielte, mittlerweile stark heruntergekommene, Dekoration auf sich wirken zu lassen. Während man bei der Cinecittà World von Anfang an auf Qualität setze und der Park so wirkt, als wäre er gestern erst eröffnet worden, so wirkt das Rainbow Magicland wie ein 1970 eröffneter Märchenpark hierzulande; nur mit dem einen, aber sehr fundamentalen Unterschied, dass in einem alten Märchenpark oftmals sehr viel Liebe zum Detail steckt.

Shock

Was im Park jedoch kaum fehlt ist ein umfangreiches Angebot an Fahrgeschäften und so steuerten wir gleich die, von der Maurer AG erbauten, Abschussachterbahn Shock an. Mit ihrem Stützenwald sondergleichen und der überaus präsenten Lage direkt am zentralen See des Rainbow Magicland ist die Anlage ein außerordentlicher Blickfang, welcher in Verbindung mit der überaus stark präsenten Wassershow ein harmonisches Ensemble bildet.

Die Fahrt beginnt mit einem kurzen Dip hinaus aus der Station. Hieran fügen sich nun in leichter Schlangenlinienbewegung mehrere Auf- und Abfahrten an, die zwischenzeitlich alle von einer kurzen Blockbremsensektion unterbrochen werden und wohl den Darkridepart der Fahrt simulieren. Nachdem man diese unharmonisch verlaufende Kurve hinter sich gebracht hat, stürzt sich der Wagen auch sogleich ein weiteres Gefälle hinab und wird in der anschließenden Abschussstrecke durchaus stark beschleunigt. Mit Karacho überfährt man nun einen Hügel, in dem man recht ordentlich abhebt, ehe es zum ersten Mal aus luftiger Höhe dem Boden entgegengeht. Überaus druckvoll und mit einem Affenzahn durchquert man das nun folgende Tal. Hierauf schließt sich mit dem Non-inverted Loop das Hauptelement der Fahrt an, bei dem man einen Looping, jedoch ohne einen Kopfstand, emporschießt. Auf der Kuppe erfährt man erneut einen Airtimemoment allererster Sahne, just bevor der Wagen sich erneut nach Links neigt und sich dabei in die Tiefe stürzt. Am nun tiefsten Punkt der Anlage erlebt man erneut ein vorbildliches Kräftespiel, welches alsbald von einer brillanten Steilkurve getoppt wird. Nach einer kurvenreichen Auffahrt erreicht man dann eine Blockbremse und verliert einiges Energie, so dass die nächste kurvige Schussfahrt recht gemütlich befahren wird. In leichter Bayernkurvenmanier wird ein langgezogener Korkenzieher eingeleitet, bei dem man ein wenig in dem Bügel hängen darf ehe die finale Bremsstrecke erreicht wird.

Shock überrascht! Gerade in Vergleich mit den anderen X-Car Coastern überzeugt die Anlage auf ganzer Linie. Hier zieht sich der Bügel im Verlauf der Fahrt nicht unangenehm an den Körper und erlaubt ausnahmsweise eine sehr freie Fahrt ohne den Drang zu haben die Anlage auf dem schnellsten Weg wieder verlassen zu wollen. Auch sind die Kurvenradien sehr weit ausgelegt, so dass der wuchtige Wagen kaum den Drang verspürt über die Strecke holpern zu müssen. Die starken Kräfte und ausgeprägte Airtime machen die Fahrt zu der besten Achterbahn des Rainbow Magicland und einer der besseren des Landes.

Isola Volante

In unmittelbarer Nähe befördert das Vekoma Sky Shuttle Isola Volante seine Fahrgäste gen Himmel, wobei die Sicht auf Park, Parkplatz und das nahe gelegene Designeroutlet Valmontone nur wenig spannend ist; dafür ist die Technik an sich, vor allem durch die einfachere Umsetzung zum Konkurrenzprodukt, erlebenswert.

Planeta Winx

Die berühmteste Kinderserie von Rainbow ist wohl mit Abstand der Winx Club, welche vor allem auf kleine Mädchen zugeschnitten wurde und auch hier zu Lande sogar einem eigenen Magazin in den Zeitschriftenregalen vertreten ist. Obwohl mit dem Castello du Alfea ein großer Gebäudekomplex mit 4D Kino der Serie gewidmet wurde, befindet sich auf halber Strecke zu dem künstlichen Schloss die Themenfahrt Planeta Winx, in welchen man, ähnlich dem Disneylandklassiker Peter Pan, durch die Szenerien der Serie fliegt. Die Fahrt selbst ist durchaus nett gestaltet und ab und an stößt man auch auf die Hauptakteure der Serie, welche stets die zugehörigen Szenen aus ihrem Element einleiten.

Bombo

Direkt gegenüber befindet sich der Rollerskater Bombo, zugehörig zur Serie Monster Allergy, einer Koproduktion mit dem ZDF, welche auf dem Kinderkanal läuft und keinen besonderen Zeichenstil vorweisen kann; dementsprechend passt das Standardmodell aus dem Hause Vekoma ganz gut. Nach einer kurzen Kurve und dem anschließenden Lifthügel absolviert man hier sogleich eine Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix nach Links, absolviert ein kurzes Tal und durchfährt dann eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben gestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf alsbald auch die Bremsstrecke wartet. Nach einer Runde ist die Fahrt auch schon zu Ende, wobei die Fahreigenschaften, trotz des modernen Zuges, nicht die besten sind.

Maison Houdini

Folgt man dem Rundgang trifft man nach einigen Metern auf das Maison Houdini, einer modernen Hexenschaukel aus dem Hause Vekoma, welches, warum auch immer, unterirdisch errichtet wurde. Das augenscheinliche Hauptgebäude beinhaltet somit nur die Preshows der Anlage und den Fahrstuhl, welcher die Fahrgäste nach unten befördert. Einige Meter weiter befindet sich ein zweites Gebäude im ähnlichen Stil, welches den Aufzug beinhaltet, welcher die Fahrgäste wieder nach oben befördert. Dazwischen befindet sich ein Platz mit Dachluken und Lüftungsschächte, worunter sich das eigentliche Fahrgeschäft befindet. Da die Anlage erst recht spät öffnete konnten wir das Mad House leider nicht testen; die Idee der unterirdischen Attraktion an sich ist toll, aber die Umsetzung ist platzraubend und wohl auch recht kostenintensiv, der gewonnene Platz entzieht sich zudem auch jeglicher Logik und Ästhetik.

Hieran schließt sich das Kinderland des Rainbow Magicland an, welches zur zweiten Art der modernen Kinderparadiese in Freizeitparks zählt, denn im Vergleich zu den nett gestalteten Bereichen im Gardaland oder Port Aventura steht hier alles recht nackt auf einer Betonplatte. Dabei wurde sowohl auf eine ansprechende Gesamtgestaltung, wie auch auf jegliche Vegetation verzichtet. Blöderweise sollte der hiesige Big Apple Amerigo erst zum späten Nachmittag öffnen, so dass wir auf eine Fahrt leider verzichten mussten um nicht den restlichen Tagesablauf über den Haufen werfen zu müssen. Warum diese einfache Kinderachterbahn jedoch als einzige Anlage im Park erst so spät öffnet entschließt sich mir nicht wirklich.

Mystika

Vorbei an der Battaglia Navale, dem nett gestalteten Splash Battle von Preston & Barbieri ging es zum Freifallturm Mystika aus dem Hause SBF Visa. Dieser italienische Hersteller ist bekannt für seine Kleinkinderachterbahnen und sehr viel Grütze, die meist von Parkmanagern ohne jegliche Erfahrung, als bestes Beispiel sei der derzeit entstehende Ankapark bei der türkischen Hauptstadt Ankara genannt, geordert werden. Auch im Rainbow Magicland wollte man wohl einen großen Freifallturm bieten, welcher aber wohl im selben Moment nichts kosten durfte, andererseits ist der Turm mit einer Gesamthöhe von 70m, wovon mindestens 50m bereits als Bremsstrecke dienen, nicht zu erklären. Der Fall selbst ist schlichtweg in die unterste Schublade einzuordnen, hinzu kommt ein sehr unangenehmes Bügelsystem.

Cagliostro

Mit dem richtigen Sitzplatz hat man immerhin noch Einsicht auf die beiden benachbarten Achterbahnen, wobei der Eingang zum Spinning Coaster Cagliostro näherliegt. Zugegebenermaßen sieht man von der Drehgondelachterbahn, außerhalb der abstrakt gestalteten Halle, nicht viel und auch im Inneren setzt man eigentlich nur auf Dunkelheit, wobei alle Bemühungen diesbezüglich durch die außenliegende Wende zu Nichte gemacht wurden.

Nach dem Lifthügel und dem bereits erwähnten Abstecher hinaus ans Tageslicht geht es, nach einer sanft absteigenden Gerade, eine Steilkurve dem Hallenboden entgegen. Hierauf schießt der Wagen einen Immelmann-Turn empor, worauf das anschließende Tal und der anfügende Aufstieg zur Blockbremse in einer wundervoll schwungvollen S-Kurve getätigt wird; doch nach dem eben absolvierten Blockbereich passiert nicht mehr viel. Über weite Kurven durchquert man nun einmal die komplette Halle und nähert sich dann immer weiter dem Boden. In reinster Zickzackmanier wird eine Gerade abgespielt, woraufhin man sich erneut am vorderen Hallenende befindet. Nach einer weiteren kurzen Kurve erreicht man den zweiten und größeren Lifthügel der Anlage, welcher einen wieder auf das Stationsniveau befördert.

Cagliostro ist zumindest im ersten Teil der Fahrt ein netter Spinning Coaster, doch dann verliert er an jeglicher Inspiration und gurkt wie kaum eine andere Anlage dieses Typs seinem Fahrtende entgegen. Wahrscheinlich war hier mal eine aufwendige Gestaltung mit größeren Szenenbildern gedacht, denn Platz ist in der Halle noch zu Genüge vorhanden, doch ohne all dem ist die Fahrt mit diesem Layout recht sinnbefreit und minder spannend.

Huntik 5D

Direkt neben dem Gran Teatro, wo das Musical Romeo & Julia von Gérard Presgurvic in einer 35-minütigen Vorstellung gezeigt wird, befindet sich die Themenfahrt Huntik 5D, welche auf der gleichnamigen Serie basiert. Als Seeker schließen wir uns also dem Team um Dante, Lok, Sophie und Zhalia an um gegen die Organisation zu kämpfen. Dazu schießen wir uns mit Pistolen durch aufwendig gestaltete Szenenbilder mit gelungenen Animatroniks und gut eingebettete Leinwände durch Horden von Titanen. Verwirrend ist dabei jedoch, dass auch unser Team Titanen einsetzt und diese am Ende auf den Leinwänden auftauchen. Wenn man diese Serie nicht kennt ist dies leider etwas unnötig, da es den ansonsten perfekten Eindruck etwas trübt. Der Serienbezug ist überaus gelungen, aber man muss die Serie nicht kennen um Spaß am diesem großartigen Shooting Darkride aus dem Hause Alterface zu haben. Huntik ist definitiv die beste Anlage des Rainbow Magicland und eine der besten Dark Rides dieser Art in Europa.

Yucatan und Le Rapide

Zumindest von der äußeren Fassade gleichgestellt zeigt sich der Spillwater Yucatan seinen Fahrgästen. Mit seinen beiden Schussfahrten gehört die Wasserbahn zu einer der recht trockenen Anlagen dieser Art in Europa, dafür bekommt man aber gerade während der zweiten Kehre durchaus etwas für seine Augen geboten. Wer hingegen aber nass werden möchte, der ist beim benachbarten Rapid River Le Rapide bestens aufgehoben. Auch hier kann sich die Gestaltung durchaus sehen lassen, weswegen man die Anlage zu den besseren ihrer Art in Europa zählen kann.

L’Olandese Volante

Die letzte verbleibende Achterbahn ist der L’Olandese Volante, also der Fliegende Holländer; passender Weise von den niederländischen Achterbahnspezialisten Vekoma erbaut. Das Geisterschiff fliegt dabei merklich und nun sogar mit VR-Brillen über die Strecke des Standartmodells nach dem Prototypen Calamity Mine des belgischen Freizeitparks Walibi Belgium.

Dabei beginnt die Fahrt mit einer Rechtkurve und dem anschließenden Lifthügel, welcher einen, wie auch im Gardaland, leider sehr geradlinig hinaufbefördert; von den akzentuierten Querneigungen des Originals bleibt auch in dieser Version nichts übrig. Oben angekommen wirft sich der Zug sogleich in eine Linkshelix und abwechselnd in drei 180° Kurven ehe die erste Zwischenbremse und sogleich der zweite Lifthügel erreicht wird. Auch diesen passiert man ebenso belanglos wie den ersten. An der höchsten Stelle der Strecke angekommen überquert man einen kurzen Hügel und nähert sich sogleich dem Boden in einer weiten Rechtshelix wieder an. In einer Linkshelix baut man wieder an Höhenmeter auf, bevor man diese in einer weiteren Abwärtshelix wieder abbaut. Nach einer weiteren Linkskurve wird auch sogleich die Bremsstrecke und kurz darauf die Station wieder erreicht.

Wenn es dem Rainbow Magicland und Vekoma bei dieser Anlage darum ging die Quadratur des Kreises zu finden, es ist ihnen gelungen. Anders ist diese, selbst für den Hersteller unübliche, Holperigkeit, die der Zug über die gesamte Strecke an seine Fahrgäste wiedergibt, einfach nicht zu erklären. Gut, auch Mammut im Gardaland fuhr sich nicht wirklich rein, aber L’Olandese Volante toppt in dieser Hinsicht einfach alles. Ich bin selten eine so unangenehme Achterbahn gefahren, weshalb ich hier von einer Fahrt tatsächlich mal abraten muss.

Bilder Rainbow Magicland

Fazit Rainbow Magicland

Das Rainbow Magicland blendet, wie kein anderer Park, durch seine opulenten, jedoch bereits recht zerfallenden, Fassaden, kann aber auch durchaus einige Lichtblicke vorweisen. Neben der Themenfahrt Huntik 5D und der Achterbahn Shock mangelt es dem Rainbow Magicland etwas an Höhepunkten, die einen zu mehreren Fahrten ermutigen, zudem möchte man bei manchen Attraktionen wirklich nicht erneut einsteigen. Mit dem überaus hässlichen Kinderland und dem darin befindlichen, aber bis zum späten Nachmittag, geschlossenen Big Apple bot der Park zudem ein Lowlight par Excellence; es ist also kein Wunder, dass der Park so ist, wie er ist.


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Der Charme des alten Vergnügungsparks

Bakken

Der Freizeitpark Bakken oder auch Dyrehavsbakken befindet sich im Jægersborg Dyrehave am Stadtrand der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Ähnlich wie der Wiener Wurstelprater macht der, in Parzellen aufgeteilte und von verschiedenen Schaustellern beschickte, Freizeitpark nur eine sehr kleine Fläche des eigentlichen Parkgeländes aus, welches vor allem als Tiergarten fungiert und somit seinen Ursprung als Jagdrevier hatte. Aus historischer Sichtweise ist der 1583 eröffnete Freizeitpark relevant, da er der älteste Freizeitpark der Welt ist. Am einfachsten erreicht man den Freizeitpark über die S-Bahn Linie C vom Kopenhagener Hauptbahnhof zur Endhaltestation Klampenborg, ein etwa 10 minütiger Fußmarsch schließt sich an.

Am Park angekommen sollte man sich, sofern man Bakken nicht nur wegen der zahlreichen urigen Restaurants und Bars besucht, ein Wristband kaufen. Dieses wird meist durch ein Handgerät, aber auch durch stationäre Scanstationen, ausgelesen und erlaubt einem jeweils 10 Fahrten auf jedem einzelnen der zahlreichen Fahrgeschäfte in Bakken.

Mine Train Ulven

Sofern man den Weg von der Klampenborg Station zurückgelegt hat stößt man als erste Attraktion auf den Intamin Minetrain mit Namen Mine Train Ulven. Nachdem der Zug durch die, wohl mit Trapeztrajektorie der Geschwindigkeit gesteuerten, Reibräder den Zug mit vollem Ruck aus der Station befördert haben geht es ein kleinen Drop hinunter um sogleich in den Lift einzufahren. Oben angekommen verschwindet der Schiene bereits vor einem und ein unglaublich steiler First Drop fügt sich an. Ebenso schnell wie es hier hinunter geht es die Steilkurve auch wieder hinauf und eine linksführende Abwärtshelix hängt sich an. Etwas gemächlicher geht es nun durch eine sich stets verjüngende Bayernkurve bis man über die Station hinweg brettert. Eine Rechtskurve oberhalb der ersten Streckenmeter führt den Zug in eine Abwärtshelix unterhalb des Lifthügels. Parallel zum Lift vollzieht man zwei kleinere Hügel ehe es nach einer 270° Kurve in die letzte abwärtsführende und sehr eng bemessene Helix geht. Es folgt die Einfahrt in die Bremse und die Rückführung in die Station.

Mine Train Ulven überrascht durch seinen sehr starken Anfang, verliert sich aber ein wenig im Mittelpart des Layouts bis es dann in das rasante Ende der Fahrt geht. Als einer der wenigen Anlagen dieser Art des Herstellers überzeugt die Anlage vor allem durch die vergleichsweise intensive Fahrweise, nur die Kurven hätten ein wenig ausgeprägter und weniger optimiert sein können.

Crazy Theatre

Neben einem 5D Kino bzw. haargenau darüber befindet sich das Crazy Theatre, ein interaktives Theater des Herstellers Alterface in dem der Film Desperados gezeigt wird. Hierbei sitzt man auf einem mechanischen Pferd, welches sich vor und zurück bewegt, und zielt mit einer Pistole auf diverse Ziele. Vorerst nur mit kleineren Übungsszenen, darauf auch mit einer längeren Filmszene. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten macht dabei durchaus Spaß und kann durch der guten Qualität des Films überzeugen.

Spøgelsestoget

Einige Meter weiter befindet sich die Geisterbahn Spøgelsestoget. Hierbei handelt es sich um eine recht alte Geisterbahn. Da das Innere der Anlage stockdunkel ist fährt man mit einer recht hohen Anspannung über die Strecke. Die Effekte kommen dabei allesamt gut zur Geltung – auch die neueren fügen sich sehr gut ins Ambiente ein – und erschrecken einen gleich mehrere Male mit Bravour. Spøgelsestoget ist also ein echtes Highlight in Bakken und sollte daher von niemanden ausgelassen werden.

Polyppen und Vikingeskibet Dragen

Weniger beengt als die meisten anderen Fahrgeschäfte stehen das Schwarzkopf Monster Polyppen, welcher eine gute und ausgewogene Fahrt bot, und die Schiffschaukel Vikingeskibet Dragen des Herstellers Zierer in Bakken. Hier sitzt man, wie auch bei den Kalbfleisch-Schiffschaukeln, Rücken an Rücken bzw. der Reihe vor einem gegenüber, hat aber im Vergleich deutlich mehr Spiel zum Bügel und dadurch eine insgesamt aufregendere Fahrt. Interessanterweise erfolgt der Antrieb des Schiffs nicht von unten sondern an der Seite des Schwertes.

Racing

Seit den 80er Jahren befindet sich mit der Achterbahn Racing ein Zierer Flitzer in Bakken, welcher zuvor zu Beginn der 70er Jahre unter den Bremer Schausteller Robrahn auf den deutschen Kirmessen unterwegs war. Mit ihrem Alter von 44 Jahren ist sie die zweitälteste Achterbahn in Bakken und befindet sich größtenteils noch im Originalzustand.

Nach der obligatorischen Liftfahrt vollzieht man stets verjüngende und in bayernkurvenmanier stets auf- und abwärtsführende Rechtskurven, bis kurz darauf ein größerer Sturz stattfindet und man auf Bodenniveau an der Station vorbeisaust. Eine größere Rechtskurve führt einem in den hinteren Teil der Anlage und vollzieht nach einer engen Kurve den ersten Richtungswechsel. Dieser wird nach einer Abwärtshelix sogleich wiederholt und die letzte Rechtskurve fügt sich an.

Es ist schon interessant wie sehr die Originalgondeln die Fahrt beeinflussen, denn obwohl die Anlage baugleich mit Vorlops High Explosive ist, so nehmen die hohen Gondelwände der hannoverschen Minenwagen einen Großteil des Fahrspaßes. Die kleinen Flitzer zumindest machen die Fahrt ungemein komisch, weswegen sich hier bei mir während der Besuchszeit die meisten Fahrten ergaben.

Taarn Gyset

Mit dem Taarn Gyset befindet sich ein Double Shot Tower aus dem Hause S&S in Bakken, welcher sich durch seine geringe Höhe und der trotzdem außerordentlich ausgeprägten Airtime, ausgelöst durch den zweiten Abschuss nach unten, auszeichnet. Die Fahrt ist dabei durchaus lustig, aber auch leider recht kurzweilig.

Vilde Mus

Bei der im Jahr 2012 eröffneten Achterbahn Vilde Mus handelt es sich, wie der Name schon vermuten lässt, um das neuere Standardmodell der Wilden Maus aus dem Hause Mack Rides. Obwohl faktisch kein Andrang vorhanden war zogen es viele Kinder vor einen gesamten Wagen für sich zu beanspruchen, wodurch dann doch die längste Warteschlange im gesamten Park künstlich erzeugt wurde. Die Fahrt selbst gleicht von der Laufruhe interessanterweise deutlich älteren Anlagen wie der verbleibenden Seite des Speedy Bobs aus dem belgischen Bobbejaanland.

Hurlumhej

Mit Hurlumhej befindet sich ein kleines, wirklich erlebenswertes Schätzchen in Bakken. In der Entstehungsgeschichte der Anlage wurde offensichtlich sehr viel Hansen Rum getrunken, weswegen auch eine zu groß geratene Flasche die Front dieses Laufgeschäfts ziert. Im Inneren trifft man dann auf eine perfekte Symbiose aus Schiefen Haus und Fun House, wobei die Elemente des Schiefen Hauses ausgeprägter vorhanden sind. Durch die mehr als aufwändige Gestaltung im Stil eines alten Schiffes wird man tatsächlich ein wenig seekrank und verlässt dementsprechend leicht torkelnd die Vergnügungsanlage. Wäre jedes Laufgeschäft wie Hurlumhej, dann wäre jede Anlage einen Besuch wert, denn eine so perfekt abgestimmte Gestaltung findet man so leider nicht oft. Selbst größere Anlagen wie das Hotel Tartüff des Freizeitparks Phantasialand überraschen einem im Endeffekt nicht so sehr wie diese Anlage, zumal man wirklich nicht so oft auf ein Schiefes Haus trifft.

Extreme

Nachdem ich im Funland Amusement Park auf Hayling Island bereits das Vergnügen hatte einen Speed Flip zu fahren war ich doch sehr gespannt wie sich das Moser Rides Produkt hier zeigt. Im Gegensatz zur reisenden Anlage in England hat man bei Extreme jedoch ein durch und durch seltsames Fahrprogramm abgespult bei dem man im Grunde bereits zu Anfang der Fahrt Vollgas gegeben hat um die Geschwindigkeit dann bis zum Ende nur noch langsam abzubauen. Zusätzlich zum bescheidenen Fahrprogramm, welches jedoch das Potential dieser, eigentlich viel zu schnellen, Anlage aufzeigt, bietet die Anlage nur sehr minimale Bügel, die dann leider etwas zu unbequem sind.

Mariehønen

In einer kleinen Gasse, welche zum Parkplatz des Freizeitparks führt, befindet sich mit Mariehønen eine kleine Tivolianlage des Herstellers Zierer. Die Fahrt auf der kleinsten Achterbahn in Bakken ist grundsolide, wird aber durch eine Pause auf dem Lifthügel nach der zweiten Runde in besonderer Art und Weise erwähnenswert, denn hier legt man eine kleine Pause zum Winken an die außenstehenden Besucher ein. Nachdem die Kinder nun ausgiebig gewunken haben setzen die Reibräder unter nun voller Last ein, was sich in Bezug auf die Motoren nicht unbedingt schön anhört, und man absolviert nun die letzten Runden.

Vandrutschebanen

Die Wildwasserbahn Vandrutschebanen ist eine interessante Anlage mit einer überraschend langen Strecke bei zwei Abfahrten. Der Einstieg geschieht hier über einen kleinen Drehteller woraufhin das Boot in den Kanal entlassen wird. Auf dem Weg zum Lift absolviert man bereits einige Zeit im Strömungskanal ehe es schnell hinauf geht. Bei der darauffolgenden, in etwa auf die Hälfte der Ausgangshöhe führende, Schussfahrt wird man bereits gut befeuchtet. Nun dümpelt man einige Zeit kreuz und quer durch die Anlage just bevor es auf einer langen Geraden ziemlich flott ein wenig abwärts geht und sich nach einer weiteren Kurve der zweite Lifthügel anschließt. Oben angekommen erwartet einen wohl die engste, je in einer Wildwasserbahn verbauten, Kurve, welche ohne zusätzliches Hilfsmittel nicht befahren werden könnte. Im Vergleich zu einer Mackschen Wildwasserbahn, bei der zwei Drehteller verwendet wären würden, werden die Boote dieser Reverchon Wildwasserbahn durch einen seitlichen Mitnehmer via einer Drehscheibe durch die Kurve geschoben. Hierbei eckt das Boot wie verrückt an den Kanal bevor dieses in die zweite Schussfahrt geschoben wird. Unten angekommen wird man durch die Gischt dann komplett durchnässt. Wenn man dabei nicht von einem kleinen Jungen, welcher eine Runde auf der Svanebanen einer Einschienentretbahn oberhalb der Wasserbahn – ausgelacht wird ein herrlich erfrischender Spaß in Bakken.

Safari

Klein, aber durchaus fein, zeigt sich die interaktive Themenfahrt Safari ihren Besuchern. Dabei geht es mit Pistolen bewaffnet in kleinen Jeeps durch Bakkens grüne Hölle, vorbei an zahlreichen Animatroniks über zwei Ebenen. Zwar löst man dabei keine Effekte aus und versucht eigentlich nur eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen, dafür aber ist die Fahrt sehr schön gestaltet.

Rutschebanen

Nicht ganz so alt wie die gleichnamige Achterbahn aus dem nahen Freizeitpark Tivoli Gardens zeigt sich die Rutschebanen mit nur 83 Jahren ihren Mitfahrern. Die Technik und Züge hingegen sind deutlich jüngeren Baujahrs und wurden während der Modernisierung, wodurch auch das mitfahrende Bremsbedienungsfachpersonal überflüssig wurde, angeschafft. Die niederländische Firma KumbaK tat dabei ihr bestes ein authentisches Fahrgefühl beizubehalten ohne die Holzstruktur zu sehr zu schonen. Hierbei sind auf der Strecke je nach Bedarf Bremsmodule angebracht, wo der Bremser wahrscheinlich auch gebremst hätte, obgleich ich bezweifle das der Zug so in die Station geschlichen wäre. Die Züge ähneln nun denen der Holzachterbahn Stampida aus dem spanischen Port Aventura, bestehen aber aus Wagen für je zwei Personen.

Nachdem der Zugverbund den Bahnhof verlassen hat geht es in einer Linkskurve in Richtung des Kabellifts. Hier klinkt der Zug ein und wird folglich durchaus rasant den wunderbar schiefen und krummen Lifthügel hinauf befördert. Oben angekommen kann man in einer kleinen Wende kurz die Aussicht genießen bis es sogleich hinab geht. Nur netter Geschwindigkeit durchfährt man das Tal und erklimmt rasch die andere Hälfte der Anlage. Hier oben durchfährt man noch gemächlich eine weitere Wende, doch dann prescht der Zug über eine doppelte Schussfahrt. Mit deutlich ausgeprägten Kräften vollzieht man das darauffolgende Tal. Ein Camelback schließt sich an ehe man auf einem höheren Niveau die nächste Wende vollführt. Nun parallel zur Station wiederholt man das gleiche Spiel nochmal, auf den darauffolgenden Streckenmetern darf man laut Beschilderung nicht nach rechts abbiegen und verschwindet in den Tunnel einer Frau. Hier geht es erneut hinab und über einen weiteren Hügel ehe sich die Rückfahrt in die Station anschließt.

Rutschebanen hat ein absolut tolles Layout, leider aber die falschen Züge oder besser ausgedrückt die falschen Bügel hierfür. Dieser sitzt nämlich nicht wie bei Stampida, wo ich die verwendeten Züge als durchaus gut empfinde, am Becken, sondern auf dem Bauch und schließt eigentlich nur bei Kindern wirklich ab. Durch die doppelten Schussfahrten zieht sich dabei der Bügel dermaßen unangenehm an, wodurch man sich die alten Züge dann doch sehnlichst zurückwünscht. Wobei sich die Anlage dadurch eigentlich haargenau so fährt wie Grand National aus dem Pleasure Beach Blackpool, dementsprechend durchaus verträglich für eine Holzachterbahn dieses Alters.

Tornado

Wenig verträglich ist jedoch die Drehgondelachterbahn Tornado für Personen mit Gleichgewichtsstörungen. Für alle anderen hingen reicht eine Fahrt auf der Achterbahn gegebenenfalls aus um wirklich schwerwiegende Probleme erst entstehen zu lassen, denn der wahr gewordene Irrsinn aus dem Hause Intamin ist mit seiner Vielzahl an Steilkurven nicht umsonst berühmt berüchtigt.

Die Fahrt beginnt nicht umsonst mit den Hinweis, dass man seinen Kopf an die Kopfstütze pressen sollte, denn nach einer Kurve fährt der Wagen leicht drehend in den Lift ein. Durch die plötzliche Beschleunigung wird die Drehung bereits ausgeprägter ehe die Kette eine irrsinnige Geschwindigkeit auf der geradlinig ausgelegten Liftkuppe erreicht. Mit voller Wucht wird man nun die erste Steilkurve hinunter geworfen, meist unterlegt mit einem lauten Knacken der Mitfahrer. Wild drehend absolviert man nun eine harmlosere Wende am Hallenboden und verlässt in einer aufwärtsführende Kurve die Halle. Nun vollzieht man relativ zügig eine hufeisenförmige Kurvenkombination und eine zackige S-Kurvenkombination bevor es wieder relativ schnell und steil hinab geht. Erneut unter der Hallendecke passiert man eine Blockbremse ohne merkliche Reduzierung der Geschwindigkeit, wonach es allen Übels erneut in einer Steilkurve bergab geht. Da es bislang genügen harmlose Richtungswechsel gab wird der nun folgende deutlich abrupter absolviert, dafür wird aber die anschließende Kurve nicht ganz so eng durchfahren. Eine letzte Steilkurve leitet die Rückfahrt zur Station ein und verdrischt erneut mit voller Wucht. Kurz darauf ist die Bremse erreicht und man kann endlich wieder aufatmen.

Tornado ist mit Abstand die wohl intensivste Achterbahn Europas oder besser gesagt gleich der ganzen Welt, denn was man hier erlebt erinnert in erster Linie eigentlich nur an Körperverletzung, da macht es sogar schon mehr Spaß sich von einen Zigeuner in der Hamburger S-Bahn die Nase brechen zu lassen, denn das bemerkt man erst im Nachhinein. Dabei könnte Tornado eine durchaus gute Achterbahn sein, wenn man die Steilkurven weggelassen hätte oder die Durchschnittsgeschwindigkeit der Anlage von Anfang an nicht durch den irrsinnigen Lifthügel so hoch ausgelegt hätte. Insgesamt zwei Fahrten habe ich auf dieser Anlage verbracht und diese reichen mir für die nächsten Jahre auch erst einmal aus, denn Tornado ist die schlichtweg die wahnsinnigste Achterbahn die ich je in meinem Leben gefahren bin.

Sky Roller

Ebenfalls wahnsinnig, aber im positiven Sinne, ist der Gerstlauer Sky Roller, bei dem man, durch die Stellung der Flügel an den Sitzen, die Fahrt interaktiv beeinflussen kann. Wie bereits oft auf den vergleichbaren Anlagen des Herstellers beobachtet muss man dem Publikum leider erst einmal zeigen was man aus der Maschine herausholen oder anders ausgedrückt wie man die Flügel richtig stellen muss um einen Überschlag erst einmal zu schaffen. Im Gegensatz zum Götterflug aus dem Freizeitpark Belantis wird man während der Fahrt leider nicht durch den Wind unterstützt und hat dementsprechend eine gleichmäßigere Fahrweise die die Welt nicht automatisch in Kreise erscheinen lässt. Positiv beim Sky Roller zeigt sich die im Vergleich zum vermeintlich aufregenderen Sky Fly deutlich bessere Kapazität, auch ist die erste Revision des Fahrgeschäfts nun deutlich ausgereifter und technisch einfacher, dadurch fahren die Gondeln aber jedoch nicht mehr komplett übereinander.

Bilder Bakken

Fazit Bakken

Der Freizeitpark Bakken ist, wie auch der Prater in Wien, ein toller Ort um sich einige Stunden gut zu vergnügen. Das Publikum ist durch den geringen internationalen Anteil der Besucher deutlich angenehmer als im Tivoli und vergnügt sich im Allgemeinen abseits der Fahrgeschäfte in den unzähligen Restaurants und Bars des Parks, wodurch eine durch und durch angenehme Atmosphäre auf dem Gelände erzeugt wird.

 

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