Ultimative Wasserrutschen und Schweizer Wahnsinn

Vorwort

Im Anschluss an unsere mehr oder weniger rassige Rodelpartie am Pradaschier fuhren wir wieder talwärts nach Chur, wo wir in einer pyramidenförmigen Mc-Donald’s-Ibis-Kombi eine Essens- und Rabattfindepause auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel einlegten, dem Alpamare Pfäffikon. Interessanterweise war die Ermässigung auf dem Gutschein der Kassenzettelrückseite geringer als auf der Website des Bads selber. So gestärkt und bereits mit E-Tickets ausgerüstet ging es danach direkt ins Bad, wo wir an der Kasse dafür dann gleich die Chiparmbänder für die Spinde erhielten.

Alpamare

Erlebnisbad:Alpamare (seit 1979)
Adresse:Gwattstrasse 12
8808 Pfäffikon
https://www.alpamare.ch
Betrieb:Aspro Parks

Nachdem im Jahr 1970 das, mittlerweile leider geschlossene, Wellenbad und spätere Erlebnisbad Alpamare im bayrischen Bad Tölz seine Premiere feierte und sich schnell zu einem überregionalen Publikumsmagneten entwickelte, folgte im Jahr 1977 das Schwesterbad im schweizerischen Pfäffikon als zusätzliche Freizeiteinrichtung zum 1974 errichteten Seedamm-Center nebenan. Wie auch in Bad Tölz bestand das Bad vorerst aus einem Wellenbad, Wellnessbereich, sowie zwei Thermalbecken, ehe es ab 1985 beständig erweitert wurde und die ersten größeren Rutschen in das Bad zogen.

AlpamareLustigerweise hat sich das Alpamare im Laufe der Jahre quasi hügelabwärts entwickelt: Drei der insgesamt elf Wasserrutschen befinden sich im oberen Bereich beim Flussbad Rio Mare – Alpabob, Wildwasser und Mini Canyon. Diese Rutschbahnen befinden sich größtenteils in einer Halle – manchmal führen sie zwar auch aus dem Gebäude hinaus, sind dann aber übertunnelt, so dass man auf diesen drei Rutschen eigentlich nie ins Freie gelangt. Sie enden auf einer etwa zehn Meter tiefer gelegenen Ebene. Dort ist der Startpunkt von sieben weiteren Rutschen, die eine Höhendifferenz von etwa 17m überwinden, die Alpa Canyons. Diese Rutschen verlaufen über einen Hügel und sind teilweise auch offen. Man gelangt dort also auch im Winter mal an die frische Luft. Die längste Rutsche, Balla Balla, überwindet die grösste Höhendifferenz: sie beginnt auf der obersten Ebene und endet dort, wo auch die Auffangbecken der Alpa Canyons sind. Diese angesichts der Rutschenlängen doch stolzen Höhenunterschiede ermöglichen außergewöhnlich schnelle und wilde Streckenführungen mit einem Drop nach dem anderen. Was die Rutschen hier generell sehr heftig macht, den Badegästen aber auch sportliche Höchstleistungen abverlangt: die vielen Treppen.

Alpabob

Angefangen hat das alles mit dem Alpabob im Jahr 1986, einer Crazy-River-Rutschanlage des Herstellers Klarer, welche über mehrere Ebenen mit Zwischenbecken verläuft und dabei einige nette Rutschabschnitte zu bietet hat. Zur blauen Hauptrutsche gesellten sich (damals) drei weitere Rutschenstarts, die von Mini Canyon und Wildwasser.

Mini Canyon

Die Bodyslide Mini Canyon ist seit jeher eigentlich bloß als Depot-Rutsche verschrien, da sie direkt neben das Schlußbecken des Alpabobs führt, wo die Rutschringe gelagert werden. Die 72m lange Rutschpartie ist rein von der Streckenführung her betrachtet recht unspektakulär, aber durch die zahlreichen S-Kurven und Jumps wird das Ganze mit richtiger Rutschtechnik zu einem überraschend schaukelfreudigen Gesamterlebnis.

Wildwasser

Die benachbarte Wildwasser-Bahn bietet eine interessante und geschichtsträchtige Alternativmöglichkeit, in den Alpabob hineinzurutschen: früher bestand sie aus zwei separaten und parallelen Spuren, die sich in einem recht eigenwilligen Plumpsauflauf-Manöver direkt auf eine sich verengende Crazy-River-Rutschfläche drauf vereinigt haben. Laut Daniels Erzählungen haben diese ungesunde Kombination aus Hopser und anschließendem Flipperkugel-Check die wenigsten ohne blaue Flecken überlebt. Was damals zu zahlreichen Wiederholungsfahrten anstachelte hat heutzutage stark an Reiz verloren, denn das anfängliche weiße Halbschalen-Rutschprofil wurde inzwischen um einige Meter verlängert, so dass man nun relativ unspektakulär ins arkane Zwischenbecken oder besser gesagt in die geheime Liebesgrotte reingleitet. Diese verborgene Ecke im Alpamare ist tatsächlich die größte Attraktion der ansonsten durch die Reifen in Bodyslide-Breite sehr langweiligen Rutschpartie – weil sie die wenigsten Badegäste überhaupt finden. Nach einer kleinen Schussfahrt führt die Strecke über einen sehr langsamen Strömungspart schließlich ins zweitletzte Zwischenbecken des Alpabobs.

Balla Balla

Über den ehemaligen Zugang der rechten Wildwasser-Spur besteigt man seit dem Jahr 1999 die herrlich bekloppte Proslide-Rutsche Balla Balla. Wahlweise mit Rutschunterlage kopfvoran oder in konservativer Rückenlage führt einen die Rutsche vorerst parallel zur Wildwasser-Rutsche den Hang hinunter. Auf einer etwas steileren Geraden nimmt man nun zügig an Geschwindigkeit zu, ehe man sich in mehreren aneinanderfolgenden S-Kurven schön emporschaukelt. Nach 111m verlässt man den geschloßenen Röhrenteil und wird sogleich mit der kalten Umgebungsluft konfrontiert. Unter beständigen Ausrufen der Außentemperatur, nämlich „Kalt, kalt, kalt!“, passiert man eine  Abwärtshelix, bei der einem früher wohl mal Bälle um die Ohren geflogen sein sollen. Durch ein Autowaschanlagenportal vollzieht man einen kurzen Richtungswechsel, an den sich ebenfalls eine Kurve durch einen überdimensionallen Wasserhahn anschließt. Es folgt eine kurze Rechtskurve mit anschließendem Jump, die in eine falsch ausgeschilderte Linkshelix mündet. Nach einem recht abrupten Schlenker landet man dann im Auslaufbecken dieser 261m langen thematisierten Wasserrutsche. Größter Nachteil dieser grandiosen Rutsche sind die Treppenstufen und die durch die langsame Ampelschaltzeit und den abgelegenen Start ziemlich unvorhersehbaren Wartezeiten, wenn man denn eine Rutschmatte verwenden möchte.

Cobra

Die legendäre Röhrenrutsche Cobra zählt wohl ohne Übertreibung zum heftigsten, was man in der Schweiz thrillmässig erleben kann, und ist definitiv auch eine der krassesten Wasserrutschen im klassischen Nicht-Turborutschen-Profil, quasi der Bakken-Tornado unter den Rutschen. Sie beginnt recht harmlos und entwickelt sich schnell zum absoluten Wahnsinn, da man sich in einer rabiaten S-Kurve beinah schon hinlegt bevor es eine grenzwertig heftige Steilhelix runtergeht, die einen mit ungeheurem Druck in die Rutschfläche presst und einen auf ein geradezu unmenschliches Tempo beschleunigt. Mit diesem überfliegt man einen direkt darauf folgenden, ca. fünf Meter hohen und auch ansehnlich steilen Jump, wodurch sich der Geschwindigkeitsrausch gleich noch mehr in wahnsinnige Sphären steigert. Mit diesem nun wahrlich jenseits von gut und böse anzusiedelnden Affenzahn schießt man nun durch eine äußerst gefährliche S-Kurven-Kombination, in der man so heftig ausschwingt, dass man sich beinah auf die Fresse legt. Wirklich nichts für schwache Nerven oder Coasterfriends! Den letzten kleinen Jump vor dem Auffangbecken absolviert man dadurch unter Garantie in RMC-Manier – also mit Airtime in einem vollen seitlichen 90-Grad-Winkel. Entsprechend schmerzhaft donnert man in den Auslauf, wo man es kaum fassen kann, was dieses Biest mit einem gerade angestellt hat.

Das Alpamare ist sich des Kultstatus seiner Cobra durchaus bewusst, denn der 2013 ebenfalls durch Klarer erfolgte Neubau behielt nicht nur das sehr heftige Layout 1:1 bei, sondern orientierte sich sogar wieder an den Originalplänen von 1990. Im Verlaufe der Jahre wurden der alten, blauen Cobra nämlich einige entschärfende und in einem etwas dunkleren Blau daherkommende Röhrensegmente eingesetzt, die allzu heftige Schaukelbewegungen im letzten Teil etwas entschärften und auch den letzten Jump abflachten. Was bei Tuberides als Verschärfung gehandelt wird, ist in Tat und Wahrheit also nur eine Rückkehr zum Ursprungszustand vom Eröffnungsjahr. Ob das nun ein guter oder schlechter Move ist, sei dahingestellt – Daniel ist die Variante mit den veränderten blauen Segmenten aufgrund runderem Geschwindigkeitsbeibehalten und weniger Verletzungsgefahr laut eigener Aussage sogar lieber gerutscht – aber man muss definitiv auch feststellen, dass ein anderes Plauschbad da vielleicht sogar ein ganz anderes Layout hingestellt hätte. Insofern ist dem Alpamare in jedem Fall Treue zu seiner Historie und Mut zur Heftigkeit zu attestieren.

Cresta Canyon

Daniel bezeichnet die im Jahr 1990 erbaute Reifenrutsche Cresta Canyon gerne als die Airtimerutsche des Alpamares; kein Wunder, sorgt die Anlage auch für gewisse Momente der Schwerelosigkeit und das gleich schon zu Beginn der Rutschfahrt. Nach der Einfädelung aus dem Startbereich hinaus führt die Strecke nämlich direkt in den ersten Jump, welcher nach einem minimalistischen Linksknick sofort in ein erstaunlich hohes Gefälle überleitet. Daran anschließend folgt eine furchtbar enge Helix, die extrem druckreich durchfahren wird und es einem schon während des Drops Angst und Bange werden lässt. Ein abrupter Richtungswechsel lässt einen dann in der anschließenden Helix munter aufschwingen, ehe es den dritten Jump hinunter geht. Nach einer weiteren Kurve erreicht man dann das Auslaufbecken.

Thriller

Die 1998 von Proslide erbaute Black Hole namens Thriller darf mit Doppel- oder Dreierreifen berutscht werden und ersetzte die sich bis dahin hier befindliche und fast noch heftiger als die Cobra gewesene rote Bodyslide Grand Canyon, welche vor allem mit einem 7-Meter-Sturz direkt in eine superenge und mit einem separat aufgekanteten Spritzwasserrand versehene Rechtshelix so manchen Unfall verursacht hat. Die heutige Thriller-Rutsche ist um einiges sicherer, aber vom Layout her auf ihre eigene Weise ziemlich ungezügelt. Gleich zu Beginn folgen einige sehr enge Richtungswechsel in mehr oder weniger völliger Dunkelheit – man sieht sie überhaupt nicht kommen und wird entsprechend wild von der einen in die andere Schräglage geworfen. Nach einem etwas ruhigeren Mittelteil mit Wasservorhängen und etwas breiter ausgeführten Kurven folgt als Finale dann ein riesenhafter Abschlusssturz, der einen mit Schmackes über die Wasseroberfläche des Endbeckens surfen lässt. Kürzer dürfte dies auf keinen Fall sein, denn man wird da wirklich so schnell, dass sich regelmässig beobachten lässt, wie die Rutscher fast übern Rand dahinter kugeln.

Ice Express

Der 2008 eröffnete Ice Express ist eine 158m lange Bodyslide, auf der man auch kopfvoran mit Matte rutschen darf. Im Wesentlichen behält sie den Verlauf der damals hier befindlichen Vorgängerin Niagara Canyon bei, mit dem Hauptunterschied, dass sie im Gegensatz zur abwechselnd offen und geschlossenen Vorläuferin nun fast durchgängig als geschlossene Röhre verläuft. Aber eben doch nicht ganz: Nach der ersten Helix ist die Rutsche schon immer in den Hang eingegraben unter der Erde verlaufen – der Ice Express hat dies überaus gut zu seiner Thematisierung passend so übernommen, so dass man dort durch eine veritable Eishöhle mit Pinguin-Figuren und violetten Stroboskop-Blitzen saust. Weitere knackige Jumps und schön enge Helices runden das Layout ab – besonders auf der Matte in Bauchlage ein überaus intensives Vergnügen. Die unfassbar enge Abschlusskurve vor dem letzten Jump schickt die Rutscher noch einmal mit Gewalt an den Rand hoch – hier zeigt sich ein „klarer“ Vorteil, die Rutsche beim Neubau als klassische Röhre ausgeführt zu haben, denn die alte Ausführung, die das Tunneldach erst nach der Kante der Halbschale aufgesetzt hatte, bot hier ein nicht zu verachtendes Unfallpotential. Daniel hätte es tatsächlich am liebsten gesehen, wenn man die Rutsche beim Neubau an solchen Stellen mit dem nun vorhandenen klassisch durchgehenden Spritzwasserrand versehen, die offenen Abschnitte aber trotzdem beibehalten hätte. Aber auch hier darf man ja eigentlich froh sein, wurde am ursprünglichen und ja auch grandiosen Layout nichts geändert. Mein persönlicher Favorit im Alpamare.

Double Bob Splash Pipe

Das Alpamare schafft es wie kein anderes Bad bestehende Rutschen durch geschickte Positionierung wie einen absoluten Geheimtipp aussehen zu lassen. Hierzu gesellt sich auch die 1991 errichtete Crazy-River-Rutsche Double Bob Splash Pipe, die man im Doppelreifen hinunterpreschen darf. Generell hofft man auf ein gutes Steuerungsgeschick des Piloten, um eine möglichst reibungslose Fahrt zu haben; doch das ist alles andere als einfach. Nach dem Start führt einen das Boot in wechselndem Kontakt zwischen den beiden Banden näherungsweise eine Gerade hinunter. Nach einer flotten Kurve folgt dann der erste Jump, woraufhin sich eine Helixkombination in Form einer Acht anschließt, bei der ebenfalls der Kontakt mit der Seitenbande nicht ausbleibt. Mit nun voller Geschwindigkeit geht es nach einer kurzen Kurve über einen Triple-Down einem absoluten Lachflash entgegen. Hieran schließen sich eine Wendekurve und ein kurzer Rechts-/Linksschwenker an, just bevor man über eine finale Helix wieder in das Bad hinein findet. Wenn Lightwater Valleys Achterbahn The Ultimate eine Wasserrutsche wäre, dann wäre sie die Double Bob Splash Pipe – oder anders ausgedrückt Carusos feuchter Traum. Dabei ist ein überlanger und überaus abrupter Rutschenspaß auf den insgesamt 175m Rutschlänge in jeglicher Hinsicht garantiert.

King Cone

Die neueste vollwertige Rutschanlage im Alpamare ist die 2012 nachgerüstete King Cone, eine Cone Slide von Klarer. Die 153m lange Strecke ist im Magic-Tube-Profil ausgeführt und bietet insgesamt drei schräg liegende Mini-Kegel, in denen man je nachdem recht beachtlich rumschaukelt und sich gerne auch mal rückwärts dreht, bevor man von recht eigenwillig konstruierten Lenkmaßnahmen in die nächsten Rutschpartien entlassen wird. Die Besonderheit: Nebst der auf ähnlichen Anlagen üblicherweise ja erlaubten Benutzung mit Einer- oder Doppelreifen darf man hier auch kopfvoran auf einer Speedmatte rutschen, was dem Schaukelerlebnis in den Cones einen ebenso einzig- wie eigenartigen Zugewinn verpasst. Richtig seltsam wird es, wenn es einen mit Matte rutschend im letzten Kegel rückwärts dreht und die Matte nach dem letzten Sturz in die Auffangwanne quasi unter einem wegrollt.

Tornado

Auf derselben Hangseite befindet sich die 2004 errichtete Super-Crater-Rutsche namens Tornado des Herstellers Van Edgom. Auf einer sehr langen Gerade baut man eine beachtliche Geschwindigkeit auf, ehe man über eine recht enge Kurve in den großen Trichter geleitet wird, wo man nun Runde für Runde seine Bahnen zieht, ehe man dann die Tunneleinfahrt in der Mitte der überdimensionalen Schüssel erwischt. Da alle Rutschen im Alpamare auch im Winter betrieben werden, kann der Outdoor-Spaß zu einer wahren Mutprobe werden; wir zumindest hatten Glück, die Temperatur lag nur leicht im negativen Bereich. Eine kurze Schussfahrt durch zwei Wasserfälle hindurch führt einen dann in das Auslaufbecken der Anlage.

Beckenwelt und Rio Mare

Wenn das endlose Treppensteigen und der bei null Andrang allgemein recht schlauchende Rutschmarathon im Alpamare einen irgendwann an die Grenzen bringen, begibt man sich am besten in die auf der Eingangsebene liegende Beckenwelt. Im Wellenbad kann man sich in erfreulich oldschoolig und dadurch heftig erzeugten Wogen austoben. Die nebenan liegende Alpa-Therme lädt zu allerlei Sprudelvergnügen oder einem kneippmässigen Kontrastbad im Kaltwasserpool. Die schweizweit einzigartige Jod-Sole-Therme mit ihrem in den Abendstunden merkwürdig grünlich-gelblich-bräunlich-rötlich schimmernd-schäumenden Badewasser bietet ein ähnlich entspannendes Badevergnügen, mit 36 Grad allerdings um einiges wärmer temperiert; überaus wohltuend für Haut und Nase. Und darüber hinaus bietet sich das Fliessbad Rio Mare jede halbe Stunde zum Treibholzspielen durch den 100 Meter langen Strömungskanal an. Die Heftigkeit der Wasserdüsen auf der Stufe „stark“, die jeweils um :45 laufen gelassen werden, ist überregional bekannt – diesbezüglich empfindliche Körperteile wie Ohren oder Schultern sollten dann tunlichst gebührenden Abstand zum Beckenrand einhalten.

Fazit Alpamare

Als erstes Bad seiner Art steht das Alpamare als Synonym für jedes Erlebnisbad in der Schweiz. Es ist ein geschichtsträchtiges Bad, an dem man im Laufe der Zeit einiges geändert hat, sei es nun durch neu hinzugekommene Rutschen oder bauliche Veränderungen am Bestand. Generell hat man hier, wie kaum ein anderes Bad, stets Mut für Neues bewiesen und insgesamt sehr viel ausprobiert. Das sieht man den Rutschen dann auch an, weswegen hier in Pfäffikon eines der interessantesten Bäder Europas steht, welches auch international heraussticht. Zwar könnte man nun den horrenden Eintrittspreis kritisieren, aber wir sind hier in der Schweiz – der ist hier normal – und wenn man ganz ehrlich sein soll, es lohnt sich ihn zu bezahlen.

 

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Viel los bei den Looney Tunes

Vorwort

Auf den Tag genau vier Jahre sind vergangen, als ich das letzte Mal das Tor zum Freizeitpark Parque Warner Madrid durchschritten hatte. Damals noch als Bestandteil einer umfassenden Spanien-Tour mit dem, zugegebenermaßen recht kreativen, Namen Coastern con Carne, nun als Hauptgrund die spanische Hauptstadt Madrid endlich mal genauer zu betrachten. Ausschlaggebend hierfür war die Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle, die ab Hamburg wirklich niedrige Preise nach Spanien anbietet, sowie ein Treffen mit Daniel (@Danieldikay), welcher als Student der spanischen Sprache auf Lehramt derweil seinen Pflichtaufenthalt im 300 km entfernten Zaragoza absolviert. Gebucht wurde der Aufenthalt über Travel Parks, dem Reisebüro von Parques Reunidos, weswegen wir für zwei Nächte in einem Holiday Inn Express inklusive Frühstück und jeweils zwei Eintritten für den Parque de Atracciones de Madrid und Parque Warner  Madrid (jeweils für bis zu 2 Personen pro Ticket, sowohl der Möglichkeit am nächsten Besuchstag erneut in den Parque Warner Madrid zu gehen) rund 176€ bezahlt hatten. Ein Preis den man ohne Jahreskarte einer der Parques Reunidos Parks kaum geringer ausfallen lassen könnte.

Übernachtet haben wir in Alcorcón mit guter Verbindung an den Cercanias Renfe, dem S-Bahn System Spaniens, und an die Metro von Madrid. Die Anreise zum Parque Warner Madrid gestaltet sich als recht einfach, nur die Abreise vom Park nach Mitternacht bereitete uns Sorgen. Über den zentralen Bahnhof, und Knotenpunkt aller Cercanias Renfe, Atocha gelangt man recht schnell zum Bahnhof Pinto, hier kann man dann in den Bus 413 steigen, welcher einen in einer viertel Stunde direkt zum Park befördert. Abends hingegen fährt dieser einen zwar zurück nach Pinto, wo hingegen der letzte Cercanias Renfe zurück nach Madrid bereits um 23:48 abfährt. Eine andere Alternative musste dementsprechend her, weswegen wir den Bus 412 nach Villaverde Bajo-Cruce nahmen und dort in die Metro, welche bis kurz nach 2 Uhr noch unterwegs ist, stiegen.

Parque Warner Madrid

Theatro Chino 3D

Nach durchschreiten des Eingangstores befindet man sich auf dem Hollywood Boulevard, der Mainstreet des Parks. Hier befinden sich einige Shops, einige Restaurants und das Theatro Chino 3D, ein Nachbau des berühmten Kinos TCL Chinese Theatre des Hollywood Boulevards in Los Angeles, jedoch mit einer höheren Kapazität als das Original. Hier wird neben dem Film Coyote y Correcaminos (ein Zusammenschnitt der letzten Road Runner und Wile E. Coyote Cartoons) noch der Film Marvin el Marciano en 3D (Marvin der Marsmensch in der dritten Dimension) gezeigt; gerade der zweite Film dürfte Besuchern der ehemaligen Warner Bros. Movie World Germany bei Bottrop Kirchhellen kein unbekannter sein. Dieser handelt von Daffy Duck und Marvin dem Marsmenschen, und kann für sein Alter eine erstaunlich gute Qualität, gerade in Bezug auf die verwendeten Effekte, vorweisen. Der Film wirkt dabei stets wie ein alter Zeichentrickfilm der Looney Tunes und auch die Geschichte dessen kann einen sehr gut unterhalten.

Oso Yogui und Cine Tour

Sollte man zum Beginn der Parköffnungszeit den Park betreten, so empfiehlt es sich seinen Rundgang nun gegen den Uhrzeigersinn zu beginnen und somit das Cartoon Village mit allen seinen Attraktionen als erstes zu besuchen, sofern man jedoch leicht verspätet den Park betritt, so darf man sich hier bereits auf längere Wartezeiten einstellen, weswegen ein Rundgang im Uhrzeigersinn die sinnvollere Wahl ist. Dabei sind die Movie World Studios ein wunderschöner Themenbereich, bei dem das Thema Film, wie auch im gesamten Park, eine nunmehr deutlich untergeordnete Rolle als noch im Jahr 2011 spielt. Während der Splash Battle Oso Yogui noch in seiner vollen Pracht die Fahrgäste bis auf die Unterhose befeuchtet, so fehlen bei der Oldtimerfahrt Cine Tour sämtliche Figuren aus dem Looney Tunes Universum, so dass im Endeffekt nur eine bescheidene Kapazität auf einer etwas längeren Fahrstrecke übrig bleibt. Hier lernt man auch zum ersten Mal die Besitzer von Pase Correcaminos Platinium Armbändern zu hassen.

Stuntfall

Nur gut, dass bei der Achterbahn Stuntfall wegen eines Zwischenfalls, bei dem der Zug in der ersten Inversionsfigur ausgependelt ist und einige Reihen, trotz vorhandener Plattform, nicht so einfach evakuiert werden konnten, stets mit einigen gesperrten Reihen im vorderen und hinteren Zugteil fährt und somit eine geminderte Kapazität vorweisen kann. Wie auch bei Shambhala im spanischen Port Aventura wird der Zug fast ausschließlich mit „Ganswischtischdeil“-Besitzern gefüllt, so dass bei dieser Achterbahn stets eine längere Warteschlange vorhanden ist. Dabei ist Stuntfall ein Leckerbissen der besonderen Art, den man nicht nur ein einziges Mal fahren möchte.

Nachdem sich der Flur gesenkt hat wird der Wagenverbund rückwärts einen senkrechten Turm hochgezogen. Sobald dieser eine Höhe von etwas weniger als 60m erreicht hat klinkt dieser aus und versetzt folglich seine Mitfahrer in einen freien Fall ehe es mit voller Wucht in Richtung der horizontalen Stationsdurchfahrt geht. Mit rasanter Geschwindigkeit nähert man sich nun der Cobra Roll, der ersten Inversionsfigur der Strecke, und absolviert dabei gleich zweimal einen Kopfstand. Nachdem man das Element verlassen hat folgt sogleich ein wahrhaft riesiger Looping, bei dem es bereits vorwärts kaum an Druck fehlt. Ungebremst rast man nun den zweiten vertikalen Turm empor, wie auch das nun synchron laufende Catch-car, welches einen fängt und nach oben befördert. Durch das Einklinken des Schlittens befindet sich der Körper nun am oberen Ende des Schulterbügels und somit ohne jeglichen Kontakt zum eigentlichen Sitz, der nun zwangsläufig folgende Part könnte dabei als Inspiration für den Schwur des Kärnan aus dem norddeutschen Freizeitpark Hansa Park gedient haben, ist jedoch deutlich extremer, denn der einsetzende Freie Fall ist einerseits von einer längeren Dauer und andererseits wird dieser durch den Körper erst inmitten des Loopings durch erneuten Kontakt mit der Sitzschale beendet. Diesen durchquert man nun mit ausgeprägten Druck, wo hingegen die Cobra Roll deutlich langsamer durchquert wird. Auch auf der Rückfahrt wird man erst im Turm durch ein, nun ebenfalls synchron laufendes, Catch-car aufgefangen, weswegen man zwangsläufig Bekanntschaft mit dem Bügel macht und nun einige Zeit in ihm hängt. Kurz darauf wird man zurück in die Station gefahren.

Die Giant Inverted Boomerangs sind eine echt tolle Erfindung, bei dessen Entwicklungsprozess die zuständigen Ingenieure des niederländischen Herstellers Vekoma sicherlich öfters ihre Pausen in den Coffeeshops der Umgebung absolviert haben. Allein die synchron laufenden Schlitten machen die Anlage zumindest regelungstechnisch interessant und zudem recht komplex, weswegen es bereits ein Wunder ist, dass Stuntfall im Vergleich zu den sehr fehleranfälligen Anlagen derselben Baureihe ohne größere Probleme seine Runden dreht. Die Fahrt auf der Anlage ist relativ sanft, jedoch durch und durch intensiv und gespickt mit einer großen Prise Airtime ohne dabei den Körper zu sehr zu strapazieren. Summa summarum eine tolle Anlage, bei der die Crew alles Mögliche getan hat um die Anlage überaus schnell abzufertigen.

Hotel Embrujado

In einer Seitengasse befindet sich der Zugang zum Hotel Embrujado, ein heruntergekommenes Hotel, welches verflucht zu sein scheint. Hier wird die Geschichte von Isabella, im Folgenden nur die Braut genannt, und Rikardo, ihrem Bräutigam erzählt. Während eines Feuers in der Nacht vor der Heirat verstarb Rikardo in der geheimen Bibliothek des Hauses, deren Zugang aufs erste nicht mehr gefunden wurde; die Braut hingegen wartete und wartete und wartete. Jahre später wurde ein Zugang zur Bibliothek entdeckt, woraufhin sich die Tragödie der vergangenen Tage zu wiederholen scheint. Durch einen Gang gelangt man aus der Bibliothek in den reichlich gedeckten Festsaal, doch es ist nur eine Projektion vergangener Tage. Es wird dunkel und die Braut erwacht von den Toten. Ausgelöst durch ihre Stimmung setzt sich der Raum in Bewegung, diese variiert von Trauer über Verzweiflung und Wut darüber das Rikardo sie verlassen hat. Am Ende erkennt sie ihren Fehler und scheucht die Besucher hinaus.

Das Hotel Embrujado ist ein gutes Mad House mit einer gut umgesetzten Storyline, aber auch sehr vielen spanischen Besuchern, weswegen die Atmosphäre durch die allgemeine und recht laute Plauderei untereinander leidet. Darüber hinaus bewegt sich die Warteschlange innerhalb des Gebäudes nur recht langsam voran, weswegen ein Besuch am Abend bei deutlich geringeren Andrang ein deutlich stimmungsvolleres Gesamtbild erzeugt.

Parque Warner Beach

Folgt man dem Hauptweg, so befindet man sich in einer Flucht mit dem Lifthügel der vermeintlichen Hauptattraktion des Parks, zumindest wäre die Bahn aus Stahl es nach unserer Definition. Wir aber biegen nun kurz vorher nach links ab und stehen nun vor dem Eingang des Wasserparks Parque Warner Beach. Dieser wurde im Jahr 2014 eröffnet und ermöglicht seitdem neue Blickwinkel auf die beiden Achterbahnen Stuntfall und Superman – la Atracción de Acero. Im Inneren bietet er bisweilen einen größeren Lazy River und ein größeres Wellenbecken. Freunde imposanter Wasserrutschen kommen beim Parque Warner Beach bisweilen aber nicht auf ihre Kosten, da nur kleinere Rutschkomplexe bzw. Spielstrukturen mit integrierten Rutschen des Herstellers Van Edgom vorhanden sind, darunter jedoch eine interessante Body Slide mit einem Trichter. Die allgemeine Gestaltung des Wasserparks ist jedoch konsequent im Stile der Looney Tunes und Hanna Barbara (Familie Feuerstein, Scooby Doo, Yogi Bär) Figuren umgesetzt worden und kann sich sehen lassen, wenn auch dafür wohl die Figuren aus der Cine Tour ihren Platz räumen mussten. Aus Zeitgründen war es uns leider nicht möglich den Wasserpark zu besuchen, ob er also den zusätzlichen Eintritt wert ist kann ich daher nicht sagen. Zumindest schien er trotz Saisonende von der Bevölkerung angenommen zu werden, eine Erweiterung mit größeren und ansprechenderen Attraktionen wäre zumindest wünschenswert, dann aber auch mit einem Eingang außerhalb des Freizeitparks.

Superman: La atracción de Acero

Wie bereits erwähnt ist Superman: La atracción de Acero die vermeintliche Hauptattraktion des Parks, zumindest ist sie eine der größeren Achterbahnen des Herstellers Bolliger & Mabillard, also per Definition bereits besser als gut. Im Parque Warner Madrid hingegen weist die Bahn aus Stahl nur eine durchschnittliche Wartezeit von etwa 15 Minuten auf, dank halbwegs kompetenter Mitarbeiter und Zweizugbetrieb, egal wie voll der Park im späteren Verlauf des Tages noch wurde. Recht lustig dabei ist der Umstand, dass viele Besucher die Achterbahn vor lauter Stützen und Schienen nicht sehen und den Eingang der Warteschlange mit ihren Kinderwagen öfters mal verstopfen.

Nachdem sich der Boden in der Station zur Seite gekippt hat verlässt der Wagenverbund diese und absolviert sogleich eine kleine Wende in Bayernkurvenmanier. Nun führt einem der Lifthügel in eine Höhe von 50m, woraufhin ein kleines Zwischengefälle vor dem eigentlichen First Drop durchfahren wird. Kurz darauf entschwindet der Zug gen Boden und der Körper reagiert träge darauf. Fast durchgängig ohne Kontakt zur Sitzschale stürzt man die Höhenmeter hinunter um kurz vor der Einfahrt in den Looping seinen ursprünglichen Sitzplatz wiederzufinden. Diesen passiert man relativ zügig und dementsprechend mit deutlich ausgeprägten Kräften. Das darauffolgende Tal wird mit voller Wucht durchquert just bevor es den Immelmann empor geht. Eine Trim Brake im nächsten Tal reduziert den Zug merklich, wodurch sich die Zero-G Roll, eine Inversionsfigur bei der man sich ohne vorhandene Beschleunigung um die eigene Achse dreht, recht angenehm fährt. Es folgt eine großzügig ausgelegte Cobra Roll in deren Ausfahrt man ein zweites Mal eine Reduzierbremse durchquert. Diese ist auch bitter nötig, denn auf dem nachfolgenden Hügel wird man außerordentlich stark aus den Sitz befördert.  Recht geradlinig folgt nun die Einfahrt in den ersten Korkenzieher, dessen Ausfahrt nach einer kurzen Wende mit einem zweiten Korkenzieher überquert wird und sich somit das Element der Interlocking Corkscrews bildet. Hierauf folgt eine sehr intensive bodennahe Kurve, woraufhin der Zug einen weiteren Hügel bewältigt und die Fahrgäste erneut in die Luft befördert. Eine noch intensivere Aufwärtshelix schließt sich an, kurz darauf erreicht man dann die Bremsen.

Superman: La Atracción de Acero ist, um es kurz auszudrücken, einfach brillant. Die Fahrt bietet alles was eine richtig gute Achterbahn benötigt, nämlich ein tolles Layout mit ihm spezifischen Eigenschaften, in diesem Fall also schnell durchfahrene Inversionen und ein ausgewogenes, wenngleich nicht lasches, Kräftespiel. Der Fahrkomfort ist überaus gut, wenngleich Superman – la Atracción de Acero die Anlage mit den meisten Schulterbügelkontakt im gesamten Park ist und der Zustand der Züge im Allgemeinen zu wünschen übrig lässt, denn fast jede Kopfstütze dieser ist mittlerweile beschädigt.

Lex Luthor und Sillas Voladores de Mr. Freeze

Gegenüber von der Bahn aus Stahl langweilt Lex Luthor, einer der Widersacher Supermans, seine Gäste in einem Top Spin mit grottenschlechten Fahrprogramm zu Tode; interessanter Weise ist jedoch die Anlage beim Parkpublikum durchaus beliebt. Deutlich rasanter geht es hingegen bei einem der Widersacher Batmans zu, denn die Sillas Voladores de Mr. Freeze,  ein durchaus netter Wellenflug mit einer ungewöhnlichen Gestaltung, bietet ein recht gutes Fahrprogramm.

La Venganza del Enigma

Hoch hinaus geht es bei La Venganza del Enigma, wo man aus Rache des Riddlers, ebenfalls ein Bösewicht aus dem Batman Universum, in eine Höhe von 100m befördert wird. Der 120m hohe Combo Tower der Firma S&S verfügt in der Theorie über drei verschiedene Modi, wobei an unserem Besuchstag zwei Spuren im Space Shot Modus betrieben wurden und die dritte Spur, welche ausschließlich als Turbo Drop fungiert, geschlossen war, obwohl der Wartebereich gegen Ende des Tages recht gut gefüllt war. Während ich die Anlage im Jahr 2011 als bestenfalls verdammt hohen Aussichtsturm beschrieb, so muss ich meine Meinung nun gründlich revidieren, denn die, im Park perfekt platzierte, Anlage kann mehr als nur verdammt gut auszusehen. Der Abschuss im Space Shot Modus zieht erstaunlich stark und ebenso lang an, bevor man die Maximalhöhe erreicht und ein wenig aus dem Sitz gehoben wird. Hier oben hat man dann eine wunderbare Sicht auf den unterliegenden Parque Warner Madrid und theoretisch auf die spanische Hauptstadt, ehe man gemächlich auspendelt. Es ist zumindest kein Vergleich zu anderen Space Shot Anlagen und so reiht sich La Venganza del Enigma recht hoch in meiner Gunst ein, zumal es der einzige gefahrene Turm über 71m Höhe ist, welcher tatsächlich noch Spaß macht.

Batman: La Fuga

Auf der anderen Seite der DC Super Heroes World befindet sich das Arkham Asylum, Gotham Citys Irrenanstalt, in der ein großer Teil der bekanntesten und schillerndsten Batman-Gegenspieler sich zeitgleich dazu beschlossen hatten zu fliehen. Als Dark Knight soll man diese nun wieder einfangen und so erkundet man auf dem Weg hinauf zur Station des Inverted Coasters Batman: La Fuga in aller Ruhe die Irrenanstalt von Innen. Dieses kann, sollte die Anlage im Einzugbetrieb betrieben werden, aufgrund der minimalen Anzahl von Mitarbeitern und surreal wirkenden Abläufen, gerne mal etwas länger dauern.

Nachdem man den Zug bestiegen hat und dieser endlich abgefertigt wurde kann die Fahrt auch sogleich losgehen. Viel Zeit verbringt man dabei nicht im Lifthill bevor man einen kleinen Predrop absolviert und sogleich in eine Steilkurve gerissen wird. Mit immenser Wucht passiert man nun das erste Tal und wird sogleich in den ersten Looping hineingedrückt. Eh man sich versieht steht man in der darauf folgenden Zero-G Roll erneut überkopf. Ohne Gnade durchführt man nun einen weiteren Looping, woraufhin eine linksführende Aufwärtshelix den vermeintlich harmlosesten Teil des Layouts einleitet. Doch kaum vollführt man den Kurvenwechsel in luftiger Höhe spürt man seine Beine nicht mehr. Eine Steilkurve führt einen zurück auf das Bodenniveau, woraufhin der erste Korkenzieher eingeleitet wird. Gerade im hinteren Teil des Zuges wird mit recht hoher Beschleunigung durch das Element gezogen. Nach einer recht engen Wende steht man erneut in einem Korkenzieher überkopf, wobei hier das Kräftespiel des ersten Korkenziehers noch einmal verschärft dargeboten wird. Nach einer aufwärtsführenden Linkskurve erreicht man die Bremsen und kurz darauf die Station.

Batman: La Fuga ist kurz, nicht sonderlich hoch, verteilt aber die G-Keule wie kaum eine andere Bahn, zumindest in Europa. Die 11 Schwesteranlagen, wobei 6 davon eine ähnliche Thematik vorweisen, hingegen belasten die Fahrgäste im positivsten Sinne in der restlichen Welt, meist aber in Nordamerika und dort von Zeit zu Zeit auch gerne mal rückwärts. Dabei ist Batman: La Fuga eine durch und durch tolle, wenngleich natürlich wahnsinnig intensive Achterbahn, weswegen es nicht sonderlich schade wäre, wenn neben der derzeitigen Renaissance der Suspended Looping Coaster der niederländischen Firma Vekoma auch weitere Anlagen dieser Art aus dem Hause Bolliger und Mabillard gebaut werden würden.

Hindurch durch den wunderbar gestalteten Gotham Bereich der DC Super Heroes World und somit vorbei an dem Autoskooter Los Coches de Choque de el Joker und am ehemaligen Simulator Batman: la Sombra del Murciélago, welcher im Jahre 2014 seine letzte Saison hatte und wohlmöglich durch eine Themenfahrt im Stil der Justice League ersetzt wird, geht es in das Old West Territory. Hier befindet sich neben einem Aufpreis pflichtigen Maze, welches sich die ehemalige Warteschlange der Achterbahn Coaster Express zu Nutze macht, der Break Dance Los Carros de la Mina, sowie die beiden Wasserbahnen Cataratas Salvajes und Rio Bravo.

Cataratas Salvajes

Bei den wilden Wasserfällen, also den Cataratas Salvajes, handelt es sich um einen sehr effizienten und aus meiner Sicht sehr schön in Szene gesetzten Spillwater der Firma Intamin. Dabei beruht die Effizienz der Anlage schlichtweg aus der Einfachheit des Layouts, welches ein simples Oval ohne unnötigen Schnickschnack darstellt. Nachdem das Boot also den Lifthügel hinauf befördert wurde absolviert es eine Wende in luftiger Höhe und stürzt sich sogleich die einzige Schussfahrt der Fahrt hinunter. Dabei entsteht eine größere Welle, welche dann auf die Insassen des Bootes niederprasselt bzw. die wagemutigen Passanten auf der Brücke über der Fahrspur befeuchtet. Der Nässegrad der Fahrt ist dabei bereits relativ hoch, aber im guten Mittel zu anderen Anlagen dieses Typs.

Coaster Express

Die Achterbahn Coaster Express ist die einzige Achterbahn des Parks, welche nach Wegfall der amerikanischen Six Flags Gruppe als Betreiber des Parks eine bewegte Geschichte vorweisen kann. Wie auch Bandit im Movie Park Germany startete die Anlage als Wild Wild West, passend gestaltet zum gleichnamigen Film aus dem Jahr 1999 ihre Laufbahn. Da dieser ein Flop ohne Gleichen war und mittlerweile, teilweise unberechtigter Weise, als einer der schlechtesten Filme gilt hat man sich mit dem Betreiberwechsel zu Parques Reunidos und der damit verbundenen Umbenennung des Parks in Parque Warner Madrid im Jahr 2005 dazu entschlossen die Lizenz der Achterbahn und des damals noch gleichnamigen Themenbereichs nicht weiter zu nutzen. Die damals überdimensionierte Warteschlange unterhalb der Station hat man auf den Außenbereich verkürzt, der Platz wird mittlerweile aber anderweitig benutzt, einen Blick auf den Zug mit dem Schleudersitz kann man jedoch noch von der Station aus wagen.

Nachdem der Wagenverbund die Station verlassen hat überquert man kurz das Transfergleis, woraufhin sich eine Linkskurve anschließt. Hierauf klinkt der Zug in die Kette ein und wird den Lifthügel nach oben befördert. Auf einer Höhe von etwa 36m angekommen neigt sich der Zug sogleich in eine weite Rechtskurve, welche sich als quergeneigte 590° Helix herausstellt. Dabei erreicht man im Tal eine Geschwindigkeit von etwa 80 km/h ehe es stetig wieder aufwärts geht. In einer höheren Lage umschlingt man nun den First Drop bis es erneut rasant gen Boden geht. Auf einem längeren geraden Teilstück folgt eine kleine Rechtskurve in luftiger Höhe, woraufhin sich ein weites geradliniges Gefälle anschließt. Nun absolviert man eine höher gelegene Rechtswende, welche zugleich in einen weiteren Drop übergeht. Hier absolviert man den zweiten und letzten Richtungswechsel des Layouts, denn kurz danach durchquert man eine weitere quergeneigte Helix, diesmal jedoch linksführend und nur 520° weit. Es folgt ein relativ bodennaher Hügel, woraufhin sich eine weitere Linkskurve anfügt. Darauf folgt ein weiterer Hügel quer durch das Gehölz auf dessen Abfahrt sich eine Reduzierbremse befindet. Diese greift merklich, was bei der anschließenden und recht lustigen Kurve sogar sinnvoll ist; eben jene Kurve war es, welche die Maximalgröße der Mitfahrer bis vor wenigen Jahren auf ein vergleichbar geringes Maß von 1m85 setzte. Kurz darauf greifen die Bremsen und der Zug fährt zurück in die Station.

Wo ich bei meinen letzten Besuch im Jahr 2011 noch davor gewarnt hatte bei der Anlage überhaupt einzusteigen und die Fahrt gerade in der letzten Reihe als Tortur beschrieb, so muss ich nach meinen heutigen Kenntnisstand sagen, dass Coaster Express eine ziemlich lustige Achterbahn ist deren Fahrt man nicht versäumen sollte. Zwar bietet diese Holzachterbahn absolut keine spürbaren negativen Kräfte, dafür ist das Geschwindigkeitsgefühl in den Kurven überaus ausgeprägt; zumindest hat mich die Fahrt fast durchgängig zum Lachen gebracht. Die Fahreigenschaften auf der längsten Holzachterbahn Europas sind im Allgemeinen gut und die Anlage wirkt von außen zumindest gut in Schuss, kein Vergleich also zu Magnus Colossus, einem weiteren Woody des Herstellers Roller Coaster Corporation of America (RCCA) aus dem spanischen Freizeitpark Terra Mítica bei Benidorm, welchen ich gerne als schlechteste je gebaute Holzachterbahn bezeichne.

Rio Bravo

Der Reversing Boat Ride Rio Bravo aus dem Hause Intamin ist eine Kopie der Hopkins Anlage Wild West Falls aus der Original Warner Bros. Movie World an der australischen Gold Coast, basiert jedoch auf der originalen Gestaltungsidee nach dem Film Rio Bravo. Umso mehr kann man sich also an der Thematisierung der Anlage erfreuen, denn diese ist bis auf das letzte Detail rundum gelungen.

Nachdem man die recht lange Warteschlange durchquert hat kann man, zumindest am Abend, sogleich in einem der Boote Platz nehmen. Zu meiner Verwunderung hat man in der Zwischenzeit die Anschnallgurte abgeschafft, was zumindest die Kapazität der recht beliebten Attraktion zusätzlich zu Gute kommt. Kurz darauf dümpelt das Boot vorbei an der Wartungshalle der Anlage in Richtung des ersten Lifthügels. Oben angekommen fährt man nun in das gewaltige Bergmassiv hinein, wo sogleich der erste Drehteller auf einem wartet. Dieser entlässt das Boot dann hinein in die erste Schussfahrt, welche rückwärts absolviert wird, soweit so gut und bereits oftmals erlebt, doch Rio Bravo wäre nicht eine außergewöhnliche Wildwasserbahn wenn nicht sogleich eine Besonderheit hinterherkäme. Für viele daher oftmals sehr unerwartet geht es nun einen Camelback empor, welcher einen auf seiner Kuppe etwa 10-20cm in die Luft befördert. Kurz darauf folgt dann die Abfahrt in das kühle Nass, wobei der Nässegrad bislang noch sehr überschaubar bleibt. Nach einer Kurve erreicht man eine weitere Wendestelle, woraufhin das Boot wieder vorwärts unterwegs ist. Gar unspektakulär führt einem der Fluss nun durch einen Canyon, ein Indianerdorf und die Westernstadt Dogde City, bevor es erneut  in die Mine hinein geht. An der höchsten Stelle der Fahrt angekommen wird man über einen Drehteller erneut in Position gebracht, woraufhin die zweite und finale Schussfahrt mit einer fantastischen Aussicht auf die Holzachterbahn Coaster Express eingeleitet wird. Unten angekommen wird man dann recht angenehm befeuchtet. Es folgt die Rückfahrt zur Station.

Die Wildwasserbahn Rio Bravo ist eine tolle Anlage mit einem größeren Überraschungsmoment zu Beginn der Fahrt. Die allgemeine Gestaltung ist grandios, es fehlt mir aber ein wenig an Effekten nachdem man die zweite Wendestelle verlassen hat. Zwar verlange ich dabei nicht, dass mir Kübel mit Wasser ins Gesicht geschmissen werden wie bei der grandiosen Wildwasserbahn des gleichen Typs Valhalla aus dem englischen Pleasure Beach Blackpool, dennoch wäre hier etwas mehr gegangen, zumal die anderen Wasserbahnen des Parque Warner Madrid allesamt nässer sind.

Tom y Jerry

Bereits von weiten hört man die Kinderachterbahn Tom y Jerry im Parque Warner Madrid, da sich die Anlage anhört wie ein über den Park fliegender Düsenjet. Dabei handelt es sich hierbei um einen der letzten produzierten Zierer Tivoli large Coaster, welche um die Jahrtausendwende von Six Flags in Auftrag gegeben wurden und somit Stützen vorweisen können, die dem Lichtraumprofil im Vergleich zu den Anlagen aus den 70er Jahren, die es vermehrt auch in Deutschland zu fahren gibt, gerecht werden. Dabei kann man das Layout relativ einfach als zwei nebeneinander liegende Achten beschreiben, bei denen die recht weiten Kurven mit einem umso längeren Zug durchfahren werden. Zumeist wird der Parcours dabei mehrere Male durchfahren, nicht aber im Parque Warner Madrid. Ansonsten wäre die Wartezeit bei dieser grundsoliden Achterbahn wohl kaum noch zu bändigen, denn Tom & Jerry ist eine der beliebtesten Anlagen des Parque Warner Madrid.

Cartoon Village

Dieses gilt aber im Allgemeinen für den Themenbereich Cartoon Village mit seinen beiden Kinderländern und dem Rafting Rápidos Acme. Zwar ist die Situation in Spanien nicht ganz so extrem wie in England, wo man im Grunde nur noch mit bekannten, bzw. für uns auch manchmal vollkommen unbekannten, Kinderserien die Massen in die Freizeitparks bringt. Dabei hat der Paultons Park den Vogel bisweilen mit der Peppa Pig World am meisten abgeschossen, so dass dieser in der Bevölkerung nur als Peppa Pig World bekannt ist und bereits in Schottland diverse Werbeprospekte vorzufinden sind. In Spanien hingegen haben die Kinderbereiche zwar eine höhere Bedeutung, aber es kommen auch andere Gäste in den Park und verteilen sich auch auf die anderen Themenbereiche dessen, wobei dieser Anteil in den letzten Jahren merklich zugenommen hat.

Interessant an den Parque Warner Madrid  Kinderbereichen ist jedoch die Art und Weise wie diese gestaltet sind, denn der eine Bereich wurde zur Eröffnung im Jahr 2002 fertiggestellt und der andere im Jahr 2011, wobei dort die Achterbahn Correcaminos Bip, Bip aus dem Jahr 2009 halbwegs integriert wurde. Während der alte Kinderbereich unzählige Fahrgeschäfte auf einem engeren Bereich vorweisen kann und dabei stets im Schatten unzähliger Bäume steht, so befinden sich im neuen Bereich wenige Fahrgeschäfte auf einer größeren betonierten Fläche ohne jeglichem Schatten. Zwar sind diese allesamt ordentlich gestaltet, es fehlt aber jegliche Atmosphäre in dieser Ergänzung. Interessant hierbei ist, dass fast jeder neue Planpark diese Muster aufweist, was aus meiner Sicht ein No-Go ist. Zumindest hat man mit der Academia de Pilotos, einer Kindermonorail aus dem Hause SBF Visa aus dem Jahr 2013, versucht diesen Umstand etwas aufzubrechen, doch wirklich geglückt ist es bislang noch nicht.

Correcaminos Bip, Bip

Bei der Achterbahn mit dem vermeintlich seltsam klingenden Namen Correcaminos Bip, Bip handelt es sich um einen Youngster Coaster der Firma Mack, welcher das gleiche Layout wie der ein Jahr jüngere Götterblitz aus dem österreichischen Familypark aufweisen kann. Wie auch am Neusiedlersee beginnt die Fahrt mit der Erklimmung des Lifthills. Oben angekommen geht es nach einem kleinen Gefälle zügig in die erste Kurve, worauf schongleich der große Drop folgt. Mit voller Geschwindigkeit passiert man nun das erste Tal und sogleich einen Horseshoe, ein Element welches wie ein aufgeständertes Hufeisen geformt ist. In einer Rechtskurve sammelt man erneut Höhenmeter an, woraufhin diese in einer abwärtsführenden Linkshelix mit anschließenden Gefälle abgebaut werden. Nun folgt eine Kurvenkombination aus Auf- und Abwärtshelix, welche von oben betrachtet einer Acht ähnelt.  Zu guter Letzt führt eine weitere Rechtskurve den Zug hinauf zur Bremsstrecke und dann zurück zur Station.

Correcaminos Bip, Bip ist eine zum Teilen sehr aufwändig gestaltete Anlage, zum Teilen aber auch eine sehr lieblos inszenierte Achterbahn mit einem tollen Layout und ebenso guten Fahreigenschaften. Es ist ein wenig Schade zu sehen, dass die Jagd auf dem Road Runner, also Correcaminos, wegen der hohen Holzzäune mit Gucklöchern von außen kaum einsehbar ist, ebenso ist es Schade, dass die Anlage weit abseits als Stand-Alone Attraktion eine Sackgasse bildet. Wobei das alles keinesfalls so schlimm wäre, würde Correcaminos durch seinen Vordrängelpass, dem Pase Correcaminos, den Wartenden nicht irgendwann auf die Eier gehen. Obwohl die Warteschlange überschaubar ist, so dauert es eine halbe Ewigkeit bis man dann an der Reihe ist. Irgendwie kann man Wile E. Coyote also verstehen, doch gefangen hat er den Road Runner bisweilen nur bei Family Guy.

Rápidos Acme

Eine für Europa außergewöhnliche Rafting-Anlage kann man mit den Rápidos Acme hier im Park vorfinden, denn, auch wenn man es kaum zu glauben mag, hier wird man nass. Nun könnte man argumentieren das auch River Quest aus dem Brühler Freizeitpark Phantasialand seine Fahrgäste des Öfteren komplett durchnässt aus der Anlage entlässt, nur betrifft es dort schlichtweg nicht jeden. Dabei ist das Geheimrezept des Parque Warner Madrid so simpel wie es kaum anders möglich ist, denn hier verzichtet man größtenteils auf unnötigen Schnickschnack wie Wasserfälle oder Wellenbecken sondern konzentriert sich darauf auf einer sehr kurvenreichen Strecke möglichst viele Stromschnellen, die ständig ins Boot schwappen, zu erzeugen und dabei stets von außen Wasserstrahlen ins Boot zu leiten. Das ganze Geschehen wurde dann noch äußerst hübsch durch die Charaktere der Looney Tunes gestaltet, worauf man sich während der Fahrt aber ganz ehrlich gesagt kaum zu konzentrieren vermag. Leider waren die Effekte gegen Ende der Fahrt allesamt ausgeschaltet gewesen, eigentlich schade, aber wahrscheinlich war es für die Spanier bereits etwas zu kalt.

La Aventura de Scooby-Doo

Gleich zu Beginn des Cartoon Village, von der Mainstreet aus kommend, liegt die interaktive Themenfahrt La Aventura de Scooby-Doo. Dieser wurde im Comicstil der Hanna Barbara Serie Scooby-Doo Where are you! gehalten und weist die typischen Elemente dieser auf. Gefertigt wurde diese Anlage, welche auch in zwei Six Flags Parks und zuvor in jedem der Paramount Parks, dort allerdings unter der Leitung von Cedar Fair mittlerweile als Boo Blasters on Boo Hill, zu finden ist von der Sally Corporation. Die Fahrt selbst sollte man direkt nach der Öffnung der Anlage erleben oder mit entsprechenden Vordrängelpass, denn die Abfertigung dieses Dark Rides ist ein mehr als nur schlechter Scherz. Hinzu kommt das Scooby-Doo selbst durchaus bei den hiesigen Kindern beliebt ist, weswegen der Andrang an der Anlage stets relativ hoch ist. Die Fahrt zumindest ist nett gestaltet und kann Spaß machen, jedoch ist sie eine der schwächeren Anlagen des Herstellers.

Obwohl der Andrang an den großen Achterbahnen stets überschaubar und angemessen war, so war der Park durchaus sehr gut besucht. Tatsächlich kam es einem während des Besuchs so vor als sei der Park beinahe schon überfüllt, dieses lag vor allem an den allgemeinen Vorlieben der Spanier und so sollte es niemanden verwundern, dass die Wartezeiten vor jeder der Shows bei über einer Stunde lag. Dieses ist auch der Grund warum wir beispielsweise das Scooby Doo Musical linksliegen gelassen haben, ebenso die Police Academy Stunt Show. Großer Fehler könnte man meinen, da die Shows in Spanien ja im Allgemeinen nicht so vernachlässigbar sind wie die der deutschen Freizeitparks, andererseits hätten wir sonst den Park nicht komplett an einem Tag schaffen können. Tatsächlich ist das Angebot dieser im Parque Warner Madrid auch deutlich niedriger als im Freizeitpark Port Aventura bei Salou, dessen Erfolgsrezept eigentlich auf die großen Showtheatern zurückzuführen ist, hier könnte der Park selbst noch eine Schippe nachlegen oder die Shows zumindest öfters zeigen.

Parque Warner Cinematic

Dieses funktioniert bei der Abendshow Parque Warner Cinematic jedoch nicht, da diese erst bei Dunkelheit richtig zur Geltung kommt. Hierbei handelt es sich um eine Fontänen-Show mit Projektionen bekannter Warner Bros. Filme und Werbung für kommende Filme des Studios. Unterstützt wird die Show, welche auf dem See in den Movie World Studios stattfindet, durch Feuer- und Lasereffekte, sowie ein recht ansprechendes Abschlussfeuerwerk. Die Show war bereits zum 10 jährigen Jubiläum des Parks überaus sehenswert und auch jetzt hat sich daran nicht viel geändert. Definitiv sehenswert, zumal es ein toller Abschluss eines tollen Parktages ist.

Bilder Parque Warner Madrid

Fazit Parque Warner Madrid

Parque Warner Madrid ist nach wie vor ein sehr toller Freizeitpark und aus meiner Sicht immer noch der beste Park Spaniens. Im Vergleich zu vor vier Jahren hat sich die Besucherzahl ziemlich gut entwickelt, wodurch leider der Pase Correcaminos ungemein nervt, zumal er im Gegensatz zu Port Aventura quasi überall genutzt werden kann. Die Abfertigungen waren, bis auf Batman im Einzugbetrieb, deutlich flotter als zuvor und im Falle der Achterbahn Stuntfall sogar vorbildlich. Man ist zumindest derzeit auf einen guten Weg, den man auch gerne so beibehalten darf. Sollte der Andrang beim nächsten Besuch jedoch genauso hoch sein, so werde ich mir definitiv ein Ganswischtischdeil gönnen und als Asozialer par Exzellenz eine Runde nach der anderen drehen, denn das ist mir der Park, wie auch bei Port Aventura, definitiv wert.

 


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Einige Stunden im Zoo Safari- und Hollywoodpark

Zoo Safari- und Hollywoodpark

Da bei den meisten anderen Freizeitparks in der näheren Umgebung ein Ruhetag auf dem Programm stand, ging es heute in den Zoo Safari- und Hollywoodpark nach Stukenbrock. Da man von diesem Freizeitpark nur sehr wenig in den einzelnen Foren lesen konnte, war ich umso gespannter auf dem Besuch im zweitgrößten Safari Park in Deutschland.

Am Park angekommen wurde ich durch den ermäßigten Eintritt an diesem wohl eher ruhigen Tag überaus positiv überrascht. Als einer der ersten Gäste führte es mich dann auch gleich auf Safari. Im Gegensatz zum Serengeti-Park in Hodenhagen fällt hier die Strecke um einiges kleiner aus, dennoch konnte man viele Tiere beobachten und war durch die freie Sicht am Morgen auch soweit ungestört. Die Highlights der Tour sind dabei gewiss die Löwen und Tiger.

Flying Tiger

Nach der Safari folgt erst einmal eine Irrfahrt durch den Park um zum Parkplatz zu kommen. Dieser fällt einem durch die hohen Betonmauern negativ ins Auge, dennoch mindert dieses das Gesamtbild des Park kaum. Nach einem kurzen Erkundungsspaziergang zog es mich zum Super Tornado, alias Flying Tiger. Der gute Zustand der Überschlagsachterbahn mit seinem klassischen Arrow-HUSS Achterbahnzügen fällt einem besonders positiv ins Auge – die Fahrt selbst war in Ordnung, es fehlte aber etwas Gewicht im Zug (immerhin wurde die Bahn nur für mich alleine angeschmissen), weswegen die Fahrt im Vergleich zur Schwesteranlage Speed Snake im Fort Fun Abenteuerland etwas zu langsam verlief.

Flying Oil Pump

Die zweite Achterbahn des Zoo Safari- und Hollywoodpark sollte wie viele andere Attraktionen erst später öffnen. Aus diesem Grund zog es mich als nächstes zur Flying Oil Pump, einem Fabbri Cataclysm. Das Überschlagskarussell mit dem einfallsreichen Namen war mein Highlight im Park. Die Fahrt ist aufregend, schnell und spaßig. Zwar ist man während der Fahrt mit Schulterbügeln gesichert, durch das große Spiel jedoch hat man eine sehr angenehme und überaus aufregende Fahrt. Die vielen Überschläge und die Interaktion mit der zweiten Gondel machen die Fahrt zu etwas sehr besonderen und sollte daher von jedem Parkbesucher einmal ausprobiert werden.

Giraffe Tower und Black Fly

Das weitere Fabbri-Angebot des Zoo Safari- und Hollywoodpark ist etwas grenzwertiger. Beim Freifallturm Giraffe Tower hängt man z.B. eine knappe Minute oben an der Spitze und die Frisbee Black Fly schwingt leider kaum aus. Dennoch konnte mich Fabbri nun sehr vom Fahrkomfort ihrer Anlagen überzeugen. Neben Zamperla der zweite italienische Hersteller der bei mir Punkten konnte.

Teetassen-Karussell

Apropos Zamperla, auch von diesem Hersteller stehen einige Anlagen im Zoo Safari- und Hollywoodpark. Zwar um einiges familienfreundlicher, aber das sollte in solch einen Park auch nicht fehlen. Besonders erwähnenswert ist dabei das Teetassen-Karussell mit seinem überaus leichtgängigen Gondeln, die einem ziemlich schnell einen ordentlichen Drehwurm verpassen können.

Kongo River

Ebenfalls eine besondere Erwähnung wert ist die Wildwasserbahn Kongo River des niederländischen Herstellers Van Edgom. Der Kongo River überzeugt zwar nicht durch seine überaus langsame Liftgeschwindigkeit, kann aber durchaus durch seine Abfahrten, den Stromschnellenartigen Zwischensequenzen und der enormen Airtime im Doppeldrop jeden Fahrgast aus den Socken hauen. Ein großes Lob gebührt dabei dem Personal an der Anlage, welches sich nicht zu schade war, meine beim Doppeldrop abgeflogene Cappy, zu bergen.

Affenzug

Hinter der Wasserbahn befindet sich ein Platz mit einigen Gehegen. Neben einem großen Gehege mit zumeist faulenzenden Weißen Löwen, konnte man während meines Besuchs überaus aktive Weiße Tiger beobachten. Ebenso befindet sich hier der Bahnhof des Affenzugs mit dem man über die Affeninsel fährt. Während der Fahrt klettern die Affen am Zug herum und können dem Besucher – wären denn nicht die Gitter am Zug – sehr nahe kommen. Ebenfalls kann man hier die Frisbee, sowie ein Wildwasserrondell finden.

Marienkäferbahn

In der Nähe der Flying Oil Pump befinden sich einige Heege Motorschaukeln, welche eine schöne Portion Airtime aufweisen, sowie ein Wasserspielplatz, einige Kinderattraktionen und kaum rutschbare Metallbau-Emmeln-Rutschen. Auch die zweite Achterbahn des Parks, die Marienkäferbahn befindet sich hier. In einem kleinen Waldstück geht es auf dem großen Tivoli Coaster des Herstellers Zierer rasant durch die bodennahen Kurven dieser klassischen Familienachterbahn.

Bilder Zoo Safari- und Hollywoodpark

Schlusswort

Der Zoo Safari- und Hollywoodpark spielt im Preis/Leistungsverhältnis in einer sehr guten Liga. 24€ ist für das Gebotene durchaus bezahlbar und wenn man an einen Tag ohne Shows hingeht, so wie ich, muss man nur einen ermäßigten Preis (17€50) zahlen. Die Fahrgeschäfte sind (fast) alle in einen guten und gepflegten Zustand und können überzeugen. Der Park ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

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