Viel zu tun im Energylandia

Energylandia

Little Kids Zone, Family Zone & Extreme Zone

Als das Energylandia im Jahr 2014 eröffnete, war keineswegs absehbar, wie rasant sich der Park in den Folgejahren entwickeln würden. Was zunächst so wirkte wie eine Sammlung zahlreicher Fahrgeschäfte von der italienischen Resterampe mitsamt ebenso billiger, wie hingerotzter Gestaltung, hat sich zum Glück recht zügig dank europäischer Fördergelder zu einem doch recht anschaubaren Freizeitpark gemausert.

Die Anfänge der Parks kann man – zumindest in Teilen – an den drei Kinderachterbahnen Circus, Frutti Loop and Mars sehen, welche allesamt nichts Besonderes sind, sowie an dem Pyramid 7D Kino und den davorstehenden Fahrgeschäften Space Gun und Space Booster. Der Park wirkt in dieser Ecke – trotz zahlreicher Maßnahmen des Freizeitparks – recht billig und keineswegs schön.

Speed

Vorbei an der SBF Visa Drehgondelachterbahn Happy Loops und dem Eingang zum Energylandia Wasserpark führt uns der Weg nun schnurstracks zur Wasserachterbahn Speed aus dem Hause Intamin.

Nachdem man in irgendwann die viel zu lange Warteschlange hinter sich gelassen hat, kann die Fahrt auch schon beginnen. Da der Vertikallift der Anlage noch in weiter Ferne liegt dümpelt man mit dem Boot noch etwas durch den Kanal, wobei hier interessanterweise recht gutes Wildwasserfeeling erzeugt wird, immerhin schlagen die Wellen immer wieder beinahe in das Boot um und lassen einen durch die aufgewirbelten Wassertropfen regelrecht davonzucken. Sobald der Lift erreicht ist, geht es recht schnell auf die Ausgangshöhe von 60m. Mit bester Sicht auf den Park wird man alsbald über die Kuppe geschoben. Auf dem folgenden 45° steilen Gefälle nimmt man ordentlich Schwung und saust sogleich durch das erste Wasserbecken und kaum gebremst über einen Hügel. Hier hebt man dann ein wenig ab, ehe man sich in eine flotte Bayernkurve schmeißt. In der Hoffnung durch den anschließenden Blockbereich ein wenig an Geschwindigkeit abzubauen, durchfährt man diesen nun ohne jegliche Bremswirkung und wird anschließend in eine Rechtskurve entlassen. Eine flotte Abwärtshelix fügt sich an, geht dann jedoch in einen Hügel über, welcher die finale Schussfahrt der Fahrt einleitet. Gut durchfeuchtet wird man wieder in den Kanal entlassen und erreicht kurz darauf die Station.

Wie auch auf Divertical im Mirabilandia, kann die Fahrt auf dem Intamin Water Coaster Speed wirklich überzeugen. Jedoch empfehle ich niemanden, eine Fahrt im Spätherbst zu wagen, da die Bahn dann doch etwas nässer als gedacht ausfallen kann und einem die Ganzkörpertrockner im Park nicht wirklich trocknen können.

Jungle Adventure

Vom Ausgang der Achterbahn Speed ist es nicht mehr weit zur Station des Intamin Rapids Ride Jungle Adventure, doch auch hier hat der Park wieder einmal eine sehr lange Warteschlange gebaut, deren Eingang sich leider auf der komplett anderen Seite befindet. Die Fahrt selbst ist recht flott unterwegs, leider aber, mit Ausnahme einiger weniger Stromschnellen, sehr ereignislos. 

RMF Dragon

Als das dänische Fårup Sommerland die Achterbahn Orkanen öffnete, war das Staunen groß. Das speziell für den Park konzipierte Layout wurde auf einem See errichtet und taucht direkt nach dem First Drop in einen Tunnel ein, während der Rest der Fahrstrecke weitestgehend bodennah über den See führt. Als dann das Energylandia das Layout kopierte wurde dann ein großes Becken errichtet und auch auf den Tunnel hat man bei der Anlage in Zator nicht versichtet.

So führt uns auch hier der erste Drop direkt in einen Tunnel hinein; wobei der Eingang einem Drachenschlund nachempfunden wurde. Wieder an Tage führt uns der Weg überaus geschmeidig durch einen Overbanked Turn und über einen kleinen Speedbump, welcher uns in eine weite Helix führt. Sogleich queren wir das Stationsgebäude, nur um dann auf der anderen Seite in einer weiteren Helix zu landen. Eine kompakte Rechtskurve führt uns dann in eine kleine Senke, woraufhin wir nach einem weiteren Kurvenschwung in das Stationsgebäude einfahren und unsere überaus unterhaltsame Fahrt sich leider ihrem Ende naht.

Formula

Eine der wichtigsten Meilensteine des Freizeitparks Energylandia ist die kleine Abschussachterbahn Formula. Nachdem man die Station verlassen hat, geht es sogleich auf die Abschussstrecke, wo man nach einem kurzen Halt sogleich auf 80 km/h beschleunigt wird. Mit ordentlich Druck fahren wir dann in den großen Sidewinder ein, welchen wir dann in einer bodennahen Kurve verlassen. Diese führt und dann über einen Airtime-Hügel und sogleich in die zweite Inversion der Anlage – einen Korkenzieher. Auch diesen verlassen wir dann in einer bodennahen Kurve. Nach einem kurzen Schwenker nach Links folgt sogleich Korkenzieher Nr. 2, welcher uns in eine Bayernkurve führt. Fortan bahnen wir unseren Weg über Stock und Stein, ehe wir kurz darauf bereits in die Bremsstrecke fahren und unsere Fahrt auf diesem Sahnestück aus dem Hause Vekoma zu Ende geht.

Anaconda

Intamin Spillwater leben von ihrer Gestaltung. Hier im Energylandia wurde die Anlage komplett nackt in die Gegend geklatscht. Dank der ewig langen Warteschlange, die mal wieder am anderen Ende der Anlage anfängt, hat man zudem einen sehr guten Einblick auf die Stützkonstruktion der Anlage. Als Standardmodell des Herstellers bietet die Anlage gleich zwei Schussfahrten und einen insgesamt recht zurückhaltenden Nässegrad.

Mayan

Die Fahrt durch das bewährte SLC-Layout mit dem Roll-Over, Sidewinder und den beiden Inline-Twists macht ordentlich was her, was vor allem an den modernen Zügen und der daraus resultierenden Laufruhe liegt – die Achterbahn Mayan zeigt also auf eine sehr angenehme Art und Weise, dass Vekoma Suspended Looping Coaster von Grund auf keine schlechten Achterbahnen sind.

Aztek Swing und Apocalypto

Die Fahrgeschäfte Aztek Swing und Apocalypto wurden ebenfalls im ersten Betriebsjahr des Freizeitparks eröffnet und passen dementsprechend kaum noch thematisch in den Freizeitpark. Während die Drehschaukel Aztek Swing sich einer größeren Beliebtheit erfreut, so hat der kleine Top Spin Apocalypto nur selten Fahrgeschäfte, was auch schlicht daran liegt, dass man diesen schnell übersehen kann.

Viking

Die SBF Visa Achterbahn Viking ist eine bodenlose Frechheit; wer auch immer auf die Idee kam, eine einfache Crazy Mouse Achterbahn mit Schulterbügel zu versehen, verdient es diese Achterbahn auf ewig fahren zu müssen. Jeder andere sollte sich eine Fahrt auf dieser Achterbahn lieber sparen.

Boomerang

Die Familienachterbahn Boomerang besticht die Anlage vor allem durch ihre bodennahen Kurven und dem kleinen Hügel über der Station. Das Layout selbst gleicht dabei einer Acht, wobei die beiden Enden über die Schlaufen verlaufen.

Nachdem man rückwärts den Lifthügel hinaufgefahren wurde, geht es sogleich rasant hinab und dann mit Vollgas durch die Station hindurch. Es folgt eine bodennahe Linkskurve, sowie der bereits genannte Hügel über die Station, auf dem leichte Airtime einsetzt. Nach einer Rechtskurve unter den Lifthügel hindurch folgt ein Hügel über die erste Kurve, der mittendrin einen kleinen Buckel aufweisen kann. Hier kommt man dann zum Stillstand, woraufhin sich die Rückwärtsfahrt anbahnt. Etwas gemächlicher als zuvor bahnt man sich nun den Weg zurück zur Station, wo die recht schöne Fahrt dann zu ihrem Ende kommt.

Atlantis, Splash Battle und Toffifee Gold Mine

Direkt gegenüber der Kinderachterbahn Boomerang befindet sich das SBF Visa Rafting Atlantis, welches jedoch – mit Ausnahme einiger weniger zahmer Stromschnellen – eher einer ruhigen Wasserfahrt gleicht. Direkt nebenan gibt es mit einem Splash Battle und der Wildwasserbahn Toffifee Gold Mine gleich zwei weitere Wasserfahrgeschäfte mit einem deutlich höheren Nässegrad.

Śmiejżelki Energuś

Direkt am Eingang des Freizeitparks befindet sich die Nimm Zwei-Achterbahn Śmiejżelki Energuś. Nach einer kurzen Kurve und dem anschließenden Lifthügel absolviert man hier sogleich eine Steilkurve mit anschließender Aufwärtshelix nach Links, absolviert ein kurzes Tal und durchfährt dann eine weite Rechtskurve in der Nähe der Station. Über einen Hügel überquert man den eben gestrittenen Streckenverlauf, woraufhin man in einer weiteren Helix etwas an Höhe abnimmt. Eine Linkskurve schließt sich an, worauf alsbald auch die Bremsstrecke wartet. Nach einer Runde ist die Fahrt auch schon zu Ende.

Hyperion

Die prominent am Parkplatz des Freizeitparks vorbeilaufende Achterbahn Hyperion prägt das Energylandia wie kaum eine andere Achterbahn. Der Hyper Coaster aus dem Hause Intamin beeindruckt durch ihre 77 Höhenmetern, sowie dem großen Out & Back Layout, welches gegen Ende der Fahrt etwas geschwungener daherkommt.

Die Fahrt auf Hyperion beginnt mit dem recht flotten Lifthügel, woraufhin wir sogleich eine Abfahrt von 82m auf uns nehmen. Es folgen zwei wunderschöne Airtimehügel, wobei wir uns auf der Kuppe des zweiten zur Seite drehen und dabei den überdimensionalen Dive Drop einleiten. Der weitere Weg führt uns dann über mehrere bodennahen Hügel, ehe wir einen weiteren Airtimehügel auf uns nehmen. Fortan führt uns der Weg durch einen großen Overbanked Turn uns sogleich durch eine Reihe bodennaher Hügel und Kurvenzüge. Mit richtig viel Dampf rasen wir dann über einen weiteren klassischen Airtimehügel, ehe wir nach einem Anstieg in die Bremsstrecke geführt werden.

Hyperion ist eine richtig gute Achterbahn, welche vor allem durch die bodennahen Kurvenzüge nach dem großen Dive Drop geprägt wird. Die Fahrt ist überaus rasant und – mit Ausnahme der hinteren Außensitzplätze, welche ein interessantes Schwingverhalten aufweisen – absolut erlebenswert. 

Dragon Zone

Die Dragon Zone ist ein mittelalterlich angehauchter Themenbereich auf der anderen Seite der Zufahrtsstraße zum Freizeitpark, welchen man durch einen Tunnel erreichen kann. Hier stehen neben den beiden Familienachterbahnen Draken und Frida, noch das große Riesenrad des Parks, sowie die RMC Hybrid-Achterbahn Zadra.

Frida

Auch die Dragon Zone hat ihre Familienachterbahn aus dem Hause Vekoma. Das Layout selbst ist jedoch europaweit einzigartig, obgleich es eines der häufigsten kopierten Werke aus niederländischer Produktion ist und allein im Jahr 2017 insgesamt 16x errichtet wurde. Der Großkunde in diesem Fall ist die französische Carrefour, welche die Anlagen für ihre Transmart Einkaufszentren in Indonesien orderte.

Wie auch in Ostasien führt uns der Weg zunächst einmal auf eine Höhe von 13m, woraufhin wir eine Steilkurve hinuntersausen. Sogleich folgt eine weite Helix nach rechts, die dann in eine ebenso weite Helix nach links übergeht. Nach einem kurzen Schwung nach rechts und einen kurzen Schwung nach Links finden wir uns sogleich in der Station der Anlage wieder. Es folgt eine zweite Runde auf der insgesamt doch ganz netten Familienachterbahn.

Zadra

Die Achterbahn Zadra ist die bislang größte gebaute Achterbahn aus dem Hause RMC. Während viele der IBox Track Coaster bestehenden Holzachterbahnen ein neues Leben einhauchten, handelt es sich bei Zadra um eine komplette Neuanlage. Dementsprechend ist die Fahrt eher mit der Achterbahn Goliath aus dem amerikanischen Freizeitpark Six Flags Great America vergleichbar.

Nachdem der 62,8 m hohe Lifthügel erklommen wurde, kann es auch sogleich los gehen. Mit ordentlich Schwung zieht es uns gen Boden und sogleich über eine bodennahe Welle. Nach einer Steilkurve führt uns der Weg wieder in Richtung des Lifthügels und sogleich in den Zero-G Stall, wo wir einige Sekunden lang überkopf stehen und dabei eine sehr feine Schwerelosigkeit erleben. Wieder in aufrechter Sitzposition führt uns der Weg sogleich hinter die Station, wo wir in einem Airtimehügel zunächst 90° nach rechts gedreht werden, ehe wir diesen dann in einer Linkskurve verlassen. Nach einer bodennahen Rechtskurve folgt dann ein klassischer Airtimehügel, welcher uns gekonnt aus dem Sitz gleiten lässt. Kurz darauf tauchen wir in einer Zero-G Roll in das Gebälk hinein. Nach einer Steilkurve folgen sogleich zwei kleinere Airtimehügel. Ein kurzer Umschwung führt uns dann auf die andere Seite der Holzstruktur, wo sogleich eine weitere Zero-G Roll auf uns wartet. Kurz darauf erreichen wir auch schon die Bremsstrecke der Anlage.

Zadra ist eine richtig gute Achterbahn, wobei sie für RMC-Verhältnisse überraschend sanft daherkommt. Statt gnadenlos in schneller Taktung von einem Airtimehügel in den nächsten geschickt zu werden, nimmt sich die Anlage deutlich mehr Zeit – das Pacing der Anlage ist also nicht ganz so wahnsinnig, wie auf anderen Anlagen, wodurch die Anlage selbst auch deutlich runder wirkt. Hier steigt man gerne immer und immer wieder ein; wobei dieses massiv erschwert wird, wenn denn die Abkürzung an den Schließfächern im Laufe des Tages geschlossen wird und man demzufolge wieder durch den viel zu langen Wartebereich laufen muss.

Aqualantis

Der Themenbereich Aqualantis zeigt ein weiteres Mal, wie gut das Energylandia Themenbereiche umsetzen kann, wenn sie es denn versuchen. Neben einer großen Anzahl an Fahrgeschäften aus dem Hause Zamperla, darunter der Disk’o Coaster Tidal Wave Twister, besticht der Bereich vor allem durch seine beiden Achterbahn Ekipa Light Explorers und Abyssus.

Ekipa Light Explorers

Da im Energylandia ja jede Achterbahnart mindestens zwei Mal bestehen muss, gibt es auch in diesem Bereich einen Family Boomerang des Herstellers Vekoma. Während die Achterbahn Boomerang eher kompakt gebaut ist, so führt einem die Strecke auf Ekipa Light Exploreres einmal quer über den See, wobei mehrere kleine Umschwünge den Weg zäumen.

Abyssus

Abyssus ist im Grunde dieselbe Achterbahn wie Formula, nur länger und größer. Nach einem eher gemächlichen Abschuss führt uns der Weg sogleich in eine Rechtskurve und über zahlreiche Umschwünge mit kleinen Airtimemomenten und wunderschön geschmeidigen Kurvenwechseln, ehe wir die eigentliche Abschussstrecke erreichen. Hier werden wir dann auf die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h beschleunigt. Sogleich fahren wir einen interessant aussehenden Hügel empor, auf dessen Kuppe wir eine richtig feine Airtime erleben. Leider aber ist die Abfahrt ein wenig getrimmt. Das anschließende Tal durchqueren wir dennoch mit ordentlich Druck, wie auch den nachfolgenden Looping. Überaus rasant führt uns dann eine Rechtskurve in einen Airtimehügel, woraufhin der prominent platzierte Batwing direkt am Eingang zur Fahrt eingeleitet wird. Dieser wird sehr flott durchfahren und ist das Highlight der Bahn. Nach einem größeren Umschwung und einem Airtimehügel folgt dann ein recht flacher Corkscrew, der uns dann in einen stark gebankten Airtimehügel führt. Nach einer recht flotten Helix folgt noch schnell ein letzter Umschwung, welcher uns dann in die Bremsstrecke der Anlage führt.

Abyssus ist eine richtig feine Achterbahn mit einem tollen Layout und einer sehr langen Fahrstrecke. Leider aber steht die Anlage ganz am Ende des Freizeitparks in einer Sackgasse, welche erst durch den Süßigkeiten-Themenbereich, der seit Jahren in Bau ist, irgendwann aufgelöst wird. Somit überlegt man es sich also ganz genau, ob man den weiten Weg bis zur Achterbahn tatsächlich in Kauf nimmt, oder doch lieber die ein oder andere Fahrt auf Hyperion und Zadra dreht.  

Bilder Energylandia

Fazit Energylandia

Das Energylandia ist ein recht angenehmer Freizeitpark und Heimat vieler Attraktionen. Dementsprechend ist mein Bild des Parks nicht unbedingt das Beste, denn angesehen von den sehr guten Achterbahnen Abyssus, Formula, Hyperion und Zadra, steht hier auch sehr viel Krimskrams herum. Derzeit werden zwei weitere Achterbahnen errichtet, wobei eine davon wieder einmal eine Familienachterbahn von Vekoma sein wird.  Die große Anzahl an insgesamt doch sehr ähnlichen Achterbahnen tut dem Park nicht gut, ebenso das doch sehr weitläufige Gelände und die elendig langen Wartebereiche. Darüberhinaus entsteht durch die Zweiteilung des Freizeitparks ein nicht ganz so homogener Gesamteindruck.  


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Auf nach Jumanji

Mein letzter Besuch im Gardaland liegt jetzt schon einige Jahre zurück. Damals befand sich der Themenbereich Kung Fu Panda Academy noch im Bau. Neben zahlreichen kleineren Änderungen, der Eröffnung des Wasserparks Legoland Water Park, der warum auch immer mitten im Gardaland errichtet wurde, und des Kleinkinderbereichs Peppa Pig World direkt am Eingang zum Freizeitpark, ist vor allem die Themenfahrt Jumanji the Adventure als wichtigste Neuheit der vergangenen Jahre zu nennen. 

Kung Fu Panda Academy

Im kleinen Themenbereich Kung Fu Panda Academy dreht sich alles um die beliebte Dreamworks IP rund um den Drachenkrieger Po. Da der Bereich sehr begrenzt ist, findet man hier neben etwas Gastronomie und einem umgestalteten Teetassenkarussell nur den kleinen Spinning Coaster Kung Fu Panda Master, welcher einen Großteil der Fläche für sich einnimmt.

Kung Fu Panda Master

Beim Kung Fu Panda Master handelt es sich um eine Power Mouse des italienischen Herstellers Fabbri. Die kleine Achterbahn bietet mehrere enge Kurven, die den Wagen in einer recht gemächliche Drehung versetzen. Zwischendurch wird dieses durch kleinere Gefälle ein wenig aufgelockert. In Summe jedoch war es das auch wieder schon. Die ultrakompakte 0815 Anlage passt zwar perfekt auf den vorhandenen Platz, jedoch keineswegs in den Freizeitpark. Neben der Gestaltung der Gondeln, die hier eher nach Kirmes statt Freizeitpark schreit, mangelt es der Anlage vor allem an Kapazität. Wer gerne bis zu zwei Stunden an einer Anlage ansteht, während an den Großanlagen im Park der Andrang eher gering ist, der kann gerne eine Fahrt wagen. Der Rest stellt sich entweder gleich zur Öffnung der Anlage an oder verzichtet auf eine Fahrt.

Jumanji The Adventure

Die Themenfahrt Jumanji The Adventure ersetzt Ramses: Il risveglio. Die große Fassade der Anlage erinnert noch in Teilen an den alten Pinfari Klassiker, im Inneren jedoch ist alles neu. Die Fahrt basiert auf der neuen Jumanji Trilogie und somit nicht auf dem Buch und dem damit verbundenen Brettspiel. Nach einer kurzen Preshow wird also klar: Wir müssen Jumanji retten in dem wir das Herz von Jumanji an seinen rechtmäßigen Platz setzen. 

Begleitet von Nigel Billingsley geht es also auf gefährliche Mission. Nachdem wir auf dem 6 Personen fassenden Jeep Platz genommen haben, kann die Fahrt auch schon losgehen. Sogleich wird uns von einem Mandrill das Juwel gestohlen, weswegen wir dem Tier gleich folgen. Nigel verliert in der Aktion jedoch sein erstes Leben. Auf unserer Verfolgungsjagd stoßen wir auf ein Nilpferd und eine Schlange, woraufhin wir beinahe einen Crash haben. Kurz darauf begegnen wir Nigel wieder. Bei der Schlucht mit den hängenden Brücken erweckt der Mandrill einen Steinriesen und verliert dabei das Juwel. Wir springen natürlich gleich hinterher, sichern uns das Juwel und verlieren unser erstes Leben. Hierauf führt uns unser Weg durch eine Steinhöhle, wo wir den Steinriesen ein weiteres Mal begegnen. Unser zweites Leben verlieren wir jedoch in einem riesigen Spinnennetz. Endlich im Tempel angekommen gelingt es uns Nigel das Juwel zu geben. Dieser schafft es trotz des Angriffs des Steinriesens dieses an seinen rechtmäßigen Platz zu setzen, woraufhin der Bann gebrochen ist und die Fahrt endet.

Jumanji The Adventure ist eine überaus solide Themenfahrt. Die großen Sets und die gekonnte Integrierung des Media Contents sprechen für sich. Die Fahrt ist überaus dynamisch und kann einige gelungene Überraschungen vorweisen. Ein wenig störend ist dabei jedoch die deutlich sichtbare Hallendecke und die derzeit scheinbar geminderte Kapazität, woraus sich stets hohe Wartezeiten ergaben. 

Bilder Gardaland


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Kennywood: Ein klassischer Vergnügungspark

Kennywood

Sky Rocket

Gleich nach dem Eingangstunnel befindet sich auf der rechten Seite die Achterbahn Sky Rocket. Früher stand hier die Oldtimerbahn Turnpike. Da Teile der Achterbahn weit über dem Gelände verlaufen, könnte man vermuten, dass die Achterbahn ursprünglich über der Oldtimerbahn verlaufen sollte.

Die Fahrt mit Sky Rocket beginnt mit einer abfallenden Linkskurve. Auf der anschließenden Geraden beschleunigen wir mittels LSM auf 80 km/h, bevor wir einen Top Hat erklimmen. Leider wird unsere Abfahrt auf diesem stark verzögert, so dass wir nur leicht aus unseren Sitzen gehoben werden. Nach einem Overbanked Turn geht es durch eine Zero-G Roll und anschließend in eine Rechtskurve. Auf einer Geraden reduzieren wir unsere Geschwindigkeit etwas, bevor wir uns wieder in eine sehr steile Abfahrt stürzen. Nun geht es in eine enge Linkskurve und anschließend in die zweite Rolle der Fahrt. Eine Rechtskurve führt uns dann in einen Streckenabschnitt mit mehreren S-Kurven hintereinander. Mit Schwung geht es dann in eine weitere Rechtskurve, die uns in zwei Airtimehügel führt. Kurz darauf erreichen wir den Bremsabschnitt der Strecke.

Die Sky Rocket ist eine wirklich schöne Achterbahn mit einem tollen Launch und einigen ziemlich coolen Elementen. Leider war an meinem Besuchstag nur einer der beiden Züge in Betrieb und die Abfertigung sowie die recht langsame Geschwindigkeit des Zuges zwischen Bremse und Station führten hier leider zu einer sehr langen Wartezeit.

Old Mill

Eines der ältesten Fahrgeschäfte im Park ist die Themenfahrt Old Mill aus dem Jahr 1901, die durch einen engen Tunnel führt, in dem rechts und links des Kanals kleine Szenen zu sehen sind. Die Dunkelheit sorgte schon damals für ein gewisses Maß an Intimität und die gruseligen Szenen während der Fahrt boten einen gesellschaftlich akzeptierten Vorwand für Körperkontakt. Heute ist die Old Mill eine schaurig-schöne Familienattraktion, die von 2004 bis 2019 unter dem Namen Garfield’s Nightmare bekannt war und nach dem berühmten Comic gestaltet wurde. Für die Saison 2020 wurde die Attraktion erneut umgestaltet. Jetzt erlebt man ein Abenteuer mit dem Skelett-Pistolero Harold.  

Jack Rabbit

Mit 102 Jahren ist Jack Rabbit die älteste Achterbahn in Kennywood. Die Bahn bietet ein einfaches ovales Layout, durch das man zwei Runden fährt. Der Clou ist, dass man erst in der Mitte der Fahrt den Lift erreicht und bis dahin durch zwei Senken gefahren ist. Der Höhepunkt ist dann der große Double Down der Bahn, bei dem die Wagen gnadenlos versuchen, einen abzuwerfen. Leider ist das Spektakel nach einem weiteren Sturz auch schon wieder vorbei.

Racer

Gleich neben der Achterbahn Jack Rabbit befindet sich der Racer, auf dem man sich ein heißes Rennen gegen einen anderen Zug liefern kann. Es ist eine der wenigen Achterbahnen mit einer Möbiusschleife, d.h. die Züge müssen immer zwei Runden fahren, bevor sie wieder auf der gleichen Seite der Station ankommen.

Die Fahrt auf dem Racing Coaster The Racer beginnt mit jeweils einer Kurve, bevor beide Züge in den parallel verlaufenden Lifthügel einfahren. Diese sind jedoch räumlich etwas voneinander getrennt. Nach dem ersten Drop verlaufen beide Strecken dann direkt nebeneinander. Hier geht es zunächst durch eine Linkskurve, wobei die linke Bahn schnell in Führung geht. Der geschwungene Drop und der anschließende Hügel werden von beiden Zügen leicht versetzt befahren. In einer Rechtskurve holt das rechte Gleis dann den Rückstand weitgehend auf. Nach einer weiteren kurvenreichen Abfahrt und einem ebenso geschwungenen Hügel folgt eine weitere Rechtskurve. Beide Züge fahren dann parallel in das letzte Gefälle der Strecke ein. Nach einer Steigung wird die Schlussbremse erreicht, wo der Sieger des Rennens gekürt wird.

The Racer ist wirklich eine tolle Achterbahn. Zwar ist die Holzachterbahn weder hoch noch schnell, dafür aber zeichnet sie sich durch sehr schwungvolle Abfahrten und Hügel aus, die das wilde Rennen gegen den anderen Zug prägen.

Steel Curtain

Seit 2019 prägt die Achterbahn Steel Curtain den Themenbereich Steelers Country rund um die Pittsburgh Steelers. Das überschlagsreiche und trotz einer Höhe von 67 Metern sehr kompakte Layout zieht sich in einem Band durch den hinteren Teil des Parks. Leider war die Bahn an meinem Besuchstag aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht in Betrieb.

Aero 360

Das Überschlagskarussell Aero 360 gehört mit seinen überdimensionalen Kennywood-Pfeilen zu den optisch auffälligsten Fahrgeschäften des Freizeitparks. Die Fahrt mit dem Zamperla Hawk bietet ein langes und abwechslungsreiches Fahrprogramm.

Lil’ Phantom

Lil’Phantom ist die kleinste Achterbahn des Parks. Die von Molina & Son’s gebaute Anlage bietet ein ovales Layout mit vielen kleinen Auf- und Abfahrten.

Auto Race

Eine der interessantesten Attraktionen in Kennywood ist das Autorace, das 1930 von Traver Engineering gebaut wurde. Hier fährt man in Seifenkisten über eine Holzbahn. Die Fahrzeuge werden nur durch Leitplanken auf beiden Seiten der Strecke geführt.

Thomas Town

Kennywood ist die Heimat von Thomas Town, einem Themenbereich rund um Thomas und seine Freunde. Neben dem kleinen Familienfreifallturm Cranky’s Drop Tower und den beiden Fahrgeschäften Flynn’s Fire Training und Harold’s Helicopter Tour befindet sich hier auch der Bahnhof der Insel Sodor, von dem aus die Journey with Thomas startet. Von hier aus hat man den besten Blick auf den Monongahela River und die Stahlwerke von Pittsburgh.

Ghostwood Estate

Eines der modernsten Fahrgeschäfte des Parks ist die interaktive Geisterbahn Ghostwood Estate. In einer Pre-Show werden wir von Lord Kenneth Ghostwood aufgefordert, die Geister aus seinem Haus zu vertreiben. Ausgerüstet mit Pistolen bahnen wir uns unseren Weg durch das gruselige Anwesen und erleben eine wirklich schöne Geisterbahn mit vielen Animatronics. 

Raging Rapids

Wie die benachbarte Holzachterbahn befand sich auch die Wasserbahn Raging Rapids zum Zeitpunkt meines Besuches in einer längeren Renovierungsphase und war daher nicht in Betrieb. Der Intamin Rapids Ride bietet hier im Park ein recht kompaktes und verschlungenes Layout.

Thunderbolt

Die Achterbahn Thunderbolt befand sich zum Zeitpunkt meines Besuches noch im Umbau und sollte erst zum Nationalfeiertag im Juli wieder eröffnet werden. Die fast 100 Jahre alte Holzachterbahn teilt sich den gleichen Hang mit der Achterbahn Phantom’s Revenge und überwindet dabei einen Höhenunterschied von fast 30 Metern.

Turtle

Kennywood ist die Heimat vieler klassischer Fahrgeschäfte, darunter die einzige noch existierende Tumble Bug Berg- und Talbahn des Herstellers Traver Engineering namens Turtle. Die Bahn aus dem Jahr 1927 ist eher gemütlich unterwegs und bietet einen tollen Blick auf die Achterbahn Phantom’s Revenge.

Black Widow

Die Black Widow Schaukel ist eine der ersten Giant Discovery Anlagen von Zamperla. Die Fahrt ist sehr abwechslungsreich und bietet viel Airtime. Unbedingt ausprobieren!

Pittsburg Plunge

Ich bin ein großer Fan der klassischen Shoot the Chute Rides, aber an meinem Besuchstag war ich sehr froh, dass Pittsburg Plunge noch nicht in die Saison gestartet war, denn es war schon sehr kalt. Hier in Kennywood präsentiert sich die von O.D. Hopkins gebaute Wasserbahn sehr klassisch und erinnert damit an die ersten Anlagen dieser Art, die um die Jahrhundertwende gebaut wurden.

Exterminator

Die Indoor-Achterbahn Exterminator ist eines der Highlights im Freizeitpark Kennywood. Die Spinning Mouse aus dem Hause Reverchon überrascht durch ein konsequentes und sehr detailliertes Theming, das in dieser Tiefe nicht einmal bei Disney oder Universal zu finden ist. Zumindest nicht bei einer Attraktion dieser Größenordnung. Hut ab!

Whip

Direkt neben der Wasserbahn Pittsburgh Plunge befindet sich ein weiteres klassisches Fahrgeschäft des Freizeitparks Kennywood. Die 1919 eröffnete The Whip bietet dank der Querbeschleunigung an den beiden Umlenkpunkten und der daraus resultierenden rasanten Fahrt einen Heidenspaß.  

Swing Shot

Neben dem klassischen Wellenflug Wave Swinger gibt es die große Schaukel Swing Shot, die mit wenigen Schwüngen ihren maximalen Ausschlag erreicht. Dabei rast man mit hoher Geschwindigkeit durch die Station und erlebt viel Airtime an den beiden Maxima.

Noah’s Ark

Eine der besonderen Attraktionen in Kennywood ist die Noah’s Ark. Dabei handelt es sich um ein schiefes Haus, bei dem die namensgebende Arche hin und her schwingt, während man durch sie hindurch läuft. Eine ähnliche Attraktion ziert den Eingang des englischen Freizeitparks Blackpool Pleasure Beach, kann dort aber nicht mehr besichtigt werden.

Musik Express, Cosmic Chaos and Pirate

Auf einem großen Platz vor der großen Kurve der Achterbahn Phantom’s Revenge stehen zahlreiche klassische Fahrgeschäfte. Hier kann man neben einem Musik Express auch die Schiffschaukel Pirate sowie die Disk’o Cosmic Chaos fahren.

Phantom’s Revenge

Im Rennen um die schnellste und höchste Achterbahn der Welt setzte man lange Zeit auf Looping-Achterbahnen. Den Rekord stellte 1991 die Arrow Achterbahn Steel Phantom mit einem Höhenunterschied von gut 70 m auf. Nach dem großen Gefälle ging es hier direkt in einen Looping, dann in einen Batwing und schließlich durch den finalen Korkenzieher zurück zur Station. Nur neun Jahre später erfolgte der Umbau zur Achterbahn Phantom’s Revenge durch die Firma Morgan.

Die Fahrt auf Phantom’s Revenge beginnt gleich mit dem Lifthügel, der uns auf eine Höhe von 50 Metern bringt. Oben angekommen stürzen wir uns in einer Steilkurve den First Drop hinunter. Es folgt eine lange Gerade, bevor wir einen Hügel erklimmen und sofort in den deutlich größeren Drop stürzen. Dabei passieren wir die Holzachterbahn Thunderbolt. In einer sehr langen Linkskurve gewinnen wir wieder etwas an Höhe. Anstatt nun in die Inversionen zu fahren, folgen wir der Kurve noch ein Stück. Nach einem weiteren Drop führt uns der Weg durch eine Rechtskurve, in der wir noch einmal die Stützkonstruktion der Achterbahn Thunderbolt passieren. In mehreren Bunnyhops versucht uns der Zug dann wie wild abzuwerfen. Nach einer Rechtskurve folgt der finale Hopser, der uns in die Schlussbremse führt.

Auch wenn die Fahrt auf Phantom’s Revenge eher kurz ist, so ist sie doch atemberaubend. Die hohe Geschwindigkeit sowie die sehr gute Laufruhe der Achterbahn sprechen für sich. Auch die Airtime auf den vielen kleinen Bunnyhops ist wirklich nicht zu verachten. Kurzum, ein wirklich toller Hyper Coaster und neben den zahlreichen klassischen Fahrgeschäften das Aushängeschild des Freizeitparks.

Bilder Kennywood

Fazit Kennywood

Kennywood ist ein wirklich cooler, klassischer Vergnügungspark. Ursprünglich als Trolley Park der Stadt Pittsburgh gegründet, erfreut der Park seine Gäste seit dem Jahr 1899. Da viele der Fahrgeschäfte fast genauso alt sind wie der Park selbst, hat er einfach einen unglaublichen Charme. Darüber hinaus hat der Park durch seinen ausgeprägten Industrie-Look eine ganz eigene Identität, die Hand in Hand mit der Umgebung geht. Dies kommt hier vor allem durch die Lage in West Mifflin mit bestem Blick auf die Edgar Thompsons Works, eines der ältesten Stahlwerke der Welt, zum Ausdruck.


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