Valleyfair! – Ein Tag in Minnesotas größtem Freizeitpark

Valleyfair!

Valleyfair! eröffnete am 25. Mai 1976 in Shakopee, südwestlich von Minneapolis, als gemeinsames Projekt der Unternehmer Walt Wittmer und David Sherman. Auf einer Fläche von gerade einmal 26 Acres gingen zunächst rund 20 Attraktionen an den Start. Schon damals bildete die Holzachterbahn High Roller das Aushängeschild des Parks und dreht bis heute ihre Runden. Noch älter ist lediglich das historische Karussell, das ursprünglich aus dem 1973 geschlossenen Excelsior Amusement Park stammt.

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung übernahm Cedar Point den jungen Freizeitpark. Als 1983 die gemeinsame Betreibergesellschaft gegründet wurde, setzte sich ihr Name aus den beiden Parks Cedar Point und Valleyfair! zusammen – der Ursprung des bis heute bekannten Namens Cedar Fair. In den folgenden Jahrzehnten wuchs Valleyfair! kontinuierlich und entwickelte sich zum größten Freizeitpark Minnesotas.

Wie viele Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe präsentiert sich auch Valleyfair! außerordentlich gepflegt. Anders als in den meisten Schwesterparks gibt es hier jedoch keinen klassischen Rundweg. Stattdessen betritt man den Park ungefähr in der Mitte der Anlage und entscheidet bereits am Eingang, ob man den linken oder den rechten Parkbereich zuerst erkunden möchte.

Wir schlagen zunächst den linken Weg ein und folgen dem Pfad unter und hinter Wild Thing. Bereits hier wird deutlich, wie sehr Valleyfair! den Charme klassischer amerikanischer Freizeitparks bewahrt hat. Mit Flying Eagles, Tilter und einem Scrambler stehen gleich drei zeitlose Fahrgeschäfte dicht beieinander. Ergänzt wird dieses Ensemble durch den StarFlyer North Star von Funtime, der einen herrlichen Blick über den gesamten Park bietet.

Während die liebevoll gestaltete Oldtimerbahn Antique Autos zu einer entspannten Rundfahrt einlädt, wartet nur wenige Meter weiter mit Steel Venom bereits der erste große Adrenalinkick.

Steel Venom

Wie bei jedem Impulse Coaster aus dem Hause Intamin beginnt auch bei Steel Venom jede Fahrt mit einem kräftigen Launch. Leider ist dabei auch der für diesen Achterbahntyp typische Ruck deutlich zu spüren, was den ansonsten guten Fahreindruck etwas schmälert. Die Schraube macht vor allem im vorderen Zugteil Spaß, während sie in den hinteren Reihen kaum noch zur Geltung kommt. Leider wird diese recht ruppig zu durchfahren. Das eigentliche Highlight wartet jedoch am hinteren Spike: Dort hält eine Bremse den Zug für einige Sekunden fest, bevor er wieder in Richtung Station beschleunigt. Dabei rutschen die Fahrgäste spürbar nach vorne in die Bügel – ein Effekt, der jede Fahrt aufs Neue für ein Schmunzeln sorgt.

Trotz kleiner Schwächen macht Steel Venom jede Menge Spaß und gehört zu den stärkeren Attraktionen des Parks. Vor allem die Haltebremse am hinteren Spike sorgt für einen Effekt, den man auch nach mehreren Fahrten nicht vergisst.

Delirium

Direkt neben Steel Venom befindet sich mit Delirium ein Giant Loop aus dem Hause Larson. Ich mag diesen Attraktionstyp wirklich gerne und auch Delirium macht jede Menge Spaß. Schade ist allerdings die enorme Lautstärke während der Fahrt, die das ansonsten gelungene Fahrerlebnis etwas trübt.

Northern Lights

Mit Northern Lights folgt ein Zamperla Skater Coaster. Auf den ersten Blick erinnert die Attraktion stark an einen klassischen Disk’O Coaster aus dem gleichen Hause, unterscheidet sich jedoch in einem entscheidenden Punkt: Während man beim Disk’O nach außen blickt und vor allem auf die Brust gedrückt wird, schaut man beim Skateboard nach innen und wird überwiegend in die Rückenlehne gepresst. Dadurch empfinde ich die Fahrt als deutlich angenehmer und auf Dauer sogar etwas spaßiger.

The Wave

Direkt im Eingangsbereich des Parks befindet sich mit The Wave eine Shoot-the-Chute-Anlage aus dem Hause Hopkins Rides. Nach einer gemütlichen Auffahrt stürzt das Boot den steilen Drop hinab und schlägt mit voller Wucht auf der Wasseroberfläche auf. Die dabei entstehende Wasserfontäne sorgt dafür, dass hier garantiert niemand trocken aussteigt. Ich bin schon immer ein großer Fan dieses Attraktionstyps gewesen und finde es schade, dass Shoot-the-Chute-Anlagen nach und nach aus immer mehr Freizeitparks verschwinden. Obwohl der Wasserpark noch ein gutes Stück entfernt liegt, sieht man rund um The Wave zahlreiche Besucher in Badesachen oder mit freiem Oberkörper – eine für einen amerikanischen Freizeitpark eher ungewöhnliche Szene.

Corkscrew

Mit Corkscrew folgt ein weiterer Klassiker aus dem Hause Arrow Dynamics. Fahrtechnisch gehört die Bahn sicher nicht zu den Highlights des Parks, bietet aber eine angenehm ruhige Fahrt durch Looping und Korkenzieher. Ihre größte Stärke ist ohnehin die Einbindung in den Park. Die Strecke verläuft malerisch entlang eines Sees und bildet mit der unter dem Korkenzieher hindurchfahrenden Parkeisenbahn eines der schönsten Fotomotive des Parks. Zusammen mit der gelungenen Farbgestaltung gehört Corkscrew für mich zu den besten Blickfängen in Valleyfair!

Monster

Direkt nebenan befindet sich das Monster. Dieser amerikanische Klassiker aus dem Hause Eyerly Aircraft gehört für mich bis heute zu den besten Flat Rides überhaupt. Sitzt man alleine in einer Gondel, lässt sich diese bereits vor der Abfahrt mit etwas Körpereinsatz kräftig in Rotation versetzen – sehr zur Verwunderung der amerikanischen Fahrgäste. Während der Fahrt dreht sich die Gondel munter weiter und sorgt für ein herrlich chaotisches Fahrerlebnis. Wie so oft hat mir auch diese Fahrt wieder richtig viel Spaß gemacht.

Planet Snoopy

Auf dem Weg zur Holzachterbahn High Roller durchqueren wir zunächst Planet Snoopy. Wie in vielen Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe wurde auch hier ein liebevoll gestalteter Themenbereich rund um die Peanuts-Figuren geschaffen. Neben zahlreichen Familien- und Kinderattraktionen sorgen viel Grün, schattige Wege und die stimmige Gestaltung dafür, dass sich Planet Snoopy angenehm vom restlichen Park abhebt. Das Highlight des Bereichs ist der Zamperla Powered Coaster Cosmic Coaster, der sich optisch hervorragend in das Gesamtbild einfügt.

High Roller

High Roller ist die älteste Achterbahn des Parks. Nach der ersten Abfahrt folgt zunächst ein großer Hügel, bevor eine langgezogene Wendekurve den Rückweg einleitet. Anschließend sorgen mehrere ungewöhnlich geformte Hügel immer wieder für Airtime, die allerdings durch einen Trim spürbar abgeschwächt wird. Vor der nächsten Kurve nimmt ein weiterer Trim erneut deutlich Geschwindigkeit aus der Bahn, sodass die letzten Hügel und die Schlusskurve nur noch gemächlich durchfahren werden. Schade eigentlich, denn ohne die beiden Trims hätte High Roller das Zeug zu einer richtig guten Holzachterbahn.

Mad Mouse

Direkt gegenüber dem Eingang zum Wasserpark Soak City liegt die Mad Mouse aus dem Hause Arrow Dynamics. Ich bin schon immer ein Fan der Wilden Mäuse des Herstellers gewesen. Im Gegensatz zu ihren europäischen Pendants setzen die Arrow-Anlagen nicht nur auf enge Spitzkehren, sondern auch auf überraschend große Gefälle und ein teilweise recht eigenwilliges Banking. Dadurch wirkt die Fahrt deutlich dynamischer und unberechenbarer, als man es von einer klassischen Wilden Maus erwarten würde. Auch Mad Mouse bildet hier keine Ausnahme und sorgt für jede Menge Fahrspaß.

Wheel of Fortune

Mit Wheel of Fortune konnte ich zum ersten Mal einen klassischen Trabant von Chance Rides erleben. Das Fahrgeschäft diente später als Vorlage für den von Mack Rides in Lizenz gebauten Hully Gully, den ich bereits kannte. Auch wenn mir die Mack-Version insgesamt etwas besser gefällt, hat es mich gefreut, endlich einmal das Original gefahren zu sein. Beide Attraktionen sind heute nur noch selten anzutreffen und gehören für mich zu den Fahrgeschäften, die man als Freizeitparkfan unbedingt einmal erlebt haben sollte.

Renegade

Mit Renegade verfügt Valleyfair! über ein ganz besonderes Scmuckstück. Bereits von weitem fällt die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn durch ihre kompakte und verschlungene Holzkonstruktion auf.

Bereits der außergewöhnliche, S-förmig verdrehte First Drop sorgt für einen fantastischen Auftakt und gehört zu den besten Elementen der gesamten Fahrt. Direkt danach folgt ein kleiner Airtime-Hügel, ehe die Bahn ohne jede Verschnaufpause durch eine perfekt abgestimmte Folge aus schnellen Richtungswechseln, bodennahen Kurven und immer wieder eingestreuten Airtime-Momenten jagt. Dadurch entsteht ein nahezu ununterbrochener Fahrfluss, bei dem die Bahn bis zur Schlussbremse kaum an Tempo verliert. Kurz vor Schluss schießt der Zug noch einmal mit hoher Geschwindigkeit am Stationsbereich vorbei, bevor einige letzte Airtime-Hügel die Fahrt abrunden.

Renegade hat mich auf ganzer Linie überzeugt und zählt für mich ganz klar zu den besten Holzachterbahnen aus dem Hause GCI. Im Laufe des Tages wurde die Bahn zudem immer schneller und hatte am Nachmittag richtig Dampf unter der Haube.

Excalibur

Zu den größten Highlights von Valleyfair! zählt Excalibur. Die von Arrow Dynamics gebaute Achterbahn kombiniert typische Elemente eines Mine Trains mit deutlich größeren Abfahrten und einem außergewöhnlichen Streckenverlauf.

Die Fahrt beginnt mit einer langen Abfahrt, bevor sich Excalibur mit großen Kurven und schnellen Richtungswechseln ihren Weg durch das Gelände bahnt. Besonders gefällt mir ein Hügel, der gleichzeitig in einen Kurvenwechsel übergeht. Was heute auf vielen modernen Achterbahnen selbstverständlich ist, war 1989 noch ein ungewöhnliches und innovatives Layoutmerkmal.

Auch wenn mich die Fahrt insgesamt nicht vollständig überzeugen konnte und sich die Bahn stellenweise recht unruhig fährt, besitzt Excalibur einen ganz eigenen Charakter. Gerade das ungewöhnliche Layout mit seinen kreativen Fahrelementen macht die Bahn bis heute zu einem der Highlights von Valleyfair! und sollte bei keinem Besuch ausgelassen werden.

Thunder Canyon

In derselben Ecke des Parks befindet sich außerdem Thunder Canyon. Den Rapids Ride hätte ich gerne ausprobiert, doch während meines Besuchs blieb die Anlage leider geschlossen.

Power Tower

Weiter geht es mit dem Power Tower aus dem Hause S&S. Interessanterweise verfügt der Turm über gleich drei Fahrspuren –zwei Power Drops und ein Space Shot. Besonders gelungen finde ich jedoch die Platzierung der Attraktion. Mitten auf einer Insel gelegen und von der Achterbahn Corkscrew umschlossen, macht der Turm sowohl optisch als auch fahrtechnisch einiges her.

Wild Thing

Die nächste Anlage ist der Hyper Coaster Wild Thing aus dem Hause Morgan. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1996 prägt die über 60 Meter hohe Achterbahn die Skyline von Valleyfair! und zählt bis heute zu den bekanntesten Attraktionen des Parks.

Die Fahrt beginnt mit einer langen ersten Abfahrt, bevor der Zug über zwei Camelbacks rast. Die kurvige Abfahrt aus dem zweiten Hügel führt in eine weitläufige liegende Acht, ehe Wild Thing nach der Blockbremse mit mehreren kleineren Hügeln den Rückweg zur Station antritt. Besonders die elegant ausgeformten Kurven werden mit hoher Geschwindigkeit durchfahren und sorgen für ein ausgesprochen flüssiges Fahrgefühl. Auf den zahlreichen Airtime-Hügeln fällt die Schwerelosigkeit hingegen überraschend schwach aus.

Gerade im Vergleich zur ähnlich aufgebauten Mamba in Worlds of Fun, die ich erst zwei Tage zuvor besucht habe, hat mich das doch sehr verwundert. Trotz des nahezu identischen Layouts wirkt Wild Thing deutlich zahmer und erreicht nie die Airtime-Qualitäten ihrer Schwesterbahn. Dennoch ist Wild Thing eine gelungene Achterbahn, die vor allem mit ihrem flüssigen Layout und den elegant ausgeformten Kurven jede Menge Fahrspaß bietet.

Bilder Valleyfair!

Fazit Valleyfair!

Valleyfair! zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten Freizeitparks der USA, muss sich hinter den großen Namen der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe aber keineswegs verstecken. Gerade die Mischung aus modernen Thrillrides, historischen Klassikern und der entspannten Atmosphäre macht den Reiz des Parks aus. Wer Minneapolis besucht oder den Mittleren Westen der USA bereist, sollte Valleyfair! deshalb unbedingt einen Besuch einplanen.

Wo Shopping auf Achterbahnen trifft

Nickelodeon Universe

Nickelodeon Universe ist der größte Indoor-Freizeitpark Nordamerikas und liegt mitten in der Mall of America. Da der Zutritt zum Park kostenlos ist und lediglich für die Attraktionen bezahlt wird, herrscht hier nahezu den ganzen Tag über reges Treiben.

Eröffnet wurde der Park bereits 1992 als Knott’s Camp Snoopy und entstand unter der Leitung von Knott’s Berry Farm. Wer den berühmten Camp-Snoopy-Bereich im kalifornischen Freizeitpark kennt, wird daher einige Parallelen erkennen. Seit 2008 präsentiert sich der Park unter der Lizenz von Nickelodeon und begeistert heute mit zahlreichen Attraktionen rund um SpongeBob Schwammkopf, die PAW Patrol und viele weitere bekannte Charaktere.

Beginnen wir unseren Rundgang mit einer der ältesten Achterbahnen des Parks.

Pepsi Orange Streak

Pepsi Orange Streak ist eine Tivoli-Achterbahn aus dem Hause Zierer und zählt zu den Originalattraktionen des Parks. Wie die sehr ähnliche Jaguar! im ehemaligen Schwesterpark Knott’s Berry Farm überrascht auch sie mit einem für diesen Achterbahntyp ungewöhnlich langen Streckenverlauf.

Zwischen den zahlreichen Attraktionen schlängelt sich der Zug quer durch Nickelodeon Universe. Erst im Bereich der großen Wildwasserbahn verliert die Fahrt etwas an Schwung, bevor sie gemütlich ihrem Ende entgegenrollt. Insgesamt zählt Pepsi Orange Streak dennoch zu den besseren Vertretern dieses Achterbahntyps.

Log Chute

Log Chute zählt zu den Originalattraktionen von Nickelodeon Universe und stammt noch aus der Zeit des ehemaligen Knott’s Camp Snoopy. Die von Hopkins Rides gebaute Wildwasserbahn entführt ihre Fahrgäste in die Welt von Paul Bunyan und gehört mit ihrer liebevollen Gestaltung sowie der außergewöhnlich langen Fahrzeit zu den Klassikern des Parks. Leider reichte die Zeit während meines Besuchs nicht mehr für eine Fahrt, weshalb Log Chute ganz oben auf meiner Liste für den nächsten Besuch der Mall of America steht.

Fairly Odd Coaster

Fairly Odd Coaster ist ein Spinning Coaster aus dem Hause Gerstlauer und überzeugt zunächst mit einem gelungenen Layout. Umso enttäuschender ist es, dass sich die Bahn ausgesprochen ruppig fährt. Das nimmt der ansonsten gelungenen Anlage leider einen großen Teil ihres Reizes.

Shredder’s Mutant Masher

Shredder’s Mutant Masher ist ein Afterburner aus dem Hause KMG und begeistert mit dem ständigen Wechsel zwischen hohen Kräften am tiefsten Punkt der Fahrt und überraschend kräftiger Airtime, wenn die Gondel der Hallendecke gefährlich nahekommt.

Vor allem gegen Ende erreicht die Rotation eine überraschend hohe Geschwindigkeit und macht Shredder’s Mutant Masher zu einer echten Kotzschleuder. Mir hat die Fahrt ausgesprochen gut gefallen – wer jedoch einen empfindlichen Magen hat, sollte sich den Einstieg gut überlegen.

Back at the Barnyard Hayride

Back at the Barnyard Hayride ist ein kleiner Powered Coaster aus dem Hause Zamperla, der sich vor allem an Familien mit kleinen Kindern richtet. Insgesamt bleibt die Bahn jedoch recht unspektakulär und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.

Brain Surge

Brain Surge ist ein interaktives Überschlagskarussell, dessen Fahrgefühl am ehesten an einen klassischen Musikexpress erinnert – allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Gondeln jederzeit in den Überschlag gebracht und sogar dauerhaft über Kopf gehalten werden können. Gerade diese zusätzliche Freiheit macht jede Fahrt ein wenig anders.

Besonders viel Spaß macht Brain Surge, wenn man die Steuerung einem Kind überlässt. Das sorgt meist für einen völlig unberechenbaren Fahrverlauf und macht die ohnehin schon rasante Fahrt noch eine ganze Ecke wilder.

Ghost Blasters

Ghost Blasters ist ein klassischer interaktiver Dark Ride aus dem Hause Sally, bei dem die Fahrgäste mit Laserpistolen auf Geister, Skelette und andere gruselige Gestalten schießen. Dank seines charmanten, eher augenzwinkernden Gruselthemas eignet sich die Attraktion hervorragend für die ganze Familie.

Trotz ihrer gelungenen Gestaltung fehlt Ghost Blasters letztlich ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Die Fahrt macht durchaus Spaß, hinterlässt am Ende jedoch keinen bleibenden Eindruck.

SpongeBob SquarePants Rock Bottom Plunge

SpongeBob SquarePants Rock Bottom Plunge ist ein Eurofighter aus dem Hause Gerstlauer und macht bereits optisch einiges her. Auf eine aufwendige Thematisierung müssen die Besucher allerdings verzichten.

Nach dem senkrechten Lift geht es ohne Umschweife über den 97 Grad steilen First Drop direkt in einen Looping. Es folgen ein kleiner Airtime-Hügel, eine stark übergeneigte Kurve und eine Heartline Roll, die in schneller Abfolge für einen gelungenen und überraschend intensiven ersten Streckenabschnitt sorgen. Nach der Blockbremse verliert das Layout jedoch etwas an Dynamik und kann das hohe Niveau der ersten Streckenhälfte nicht ganz halten. Insgesamt ist SpongeBob SquarePants Rock Bottom Plunge dennoch eine gelungene Achterbahn, der ein etwas stärkeres Finale gutgetan hätte.

TMNT Shell Shock

TMNT Shell Shock ist ein Sky Fly aus dem Hause Gerstlauer und gehört grundsätzlich zu meinen Lieblingsfahrgeschäftstypen. Bei dieser neueren Ausführung kommen jedoch neue Bügel zum Einsatz, die den Oberkörper deutlich weniger fixieren. Dadurch fallen die Rollen spürbar unangenehmer aus als bei den ersten Sky Flys im Nigloland und im Legoland Deutschland.

Trotz des in der Halle fehlenden Fahrtwinds lassen sich die Gondeln noch immer erstaunlich gut überschlagen. Insgesamt macht TMNT Shell Shock durchaus Spaß, erreicht für mich jedoch nicht mehr die Qualität der frühen Anlagen dieses Fahrgeschäftstyps.

Avatar Airbender

Avatar Airbender ist ein Half Pipe Coaster aus dem Hause Intamin und besitzt für mich eine ganz besondere Bedeutung. Auf dieser Anlage durfte ich meine 1.000. Achterbahnfahrt erleben – ganz passend für einen Intaminion, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit über zwei Jahren für Intamin gearbeitet hat.

Auch fahrerisch weiß Avatar Airbender zu überzeugen. Die intensive und erstaunlich lange Fahrt wird von einer angenehm moderaten Gondelrotation begleitet. Für meinen Geschmack hätte sich die Gondel jedoch gerne noch etwas wilder drehen dürfen.

Bilder Nickelodeon Universe

Fazit Nickelodeon Universe

Nickelodeon Universe ist sicherlich kein Freizeitpark, für den man alleine eine Reise nach Minneapolis planen sollte. In Kombination mit der Mall of America ergibt sich jedoch ein außergewöhnliches Gesamterlebnis, das in dieser Form wohl einzigartig ist. Es macht einfach Spaß, zwischen Geschäften, Restaurants und Achterbahnen hin und her zu wechseln und dabei immer wieder neue Attraktionen zu entdecken.

Besonders gefallen haben mir Avatar Airbender, Shredder’s Mutant Masher und SpongeBob SquarePants Rock Bottom Plunge. Zwar konnte mich nicht jede Attraktion gleichermaßen begeistern, doch genau diese Mischung aus klassischen Fahrgeschäften und modernen Thrill Rides macht den besonderen Charme des Parks aus.

Wer die Mall of America besucht und ein Faible für Freizeitparks hat, sollte sich Nickelodeon Universe auf keinen Fall entgehen lassen. Für mich war der Park nicht zuletzt wegen meiner 1.000. Achterbahnfahrt auf Avatar Airbender ein ganz besonderes Erlebnis.

Das Tor zu den Achterbahnen Missouris

Six Flags St. Louis

Nach dem unmittelbaren Erfolg von Six Flags Over Texas und Six Flags Over Georgia begannen schon bald die Planungen für einen dritten Six-Flags-Park. Nur wenige Kilometer außerhalb von St. Louis eröffnete 1971 schließlich Six Flags Over Mid-America im Herzen der Vereinigten Staaten seine Tore. Damals bestand der Park aus sechs unterschiedlich thematisierten Bereichen, die – ganz nach dem ursprünglichen Six-Flags-Konzept.

In den 1990er-Jahren veränderte sich der Park erheblich, nachdem Time Warner die Six-Flags-Kette übernommen hatte. Neben zahlreichen Modernisierungen hielten auch viele der bekannten DC-Comics-Superhelden Einzug in den Park und prägen bis heute das Erscheinungsbild zahlreicher Attraktionen.

Heute bietet Six Flags St. Louis eine ausgewogene Mischung aus klassischen Holzachterbahnen, Familienattraktionen und einigen Thrill-Rides. Obwohl der Park häufig im Schatten seiner größeren Schwesterparks steht, stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass er deutlich mehr zu bieten hat, als sein Ruf vermuten lässt.

Genug zur Geschichte des Parks – jetzt wird es Zeit, ihn selbst zu erleben. Nach dem Betreten des Parks halten wir uns rechts und machen uns auf den Weg zur ersten großen Achterbahn des Tages.

Batman The Ride

Eine der ersten Achterbahnen, auf die man nach dem Betreten von Six Flags St. Louis trifft, ist Batman The Ride, die sich direkt rechts vom Parkeingang befindet. Batman zählt mittlerweile zu den bekanntesten Attraktionen der gesamten Six-Flags-Kette. Die Anlage in St. Louis nimmt dabei jedoch eine besondere Stellung ein. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse entstand hier die erste gespiegelte Version von Bolliger & Mabillards (B&M) berühmtem Inverted Coaster.

Nach dem Lifthill folgt zunächst ein kleiner Pre-Drop, der einen ersten Vorgeschmack auf das gibt, was die Fahrgäste im weiteren Streckenverlauf erwartet. Augenblicke später stürzt der Zug in einer steil verdrehten Abfahrt direkt in den ersten Looping. Fast ohne Verschnaufpause folgen ein Zero-G-Roll und ein weiterer Looping, bevor eine ansteigende Helix die positiven G-Kräfte noch einmal deutlich erhöht. Nach zwei weiteren Inversionen wartet schließlich bereits die Schlussbremse auf einen.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Eröffnung zählt Batman The Ride noch immer zu den besten Inverted Coastern überhaupt. Das kompakte Layout sorgt für eine beeindruckende Intensität, einen hervorragenden Fahrfluss und genau die Laufruhe, für die B&M weltweit bekannt ist. Auch heute gehört die Bahn noch immer zu den absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Ninja

Gegenüber dem Empire Theater befindet sich mit Ninja eine der ungewöhnlichsten Achterbahnen in Six Flags St. Louis. Ihre Geschichte ist dabei fast interessanter als die eigentliche Fahrt. Ursprünglich wurde die Bahn von Arrow HUSS für die Expo 86 in Vancouver entworfen. Nachdem Arrow HUSS in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Vekoma die Fertigstellung des Projekts. Nach ihrem erfolgreichen Einsatz auf der Weltausstellung wurde die Achterbahn 1989 nach Six Flags Over Mid-America umgesetzt.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill. Es folgen ein Looping und ein Sidewinder, bevor die Strecke in einem überzeugenden Headchopper-Moment unter dem zurückführenden Lifthill hindurchführt. Eine Blockbremse teilt die Fahrt in zwei Abschnitte. Im zweiten Teil warten zwei Korkenzieher, eine bodennahe Helix und schließlich die Schlussbremse.

Ninja besitzt ein etwas ungewöhnliches Layout und entwickelt weder den Fahrfluss noch die Intensität, die die besten Achterbahnen des Parks auszeichnen. Trotzdem fährt sich die Bahn überraschend angenehm und eignet sich hervorragend für alle, die ihre ersten Überschläge erleben möchten.

River King Mine Train

Vorbei an Tsunami Soaker und Spinsanity führt der Weg tiefer in den Park, wo der River King Mine Train auf seine Fahrgäste wartet. Die Bahn entstand während des Mine-Train-Booms der frühen 1970er-Jahre und war ursprünglich sogar noch aufwendiger konzipiert als heute. Damals verfügte sie über zwei parallele Strecken, wodurch sich zwei Züge gleichzeitig ein spannendes Duell liefern konnten. Heute ist nur noch eine der beiden Strecken erhalten. Die zweite fand zunächst im Dollywood und später im Magic Springs Theme and Water Park eine neue Heimat. 1984 schrieb die Bahn zudem kurzzeitig Achterbahngeschichte, als eine der beiden Strecken mit Stehwagen ausgestattet wurde – ein Experiment, das nach einem tödlichen Unfall bereits nach einer Saison wieder beendet wurde.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erreicht der Zug den ersten von insgesamt drei Lifthills. Die erste Abfahrt führt durch eine Reihe von Kurven und sanften Hügeln, bevor die Strecke in eine weit gezogene Linkskurve übergeht. Nach dem zweiten Lifthill wird die Fahrt deutlich landschaftlicher und schlängelt sich in großen Bögen durch den Park, ehe der dritte Lifthill erreicht wird. Das Finale bildet zugleich den Höhepunkt der Fahrt: Nach einigen engen Kurven verschwindet der Zug in einem dunklen Tunnel, in dem sich die größte Abfahrt der Strecke verbirgt. Erst unmittelbar vor der Schlussbremse taucht der Zug wieder ans Tageslicht auf.

Auch wenn die Fahrelemente aus heutiger Sicht eher gemütlich ausfallen, versprüht der River King Mine Train den Charme klassischer Familienachterbahnen wie kaum eine andere Bahn. Sie macht jede Menge Spaß und gehört bis heute zu den historisch bedeutendsten Attraktionen von Six Flags St. Louis.

Boomerang

Vorbei am Sky Screamer und Fireball gelangen wir zum Boomerang. Die Bahn war ursprünglich in Six Flags Over Texas beheimatet, bevor sie 2013 nach Six Flags St. Louis umgesetzt und an das hügelige Gelände des Parks angepasst wurde. Der breite Weg, der direkt unter der markanten Cobra Roll hindurchführt, macht die Achterbahn zu einem der eindrucksvollsten Fotomotive im Park und zu einem echten Blickfang.

Wie bei jedem Vekoma Boomerang werden die Fahrgäste zunächst rückwärts den ersten Spike hinaufgezogen, bevor der Zug die bekannte Streckenführung mit Cobra Roll und Looping absolviert, um das gesamte Layout anschließend rückwärts noch einmal zu durchfahren.

Das Fahrerlebnis entspricht genau dem, was man von einem Boomerang erwartet: kompakt, intensiv und überraschend laufruhig. Auch wenn das Layout mit allen anderen Anlagen dieses Typs identisch ist, verleiht die Einbettung in das hügelige Gelände der Bahn eine ganz eigene Atmosphäre.

Catwoman Whip

Hoch über den umliegenden Wegen erhebt sich Catwoman Whip und gehört zweifellos zu den imposantesten Flat Rides in Six Flags St. Louis. Die von Funtime gebaute Booster-Anlage befördert ihre Fahrgäste auf eine Höhe von 50 m (164 ft) und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h (52 mph). Der sich kontinuierlich drehende Ausleger sorgt für eine gelungene Kombination aus Geschwindigkeit, Airtime und Überschlägen, die von nahezu jedem Bereich des Parks aus zu beobachten ist.

Was mich am meisten überraschte, war jedoch die Länge der Fahrt. Statt bereits nach wenigen Überschlägen zu enden, absolviert Catwoman Whip zahlreiche Überschläge – zunächst in die eine und anschließend in die andere Richtung. Dadurch zählt sie zu den intensivsten Flat Rides des Parks.

Der einzige wirkliche Nachteil ist die geringe Kapazität. Da pro Fahrt nur sechzehn Personen Platz finden, können die Wartezeiten schnell ansteigen. Wer die Bahn mit einer kurzen Wartezeit erwischt, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen – sie gehört zu den besten Flat Rides in Six Flags St. Louis.

Screamin‘ Eagle

Am oberen Ende des Parks befindet sich mit Screamin‘ Eagle einer der großen Klassiker von Six Flags St. Louis. Ihr klassisches Out-and-Back-Layout ist größtenteils vom umliegenden Wald verdeckt, wodurch sich die tatsächliche Größe der Bahn vom Besucherweg aus nur schwer erahnen lässt.

Nach einer langen Geraden verlässt der Zug die Station und erklimmt den 34 m (110 ft) hohen Lifthill. Ein kleiner Pre-Drop führt zunächst in die erste Wendekurve, bevor die eigentliche große Abfahrt beginnt. Von dort aus folgt eine scheinbar endlose Reihe aus Camelbacks und sanften Kurven, die den Zug immer tiefer in den Wald führt, ehe die Strecke schließlich wieder in Richtung Station zurückkehrt.

Screamin‘ Eagle ist ein hervorragendes Beispiel für eine klassische Holzachterbahn. Auch wenn die Fahrt stellenweise durchaus ruppig ausfallen kann, sorgen die hohe Geschwindigkeit und die Einbettung in den Wald für ein Fahrerlebnis, das auch Jahrzehnte nach der Eröffnung nichts von seinem Reiz verloren hat.

Pandemonium

Drei Jahre nachdem Gerstlauer seinen Spinning Coaster auf dem amerikanischen Markt eingeführt hatte, installierte Six Flags eine erweiterte Version des Layouts in mehreren Parks. Eine dieser Anlagen eröffnete hier zunächst als Tony Hawk’s Big Spin, bevor sie später in Pandemonium umbenannt wurde. Das kompakte Layout nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus.

Nach dem Lifthill bringt die erste verdrehte Abfahrt die Gondeln sofort zum Rotieren. Anschließend sorgen enge Kurven, Helices und kleinere Abfahrten dafür, dass sich die Gondeln während der gesamten Fahrt immer wieder drehen. Da die Gondeln frei rotieren können, verläuft jede Fahrt ein wenig anders.

Pandemonium macht einfach Spaß. Die Kombination aus drehenden Gondeln, schnellen Richtungswechseln und dem kompakten Layout macht die Bahn zu einer der unterhaltsamsten Familienachterbahnen im Park.

The Boss

Six Flags St. Louis beheimatet eine der ambitioniertesten Holzachterbahnen, die jemals gebaut wurden. Die von Custom Coasters International (CCI) konstruierte Bahn nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus. Das hat allerdings auch einen kleinen Nachteil: Der Weg bis zur Station gehört zu den längsten im gesamten Park – auch wenn er noch immer deutlich kürzer ist als der scheinbar nie enden wollende Weg zur Station von Zadra im polnischen Energylandia.

Nach dem Verlassen der Station erklimmt der Zug zunächst den 37 m (122 ft) hohen Lifthill. Oben angekommen bleibt gerade noch Zeit für einen kurzen Blick über den Park bis hinüber zur Screamin‘ Eagle, bevor die Fahrt tief in den Wald hinabführt. Nach der ersten Abfahrt rast der Zug über eine lange Gerade direkt auf die gewaltige Holzkonstruktion des ersten Turnarounds zu. Mit hoher Geschwindigkeit taucht der Zug in die Konstruktion ein und stürzt anschließend in das tiefste Tal der gesamten Strecke, das sich 45 m (150 ft) unterhalb des Lifthills befindet. In einer lang gezogenen Linkskurve folgt der Zug dem natürlichen Geländeverlauf, bevor er in großer Höhe nach rechts schwenkt und mit herrlichen Ausblicken über den Park erneut in den Wald eintaucht. Dort folgt die Strecke weiter dem Gelände, ehe eine lange Auffahrt zum zweiten Turnaround führt.

Unmittelbar nach der Blockbremse geht es in die nächste große Abfahrt, gefolgt vom dritten Turnaround mit seiner markanten Senke. Ohne spürbar an Tempo zu verlieren rast der Zug unter dem Lifthill hindurch und erklimmt den Hügel hinter der Station. Ursprünglich endete die Bahn mit einer großen Helix. Heute bilden jedoch eine schnelle, bodennahe Kurve und zwei berüchtigt ruppige Hügel den Abschluss der Fahrt. Vor allem in den vorderen Reihen fühlt sich dieser Abschnitt wie eine kostenlose chiropraktische Behandlung an. Zum Glück dauert dieser Teil nur wenige Sekunden.

Was für eine Achterbahn. Von der ersten Abfahrt bis zur Schlussbremse kennt The Boss kaum eine Verschnaufpause. Das Finale mag etwas ruppig sein, doch der hervorragende Fahrfluss, die perfekte Einbindung in das Gelände und die schiere Größe der Bahn machen sie zu einem der absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Rookie Racer

Direkt unterhalb von The Boss befinden sich mit The Joker (der sich während meines Besuchs leider noch im Bau befand), Supergirl Sky Flyer und der Familienachterbahn Rookie Racer gleich mehrere Attraktionen. Die von Vekoma gebaute Bahn beginnt mit einer gelungenen ersten Abfahrt, bevor eine Reihe sanfter Kurven durch das kompakte Layout führt.

Obwohl Rookie Racer eindeutig auf Familien ausgerichtet ist, überzeugt die Bahn mit einem angenehm ruhigen Fahrverhalten und bietet sowohl jüngeren Besuchern als auch allen, die zwischen den großen Achterbahnen eine etwas entspanntere Fahrt suchen, jede Menge Fahrspaß.

Thunder River

Zu den unterhaltsamsten Attraktionen in Six Flags St. Louis zählt Thunder River, das Rafting von Intamin. Tosende Stromschnellen, starke Strömungen und jede Menge Möglichkeiten, ordentlich nass zu werden – genau so, wie man es von einem gelungenen Rafting erwartet.

Am Ende unserer Fahrt befanden sich fast 20 cm (8 in) Wasser im Floß. Glücklicherweise war ich der Einzige, der Sandalen trug, sodass ich meine Füße die gesamte Fahrt über im Wasser lassen konnte. Alle anderen versuchten dagegen verzweifelt, ihre Schuhe trocken zu halten – allerdings mit wenig Erfolg.

Wer sich an einem heißen Sommertag in Missouri abkühlen möchte, ist bei Thunder River genau richtig. Trocken bleibt hier mit Sicherheit niemand.

Colossus and Tommy G. Robertson Railroad

Zu den ruhigeren Attraktionen von Six Flags St. Louis zählen das Riesenrad Colossus und die Tommy G. Robertson Railroad. Vom Colossus aus bieten sich hervorragende Ausblicke über den gesamten Park und seine hügelige Landschaft. 

Die Tommy G. Robertson Railroad umrundet den gesamten Park und bietet unterwegs immer wieder schöne Ausblicke auf zahlreiche Attraktionen. Dank der Bahnhöfe an beiden Enden des Parks eignet sie sich außerdem hervorragend, um die langen Fußwege zwischen den einzelnen Themenbereichen zu vermeiden.

Mr. Freeze Reverse Blast

Mitten auf einer Insel im Rafting Thunder River befindet sich Mr. Freeze Reverse Blast, eine der Hauptattraktionen von Six Flags St. Louis. Obwohl eine nahezu baugleiche Achterbahn auch in Six Flags Over Texas zu finden ist, wurde die Anlage in St. Louis als erste eröffnet.

Ursprünglich wurden die Züge vorwärts abgeschossen. In den ersten Betriebsjahren kamen außerdem Schulterbügel zum Einsatz, bevor alle Premier-Rides-Anlagen der Six-Flags-Kette im Jahr 2002 auf Schoßbügel umgerüstet wurden. Die größte Veränderung erfolgte jedoch 2012, als die Züge gedreht wurden und die Fahrgäste seitdem rückwärts abgeschossen werden – eine Modifikation, die das Fahrerlebnis grundlegend verändert hat.

Der Rückwärtsabschuss ist ein unglaubliches Erlebnis. Lediglich durch einen Schoßbügel gesichert, presst einen die enorme Beschleunigung mit voller Wucht in den Bügel, bevor der Zug den Inside Top Hat hinaufschießt. Für einen kurzen Moment hängt man kopfüber, ehe es wieder dem Boden entgegengeht. Mit hoher Geschwindigkeit durchfährt der Zug anschließend den riesigen Overbanked Turn, bevor er den senkrechten Spike erklimmt. Dort sorgt die Schwerelosigkeit mit Blick direkt in Richtung Boden für einen ganz besonderen Moment. Augenblicke später durchfährt der Zug das Layout in umgekehrter Richtung, bevor er langsam auf der Abschussstrecke zum Stehen kommt.

Mr. Freeze Reverse Blast ist eine fantastische Achterbahn. Die Fahrt ist extrem intensiv und steckt voller großartiger Momente. Der Inside Top Hat ist einfach beeindruckend, während der senkrechte Spike am Ende der Fahrt für ein unglaubliches Gefühl sorgt, wenn man direkt auf den Boden blickt. Für mich zählt Mr. Freeze Reverse Blast bis heute zu den intensivsten Achterbahnen, die ich je gefahren bin.

Log Flume

Vorbei am interaktiven Dark Ride Justice League: Battle for Metropolis und dem Scrambler Shazam führt unser Weg zurück in Richtung Parkeingang, wo bereits der klassische Log Flume auf uns wartet.

Die von Arrow gebaute Attraktion gehört zu den ersten Log Flumes überhaupt. Zwar fehlen ihr die aufwendige Thematisierung und die großen Abfahrten moderner Anlagen, dafür überzeugt sie mit einem ausgezeichneten Fahrfluss. Das überraschend schnelle Layout, zahlreiche spritzige Passagen und perfekt platzierte Splashdowns sorgen für eine rundum gelungene Fahrt, bei der die meisten Fahrgäste angenehm nass werden.

Der Log Flume ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass einfache Attraktionen auch heute noch jede Menge Spaß machen können. Manchmal braucht es eben keine riesige Abfahrt, um eine großartige Wasserattraktion zu schaffen.

American Thunder

Als Evel Knievel eröffnet, zählt American Thunder heute zu den beliebtesten Holzachterbahnen von Six Flags St. Louis. Die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn mag zwar deutlich kleiner als The Boss sein, steckt aber dennoch voller Action.

Nach einer Rechtskurve aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill, bevor er sich in die steile, verdrehte erste Abfahrt stürzt. Es folgt ein großer Turnaround mit einer markanten Senke, der direkt in eine Reihe bodennaher Camelbacks übergeht. Ein weiterer Turnaround wechselt die Fahrtrichtung, ehe der Zug mit zunehmender Geschwindigkeit über weitere airtimegefüllte Hügel und durch enge Kurven rast. Eine letzte Linkskurve führt schließlich in die Schlussbremse und beendet diese rasante Fahrt.

American Thunder ist für mich die spaßigste der drei Holzachterbahnen des Parks. Der Fahrfluss ist hervorragend, das Layout geht nahtlos von einem Element ins nächste über und die Bahn gehört zu den Achterbahnen, die man am liebsten immer wieder fahren möchte.

Bilder Six Flags St. Louis

Fazit Six Flags St. Louis

Six Flags St. Louis ist ein großartiger Freizeitpark, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Die wunderschöne Lage inmitten der hügeligen Landschaft Missouris, die abwechslungsreiche Achterbahnsammlung und die entspannte Atmosphäre machen den Park zu einem der am meisten unterschätzten Parks der Six-Flags-Kette. Zwar fehlen die spektakulären Rekordattraktionen einiger größerer Schwesterparks, dafür überzeugt Six Flags St. Louis mit einem außergewöhnlich ausgewogenen Gesamtpaket, das für nahezu jeden Achterbahnfan etwas bereithält.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, wie konstant hoch das Niveau der Attraktionen ist. Statt sich nur auf ein oder zwei große Highlights zu verlassen, bietet Six Flags St. Louis eine erstaunlich ausgewogene Auswahl an Fahrgeschäften, bei der nahezu jede größere Attraktion eine Fahrt wert ist. Am Ende des Tages hatte ich den Park deutlich mehr ins Herz geschlossen, als ich es vor meinem Besuch erwartet hätte.

Ich kann einen Besuch in Six Flags St. Louis daher uneingeschränkt empfehlen. Der Park mag weder der größte noch der bekannteste der Six-Flags-Kette sein, doch sein ganz eigener Charakter, die wunderschöne Lage und seine hervorragende Attraktionsauswahl machen ihn zu einem Geheimtipp der amerikanischen Freizeitparklandschaft.