Turborutschen in Poole

Splashdown Poole

Wasserpark:Splashdown Poole (seit 1990)
Adresse:Tower Park
BH12 4NY Poole
https://www.splashdownwaterparks.co.uk/poole/
Betrieb:Lemur Leisure Ltd.

Splashdown PooleGanz in der Nähe der englischen Küstenstadt Bournemouth befindet sich in der Leisure Destination Tower Park bei Poole der Wasserpark Splashdown Poole. Als eine der ersten Attraktionen des 1989 erbauten Erlebniszentrums eröffnete der Wasserpark im Jahr 1990 mit insgesamt sieben Rutschen seine Pforten. Acht Jahre später folgte dann die Eröffnung des Outside Screamer Turms mit seinen drei PPK-Promoplast-Rutschen, für die der Park in der Rutschcommunity bekannt ist. 2002 und 2012 wurden weitere Rutschen hinzugefügt. Bislang hat noch keine Wasserrutsche den Wasserpark Splashdown Poole verlassen; es gab jedoch Änderungen, dazu aber später mehr.

Betritt man das Bad wird man sogleich vom 90er-Jahre-Charme dessen überrumpelt. Da man sich direkt an der Kasse befindet kann es durchaus passieren, dass man vor dem Bad warten muss und das ggbfs. sogar etwas länger. Zumindest was es bei unserer Gruppe so, dass sich die Chiparmbänder partout nicht aktivieren lassen wollten und der arme Kassierer sogar die Station der unbesetzten Kasse dafür aufsuchte. Hier warteten wir dann etwa 10 Minuten, ehe uns die Armbänder überhändigt werden konnten. Im Umziehbereich – der typisch englisch leider mit Straßenschuhen betreten werden muss, wodurch man zwangsläufig in einer ziemlich dreckigen Brühe steht – erwartete uns dann ein weiteres Problemchen; denn die Spinde werden leider nicht mit dem Armband geöffnet, sondern per Schlüssel und erfordern eine Pfundmünze als Pfand. Eigentlich ja kein Problem, doch wer bitteschön hat schon Münzgeld bei sich in einem Land, in dem man fast alles bargeldlos bezahlen kann. Also zurück an die Kasse und Geld gewechselt. Kurz darauf konnte der Spaß auch schon losgehen.

Black Thunder und Baron’s Revenge

Betritt man das Bad befindet man sich sogleich am Aufgang zu der Black-Hole-Rutsche Black Thunder und der Turbo-Rutsche Baron’s Revenge, sowie zur Reifenrutsche Mississippi Drifter. Interessant an der Black-Hole-Rutsche ist, dass sie nur im Sommer eine alleinstehende Rutsche ist und ohne Reifen benutzt wird; im Winter ist sie nämlich der zweite Streckenpart der Mississippi Drifter. Hier war von Anfang an stets eine lange Warteschlange vorhanden, weswegen ich sie nicht getestet habe. Ganz anders sah es jedoch an der Rutsche Baron’s Revenge aus, welche sich in einer Steilkurve auf nur neun Rutschmetern gute fünf Meter zu Boden stürzt. Das ist überaus steil und trotz Plumpsauslauf hochgradig brillant.

Mississippi Drifter und Grand Canyon

Eine Ebene höher erwartet einen dann der Zugang zur Crazy-River-Rutsche Mississippi Drifter, in der man sich über mehrere Schussfahrten von Bassin zu Bassin fortbewegt, ehe man dem Grand Canyon folgend nach draußen gelangt und sogleich vom Reifen fliegt. Im Außenbereich des Wasserparks Splashdown Poole kann man sich nun etwas unter der englischen Sonne treiben lassen, wobei es in diesem Sommer ja selten wärmer als 25°C wurde bevor dann eine weitere Rutschpartie folgt. In einer dunklen Helix nimmt man dabei schnell an Geschwindigkeit zu. Gegen Ende dieses Abschnittes erwarten den Rutscher gleich mehrere Wasservorhänge und man gerät dadurch etwas aus dem Gleichgewicht, wodurch man im Landebecken durchaus Mühe hat sich auf dem Ring zu halten. Ein herrlicher Spaß! Eine weitere Sturzfahrt später folgt dann auch schon der Übergang zum Innenbereich und sogleich das Ende dieser recht witzigen Rutsche.

Red River Roller und Zambezi Drop

Auf der vom Zugang aus dem Umkleidebereich gesehen rechten Seite des Bades befinden sich die Treppenaufgänge zu den weiteren Rutschen des Indoorbereichs. Dabei ist der hintere Aufgang den drei Bodyslides Red River Roller, Zambezi Drop und Colorado Coaster vorbehalten. Während beim Colorado Coaster immer Leute anstanden, war man bei den anderen Rutschen immer sehr schnell an der Reihe. Während der Red River Roller doch eher zahm ist und keine Highlights aufweisen kann, so überzeugt die Turbo-Rutsche Zambezi Drop nach den ersten sehr gemächlichen Kurven durch die stetig enger wendende Steilkurve zum Ende der Rutschpartie hin, bei der man die G-Kräfte besser nicht unterschätzen sollte.

Colorado Coaster

Auch die eher gemächlicher anmutende Colorado Coaster hat es faustdick hinter den Ohren. Nach den ersten seichten Streckenmetern, in denen sich mehrere Links- und Rechtskurven abwechseln, erwartet einen ein schöner Drop, woraufhin die anschließende Kurve überaus schaukelfreudig absolviert wird. Kurz darauf erwartet einen ein fulminantes Finale mit einem durchaus ausgeprägten Doppeldrop, welches einen mit einem breiten Grinsen aus der Rutsche entlässt.

Dragon’s Lair

Der vordere Aufgang führt einen zur Space Bowl Infinity, sowie zur größten Rutsche des Bades, dem Dragon’s Lair. Am Kinderbereich des Bades vorbei führt einen der Weg dann in ein weiteres Treppenhaus, an dessen Ende sich der Zustieg zu Dragon’s Lair befindet. Dabei war dieses Treppenhaus mal deutlich größer und auch der Zugang zur Wasserrutsche befand sich entsprechend weiter oben. Über eine längere Gerade nimmt man auf der Rutsche beständig an Geschwindigkeit zu, ehe einen eine ziemlich hohe Schussfahrt hinunterzieht. Hieran schließen sich dann noch mehrere Kurven und enge Kurvenwechsel an, die einen konsequent herunterbremsen, ehe der Rutschauslauf erreicht wird. Leider kann die lange Rutschfahrt, vor allem dank der Qualität der Fugen auf dieser, nicht wirklich überzeugen. Für die Höhe der Anlage ist die Fahrt schlicht und ergreifend zu langsam und kommt auch wirklich kaum in die Gänge; hier wäre ein Vergleich zum Ursprungslayout der Anlage interessant.

Infinity

Nachdem ich im Joyful Waterpark des japanischen Freizeitparks Nagashima Spa Land meine erste Trichterrutsche mit Plumpsauslauf ausprobieren konnte, war die Anspannung bzgl. Infinity deutlich geringer, die Vorfreude auf die Fahrt jedoch deutlich größer. Der hiesige Trichter ist komplett eingehaust und weist unterschiedliche Licht- und Soundeffekte auf, die auf Wahl des Nutzers abgespielt werden. Dennoch hielt sich der Drang zu Wiederholungsfahrten, abseits der eh langen Wartezeiten, überaus in Grenzen, denn man spürte jede einzelne Fuge im Trichter. Durch den Plumpsauslauf und den resultierenden Fallmanövern ist die Rutsche dennoch über spaßig und auch zu empfehlen; ohne hingegen wäre es bei nur einer Rutschpartie geblieben.

Screamer Tower

Kommen wir nun zum Außenbereich des Bades, in den wir uns auf dem Mississippi Drifter bereits verirrt haben und den Outdoor Screamer Tower mit seinen drei PPK-Promoplast-Rutschen. Diese drei Rutschen standen ursprünglich im Centre 2000 in Southampton, ehe sie nach der Schließung des Leisure Centres nach Poole versetzt wurden. Durch die Ausnutzung der Hanglage hingegen wirkt der Rutschturm so, als sei er von Anfang an so beabsichtigt gewesen. Über eine Stahltreppe geht es mit kalten Füßen rasch nach oben, wo die Einstiege der beiden Reifenrutschen Tennessee Twister und Louisiana Leap, sowie der beiden Turbo-Rutschen The Screamer und Velocity warten.

Tennessee Twister und Louisiana Leap

Den Anfang machen hierbei die beiden parallel verlaufenden Reifenrutschen Tennessee Twister und Louisiana Leap. Über einen kleinen Jumpstart baut man schnell an Geschwindigkeit auf und rutscht anschließend den Kurvenverlauf einer liegenden Acht entlang. Auf der zweiten diagonal verlaufenden Strecke erwartet den Rutscher dann ein weiterer Jump, woraufhin sich die finale Rechtskurve schwungvoll anfügt. Über eine finale Schussfahrt wird man dann in das Auslaufbecken entlassen, wo man sich dann mehr oder weniger elegant von seinem Reifen trennt. Tatsächlich sind beide Rutschen unerwartet gemächlich unterwegs und bieten recht nette Airtimemomente, mehr jedoch auch nicht.

The Screamer

Auch die grüne Turbo-Rutsche The Screamer, die ebenfalls von PPK Promoplast stammte, ist unerwartet gemächlich unterwegs. Fans der ehemaligen Rutsche Grüner Hai des Miramar Weinheim könnten auf Grund des fehlenden Knicks im Rutschverlauf und der anschließenden absurd wilden Schaukelpartie enttäuscht sein, hier nur eine recht solide Turbo-Rutsche vorzufinden. Da kann man absolut nicht meckern, die Bahn fügt sich absolut in das große Turbo-Rutschen-Portfolio des Wasserparks Splashdown Poole ein.

Velocity

Das Highlight des Turms ist jedoch die im Jahr 2012 errichtete Turbo-Rutsche Velocity, denn im Vergleich zu ihrem PPK-Geschwisterchen hat diese Rutsche wirklich einen Knick in der Optik, tatsächlich sogar einen doppelten. Die Rutsche beginnt mit einer sehr steilen Schussfahrt, die kurz darauf in eine gemächlichere Steigung abknickt. Gnadenlos folgt nun ein kurzer Linksknick, woraufhin das Landebecken erreicht wird und erst einmal ein Schwall Wasser aus der Rutsche befördert wird. Was für eine geile Rutsche! Velocity hält was sie verspricht und so rast man auf dieser kurzen Rutsche im Geschwindigkeitsrausch hinab.

Fazit Splashdown Poole

Splashdown Poole ist ein grundsolider Wasserpark, dessen Interieur jedoch deutlich in die Jahre gekommen ist. Die Wasserrutschen stechen größtenteils aus der Masse heraus und können, bis auf die Verfugungen einzelner Rutschen, absolut überzeugen. Wir selbst hatten Glück zu einer günstigen Zeit vorbeigeschaut zu haben, denn das Bad wurde gegen Ende unseres Besuchs immer voller. Wie in jedem Wasserpark gilt dann jedoch, ob man denn so lange auf eine Rutschfahrt warten möchte, zumal ja der Eintrittspreis vergleichsweise hoch angesetzt ist; zumindest im Vergleich zu deutschen Bädern. Ein Besuch lohnt sich zumindest auf jedem Fall und kann hervorragend mit einem Besuch der pittoresken Stadt Bournemouth gekoppelt werden.

 

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Massenandrang im Wasserpark

Joyful Waterpark

Wenn man sich mit dem Nagashima Spa Land auseinandersetzt, stößt man zwangsläufig auf den Wasserpark Joyful Waterpark bzw. Jumbo Ocean Water Pool (es war wohl vormals der Joyful Waterpark) und seiner immens hohen Anzahl an Wasserrutschen. Spätestens mit der Errichtung der Wasserrutsche Boomerang Twist im Jahr 2013 ist der Park auch international bekannt und sollte dementsprechend auf keinem Fall links liegengelassen werden; dazu aber später mehr.

Von Ende Juni bis Mitte September ist der Wasserpark geöffnet. Der Eintritt erfolgt über den Freizeitpark und erfordert dementsprechend eine Eintrittskarte für beide Parks; ein Angebot mit Freepass für die Fahrgeschäfte und beiden Eintritten ist dabei recht erschwinglich. Da der Park bei sommerlichen Temperaturen sehr beliebt ist, empfiehlt sich ein Besuch unter der Woche; die Kapazitäten sind zwar vorhanden, werden aber auch an volleren Tagen nicht immer voll ausgenutzt.

Kein Wunder also, dass mein Besuch im Joyful Waterpark die längsten Wartezeiten der gesamten Tour vorweisen konnte. Umso schlimmer, wenn beim Erstbesuch des Freizeitparks zwei Tage zuvor so gut wie keine Wartezeiten im gesamten Resort vorhanden waren. Aber hey, man lernt aus seinen Fehlern und mit etwas Pech begeht man gleich einen neuen, fataleren dazu; man sollte die Sonneneinstrahlung in diesem Land nicht unterschätzen und so trainierte ich gnadenlos für England.

Bevor ich euch jedoch zu sehr mit den vorhandenen Randbedingungen des Besuchs ablenke, begeben wir uns lieber gleich in den Wasserpark Joyful Waterpark hinein. Zur rechten Seite erstreckt sich die riesige Umkleidehalle, zur Linken der überdachte Kinderbereich und die Duschbatterien. Die japanischen Besucher machen sich nun auf den Parkhaus-Liegewiesen breit und wir widmen uns den ersten Rutschen bzw. Slidern, wie sie hierzulande genannt werden.

UFO Slider

Den Anfang machen die beiden UFO Slider, wobei nur eine der beiden Space Bowl Rutschen in Betrieb war. Über eine kurze Steilkurve nimmt man dabei schnell an Geschwindigkeit zu, ehe man in den Trichter schießt und dann Runde um Runde, unter den begeisterten Blicken der Japaner, dreht und irgendwann in das Landebecken plumpst.  Während die meisten Besucher dabei gerade einmal zwei Runden schafften, wurde stets überaus erstaunt reagiert, wenn jemand drei oder mehr Runden im Trichter verbrachte. Tatsächlich ist das auch gar nicht so schwierig, wenn man die empfohlene Rutschposition beibehält. Nach über fünf Runden fiel jedoch auch ich irgendwann durch die Mitte und landete recht unsanft im Becken. Ein herrlicher Spaß, der als Bodyslide mit der gewollt ungewollten Landung deutlich adrealinbehafteter ist als vergleichbare Reifenrutschen samt weiterführender Rutschpartie.

Water Tubes

Über eine Brücke über den vorderen Lazy River, bei dem die zukünftigen Schwimmer gerade Aufwärmübungen mit den Bademeistern durchführten, geht es zu den drei Water Tubes. Dieser Rutschkomplex besteht aus zwei Rutschröhren, die jeweils eine Abwärtshelix vorweisen, sowie eine sehr, sehr, sehr steile Turborutsche. Wartezeiten waren hier durch den Wechselbetrieb der beiden Röhrenrutscharten durchaus gegeben, was sich vor allem bei der, einzigen betriebenen, Helixröhre durchaus negativ auszeichnete. Dabei ist die Rutschpartie durchaus flott und durch den Plumpsauslauf überaus wild. Doch das Highlight dieses Rutschkomplex ist die steil abfallende Rutschspur, bei der man ohne Gnade den Kontakt zur Rutschoberfläche verliert und somit einen Großteil der Rutschzeit in der Luft erlebt. Umso brachialer ist dann natürlich auch die Wasserung am Ende der Rutschpartie, doch die Airtime hier sucht eindeutig ihres Gleichen und belohnt den Rutscher, auch bei etwas längeren Wartezeiten.

Spiral Slider

Vorbei an der großen Wasserspiellandschaft Japaaaan zieht es uns nun zu den Spiral Slidern, fünf offene Bodyslides älterer Bauart – darunter zwei für Kinder und drei für das erwachsene Publikum. Allesamt zeichnen sie sich durch eine Vielzahl an Helices und Jumps aus. Und die haben es durchaus in sich! Schnell schaukelt man hier die Rinne empor, bekommt ständig Wasserschwalle ins Gesicht befördert und hebt in den Jumps ordentlich ab. Dabei ist die Verarbeitung der Rinne makellos, das Rutschvergnügen also grenzenlos. Es ist daher schon ein wenig seltsam, dass die Slider als Anfängeranlage zu den Tornado Slidern beschrieben wird. Wäre die Wartezeit nicht auch verhältnismäßig lang, so würde man mich hier so schnell nicht wegbekommen. In dem Sinne: Ein ganz großes Rutschvergnügen, auch wenn wieder einmal eine Fahrspur geschlossen war.

Onsen

Direkt nebenan befindet sich ein kleines Becken, welches mit Wasser aus dem nahen Onsen versorgt wird, so kann also auch der FKK-Verweigerer einen Onsen erleben. Wer indes eher auf Action aus ist darf sich über einen Hindernisparcours in einem der beiden Nichtschwimmerbecken in dieser Ecke des Wasserparks austoben. Darüber hinaus besteht hier ein größeres Planschbecken.

Free Fall Slider

Vorbei am großen Wellenbecken, welches interessanter Weise (wie auch die beiden Lazy River) von Zeit zu Zeit geräumt wird – wohl um ein Auspowern der Badegäste zu verhindern – geht es nun in Richtung der drei Kamikazerutschen Free Fall Slider. Interessanter Weise wurden nur die beiden höchstgelegene Rutschspuren betrieben, was in erster Näherung überaus logisch war, mich aber auf den Weg dahin lieber die mittlere Rutsche hätte nehmen wollen lassen. So richtig mag ich Kamikazerutschen nicht und diese hier verwendet auch noch ein rechteckiges Rutschprofil, welches schon auf anderen Rutschen dieser Art nicht von Vorteil ist. Doch als es dann endlich über die Kante ging und der Adrealinrausch einsetzte, war alle Sorge vergessen. Die Wasserung war dann auch noch recht sanft, so dass mir nichts anderes übrigbleibt als zu sagen: Diese Kamikazerutsche hier rockt und das auch noch gewaltig.

Surf Hill und Wild River

Gegenüber befindet sich eine Doppelanlage bestehend aus den Rutschen Surf Hill und Wild River. Bei Surf Hill handelt es sich um eine Mattenrutsche, bei der man, sehr klassisch, gegen mehrere Mitrutscher ein Rennen über eine Vielzahl an Hügeln veranstaltet. Direkt dahinter startet der Wild River, zwei Crazy River Anlagen mit einem optisch eher langweiligen Streckenverlauf, der jedoch wirklich überzeugen kann. Hier geht es über mehrere wilde Abfahrten und Hindernisse beständig hinunter, ehe dann parallel zur Mattenrutsche das grandiose Finale eingeleitet wird. Gerade im Vergleich zur optisch beeindruckenden, jedoch rutschtechnisch wenig überzeugenden, Anlage im Wasserpark The Boon des Hirakata Park eine unerwartete Überraschung.

Big One

Direkt nebenan startet der zweite Lazy River seine Runde. Während der vordere der beiden Strömungskanäle offen und ohne weitere Highlights daherkommt, befindet sich der hintere zu einem Großteil unter der Raftingrutsche Big One und ermöglicht somit einen recht ungewöhnlichen Einblick und Anblick.

Die doppelte Family Raft Rutsche Big One ist die zweitgrößte Anlage des Joyful Waterpark und macht ihren Namen leider keine Ehre. Die Kurven werden allesamt eher seicht durchfahren; man schaukelt kaum auf und es kommt auch zu keinen der äußerst seltsamen Näherungsmomenten zwischen den Mitfahrern. Mittendrin gibt es zwar einen äußerst großen Drop, das macht die Rutschpartie jedoch nicht besser. Da jedoch die Kapazität gegeben ist, ist die Wartezeit noch halbwegs überschaubar.

Tornado Slider

Anders als beim signifikanten Rutschturm Tornado Slider, wo die Hälfte aller Rutschen geschlossen war und keine der Bodyslides betrieben wurde. Während man am frühen morgen noch problemlos an Ringe kommen konnte, war spätestens am Nachmittag die komplette Warteschlange des Turms gefüllt. Dieser besteht aus einer Vielzahl an offenen und geschlossenen Röhrenrutschen, wobei die meisten mit Ringen berutscht werden. Eine Wiedergabe einzelner Rutsche ist durch den Aufbau kaum möglich und so rutscht man über eine Vielzahl an Helices und Jumps irgendwie hinab.

Da ich jedoch nur eine Rutsche hier getestet habe, kann ich kein ausführliches Gesamterlebnis über den großen Rutschturm wiedergeben. Von der getesteten Rusche muss ich jedoch sagen, dass sie als Black Hole Reifenrutsche eher im durchschnittlichen Bereich unterwegs war. Summa Summarum also prinzipiell nichts Schlechtes, ob die anderen Rutschen besser oder schlechter sind kann ich natürlich nicht sagen. Getestet hätte ich sie schon gerne allesamt, vor allem die überaus rasant aussehenden Turboröhren.

Boomerang Twist

Kommen wir nun zur größten Anlage des Joyful Waterpark, der eingangs erwähnten Boomerang Twist. Bestehend aus den Elementen Family Boomerango und Manta bietet dieser Gigant aus dem Hause WhiteWater West ein recht außergewöhnliches Rutscherlebnis; was zum Teil auch an der überaus kompakten Bauweise der Anlage liegt.

Die Fahrt in den Rundbooten beginnt ungefähr auf Höhe der Blockbremse der Achterbahn Steel Dragon. Über einen kurzen Dip verlässt man die Station und widmet sich sogleich einer Kurvenkombination in luftiger Höhe. Nach einer 180° Kurve und einer längeren, beständig abfallenden, Geraden stürzt man sich ein recht steiles Gefälle hinunter. Im anschließenden Tal durchquert man einen größeren Wasserschwall, der das Boot aber in keiner Weise zu bremsen scheint. Wie vom Wahnsinn besessen rast man nun den Boomerango empor und erreicht dabei auch eine anschauliche Höhe. Wieder im Tal angelangt prescht man nun über eine leicht ansteigende Gerade, ehe man eine Kuppe überquert und sich ein weiteres Mal gen Boden wirft. Wobei eigentlich nur das Boot das will, der eigene Körper ist dafür noch zu träge und verbringt seine Zeit lieber ein wenig in der Luft. Im anschließenden Manta Element pendelt man nun einige Male hin und her und wird kontinuierlich mit hineinschwappenden Wasser bei Laune gehalten. Hieran taucht man in einen kurzen Tunnel ab, vollzieht eine weitere Wendekurve und wird anschließend durch die Strömung zur Ausgangsposition befördert.

Der Boomerang Twist ist die beste Wasserrutsche, die ich bislang erleben durfte. Die Fahrt ist extrem spaßig und durch die verwendeten Elemente einfach gnadenlos überwältigend. Gerade die Passage zwischen den beiden Hauptelementen, die den Adrealinrausch absolut gekonnt aufrechterhalten kann, ist absolute Spitzenklasse und lässt allein dadurch viele andere Wasserrutschen alt aussehen. Wobei nicht nur diese, ich würde sogar soweit gehen und sagen, dieser Slider ist die beste Attraktion in Nagashima und jeder Freizeitparkfan sollte und muss sie mal erlebt haben.

Bilder Joyful Waterpark

Fazit Joyful Waterpark

Dafür muss man aber auch bereit sein, seine Zeit nicht nur auf einer Großachterbahn des Herstellers Morgan zu verbringen und gegebenenfalls auch sehr leidensfähig bezüglich etwas längerer Wartezeiten und vielen geschlossene Wasserrutschen zu sein. Der Joyful Waterpark ist ein sehr cooler Wasserpark, den ich sehr gerne leer erlebt hätte. Die Chance bestand ja, ich habe sie nur nicht wahrgenommen – aber wie bereits zu Beginn dieses Berichts erzählt lernt man aus seinen Fehlern. Das nächste Mal geht es also gleich in den Wasserpark, denn ein Besuch lohnt sich hier definitiv und sollte beim Besuch des Resorts eingeplant werden.

 


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Ultimative Wasserrutschen und Schweizer Wahnsinn

Vorwort

Im Anschluss an unsere mehr oder weniger rassige Rodelpartie am Pradaschier fuhren wir wieder talwärts nach Chur, wo wir in einer pyramidenförmigen Mc-Donald’s-Ibis-Kombi eine Essens- und Rabattfindepause auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel einlegten, dem Alpamare Pfäffikon. Interessanterweise war die Ermässigung auf dem Gutschein der Kassenzettelrückseite geringer als auf der Website des Bads selber. So gestärkt und bereits mit E-Tickets ausgerüstet ging es danach direkt ins Bad, wo wir an der Kasse dafür dann gleich die Chiparmbänder für die Spinde erhielten.

Alpamare

Erlebnisbad:Alpamare (seit 1979)
Adresse:Gwattstrasse 12
8808 Pfäffikon
https://www.alpamare.ch
Betrieb:Aspro Parks

Nachdem im Jahr 1970 das, mittlerweile leider geschlossene, Wellenbad und spätere Erlebnisbad Alpamare im bayrischen Bad Tölz seine Premiere feierte und sich schnell zu einem überregionalen Publikumsmagneten entwickelte, folgte im Jahr 1977 das Schwesterbad im schweizerischen Pfäffikon als zusätzliche Freizeiteinrichtung zum 1974 errichteten Seedamm-Center nebenan. Wie auch in Bad Tölz bestand das Bad vorerst aus einem Wellenbad, Wellnessbereich, sowie zwei Thermalbecken, ehe es ab 1985 beständig erweitert wurde und die ersten größeren Rutschen in das Bad zogen.

AlpamareLustigerweise hat sich das Alpamare im Laufe der Jahre quasi hügelabwärts entwickelt: Drei der insgesamt elf Wasserrutschen befinden sich im oberen Bereich beim Flussbad Rio Mare – Alpabob, Wildwasser und Mini Canyon. Diese Rutschbahnen befinden sich größtenteils in einer Halle – manchmal führen sie zwar auch aus dem Gebäude hinaus, sind dann aber übertunnelt, so dass man auf diesen drei Rutschen eigentlich nie ins Freie gelangt. Sie enden auf einer etwa zehn Meter tiefer gelegenen Ebene. Dort ist der Startpunkt von sieben weiteren Rutschen, die eine Höhendifferenz von etwa 17m überwinden, die Alpa Canyons. Diese Rutschen verlaufen über einen Hügel und sind teilweise auch offen. Man gelangt dort also auch im Winter mal an die frische Luft. Die längste Rutsche, Balla Balla, überwindet die grösste Höhendifferenz: sie beginnt auf der obersten Ebene und endet dort, wo auch die Auffangbecken der Alpa Canyons sind. Diese angesichts der Rutschenlängen doch stolzen Höhenunterschiede ermöglichen außergewöhnlich schnelle und wilde Streckenführungen mit einem Drop nach dem anderen. Was die Rutschen hier generell sehr heftig macht, den Badegästen aber auch sportliche Höchstleistungen abverlangt: die vielen Treppen.

Alpabob

Angefangen hat das alles mit dem Alpabob im Jahr 1986, einer Crazy-River-Rutschanlage des Herstellers Klarer, welche über mehrere Ebenen mit Zwischenbecken verläuft und dabei einige nette Rutschabschnitte zu bietet hat. Zur blauen Hauptrutsche gesellten sich (damals) drei weitere Rutschenstarts, die von Mini Canyon und Wildwasser.

Mini Canyon

Die Bodyslide Mini Canyon ist seit jeher eigentlich bloß als Depot-Rutsche verschrien, da sie direkt neben das Schlußbecken des Alpabobs führt, wo die Rutschringe gelagert werden. Die 72m lange Rutschpartie ist rein von der Streckenführung her betrachtet recht unspektakulär, aber durch die zahlreichen S-Kurven und Jumps wird das Ganze mit richtiger Rutschtechnik zu einem überraschend schaukelfreudigen Gesamterlebnis.

Wildwasser

Die benachbarte Wildwasser-Bahn bietet eine interessante und geschichtsträchtige Alternativmöglichkeit, in den Alpabob hineinzurutschen: früher bestand sie aus zwei separaten und parallelen Spuren, die sich in einem recht eigenwilligen Plumpsauflauf-Manöver direkt auf eine sich verengende Crazy-River-Rutschfläche drauf vereinigt haben. Laut Daniels Erzählungen haben diese ungesunde Kombination aus Hopser und anschließendem Flipperkugel-Check die wenigsten ohne blaue Flecken überlebt. Was damals zu zahlreichen Wiederholungsfahrten anstachelte hat heutzutage stark an Reiz verloren, denn das anfängliche weiße Halbschalen-Rutschprofil wurde inzwischen um einige Meter verlängert, so dass man nun relativ unspektakulär ins arkane Zwischenbecken oder besser gesagt in die geheime Liebesgrotte reingleitet. Diese verborgene Ecke im Alpamare ist tatsächlich die größte Attraktion der ansonsten durch die Reifen in Bodyslide-Breite sehr langweiligen Rutschpartie – weil sie die wenigsten Badegäste überhaupt finden. Nach einer kleinen Schussfahrt führt die Strecke über einen sehr langsamen Strömungspart schließlich ins zweitletzte Zwischenbecken des Alpabobs.

Balla Balla

Über den ehemaligen Zugang der rechten Wildwasser-Spur besteigt man seit dem Jahr 1999 die herrlich bekloppte Proslide-Rutsche Balla Balla. Wahlweise mit Rutschunterlage kopfvoran oder in konservativer Rückenlage führt einen die Rutsche vorerst parallel zur Wildwasser-Rutsche den Hang hinunter. Auf einer etwas steileren Geraden nimmt man nun zügig an Geschwindigkeit zu, ehe man sich in mehreren aneinanderfolgenden S-Kurven schön emporschaukelt. Nach 111m verlässt man den geschloßenen Röhrenteil und wird sogleich mit der kalten Umgebungsluft konfrontiert. Unter beständigen Ausrufen der Außentemperatur, nämlich „Kalt, kalt, kalt!“, passiert man eine  Abwärtshelix, bei der einem früher wohl mal Bälle um die Ohren geflogen sein sollen. Durch ein Autowaschanlagenportal vollzieht man einen kurzen Richtungswechsel, an den sich ebenfalls eine Kurve durch einen überdimensionallen Wasserhahn anschließt. Es folgt eine kurze Rechtskurve mit anschließendem Jump, die in eine falsch ausgeschilderte Linkshelix mündet. Nach einem recht abrupten Schlenker landet man dann im Auslaufbecken dieser 261m langen thematisierten Wasserrutsche. Größter Nachteil dieser grandiosen Rutsche sind die Treppenstufen und die durch die langsame Ampelschaltzeit und den abgelegenen Start ziemlich unvorhersehbaren Wartezeiten, wenn man denn eine Rutschmatte verwenden möchte.

Cobra

Die legendäre Röhrenrutsche Cobra zählt wohl ohne Übertreibung zum heftigsten, was man in der Schweiz thrillmässig erleben kann, und ist definitiv auch eine der krassesten Wasserrutschen im klassischen Nicht-Turborutschen-Profil, quasi der Bakken-Tornado unter den Rutschen. Sie beginnt recht harmlos und entwickelt sich schnell zum absoluten Wahnsinn, da man sich in einer rabiaten S-Kurve beinah schon hinlegt bevor es eine grenzwertig heftige Steilhelix runtergeht, die einen mit ungeheurem Druck in die Rutschfläche presst und einen auf ein geradezu unmenschliches Tempo beschleunigt. Mit diesem überfliegt man einen direkt darauf folgenden, ca. fünf Meter hohen und auch ansehnlich steilen Jump, wodurch sich der Geschwindigkeitsrausch gleich noch mehr in wahnsinnige Sphären steigert. Mit diesem nun wahrlich jenseits von gut und böse anzusiedelnden Affenzahn schießt man nun durch eine äußerst gefährliche S-Kurven-Kombination, in der man so heftig ausschwingt, dass man sich beinah auf die Fresse legt. Wirklich nichts für schwache Nerven oder Coasterfriends! Den letzten kleinen Jump vor dem Auffangbecken absolviert man dadurch unter Garantie in RMC-Manier – also mit Airtime in einem vollen seitlichen 90-Grad-Winkel. Entsprechend schmerzhaft donnert man in den Auslauf, wo man es kaum fassen kann, was dieses Biest mit einem gerade angestellt hat.

Das Alpamare ist sich des Kultstatus seiner Cobra durchaus bewusst, denn der 2013 ebenfalls durch Klarer erfolgte Neubau behielt nicht nur das sehr heftige Layout 1:1 bei, sondern orientierte sich sogar wieder an den Originalplänen von 1990. Im Verlaufe der Jahre wurden der alten, blauen Cobra nämlich einige entschärfende und in einem etwas dunkleren Blau daherkommende Röhrensegmente eingesetzt, die allzu heftige Schaukelbewegungen im letzten Teil etwas entschärften und auch den letzten Jump abflachten. Was bei Tuberides als Verschärfung gehandelt wird, ist in Tat und Wahrheit also nur eine Rückkehr zum Ursprungszustand vom Eröffnungsjahr. Ob das nun ein guter oder schlechter Move ist, sei dahingestellt – Daniel ist die Variante mit den veränderten blauen Segmenten aufgrund runderem Geschwindigkeitsbeibehalten und weniger Verletzungsgefahr laut eigener Aussage sogar lieber gerutscht – aber man muss definitiv auch feststellen, dass ein anderes Plauschbad da vielleicht sogar ein ganz anderes Layout hingestellt hätte. Insofern ist dem Alpamare in jedem Fall Treue zu seiner Historie und Mut zur Heftigkeit zu attestieren.

Cresta Canyon

Daniel bezeichnet die im Jahr 1990 erbaute Reifenrutsche Cresta Canyon gerne als die Airtimerutsche des Alpamares; kein Wunder, sorgt die Anlage auch für gewisse Momente der Schwerelosigkeit und das gleich schon zu Beginn der Rutschfahrt. Nach der Einfädelung aus dem Startbereich hinaus führt die Strecke nämlich direkt in den ersten Jump, welcher nach einem minimalistischen Linksknick sofort in ein erstaunlich hohes Gefälle überleitet. Daran anschließend folgt eine furchtbar enge Helix, die extrem druckreich durchfahren wird und es einem schon während des Drops Angst und Bange werden lässt. Ein abrupter Richtungswechsel lässt einen dann in der anschließenden Helix munter aufschwingen, ehe es den dritten Jump hinunter geht. Nach einer weiteren Kurve erreicht man dann das Auslaufbecken.

Thriller

Die 1998 von Proslide erbaute Black Hole namens Thriller darf mit Doppel- oder Dreierreifen berutscht werden und ersetzte die sich bis dahin hier befindliche und fast noch heftiger als die Cobra gewesene rote Bodyslide Grand Canyon, welche vor allem mit einem 7-Meter-Sturz direkt in eine superenge und mit einem separat aufgekanteten Spritzwasserrand versehene Rechtshelix so manchen Unfall verursacht hat. Die heutige Thriller-Rutsche ist um einiges sicherer, aber vom Layout her auf ihre eigene Weise ziemlich ungezügelt. Gleich zu Beginn folgen einige sehr enge Richtungswechsel in mehr oder weniger völliger Dunkelheit – man sieht sie überhaupt nicht kommen und wird entsprechend wild von der einen in die andere Schräglage geworfen. Nach einem etwas ruhigeren Mittelteil mit Wasservorhängen und etwas breiter ausgeführten Kurven folgt als Finale dann ein riesenhafter Abschlusssturz, der einen mit Schmackes über die Wasseroberfläche des Endbeckens surfen lässt. Kürzer dürfte dies auf keinen Fall sein, denn man wird da wirklich so schnell, dass sich regelmässig beobachten lässt, wie die Rutscher fast übern Rand dahinter kugeln.

Ice Express

Der 2008 eröffnete Ice Express ist eine 158m lange Bodyslide, auf der man auch kopfvoran mit Matte rutschen darf. Im Wesentlichen behält sie den Verlauf der damals hier befindlichen Vorgängerin Niagara Canyon bei, mit dem Hauptunterschied, dass sie im Gegensatz zur abwechselnd offen und geschlossenen Vorläuferin nun fast durchgängig als geschlossene Röhre verläuft. Aber eben doch nicht ganz: Nach der ersten Helix ist die Rutsche schon immer in den Hang eingegraben unter der Erde verlaufen – der Ice Express hat dies überaus gut zu seiner Thematisierung passend so übernommen, so dass man dort durch eine veritable Eishöhle mit Pinguin-Figuren und violetten Stroboskop-Blitzen saust. Weitere knackige Jumps und schön enge Helices runden das Layout ab – besonders auf der Matte in Bauchlage ein überaus intensives Vergnügen. Die unfassbar enge Abschlusskurve vor dem letzten Jump schickt die Rutscher noch einmal mit Gewalt an den Rand hoch – hier zeigt sich ein „klarer“ Vorteil, die Rutsche beim Neubau als klassische Röhre ausgeführt zu haben, denn die alte Ausführung, die das Tunneldach erst nach der Kante der Halbschale aufgesetzt hatte, bot hier ein nicht zu verachtendes Unfallpotential. Daniel hätte es tatsächlich am liebsten gesehen, wenn man die Rutsche beim Neubau an solchen Stellen mit dem nun vorhandenen klassisch durchgehenden Spritzwasserrand versehen, die offenen Abschnitte aber trotzdem beibehalten hätte. Aber auch hier darf man ja eigentlich froh sein, wurde am ursprünglichen und ja auch grandiosen Layout nichts geändert. Mein persönlicher Favorit im Alpamare.

Double Bob Splash Pipe

Das Alpamare schafft es wie kein anderes Bad bestehende Rutschen durch geschickte Positionierung wie einen absoluten Geheimtipp aussehen zu lassen. Hierzu gesellt sich auch die 1991 errichtete Crazy-River-Rutsche Double Bob Splash Pipe, die man im Doppelreifen hinunterpreschen darf. Generell hofft man auf ein gutes Steuerungsgeschick des Piloten, um eine möglichst reibungslose Fahrt zu haben; doch das ist alles andere als einfach. Nach dem Start führt einen das Boot in wechselndem Kontakt zwischen den beiden Banden näherungsweise eine Gerade hinunter. Nach einer flotten Kurve folgt dann der erste Jump, woraufhin sich eine Helixkombination in Form einer Acht anschließt, bei der ebenfalls der Kontakt mit der Seitenbande nicht ausbleibt. Mit nun voller Geschwindigkeit geht es nach einer kurzen Kurve über einen Triple-Down einem absoluten Lachflash entgegen. Hieran schließen sich eine Wendekurve und ein kurzer Rechts-/Linksschwenker an, just bevor man über eine finale Helix wieder in das Bad hinein findet. Wenn Lightwater Valleys Achterbahn The Ultimate eine Wasserrutsche wäre, dann wäre sie die Double Bob Splash Pipe – oder anders ausgedrückt Carusos feuchter Traum. Dabei ist ein überlanger und überaus abrupter Rutschenspaß auf den insgesamt 175m Rutschlänge in jeglicher Hinsicht garantiert.

King Cone

Die neueste vollwertige Rutschanlage im Alpamare ist die 2012 nachgerüstete King Cone, eine Cone Slide von Klarer. Die 153m lange Strecke ist im Magic-Tube-Profil ausgeführt und bietet insgesamt drei schräg liegende Mini-Kegel, in denen man je nachdem recht beachtlich rumschaukelt und sich gerne auch mal rückwärts dreht, bevor man von recht eigenwillig konstruierten Lenkmaßnahmen in die nächsten Rutschpartien entlassen wird. Die Besonderheit: Nebst der auf ähnlichen Anlagen üblicherweise ja erlaubten Benutzung mit Einer- oder Doppelreifen darf man hier auch kopfvoran auf einer Speedmatte rutschen, was dem Schaukelerlebnis in den Cones einen ebenso einzig- wie eigenartigen Zugewinn verpasst. Richtig seltsam wird es, wenn es einen mit Matte rutschend im letzten Kegel rückwärts dreht und die Matte nach dem letzten Sturz in die Auffangwanne quasi unter einem wegrollt.

Tornado

Auf derselben Hangseite befindet sich die 2004 errichtete Super-Crater-Rutsche namens Tornado des Herstellers Van Edgom. Auf einer sehr langen Gerade baut man eine beachtliche Geschwindigkeit auf, ehe man über eine recht enge Kurve in den großen Trichter geleitet wird, wo man nun Runde für Runde seine Bahnen zieht, ehe man dann die Tunneleinfahrt in der Mitte der überdimensionalen Schüssel erwischt. Da alle Rutschen im Alpamare auch im Winter betrieben werden, kann der Outdoor-Spaß zu einer wahren Mutprobe werden; wir zumindest hatten Glück, die Temperatur lag nur leicht im negativen Bereich. Eine kurze Schussfahrt durch zwei Wasserfälle hindurch führt einen dann in das Auslaufbecken der Anlage.

Beckenwelt und Rio Mare

Wenn das endlose Treppensteigen und der bei null Andrang allgemein recht schlauchende Rutschmarathon im Alpamare einen irgendwann an die Grenzen bringen, begibt man sich am besten in die auf der Eingangsebene liegende Beckenwelt. Im Wellenbad kann man sich in erfreulich oldschoolig und dadurch heftig erzeugten Wogen austoben. Die nebenan liegende Alpa-Therme lädt zu allerlei Sprudelvergnügen oder einem kneippmässigen Kontrastbad im Kaltwasserpool. Die schweizweit einzigartige Jod-Sole-Therme mit ihrem in den Abendstunden merkwürdig grünlich-gelblich-bräunlich-rötlich schimmernd-schäumenden Badewasser bietet ein ähnlich entspannendes Badevergnügen, mit 36 Grad allerdings um einiges wärmer temperiert; überaus wohltuend für Haut und Nase. Und darüber hinaus bietet sich das Fliessbad Rio Mare jede halbe Stunde zum Treibholzspielen durch den 100 Meter langen Strömungskanal an. Die Heftigkeit der Wasserdüsen auf der Stufe „stark“, die jeweils um :45 laufen gelassen werden, ist überregional bekannt – diesbezüglich empfindliche Körperteile wie Ohren oder Schultern sollten dann tunlichst gebührenden Abstand zum Beckenrand einhalten.

Fazit Alpamare

Als erstes Bad seiner Art steht das Alpamare als Synonym für jedes Erlebnisbad in der Schweiz. Es ist ein geschichtsträchtiges Bad, an dem man im Laufe der Zeit einiges geändert hat, sei es nun durch neu hinzugekommene Rutschen oder bauliche Veränderungen am Bestand. Generell hat man hier, wie kaum ein anderes Bad, stets Mut für Neues bewiesen und insgesamt sehr viel ausprobiert. Das sieht man den Rutschen dann auch an, weswegen hier in Pfäffikon eines der interessantesten Bäder Europas steht, welches auch international heraussticht. Zwar könnte man nun den horrenden Eintrittspreis kritisieren, aber wir sind hier in der Schweiz – der ist hier normal – und wenn man ganz ehrlich sein soll, es lohnt sich ihn zu bezahlen.

 

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