Valleyfair! – Ein Tag in Minnesotas größtem Freizeitpark

Valleyfair!

Valleyfair! eröffnete am 25. Mai 1976 in Shakopee, südwestlich von Minneapolis, als gemeinsames Projekt der Unternehmer Walt Wittmer und David Sherman. Auf einer Fläche von gerade einmal 26 Acres gingen zunächst rund 20 Attraktionen an den Start. Schon damals bildete die Holzachterbahn High Roller das Aushängeschild des Parks und dreht bis heute ihre Runden. Noch älter ist lediglich das historische Karussell, das ursprünglich aus dem 1973 geschlossenen Excelsior Amusement Park stammt.

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung übernahm Cedar Point den jungen Freizeitpark. Als 1983 die gemeinsame Betreibergesellschaft gegründet wurde, setzte sich ihr Name aus den beiden Parks Cedar Point und Valleyfair! zusammen – der Ursprung des bis heute bekannten Namens Cedar Fair. In den folgenden Jahrzehnten wuchs Valleyfair! kontinuierlich und entwickelte sich zum größten Freizeitpark Minnesotas.

Wie viele Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe präsentiert sich auch Valleyfair! außerordentlich gepflegt. Anders als in den meisten Schwesterparks gibt es hier jedoch keinen klassischen Rundweg. Stattdessen betritt man den Park ungefähr in der Mitte der Anlage und entscheidet bereits am Eingang, ob man den linken oder den rechten Parkbereich zuerst erkunden möchte.

Wir schlagen zunächst den linken Weg ein und folgen dem Pfad unter und hinter Wild Thing. Bereits hier wird deutlich, wie sehr Valleyfair! den Charme klassischer amerikanischer Freizeitparks bewahrt hat. Mit Flying Eagles, Tilter und einem Scrambler stehen gleich drei zeitlose Fahrgeschäfte dicht beieinander. Ergänzt wird dieses Ensemble durch den StarFlyer North Star von Funtime, der einen herrlichen Blick über den gesamten Park bietet.

Während die liebevoll gestaltete Oldtimerbahn Antique Autos zu einer entspannten Rundfahrt einlädt, wartet nur wenige Meter weiter mit Steel Venom bereits der erste große Adrenalinkick.

Steel Venom

Wie bei jedem Impulse Coaster aus dem Hause Intamin beginnt auch bei Steel Venom jede Fahrt mit einem kräftigen Launch. Leider ist dabei auch der für diesen Achterbahntyp typische Ruck deutlich zu spüren, was den ansonsten guten Fahreindruck etwas schmälert. Die Schraube macht vor allem im vorderen Zugteil Spaß, während sie in den hinteren Reihen kaum noch zur Geltung kommt. Leider wird diese recht ruppig zu durchfahren. Das eigentliche Highlight wartet jedoch am hinteren Spike: Dort hält eine Bremse den Zug für einige Sekunden fest, bevor er wieder in Richtung Station beschleunigt. Dabei rutschen die Fahrgäste spürbar nach vorne in die Bügel – ein Effekt, der jede Fahrt aufs Neue für ein Schmunzeln sorgt.

Trotz kleiner Schwächen macht Steel Venom jede Menge Spaß und gehört zu den stärkeren Attraktionen des Parks. Vor allem die Haltebremse am hinteren Spike sorgt für einen Effekt, den man auch nach mehreren Fahrten nicht vergisst.

Delirium

Direkt neben Steel Venom befindet sich mit Delirium ein Giant Loop aus dem Hause Larson. Ich mag diesen Attraktionstyp wirklich gerne und auch Delirium macht jede Menge Spaß. Schade ist allerdings die enorme Lautstärke während der Fahrt, die das ansonsten gelungene Fahrerlebnis etwas trübt.

Northern Lights

Mit Northern Lights folgt ein Zamperla Skater Coaster. Auf den ersten Blick erinnert die Attraktion stark an einen klassischen Disk’O Coaster aus dem gleichen Hause, unterscheidet sich jedoch in einem entscheidenden Punkt: Während man beim Disk’O nach außen blickt und vor allem auf die Brust gedrückt wird, schaut man beim Skateboard nach innen und wird überwiegend in die Rückenlehne gepresst. Dadurch empfinde ich die Fahrt als deutlich angenehmer und auf Dauer sogar etwas spaßiger.

The Wave

Direkt im Eingangsbereich des Parks befindet sich mit The Wave eine Shoot-the-Chute-Anlage aus dem Hause Hopkins Rides. Nach einer gemütlichen Auffahrt stürzt das Boot den steilen Drop hinab und schlägt mit voller Wucht auf der Wasseroberfläche auf. Die dabei entstehende Wasserfontäne sorgt dafür, dass hier garantiert niemand trocken aussteigt. Ich bin schon immer ein großer Fan dieses Attraktionstyps gewesen und finde es schade, dass Shoot-the-Chute-Anlagen nach und nach aus immer mehr Freizeitparks verschwinden. Obwohl der Wasserpark noch ein gutes Stück entfernt liegt, sieht man rund um The Wave zahlreiche Besucher in Badesachen oder mit freiem Oberkörper – eine für einen amerikanischen Freizeitpark eher ungewöhnliche Szene.

Corkscrew

Mit Corkscrew folgt ein weiterer Klassiker aus dem Hause Arrow Dynamics. Fahrtechnisch gehört die Bahn sicher nicht zu den Highlights des Parks, bietet aber eine angenehm ruhige Fahrt durch Looping und Korkenzieher. Ihre größte Stärke ist ohnehin die Einbindung in den Park. Die Strecke verläuft malerisch entlang eines Sees und bildet mit der unter dem Korkenzieher hindurchfahrenden Parkeisenbahn eines der schönsten Fotomotive des Parks. Zusammen mit der gelungenen Farbgestaltung gehört Corkscrew für mich zu den besten Blickfängen in Valleyfair!

Monster

Direkt nebenan befindet sich das Monster. Dieser amerikanische Klassiker aus dem Hause Eyerly Aircraft gehört für mich bis heute zu den besten Flat Rides überhaupt. Sitzt man alleine in einer Gondel, lässt sich diese bereits vor der Abfahrt mit etwas Körpereinsatz kräftig in Rotation versetzen – sehr zur Verwunderung der amerikanischen Fahrgäste. Während der Fahrt dreht sich die Gondel munter weiter und sorgt für ein herrlich chaotisches Fahrerlebnis. Wie so oft hat mir auch diese Fahrt wieder richtig viel Spaß gemacht.

Planet Snoopy

Auf dem Weg zur Holzachterbahn High Roller durchqueren wir zunächst Planet Snoopy. Wie in vielen Parks der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe wurde auch hier ein liebevoll gestalteter Themenbereich rund um die Peanuts-Figuren geschaffen. Neben zahlreichen Familien- und Kinderattraktionen sorgen viel Grün, schattige Wege und die stimmige Gestaltung dafür, dass sich Planet Snoopy angenehm vom restlichen Park abhebt. Das Highlight des Bereichs ist der Zamperla Powered Coaster Cosmic Coaster, der sich optisch hervorragend in das Gesamtbild einfügt.

High Roller

High Roller ist die älteste Achterbahn des Parks. Nach der ersten Abfahrt folgt zunächst ein großer Hügel, bevor eine langgezogene Wendekurve den Rückweg einleitet. Anschließend sorgen mehrere ungewöhnlich geformte Hügel immer wieder für Airtime, die allerdings durch einen Trim spürbar abgeschwächt wird. Vor der nächsten Kurve nimmt ein weiterer Trim erneut deutlich Geschwindigkeit aus der Bahn, sodass die letzten Hügel und die Schlusskurve nur noch gemächlich durchfahren werden. Schade eigentlich, denn ohne die beiden Trims hätte High Roller das Zeug zu einer richtig guten Holzachterbahn.

Mad Mouse

Direkt gegenüber dem Eingang zum Wasserpark Soak City liegt die Mad Mouse aus dem Hause Arrow Dynamics. Ich bin schon immer ein Fan der Wilden Mäuse des Herstellers gewesen. Im Gegensatz zu ihren europäischen Pendants setzen die Arrow-Anlagen nicht nur auf enge Spitzkehren, sondern auch auf überraschend große Gefälle und ein teilweise recht eigenwilliges Banking. Dadurch wirkt die Fahrt deutlich dynamischer und unberechenbarer, als man es von einer klassischen Wilden Maus erwarten würde. Auch Mad Mouse bildet hier keine Ausnahme und sorgt für jede Menge Fahrspaß.

Wheel of Fortune

Mit Wheel of Fortune konnte ich zum ersten Mal einen klassischen Trabant von Chance Rides erleben. Das Fahrgeschäft diente später als Vorlage für den von Mack Rides in Lizenz gebauten Hully Gully, den ich bereits kannte. Auch wenn mir die Mack-Version insgesamt etwas besser gefällt, hat es mich gefreut, endlich einmal das Original gefahren zu sein. Beide Attraktionen sind heute nur noch selten anzutreffen und gehören für mich zu den Fahrgeschäften, die man als Freizeitparkfan unbedingt einmal erlebt haben sollte.

Renegade

Mit Renegade verfügt Valleyfair! über ein ganz besonderes Scmuckstück. Bereits von weitem fällt die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn durch ihre kompakte und verschlungene Holzkonstruktion auf.

Bereits der außergewöhnliche, S-förmig verdrehte First Drop sorgt für einen fantastischen Auftakt und gehört zu den besten Elementen der gesamten Fahrt. Direkt danach folgt ein kleiner Airtime-Hügel, ehe die Bahn ohne jede Verschnaufpause durch eine perfekt abgestimmte Folge aus schnellen Richtungswechseln, bodennahen Kurven und immer wieder eingestreuten Airtime-Momenten jagt. Dadurch entsteht ein nahezu ununterbrochener Fahrfluss, bei dem die Bahn bis zur Schlussbremse kaum an Tempo verliert. Kurz vor Schluss schießt der Zug noch einmal mit hoher Geschwindigkeit am Stationsbereich vorbei, bevor einige letzte Airtime-Hügel die Fahrt abrunden.

Renegade hat mich auf ganzer Linie überzeugt und zählt für mich ganz klar zu den besten Holzachterbahnen aus dem Hause GCI. Im Laufe des Tages wurde die Bahn zudem immer schneller und hatte am Nachmittag richtig Dampf unter der Haube.

Excalibur

Zu den größten Highlights von Valleyfair! zählt Excalibur. Die von Arrow Dynamics gebaute Achterbahn kombiniert typische Elemente eines Mine Trains mit deutlich größeren Abfahrten und einem außergewöhnlichen Streckenverlauf.

Die Fahrt beginnt mit einer langen Abfahrt, bevor sich Excalibur mit großen Kurven und schnellen Richtungswechseln ihren Weg durch das Gelände bahnt. Besonders gefällt mir ein Hügel, der gleichzeitig in einen Kurvenwechsel übergeht. Was heute auf vielen modernen Achterbahnen selbstverständlich ist, war 1989 noch ein ungewöhnliches und innovatives Layoutmerkmal.

Auch wenn mich die Fahrt insgesamt nicht vollständig überzeugen konnte und sich die Bahn stellenweise recht unruhig fährt, besitzt Excalibur einen ganz eigenen Charakter. Gerade das ungewöhnliche Layout mit seinen kreativen Fahrelementen macht die Bahn bis heute zu einem der Highlights von Valleyfair! und sollte bei keinem Besuch ausgelassen werden.

Thunder Canyon

In derselben Ecke des Parks befindet sich außerdem Thunder Canyon. Den Rapids Ride hätte ich gerne ausprobiert, doch während meines Besuchs blieb die Anlage leider geschlossen.

Power Tower

Weiter geht es mit dem Power Tower aus dem Hause S&S. Interessanterweise verfügt der Turm über gleich drei Fahrspuren –zwei Power Drops und ein Space Shot. Besonders gelungen finde ich jedoch die Platzierung der Attraktion. Mitten auf einer Insel gelegen und von der Achterbahn Corkscrew umschlossen, macht der Turm sowohl optisch als auch fahrtechnisch einiges her.

Wild Thing

Die nächste Anlage ist der Hyper Coaster Wild Thing aus dem Hause Morgan. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1996 prägt die über 60 Meter hohe Achterbahn die Skyline von Valleyfair! und zählt bis heute zu den bekanntesten Attraktionen des Parks.

Die Fahrt beginnt mit einer langen ersten Abfahrt, bevor der Zug über zwei Camelbacks rast. Die kurvige Abfahrt aus dem zweiten Hügel führt in eine weitläufige liegende Acht, ehe Wild Thing nach der Blockbremse mit mehreren kleineren Hügeln den Rückweg zur Station antritt. Besonders die elegant ausgeformten Kurven werden mit hoher Geschwindigkeit durchfahren und sorgen für ein ausgesprochen flüssiges Fahrgefühl. Auf den zahlreichen Airtime-Hügeln fällt die Schwerelosigkeit hingegen überraschend schwach aus.

Gerade im Vergleich zur ähnlich aufgebauten Mamba in Worlds of Fun, die ich erst zwei Tage zuvor besucht habe, hat mich das doch sehr verwundert. Trotz des nahezu identischen Layouts wirkt Wild Thing deutlich zahmer und erreicht nie die Airtime-Qualitäten ihrer Schwesterbahn. Dennoch ist Wild Thing eine gelungene Achterbahn, die vor allem mit ihrem flüssigen Layout und den elegant ausgeformten Kurven jede Menge Fahrspaß bietet.

Bilder Valleyfair!

Fazit Valleyfair!

Valleyfair! zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten Freizeitparks der USA, muss sich hinter den großen Namen der ehemaligen Cedar-Fair-Gruppe aber keineswegs verstecken. Gerade die Mischung aus modernen Thrillrides, historischen Klassikern und der entspannten Atmosphäre macht den Reiz des Parks aus. Wer Minneapolis besucht oder den Mittleren Westen der USA bereist, sollte Valleyfair! deshalb unbedingt einen Besuch einplanen.

 

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Nessie und der Highlander

Hansa Parks Bezauberndes Britannien

Nessie

Der Superrollercoaster Nessie ist eine der bekanntesten Achterbahnen in Deutschland. Die Schwarzkopf-Loopingbahn war die erste stationäre Achterbahn mit einem Vertikallooping und ist mehr oder weniger ein Produkt ihrer Zeit. Einst die Definition eines Thrill Coasters, wurde sie später zu einer beliebten Familienachterbahn und für viele, die in der Nähe der Ostsee aufwuchsen, die erste kopfüber fahrende Achterbahn. Sie war in den letzten 38 Jahren eine sehr gute Achterbahn, doch seit diesem Jahr ist sie nur noch besser geworden.

Während des letzten Jahrzehnts arbeitete der Hansa Park hart daran, sein Erscheinungsbild aus den späten 70er Jahren loszuwerden und ein sehr hanseatischer Themenpark zu werden. Nachdem die meisten Fassaden endlich umgestaltet waren, beschloss der Park, sein übergreifendes Thema zu erweitern und fügte Großbritannien als ersten Handelspartner in den Park ein. So bekam auch Nessie ein Thema und zog zurück in ihre Heimat Schottland. Das neue Stationsgebäude sieht fantastisch aus und durch die Lage des neuen Eingangs hat die Bahn viel von ihrer früheren Popularität zurückgewonnen. Gut gemacht, Hansa Park!

Highlander

Ein weiterer Neuzugang für dieses Jahr ist der Freifallturm Highlander, der höchste seiner Art. Gebaut von der österreichischen Firma Funtime, bietet das Fahrgeschäft eine neue Art, den Blick auf die Ostsee und die Umgebung zu genießen, sowie die bereits bewährten Fallerlebnisse, die man von verschiedenen deutschen Jahrmärkten und anderen Freizeitparks weltweit kennt – derzeit gibt es zwei Optionen: eine nicht kippende am Morgen und eine kippende am Nachmittag. Ich verstehe nicht so recht, warum man zwei Optionen einführen wollte, denn der Fall in der gekippten Position wertet das Gesamterlebnis lediglich auf, ohne den Angstfaktor zu erhöhen. Viele Besucher würden es beim Betrachten der Bahn gar nicht bemerken. Unnötig zu erwähnen, dass der Highlander in seinem ersten Betriebsjahr ein Hit unter den Besuchern wurde.

Persönlich stufe ich den Highlander nicht so hoch ein wie andere. Im Vergleich zu anderen Anlagen des Herstellers hat er einige Schwächen. Ja, er mag der höchste seiner Art sein, aber es fehlt ihm der Nervenkitzel und die Kapazität des Donjon de l’Extrême im Nigloland. Immerhin ist das Fahrgeschäft weit besser als der Power Tower Montezuma, der bis zum Jahr 2012 im Park stand.

Bilder Hansa Park


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Hansa Park, da scheint die Sonne

Hansa Park

Superrollercoaster Nessie

Betritt man den Hansa Park durch den, wieder einmal gewachsenen, Themenbereich Hanse in Europa ist die erste Attraktion auf die man, abgesehen von einem kleinen Karussell, trifft der Superrollercoaster Nessie, im Folgenden schlichtweg Nessie genannt. Die 1980 eröffnete Schwarzkopf Achterbahn ist nicht nur die erste stationäre Achterbahn mit einem Looping in Deutschland, sondern auch eine der beiden Einstiegsachterbahnen schlechthin in Norddeutschland.

Dabei ist Nessie nicht so harmlos wie sie von Außen her andeutet, denn die Kräfte die sie während der Fahrt aufweist überragen so manch einen süddeutschen Megacoaster um Welten. Hier wird nicht nur der Looping so durchfahren, wie es sich gehört, man verspürt auch eine der ausgeprägtesten Airtimemomente einer Achterbahn in Deutschland, zumindest im hinteren Teil des Zuges.

Dünenexpress Rasender Roland

In direkter Nähe bzw unter und über Nessie zieht der Dünenexpress Rasender Roland seine Runden. Diese Kinderachterbahn aus dem Hause Vekoma ist eine ideale, wenn auch etwas grenzwertige, Einsteigerachterbahn. Leider weißt der etwas längere Rollerskater keine Einzelbügel auf, welche sich recht positiv auf den Fahrkomfort ausüben und nicht so ein riesiges Spiel haben wie die Standardbügel.

Space Race

Etwas versteckter am Parkrand gelegen befindet sich mit dem Indoor-Autoscooter Space Race eine sehr ungewöhnliche, gar besondere, Anlage dieses Typen. Während der Fahrt gilt es nun einzelne Planeten anzufahren und per Buzzer im Wagen einzusammeln. Während des Spiels wird die Zeit gemessen und der schnellste Spieler gewinnt das Rennen.

Wellenreiter

Neben dem Gebäude des Weltraumrennens befindet sich die HUSS Troika Wellenreiter. Der Fahrablauf der Anlage ist rasant, wenn auch leicht monoton und wird durch das bis auf die Grenze ausgenutzte Lichtraumprofil aufgewertet. Die im letzten Jahr neu lackierte Anlage weckt die Hoffnung darauf das auch andere Anlagen wie die Wildwasserbahn oder Nessie irgendwann im neuen Glanz erstrahlen können.

Baracuda Slide

Mitten im Nichts platziert findet sich die Wellenrutsche Baracuda Slide aus niederländischer Produktion. Sofern man nicht den Anspruch hat sich zu duellieren empfiehlt sich eine Fahrt zu zweit, da man doch recht ordentlich mit dem Schlauchboot abheben kann. Es wäre schön zu sehen, wenn diese Anlage nicht mehr die Einzige weit und breit wäre und sich gegebenenfalls mit einer Holzachterbahn kreuzt, denn wenn man einem Trend folgen sollte dann bitte diesem.

Crazy Mine

Die Wilde Maus Crazy Mine aus dem Hause Maurer Söhne, die sich hier dem Leitthema einer wilden Minenfahrt gewidmet hat, ist eine bemerkenswerte Anlage, die aber im Laufe der Zeit einige Einbußen erleiden musste. Dabei kam nichts verloren, nur durch die erhöhten Sicherheitsvorrichtungen, seien es die Treppen oder das Schild, welches vor der ersten fiesen Bremse warnt, wirkt die Anlage überladen und keineswegs mehr so stimmig wie zuvor.

Schlange von Midgard

Wo im letzten Jahr noch eine Baustelle vorherrschte zeigt sich die Schlange von Midgard nun in einem stimmigen Gesamtbild. Die von Gerstlauer gebaute Anlage kann fahrtechnisch absolut überzeugen und wird dank dem Wasserfall erneut aufgewertet. Die Story selbst fällt in ihrer vollendeten Version bei weiten nicht mehr so nervtötend, aber immer noch kapazitätslindernd, aus. Die Schlangenanimatronic, oder was es auch immer sein soll, im Außenbereich sollte am Besten entfernt werden, immerhin passt sie weder qualitativ noch aus Storygründen ins Gesamtbild.

Torre del Mar

Der Torre del Mar, welcher leider den benachbarten Fahrstuhl aus dem Hause Maurer Söhne, übertrumpft, ist eine Anlage die ich jahrelang als bestenfalls öde bezeichnen konnte, sofern man sie nicht rückwärts fuhr. Der Geschmack scheint sich nun aber so entwickelt zu haben, dass ich die Anlage als gut empfinde, obwohl sich gar nichts an ihr geändert hat. Das Abklingen des Star Flyer Konzepts aus dem Hause Funtime in Europa mag sich positiv darauf auszuwirken.

Power Tower Montezuma

Der Power Tower Montezuma wurde in diesem Jahr ein neues Fahrprogramm spendiert, aber auch der Soundtrack ist nun ein anderer. Die Kräfte während der Fahrt sind nun deutlich ausgeprägter, was dem Prototypen auch wirklich gut tat. Zwar war die Fahrt zuvor auch um einiges besser als die des Power Towers El Desafio aus dem spanischen Isla Magica, nun trennen die Anlage aber Welten.

Rio Dorado

Mit Rio Dorado hat man sich die größte Version einer Spinning Raft Anlage aus dem Hause White Water West in den Park gestellt und  sie glücklicher Weise schön gestaltet. Die Fahrt selbst bietet neben einer Fußmassage, am Anfang und am Ende der Fahrt, einen schön langen Rutschteil, wo man bei guter Beladung auch eine ausgeprägte Drehung erreichen kann, und einen Raftingteil gegen Ende der Fahrt, wo nun eine der Kanonen regelmäßig abgeschossen wird und mit etwas Glück einige Fahrgäste befeuchtet.

Der Fluch von Novgorod

Der Grund für viele Freizeitparkfans in den Hansa-Park zu kommen liegt im russisch andeutenden Parkteil und nennt sich Der Fluch von Novgorod. Da am Besuchstag nur mit drei Wagen gefahren wurde bildeten sich hier eine recht lange Schlange, die sich auf Grund der wirklich schlechten Neuplatzierung der Reiheneinteilung auch einfach mal minutenlang gar nicht bewegt.

Die Fahrt auf Fluch von Novgorod beginnt mit einem kleinen Ständchen des Geist Rurik, welches sich bei mehreren Fahrten schnell als Ohrwurm einprägt. Es folgt ein weiterer Raum wo man mit dem Siegel des Wolfes Bekanntschaft macht, worauf man auf den anschließenden Achterbahnteil von Fluch von Novgorod losgelassen wird. Nach einem 90° Drop folgt der, für LSM erstaunlich kraftvolle, Launch, woraufhin man das Gebäude in einer Kurve verlässt um dann auf dem Hügel gut dosierte Airtime zu erfahren, welche in der ersten Reihe intensiver daherkommt. Der Buchtknoten ist der unangenehmste Teil der Fahrt auf Fluch von Novgorod, da man des Öfteren Bekanntschaft mit den Schulterbügeln macht, welcher in einer perfekten Heartlineroll mundet. Nach einer Bremsung erklimmt man den 90° steilen Lifthill, wo man zwischenzeitlich angehalten wird nur um zu erfahren das Wolkov noch lebt, um anschließend 97° zu fallen. Nach einer Steilkurve folgt die stückweise Bremsung um dann wieder auf Stationsniveau zu erklimmen und von einer Vogelscheuche ausgelacht zu werden, einer der wenigen Effekte die noch funktionieren.

Der Fluch von Novgorod ist eine gute Achterbahn, mehr aber auch nicht. Die Story, die die Anlage versucht zu erzählen, ist gelungen, hinterlässt aber ein offenes Ende, was nicht gerade zufrieden stellend ist. Der Weg zum Ausgang vom Fluch von Novgorod weißt neben einer Rutsche auch noch ein Labyrinth auf, wo sich die meisten Passanten erschrecken nur weil man einfach so in der Gegend rumsteht.

El Paso Express

Wieder am Tageslicht muss man sich thematisch umgewöhnen, da man sich nun in Mexiko befindet. Hier findet sich im direkter Nähe zum Shop der BHS Metroliner El Paso Express. Die Fahrt in einer doppelten Bayernkurve ist im eingeklappten Zustand der Wagen bei den Richtungswechsel arg gewöhnungsbedürftig, macht ansonsten aber durchaus Spaß. Die kleinen mexikanischen Witze blieben am Besuchstag leider verwehrt.

In der Arena Plaza del Mar läuft in diesem Jahr die Varieté Show City Dreams 2012, welche im Gegensatz zum Phantasialand oder Europa-Park nicht versucht hat mich einschlafen zu lassen bzw. es geschafft hat. Die Show besteht im Grunde nur aus vier Nummern, wobei sich zwei derartig ähnlich sind, das man doch lieber auf eine verzichten sollte. Besonders erwähnenswert sind die chinesischen Artisten, welche in ihrer ersten Nummer an zwei Pfeilern turnten und in der zweiten Nummer durch Ringe sprangen.

Wildwasserbahn

Die Wildwasserbahn des Parks hat eine optische Neuerung erhalten, diese jedoch nicht bei der eigentlichen Fahrt. Am Ausgang der sanierungsbedürftigen Anlage befindet sich nun eine einladende Lounge, statt eines einzigen Photoverkaufs. Dieser ist auch weiterhin vorzufinden, nur in einer deutlich kleineren und ansprechenderen Version. Gleichzeitig wurde die Photoqualität im ganzen Park angehoben.

Super Splash

Etwas abseits wartet die Wasserbahn Super Splash auf seine Fahrgäste. Diese Anlage soll in naher Zukunft umgestaltet werden und so kann man schon erste Hinweise auf die spätere Gestaltung entdecken. Die Fahrt selbst ist einfach nur überragend und kann bei richtiger Beladung der Boote einen sehr hohen Nässegrad aufweisen, den man so leider eher selten in Europa vorfindet.

Fliegender Hai

Der Fliegende Hai ist einer der leider selten gewordenen HUSS Ranger. Am Fahrablauf wurde auch in diesem Jahr leicht gewerkelt und so wird der erste Richtungswechsel etwas früher eingeläutet. Der darauf folgende Teil der Fahrt ist Überschlagsreich und kann durch die weicheren Bügel sehr überzeugen.

Navajo Trail

Eine der Gründe in den Hansa Park zu gehen ist der Navajo Trail. Als Hochseilgarten rundet dieser das Angebot des Hansa-Parks ab und kann durch seine Länge, jedoch nicht unbedingt durch seinen Schwierigkeitsgrad, durchaus überzeugen.

Spanische Glocke

Sehr selten und mal wieder defekt zeigt sich die Schwarzkopf Dschunke Sturmvogel der Öffentlichkeit. Auf eine ähnliche Weise funktionstüchtig präsentierte sich die Glocke im späteren Verlauf des Tages, da das Podium, welches zum Ein- und Aussteigen dient, keinen sicheren Tritt mehr zuließ. Die Glocke selbst ist eine wirklich gute Schaukel, da sowohl Drehung, als auch Ausschwung perfekt abgestimmt wurden. Zwar reicht das Fahrgefühl nicht an eine Zamperla Giant Discovery heran und ist eher vergleichbar mit einer Mondial Revolution, aber sie ist besser als das Pendant von HUSS, was ja auch nicht sonderlich schwer ist.

Bilder Hansa Park 2008 – 2012

Fazit Hansa Park

Der Hansa Park hat es in diesem Jahr wieder geschafft zu gefallen, auch wenn der Eintrittspreis mal wieder gestiegen ist. Es wäre schöner und auch angebrachter wären die Preise auf einem ähnlichen Niveau wie beim Nigloland in Frankreich, der ein ähnliches Angebot aufweisen kann, aber dafür müsste man zwei Jahre in die Vergangenheit reisen. Sollte der Park in entfernter Zukunft all seine Projekte abgeschlossen haben und die Bahnen so gut pflegen wie seine Grünanlagen, so kann der Hansa Park sicherlich einer der besten Parks Europas werden.

 

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