Der finale Countdown

Geschichte des Freizeitparks Dreamworld

Im Jahr 1974 kaufte John Longhurst 85 Hektar Land, um seinen Traum vom Bau eines Freizeitparks zu verwirklichen. Mit einigen wenigen Attraktionen wurde Dreamworld am 15. Dezember 1981 für die Öffentlichkeit eröffnet. Ein Jahr später führte die erste Erweiterung zur längsten Stahl-Doppellooping-Achterbahn der Welt, dem Thunderbolt. Mit der Zeit wurde der Park immer weiter ausgebaut. Im Jahr 1989 wurde der Park an Bruce Jenkins‘ Dreamco verkauft, doch aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten von Dreamco im Jahr 1990 wurde Ernst & Young, Konkursverwalter und Manager, vom Hypothekengläubiger, der IOOF Friendly Society, beauftragt, die Kontrolle zu übernehmen. Im Jahr 1994 beendete Dreamworld erfolgreich seine Liquidation. Im Jahr 1995 wurde der Park an den singapurischen Geschäftsmann und Investor Kua Phek Long verkauft. Eine seiner ersten Investitionen brachte Dreamworld dann in aller Munde, denn 1997 kam die schnellste und höchste Achterbahn an die Gold Coast: der Tower of Terror. Zwei Jahre später wurde Dreamworld von der Macquarie Leisure Trust, der heutigen Ardent Leisure Group, übernommen.

Parkrundgang

Sky Voyager

Wenn man durch das Disneyland-ähnliche Eingangsgebäude geht, steht man direkt vor dem Dreamworld-Globus. Auf beiden Seiten des Platzes befinden sich Gebäude mit typisch australischer Architektur, aber auch ein sehr futuristisch anmutendes Gebäude, in dem das erste fliegende Theater Australiens untergebracht ist: Sky Voyager.

Der groß angelegte Bewegungssimulator von Brogent Technologies bietet einen sehr beeindruckenden Flug entlang mehrerer berühmter australischer Landschaften. Wir starten an der Gold Coast, schauen uns die Wallaman Falls an, folgen dem Tully River, fliegen über die Lancelin Sand Dunes, schauen uns die Twelve Apostels von der Seeseite aus an und erleben ein Feuerwerk am Sydney Harbour – die Szenen sind alle lose miteinander verbunden, aber die Übergänge sind immer fließend, was ein stimmiges Gesamterlebnis ergibt. Insgesamt ist Sky Voyager eines der besten Flying Theatre, die ich bisher erlebt habe.

Buzzsaw

Gleich daneben stand an einer sehr prominenten Stelle die Achterbahn Buzzsaw direkt am Rande des Parks und ganz in der Nähe des Eingangs von Dreamworld. Bei der Bahn selbst handelte es sich um einen Maurer Skyloop XT150, wie man ihn noch in vielen Freizeitparks auf der ganzen Welt findet. Es war der dritte SkyLoop, den ich ausprobiert habe und trotzdem war ich nicht wirklich beeindruckt von der Bahn. Die extreme Hangtime in 46m Höhe, die absteigende Heartline-Rolle und das Rauschen in Richtung Boden sorgen für ein tolles Erlebnis, das man aber am besten nur einmal erlebt. Buzzsaw war keineswegs ein beliebtes Fahrgeschäft, und so ist es nicht verwunderlich, dass Dreamworld die Bahn nach nur 10 Jahren Betrieb Ende August 2021 für immer geschlossen hat.

Giant Drop

Vorbei am zukünftigen Standort der Achterbahn Steel Taipan und dem ehemaligen Standort der Thunder River Rapids Ride, die nach einem tödlichen Unfall, bei dem ein Boot auf dem Lift umkippte, geschlossen werden musste, werfen wir nun einen Blick auf eine der Hauptattraktionen im Dreamland: Dem Giant Drop.

Lange Zeit gab es keinen Drop Tower, der höher war als der Giant Drop, und bis heute liegt er unter den Top drei, gleich hinter Lex Luthor’s Drop of Doom (122 m, 2012) in Six Flags Magic Mountain und Zoomanjaro: Drop of Doom (126 m, 2014) in Six Flags Great Adventure. Alle Attraktionen wurden an der Stützstruktur einer Achterbahn von Intamin befestigt. Der Giant Drop war jedoch der erste, und mit einer Fallhöhe von 115 m ist er nicht besonders niedrig.

Nur ein Jahr nach der Einweihung der schnellsten und höchsten Achterbahn der Welt, dem Tower of Terror, erhielt der 119 m hohe Dreamworld Tower seine zweite und letzte Attraktion, als zwei Drop Lanes zu beiden Seiten der Achterbahnstrecke installiert wurden. Um die Kapazität der Bahn zu maximieren, verfügen beide Bahnen über je eine Gondel für acht Personen.

Nachdem wir die stark thematisierte Warteschlange verlassen haben, nehmen wir bald in der Gondel ganz vorne Platz. Nachdem die Gurte überprüft wurden, beginnen wir bald unsere Reise zur Spitze des Turms. Während unseres Aufstiegs bringt ein Fahrzeug der Achterbahn Tower of Terror den Turm in Schwingung und schießt auf uns zu. Mit einem großartigen Blick auf die Umgebung verbringen wir dann einige Zeit auf der Spitze, bevor der Giant Drop beginnt. Der Haken gibt den Wagen frei, und wir fallen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h zu Boden, bevor wir auf die Bremse treten und die atemberaubende Fahrt zu Ende geht.

Rocky Hollow Log Ride und das Dreamworld Corroboree

Vorbei an der inzwischen geschlossenen Wildwasserbahn Rocky Hollow Log Ride, die an unserem Besuchstag nicht in Betrieb war, betreten wir nun Dreamworld Corroboree. Dieser Bereich beherbergt die Vintage Car Adventure Oldtimer-Fahrt, sowie eine Reihe von Tiergehegen. Hier können wir einheimische australische Tiere wie Dingos, Koalas und Kängurus bewundern. Interessanterweise ist der Park für sein Koala-Zuchtprogramm bekannt. Es ist recht amüsant zu sehen, wie viele asiatische Reisegruppen in diesen Teil des Parks geführt werden, nur um ein paar Fotos zu machen, auf denen sie einen Koala halten.

ABC Kids World

Durch den Kleinkinderbereich ABC Kids World, in dem sich die kleine schienenlose Themenfahrt Big Red Car rund um die australische Kindermusikgruppe The Wiggles befindet, geht es nun in Richtung der ersten Installation des Family Launch Coasters von Intamin.

Mick Doohan’s Motocoaster

Ähnlich wie der Motorbike Coaster von Vekoma bietet Mick Doohan’s Motocoaster eine Sitzposition, die der auf einem 500ccm-Rennmotorrad ähnelt. Im Vergleich dazu ist das Zugdesign etwas komplexer, was das Einsteigen etwas schwieriger macht. Hier muss man zuerst auf den Sitz klettern, den Oberkörper unter den Bügel schieben, den vorderen Teil des Motorrads zu sich heranziehen (wodurch auch die Beine fixiert werden) und dann wird der Bügel automatisch in Position gebracht. Da nur die Seitenwand des Motorrads die Beine vor seitlichen Bewegungen schützt, verhindert eine raue Oberfläche, dass sich die Beine in irgendeine andere Richtung bewegen, was die Fahrt ziemlich unangenehm macht. Allerdings kann man auch in einem Beiwagen mitfahren, der ein traditionelleres Fahrgefühl vermittelt und in den beiden hinteren Reihen des Zugs vorzufinden ist. Aufgrund der geringeren Höhenbeschränkung ist dies eine gute Möglichkeit, die Fahrt mit dem Nachwuchs zu erleben.

Nachdem das Boarding abgeschlossen und alles geklärt ist, beginnt die Fahrt sofort mit dem Abschuss. Nachdem wir die Höchstgeschwindigkeit von 72 km/h erreicht haben, geht es nun in eine ansteigende, weite Kurve, die uns zum höchsten Punkt der Fahrt auf 7 m führt. Eine weite Linkskurve bringt uns wieder etwas näher an den Boden und schon bald rasen wir über einen kleinen Bunny-Hop. Nach einer weiteren bodennahen 270°-Kurve ändern wir die Richtung und steigen in einer Helix ein Stück nach oben. Danach folgt eine weite Linkskurve, die in der Mitte eine kleine Senke aufweist. Anschließend geht es in einer Reihe von Wechselkurven in Richtung des vorderen Teils der Bahn. Nach einem kurzen Hopser geht es dann auf die Bremse. Ein kurzes Wendemanöver führt dann zur Ausstiegsposition in der Station.

Mick Doohan’s Motocoaster könnte eine tolle Fahrt sein, wenn die Motorräder etwas komfortabler wären. Das rasante Layout verliert gegen Ende der Fahrt ein wenig an Schwung, hat aber eine Menge toller Kurven, die das wieder wettmachen, so dass die Fahrt in der Gesamtbewertung ein okayes Erlebnis darstellt.

The Claw und Tailspin

The Claw hingegen ist ein großartiges Fahrgeschäft. Die monströs aussehende Schaukel von Intamin zeichnet sich durch eine sehr hohe Beschleunigung aus, was wiederum zu einem sehr rasanten Erlebnis mit viel Airtime und viel Druck führt. Dieser Gyro Swing ist einfach genial!

Direkt neben The Claw befindet sich der Eingang zu Tailspin – ein Fahrgeschäft, bei dem die Fahrer aktiv steuern können, wie intensiv sie ihr Erlebnis gestalten wollen. Ich selbst bin ein Draufgänger und liebe es, auf einem Gerstlauer Sky Fly jede Menge Überschläge zu machen – etwas, das in der Vergangenheit, als die ersten Modelle aufkamen, sehr einfach zu erreichen war. Tailspin hingegen ist ein recht neues Modell und ein Überschlag ist daher nicht so einfach zu initiieren, aber dennoch zu schaffen; wenn man den ersten gemacht hat und die Flügel in Position hält, ist es ein Leichtes, viele weitere Überschläge in Folge zu machen.

HotWheels Sidewinder

Vorbei an dem geschlossenen Disk’o Coaster Shockwave geht es nun zu Dreamworlds großem Looping Coaster: HotWheels Sidewinder. Die Bahn wurde vor kurzem zum Gold Coaster umgebaut und mit einem Surfthema versehen – eine sehr passende Maßnahme, wenn ihr mich fragt.

Der Arrow Coaster, der früher als Big Dipper im Milton Points Luna Park in Sydney bekannt war, zog am Ende der Saison 2001 nach Dreamworld um. Da die Bahn speziell für den Luna Park konzipiert wurde und sich die Station hoch über dem Boden befindet, musste ein neuer Ein- und Ausstiegsweg geschaffen werden, um die Gäste zu und von der Bahn zu bringen. Leider hat sich Dreamland für eine große, spiralförmige Rampe entschieden, die zu erklimmen eine Ewigkeit dauert. Oben angekommen, überqueren wir eine kleine Brücke und warten, bis die vorherigen Gäste die Station verlassen haben und sich die Türen zum Einstieg öffnen.

Die Fahrt beginnt mit einem kleinen Gefälle aus dem Bahnhof heraus. In einer Linkskurve nähern wir uns rasch dem Lifthügel der Bahn. Auf einer Höhe von 40 m angekommen, geht es sofort wieder in eine kleine Senke und eine Kurve, bevor es nach unten geht. Mit Vollgas rasen wir nun in eine große Kurve, die uns hoch über den Boden bringt. Nach einem weiteren Drop geht es dann in eine lange Linkskurve, bevor wir in den Wasserpark Whitewater World einfahren. Hier sausen wir durch eine lange Linkskurve in Bodennähe, bevor wir die erste Inversion der Bahn einleiten: einen Sidewinder. Hier drehen wir uns zunächst nach links um die eigene Achse, bevor wir uns in einem halben Looping in Richtung Boden stürzen. Danach folgt ein vollständiger Looping. Kurz darauf geht es einen großen Hügel empor, danach rasen wir über eine lange Gerade in einen Turnaround und kommen in der Station der Bahn zum Stehen.

Der HotWheels Sidewinder ist eine sehr schöne Achterbahn, die mich ein wenig an einen Mine Train erinnert. Die Fahrt hat ein sehr spaßiges Tempo, auch wenn das Layout etwas ungünstig ist, da die Hauptelemente ganz am Ende der Bahn platziert sind. Beim HotWheels Sidewinder geht es also mehr um Geschwindigkeit und Beschleunigung als um Inversionen, und das hat mir ehrlich gesagt sehr gut gefallen. Außerdem ist die Bahn sehr ruhig, was sie zu einer guten Bahn für viele Wiederholungsfahrten macht.

DreamWorks Experience

Die DreamWorks Experience ist ein großer Themenbereich mit speziellen Bereichen für drei der beliebtesten Filme des Studios: Kung Fu Panda, Madagaskar und Shrek! Während Shrek’s Faire Faire Away viele der Kinderfahrgeschäfte des Parks beherbergt, befinden sich in den beiden anderen Bereichen jeweils eine der Hauptattraktionen von Dreamworld. Leider war die hängende Familienachterbahn Escape from Madagascar im Madagascar Madness-Bereich wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb.

Pandamonium

Neben dem Skadoosh Autoscooter gibt es im Kung Fu Panda Land of Awesomeness das Zamperla Air Race Pandamonium. Das beliebte Fahrgeschäft gibt es in zwei Varianten: Soft-Style und Hard-Style. Während man im Soft-Style-Programm nur ein bisschen zur Seite schaukelt, ohne auf den Kopf gestellt zu werden, ist das Hard-Style-Fahrprogramm der pure Wahnsinn! Ich habe schon viele dieser Bahnen mitgemacht, aber Pandamonium ist viel schneller als die meisten anderen und bietet viel mehr Überschläge. Ich hatte einen Mordsspaß!

Tiger Island

Wir könnten nun über den angrenzenden Souvenirladen zum nächsten Fahrgeschäft gelangen, aber wir möchten vorher noch einen Blick auf die Tiger Island werfen. Dieses große Areal beherbergt zwei Tiergehege sowie eine große Fläche, die für die Tiger-Vorführung genutzt wird. Hier kann man auch ein Foto mit sich und einem Tiger machen.

Tower of Terror II

Als ich meinen Australien-Trip plante, hatte ich keine Ahnung, dass Tower of Terror II geschlossen wird. Als der Park die Schließung bekannt gab, war ich sehr froh, dass der letzte Betriebstag während unserer geplanten Reise an die Gold Coast stattfinden würde, so dass ich nicht einmal die gesamte Reise umplanen musste, um meine erste und letzte Fahrt mit Intamins erstem Launch Coaster zu machen.

Als der Tower of Terror 1997 eröffnet wurde, war sie die höchste und schnellste Achterbahn der Welt. Zusammen mit Superman: Escape from Krypton in Six Flags Magic Mountain hielt die Bahn den Geschwindigkeitsrekord bis zur Eröffnung von Dodonpa im Fuji-Q Highland im Jahr 2001 und den Höhenrekord bis zur Eröffnung von Top Thrill Dragster in Cedar Point im Jahr 2003. Im Jahr 2010 wurde der Tower of Terror überarbeitet und erhielt ein neues Thema und neue Züge. Es war an der Zeit, der Schwerkraft die Stirn zu bieten, und zwar mit dem Gesicht in Richtung Boden auf dem Tower of Terror II.

Nachdem ich den ikonischen Totenkopf-Eingang und die futuristische Warteschlange passiert hatte, ging ich am 2. November, einen Tag vor der Schließung der Bahn, zum ersten Mal an Bord der Bahn. Leider war die Bahn an dem Tag, an dem wir den Park besuchten, die meiste Zeit außer Betrieb. Ich kehrte am letzten Betriebstag zurück, um mehrere Fahrten zu erleben und eine der letzten Fahrten an diesem Tag zu absolvieren. Es war ein tolles Erlebnis, durch den Schädel zu gehen und dabei Europe’s Final Countdown zu hören.  Insgesamt war die Begeisterung der Enthusiasten, die letzte Fahrt im Escape Pod zu erleben, geradezu ansteckend.

Die Fahrt selbst war ein aufregendes Erlebnis. Nach der Freigabe des Fahrzeugs werden die Lichter des Einstiegsbereichs heruntergefahren und ein Countdown eingeleitet. Der Lichteffekt im Tunnel wird immer schneller, und plötzlich beginnt das Fahrzeug zu beschleunigen. In den nächsten sieben Sekunden beschleunigen wir auf die Höchstgeschwindigkeit, bevor wir damit beginnen, den Turm zu erklimmen. In der Vertikalen verliert der Wagen mehr und mehr an Schwung, während wir eine der feinsten Airtime auf einer Achterbahn erleben. Einige Sekunden lang sind wir nun der Schwerelosigkeit ausgesetzt, bevor wir wieder in die Tiefe stürzen. Dann rasen wir zurück in den Tunnel, wo wir unsere Geschwindigkeit sanft verringern und in der Station zum Stehen kommen. Nach dem Ausstieg aus der Bahn gehen wir durch einen kleinen Korridor und fahren mit dem Aufzug in den Shop.

Tower of Terror II war eine großartige Achterbahn! Die Fahrt stand ganz im Zeichen des Abschusses, der durch die Lichteffekte und den Lärm im Tunnel perfekt in Szene gesetzt wurde. Es fühlte sich für eine sehr lange Zeit einfach superschnell an. Auf dem Turm angekommen, überraschte die Bahn durch ihre lange Airtime und die Aussicht nach unten. Ich war froh, dass ich die Chance hatte, eine so kultige Achterbahn an ihren letzten Betriebstagen zu erleben. Ich wünschte nur, ich könnte es noch einmal tun.

Bilder Dreamworld

Fazit Dreamworld

Dreamworld ist ein sehr schöner Themenpark mit einer sehr soliden Fahrgeschäftsammlung. Man kann problemlos einen ganzen Tag in dem Park und dem angrenzenden Wasserpark Whitewater World verbringen. Informiere dich jedoch im Voraus, welche Fahrgeschäfte am Tag deines Besuchs geschlossen sind, denn leider wurde das Angebot des Parks in den letzten Jahren stark reduziert und geschlossene Attraktionen vermitteln vielleicht nicht den besten Eindruck von dem Freizeitpark. Da neue Attraktionen in Planung sind, kann ich nur hoffen, dass sich die aktuelle Strategie der Ardent Leisure Group auszahlt.

 

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Rémys total beklopptes Abenteuer in Paris

Walt Disney Studios Park

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich den Walt Disney Studios Park stets mehr mochte als den Freizeitpark nebenan, immerhin spricht der Park ein deutlich erwachseneres Publikum an, darüber hinaus bietet er mit dem Thema Film ein wunderbares Leitmotiv. Nun ist es bedauerlicher Weise so, dass europaweit die Filmparks meist nicht als solche agieren und bestenfalls nur noch durch Trickfilmfiguren auffallen, aber hier In Paris wäre dieses bereits deutlich schwerer. Natürlich gibt es einige Ausnahmen, diese sind meist aber keine Freizeitparks oder befinden sich in Italien, dennoch schafft es der Walt Disney Studios Park eine Hommage an den Film zu kreieren und einen dadurch wunderbar zu unterhalten.

Obwohl mein letzter Besuch fast fünf Jahre zurücklag und sich in dieser Zeit nicht sehr viel geändert hatte kam es mir so vor als hätte der Park das Doppelte an Fläche gewonnen. Einerseits liegt dieses an den bekannten Erweiterungen, wie dem damals noch in Bau befundenen Toy Story Themenbereich, sowie dem kleinen Themenbereich rund um den Pixar Film Ratatouille, aber auch daran das dieses Mal einfach nichts geschlossen hatte.

Durch Rémy und seiner Familie ist der Walt Disney Studios Park zugegebenermaßen deutlich frequentierter, so dass von einstigen unzähligen Wiederholungsfahrten auf dem Rock n Roller Coaster, sowie Besuchen im Hollywood Tower Hotel nicht mehr viel übrig bleibt. Vorausgesetzt man will keine der anderen Sehenswürdigkeiten in diesem Park verpassen. Das Wort Sehenswürdigkeit passt in diesem Park deutlich besser als nur das Wort Attraktion, immerhin sind es hier nicht nur die Fahrgeschäfte, wie in den meisten anderen Freizeitparks in Europa, sondern vor allem die Shows die man, zumindest als Erstbesucher, nicht verpassen sollte. Auch kann es nicht schaden als bereits kundiger Parkbesucher die eine oder andere Show erneut anzusehen um sein eigenes Bild ein wenig aufzufrischen.

Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular

Während ich von der Stuntshow mit dem viel zu langen Namen Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular beim letzten Besuch nur minder zufrieden war konnte sie mich nun deutlich besser unterhalten, auch wenn die Zwischenszene mit Lightning McQueen und dem Bösewicht mit der „sehr“ geheimen Waffe als öder Lückenfüller nicht wirklich spannender ist als Herbie.  Dafür konnten aber die übrigen Stunts mehr als gefallen, zumal man diese nicht mit der üblichen fremdschäm Story wie in den meisten anderen Parks unterlegt hat, sondern ein wenig Edutainment betreibt.

Studios Tram Tour

Auch wenn die Studios Tram Tour nebenan keine wirkliche Show ist, so ist das was während des ersten Zwischenstopps passiert wirklich sehenswert und zugleich interessant. Bereits auf der Einfahrt in die Katastrophenschlucht fallen einem die riesigen Pumpen auf, welche die benötigte Wassermenge befördern. Was nun folgt ist in erster Linie sehr imposant, zumindest aus technischer Sicht, denn die Wagen werden über bewegliche Bodenplatten ein wenig hin und her geschüttelt, es bricht verdammt viel Feuer aus, welches dann mit deutlich mehr Wasser gelöscht wird. Ein sicherlich nicht ganz günstiges Vergnügen, welches leider als einziges Highlight der Tour zu nennen ist, denn danach geht es den ganzen Weg vorbei an den Requisiten eher unbekannter Filme zurück. Auf dem Weg zur anderen Wende fährt man an dem Set von Herrschaft des Feuers entlang und wird nochmals mit ein wenig Feuer unterhalten, wäre der Film erfolgreich gewesen, wäre die Szene sicherlich deutlich eindrucksvoller, da bekannter. Es folgt der Rückweg zum Bahnhof.

Die Studios Tram Tour ist als Studio Tour des Walt Disney Studios Park deutlich zu kurz, die Filmsets und Requisiten an denen man vorbeifährt sind meist leider nicht der Rede wert und nur der Catastrophe Canyon kann überzeugen, obwohl man sich mit den Onboard-Videos größte Mühe gibt auf dem Weg zu den zwei größeren Szenen einiges über die verschiedenen Arbeiten am Set zu erzählen. Glücklicher Weise scheint die eigentliche Tour immerhin deutlich länger als das nun abgerissene Original der Hollywood Studios in Orlando zu sein.

Aus der Ferne betrachtet bietet die Tour ein weiteres Gimmick, denn die Kulisse inklusive Hollywoodschriftzug sieht beeindruckend groß aus, tatsächlich besteht das Gebilde aus mehreren kleineren Einzelfragmenten, die durch die räumliche Trennung zueinander erst die dazu benötigte Tiefe hervorrufen.

Armageddon – les effets speciaux

Ebenso trickreich geht es vermeintlich bei Armageddon – les effets speciaux zu Gange, denn was wäre ein Blockbuster Movie ohne seinen Specialeffekten? Grundsätzlich wahrscheinlich den meisten Kinobesuchern zu öde, weshalb man hier ein wenig über die Entstehungsgeschichte aufgeklärt wird, bis man sich dann interaktiv an der Pre-Show beteiligt beziehungsweise sich daran vergnügt wie sich andere daran beteiligen. Ein weiterer Film mit einem der Hauptdarsteller des Films später, ja diese Show zieht sich doch sehr in die Länge, gelangt man dann endlich in die Hauptshow. Ein paar unbedeutende Effekte später schießt endlich verdammt viel Feuer aus der Mitte des Raumes und die Besucher können die Show erwärmt verlassen.

Cinémagique

Nach der Hommage an die Spezialeffekte geht es gleich zu der Hommage an den Film schlechthin, nämlich Cinémagique, wo sich der Feind eines jeden Kinogängers plötzlich selbst im Film widerfindet und dort ein Genre nach dem anderen durchquert. Die dabei gezeigten Filmsequenzen erzeugen eine recht lange Referenzliste und kommen vielen Besuchern sicherlich sehr bekannt vor. Das Zusammenspiel zwischen Theater und Kino wertet die Show zudem auf und macht die simple Story umso unterhaltsamer.

Animagique

Genauso unterhaltsam könnte eigentlich auch die Schwarzlichtshow Animagique in dem Studio nebenan sein, zumindest würde sie sich nur auf die Disney Klassiker konzentrieren. Stattdessen wird eine doch sehr kindgerechte Show, mit Donald Duck, in der Hauptrolle geboten, welche einen durch die eingängigen Melodien, dem ständigen Mitklatschen des Publikums und der notwendigen dunklen Beleuchtung eher zum Einschlafen bringt als zu unterhalten. Eine Eigenschaft welche ich bislang nur dem Europa Park zugeschrieben habe, aber dort sind die Shows meist ja auch eher schlecht als recht, Animagique hat zugegebenermaßen wenigstens noch ein paar interessante Szenen und ein interessantes Konzept. Noch nerviger als der namensgleiche Song am Ende der Show ist im Übrigen die Soundkulisse kurz vor der Show, weshalb man das Gebäude eher kurz vor der Vorstellung erst betreten sollte.

The Art of Disney Animation

Bei The Art of Disney Animation lernt man ein wenig über die Entstehungsschritte eines Trickfilms kennen. Nach einer kleinen Preshow, bei der ein gelungener Zusammenschnitt der verschiedenen Disney- und Pixarfilme gezeigt wird, gelangt man in die Hauptshow bei der Mushu, der Drache aus den Mulan Filmen, die Hauptrolle übernimmt. Über Kopfhörer kann man nun die Show in seiner Sprache hören, was in der deutschen Version Otto als Synchronstimme zur Folge hat, oder in Niederländisch den besten Frikandelwitz aller Zeiten. Obwohl diese Show immer den faden Beigeschmack einer Werbeveranstaltung hat, immerhin wird stets der Trailer des aktuellen Films der Disney Animation Studios gezeigt, gefällt mir die Show sehr.

Stitch live!

Ähnlich sieht es bei Stitch live! aus, auch wenn es diese Art von interaktiver Show außerhalb der Dungeons von Merlin Entertainment nur noch viel zu selten in Europa gibt. Auch wenn die Show für Kinder konzipiert ist sorgt sie doch für die richtige Portion Flachwitz gerade in Bezug auf ältere Zuschauer. Die Freude die man dabei verspürt, dass gegebenenfalls eine Person der mitgebrachten und ahnungslosen Gruppe gleich durch den Kakao gezogen wird, ehe man es dann doch selber ist, ist dabei genauso zufriedenstellend, wie auch die gehörige Portion Fremdschämens wenn sich mal wieder nur das Personal zum Affen macht. Schade nur, dass es Movie Magic seit nun einigen Jahren im Movie Park Germany nicht mehr gibt.

Rock ’n‘ Roller Coaster avec Aerosmith

Freunde guter Musik und guter Achterbahnen werden beim Rock ’n‘ Roller Coaster avec Aerosmith fündig, denn die laser- und musikgestützte Fahrt durch das Streckenknäul innerhalb der Soundstage der Hallen 8 und 9 ist mehr als gelungen. Nach Besichtigung der Tour de Force Records wird man von der US-amerikanischen Rock-Band Aerosmith begrüßt, daraufhin wartet man noch einige Minuten parallel zur Abschussstrecke bis man schlussendlich in die Limousine einsteigen kann.

Je nach Zug ist das Erlebnis auf dieser Achterbahn stets anders, so ändert sich je Zug nicht nur die Lichtstimmung während der gesamten Fahrt, sondern auch der zugehörige Soundtrack. Vorausgesetzt es gibt kein Notaus weil jemand denkt es sei toll mittels Selfiestick ein verwackeltes Video der Fahrt aufzunehmen, denn dann hat man für die ersten Sekunden zwar wunderbaren Sound, ehe man minutenlang auf der gleichen Stelle steht und die Fahrt schlussendlich ohne Ton und synchronisierter Lichtshow abwickelt. Ich fand es in Walibi Belgium auf der Achterbahn Vampire auch nicht lustig als mein Leben einen kleinen Moment in Zeitlupe verlief, da eine Kamera während des Roll Overs nur wenige Zentimeter an meinen Kopf vorbei flog. Klar, es war ein Headchopper ohnegleichen, aber einen auf den man gerne verzichten kann, ebenso auf die verwackelten Onrides diverser selbstgeiler Social-Medienhuren.

Der Rock ’n‘ Roller Coaster ist und bleibt eine rundum gelungene Achterbahn, bei der ich mir weiterhin schwertue diese aus meiner Favoritenliste zu entlassen. Jedoch ist die Anlage stark abhängig von ihrer Musik, denn trotz der bequemeren Züge, verliert die Indooranlage rasant an Fahrspaß sobald diese nicht erklingt, während die Outdooranlage Xpress aus dem niederländischen Freizeitpark Walibi Holland sich stets als solide Achterbahn zeigt und mittlerweile, verbunden mit dem Zusatztitel Platform 13, zusätzliche Effekte bereits ab Betreten der Warteschlage vorweisen kann.

Tower of Terror

Das Hollywood Tower Hotel gilt zweifelsfrei als das bekannteste Disney Hotel, zumindest unter Freizeitparkenthusiasten und denen die es werden wollen. Obwohl die Geschichte des Tower of Terror jedes Mal aufs Neue als Episode der Twilight Zone in der hoteleigenen Bibliothek erzählt wird ist vielen Kennern des Hauses eher unbekannt, das es mit „Im Jenseits sind noch Zimmer frei“ auch einen durchaus unterhaltsamen Film über die Geschehnisse des besagten Abends gibt.

Nach Verlassen der Bibliothek befindet man sich im Maschinenraum, wo sich die drei Service Fahrstühle befinden, da der eigentliche Gästefahrstuhl seit der besagten Nacht verständlicher Weise außer Betrieb ist. Einmal in den Fahrstuhl gestiegen scheinen sich die Ereignisse von damals zu wiederholen. Von der Startposition bewegt sich der Gästeträger nach hinten und wird dort mit der Lifttechnik gekoppelt. Einmal in Bewegung gesetzt fährt der Fahrstuhl einige Meter nach oben und hält vor einem Spiegel, welcher einen verschwinden lässt. Eine Etage tiefen trifft man dann auf die Insassen des Fahrstuhlunglücks von damals, sie verschwinden, der Flur wird dunkel und kurz darauf sieht man sie erneut abstürzen, ehe man selbst abstürzt. Obwohl man es wissen sollte, so ist gerade dieser eher kleine Fall immer wieder sehr überraschend.  Deutlich schneller als zuvor geht es nun aufwärts um ein wenig frische Luft zu tanken und um die Aussicht zu genießen, bevor es erneut rasant gen Boden geht. Es folgt das gleiche Spiel ein wenig kraftvoller, ehe es zum finalen Fall erneut nach ganz oben geht.

Der Tower of Terror ist gewiss die aufwendigste Vertikalthemenfahrt unserer Zeit, zumal es im Vergleich zu den ABC Türmchen aus den Dungeons oder mittlerweile auch anderen Merlin Entertainment Attraktionen kein reiner Freifallturm ist, dennoch dieselben Kräfte bietet. Die Fahrt an sich ist überragend, auch wenn der letzte Fall stets aus dem Muster fällt, nur die Storyline mit der Twilight Zone nervt bei Wiederholungsfahrten ungemein.

Crush’s Coaster

Vergleichbar nervtötend ist die Wartezeit bei Crush’s Coaster, welche nun durch das Hinzufügen einer Single Rider Line ohne wirklichen Nutzen, ein wenig schleppender voran geht. Hier sollte man sich vor der Fahrt, sofern man alleine unterwegs ist, fragen ob man den größten Teil der Wartezeit an der frischen Luft verbringen möchte oder innerhalb der stets sehr warmen und stickigen Halle. Obwohl die Idee einer Single Rider Line an einem Spinning Coaster nicht verkehrt ist, so zeigt es sich das fast alle fahrwilligen Personen meist zu zweit oder viert unterwegs sind und sich dementsprechend die Single Rider Line nur sehr schleppend voran bewegt, während man in der normalen Warteschlange stets in Bewegung ist. Natürlich gibt es auch hier eine Ausnahme, nämlich im englischen Freizeitpark Alton Towers bei Regen, da aus irgendeinem kuriosen Grund die Wagen nur noch mit drei Personen beladen werden.

Die Fahrt gleicht einer Fahrt des Spinning Racers während der Abendstunden, nur das bei dieser Anlage die Drehung bereits nach dem Lift freigegeben wird und die Strecke um einige Meter verlängert wurde. Auf diesem Teilstück, vor dem bereits bekannten Layout, verlässt man nach einem kleinen Lift kurz das Gebäude um dann erneut im Inneren einen kleinen Darkridepart zu absolvieren. Obwohl die Fahrt recht gut ist lohnt es sich kaum über eine Stunde für sie zu warten, zumal der Walt Disney Studios Park nun einiges mehr bietet.

Toy Story Playland

So zum Beispiel das Toy Story Playland mit seinem Musikexpress Slinky Dog Zigzag Spin, welcher ein noch öderes Fahrprogramm bietet als der Flipper VolPaiute aus dem spanischen Freizeitpark Port Aventura, welcher bekanntermaßen seine Runden im Wartungsmodus dreht, dem nicht gerade schönen Parachute Tower Toy Soldiers Parachute Drop, sowie der Intamin Halfpipe RC Racer.

RC Racer

Obwohl keine allzu großen Ähnlichkeiten vorhanden sind, so kann man den RC Racer bestenfalls noch als eine übergroße Schiffschaukel mit grausamer Kapazität beschreiben. Obwohl nicht wirklich viele Personen in der Warteschlange vorhanden waren wartet man hier eine halbe Ewigkeit, kaum auszudenken wie es in der Hauptsaison bei gefüllten Wartebereich aussehen würde. Dabei bietet die Fahrt im Grunde nichts, denn kaum hat sie begonnen ein kleines Fünkchen Spaß zu machen endet diese auch wieder. Gut, das ist Halve Maen des niederländischen Freizeitparks Efteling ähnlich, aber die Anlage ist wenigstens eine übergroße Schiffschaukel enormer Kapazität.

Ratatouille L’Aventure Totalement Toquée de Remy

Während das Toy Story Playland nicht sonderlich durch seine Fahrgeschäfte auffallen kann, so besticht der seit dem letzten Jahr vorhandene Bereich umso mehr durch seine Attraktion, denn wir befinden uns in Paris, der Stadt der Liebe und vor allem der Ratten. Auch wenn Paris wirklich nicht die sauberste Stadt ist geht es hier hauptsächlich um die Ratte Rémy und seiner Familie, bekannt aus dem Pixar Film Ratatouille. Dieser klingt zwar nach Ratte und Pfui, ist aber ein mehr als gelungener Animationsfilm und hat mit Ratatouille L’Aventure Totalement Toquée de Remy eine durchaus würdige Themenfahrt spendiert bekommen.

Aus Zeitgründen haben wir stets die Single Rider Line genutzt, denn bei Wartezeiten jenseits der 75 Minuten in der normalen Warteschlange hätten wir wahrscheinlich nur eine einzige Fahrt tätigen können. Hingegen sind durch die Sitzreihen für jeweils drei Personen ideale Zustände für Einzelfahrer geschaffen worden, denn selbst wenn dieser Wartebereich voll wäre, dürfte man nie länger als 20 Minuten hier warten.

Die Fahrt

Die Station befindet sich auf den Dächern von Paris und wir dürfen Mäuschen spielen, beziehungsweise Ratten, aber das Filmzitat möchte ich mir jetzt nicht verkneifen. Doch bevor ich als Kritiker, im Sinne von Anton Ego, agiere folgt aber erst einmal die Zusammenfassung der Fahrt. Nachdem die Wagen ihre Startposition verlassen haben scheint es so als würde sie erst einmal regellos herumfahren, kurz darauf fahren sie aber alle einen engeren Gang entlang. Auf dem Dach des Gusteau’s grübelt gerade Rémy über das aktuelle Abendmenu im eigenen Restaurant nach und oh welch Wunder, es wird wohl Ratatouille, ein simples Bauerngericht, welches man dem Kritiker Anton Ego serviert hat kurz bevor man das Restaurant schließen musste.

Rémy stürzt durch das Dachfenster und wir rutschen munter hinterher. Es folgt eine kleine Erkundungstour durch die Küche des Restaurants bei der uns der junge Koch Linguini, welcher eigentlich sogar Chefkoch sein müsste, hilft unerkannt zu entkommen. Der Weg führt nun durch die Speisekammer des Restaurants bei der Emile, Rémys Bruder, mal wieder den Magen voller Trauben stopft. Auch den erneuten Weg durch die Küche kann Linguini erfolgreich vertuschen, ehe wir im Speisesaal des Restaurants vom Chefkoch Skinner entdeckt werden. Zwar hilft uns Linguini schnell zu flüchten, doch Maître Skinner ist stets auf unseren Fersen, doch ehe er uns mit der Hand greifen kann fasst er dann doch lieber in eine Mäusefalle. Wir erreichen schlussendlich die Küche des Restaurants La Ratatouille, welches Vorbild für das Restaurant Chez Rémy ist, nach einer kleinen Sektdusche landen wir bei den anderen Ratten, woraufhin wir die Endstation unserer Reise erreichen.

Fazit Ratatouille L’Aventure Totalement Toquée de Remy

Trotz der zugegebenermaßen sehr losen Adaption des Films ist Ratatouille L’Aventure Totalement Toquée de Rémy eine äußerst gelungene Themenfahrt, bei der man selbst nach der zehnten Fahrt immer wieder neue Details finden würde. Dabei ist die Dynamik der Fahrt genauso aufregend wie das aus allen Seiten verdammt scharfe Bild, welches je nach Position vor den Leinwänden stets unterschiedlich wirkt und dementsprechend auch neue Details offenbart. Ebenso interessant ist der Zeitpunkt wann man eine Szene sieht, denn so sieht man entweder ein kleines Vorspiel oder ein kleines Nachspiel. Auch ist es ein signifikanter Unterschied ob man nun in der ersten oder auch zweiten Reihe eines jeden Wagens sitzt, denn auch hier unterscheidet sich die Wahrnehmung der einzelnen Szenen teilweise enorm, nur bei der Szene mit dem Sektkorken ist es von Vorteil wenn man in der vorderen Reihe sitzt, da dieser Effekt doch sehr überraschend ist.

Rémys total beklopptes Abenteuer sollte man dementsprechend keineswegs verpassen, auch ist es der Grund schlechthin seinen Besuch im Disneyland Resort Paris definitiv im Walt Disney Studios Park zu verbringen, denn nirgendwo anders in Europa wird man derzeit auf einer Themenfahrt so gut unterhalten wie es hier der Fall ist.

Bilder Walt Disney Studios Park

Der Walt Disney Studios Park kann durch seine neu gewonnene Perspektive, hauptsächlich durch Rémy und seiner Familie erzeugt, noch einmal ein wenig mehr überzeugen als es der Park zuvor eh schon tat. Es wäre schön zu sehen wenn man auch in den nächsten Jahren den Park noch weiter ergänzt, so wäre ein Besuch in San Fransokyo in naher Zukunft ein Ereignis auf das ich mich bereits Jahre vorher freuen würde.

 

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Rocken und Rollen in den Pariser Studios

Walt Disney Studios Park

Rock ’n‘ Roller Coaster

Angefangen haben wir unsere Entdeckungstour durch den Walt Disney Studios Park mit etwas Musik, der Stilrichtung Rock um genau zu sein. Bislang kannte unsere Truppe  die Streckenführung des Rock ’n‘ Roller Coaster nur aus dem flevoländischen Walibi Holland; was aber in den Studios 8+9 des Walt Disney Studios Park abgeht toppt die niederländische Außenanlage um Welten. Die Strecke, der Abschuss, einfach alles wirkt perfekt wenn man in einer dunklen Halle mit guter Rockmusik der Band Aerosmith, sowie tollen Effekten unterwegs ist.

Im Verlauf des Besuchstags haben wir es geschafft vier verschiedene Züge des Rock ’n‘ Roller Coaster zu testen, also auch vier verschieden Fahrerlebnisse zu erleben. Dieses stellte sich am Anfang noch recht schwer heraus, da wir ca 20-mal hintereinander den einen und selben Zug Nr.2 bekamen. Da der Drang einen aber immer wieder in diese Konzeptachterbahn oder besser gesagt Konzert-Achterbahn zieht, welche vom Gesamterlebnis nicht besser sein könnte, war dieses auch nicht weiter verwerflich, denn was Vekoma hier konstruiert hat, ist mehr oder weniger Perfekt!

Tower of Terror

Nun war es an der Zeit die Dimension zu verlassen und in die Twilight Zone einzutreten. Das Hollywood Tower Hotel erwartete uns, genauso wie seine netten Mitarbeiter. Vor allem die Reinigungsfachkräfte taten ihr bestes daran alles schön verstauben zu lassen. Wenn man erst einmal den Tower of Terror betreten hat, so merkt man schnell dass die herkömmlichen Fahrstühle nicht mehr ausreichen um einen zu seinem Zimmer zu begleiten. Daher heißt es folglich die Bücherei des Hotels zu durchqueren um im Maschinenraum einen der Servicefahrstühle zu nehmen.

Wenn man nun im Fahrstuhl seinen Platz gefunden hat, fängt dieser an sich rückwärts zu bewegen. Die Story wird auf mehreren Ebenen erzählt und die (Freifall-) Effekte kommen teilweise sehr erschreckend. Die Fahrt ist airtimelastig, leider ist der letzte Fall etwas enttäuschend. Im Gesamten ist die Anlage durchaus gelungen, auch wenn man sich gerade für Europa eine andere Storyline gewünscht hätte, denn die Twilight Zone kennt hier einfach niemand und ein Jonathan Frakes aus X-Factor – Das Unfassbare wäre viel cooler gewesen.

Crush’s Coaster

Australien ist zwar auf den Globus weit entfernt, aber nicht im Walt Disney Studios Park. Daher kann man in den Studios auch schnell einen Ritt auf dem Rücken einer Schildkröte wagen. Crush’s Coaster heißt das Werk aus der Münchner Achterbahnschmiede Maurer-Söhne und die Bahn fährt sich so, wie Crush im Film rüberkommt: Einfach genial! Der einzige Schwachpunkt bei der Bahn ist die viel zu geringe Kapazität. Am ersten Tag mussten wir 70 Minuten in die Wartezeit bei dieser Achterbahn investieren, an den folgenden (nicht so sonnigen) Tagen lag die Wartezeit bei Durchschnittlich 45 Minuten. Empfehlenswert ist es die Fahrt rückwärts zu beginnen, denn so ist der Lift auch um einiges überraschender. Die nachfolgende Fahrt sollte jedem bekannt sein, der auf einer Kirmes bei Nacht schon mal einen SC-2000 wie den Spinning Racer gefahren ist mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass die Drehung nicht so lange arretiert ist.

Cars Quatre Roues Rallye

Gleich nebenan befindet sich dieCars Quatre Roues Rallye. Die Kapazität ist hier eigentlich nicht das Problem, nur die absolut miese Abfertigung sorgt dafür dass die Anstehzeit schnell mal in die Höhe steigen kann. Die Fahrt auf dem Zamperla Demolition Derby selbst ist durchaus amüsant und nett für zwischendurch, auch sieht sie von außen recht ansprechend aus.

Les Tapis Volants – Flying Carpets Over Agrabah

Auch in diesem Bereich anzufinden sind die Fliegenden Teppiche Les Tapis Volants – Flying Carpets Over Agrabah. Eine der wenigen Fastpass Attraktionen dieses Parks, was darauf deuten lässt das diese Bahn verdammt gut besucht wird. Erwischt man eine günstige Zeit, so schafft man es auch ohne den Vordränglerpass nur eine Runde zu warten. Die Fahrt ist im Übrigen durchaus lohnenswert.

Armageddon

Was wäre ein Studiopark nur ohne Shows?! Wahrscheinlich nichts. Daher war auch irgendwann die Zeit gekommen diese nach und nach zu testen. Angefangen haben wir mit der Spezialeffekt Show Armageddon. Eine viel zu lange, teilweise bescheuerte Preshow mit Filmszenen, die ich in einem solchen Park nicht erwartet habe, leitet den nachfolgenden Raum ein. Dort ist man auf einer Raumstation, welche von Asteroiden beschädigt wird, anzutreffen. Viel Feuer sorgt dafür dass es den Leuten etwas wärmer geht, die anderen Effekte sind im Gegensatz zu Port Aventuras Templo del Fuego nicht unbedingt der Rede wert.

Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular

Auch eine der beliebteren Shows des Walt Disney Studios Park ist natürlich die Stunt Show mit dem sehr langen Namen Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular. Die Szenerie in der diese Show passiert ist wunderbar anzusehen, jedoch ist die Show selber nicht wirklich spannend. Am Anfang wird ja noch wunderbar Stimmung gemacht, aber irgendwie fehlte alles was diese Show wirklich spektakulär macht.

Art of Disney Animation

The Art of Disney Animation sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Erst einmal wird einem ein Film gezeigt, welcher die Magie von Disney aufzufangen vermag, in dem er Szenen aus verschiedenen Disneyfilmen und Sprachversionen zeigt. In der weiteren Show begleitet einen der Drache Mushu, bekannt aus dem Film Mulan, wobei die Entstehungsgeschichte einer Zeichentrickfigur verdeutlicht wird. Empfehlenswert ist es auch dieses Geschehen auf Niederländisch zu verfolgen, dem Witz mit der Frikandel sei Dank.

Cinémagique

Wenn man nicht genug von den bequemen Kinosesseln im Walt Disney Studios Park bekommen kann, so sollte man sich den halbstündigen Film im Cinémagique ansehen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber man sollte die Handy-Warnung in Kinos ernst nehmen. Ansonsten weißt der Film das Prinzip Movie Switch auf, wobei es hier um einiges besser rüberkommt als bei der Show im Movie-Park Germany (was auch keine Kunst ist).

Stitch live!

Wer es interaktiv mag und dann auch noch auf das teuflisch böse Experiment 626, der wird Stitch live lieben. Ob die aktive Teilnahme an der Show den Verlauf ändert mag ich zu bezweifeln, in dieser Hinsicht war mir die Movie Magic Show aus dem Bottroper Filmpark um einiges lieber, da diese vor lauter Flachwitz und komischen Handlungen der Akteure einfach nur legendär war.

Die Schwarzlichtshow Animagique haben wir, dank den ungünstigen Zeiten, eigentlich immer verpasst. Diese wird beim nächsten Besuch, wie auch die zum Zeitpunkt des Besuchen geschlossene Studio Tour in Angriff genommen, auch muss das damals noch im Bau befindliche Toy-Story Land genauer untersucht werden.

Bilder Walt Disney Studios Park

 


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