Achterbahn fahren am Fujiyama

Die Geschichte des Fuji-Q Highland

Das Fuji-Q Highland am Fuße des altehrwürdigen Fujiyamas, dem (so übersetzten) König der Berge, gehört zu den bekanntesten japanischen Freizeitparks, denn hier warten gleich vier rekordhaltende Großachterbahnen darauf von der Masse der Parkbesucher gestürmt zu werden. Das außerhalb dieser Achterbahnen ein recht ranziger, teilweise jedoch auch überaus sympathischer, Freizeitpark besteht, fällt da kaum ins Gewicht.

Begonnen hat alles mit einer Eislaufbahn im Jahr 1961. Mit der Errichtung der Fuji-Kyūkō-Linie im Jahr 1964 erfolgte dann die Umbenennung in Fuji-Q Highland und der Ausbau der Anlage zu einem Vergnügungspark. Seit jeher wird der Park von der Eisenbahngesellschaft Fujikyūkō Co. Ltd. (kurz Fujikyū) betrieben. 1986 erfolgte mit der Errichtung des Highland Resort Hotels der Ausbau zum Resort. Obwohl es die ursprüngliche Eislaufbahn, in dessen Mitte damals die legendäre Achterbahn Moonsault Scramble errichtet wurde, nicht mehr gibt, bleibt das Resort seinen Wurzeln treu. Im Winter besteht die Möglichkeit zum Schlittschuhlaufen auf mehreren Flächen, darunter auch ein ovalförmiges Stadion im Conifer Forest außerhalb des Fuji-Q Highland, welches im Sommer für Festivals und Konzerte genutzt wird. Zwei Museen, sowie zwei weitere Hotels und ein Onsen ergänzen das Resort.

Parkrundgang

Nach dem Check-In im parkeigenen Hotel zog es uns durch die Ville de Gaspard et Lisa – einer schicken Einkaufs- und Essensmeile im französischen Stil, samt dem Café Brioche, einer grandiosen Boulangerie, die sich hervorragend zum Frühstücken eignet –, in Richtung des Haupteingangs des Freizeitparks. Hier stehen gleich drei der vier großen Achterbahnen. Der vorbildliche Japaner folgt nun brav den Bodenmarkierungen und stellt sich daraufhin in eine der Warteschlangen; blöderweise ist dies einer der Gründe, warum die Bahnen sehr schnell an Wartezeit zulegen. Der etwas smartere Parkbesucher greift indes in seinen Geldbeutel und kauft sich Vordrängelpässe an einem kleinen Stand zwischen der Achterbahn Mad Mouse und dem Überschlagskarussell Panic Clock, die wiederum in einer so geringen Stückzahl verfügbar sind, wodurch diese sehr schnell vergriffen sind. So heißt es also: Der frühe Vogel fängt den Wurm und darf sich demzufolge darüber freuen, alle Achterbahnen an einem Tag zu schaffen.

Do-Dodonpa

Den Anfang auf unserem Parkrundgang durch das Fuji-Q Highland macht die Abschussachterbahn Do-Dodonpa, die über das vergangene Jahr ein signifikantes Makeover spendiert bekommen hat und sich nun über einen 49 m hohen Vertikallooping, statt eines abwurffreudigen Top-Hats, freuen darf. Das ist in erster Näherung grundsätzlich nichts Schlechtes – ein schöner Looping kann das Highlight einer jeden Fahrt sein –, zudem wurde die Geschwindigkeit des Luftdruckabschusses von 172 auf 180 km/h erhöht und die Beschleunigungsphase von 1,8 auf 1,56 Sekunden reduziert; all das klingt ziemlich vielversprechend und für die meisten Parkgäste bereits zu verrückt, um wahr zu sein.

Umso gespannter ist man dann auf seine Erstfahrt und plötzlich stellt man sich als erfahrener Achterbahnenthusiast Fragen, die man sich seit langer Zeit nicht mehr gestellt hat: „Ist die Beschleunigung des Abschusses nicht bereits zu viel des Guten; kann mein Körper das überhaupt ab?“. Es erfolgt die Einfahrt in den Launchtunnel und kurz darauf ertönt bereits der Countdown zum Abschuss. Ehe man sich versieht, ist man 60 m vorangeschritten und 180 km/h schneller; das ging schnell und war erstaunlich sanft für rund 4,75 G. Aber das trübt sehr, denn nach dem Launch wird die Steigung dessen beigehalten und der Zug verliert beständig und überaus zügig an Geschwindigkeit. Auch der darauffolgende kurze Dip kann dieses Verhalten nicht aufhalten. Über eine sehr weite Rechtskurve bahnt man sich dann den Weg gen Looping, der dann leider sehr kraftlos durchfahren wird. Hieran durchbrettert man eine kurze Linkskurve und schon wird die Geschwindigkeit reduziert und in einer Linkskurve und seltsam quergeneigten Rechtswende folgt dann die Rückführung zur Station.

Zum Glück hatten wir für Do-Dodonpa ein Vordrängelticket gekauft, denn nach vier Stunden Wartezeit wäre die Enttäuschung über die ereignisarme Fahrt um ein Vielfaches größer gewesen. Klar, der Abschuss rockt gewaltig und zieht so druckreich, wie kein anderer – doch macht er dieses halt nur 1,56 Sekunden lang. Die restliche Fahrstrecke ist leider nicht der Rede wert.

Ein starker Auftakt im ersten Akt nützt einem halt nichts, wenn der Rest des Stückes öde ist. Blöd nur, wenn der Vorgänger Dodonpa mit dem Knochenbrecher-Top-Hat immerhin ein zweites Element aufweisen konnte, welches die Fahrt maßgeblich geprägt hatte und dadurch zu Wiederholungsfahrten einlud. Dem entsprechend muss man leider beim hiesigen Update der Achterbahn von einer Verschlimmbesserung sprechen, den Fans der alten Anlage zumindest dürfte das genauso wenig gefallen, wie mir die Anlage nach meiner Erstfahrt.

Takabisha

Gut, dass nebenan gleich die Achterbahn Takabisha steht. Gebaut von dem Experten für übersteile Abfahrten, der Firma Gerstlauer aus dem schwäbischen Münsterhausen, besticht die Anlage mit der steilsten aller Abfahrten weltweit und weiteren erprobten Elementen. Hier kann also nichts schiefgehen, zumal man in den klassischen, schulterbügelbestückten, Eurofighter-Wagen unterwegs ist.

Die Fahrt beginnt mit einer engen Linkskurve, an der sich ein kurzer, aber überaus steiler, Drop anschließt. Mit ordentlichen Druck durchquert man nun das nachfolgende Tal und wirft sich elegant in eine 180° Linkskurve, an der sich fließend eine, wunderbar zu fahrende, Heartline-Roll anfügt. Diese mündet dann in eine weitere Linkskurve und alsbald in der ersten Blockbremse. Über einen Mini-Drop à la Karacho aus dem schwäbischen Freizeitpark Erlebnispark Tripsdrill erreicht man dann den Launchbereich der Anlage, der einen äußerst kräftig über eine längere Zeit beschleunigt. Eigentlich wäre es nun falsch zu sagen, Takabisha hätte den besseren Abschuss der beiden Abschussachterbahnen, aber Takabisha hat den besseren Abschuss.

Es folgt ein überdimensionaler, an einem Top-Hat erinnernder, Korkenzieher, ehe man sich mit voller Geschwindigkeit einem überaus interessanten Element nähert und dabei wunderbar intensiv durch ein Tal brettert. Besagtes Element ist die sogenannte Banana-Roll, eine Art Cobra Roll in Form einer Banane. Dabei erfolgt die Wende innerhalb des Elements am höchsten Punkt dessen, was eine interessant verdrehte Ausfahrt zur Folge hat. Hieran fügt sich ein klassischer Korkenzieher an, der den Wagen einmal quer durch die Anlage auf die andere Seite dieser befördert. Über einen verdrehten und airtimebestickten Hügel wiederholt man dann dieses Spiel erneut, ehe nach einer kurzen Auffahrt die Einfahrt in die zweite Bremsstrecke wartet.

Innerhalb der Blechhalle absolviert man nun eine 180° Wende, auf die der Vertikallift der Anlage wartet. Dieser befördert die Fahrgäste beständig auf die Maximalhöhe von 43 m, auf das diese in der anschließenden Abfahrt ein wenig die Aussicht genießen können; denn vor dem 121° steilen Gefälle folgt nämlich eine kurze Haltebremse um einen ähnlichen Effekt wie bei den Diving Coastern des Herstellers B&M zu generieren. Wenige Sekunden später wird der Wagen sanft über die Kuppe befördert und stürzt daraufhin rasant zu Boden. Im selben Moment wird interessanter Weise aus weiter Ferne das Onride-Foto geschossen – quelle surprise (immerhin rechnet man eher mit einem Foto bei der Taldurchfahrt, was jedoch nicht die Gesichtsausdrücke dieses WTF-Momentes einfangen würde)!

Der Drop hält was er verspricht und so saust der Wagen folglich überaus kraftvoll durch das sodann folgende Tal. Mit viel Schwung erklimmt man nun einen Hügel, dreht sich während dessen um die eigene Achse und taucht in einem Dive-Loop ab. Dieser ist dann auch der Auftakt in ein optisch eindrucksvolles doppeltes Wendemanöver, denn in einen Inside-Top-Hat wechselt man nun erneut die Richtung, ehe man einen Immelmann-Loop erklimmt. Auf dessen Ausfahrt wartet dann die finale Bremse auf die Fahrgäste und alsbald die Station der 1000 m langen Achterbahn.

Takabisha ist eine rundum gelungene Achterbahn des Herstellers Gerstlauer, die vor allem dank ihrem Abschuss und dem signifikanten übersteilen Gefälle in der zweiten Fahrhälfte zu überzeugen weiß. Die Banana-Roll ist zudem ein überaus interessantes Element, welches einem wunderbar hin- und herreißt. Die Fahreigenschaften sind dank den klassischen Wagen brillant. Im Gesamten gesehen, also eine Achterbahn, die ihrer Wartezeit absolut gerecht wird – denn auch hierzulande könnte man genauso lange für die Anlage anstehen; generell geht es recht zügig voran.

Fuji Airways

Etwas weniger zügig, da immer nur in Intervallen erfolgend, geht der Einlass beim Flying Theater Fuji Airways voran. Erbaut im Jahr 2014 durch den Hersteller Brogent Technologies, zeichnet sich die Anlage vor allem (in der Pre-Show) durch ihren absurden Humor aus. Im Jahr 2016 wurde dann der verwendete Film durch 6K-Dronenflug-Aufnahmen aus der Umgebung und der Einbindung der Gondeln des nahen Überschlagsfahrgeschäfts Tentekomai aufgewertet. Man nimmt sich also nicht so ernst hier am Fujiyama und so gleitet man überaus vergnügt über die Landschaften und vollzieht mittendrin äußerst eindrucksvoll eine Überschlagsrolle.

Fans dieser Art von Simulatoren werden begeistert sein; für mich war es die erste Begegnung mit einen solchen Simulator und mir hat der Flug mit Fuji Airways durchaus gefallen. Die Bewegungen waren flüssig und die gezeigten Bilder optisch beeindruckend; da stört es mich auch eigentlich gar nicht, dass man die Ränder der Leinwand hat sehen können. Nur die Fahrt selbst war schlussendlich schon ein wenig repetitiv und generell etwas zu lang – doch bevor die Begeisterung irgendwann zu sehr abflachte, kam die Rolle und zack war sie wieder da. Insgemein also ein sehr schönes Fahrgeschäft im Fuji-Q Highland, welches man nicht auslassen sollte.

Tentekomai

In derselben Hinsicht darf man auch eine Fahrt auf dem Gerstlauer Sky Roller Tentekomai wagen, der ein weiteres Mal die Story der fiktiven Fluggesellschaft Fuji Airways aufgreift und sich somit ebenfalls nicht ganz so ernst nimmt. Die Gondelrotation war leichtgängig, es gelang also schnell (wenn man es denn so wollte) eine überschlagsreiche Fahrt, die jedoch ebenso schnell wieder vorbei war. Umso länger wiederum dauerte dann die Abfertigung der Gondeln, was durch den Andrang am ersten Besuchstag nicht sonderlich schlimm war.

Thomas Land

Vorbei am Wellenflug Wave Swinger und dem, für einen japanischen Park dieser Größenordnung verhältnismäßig mickrigen (da nur 50 m hohen), Riesenrad Shining Flower zieht es uns nun in das Kinderland des Fuji-Q Highland. Dieses ist rund um die Kinderserie „Thomas, die kleine Lokomotive“ gestaltet und war seiner Zeit das erste seiner Art. Seit dem Jahr 1999 befördern hier Thomas und andere Akteure der Railways Series die Besucher über die Insel Sodor. Teilweise sogar in Wechselschichten, denn auf Thomas and Percy’s Fun Ride werden die Lokomotiven öfters am Tag getauscht.

Ansonsten fühlt man sich hier mitten in England. Es gibt einen (leider nur angedeuteten) Pub, eine Teestube und vieles mehr zu entdecken. Mittendrin stehen dann vier der bekannten Lokomotiven als Fotomotive bereit und auch der Dicke Kontrolleur ist natürlich vertreten. Darüber hinaus ist der Bereich mit einer Vielzahl an Fahrgeschäften äußerst gut aufgestellt, darunter die Themenfahrt Thomas’s Party Parade (samt Drehscheibe und Weiche), ein sehr schick integriertes 3D-Maze, eine Kinderwildwasserbahn, ein 3D-Kino, sowie die L-förmige Kinderachterbahn Rock ‘n Roll Duncan.

Mini-Fuji

An der hinteren Wendekurve der Achterbahn Do-Dodonpa verlassen wir das Thomasland und finden uns sogleich am Mini-Fuji wieder. Hier besteht im Winter eine kleine Rutschbahn, ansonsten liegt diese Ecke im Fuji-Q Highland größtenteils brach. Umso interessanter ist es, dass man diesen kleinen Berg tatsächlich besteigen kann, was einem eine tolle Sicht auf die Umgebung ermöglicht.

Adventure Land of Kaiketsu Zorori

Am Fuße des kleinen Berges befindet sich der Star-Flyer Tekkotsubanchou, der sich mit seiner Baustellenthematisierung hier perfekt einpflegt. Direkt daneben kann man das Adventure Land of Kaiketsu Zorori erkunden. In einer 700 m² großen Halle erstreckt sich dabei ein kleines kindergerechtes Funhouse mit allerhand interaktiven Elementen.

Ultimate Fort 2 und Super Scary Labyrinth of Fear

Ganz in der Nähe liegen gleich zwei berühmt berüchtigte Indoorattraktionen; berühmt und berüchtigt vor allem da die Warteschlangen gerne bereits zum Mittag ihre Kapazitätsgrenzen erreichen. Beim Ultimate Fort 2 handelt es sich um einen interaktiven Walkthrough in der Art eines Escape Rooms, bei dem man eine scheinbar unmögliche Mission ausführen soll – die Chance auf Erfolg steht dabei bei etwa 0%, von 100.000 Versuchen schafft es in der Regel nur eine Gruppe. Die zweite Attraktion ist das Super Scary Labyrinth of Fear, ein Grusellabyrinth im Stil eines heruntergekommenen Krankenhauses mit einer Durchlaufzeit von etwa 20-30 Minuten; ausgeschrieben sind jedoch tatsächlich 50 Minuten, womit das Maze zu einem der längsten seiner Art gehört.

Nagashimasuka

Interessanter Weise gibt es direkt daneben noch ein weiteres Maze mit einer deutlich kürzeren Durchlaufzeit. Unsere Blicke zieht es jedoch in Richtung des aufgeständerten Hafema Rafting Nagashimasuka und seiner putzig-gemeinen Winkekatzengestaltung. Wobei man den fiesen Aspekt dieser Katzen nur von hier sehen kann; ansonsten zeigt sich die Anlage nämlich extrem unscheinbar. Auch in der Station scheint der Nässegrad überschaubar, als wäre Nagashimasuka eine simple Rundbootrutsche.

Doch dieser Schein trübt; sobald der hohe Lift der Anlage erklommen und das Boot das erste Gefälle herunterdüst ist, ist man nass oder besser gesagt durchnässt, denn durch den kurzen Bremsweg schwappt eine ganz schön hohe Welle auf die vier ahnungslosen Insassen herab. Hierauf rutscht das Boot eine 670° Helix hinunter, an dessen Ende eine weitere Welle wartet. Nun größtenteils durchnässt dümpelt man eine weite Kurve entlang, passiert den Lifthügel und eine weitere Wendekurve. Hieran schließt sich, recht überraschend, ein Doppeldrop an. Auch hier schwappt mal wieder einiges Wasser in das Rundboot, doch die Fahrt ist noch lange nicht zu Ende und so landet man schnur(r)stracks in einem, für den Hersteller wiederum sehr typischen, Whirlpool. Wer bereits einige Anlagen dieser Art absolviert hat wird wissen, dass am Ende meist eine Wellenfront auf die Fahrgäste wartet, die diese recht effizient befeuchten kann: So auch hier!

Der Rückweg zur Station erfolgt nun durch einen klassischen Raftingkanal auf der Rückseite der einst so freundlich dreinschauende Katzenstatuen, hier entsprechend in der zornigen Version. Dabei passiert man eine Lautstärkemessung, die bei entsprechender Lautstärke zusätzliche Wassereffekte am Wegesrand einschaltet. Nach einer weiten Wendekurve neigt sich die überaus nasse Fahrt seinem Ende entgegen, woraufhin wir erst einmal zur Fotosession mit unseren beiden japanischen Mitfahrern (die uns zuvor ganz freundlich gefragt haben, ob wir mit Ihnen fahren wollen) vor den beiden Winkekatzen geladen wurden – stilecht natürlich in typisch japanischer Pose.

Nagashimasuka ist ein überaus tolles Rafting, welches gerade durch seinen sehr hohen Nässegrad absolut überzeugen kann. Die Vielzahl an Elementen macht die Raftingfahrt absolut erlebenswert und der Doppeldrop allein die Fahrt zu einem Must-Do. Interessanter Weise kann man die Anlage auch im Winter testen, dann sind jedoch zusätzliche Schutzwände an der Gondel angebracht.

Voyage dans le Ciel (avec Gaspard et Lisa)

Direkt nebenan befindet sich die Station der Achterbahn Voyage dans le Ciel (avec Gaspard et Lisa), vormals besser bekannt als der Hamtaro Coaster. Doch interessanter Weise hat der Suspended Coaster eine bewegte Vorgeschichte als erster Flying Coaster in Japan: Ursprünglich als Birdmen im Juni 2000 mit Fliegegondeln ganz ähnlich einer Zamperla Volare (jedoch mit nur zwei Plätzen nebeneinander) eröffnet, dauerte es nicht lange, bis der erste Zwischenfall – während einer Notbremsung im Mai 2001 – passierte und die Bahn anschließend für zwei Jahre lang geschlossen wurde. Die Anlage hat daraufhin neue Gondeln spendiert bekommen und zeigt sich seitdem als kindergerechte Einsteigerbahn.

Nachdem man sich in die zweisitzigen Gondeln (mit hintereinander befindlicher Sitzposition) gequetscht hat, kann die Fahrt auch schon losgehen. Ein Kettenlift befördert die recht wuchtig geratene Gondel auf die Ausgangshöhe von 23 m. Von hier aus geht es erst in einer Linkskurve und dann in einer Rechtskurve beständig hinab, ehe ein kleiner Dip mit anschließenden Hügel folgt. Nach einer kurzen Auffahrt wird die erste Blockbremse erreicht, woraufhin man eine linksführende Abwärtshelix um den Freifallturm Red Tower herum absolviert. Hieran folgt ein kurzer Linksknick, der in eine wunderschöne Senkfahrt am Spillwater Cool Jappaan übergeht. Unterhalb des Lifthügels wartet dann die zweite Blockbremse der Anlage. In einer weiten Linskurve, an der Tretmonorail des Fuji-Q Highland vorbei, nähert man sich dann bereits der letzten Bremsstrecke der Anlage, woraufhin die durchaus nette Fahrt alsbald ihr Ende findet.

Eejanaika

Am Eingang nahe der Fuji-Q Highland Station angekommen heißt es für uns nun einen ganz besonderen Stahlkoloss in Angriff zu nehmen – wie es auch die meisten Besucher hier von Anfang an machen, denn die Anlage ist durch ihre Lage direkt an diesem Eingang immer recht schnell überlaufen. Die Rede ist natürlich von Eejanaika, der damals zweiten Auslieferung eines 4th Dimension Coasters, wobei es die Erstauslieferung des Herstellers S&S war. Das grundsätzliche Layout entspricht dabei sehr dem der Prototypenanlage X aus dem amerikanischen Freizeitpark Six Flags Magic Mountain, die Gondelrotation hingegen wurde auf Wunsch des Fuji-Q Highland ein wenig verschärft. Ebenso ist die Anlage etwas größer geraten und weist zudem eine deutlich geringere Kapazität auf.

Dies liegt jedoch nicht am optimierten Abfertigungsprozess, bei dem sich die Fahrgäste in abgetrennten Boxen auf die Fahrt vorbereiten (alle losen Gegenstände und auch die Schuhe werden in Schließfächern abgelegt) und auch nicht der dreifachen Bügelkontrolle, bei der man (wohl aus rechtlichen Gründen) auch selbst aktiv werden muss, sowie der abschließenden Showeinlage vor der Ausfahrt des Zuges, sondern einfach daran, dass der Zug hier nur fünf Wagen vorweisen kann.

Einmal abgefertigt geht es dann jedoch recht schnell und so findet man sich in einer 180° Wendekurve sogleich in Rückenlage leicht kopfüber gestellt wieder. Den Lift erreicht man dann wiederum in der rückwärtsgerichteten Fahrposition, ehe dieser einem auf dem Rücken liegend auf 75 m Höhe befördert. Obwohl das schon sehr zügig passiert, hat man dennoch genug Zeit, um einen genauen Blick auf die umgebenden Berge zu werfen – nur jedoch nicht auf den Fujiyama, denn der befindet sich direkt hinter uns.

Ein kurzer Pre-Drop bringt den Wagenverbund in Schwung und richtet uns wieder in die ursprüngliche Fahrposition aus, bevor wir dann auf der nächsten Kuppe frontal dem Erdboden entgegen, bzw. in Richtung der Vorderreihe, schauend gerichtet werden. Diese Fahrposition behalten wir dann einen Großteil des vertikalen Gefälles bei, überschlagen uns jedoch im unteren Drittel einmal, auf dass wir das darauffolgende Tal leicht nach oben schauend absolvieren. Im Inside-Raven-Turn wird nun einmal die Fahrtrichtung der Schiene gewechselt, wir jedoch erleben das Element stets in der Horizontalen, just bevor die Ausfahrt dessen erreicht wird und wir einen kurzen Salto durchführen. Der Zug selbst durchfährt, nun unter der Schiene hängend, ein Gefälle und dreht sich anschließend in einer Zero-G Roll um die eigene Achse, während wir vorwärts durch den dichten Stützenwald rasen und uns mit einer 360° Drehung um die eigene Achse vor einem Überschlag in der Rolle drücken. Wieder einmal vorwärts gerichtet erfolgt dann die Einfahrt in eine übergeneigte Wendekurve, an dessen Kuppe man in Richtung des Fuji-Q Highland gedreht wird. Weiterhin mit Sicht nach vorne durchqueren wir ein kraftvolles Tal an der Station entlang. Auf dem nun folgenden Hügel wechselt die Schiene in einem Fly-to-Lie Element ihre Ausrichtung und wir drehen uns dabei munter um 180°. Rückwärts führend passieren wir dann ein Tal und steigen sogleich einen Hügel empor an dessen Ende die Einfahrt des Outside-Raven-Turns wartet. Auch in dieser Variante des Raven-Turns werden wir in der Horizontalen gehalten, während der Zug munter seine Fahrposition wechselt und folglich unter der Schiene hängend weiterführt. Mit signifikant hoher Geschwindigkeit rast man nun ein weiteres Fly-to-Lie Element entgegen, welches in Kombination mit der Gondelrotation, einem ganz schön hin- und herreißt. Geschüttelt und gerührt findet man sich dann in der Bremsstrecke und kurz darauf in der Station wieder.

Eejanaika ist die heftigste Achterbahn, die ich bislang erleben durfte. Die Fahrt ist extrem druckreich, beraubt einem in absoluter Art und Weise seines Orientierungssinns und ist dabei (abgesehen vom letzten Fahrelement) erstaunlich sanft in ihren Fahreigenschaften. Man wird schlichtweg nicht verdrescht, obwohl man in Pascha-Manier mit gespreizten Beinen im Zug sitzt. Die minimalistische, jedoch recht komplizierte, Bügelsicherung verstärkt die Fahrt und den Respekt vor ihr ungemein, selbst wenn man sie bereits einmal erlebt hat. Und auch jetzt, mehrere Monate nach der Fahrt, fällt das Resümee der Anlage einfach aus: Die Fahrt ist geil!

Cool Jappaan

Mehr Lobhudelei bedarf es für Eejanaika daher gar nicht und so wechseln wir schnell zur Nachbaranlage, dem Spillwater Cool Jappaan aus dem Hause O.D.Hopkins. Dieser zeigt sich baugleich zur Anlage aus dem Nagashima Spa Land; hat jedoch auf seiner Brücke einen Unterstand, bei dem teilweise die Fenster einfach so fehlen. Die Fahrt selbst ist etwas weniger nass als bei der Schwesteranlage, man wird also erst mit dem Erreichen der Brücke geflutet. Jedoch sollte man bei der Anlage dringend im Ponscho fahren – obwohl sich das Personal wirklich sehr freut, wenn man es denn nicht macht –, denn das Wasser hier ist (wie auch beim bereits erwähntem Rafting) leider nicht wirklich sauber und hinterlässt seltsame Flecken auf der Kleidung, wobei dieser Umstand gegebenenfalls auch nur temporär vorhanden gewesen sein kann – ich zumindest fand’s doof.

Panic Clock

Vorbei am Red Tower, einem S&S Turbo Drop mit sehr seichter Fahrweise, führt uns der Weg zurück auf die große Ebene des Fuji-Q Highland. Hier treffen wir dann auf die Panic Clock (bzw. PaniClock, wie es am Fahrgeschäft selbst steht), einem Vekoma Air Jumper. Als Weiterentwicklung des Sky Flyers aus dem selben Hause, verfügt die Anlage über Gondelträger mit klassischen SLC Sitzen statt zwei Großraumkabinen, bei der die Fahrgäste nur von einem Beckenbügel gesichert werden. Der Ein- und Ausstieg geschieht bei dieser Anlage auf einem geraden Plateau, vor Fahrtbeginn wird dann der Boden gesenkt und die Gondelträger hydraulisch angewinkelt, so dass – ungleich den verwandten Fabbri Modellen – die Sitze sich allesamt auf einer ähnlichen Kreisspur befinden. Beide Arme der Anlage beginnen dann sich gegenläufig zu bewegen, weswegen man sich immer wieder im Tal und im Looping begegnet. Nach 6 vollen Überschlägen endet die Fahrt dann auch wieder. Dabei sind die Fahreigenschaften dank der gegebenen Freiheiten in den SLC Bügeln für diese Art von Fahrgeschäft leider nicht optimal. Optisch hingegen überzeugt das Fahrgeschäft auf ganzer Linie.

Deutlich weniger ansprechend ist jedoch das provisorische Zelt vor der alten Moonraker-Rückwand (die man – warum auch immer – einfach nicht entsorgt hat). Hier drin kann man die Achterbahnen Fujiyama und Dodonpa (also Do-Dodonpa vor dem Umbau) als virtuelle Fahrt erleben. Dabei sitzt man in den Originalzügen, bekommt Wind ins Gesicht gepustet und erlebt die Fahrt samt VR-Brille und Kopfhörern fast genauso, als würde man nur wenige Meter weiter einfach einsteigen.

Mad Mouse

Dem gegenüber steht die Wilde Maus artige Achterbahn Mad Mouse im Fuji-Q Highland, in der wir natürlich sehr gerne einsteigen. Beladen werden die zweisitzigen Wagen dabei allesamt zur selben Zeit und werden dann nach und nach auf die Reise geschickt. Wie auch im Greenland geht das allerdings recht fix von statten, so dass man sich ein weiteres Mal fragt, warum es die Spanier im Parque de Atracciones de Madrid bei ihrer Wilden Maus Vertigo schlichtweg nicht hinbekommen.

Die Fahrt beginnt mit einer engen Rechtskurve hinein in den Lifthügel der Anlage. Oben angekommen folgen sogleich eine weitere Rechtskurve und alsbald das erste Gefälle. Nach einer kurzen Steigung wird ebenfalls eine Rechtskurve durchfahren und auch hier wartet ein anschließender Dip auf die Fahrgäste. Hierauf durchquert man rasch eine Blockbremse und sodann eine schnelle Kombination aus Rechts- und Linkskurven, jeweils kurz unterbrochen von drei kurzen Geraden. Auf der anderen Seite der Anlage angekommen folgt dann die erste Haarnadelkurve der Fahrt. Nach einigen (Big Apple ähnlichen) Wellen erreicht man dann die zweite Blockbremse der Anlage. Auch hier fügt sich eine Haarnadelkurve an. Auf einer kurzen Abfahrt nimmt man sogleich etwas Geschwindigkeit auf, woraufhin man durch die dritte Haarnadelkurve brettert.

Auf der anschließenden Gerade durchquert man eine weitere Blockbremse, doch statt in eine Haarnadelkurve zu übergehen, fährt man eine Runde im Innenhof der Anlage entlang. Nach einer weiteren Blockbremse hingegen wechselt man wieder zum bekannten Fahrverhalten einer Wilden Maus und durchbrettert in kurzen Abständen nun vier weitere Haarnadelkurven, ehe die nächste Bremse erreicht wird. Nun bahnt man seinen Weg in recht weiten Rechtskurven, jeweils unterbrochen durch längere geradlinige Segmente, durch den Stützenwald der Anlage, ehe einige Wellen dieses Verhalten wieder aufbrechen. Nach einer engen Rechtskurve vergrößern sich die Wellen und kurz darauf wird auch die finale Bremse der recht netten Anlage erreicht. Ab dann heißt es nur noch sich irgendwie aus den Wagen heraus zu hieven.

Tondemina und Evangelion World

Wenn man das irgendwann geschafft hat, steht einem für eine Fahrt auf der benachbarten Giant Frisbee des Herstellers HUSS nichts mehr im Wege. Außer vielleicht der Umstand, dass sich die Frisbee Tondemina nur durch ihre massive Werbung für das Pizza-Unternehmen Pizza-La von anderen Exemplaren ihrer Art unterscheidet. In dieser Hinsicht empfiehlt sich ein Besuch in den absolut wilden klassisch japanischen Teetassen, dem ebenso klassischen Pferdekarussell oder gar der interaktiven Erlebniswelt Evangelion World rund um den bekannten Anime Neon Genesis Evangelion.

Fujiyama

Kommen wir nun zur letzten Achterbahn des Fuji-Q Highland, dem King of Coaster höchstpersönlich: Fujiyama. Erbaut durch den japanischen Hersteller Togo und mit einer Höhe von 79 m, sowie einer Länge von über 2 km ausgestattet, protzt die Anlage wo es nur geht; was zum Teil auch an der Lackierung der Züge liegt. Und dennoch ist die Anlage erstaunlich kompakt geraten, was den ehemaligen Rekordhalter beinahe schon filigran wirken lässt. Interessanter Weise sind die meisten Meinungen bezüglich der Bahn größtenteils negativ einzuordnen – Zeit dieses zu ändern.

Nachdem man im durchaus sehr komfortablen, jedoch mit einem seltsamen Bügel bestückten, Zug Platz genommen hat, kann die Fahrt auch schon losgehen. Weit oberhalb der Besucher durchqueren wir sogleich eine enge Wendekurve und erreichen gleich darauf den Lifthügel der Anlage. Dieser bringt uns beständig auf die bereits erwähnte Ausgangshöhe, wo wir nun einige Zeit verweilen. Eine Reibradbatterie bringt den Zug dann etwas in Fahrt, auf das sich dieser, nach einem kurzen Rechtsknick, in die Tiefe stürzt und die Fahrgäste dabei in die Luft befördert. Im Tal nimmt man dann wieder seine ursprüngliche Sitzposition ein und erlebt dabei wunderbar ausgeprägte G-Kräfte. Nach einer längeren Steigung vollführt man eine weite Wendekurve mit (theoretisch) exzellenter Sicht auf dem gleichnamigen Vulkan. Auf der nachfolgenden Kuppe hebt man ein weiteres Mal aus seinem Sitz ab und erlebt Airtime, wie sie im Buche steht. Im Tal angekommen möchte man am liebsten, dass die Airtimemomente ewig so weitergehen; wie schön, wenn kurz darauf tatsächlich ein Camelback die Besucher in die Luft befördert.

Mit einem wunderschönen Pacing durchquert man nun eine hochgelegte Wendekurve unterhalb des Lifts der Anlage. Nach dem anschließenden Tal folgt eine leicht nach links abknickende Auffahrt, die dann in einen airtimebestickten Double-Up mündet. Fortan rast man entlang der Stützstruktur der Wendekurve durch Berg und Tal. Über einen weiteren Gipfel verlässt man dann besagte Kurve und fährt geradlinig durch das anschließende Tal. In einer Steilkurve, die sich später immer mehr zu einer Wendekurve verjüngt, baut man schnell an Höhe auf, just bevor man zu Boden schießt und dort erst einmal für längere Zeit verbleibt. Mit einem Affenzahn durchquert man dabei eine längere Gerade und eine bodennahe Rechtskurve, ehe sich der Zug erneut gen Himmel widmet. Immer noch mit überaus ausgeprägter Geschwindigkeit beschreitet man nun eine Reihe von Hügeln, die sich in zickzack-manier ihrem Weg durch die Stahlstruktur der Achterbahn kämpfen. Das ist durchaus herrlich bekloppt und sorgt für ein breites Grinsen im Gesicht der Mitfahrer. Nach insgesamt 5 Hügeln setzt man dann auf einem geradlinigen Streckenabschnitt ein letztes Mal zu einem Hügel an, statt einer Abfahrt wartet dann jedoch die Schlussbremse der Anlage und so landet man mit seichter Airtime und eigentlich noch viel zu hoher Geschwindigkeit in eben jener.

Fujiyama ist eine grandiose Achterbahn, die es versteht ihre Fahrgäste aus dem Sitz zu hieven. Die Fahrt im Fuji-Q Highland ist atemberaubend, jedoch niemals repetitiv und weiß einfach während der Fahrt selbst den bekennenden Achterbahnfan voll zu überraschen. In dieser Hinsicht gefällt mir gerade die bodennahe Kurve im letztem Drittel der Fahrt sehr, aber auch die total bekloppten letzten Hügelchen haben durchaus ihren Charme; die Kernkomponente dieser Achterbahn ist und bleibt jedoch die ausgeprägte Airtime während der Fahrt. Davon gibt es zudem reichlich, weswegen für mich Fujiyama die beste Achterbahn des Fuji-Q Highlands und zudem die beste gefahrene Achterbahn der gesamten Tour ist. Auf jedem Fall übertreibt der Freizeitpark keinesfalls, die Achterbahn als King of Coaster in einer Dauerschleife zu besingen. Darüber hinaus vergeht hier die Wartezeit fast schon wie im Fluge.

Bilder Fuji-Q Highland

Fazit Fuji-Q Highland

Das Fuji-Q Highland ist ein sehr seltsamer Freizeitpark, der teilweise wirklich sehr runtergekommen wirkt. Auf der anderen Seite hat der Park wirklich schöne Ecken und einige sehr tolle Fahrgeschäfte. Leider konzentriert sich hier alles auf die Big-4, also auf die Achterbahnen Takabisha, Do-Dodonpa, Fujiyama und Eejanaika – der Rest des Fuji-Q Highland ist teilweise ausgestorben. Nun hatten wir jedoch auch Glück den Park an zwei leeren Tagen zu erleben (wobei es den zweiten nicht bedurfte und ich bis auf das Rafting keine weitere Attraktion gefahren bin); an einem vollen Tag lohnt sich ein Besuch nur ohne Freepass, da man dann außerhalb der großen 4 und gegebenenfalls nicht einmal diese, kaum noch etwas schafft. Ab dem Nachmittag, evtl. auch schon früher, häufen sich dann die Durchsagen der Attraktionen, deren Warteschlange nun geschlossen wurden. Gegen Ende bleibt einem nichts anderes mehr übrig, als die Teetassen zu fahren oder eine Runde auf dem Pferdekarussell zu drehen. Nichts desto trotz, ich komme gerne wieder.

 


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Hurra, ich bin wirklich im Film

Movieland Park

Der im Jahr 2003 gegründete Freizeitpark Movieland Park ist das jüngste Projekt der Familie Amicabile, die bereits im Jahr 1965 mit einem Tanzlokal den Grundstein für das heutige Canevaworld Resort legten. Dieses besteht mittlerweile aus dem Wasserpark Caneva Aquapark, der Disko Night Festival, der Dinner Show Medieval Times und dem Rock Star Restaurant, sowie besagten Filmpark.

Nachdem man die Tickets an den zentralen Kassen beim Wasserpark gekauft hat folgt man dem Weg entlang der Hauptstraße um zum eigentlichen Vorplatz des Filmparks zu gelangen. Bis zur vorherigen Saison betrat man den Park durch das große Studiotor, nun dienen zwei Busse als neues Eingangsportal des Movieland Park.

Tomb Raider Machine

Dadurch ergibt sich nun ein separater Zugang zur Tomb Raider Machine, ein Windshear aus dem Hause Zamperla, welcher großzügig mit Wasser-, Feuer-, Nebeleffekten und etwas Schauspiel inszeniert wird. Gefahren werden können hier grundsätzlich fünf verschiedene Fahrprogramme, die durch eine Wahlscheibe zufällig, sofern der Ride-Op die Scheibe nicht zuvor bremst und sie dann auf eine Mission einstellt, bestimmt werden. Je nach ausgewählter Mission variieren nun Fahrtdauer, Intensität und die verwendeten Effekte. Dabei ist die dargebotene Schau der Anlage durchaus spannender anzusehen als die Fahrt an sich, die doch eher etwas ruckelig daherkommt.

Horror House

Durchschreitet man das alte Eingangsportal findet man sich direkt auf der Main Street des Parks wieder, in dessen Eckhaus sich etwas Düsteres oder besser gesagt in dessen Keller sich etwas Stockfinsteres verbirgt. Mit dem Horror House bietet man seinen Parkgästen seit der Eröffnung ein Ganzjahresmaze, also ein nicht temporäres Gruselkabinett mit Schauspielern, ähnlich dem Krüeger Hotel im spanischen Freizeitpark Parc d’atraccions Tibidabo bei Barcelona, an. Bereits in der Warteschlange überzeugt die gelungene Gestaltung des Hauses, welche spätestens im völlig blutverschmierten Aufzug an Stimmung gewinnt.

Direkt in die Dunkelheit entlassen folgt man nun den roten Lichtern der Überwachungskameras durch absolut finstere Gänge bis man sich langsam aber sicher an die Dunkelheit gewöhnt hat. Von Zeit zu Zeit geht es nun durch größere Szenerien, die allesamt einen Bezug auf Horrorfilmklassiker vorweisen können und zudem aufwändig gestaltet wurden. Besonders gut hat mir dabei die Kühlraumszene mit den Leichensäcken gefallen, die erst durch Bewegung den weiteren Weg versperrten und dann durch den Einsatz von Stroboskop und Freddy Krueger aus den Nightmare on Elm Street Filmen ihre volle Wirkung zeigten. Glücklicher Weise hat uns erst im letzten Raum vor der aufwärtsführenden Treppe eine Zweipersonengruppe eingeholt, die sich den Weg mittels Kameralampenlicht ihres Smartphones bannten und sich selbst somit der Stimmung beraubten. Am Ende folgt ein weiterer Gang, indem Michael Myers aus den Halloween Filmen mit einer Kettensäge wartete; die Befürchtung es würde hier oben genauso lang weitergehen wie im Keller traf also nicht zu.

Das Horror House ist ein sehr stimmungsvolles und schön gestaltetes Maze mit einer erstaunlich langen Durchlaufzeit. Die vom Movieland Park selbst angegebenen 600 Sekunden erreicht man wohl nur, wenn man schön brav mit den Händen auf der Schulter des Vordermanns durch die Gänge geschleust wird. Zu zweit brauchten wir schon ein wenig länger um uns in den stockfinsteren Fluren zurecht zu finden. Dabei machen die Schausteller ihren Job durchaus gut, auch wenn man fast immer erahnen konnte, was sogleich folgen wird. Im Vergleich zum ähnlichen Krüeger Hotel gefällt mir die Inszenierung und die durchgängig präsente Storyline im Parc d’atraccions Tibidabo ein wenig besser, dennoch hat man hier eine wirklich überragende Attraktion, die man keineswegs auslassen sollte.

Addams House

Wobei man diesbezüglich klar darauf hinweisen muss, dass ein Besuch unter 14 Jahren nicht gestattet ist. Aber auch dies ist kein Problem, denn immerhin gibt es mit dem Addams House einen weiteren Zugang hinab in den Keller. Hierbei durchschreitet man einige Räume und Gänge des großen Gruselkabinetts und wird dabei unter anderem durch Zombiehitler brillant unterhalten. Allein dieser Moment ist so herrlich abstrus, wodurch man den Park zwangsläufig gernhaben muss. Nach nur kurzer Zeit, dafür aber mit einem richtig breiten Grinsen im Gesicht, ging es über eine Stahltreppe wieder hinauf. Verständlicher Weise ist während der Spielzeit des Addams House der Zugang zum Horror House geschlossen.

Overdrive

Auf der Rückseite des Studio 1 befindet sich derzeit ein Live Set, auf den der großzügig im Park beworbene Film Overdrive aufgezeichnet wird. Prinzipiell handelt es sich dabei um eine kleine, als Filmaufzeichnung getarnte, Stuntshow, in der auch einige Parkbesucher einbezogen werden. Es werden einige Stunts gezeigt, danach werden die Aufnahmen geschnitten und am Ende landet der Film dann auf YouTube bzw. der Website des Parks. Pro Tag werden zwei Takes aufgenommen, wobei die Zeiten nicht ausgeschrieben waren, wodurch wir beide verpasst haben.

The Illusionist

Dafür aber konnten wir die Zaubershow The Illusionist ansehen, welche grob auf dem Film Prestige basiert. Gezeigt werden nach und nach einige bekannte Zauberstücke, die recht stilvoll mit allerhand Effekten untermalt werden. Leider konnte ich der Story nur bedingt folgen, da wir auch etwas zu spät zur Vorführung stießen, jedoch ist die Inszenierung durchaus gelungen und das Theater an sich macht schon einiges her.

Terminator 2 – 5D

Direkt daneben befindet sich mit Terminator 2 – 5D ein interaktives Theater, in dem man mit Pistolen bewaffnet teilweise auf eine Leinwand, aber auch auf plastische Figuren, schießt. Die Terminatoren-Animatronics sind überzeugend, ebenso die zahlreichen zusätzlichen Effekte, leider aber sieht man von der Seite nicht sehr viel von der Leinwand. Dabei macht das Spiel durchaus Spaß und ist keineswegs zu kurzweilig, obgleich am Ende zwangsläufig Game Over heißt.

U-571

Vorbei an der Fazenda di Zorro bzw. den übrig gebliebenen Zugängen des Rodeo Grill Restaurants, welches im Jahr 2012 vom Park entkoppelt wurde, und als weiteres All You Can Eat Restaurant die Besucher nach den Öffnungszeiten der beiden Parks (und während der Mittagszeit im Movieland Park) unterhalten sollte, jedoch nach zwei Jahren Betrieb weiter veräußert wurde und nun als Ristoburger Zero21 geführt wird, führt der Weg in Richtung des U-Boot Simulators U-571.

In einem U-Boot Bunker warten wir zunächst auf weitere Rekruten um einige Zeit später unserem befehlshabenden Offizier vorgelassen zu werden. Dieser weißt uns ein, während ein torkelnder Matrose mit einer Buddel voll Rum hinter ihm Späßchen macht. Während dieser Show erfolgt urplötzlich ein Angriff der Alliierten und mehrere Bomben fallen in das Hafenbecken. Wir müssen fliehen, doch alle Wege sind versperrt und so nähern wir uns dem U-Boot des Modells U-571 im rasanten Schritt, klettern hinunter, durchschreiten eilig das Unterwassergefährt und nehmen in einer Kammer Platz, während das Boot abtaucht.

Unser betrunkener Kamerad versucht nun uns und das U-Boot zu retten und weist mich darin ein einige Ventile zu öffnen und zu schließen; wir tauchen derweil immer weiter hinab, doch irgendetwas ist undicht. Voller Hast versuche ich nun die Angaben zu erfüllen und bekomme eine Wasserladung nach der anderen ab, während die restlichen Rekruten von unserer Tauchfahrt nur etwas durchgeschüttelt werden. Irgendwann ist das eine Ventil futsch und die Wassermenge kaum noch zu stoppen, doch wie ein Wunder schaffen wir es noch aufzutauchen ohne dabei von den Alliierten entdeckt zu werden.

Das U-571 ist eine grandiose Attraktion mit einer atemberaubenden Pre-Show und überragenden Schauspielern, die sich bei der Inszenierung dieser Attraktion wirklich verdammt viel Mühe geben. Leider hat man von dem originalgetreuen Nachbau des U-Boots im Maßstab 1:1 nicht wirklich viel, immerhin durchläuft man das Boot in einer kleinen Gruppe dann doch recht zügig. Der eigentliche Simulator ist von der Technik her schlichtweg eine alte Filmrakete nur ohne Film, wackeligen Sitzbänken, aber einer genialen, zumal außerordentlich beklemmenden, Stimmung. Sollte man dann noch vorne links im Boot sitzen, so hat man keine Chance den Wassermengen auszuweichen, wodurch der Nässegrad, welcher durch die Pre-Show eh bereits recht hoch war, einem Sprung in den benachbarten Gardasee ähnelt.

Troncosaurus

Sollte die Kleidung immer noch trockene Stellen aufweisen, so empfiehlt sich eine Fahrt auf der Wildwasserbahn Troncosaurus, welche vor der Umgestaltung des Dinosaurierbereichs am unteren Ende des Parks eher einem Parkhaus glich als einer spritzigen Baumstammfahrt über zwei Schussfahrten. Mittlerweile macht die Anlage jedoch genauso viel her wie der restliche Bereich, welcher nun ein idealer Kinderbereich mit passender Beschallung ist.

Nachdem man die Station verlassen hat dümpelt man in einer weiten Rechtskurve dem ersten Lifthügel entgegen. Oben angekommen vollführt der Kanal unterhalb der späteren Wegstrecke eine Wende, wobei Ein- und Ausfahrt nahezu nebeneinander verlaufen. Hierauf folgt dann die erste Abfahrt der Wildwasserbahn, deren Übergang in den unteren Kanal recht abrupt erfolgt, wodurch man dann sehr gut befeuchtet wird. Kurz darauf findet man sich in einer weiteren langgezogenen Rechtskurve wieder, die einen parallel zum ersten Lifthügel in die zweite Auffahrt entlässt. Oben angekommen folgt man erst einmal derselben Strecke wie eine Etage darunter, doch anstelle nun zur zweiten Abfahrt anzusetzen folgt man nun einer längeren Geraden bis auf die andere Seite der Anlage, dort angekommen durchquert man eine Linkskurve und nähert sich langsam aber sicher der zweiten Schussfahrt. Nicht ganz so nass, wie beim kleinen Gefälle verlässt man die Auslaufstrecke in einer weiteren Linkskurve und nähert sich dann der Station.

Troncosaurus ist eine wahrlich spezielle Wildwasserbahn des Herstellers L&T Systems, welche nicht nur möglichst viel Strecke auf wenig Raum unterbringt, sondern auch die verwendete Technik sinnvoll und dabei möglichst energiesparend, z.B. durch nur einen Wasserkreislauf, nutzt. Die Fahrt selbst ist durchaus nett und der Nässegrad kann sich wirklich sehen lassen, zumal selbst außerhalb der beiden Schussfahrten ständig Wasser in das Boot hineintropft.

BC-10 Airlines

Nebenan schwingt die Schiffschaukel BC-10 Airlines in die Höhe, wobei der eigentliche Ausschlag des ehemaligen Looping Starships Aerovarvet im schwedischen Freizeitpark Liseberg deutlich höher ausfiel. Nachdem sich der Loopingwahn ein wenig legte bauten diese das Raumschiff ein wenig um, so dass dieses nun ohne Schulterbügel und Gegengewicht die Fahrgäste als Kulingen einige Jahre lang unterhielt. Später verschwand es mehrere Jahre von der Bildfläche ehe sich der Movieland Park erbarm und die Anlage kaufte und umgestaltete. In der heutigen Form unterhält die Schiffschaukel die Fahrgäste in drei verschiedenen Fahrprogrammen, wobei kein deutlicher Unterschied vorhanden ist. Leider bremst das Schiff immer sofort ein wenig ab, sobald es den maximalen Ausschlag erreicht hat, was dem Fahrspaß, ebenso wie die engen Bügel, nicht zu Gute kommt.

Brontojet

Ebenfalls vor dem Verschwinden gerettet hat man den Schwarzkopf City Jet Brontojet, welcher zuvor einige Jahre seine Fahrgäste im englischen Freizeitpark Lightwater Valley unterhielt und nur kurz unter der Familie Bemboom im Loudoun Castle betrieben und dann eingelagert wurde. Im Jahr 2010 wurde die Anlage dann als zweite Achterbahn des Movieland Park eröffnet.

Nachdem man in dem bequemen Wagenverbund platzgenommen hat geht es nach einem kurzen Streckenabschnitt geradewegs in den Spirallift der Anlage, welcher durch eine Stromschiene die antreibenden Motoren der beiden Wagen mit Strom versorgt und somit stetig nach oben befördert. Oben angekommen kann man noch kurz den Ausblick auf den Gardasee genießen ehe es mit Karacho dem Erdboden entgegengeht. Mit voller Wucht durchquert man nun das erste Tal, woraufhin man gleich wieder emporschnellt. Kurz unterhalb der ersten Abfahrt umfährt man nun in einer gemächlichen Linkskurve den Spirallift, just bevor man sich erneut in eine Steilkurve gen Boden wirft. Nach einem bodennahen Umschwung geht es wieder einige Meter hinauf und schleunigst in einer ovalen Abwärtshelix, ausgeführt in feinster Bayernkurvenmanier, hinab. Nach einem sehr abrupten, und sicherlich nicht nach der Herzlinie ausgelegten, Übergang der geneigten Kurve in eine Gerade endet man sogleich in der starkgreifenden Bremse der Anlage.

Der Brontojet ist eine wahrlich intensive Achterbahn mit, abgesehen von dem Übergang in die Bremse, absolut großartigen Fahreigenschaften. Für mich war es die zweite City Jet Anlage nach dem großartigen Bobsleigh aus dem französischen Nigloland und auch hier konnte die Anlage, trotz der vergleichbar geringeren Gestaltung, durchaus überzeugen, zudem war es meine 400ste gefahrene Achterbahn allein in Europa.

Bront-o-Ring und Octopus

Nicht ganz so spektakulär geht es währenddessen beim Bront-o-Ring zu, einer kleinen angetriebenen Kinderachterbahn mit einem dreieckförmigen Layout, deren Zug über ein Kabel in der Mitte der Anlage heraus mit Strom versorgt wird. Hier dreht man über ein längeres Zeitintervall Runde für Runde, bis man irgendwann doch ganz froh ist wieder aussteigen zu dürfen. Ihr gegenüber steht mit Octopus ein schicker Polyp aus dem Hause Soriani & Moser, welcher eine lange und drehfreudige Fahrt bot.

Back to the Back Stage

Mit Back to the Back Stage befindet sich in diesem Bereich eine etwas ungewöhnliche Monorail mit der man ein wenig hinter die Kulissen des Freizeitparks sehen kann, weswegen man die Anlage tunlichst erst nach dem Besuch aller Hauptattraktionen besuchen sollte. Dafür stoppt die Anlage an mehreren Stationen mit einigen Displays, woraufhin Doc Brown in kleinen Filmchen Einblicke in die einzelnen Attraktionen gibt, ehe er aufgeschreckt durch die Katastrophen von Magma 2.1 zurück in die Zukunft reisen möchte, weswegen man, zumindest von der Story her, am Ende der Fahrt auch tatsächlich ein Tag in die Zukunft gereist ist.

Kitt Super Jet

Von der Monorail aus bekommt man einen guten Einblick auf das wilde Treiben der Jetbootfahrer des Kitt Super Jets. Inspiriert durch die, nach wie vor beliebte, Serie Knight Rider bzw. Supercar auf Italienisch geht es im Auftrag der Foundation für Recht und Verfassung auf Verbrecherjagd. Aber nicht in Kitt, denn das wäre bereits von der Kapazität her eine Katastrophe, sondern im Super Jet, dem Pendant auf dem Wasser.

Nachdem uns Michael Knight persönlich auf perfekten italienisch auf die Mission eingestimmt hat wird das Boot abgesengt und verlässt rückwärts seinen sicheren Hafen. Kurz darauf setzen die 600 PS starken Motoren ein und das Boot beschleunigt in einer wahnsinnigen Art und Weise. Mit Vollgas dreht man nun Runde für Runde über das Becken der benachbarten Stunt Show und weicht dabei einigen Zielen aus, die zwischenzeitlich herabgelassen wurden. Zwischendurch bremst man auch mal spontan ab, dreht dabei eine Pirouette und beschleunigt im gleichen Maßen. Mittendrin verschwindet das Boot auch kurz in einen Schuppen, welcher sich als Hinterhalt herausstellt. Unter Beschuss verlässt man das kurz vor dem Einsturz stehende Gebäude und rast erneut über die Wasseroberfläche, wobei nun einige zusätzliche Wassereffekte ausgelöst werden. Kurz darauf fährt das Boot wieder in seine Parkbucht im sicheren Hafen der Foundation.

Kitt Super Jet ist die wohl atemberaubendste Wasserattraktion in ganz Europa und definitiv eine der Attraktionen, die man in seinem Leben unbedingt mal erlebt haben sollte. Die Einbindung der Serie Knight Rider passt irgendwie perfekt, was durch den Auftritt des urdeutschen Superheldens David Hasselhoff als etwas gealterter Michael Knight in der kurzen Pre-Show nochmals untermauert wird. Die Fahrt bietet sehr viel Tempo, Action und Adrenalin und dennoch für jeden etwas, so dass man zwangsläufig seinen Hut vor dem Movieland Park ziehen muss, welcher spätestens mit dem Kitt Super Jet bewiesen hat, dass das Canevaworld Resort die bessere Wahl für einen gelungenen Freizeitparktag am Gardasee ist.

John Rambo Stunt Show

Kurz nach 17 Uhr öffneten sich die Pforten zur John Rambo Stunt Show und die verbliebenden Gäste konnten in etwa die Hälfte der riesigen Showarena füllen. Kurz darauf werden auch schon ein alter Kamerad John Rambos und einige Besucher von Terroristen gefangen genommen. John Rambo eilt herbei um seinen Kollegen zu befreien, wird dabei aber recht schnell entdeckt. Es beginnt eine Action Sequenz mit Motorrädern und Quads, an deren Ende Rambo ordentlich Prügel einstecken muss. Während dessen hat sich sein Kamerad befreit und gemeinsam schaffen sie ein wenig Ordnung. Eine verdeckt arbeitende Soldatin schließt sich an, nur um kurz darauf in einem Hinterhalt gefangen genommen zu werden. Währenddessen werden die Geiseln (die gefangen genommenen Besucher) auf die Hauptbühne gebracht und dürfen das Spektakel nun hautnah erleben. Als einzige nicht gefangen genommene Person versucht Rambo in einer One-Man-Army Sequenz jeden zu befreien. Dabei befreit er erst seinen Kollegen und öffnet die Fluchtwege, woraufhin eine actionbelandene Schau auf dem Wasser stattfindet, in der auch die restlichen Besucher mal wieder ein wenig Wasser abbekommen. Nachdem die feindlichen Streitkräfte zu einem Großteil besiegt sind und die Geiseln via Motorboot auf die vordere Bühne gebracht wurden gibt es noch eine kleine Liebesgeschichte zwischen Rambo und der Soldatin, die jedoch kurz darauf von dem einzigen übrig gebliebenen Widersacher tödlich verletzt wird. Daraufhin zückt Rambo seinen Bogen, feuert einen Pfeil auf die Ölfässer auf der gegenüber liegenden Seite und löst somit eine Explosion aus, die den Feind in Brand steckt.

Auch wenn sich die Story teilweise doch sehr in die Länge zieht, so ist die John Rambo Stunt Show eine durch und durch sehenswerte Show, in der erfreulicher Weise weniger auf Klamauk und öden, da oft gesehenen, Autostunts gesetzt wird; letzteres ist auf Grund der Wasserarena ja auch schlecht möglich. Neben den gut choreografierten Kampfdarstellungen bietet man auch einige Überraschungen, welche gut in Szene gesetzt werden. Die große Cast macht ihre Arbeit wirklich gut, weswegen man die Show keinesfalls auslassen sollte.

Magma 2.1

Ein weiteres Highlight folgt mit Magma 2.1, einer Fahrattraktion ähnlich der Studio Tram Tour aus dem Walt Disney Studios Park bei Paris, nur mit sehenswerten Spezialeffekten, motivierten Fahrern und sehr viel Action.

Dabei beginnt die Fahrt noch recht harmlos, denn nachdem der Wagen die Station verlassen hat folgt erst einmal eine kurze Wende am hinteren Ende des Hollywood Action Towers, doch dann stürzt sich der Truck gnadenlos eine steile Böschung herunter, wodurch die Passagiere ordentlich aus ihrem Sitz gehievt werden. An der Rückseite der Stuntshow vorbei geht es nun in einen Hindernisparcours mit mehreren leckeren mechanischen Spielereien. Doch zuvor durchquert man ein kleines Wasserbecken über dem sich ein Tanklastwagen entleert, was in der Theorie eine sehr spritzige Angelegenheit sein kann. Nun überquert man eine überdimensionale Wippe und im nächsten Moment wird man durch Kaltluftgebläse ein wenig trockengefönt. Mit ordentlicher Geschwindigkeit heizt man nun noch etwas über das Gelände und umrundet dabei ein kleines Gebäude, in welches man kurz darauf auch einfährt. Hier drin befindet sich ein kleines Labor, welches nun auf Grund einiger Erdbeben ordentlich zerstört wird. Dabei wird der Truck durchgeschüttelt und es gibt einige Feuer- und Lichteffekte. Eine Sirene ertönt und wir verlassen schnellstmöglich das Gebäude. Draußen brennt es überall und die Landschaft ist größtenteils zerstört, zu allem Unglück bricht auch noch die Straße unter einem ein und man landet recht überraschend im Wasser. Gezwungener Maßen durchfährt man nun ein weiteres Wasserbecken, wo es noch den einen oder anderen, auf die Passagiere gerichteten, Wassereffekt gibt. Ebenso fährt der Truck auch wieder einmal ein wenig rückwärts bis er nach einem weiteren Anlauf die Böschung hinauffahren kann. Erneut mit Vollgas passiert man nun die selbe Straße entlang der Stuntshow wie zum Anfang der Fahrt und landet kurz darauf in der Station, wo der Fahrer meist unter etwas Applaus verabschiedet wird.

Magma 2.1 ist eine wirklich witzige und effektüberladene Attraktion, wie man sie so in Europa leider nicht nochmals finden kann, auch wenn man im englischen Chessington World of Adventure auf Zufari zumindest das Potential hinter einer solchen Attraktion erahnen kann. Die Fahrer bei Magma sind gnadenlos und die verbauten mechanischen Effekte können restlos begeistern, weswegen man auch hier unbedingt einsteigen muss.

Hollywood Action Tower

Ebenfalls einsteigen sollte man beim Hollywood Action Tower, ein Free Fall der ersten Generation aus dem Hause Intamin, wie sie bevorzugt in den 80er Jahren erbaut wurden, ehe man Mitte der 90er Jahre platzsparende Freifalltürme mit magnetischen Bremssystem in den Freizeitparks etablieren konnte. Bevor die Anlage im Jahr 2006 in den Movieland Park zog stand sie bis ins Jahr 2001 als Drop of Doom im Galaxyland Amusement Park der kanadischen West Edmonton Mall, ehe sie dort von einem etwa gleich hohen Double Shot der Firma S&S ersetzt wurde.

Nachdem man in den Wagen Platzgenommen und seinen Bügel geschlossen hat setzt sich dieser in Bewegung und fährt erst einmal einige Meter rückwärts in einen Aufzugsschacht. Dort kuppelt die Gondel an der Rückseite ein und wird sogleich den Turm hinaufbefördert. Oben angekommen wird der Wagen unter den Klängen des Twilight Zone Soundtracks ein wenig nach vorne geschoben und kuppelt dabei in den Freifallschacht ein. Unter einem Nebeleffekt brechen die Buchstaben des Hollywood Tower Logos ein und wir fallen währenddessen in die Tiefe. Die ersten Meter davon nähern wir uns noch recht geradlinig dem Boden entgegen, doch dann krümmt sich die Fallstrecke in einem Viertelkreis, sodass wir uns folglich recht schnell auf dem Rücken liegend befinden und weiterhin fortbewegen, ehe die Bremsen merklich zupacken. Ein Mitnehmer greift uns in dieser Position und befördert uns über eine Weiche eine Etage tiefer, wo wir freirollend schnell zu unser Ausgangsposition wiederfinden und sogleich in die Station gebracht werden.

Der Hollywood Action Tower ist die einzige Anlage ihrer Art in Europa und eine der wenigen verbliebenen Anlagen weltweit, weswegen sich eigentlich allein für diese Fahrt der Weg in den Movieland Park lohnt. Dabei ist das Freifallerlebnis hier keineswegs von schlechten Eltern und kann durch seine skurrile Fahrweise mehr als überzeugen, weswegen wir hier immer wieder gerne eingestiegen sind.

Police Academy

Ebenfalls sehr skurril geht es, wie immer, bei der Police Academy her, die hier ihre eigenen Simulatoren für das Fahrertraining der neuen Rekruten hat. Der hier gezeigte Film ist durchaus gut und verwendet im Vergleich zu anderen Simulationen glücklicherweise keine schnell produzierten Computeranimationen, sondern Echtfilmmaterial. Doch so wirklich toll scheint unser Ergebnis nicht zu sein, weswegen Lieutenant Harris die Fahrt abbricht. Durch einen Trick wird er aus dem Raum gelockt, wodurch Mahoney und seine Clique die Simulatoren übernehmen und uns erst einmal den Ententanz tanzen lassen. Doch dies ist nur von kurzer Dauer, denn mit der Rückkehr von Lieutenant Harris wird der ursprüngliche Film fortgesetzt und dem Ende entgegengebracht. Insgesamt ergibt sich hieraus eine wirklich außergewöhnliche Fahrt, die sich glücklicher Weise von der Standardmasse abheben kann und somit ein erfrischend anderes Erlebnis bietet, welches man, wie so oft in diesem Park, erlebt haben sollte.

Diabolik Invertigo

Vorbei an der kleinen Monza Piste Route 66 führt unser Weg durch das Eingangsportal auf den Vorplatz des Movieland Park, von dem aus zwei Brücken zu unserem nächsten Ziel führen, dem Diabolik Invertigo aus dem Hause Vekoma, welcher zuvor als Two-Face: The flip side von 1999 – 2007 im Six Flags America stand. Obwohl man damals beim Abbau nicht sonderlich zimperlich mit der Anlage umgegangen ist wirkt die Anlage nun wie neu und hat zudem noch einen Onboard Sound und eine durchgängige Storyline der italienischen Zeichner A.M Ricci und M. Ricci, sowie dem Texter Mario Gomboli nach der Vorlage des Comics Diabolik der Schwestern Angela und Luciana Guissani spendiert bekommen.

Der Fahrverlauf gleicht dabei dem eines Boomerangs aus dem gleichen Hause; sprich nach dem Lift folgt die Stationsdurchfahrt, woraufhin man in einer Cobra Roll gleich zwei Mal überkopf gestellt wird und danach die Welt ein drittes Mal in einem einfachen Looping kopfüber sieht, ehe man leicht gebremst den zweiten Lift empor befördert wird um das ganze Spiel nochmals in die entgegensetze Richtung zu erleben. Dennoch gibt es bei einem Invertigo kleinere, aber feine Unterschiede, zum handelsüblichen Boomerang, z.B. befindet sich der Zug unterhalb der Schiene und weißt eine vollkommen andere Sitzordnung auf, bei der man sich sogar gegenübersetzen kann, und auch die Technik ist hier ein wenig anders gelöst.

Wie auch bei Tornado des ehemaligen dänischen Freizeitparks Sommerland Syd, nun Triops im französischen Freizeitpark Bagatelle, können sich die Fahreigenschaften des Diabolik Invertigo wirklich sehen lassen. Hier schlägt grundsätzlich nichts und auch kleine Unebenheiten sind nur in einem sehr geringen Rahmen vorhanden, wodurch zumindest mir die Fahrt sehr viel Spaß bereitet hat und einen hohen Wiederholungsfaktor vorweisen kann. Natürlich trägt auch die gelungene Comicgestaltung der Anlage ihr bestes dazu bei und auch der Onboardsound war eine willkommene Überraschung.

Bilder Movieland Park

Fazit Movieland Park

Aber eigentlich war der ganze Movieland Park eine sehr große Überraschung, denn einen solchen Park sieht man leider nicht alltäglich. Neben seinen grandiosen Hauptattraktionen und den eher vernachlässigbaren Hoch- und Rundfahrgeschäften bietet er wirklich sehr viel Unterhaltung an jeder noch so kleinen Ecke, wodurch man ohne Probleme einen ganzen Tag mit nur wenigen Wiederholungsfahrten im Park verbringen kann. Sobald man den Movieland Park dann noch verlässt darf man über den roten Teppich, applaudiert von den ganzen Darstellern, denen man tagsüber während der Arbeit zusehen durfte, schreiten. Obwohl unheimlich kitschig, ist es eben jener Kitsch, der den Movieland Park dann schlussendlich zu meinen neuen Favoriten unter den europäischen Freizeitparks werden ließ.


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Pre-Opening mit Hindernissen

Vorwort

Wo im letzten Jahr die REWE Familientage stattfanden sollte es in diesem Jahr etwas exclusiver im Heide Park vorangehen, zumindest für die Jahreskartenbesitzer. Dank einer Aktion des Radiosenders FFN wodurch deren Hörer für nur 25€ in den Park kommen konnten entzündete sich ein Shitstorm sondergleichen bei den Fans, wodurch eine ERT von 3 Stunden bei der Krake und Krake lebt! ins Leben gerufen wurde um diese Fans noch irgendwie glücklich zu stimmen.

Eines vorweg, diese ERT wäre nicht nötig gewesen und so ergab es sich das die zwei Attraktionen zwischen 10 – 13 Uhr vergleichsweise voll waren, während der Rest des Heide Park wie ausgestorben war. Da quasi nur Jahreskartenbesitzer im Park waren ergab es sich auch das die Warteschlangen zur Verlängerung oder (Neu-)beantragung der Karten die längsten am Tage waren, vor allem nach Parkschluss.

Der Heide Park und seine Krake

Eine vollständig thematisierte Achterbahn

Nachdem kurz vor 10 Uhr das Tor geöffnet wurde rannten die meisten Fans zu dem Objekt was sie im vorherigen Jahr so sehnsüchtig vermisst hatten, dem Krakenmaul. Einige Minuten später konnten auch Hauke und Ich dieses aus der Nähe betrachten, immerhin wollten wir von der ERT profitieren, was sich wie oben bereits erwähnt als unnötig herausstellte. Nach einer Fahrt in der dritten Reihe, wo man vom Krakenmaul nicht wirklich etwas mitbekommt wurde eine Fahrt in der ersten Reihe anvisiert. Das Erlebnis in der ersten Reihe ist nun massiv durch das Sichtbare getrübt, wo im Vorjahr freie Sicht herrschte und man ein gewisses Höhengefühl entwickeln konnte starrt man heute auf ein hässliches Maul.

Auch von Außen wirkt das Maul völlig fehl am Platze und so wäre es besser gewesen, hätte man dieses nie befestigt. Aber und das muss man den Heide Park lassen, hat man es somit geschafft innerhalb der Winterpause all seine Kritiker eine auszuwischen. In den diversen Foren war es schon ein komisches Bild auf einmal selbst die größten Meckerer zu hören wie toll es doch sei, dass der Heide Park so schnell, so etwas gutes erstellt habe. Das Schiffswrack hingegen ist gelungen und mit allerhand Details bestückt, auch die Tentakel die es versuchen in die Tiefe zu ziehen wirken sehr gut. Leider wird das Schiff von den Wasserfontänen nicht überflutet, auch ist das Lichtraumprofil viel zu großzügig ausgelegt, so dass kein Headchopper entstehen konnte.

Krake lebt!

Die Folgegeschichte der Krake wird bei Krake lebt! erzählt, dem ersten Ganzjahresmaze in Deutschland. In einer relativ großen Gruppe wird man in das Gruselkabinett geschleust und darf sich erstmal scannen lassen um die „Tiefsehtauglichkeit“ nachzuweisen, die dabei aufgenommenen Daten kann man dann später betrachten, sofern man nicht einfach daran vorbeiläuft. Im darauf folgenden PreShow-Raum wird man gut auf die Story eingestimmt, wonach man das Wrack des untergegangenen Schiffes etwas genauer betrachten soll, das die Besatzung bei dem Vorgang damals wohl etwas verrückt wurde dient als ideale Vorlage für das was folgt.

Nach Verlassen der Tauchkapsel befindet man sich in einem Raum, der jeden Besucher eines Dungeons bekannt vorkommen dürfte, dem Labyrinth der Vergessenen. Je nachdem wie viel Puffer man zur Vorgruppe braucht kann man hier schon etwas länger verbringen, dabei ist die Wirkung durch die engeren Gänge besser als in den Verliesen in Hamburg, London oder anderen Städten. Kurz darauf wird man abgeholt und fühlt sich im Grunde wie in einem Minidungeon, was sogar relativ originell gewesen wäre, aber nein man ist ja ein Maze. In den Nachfolgenden Räumen versuchen die Schauspieler irgendwie gruselig zu sein, aber auf Töpfe schlagen und einen böse angucken reicht hier bei besten Willen nicht aus. Es gab nur eine Person die halbwegs überzeugen konnte und die Manie der Besatzung gut näher brachte. Es wäre besser gewesen hätten die Leute mehr zu sagen, würden ihre Rollen und ihr Schicksal besser darstellen und das Schicksal der Gruppe als relativ aussichtslos bezeichnen.

Die Räume in Krake lebt! sind relativ schick, aber im Gesamten etwas zu dunkel beleuchtet, oder wie im Falle des zweiten Warteschlangenraumes (Raum bestehend aus einfachen Zickzacks) einfach gar nicht beleuchtet. Da hilft es auch nicht sonderlich wenn man gesagt bekommt man könne sich an der linken Wand orientieren. Besonders erwähnenswert und positiv herauszuheben ist der Raum in dem man mit der Krake konfrontiert wird und dabei gut befeuchtet wird. Auch was das Maze aus einem gemacht hat kann man hier bestaunen. Im Gegensatz zu anderen Mazes wird man nun nicht mit einer Kettensäge herausgescheucht, was aber in diesem Falle durchaus berechtigt ist.

So wie das Maze Krake lebt! zur Zeit in Soltau betrieben wird ist, wie auch im italienischen Gardaland oder im englischen Thorpe Park, absolut lächerlich. Das Potential der Aneinanderreihung verwirrender Gänge wird nicht ausgenutzt und es wäre besser würde man wirklich eine Art Minidungeon daraus machen und somit wenigstens den Unterhaltungswert erheblich steigern, wenn auch der Gruselfaktor, der zur Zeit eh nicht vorhanden ist, wahrscheinlich einbüßen erleiden würde. Da es im Grunde der erste Tag für die Crew war kann sich noch einiges zum Besseren wenden, jedoch rate ich zur Zeit jedem das Maze, wenn überhaupt, nur bei einer halbwegs leeren Warteschlange zu besuchen. Ich selbst werde das Maze gegen Ende der Saison erneut eine Chance geben mit der Hoffnung das sich einiges getan hat und ein endgültiges Fazit zu ziehen.

 

Was ist eure Meinung zum Grusellabyrinth Krake lebt!?  Schreibt sie einfach in das Kommentarfeld unter dem Bericht oder in unsere sozialen Medienkanäle: