Amerikas Achterbahnküste

Cedar Point

Cedar Point gehört zu den ältesten noch bestehenden Freizeitparks der Welt. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1870 zurück, als die Halbinsel am Ufer des Lake Erie zunächst vor allem als Ausflugsziel mit Badestrand erschlossen wurde. Nach und nach kamen Hotels, Restaurants und erste Fahrgeschäfte hinzu, und aus dem ursprünglichen Ausflugsort entwickelte sich über die Jahrzehnte einer der bekanntesten Freizeitparks der USA.

Besonders prägend war dabei die Zeit der sogenannten Coaster Wars. In den 1990er- und 2000er-Jahren überboten sich die großen amerikanischen Freizeitparks regelrecht mit neuen Achterbahnen und immer neuen Rekorden. Cedar Point mischte dabei kräftig mit und lieferte sich vor allem mit Six Flags Magic Mountain einen Wettstreit um die größte Anzahl an Achterbahnen. Gleichzeitig ging es immer höher: Mit Millennium Force überschritt Cedar Point im Jahr 2000 erstmals die Marke von 90 Metern, drei Jahre später folgte mit Top Thrill Dragster bereits der Sprung über 120 Meter. Six Flags Great Adventure antwortete schließlich mit Kingda Ka und setzte den Höhenrekord noch einmal ein Stück nach oben. Für Achterbahnfans waren das herrliche Zeiten, denn gefühlt konnte jederzeit irgendwo die nächste noch größere Anlage angekündigt werden.

Doch Cedar Points Bedeutung für die Achterbahnwelt begann schon deutlich früher. Corkscrew sorgte 1976 mit ihren drei Inversionen für Aufsehen und Magnum XL-200 überschritt 1989 als erste Achterbahn die Marke von 60 Metern. Später folgten neben den großen Rekordbahnen auch Anlagen wie Maverick und Steel Vengeance. Gleichzeitig haben sich zahlreiche ältere Achterbahnen und klassische Fahrgeschäfte erhalten. So lässt sich bei einem Rundgang durch Cedar Point heute beinahe die Entwicklung der amerikanischen Achterbahn über mehrere Jahrzehnte verfolgen.

Unseren Rundgang beginnen wir auf dem Main Midway. Gleich hinter dem Eingang steht mit dem Midway Carousel einer der historischen Klassiker des Parks, während sich nicht weit davon entfernt die Schiffschaukel Ocean Motion in die Höhe schwingt.

Wir biegen jedoch erst einmal nach rechts ab, denn hier wartet mit GateKeeper bereits die erste große Achterbahn des Tages. Der B&M Wing Coaster verläuft unmittelbar entlang des Haupteingangs und schießt dabei sogar durch die beiden Türme des Eingangsportals.

GateKeeper

GateKeeper eröffnete 2013 und gehört mit seinem rund 50 Meter hohen Lifthill zu den größeren Wing Coastern von B&M. Oben angekommen werden wir zunächst langsam auf den Kopf gedreht, bevor es im für diesen Achterbahntyp charakteristischen Dive Drop hinunter in Richtung Boden geht.

Mit ordentlich Schwung geht es anschließend durch den Immelmann und über einen großen Camelback, bevor uns ein gewaltiger Korkenzieher ein weiteres Mal auf den Kopf stellt. Danach führt die Strecke zurück zum Haupteingang, wo wir in einer Zero-G Roll zwischen den beiden Türmen hindurchschießen. Es folgt ein Dive Loop, bevor uns eine langgezogene Rolle ein weiteres Mal langsam um die eigene Achse dreht.

Nach der Blockbremse geht es über einen weiteren Drop hinunter und in eine Helix, die uns schließlich zurück zur Station führt. GateKeeper hat mir richtig gut gefallen. Die großen Fahrfiguren werden wunderbar elegant durchfahren und machen gerade durch ihre Dimensionen ordentlich Eindruck. Dazu kommen die tollen Fahreigenschaften. Eine wirklich schöne Bahn.

maXair

Zurück auf dem Main Midway stehen wir direkt vor maXair, einer Giant Frisbee von HUSS. Die riesige Schaukel befördert ihre Fahrgäste während der Fahrt immer weiter in die Höhe, während sich die große Gondelscheibe kontinuierlich dreht. An den Umkehrpunkten gibt es dabei ordentlich Airtime, bevor es mit Schwung wieder durch das Tal geht. Macht Spaß.

The Boardwalk

Von maXair aus folgen wir dem Midway weiter in Richtung See und erreichen kurz darauf den Boardwalk. Hier wartet neben der Wild Mouse eine ganze Reihe klassischer Fahrgeschäfte auf uns.

Mit Troika steht hier zunächst ein alter Bekannter aus dem Hause HUSS. Während sich die drei Gondelkreuze drehen, wird die gesamte Konstruktion zunehmend schräg gestellt und die Gondeln folgen dabei ihrer typischen wellenförmigen Trajektorie. Eine angenehm flotte Fahrt.

Direkt am Lake Erie dreht das Giant Wheel seine Runden. Bei einem Riesenrad ist die Fahrt selbst natürlich eher Nebensache, dafür bietet sich von oben ein toller Blick über den Park und den See.

Besonders interessant sind für mich Calypso und Matterhorn. Beide Anlagen stammen von Mack Rides und haben bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Im Laufe ihrer langen Zeit in Cedar Point wechselten beide sogar mehrfach ihren Standort innerhalb des Parks. Beim Calypso drehen sich die einzelnen Gondelgruppen zusätzlich zur großen Plattform, während das Matterhorn seine Gondeln mit ordentlich Tempo über die typische wellenförmige Bahn schickt. Schön, dass beide Klassiker bis heute ihre Runden in Cedar Point drehen.

Mit dem Atomic Scrambler wartet schließlich noch ein weiterer Klassiker aus amerikanischer Produktion. Die gegenläufigen Drehbewegungen drücken uns dabei immer wieder ordentlich zur Seite – ein einfaches Fahrprinzip, das auch nach all den Jahren noch wunderbar funktioniert.

Wild Mouse

Mit Wild Mouse wartet nun die nächste Achterbahn auf uns. Die 2023 eröffnete Anlage von Zamperla interpretiert das klassische Prinzip einer Wilden Maus auf moderne Weise und kombiniert die kompakte Streckenführung mit frei drehenden Gondeln.

Nach dem Lifthill starten wir zunächst mit einer wunderbar kurvigen Abfahrt in die Fahrt. Erst nach einer Blockbremse folgen zwei der für eine Wilde Maus typischen Haarnadelkurven, bevor wir uns schwungvoll in eine Steilkurve werfen. Anschließend wechseln wir gleich zweimal die Richtung. Die beiden Elemente erinnern ein wenig an die Immelmann Turns der Spinning Coaster von Maurer, fallen hier allerdings deutlich zahmer aus und lassen sich wohl am ehesten als leicht aufgestellte Haarnadelkurven beschreiben. Zwei weitere Halbhelix-Kombinationen führen uns in den hinteren Teil der Anlage, wo uns zwei Kurven und ein kleiner Dip schließlich geschmeidig in die Schlussbremse bringen.

Besonders positiv überrascht haben mich dabei die Fahreigenschaften. So geschmeidig hatte sich bis dahin keine Achterbahn von Zamperla gefahren. Zusammen mit den Drehgondeln und dem schön kurvigen Layout macht Wild Mouse richtig Spaß. Nur das Ende kommt dann doch etwas schneller als gedacht – ein bisschen länger hätte die Fahrt gerne sein dürfen.

WindSeeker

Direkt am Ufer des Lake Erie wartet mit WindSeeker ein alter Bekannter aus dem Hause Mondial. Die rund 90 Meter hohe Anlage schraubt sich langsam in die Höhe, während die Gondeln immer weiter nach außen schwingen. Oben angekommen drehen wir in luftiger Höhe unsere Runden und genießen dabei einen tollen Blick über Cedar Point und den weitläufigen Lake Erie.

Wie schon bei den anderen Anlagen dieses Typs sorgt die Kombination aus Höhe, Fahrtwind und den frei schwingenden Sitzen auch hier wieder für eine wirklich gute Fahrt, bei der ich immer wieder gerne einsteige.

Kiddy Kingdom und Planet Snoopy

Auf unserem Weg zurück in Richtung Parkmitte passieren wir mit Kiddy Kingdom und Planet Snoopy gleich zwei der Kinderbereiche von Cedar Point. Beide bieten eine ganze Reihe kleinerer Fahrgeschäfte für die jüngsten Besucher, wobei in Planet Snoopy natürlich die bekannten Peanuts-Charaktere das Geschehen bestimmen. Allzu lange halten wir uns hier jedoch nicht auf und setzen unseren Weg in Richtung Iron Dragon fort.

Iron Dragon

Mit Iron Dragon wartet nun ein echter Cedar-Point-Klassiker auf uns. Der Suspended Coaster von Arrow Dynamics eröffnete bereits 1987. Bei diesem Achterbahntyp hängen die einzelnen Wagen beweglich unterhalb der Schiene und können in den Kurven frei zur Seite ausschwingen.

Der erste Teil der Fahrt lässt es dabei noch eher ruhig angehen. Nach einem geradlinigen Drop folgen eine Links- und eine Rechtskurve, bevor eine längere Gerade leicht nach links und rechts abknickt. Über eine weitere Rechtskurve geht es anschließend in eine abwärts führende Helix, bei der wir ziemlich nah an Top Thrill 2 vorbeifliegen. Danach folgen die Zwischenbremse und der zweite Lifthill.

Ab hier wird Iron Dragon deutlich flotter. Der Zug nimmt ordentlich Tempo auf und die nun schnell aufeinanderfolgenden Kurvenwechsel bringen die Wagen kräftig ins Schwingen. Besonders schön ist das Finale mit seiner fast brezelförmigen Kurvenkombination, durch die wir hin und her schwingen, bevor es schließlich in die Schlussbremse geht. Und selbst dort pendeln die Wagen noch ein wenig weiter.

Iron Dragon ist einfach eine richtig gute Familienachterbahn und für mich auch ein toller Vertreter der alten Suspended Coaster. Vor allem der zweite Teil zeigt schön, wie viel Spaß dieses eigentlich recht einfache Prinzip machen kann.

Rougarou

Nur ein kurzes Stück weiter treffen wir mit Rougarou auf einen weiteren B&M-Coaster, der allerdings schon deutlich länger in Cedar Point steht, als sein heutiger Name vermuten lässt. Eröffnet wurde die Bahn 1996 als Mantis und war damals noch ein Stand-Up Coaster, bei dem die Fahrt stehend absolviert wurde. Erst zur Saison 2015 erhielt die Bahn neue Floorless-Züge und wurde unter dem Namen Rougarou wiedereröffnet.

Nach dem Lifthill folgt zunächst ein kleiner Dip und eine schöne Kurve in luftiger Höhe, ehe wir uns in den eigentlichen First Drop stürzen. Das folgende Tal zieht bereits kräftig, im direkt anschließenden Looping legen die Kräfte dann noch einmal ordentlich zu. Nach einem kurzen Knick nach links geht es in einen richtig schönen Dive Loop und anschließend durch eine etwas eigenwillige Wendekurve.

Danach folgt mit dem Inclined Loop eines der eher seltenen Elemente der Bahn. Im Grunde handelt es sich dabei um einen schräggestellten Looping, der sich entsprechend etwas anders fährt als sein klassischer Verwandter. Ein kleiner Bunny Hop mit Richtungswechsel und eine aufwärts führende Helix bringen uns anschließend in die Blockbremse.

Nach einem weiteren Drop geht es durch einen Korkenzieher und hinein in den ziemlich verschlungenen letzten Teil der Strecke. Eine Helix, ein schneller Richtungswechsel und eine weitere bodennahe Helix bilden dabei gemeinsam eine Art Acht. Ein paar letzte Kurven später landen wir schließlich in der Schlussbremse.

Rougarou gefällt mir vor allem in der ersten Hälfte richtig gut. Der Looping ist schön kräftig, der Dive Loop macht richtig Spaß und mit dem Inclined Loop ist auch noch ein Element dabei, das man nicht an jeder Ecke findet. Danach wird die Strecke deutlich kompakter und wuselt sich noch eine ganze Weile durch das Gelände. Insgesamt eine richtig schöne Fahrt.

Millennium Force

Mit Millennium Force erreichen wir nun eine der Achterbahnen, die maßgeblich für die Coaster Wars dieser Zeit verantwortlich waren. Als die Intamin-Bahn im Jahr 2000 eröffnete, durchbrach sie erstmals die Marke von 90 Metern und begründete damit praktisch die Kategorie der Giga Coaster.

Der schnelle Kabellift bringt uns zügig auf über 90 Meter Höhe, bevor es in den richtig tollen First Drop geht. Trotz der gewaltigen Höhe durchfahren wir das anschließende Tal mit ordentlich Tempo und erstaunlich ruhig. Von Vibrationen ist dabei kaum etwas zu spüren. Anschließend geht es hinauf in eine hohe Wendekurve mit schöner Querneigung und direkt weiter durch eine riesige bodennahe Linkskurve.

Danach wartet der erste große Camelback, der uns eine schöne Portion Airtime beschert. Mit ordentlich Tempo geht es durch eine sehr lange Rechtskurve und anschließend hinauf in eine weitere Wende mit wunderbar ausgeprägter Querneigung. Zurück in Bodennähe folgt eine schnelle Rechtskurve, bevor uns der zweite, etwas kleinere Camelback parallel zum ersten noch einmal schöne Airtime liefert.

Eine Linkskurve führt uns anschließend auf einen kleineren Hügel direkt an der Station vorbei. Danach folgen noch eine weitere Linkskurve, eine Gerade und die finale Wende, bevor wir in der Schlussbremse landen.

Millennium Force hat mir richtig gut gefallen. Trotz ihrer gewaltigen Dimensionen fährt sich die Bahn wunderbar geschmeidig und vermittelt durch die großen, weitläufigen Fahrfiguren ein tolles Gefühl für ihre hohe Geschwindigkeit. Dazu kommt immer wieder schöne Airtime. Eine richtig tolle Bahn.

Frontier Trail und FrontierTown

Von Millennium Force aus machen wir uns nun auf den längeren Weg über den Frontier Trail nach FrontierTown. Unterwegs taucht auf der linken Seite der Zugang zu Thunder Canyon auf. Der Rapids Ride von Intamin war während meines Besuchs allerdings leider bereits geschlossen.

In FrontierTown angekommen, wartet mit Snake River Falls dann die große Wasserbahn dieses Bereichs auf uns.

Snake River Falls

Snake River Falls eröffnete 1993 und ist ein klassischer Shoot the Chutes von Arrow Dynamics. Bei meinem Besuch 2024 befand sich die Anlage bereits in ihrer letzten Saison, bevor sie nach mehr als 30 Jahren Betrieb geschlossen wurde.

Nach dem Lifthill geht es zunächst durch eine lange Wende. Anders als bei vielen vergleichbaren Anlagen schwimmt das Boot hier tatsächlich durch einen ordentlich mit Wasser gefüllten Kanal, bevor wir die große Abfahrt erreichen. Dabei rauschen wir mitten durch die Struktur des Lifthills hindurch. Etwas eigenartig fühlt sich lediglich die Bremsung während der Abfahrt an. Unten angekommen folgt dafür ein gewaltiger Splash, bei dem man eine ordentliche Ladung Wasser abbekommt.

Insgesamt hat mir Snake River Falls richtig gut gefallen. Die Fahrt ist herrlich simpel, macht mit der großen Abfahrt und dem gewaltigen Splash aber richtig Spaß. Schade, dass Arrow nur so wenige Anlagen dieses Typs gebaut hat – und umso mehr, dass Snake River Falls inzwischen Geschichte ist.

Skyhawk

Direkt neben Snake River Falls wartet mit Skyhawk ein Screamin’ Swing von S&S. Die druckluftbetriebene Schaukel befördert uns mit ordentlich Schwung immer höher und sorgt dabei vor allem an den Umkehrpunkten für jede Menge Airtime. Eine tolle Fahrt.

Cedar Creek Mine Ride

Nur ein Stück weiter wartet mit Cedar Creek Mine Ride eine der älteren Achterbahnen von Cedar Point. Der Mine Train von Arrow eröffnete bereits 1969 und verläuft zu großen Teilen über einen See, was der ohnehin schon schön gelegenen Bahn eine ganz eigene Atmosphäre gibt.

Nach dem ersten Lifthill geht es zunächst über eine Gerade und anschließend in eine etwas eigenwillige Helix, in der es ständig auf und ab geht. Eine Kurve führt uns danach hinunter auf eine längere Gerade direkt über dem Wasser. Am anderen Ufer angekommen drehen wir eine weitere Helix, bevor uns der zweite Lifthill wieder nach oben befördert.

Dort lässt es Cedar Creek Mine Ride zunächst wieder etwas ruhiger angehen. Durch eine Linkskurve geht es gemächlich weiter, bevor wir in einer Rechtskurve abwärtsfahren. Es folgt eine Gerade, die wir mit deutlicher Schräglage durchfahren, ehe es in die nächste Rechtskurve geht. Nach einer längeren Geraden wartet schließlich noch die große 540-Grad-Helix, die uns direkt in die Schlussbremse entlässt.

Cedar Creek Mine Ride ist sicherlich keine wilde Achterbahn, macht mit ihrer etwas eigenwilligen Streckenführung und der schönen Lage über dem Wasser aber durchaus Spaß. Ein schöner alter Mine Train älterer Bauart.

Maverick

Weiter durch FrontierTown führt uns der Weg schließlich zu Maverick – und damit zu einer der besten Achterbahnen überhaupt. Die 2007 eröffnete Intamin-Bahn braucht dafür keine gewaltigen Dimensionen, sondern überzeugt mit einem wunderbar kompakten Layout, schnellen Richtungswechseln und ordentlich Airtime.

Recht zügig werden wir per LSM über den Lifthill geschoben und stürzen sogleich den übersteilen First Drop hinunter. Bodennah geht es durch eine enge Rechtskurve und direkt in eine schnelle Abfolge von Richtungswechseln. Ein Airtimehügel und eine weitere Rechtskurve später durchfahren wir bereits die beiden Inversionen.

Nach einer weiteren Rechtskurve verschwindet der Zug im Tunnel und kommt dort beinahe zum Stehen. Im Dunkeln folgt ein überaus kräftiger Launch, ehe wir den Tunnel in einer Linkskurve wieder verlassen. Über einen Hügel geht es hinunter ans Wasser und mit ordentlich Tempo durch einige ziemlich aggressive Richtungswechsel. Ein letzter kräftiger Airtimehügel entlässt uns schließlich in die finale Kurve und hinauf in die Schlussbremse.

Maverick ist einfach eine fantastische Achterbahn. Das hohe Tempo, die schnellen Richtungswechsel und die kräftige Airtime ergeben eine herrlich wilde Fahrt, bei der praktisch keine Ruhe aufkommt. Für mich völlig zu Recht eine der besten Achterbahnen überhaupt.

Steel Vengeance

Nicht weit von Maverick entfernt steht mit Steel Vengeance bereits das nächste große Highlight. Ursprünglich drehte hier seit 1991 die Holzachterbahn Mean Streak ihre Runden. Mit rund 49 Metern Höhe und mehr als 1,6 Kilometern Strecke war die Bahn damals ein echtes Schwergewicht und bei ihrer Eröffnung sogar die höchste und schnellste Holzachterbahn der Welt.

Über die Jahre wurden die Fahreigenschaften jedoch zunehmend ruppiger und 2016 war schließlich Schluss. Die riesige Holzkonstruktion blieb allerdings stehen und wurde von RMC für Steel Vengeance weiterverwendet. Zwei Jahre später eröffnete die neue Bahn und nutzt seitdem das alte Holzgebälk für ein ziemlich wildes und über 1,7 Kilometer langes Layout.

Los geht es mit einer Rechtskurve und einigen kleinen Wellen dicht über dem Boden, bevor wir den Lifthill erreichen. Oben angekommen stürzen wir uns den großen First Drop hinunter, fliegen über einen Speedbump und gleich darauf über einen riesigen Hügel. Durch das nächste Tal geht es wieder weit nach oben, wobei uns der Hügel leicht zur Seite wegdreht. Ein Double Up bringt uns anschließend auf Höhe der ersten Inversion.

Nach der Rolle tauchen wir unter dem Lifthill hindurch und stürzen uns nach einer weiteren Welle in den Zero-G Stall. Es folgen ein Double Down, ein weiterer Hügel und eine Senke in luftiger Höhe, bevor wir die Blockbremse erreichen.

Ein weiterer Drop eröffnet die zweite Hälfte der Fahrt, in der uns zunächst eine ganze Reihe herrlicher Airtimehügel erwartet. Nach einigen schnellen Auf- und Abfahrten geht es schließlich mitten hinein in das alte Holzgebälk. Hier wird die Strecke immer verschachtelter und schießt kreuz und quer zwischen den Stützen hindurch. Eine weitere Rolle stellt uns erneut auf den Kopf, bevor weitere Airtimehügel und eine letzte bodennahe Rolle durch die Konstruktion folgen.

Und selbst danach ist noch nicht Schluss. Zum Finale feuert Steel Vengeance mehrere kleine Airtimehügel in schneller Folge ab, die noch einmal ziemlich brachial zur Sache gehen, bevor wir schließlich in der Schlussbremse landen.

Steel Vengeance ist ohne Frage eine richtig gute Achterbahn. Die Fahrt ist lang, abwechslungsreich und bietet Airtime ohne Ende. Den Ruf als einen der besten RMCs überhaupt kann ich allerdings nur bedingt nachvollziehen. Gerade die kleinen Airtimehügel gehen mir stellenweise etwas zu brachial zur Sache. Eine tolle Bahn – aber für mich nicht die Überachterbahn, zu der sie gerne gemacht wird.

Gemini Midway

Von FrontierTown führt uns der Rundgang nun auf den Gemini Midway. Der Bereich wird natürlich von der gewaltigen Holzkonstruktion seines Namensgebers geprägt, beherbergt daneben aber auch einige weitere Fahrgeschäfte.

Gemini

Mit Gemini steht hier eine der großen klassischen Achterbahnen von Cedar Point. Die 1978 eröffnete Anlage von Arrow sieht mit ihrer gewaltigen Holzkonstruktion zunächst wie eine klassische Holzachterbahn aus, tatsächlich fahren die Züge jedoch auf Stahlschienen.

Nach dem Lifthill stürzen sich beide Züge über den großen First Drop und steigen anschließend in eine weitläufige Wende in luftiger Höhe auf. Es folgt ein weiterer Drop, ein Camelback und der Aufstieg in die nächste lange Wendekurve. Parallel zum Lifthill geht es danach über einen Drop und einen weiteren Hügel hinauf in die Blockbremse.

Eine Linkskurve führt uns anschließend parallel zur ersten Wendekurve. Danach folgen noch einmal ein Drop und mehrere Hügel, bevor die Züge nach einer Trimbremse bereits deutlich schräg gestellt werden. Zum Finale trennen sich die beiden Fahrspuren: Während der eine Zug seine Helix nach links fährt, dreht der andere nach rechts, bevor beide Seiten wieder in Richtung Station führen.

Der besondere Reiz von Gemini liegt natürlich im Rennen der beiden Fahrspuren gegeneinander. Über weite Teile der Strecke fahren die Züge direkt nebeneinander, mal zieht die eine Seite etwas davon, mal die andere. Das sorgt ganz automatisch für gute Stimmung zwischen den beiden Zügen und macht die Fahrt jedes Mal aufs Neue richtig spaßig. Und wenn die eigene Seite am Ende verliert, fährt man eben so lange noch einmal, bis man auch einmal gewonnen hat.

Lake Erie Eagles, Monster und Pipe Scream

Neben Gemini bietet der Midway noch einige weitere Fahrgeschäfte. Bei den Lake Erie Eagles kann man über die großen Segel an den Gondeln selbst Einfluss auf die Fahrt nehmen. Mit etwas Geschick lassen sich die Gondeln dabei ordentlich aufschaukeln, was die Fahrt deutlich interessanter macht.

Nicht fehlen darf natürlich Monster, ein klassisches Fahrgeschäft von Eyerly. Durch etwas Schwerpunktverlagerung lassen sich die einzelnen Gondeln wunderbar ins Drehen bringen, wodurch man selbst einigen Einfluss darauf hat, wie wild die Fahrt am Ende ausfällt.

Etwas ungewöhnlicher ist Pipe Scream, ein Skater Coaster von Zamperla. Die große Gondel erinnert an ein überdimensionales Skateboard und fährt auf einer langen, wellenförmigen Strecke vor und zurück. Gleichzeitig kann sie sich frei drehen, wodurch sich die Fahrtrichtung ständig verändert. Gerade bei den Auf- und Abfahrten kommt dabei immer wieder nette Airtime auf. Eine durchaus spaßige Fahrt.

Camp Snoopy

Bevor es weitergeht, machen wir noch einen kurzen Abstecher ins Camp Snoopy. Zwischen den zahlreichen Kinderfahrgeschäften verstecken sich hier auch zwei kleine Achterbahnen, von denen vor allem eine historisch durchaus interessant ist.

Wilderness Run

Wilderness Run eröffnete bereits 1979 unter dem Namen Jr. Gemini und ist tatsächlich die erste Achterbahn aus dem Hause Intamin. Die kleine Familienachterbahn selbst ist mit ihren wenigen Abfahrten und Kurven natürlich recht überschaubar, markiert aber den Anfang einer mittlerweile ziemlich beeindruckenden Achterbahngeschichte.

Woodstock Express

Mit Woodstock Express steht nur wenig weiter eine Familienachterbahn von Vekoma im bekannten Roller-Skater-Design. Die kompakte Strecke bietet einige sanfte Abfahrten und weitläufige Kurven und passt damit bestens in den Kinderbereich.

Danach verlassen wir Camp Snoopy wieder. Und der Größensprung zur nächsten Achterbahn könnte kaum größer sein: Magnum XL-200.

Magnum XL-200

Mit Magnum XL-200 kommen wir nun zu einer der historisch bedeutendsten Achterbahnen von Cedar Point. Als die von Arrow Dynamics gebaute Bahn 1989 eröffnete, überschritt erstmals eine Achterbahn die Marke von 60 Metern. Damit war der Hyper Coaster geboren – und zugleich eine Entwicklung angestoßen, die den Achterbahnbau in den folgenden Jahren nachhaltig prägen sollte.

Und trotz ihres Alters ist Magnum alles andere als nur eine historische Pflichtfahrt. Im Gegenteil: Die Bahn ist eine echte Fahrspaßgranate.

Nach dem großen First Drop geht es direkt über einen gewaltigen Hügel mitten durch den Wasserpark, der bereits für leichte Airtime sorgt. Anschließend knickt die Strecke nach links weg und führt uns hinunter in einen Tunnel, bevor wir den nächsten großen Hügel erklimmen. Auch hier werden wir wieder schön aus dem Sitz gehoben, bevor wir das ziemlich eigenwillige Wendemanöver erreichen. Dieses erinnert ein wenig an eine Walfischflosse, wobei man bereits vor der eigentlichen Kurve ungewöhnlich schräg gestellt wird.

Danach zeigt Magnum, was die Bahn so besonders macht. Im nächsten Tunnel wartet bereits ein kleiner Hügel mit geradezu brachialer Airtime. Es folgen weitere Airtimehügel, ein Knick und schließlich eine ganze Serie davon auf dem Weg zurück durch den Wasserpark. Ein letzter Hügel samt Tunnel bringt uns schließlich in die Schlussbremse, von wo aus es zurück zur Station geht.

Gerade die zweite Hälfte macht Magnum XL-200 zu einer unglaublichen Spaßmaschine. Die Airtime ist teilweise herrlich kompromisslos und die etwas eigenwillige Arrow-Streckenführung trägt ihren Teil dazu bei. Die Bahn mag inzwischen einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben, macht aber einfach unglaublich viel Spaß.

Top Thrill 2

Nur wenig weiter steht mit Top Thrill 2 eine der zumindest optisch auffälligsten Achterbahnen von Cedar Point. Während meines Besuchs 2024 war die Anlage leider bereits wieder geschlossen, sodass eine Fahrt mit der neuen Version ausblieb.

Ursprünglich eröffnete die Bahn 2003 als Top Thrill Dragster und gehörte zu den großen Ausrufezeichen der damaligen Coaster Wars. Der Intamin Accelerator Coaster beschleunigte seine Züge innerhalb weniger Sekunden auf rund 190 km/h und schickte sie über den mehr als 120 Meter hohen Top Hat. Eine kurze, aber brachiale Fahrt, die damals als erste Achterbahn überhaupt die 120-Meter-Marke durchbrach.

Nach einem schweren Unfall im Jahr 2021, bei dem sich ein Metallteil von einem Zug löste und eine Besucherin in der Warteschlange schwer verletzte, wurde Top Thrill Dragster dauerhaft geschlossen. Statt die Anlage in ihrer ursprünglichen Form wiederzueröffnen, entschied sich Cedar Point schließlich für einen umfangreichen Umbau.

Für den Umbau holte Cedar Point Zamperla ins Boot. Das ursprüngliche hydraulische Launchsystem von Intamin wurde vollständig entfernt und durch LSM-Antriebe ersetzt. Da diese nicht annähernd die Beschleunigung des alten Hydrauliklaunchs erreichen, reicht ein einzelner Abschuss nicht mehr aus, um den über 120 Meter hohen Top Hat zu überwinden.

Stattdessen wird der Zug zunächst vorwärts beschleunigt, rollt den Top Hat nur teilweise hinauf und anschließend rückwärts in einen neu errichteten, rund 128 Meter hohen Spike. Von dort geht es wieder vorwärts und mit einer weiteren Beschleunigung schließlich über den Top Hat. Aus dem kurzen und brachialen Top Thrill Dragster wurde damit eine deutlich längere Achterbahn mit völlig anderem Fahrablauf.

Und genau diesem Umbau stehe ich eher kritisch gegenüber. Top Thrill 2 war schließlich die erste wirklich große Achterbahn von Zamperla, einem Hersteller, den man bis dahin vor allem für Fahrgeschäfte und kleinere Achterbahnen kannte. Dass ausgerechnet ein solches Prestigeprojekt zum Einstieg in diese Größenordnung gewählt wurde, fand ich von Anfang an durchaus gewagt.

Die erste Saison bestätigte meine Skepsis zumindest teilweise. Bereits wenige Tage nach der Eröffnung musste Top Thrill 2 wieder geschlossen werden, wobei vor allem Probleme mit den neu entwickelten Zügen und deren Zusammenspiel mit der Strecke eine Rolle spielten. Während meines Besuchs stand die Anlage deshalb weiterhin still.

Für mich bleibt zudem der deutlich zahmere LSM-Launch ein Rückschritt gegenüber dem alten Top Thrill Dragster. Gerade bei einer Anlage mit einer solchen Vorgeschichte hätte ich es lieber gesehen, wenn Cedar Point erneut mit Intamin gearbeitet hätte. Trotzdem hätte ich Top Thrill 2 natürlich sehr gerne selbst getestet – vielleicht hätte mich die Fahrt am Ende ja doch überzeugen können.

Corkscrew

Nur wenig weiter wartet mit Corkscrew ein echtes Stück Achterbahngeschichte. Die Arrow-Bahn eröffnete am 15. Mai 1976 und damit gerade einmal eine Woche nach Revolution in Six Flags Magic Mountain, der ersten modernen Achterbahn mit einem vertikalen Looping. Corkscrew setzte aber direkt noch einen drauf und war mit Looping und den beiden namensgebenden Korkenziehern die erste Achterbahn der Welt mit drei Inversionen.

Nach dem Lifthill geht es zunächst den First Drop hinunter und über einen überraschend spaßigen Camelback, der für nette Airtime sorgt. Anschließend geht es mit ordentlich Druck durch den Looping, bevor uns die Strecke in Richtung der beiden Korkenzieher führt. Diese verlaufen direkt über dem Midway und sorgen damit auch abseits der Fahrt für ein schönes Bild.

Die Fahreigenschaften sind für eine Arrow-Bahn dieses Alters vollkommen in Ordnung. Zusammen mit dem spaßigen Camelback, dem druckreichen Looping und natürlich ihrer historischen Bedeutung ist Corkscrew auch heute noch eine schöne Fahrt.

Super Himalaya

Weiter geht es mit dem Super Himalaya, einem klassischen Musik Express. Mit ordentlich Tempo geht es Runde für Runde über die wellenförmige Strecke, während die Gondeln schön nach außen gedrückt werden. Ein unkomplizierter Klassiker, der auch hier ordentlich Spaß macht.

Power Tower

Deutlich größer fällt der Power Tower aus. Die gewaltige Konstruktion von S&S besteht gleich aus vier Türmen und macht schon von außen einiges her. Zwei Seiten werden als Space Shot betrieben und schießen ihre Fahrgäste mit Druckluft nach oben, während die beiden anderen als Turbo Drop für den umgekehrten Weg sorgen.

Gerade die Möglichkeit, zwischen Abschuss und Fall zu wählen, macht den Power Tower interessant. Egal für welche Seite man sich entscheidet, eine tolle Fahrt ist eigentlich garantiert.

Main Midway

Zurück auf dem Main Midway treffen wir zunächst auf den Sky Ride, dessen Gondeln gemütlich über den Köpfen der Besucher hinwegschweben und einen schönen Blick entlang des Midways bieten. Mit den Cadillac Cars wartet gleich daneben eine weitere klassische Familienattraktion, bei der es in den alten Fahrzeugen ganz entspannt über den Rundkurs geht.

Cedar Downs Racing Derby

Deutlich ungewöhnlicher ist das Cedar Downs Racing Derby. Weltweit haben sich nur drei solcher Racing-Derby-Karussells erhalten, und schon die Geschwindigkeit macht die Fahrt zu etwas völlig anderem als einem gewöhnlichen Pferdekarussell.

Besonders schön ist dabei der eigentliche Rennmechanismus. Die Pferde bewegen sich nicht nur auf und ab, sondern auch innerhalb ihrer Reihen vor und zurück, sodass während der Fahrt tatsächlich ein kleines Pferderennen entsteht. Zusammen mit dem erstaunlich hohen Tempo ist Cedar Downs damit eine herrlich ungewöhnliche Attraktion – und definitiv etwas, das man in Cedar Point nicht auslassen sollte.

Valravn

Mit Valravn kommen wir nun zu einem der großen B&M-Coaster des Parks. Der 2016 eröffnete Dive Coaster bringt uns zunächst auf rund 68 Meter Höhe, wo der Zug für einige Sekunden über der Kante gehalten wird. Dann löst die Bremse und es geht nahezu senkrecht in die Tiefe.

Mit ordentlich Druck schießen wir durch den ersten Immelmann und über eine weitläufige Auffahrt hinauf in die Blockbremse. Von dort geht es direkt den zweiten Drop hinunter und hinein in einen weiteren Immelmann. Es folgt eine Rolle, die unmittelbar in eine kurvige Abfahrt übergeht. Eine weitere Kurve und ein letzter Camelback bringen uns schließlich in die Schlussbremse.

Valravn macht richtig Spaß und lebt natürlich vor allem von seiner gewaltigen Höhe. Gerade der Moment über der Kante und der anschließende First Drop machen ordentlich Eindruck. Danach bietet die Bahn eine schöne, druckvolle Fahrt mit großen Elementen und tollen Fahreigenschaften.

Blue Streak

Mit Blue Streak machen wir einen ordentlichen Sprung zurück in der Geschichte von Cedar Point. Die klassische Holzachterbahn eröffnete bereits 1964 und ist heute die älteste noch betriebene Achterbahn des Parks. Im Vergleich zu den gigantischen Anlagen, die Cedar Point später prägen sollten, wirkt sie beinahe unscheinbar.

Dabei braucht Blue Streak gar nicht viel: Lifthill, First Drop und anschließend eine klassische Out-and-Back-Strecke mit einer ganzen Reihe von Hügeln, bevor eine Wende den Zug auf den Rückweg schickt. Gerade die zahlreichen Camelbacks sorgen dabei immer wieder für schöne Airtime.

Insgesamt eine schöne Holzachterbahn älterer Bauart, die mit ihren zahlreichen Hügeln und der netten Airtime auch heute noch Spaß macht.

Raptor

Mit Raptor wartet zum Ende unseres Rundgangs noch einer der großen B&M-Klassiker. Der Inverted Coaster eröffnete bereits 1994 und stammt damit aus einer Zeit, in der dieser Achterbahntyp noch ziemlich neu war. Mit seinem deutlich größeren Layout zeigte B&M nur zwei Jahre nach dem ersten Batman: The Ride, was mit dem Konzept noch alles möglich war.

Nach dem Lifthill geht es über einen kleinen Pre-Drop und direkt in den nach links führenden First Drop. Mit ordentlich Druck schießen wir durch das Tal und den großen Looping, ehe uns die Zero-G Roll wunderbar einmal um die eigene Achse schleudert. Gleich darauf folgt die große Cobra Roll, die gleichzeitig als Wendemanöver dient.

Eine leicht nach rechts verlaufende Auffahrt bringt uns anschließend wieder auf Höhe und geht in eine Linkshelix über, die einmal um die Zero-G Roll herumführt. Nach der Blockbremse stürzen wir uns über eine steile Rechtskurve direkt in den ersten Flat Spin. Eine kurze Gerade und ein weiterer Knick nach rechts führen uns in den zweiten Flat Spin.

Zum Finale dreht Raptor noch einmal ordentlich auf. In der abschließenden Helix schießt einem das Blut förmlich in die Beine, bevor eine letzte Linkskurve in die Schlussbremse führt.

Raptor ist auch heute noch eine richtig tolle Fahrt. Die Bahn geht stellenweise ordentlich zur Sache und gerade das intensive Finale setzt noch einmal einen schönen Schlusspunkt.

Bilder Cedar Point

Fazit Cedar Point

Cedar Point hat seinen Ruf als einer der großen Achterbahnparks der Welt definitiv verdient. Kaum ein anderer Park bietet eine derart breite Mischung aus historischen Klassikern und modernen Großanlagen. Dabei sind es für mich gar nicht unbedingt die Rekorde, die den Park ausmachen, sondern die enorme Abwechslung zwischen den einzelnen Attraktionen.

Besonders gut gefällt mir, dass neben all den großen Achterbahnen noch so viele alte Fahrgeschäfte erhalten geblieben sind. Dazu kommt natürlich die außergewöhnliche Lage auf der Halbinsel im Lake Erie, die Cedar Point eine ganz eigene Atmosphäre verleiht.

Insgesamt ist Cedar Point einfach ein richtig toller Freizeitpark, in dem man problemlos mehrere Tage verbringen kann. Bei einer Achterbahnauswahl von Magnum XL-200 über Millennium Force und Maverick bis hin zu Steel Vengeance wird es jedenfalls so schnell nicht langweilig – und ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch.

 


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Von Marriott bis Maxx Force

Six Flags Great America

Six Flags Great America in Gurnee, Illinois, hat seine Ursprünge in einem durchaus ambitionierten Projekt der Marriott Corporation. Mitte der 1970er-Jahre entstanden nahezu zeitgleich zwei große Freizeitparks, die in weiten Teilen nach demselben Konzept gestaltet wurden. Der erste Marriott’s Great America eröffnete im März 1976 im kalifornischen Santa Clara, nur gut zwei Monate später folgte am 29. Mai das Gegenstück in Gurnee. Ein dritter Park im Raum Washington, D.C. war ebenfalls geplant, wurde jedoch nie realisiert.

Wie ähnlich sich die beiden Great-America-Parks ursprünglich waren, erkennt man teilweise noch heute. Themenbereiche wie Orleans Place, Yukon Territory, County Fair und Hometown Square gab es in beiden Parks, ebenso zahlreiche nahezu identische Attraktionen. Selbst das große Columbia Carousel am Eingangsbereich gehörte zum gemeinsamen Konzept.

Die gemeinsamen Wege endeten jedoch schon in den 1980er-Jahren. Marriott zog sich 1984 aus dem Freizeitparkgeschäft zurück und verkaufte beide Parks. Während der kalifornische Schwesterpark später über Paramount zu Cedar Fair gelangte, wurde der Park in Gurnee von Six Flags übernommen.

Orleans Place

Wir beginnen unseren Rundgang links herum im Orleans Place und damit gleich in einem der Bereiche, an denen sich die gemeinsame Vergangenheit der beiden Great-America-Parks noch heute erkennen lässt. Über die Jahrzehnte hat sich natürlich einiges verändert und so wartet hier mittlerweile eine der großen Achterbahnen des Parks auf uns. 

Superman: Ultimate Flight

Ein Jahr nach der Eröffnung des ersten Superman: Ultimate Flight in Six Flags Over Georgia gingen 2003 gleich zwei weitere Exemplare des B&M Flying Coasters an den Start – eines in Six Flags Great Adventure und eines hier in Great America.

Das Layout kennen wir bereits aus Six Flags Great Adventure. Nach dem Lifthill geht es zunächst durch eine Kurve und anschließend den First Drop hinunter, bevor mit dem Pretzel Loop bereits das prägende Element der Fahrt folgt. Auf dem Rücken geht es steil in die Tiefe und mit ordentlich Druck durch den unteren Teil des Elements, ehe man auf der anderen Seite wieder nach oben schießt.

Danach wird die Fahrt etwas ruhiger. Über die Horseshoe und einige weitere Kurven schlängelt sich Superman durch das kompakte Layout, bevor gegen Ende noch die In-Line Twist wartet und es zurück in die Station geht.

Auch wenn die Fahrt damit weitgehend bekannt ist, gefällt mir Superman hier deutlich besser als in Great Adventure. Die Achterbahn ist wesentlich schöner in ihre Umgebung eingebettet und fügt sich dadurch deutlich besser in den Park ein. Vor allem der intensive Pretzel Loop bleibt aber auch hier das Highlight der Fahrt.

The Dark Knight Coaster

Direkt neben Superman wartet mit The Dark Knight Coaster eine weitere Achterbahn, die wir bereits aus Six Flags Great Adventure kennen. Die Anlage eröffnete 2008 passend zum Kinostart von The Dark Knight und war Teil einer ganzen Serie nahezu identischer Bahnen, die Six Flags damals für seine Parks plante. In Great America wurde dafür das ehemalige Theater Royale umfangreich umgebaut und als Station der Gotham City Rail gestaltet.

Thematisch flieht man nach einem Angriff des Jokers mit der Gotham City Rail aus der Stadt. Dahinter verbirgt sich eine Wilde Maus im Dunkeln, deren enge Kurven, kurze Abfahrten und abrupten Richtungswechsel uns allzu gut bekannt sind. Vor allem die Thematisierung macht aus dem einfachen Layout eine durchaus unterhaltsame Fahrt.

Mardi Gras

Vom Orleans Place geht es weiter in den kleinen Themenbereich Mardi Gras. Viel hielt uns hier allerdings nicht auf, denn mit Roaring Rapids wurde die einzig verbliebene größere Attraktion des Bereichs während meines Besuchs leider nicht betrieben. Also ging es direkt weiter ins benachbarte DC Universe.

DC Universe

The Joker

Mit The Joker wartet im DC Universe zunächst eine Achterbahn, deren Fahrgeschäftstyp uns mittlerweile aus allerlei Six Flags Parks bestens bekannt ist. Bei den 4D Free Spins von S&S hängt der tatsächliche Fahrspaß jedoch immer ein wenig davon ab, wie häufig sich die frei gelagerten Gondeln überschlagen.

Und hier hatten wir richtig Glück. Während der Fahrt ging es immer wieder kopfüber, wodurch The Joker eine herrlich chaotische und überraschend intensive Fahrt bot.

Batman: The Ride

Direkt nebenan wartet mit Batman: The Ride eine der historisch bedeutendsten Achterbahnen des Parks. Während meines Besuchs wurde die Anlage leider renoviert und blieb geschlossen. Trotzdem lohnt es sich, hier etwas länger zu verweilen, denn mit ihrer Eröffnung im Jahr 1992 begann eine kleine Revolution.

Batman: The Ride war der erste Inverted Coaster von B&M. Erstmals saßen die Fahrgäste unterhalb der Schiene, während die Beine frei in der Luft hingen. Zusammen mit dem kompakten und intensiven Layout entstand damit ein völlig neuer Achterbahntyp, der sich in den folgenden Jahren rasant verbreiten sollte.

Eng verbunden war die Bahn auch mit dem damaligen Einstieg von Time Warner bei Six Flags. Die Charaktere von Warner Bros. hielten verstärkt Einzug in die Parks und Batman: The Ride wurde passend dazu als Reise durch Gotham City inszeniert. Der Wartebereich führte zunächst durch einen gepflegten Stadtpark, bevor die Umgebung zunehmend düsterer und heruntergekommener wurde und schließlich den Blick auf die Achterbahn freigab.

Der Erfolg der Anlage sorgte schnell für weitere Exemplare in anderen Six Flags Parks. Bereits 1993 folgte Batman: The Ride in Six Flags Great Adventure und über die Jahre entwickelte sich das kompakte Layout zu einem der bekanntesten Entwürfe von B&M. Schade also, dass ausgerechnet das Original bei meinem Besuch geschlossen war.

The Flash: Vertical Velocity

Mit The Flash: Vertical Velocity folgt direkt die nächste Achterbahn. Das Fahrprinzip kennen wir bereits von Steel Venom im Valleyfair, den wir erst wenige Tage zuvor gefahren waren. Der Zug wird dabei mehrfach zwischen den beiden Spikes hin und her beschleunigt und erreicht mit jedem Durchlauf eine größere Höhe.

Besonders schön ist die Lage der Anlage. Die Strecke verläuft direkt über dem See zwischen den beiden Wildwasserbahnen und fügt sich dadurch wunderbar in diesen Teil des Parks ein. Im Gegensatz zu Steel Venom fehlt hier allerdings die Haltebremse am hinteren Spike. Schade, denn gerade dieser Moment hatte die Fahrt im Valleyfair noch einmal deutlich aufgewertet. Insgesamt aber eine schöne Anlage.

Aquaman Splashdown und Logger’s Run

Aquaman Splashdown und Logger’s Run bilden zusammen eine wirklich große und aufwendig miteinander verwobene Wildwasseranlage. Beide Fahrten beginnen mit einem kleinen Lift, bevor man über eine überraschend lange Strecke durch zahlreiche Kurven dümpelt. Ganz gemütlich geht es dabei nicht immer zu, denn stellenweise sorgt die Strömung für ordentlich Tempo.

Anschließend geht es über einen weiteren Lift hinauf und durch einige Kurven in luftiger Höhe. Leider sind die Wände hier teilweise recht hoch geraten, sodass man von der Umgebung nicht allzu viel mitbekommt. Danach wartet das große Finale: Logger’s Run bietet eine wellenförmige, doppelte Schussfahrt, während es bei Aquaman Splashdown in einem Zug hinabgeht. Besonders schön ist dabei, wie die Schussfahrten beider Anlagen ineinander verwoben sind.

Im Auslauf wartet bei beiden Bahnen noch eine stehende Welle, durch die man mit ordentlich Tempo hindurchbrettert. Trocken kommt man hier definitiv nicht davon und steigt am Ende wunderbar nass aus dem Boot. Aquaman Splashdown wurde während meines Besuchs leider nicht betrieben, Logger’s Run dafür umso ausgiebiger getestet.

Yukon Territory

Little Dipper

Mit Little Dipper wartet im Yukon Territory noch eine kleine Holzachterbahn mit einer interessanten Geschichte. Die Bahn wurde bereits 1950 im Kiddieland Amusement Park in Melrose Park eröffnet und drehte dort fast 60 Jahre lang ihre Runden. Nach der Schließung des Parks im Jahr 2009 wurde Little Dipper von Six Flags übernommen, nach Gurnee versetzt und bereits 2010 wiedereröffnet.

Die Fahrt selbst ist natürlich überschaubar. Über einige kleine Hügel und Kurven geht es durch das kompakte Layout – eine nette kleine Holzachterbahn, die vor allem durch ihre lange Geschichte interessant ist.

Sprocket Rockets

Im kleinen Kinderbereich des Parks wartet mit Sprocket Rockets noch ein Vekoma Roller Skater. Die Strecke bietet die für diesen Achterbahntyp typische Mischung aus einigen kleinen Abfahrten und weit geschwungenen Kurven. Leider wurde hier nur eine Runde gefahren, wodurch der Spaß ziemlich schnell wieder vorbei war.

County Fair

Deutlich größer wird es anschließend im County Fair. Und gleich am Eingang des Bereichs erhebt sich mit Goliath eine der größten Achterbahnen von Six Flags Great America.

Fiddler’s Fling

Bevor wir zu Goliath kommen, wartet mit Fiddler’s Fling noch eine kleine Rarität. Hinter dem Fahrgeschäft verbirgt sich ein klassischer Calypso von Schwarzkopf – ein Fahrgeschäftstyp, den man heutzutage nur noch äußerst selten antrifft.

Während sich die große Plattform dreht, rotieren die einzelnen Gondelkreuze zusätzlich um ihre eigene Achse. Und das Ganze geht erstaunlich schnell vonstatten, sodass ordentlich Kräfte auf die Fahrgäste wirken. Eine herrlich dynamische Spaßmaschine und umso schöner, dass sich mit Fiddler’s Fling noch ein Exemplar dieses selten gewordenen Schwarzkopf-Klassikers erhalten hat.

Goliath

Mit Goliath erhebt sich gleich am Eingang des County Fair eine der größten Achterbahnen von Six Flags Great America. Interessant ist dabei auch der Standort, denn hier stand zuvor mit Iron Wolf die erste Achterbahn aus dem Hause B&M. Der Stand-Up Coaster eröffnete 1990 und wurde nach der Saison 2011 abgebaut, bevor die Fläche wenige Jahre später für Goliath genutzt wurde.

2014 eröffnete hier schließlich der deutlich größere Neubau von Rocky Mountain Construction. Nach dem rund 50 Meter hohen Lifthill geht es über den etwa 55 Meter tiefen und 85° steilen First Drop hinunter. Mit ordentlich Tempo schießt der Zug anschließend hinauf in eine hohe Wende, bevor es wieder in die Tiefe und über den großen Airtime-Hügel geht. Darauf folgt mit dem Dive Loop die erste Inversion.

Anschließend geht es in die Zero-G Stall, in der man für einen erstaunlich langen Moment kopfüber durch das Element fährt. Danach verschwindet Goliath im Tunnel, ehe die letzten schnellen Elemente zurück in Richtung Station führen.

Goliath ist eine wirklich tolle Achterbahn. Die kräftige Airtime, das hohe Tempo und die abwechslungsreiche Abfolge der Elemente sorgen für eine rundum gelungene Fahrt. Dabei ist die Bahn nicht ganz so brachial unterwegs wie so manche andere Anlage des Herstellers, was mir hier ausgesprochen gut gefallen hat. Für mich gehört Goliath definitiv zu den besten RMCs, die ich bislang gefahren bin – und zu denen, bei denen ich am liebsten gleich mehrere Runden ohne Unterbrechung drehen würde.

Sky Striker

Ebenfalls im County Fair wartet mit Sky Striker die Neuheit des Jahres 2024. Die größte Giant Discovery von Zamperla ist mit ihren gewaltigen Ausmaßen schon von weitem kaum zu übersehen.

Während sich die große Gondel kontinuierlich dreht, schwingt sie immer weiter nach oben. Gerade an den Umkehrpunkten bekommt man ordentlich Airtime geboten, bevor es mit zunehmendem Tempo wieder durch das Tal geht.

Auch Sky Striker hat mir richtig gut gefallen. Das Zusammenspiel aus Höhe, Geschwindigkeit und ordentlich Airtime sorgt für eine tolle Fahrt.

American Eagle

Hinter Sky Striker befindet sich der Zugang zu American Eagle – einer Holzachterbahn, deren Dimensionen auch heute noch beeindruckend sind. Bei ihrer Eröffnung im Jahr 1981 war sie die höchste, schnellste und längste Holzachterbahn der Welt. Bemerkenswert ist dabei auch der Hersteller, denn hinter dieser gewaltigen Racing-Holzachterbahn steckt ausgerechnet Intamin, die zu diesem Zeitpunkt noch ganz am Anfang ihres Einstiegs ins Achterbahngeschäft standen.

Nach dem Lifthill geht es über den großen First Drop hinunter und anschließend über eine ganze Reihe von Hügeln. Gerade im vorderen Teil des Zuges entwickelt American Eagle dabei eine regelrechte Granatenairtime. Danach geht es in die riesige Doppelhelix, die schon aufgrund ihrer Dimensionen eines der markantesten Elemente der Bahn ist. Über weitere Hügel führt die Strecke anschließend zurück in Richtung Station, wo eine letzte Helix die Fahrt abschließt.

Schade ist lediglich, dass die beiden Seiten bei meinem Besuch nicht gegeneinander fuhren und damit ein wesentlicher Teil des Racing-Konzepts verloren ging. Davon abgesehen hat mir American Eagle richtig gut gefallen – vor allem die überraschend starke Airtime macht die Fahrt zu etwas Besonderem.

X-Flight

Mit X-Flight folgt gleich das nächste Highlight im County Fair. Der B&M Wing Coaster aus dem Jahr 2012 hat es wirklich in sich.

Nach dem Lifthill geht es über den für diesen Achterbahntyp typischen verdrehten First Drop hinab, bei dem wir erst einmal auf den Kopf gestellt werden. Mit ordentlich Tempo durchfahren wir anschließend die erste Zero-G Roll, bevor der Zug in den großen Immelmann zieht. Es folgt eine schnelle, sehr schön bodennahe Kurve, aus der die Strecke direkt in eine hohe Wende hinaufführt. Danach geht es durch die zweite Zero-G Roll und mit weiterhin hohem Tempo dem großen Finale entgegen.

Hier rast X-Flight auf den markanten Kontrollturm zu. Mitten durch das enge Keyhole führt eine In-Line Twist, bei der die seitliche Sitzposition für einen herrlich knappen Near-Miss-Effekt sorgt. Eine letzte Helix rundet die Fahrt ab, bevor es zurück in die Station geht.

X-Flight hat mich wirklich begeistert. Die Abfolge der Elemente passt hervorragend zusammen, die bodennahen Passagen sorgen für ordentlich Tempo und stellenweise geht die Bahn überraschend intensiv zur Sache. Für mich war X-Flight mit Abstand der beste Wing Coaster, den ich bis dahin gefahren bin.

Und irgendwie habe ich die Fahrt sogar mit offenen Birkenstocks überstanden. Mit bestem Fingerspitzengefühl – oder wohl eher Zehenspitzengefühl – gelang es mir tatsächlich, die Schuhe während der gesamten Fahrt an den Füßen zu behalten. Bei einem Wing Coaster vielleicht nicht unbedingt die cleverste Schuhwahl, aber immerhin ging keiner verloren.

Demon

Mit Demon wartet im County Fair noch ein echter Klassiker. Die Achterbahn kennen wir bereits aus California’s Great America, denn beide Anlagen eröffneten 1976 als Turn of the Century und besaßen ursprünglich ein deutlich anderes Layout. 1980 wurden die großen Airtime-Hügel nach dem First Drop durch zwei Loopings ersetzt und passend zum Umbau erhielten beide Bahnen ihren heutigen Namen Demon.

Entsprechend vertraut kommt uns die Fahrt vor. Nach dem First Drop geht es direkt durch die beiden Loopings, bevor die Strecke in den zweiten Teil übergeht. Nach einigen Kurven folgen die beiden Korkenzieher, ehe es wieder zurück in Richtung Station geht.

Einen entscheidenden Vorteil hat die Anlage in Great America für mich allerdings: Hier läuft noch der wunderbar schräge Demon-Soundtrack – und das in einem über 40 Minuten langen Loop mit allerlei herrlich schrägen Anspielungen rund um die Bahn und ihren Dämon. Das passt hervorragend zur etwas angestaubten Thematisierung und verleiht dem alten Arrow-Klassiker noch einmal eine ganz eigene Atmosphäre.

Metropolis Plaza

Justice League: Battle for Metropolis

In der Metropolis Plaza erwartet uns mit Justice League: Battle for Metropolis ein interaktiver Dark Ride, den wir bereits aus anderen Six Flags Parks kennen. Auch hier konnte die Mischung aus großen Kulissen, Projektionen und interaktiven Elementen wieder überzeugen. Für mich nach wie vor einer der besseren Dark Rides aus dem Hause Sally.

Southwest Territory

Giant Drop

Weiter geht es ins Southwest Territory, wo uns mit Giant Drop gleich die nächste große Attraktion erwartet. Der Freifallturm von Intamin ist mit seiner stattlichen Höhe schon von weitem gut zu erkennen. Gemächlich geht es an der Konstruktion hinauf, bevor man oben einen kurzen Moment die Aussicht genießen kann. Dann löst die Gondel aus und es geht im freien Fall zurück in Richtung Boden. Ein klassischer Intamin-Freifallturm, der auch heute noch eine richtig gute Fahrt bietet.

Raging Bull

Mit Raging Bull wartet eines der großen Highlights des Parks. Der B&M Hyper Coaster unterscheidet sich dabei deutlich von vielen anderen Anlagen dieses Typs. Statt sich hauptsächlich auf eine lange Abfolge großer Airtime-Hügel zu konzentrieren, setzt Raging Bull auf eine deutlich verschlungenere Streckenführung mit zahlreichen schnellen Kurven.

Nach dem Lifthill geht es über einen kleinen Pre-Drop direkt ins Geschehen. Der große First Drop bietet bereits richtig starke Airtime und führt uns mit ordentlich Tempo geradewegs in einen Tunnel. Anschließend schießt der Zug wieder hinauf und durchfährt eine weitläufige Wende in luftiger Höhe, bevor man über einen klassischen Camelback fliegt.

Eine hochgeständerte Kurve führt uns anschließend nach links, ehe wir den Lifthill unterqueren und in einer weiteren Wende die Richtung wechseln. Nach einer Rechtskurve geht es in die Blockbremse, die wir ohne merkliche Verzögerung passieren.

Parallel zum Lifthill fliegen wir nun über einen weiteren Camelback, bevor eine Helix einmal um den First Drop herumführt. Zum großen Finale durchrast Raging Bull schließlich noch eine bodennahe Acht, ehe es zurück in Richtung Station geht.

Gerade diese Mischung aus kräftiger Airtime, hohem Tempo und zahlreichen Kurven macht Raging Bull so stark. Die Bahn ist unfassbar schnell, abwechslungsreich und verliert bis zum Schluss kaum an Schwung. Dank der überaus hohen Kapazität waren die Wartezeiten erstaunlich gering, sodass es gleich für einige Runden hintereinander reichte. Für mich ganz klar eines der großen Highlights des Parks. Was für eine Fahrt.

Chubasco und Ricochet

Im Southwest Territory stehen neben den großen Achterbahnen auch einige schöne Klassiker. Dazu gehört die hübsch gestaltete Teetassenbahn Chubasco, die natürlich für eine Runde mitgenommen wurde.

Nicht weit davon entfernt wartet mit Ricochet ein klassischer Swing-Up von HUSS. Auch hier durfte eine Fahrt natürlich nicht fehlen. Gerade solche klassischen Flatrides sind eine schöne Ergänzung zum ohnehin sehr starken Angebot des Parks.

Viper

Etwas abgelegen steht mit Viper die nächste Holzachterbahn des Parks. Allein der erstaunlich lange Weg zur Station zieht sich dabei schon ordentlich, doch am Ende wartet eine durchaus interessante Bahn.

Viper eröffnete 1995 und orientiert sich unverkennbar am legendären Coney Island Cyclone in New York. Das bekannte Grundprinzip wurde hier allerdings etwas größer skaliert. Bemerkenswert ist vor allem, dass hinter der Bahn kein klassischer Achterbahnhersteller steht: Viper wurde von Six Flags Great America selbst entworfen und gebaut und ist bis heute die einzige Achterbahn, die der Park in Eigenregie errichtet hat.

Nach dem Lifthill geht es über den First Drop direkt hinein in das kompakte Layout mit seinen zahlreichen Hügeln und Wendekurven. Besonders prägend ist dabei die Fahrt durch das dichte Holzgebälk. Immer wieder schießt man mitten durch die Konstruktion, kreuzt andere Streckenabschnitte und verliert zwischen all den Stützen beinahe die Orientierung. Dazwischen sorgen die zahlreichen kleineren Hügel immer wieder für nette Airtime. Eine tolle Bahn mit wirklich guten Fahreigenschaften.

Hometown Square

Nach dem Southwest Territory geht es weiter ins Hometown Square. Hier findet sich eine ganze Reihe klassischer Fahrgeschäfte, die wunderbar zum Charakter dieses Bereichs passen.

The Lobster

Besonders schön ist The Lobster, ein klassisches Monster III von Schwarzkopf. Die einzelnen Gondeln lassen sich mit etwas Geschick wunderbar sporten. Dabei dreht man sich wie wild im Kreis, während das Fahrgeschäft gleichzeitig seine typische Wellenbewegung vollführt. Gerade das Staunen in den Gesichtern der Amerikaner zu sehen, ist für mich immer wieder Ansporn genug, die Gondel noch ein wenig schneller drehen zu lassen.

Triple Play

Nicht weit davon entfernt wartet mit Triple Play eine klassische Troika von HUSS. Während sich die drei Gondelkreuze drehen, wird die gesamte Konstruktion zunehmend schräg gestellt und die Gondeln folgen dabei einer immer stärker ausgeprägten wellenförmigen Trajektorie. Eine angenehm flotte Fahrt.

Hometown Fun Machine

Etwas versteckt liegt die Hometown Fun Machine an einer der Wendekurven von Whizzer. Zu dem klassischen Scrambler gelangt man über eine kleine Brücke, wodurch die Attraktion fast ein wenig abseits des eigentlichen Rundwegs liegt. Einmal eingestiegen, sorgen die gegenläufigen Drehbewegungen dafür, dass man immer wieder ordentlich zur Seite gedrückt wird.

Whizzer

Die Hauptattraktion des Hometown Square ist Whizzer, ein Schwarzkopf Speed Racer aus dem Eröffnungsjahr 1976. Besonders markant ist der spiralförmige Lifthill, der die Züge langsam auf Höhe bringt, bevor die eigentliche Fahrt beginnt.

Vom Lifthill aus geht es zunächst über eine lange Abfahrt hinunter in eine weitläufige, bodennahe Kurve. Eine längere Auffahrt bringt uns anschließend wieder auf Höhe, bevor wir nach einer Kurve in luftiger Höhe schwungvoll zurück in Richtung Boden stürzen. Es folgt eine weitere bodennahe Kurve und eine längere Gerade bergauf, bevor wir eine Runde um den Lifthill drehen. Über eine kurvige Abfahrt und eine Rechtskurve nähern wir uns schließlich dem Ende der Fahrt. Eine letzte Helix führt uns zurück in die Station.

Die Fahrt selbst ist ganz nett, erreicht für mich allerdings nie die Aggressivität der kleineren Jet-Star-Achterbahnen von Schwarzkopf. Etwas ärgerlich waren zudem die Wartezeiten. Durch die vielen Flash-Pass-Nutzer wurde die Kapazität stark gedrückt, sodass sich bei Whizzer meist eine der längsten Schlangen im Park bildete.

Carousel Plaza

Zum Abschluss unseres Rundgangs geht es zurück zur Carousel Plaza, dem großen Eingangsbereich des Parks. Im Mittelpunkt steht hier natürlich das imposante Columbia Carousel. Das rund 30 Meter hohe Doppelstockkarussell gehört bereits seit der Eröffnung 1976 zu den Wahrzeichen des Parks und besitzt ein nahezu identisches Gegenstück in California’s Great America.

Mit seinen zahlreichen Pferden, Tieren und Wagen ist das Karussell schon eine beeindruckende Erscheinung. Für meine Runde kam natürlich nur das obere Stockwerk infrage – wenn man schon die Gelegenheit hat, auf einem Doppelstockkarussell zu fahren, dann natürlich auch oben.

Direkt daneben ragt der Sky Trek Tower rund 100 Meter in die Höhe. Der Aussichtsturm von Intamin kam bereits 1977 hinzu und prägt seitdem die Silhouette des Parks. Aus der langsam rotierenden Kabine bietet sich bei entsprechend guter Sicht sogar ein Blick bis zur Skyline von Chicago.

Zwischen diesen beiden Klassikern wartet mit Maxx Force schließlich eine Attraktion aus einer völlig anderen Epoche des Parks.

Maxx Force

Mit Maxx Force wartet zum Abschluss noch einmal eine Achterbahn, die vor allem durch ihren Start auffällt. Der Launch Coaster von S&S beschleunigt seine Züge pneumatisch in weniger als zwei Sekunden von 0 auf rund 125 km/h. Entsprechend brachial fällt der Abschuss aus und katapultiert uns direkt in das große erste Element.

Ähnlich einer Banana Roll dreht man sich am höchsten Punkt einmal zur Seite, ehe es in einer Rolle rasant zurück in Richtung Boden geht. Eine zunächst langsam aufsteigende Rechtskurve entpuppt sich anschließend als astreine Rolle, die wir mit ordentlich Tempo durchfahren. Danach geht es bereits auf den etwas eigenartig seitlich angefahrenen Dive Loop zu, der das kurze Layout abschließt.

Insgesamt ist Maxx Force eine überaus solide Achterbahn mit tollen Fahreigenschaften. Die geringe Kapazität sorgte während meines Besuchs allerdings für entsprechend lange Wartezeiten, weshalb es bei einer einzigen Fahrt blieb.

Bilder Six Flags Great America

Fazit Six Flags Great America

Six Flags Great America hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vor allem das starke Achterbahnangebot bietet eine enorme Abwechslung. Dazu kommen zahlreiche klassische Fahrgeschäfte, die man in dieser Anzahl heute nur noch selten in einem großen Freizeitpark findet.

Auch die gemeinsame Vergangenheit mit California’s Great America ist an vielen Stellen noch zu erkennen und verleiht dem Park einen ganz eigenen Charakter. Gleichzeitig hat sich Great America über die Jahrzehnte deutlich weiterentwickelt und verbindet seine Geschichte sehr schön mit modernen Großattraktionen.

Insgesamt ist Six Flags Great America ein wirklich toller Freizeitpark – und ich kann es kaum erwarten, wieder nach Chicago zu fliegen und einen Ausflug nach Gurnee zu unternehmen.

 


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Manitowoc County Fair

Manitowoc County Fair

Manchmal ergeben sich die besten Zwischenstopps völlig ungeplant. Auf dem Weg von Green Bay in Richtung Chicago tauchte plötzlich links neben dem Highway eine Kirmes auf, die mich mit ihrem weithin sichtbaren Zipper sofort in ihren Bann zog. Also direkt die nächste Ausfahrt genommen und kurze Zeit später stand ich auf der Manitowoc County Fair.

Die klassische amerikanische County Fair fand 2024 vom 21. bis 25. August statt. Für gerade einmal 10 Dollar waren neben dem Eintritt und Parken auch sämtliche Fahrgeschäfte auf dem von Rainbow Valley Amusements betriebenen Midway inklusive.

Neben den Fahrgeschäften gab es natürlich Tiere, Ausstellungen, Spielbuden und jede Menge zu essen. Besonders positiv sind mir dabei die Stände der öffentlichen Einrichtungen in Erinnerung geblieben. Hier konnte man erstaunlich günstig und obendrein wirklich gut essen – zu Preisen, wie ich sie in den USA bislang nur selten erlebt habe. Bei den Schaustellern musste man für vergleichbare Angebote dagegen teilweise ein Vielfaches bezahlen.

Midway

Auch der Midway konnte sich für eine County Fair durchaus sehen lassen. Mit Zipper, Pharaoh’s Fury, Freak Out, Rock Star, dem Kettenflieger Vertigo und dem Remix standen hier gleich einige größere Fahrgeschäfte. Hinzu kamen Cliff Hanger, Zero Gravity, ein Rockin’ Tug und das klassische Eli Bridge Riesenrad.

Da die Warteschlangen teilweise recht lang waren, beschränkte ich mich auf einige wenige Fahrten. Eine davon war der Rock Star von ARM Rides. Die Fahrt erinnert sehr an einen klassischen HUSS Rainbow und bietet tolle Lateralkräfte und allerlei Airtime. Gesichert wird man hier allerdings durch einen einfachen Schulterbügel.

Eine Runde auf dem Freak Out durfte ebenfalls nicht fehlen, bevor es schließlich zur einzigen Achterbahn der Fair ging. Der Orient Express von Wisdom Rides ist eine kleine transportable Kinderachterbahn, bei der es Runde für Runde über das kompakte Oval geht. Ganz sanft ist die Fahrt dabei zwar nicht, aber was tut man nicht alles für einen weiteren Count.

Bilder Manitowoc County Fair

Fazit Manitowoc County Fair

Die Manitowoc County Fair war ein wirklich schöner Zufallsfund. Die Atmosphäre auf dem Gelände war toll, das Fahrgeschäftsangebot konnte sich sehen lassen und auch die Preise waren mehr als fair. Insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung und definitiv ein Zwischenstopp, der sich gelohnt hat.