Auf Street Mission im Port Aventura Park

Seit meinem letzten Besuch im Port Aventura Park sind einige Jahre vergangen. Bis auf die beiden Neuheiten Angkor und Street Mission hat sich seit dieser Zeit eigentlich nichts großartig im Park verändert, dafür aber einiges im Resort. So entstand z.B. direkt nebenan der neue Freizeitpark Ferrari Land samt Europas höchster und schnellster Achterbahn.

Wer plant in naher Zukunft mit der Bahn nach Salou anzureisen, der sollte sich dieses überdenken. Zwar besteht die Station Salou – Port Aventura weiterhin, doch angefahren wird die Station nur noch sehr selten. Auch ist sie die derzeitige Endstation und ist dementsprechend nur noch für Resort-Gäste eine Alternative zum Auto. Ursprünglich hatte ich geplant gegen Mittag den Park zu erreichen, dank zahlreicher Zugausfälle wurde es dann leider deutlich später. So hatte ich im Grunde nur einen Abend und einen Nachmittag Zeit den Park in seiner gesamten Fülle zu erleben.

Wie man es zur Hauptsaison erwarten durfte, war der Park extrem gut besucht. Da ich am ersten Abend noch ohne dem Express Pass unterwegs war, konzentrierte ich mich auf einige liebgewonnene Klassiker, wie El Diablo – Tren de la Mina, ehe ich mich in den Westernbereich Far West begab. Dieser hatte, wie auch der Eingangsbereich Mediterrània deutlich längere Öffnungszeiten, wobei auch hier das Angebot stark begrenzt war. Im Grunde konnte man bis zur Schließung des Parks nur noch die Holzachterbahn Stampida, das Karussell, den Break Dance Crazy Barrels, den Rapid River Gran Canyon Rapids, sowie die Abschussachterbahn Furios Baco fahren.

Wo der Andrang am ersten Abend noch in Ordnung war, so schoss der zweite Besuchstag den Vogel ab. Nach meiner Stippvisite im Freizeitpark Ferrari Land, zog es mich zuallererst zu einer Express Pass Verkaufsstelle, nur um dann herauszufinden, dass der Kauf des 65€ teuren Upgrades zum Express Premium Gold keine wirklich gute Idee war. Da der Freizeitpark das Upcharge-Angebot nicht limitiert hatte nämlich so gut wie jeder Besucher den Express Pass, so dass man auch mit Pass überall noch mindestens eine halbe Stunde warten musste.

Angkor

Interessanterweise hatte das Splash Battle Angkor während meines Besuchs die längste Wartezeit im ganzen Park – selbst mit dem Vordrängelticket musste man hier locker 90 Minuten warten. Dabei ist die Wasserfahrt keineswegs aufregend oder in irgendeiner Hinsicht bemerkenswert. Die gemächliche Flussfahrt ist zwar recht schön gestaltet, wird jedoch durch den konsequenten Einsatz an statischen Figuren nicht wirklich interessant. Dank der geringen Anzahl an Booten kam es auch nie zu den Wasserschlachten, für die dieses Konzept eigentlich bekannt ist, wodurch die Fahrt dann auch sehr trocken zu Ende ging.   

Street Mission

Auch die nahe Themenfahrt Street Mission war neu für mich. Angesiedelt im Sesamstraßen-Universum geht es mit Detektiv Grover auf die Suche nach dem weltgrößten Cookie, welcher kurz vor der Cookie Day Parade verschollen ist. Nun geht es auf der Suche nach Hinweisen durch sämtliche bekannte Schauplätze der Sesamstraße. Dabei trifft man auf bekannte, wie auch mir bereits unbekannte Figuren. Durch den gelungenen Mix aus Leinwandszenen und plastischen Szenen entsteht dabei eine erstaunlich hohe Immersion, die ich so nicht erwartet habe. Gepaart mit der überaus langen Fahrzeit macht das durchaus Laune und lädt zu Wiederholungsfahrten ein. Well done, Sally!

Bilder Port Aventura Park

Fazit Port Aventura Park

Der Port Aventura Park konnte während meines letzten Besuchs nicht wirklich überzeugen. Geminderte Öffnungszeiten und eine stark reduzierte Kapazität bei allen Anlagen trotz der sehr großen Fülle im Park lassen kein gutes Licht auf den Park fallen. Während man anderswo im Land wieder auf Vorkrisenniveau unterwegs war, so spürte man im Port Aventura vor allem die Corona-bedingten Sparmaßnahmen. Dies wiederum hatte zu Folge, dass selbst die Vordrängelwarteschlangen teilweise eine extreme Länge erreichten. Das ist Schade und so bleibt mir nichts anderes übrig als von einem Besuch während der Hauptsaison im August aufs Erste abzuraten.

 

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Viel los bei den Looney Tunes

Vorwort

Auf den Tag genau vier Jahre sind vergangen, als ich das letzte Mal das Tor zum Freizeitpark Parque Warner Madrid durchschritten hatte. Damals noch als Bestandteil einer umfassenden Spanien-Tour mit dem, zugegebenermaßen recht kreativen, Namen Coastern con Carne, nun als Hauptgrund die spanische Hauptstadt Madrid endlich mal genauer zu betrachten. Ausschlaggebend hierfür war die Fluggesellschaft Norwegian Air Shuttle, die ab Hamburg wirklich niedrige Preise nach Spanien anbietet, sowie ein Treffen mit Daniel (@Danieldikay), welcher als Student der spanischen Sprache auf Lehramt derweil seinen Pflichtaufenthalt im 300 km entfernten Zaragoza absolviert. Gebucht wurde der Aufenthalt über Travel Parks, dem Reisebüro von Parques Reunidos, weswegen wir für zwei Nächte in einem Holiday Inn Express inklusive Frühstück und jeweils zwei Eintritten für den Parque de Atracciones de Madrid und Parque Warner  Madrid (jeweils für bis zu 2 Personen pro Ticket, sowohl der Möglichkeit am nächsten Besuchstag erneut in den Parque Warner Madrid zu gehen) rund 176€ bezahlt hatten. Ein Preis den man ohne Jahreskarte einer der Parques Reunidos Parks kaum geringer ausfallen lassen könnte.

Übernachtet haben wir in Alcorcón mit guter Verbindung an den Cercanias Renfe, dem S-Bahn System Spaniens, und an die Metro von Madrid. Die Anreise zum Parque Warner Madrid gestaltet sich als recht einfach, nur die Abreise vom Park nach Mitternacht bereitete uns Sorgen. Über den zentralen Bahnhof, und Knotenpunkt aller Cercanias Renfe, Atocha gelangt man recht schnell zum Bahnhof Pinto, hier kann man dann in den Bus 413 steigen, welcher einen in einer viertel Stunde direkt zum Park befördert. Abends hingegen fährt dieser einen zwar zurück nach Pinto, wo hingegen der letzte Cercanias Renfe zurück nach Madrid bereits um 23:48 abfährt. Eine andere Alternative musste dementsprechend her, weswegen wir den Bus 412 nach Villaverde Bajo-Cruce nahmen und dort in die Metro, welche bis kurz nach 2 Uhr noch unterwegs ist, stiegen.

Parque Warner Madrid

Theatro Chino 3D

Nach durchschreiten des Eingangstores befindet man sich auf dem Hollywood Boulevard, der Mainstreet des Parks. Hier befinden sich einige Shops, einige Restaurants und das Theatro Chino 3D, ein Nachbau des berühmten Kinos TCL Chinese Theatre des Hollywood Boulevards in Los Angeles, jedoch mit einer höheren Kapazität als das Original. Hier wird neben dem Film Coyote y Correcaminos (ein Zusammenschnitt der letzten Road Runner und Wile E. Coyote Cartoons) noch der Film Marvin el Marciano en 3D (Marvin der Marsmensch in der dritten Dimension) gezeigt; gerade der zweite Film dürfte Besuchern der ehemaligen Warner Bros. Movie World Germany bei Bottrop Kirchhellen kein unbekannter sein. Dieser handelt von Daffy Duck und Marvin dem Marsmenschen, und kann für sein Alter eine erstaunlich gute Qualität, gerade in Bezug auf die verwendeten Effekte, vorweisen. Der Film wirkt dabei stets wie ein alter Zeichentrickfilm der Looney Tunes und auch die Geschichte dessen kann einen sehr gut unterhalten.

Oso Yogui und Cine Tour

Sollte man zum Beginn der Parköffnungszeit den Park betreten, so empfiehlt es sich seinen Rundgang nun gegen den Uhrzeigersinn zu beginnen und somit das Cartoon Village mit allen seinen Attraktionen als erstes zu besuchen, sofern man jedoch leicht verspätet den Park betritt, so darf man sich hier bereits auf längere Wartezeiten einstellen, weswegen ein Rundgang im Uhrzeigersinn die sinnvollere Wahl ist. Dabei sind die Movie World Studios ein wunderschöner Themenbereich, bei dem das Thema Film, wie auch im gesamten Park, eine nunmehr deutlich untergeordnete Rolle als noch im Jahr 2011 spielt. Während der Splash Battle Oso Yogui noch in seiner vollen Pracht die Fahrgäste bis auf die Unterhose befeuchtet, so fehlen bei der Oldtimerfahrt Cine Tour sämtliche Figuren aus dem Looney Tunes Universum, so dass im Endeffekt nur eine bescheidene Kapazität auf einer etwas längeren Fahrstrecke übrig bleibt. Hier lernt man auch zum ersten Mal die Besitzer von Pase Correcaminos Platinium Armbändern zu hassen.

Stuntfall

Nur gut, dass bei der Achterbahn Stuntfall wegen eines Zwischenfalls, bei dem der Zug in der ersten Inversionsfigur ausgependelt ist und einige Reihen, trotz vorhandener Plattform, nicht so einfach evakuiert werden konnten, stets mit einigen gesperrten Reihen im vorderen und hinteren Zugteil fährt und somit eine geminderte Kapazität vorweisen kann. Wie auch bei Shambhala im spanischen Port Aventura wird der Zug fast ausschließlich mit „Ganswischtischdeil“-Besitzern gefüllt, so dass bei dieser Achterbahn stets eine längere Warteschlange vorhanden ist. Dabei ist Stuntfall ein Leckerbissen der besonderen Art, den man nicht nur ein einziges Mal fahren möchte.

Nachdem sich der Flur gesenkt hat wird der Wagenverbund rückwärts einen senkrechten Turm hochgezogen. Sobald dieser eine Höhe von etwas weniger als 60m erreicht hat klinkt dieser aus und versetzt folglich seine Mitfahrer in einen freien Fall ehe es mit voller Wucht in Richtung der horizontalen Stationsdurchfahrt geht. Mit rasanter Geschwindigkeit nähert man sich nun der Cobra Roll, der ersten Inversionsfigur der Strecke, und absolviert dabei gleich zweimal einen Kopfstand. Nachdem man das Element verlassen hat folgt sogleich ein wahrhaft riesiger Looping, bei dem es bereits vorwärts kaum an Druck fehlt. Ungebremst rast man nun den zweiten vertikalen Turm empor, wie auch das nun synchron laufende Catch-car, welches einen fängt und nach oben befördert. Durch das Einklinken des Schlittens befindet sich der Körper nun am oberen Ende des Schulterbügels und somit ohne jeglichen Kontakt zum eigentlichen Sitz, der nun zwangsläufig folgende Part könnte dabei als Inspiration für den Schwur des Kärnan aus dem norddeutschen Freizeitpark Hansa Park gedient haben, ist jedoch deutlich extremer, denn der einsetzende Freie Fall ist einerseits von einer längeren Dauer und andererseits wird dieser durch den Körper erst inmitten des Loopings durch erneuten Kontakt mit der Sitzschale beendet. Diesen durchquert man nun mit ausgeprägten Druck, wo hingegen die Cobra Roll deutlich langsamer durchquert wird. Auch auf der Rückfahrt wird man erst im Turm durch ein, nun ebenfalls synchron laufendes, Catch-car aufgefangen, weswegen man zwangsläufig Bekanntschaft mit dem Bügel macht und nun einige Zeit in ihm hängt. Kurz darauf wird man zurück in die Station gefahren.

Die Giant Inverted Boomerangs sind eine echt tolle Erfindung, bei dessen Entwicklungsprozess die zuständigen Ingenieure des niederländischen Herstellers Vekoma sicherlich öfters ihre Pausen in den Coffeeshops der Umgebung absolviert haben. Allein die synchron laufenden Schlitten machen die Anlage zumindest regelungstechnisch interessant und zudem recht komplex, weswegen es bereits ein Wunder ist, dass Stuntfall im Vergleich zu den sehr fehleranfälligen Anlagen derselben Baureihe ohne größere Probleme seine Runden dreht. Die Fahrt auf der Anlage ist relativ sanft, jedoch durch und durch intensiv und gespickt mit einer großen Prise Airtime ohne dabei den Körper zu sehr zu strapazieren. Summa summarum eine tolle Anlage, bei der die Crew alles Mögliche getan hat um die Anlage überaus schnell abzufertigen.

Hotel Embrujado

In einer Seitengasse befindet sich der Zugang zum Hotel Embrujado, ein heruntergekommenes Hotel, welches verflucht zu sein scheint. Hier wird die Geschichte von Isabella, im Folgenden nur die Braut genannt, und Rikardo, ihrem Bräutigam erzählt. Während eines Feuers in der Nacht vor der Heirat verstarb Rikardo in der geheimen Bibliothek des Hauses, deren Zugang aufs erste nicht mehr gefunden wurde; die Braut hingegen wartete und wartete und wartete. Jahre später wurde ein Zugang zur Bibliothek entdeckt, woraufhin sich die Tragödie der vergangenen Tage zu wiederholen scheint. Durch einen Gang gelangt man aus der Bibliothek in den reichlich gedeckten Festsaal, doch es ist nur eine Projektion vergangener Tage. Es wird dunkel und die Braut erwacht von den Toten. Ausgelöst durch ihre Stimmung setzt sich der Raum in Bewegung, diese variiert von Trauer über Verzweiflung und Wut darüber das Rikardo sie verlassen hat. Am Ende erkennt sie ihren Fehler und scheucht die Besucher hinaus.

Das Hotel Embrujado ist ein gutes Mad House mit einer gut umgesetzten Storyline, aber auch sehr vielen spanischen Besuchern, weswegen die Atmosphäre durch die allgemeine und recht laute Plauderei untereinander leidet. Darüber hinaus bewegt sich die Warteschlange innerhalb des Gebäudes nur recht langsam voran, weswegen ein Besuch am Abend bei deutlich geringeren Andrang ein deutlich stimmungsvolleres Gesamtbild erzeugt.

Parque Warner Beach

Folgt man dem Hauptweg, so befindet man sich in einer Flucht mit dem Lifthügel der vermeintlichen Hauptattraktion des Parks, zumindest wäre die Bahn aus Stahl es nach unserer Definition. Wir aber biegen nun kurz vorher nach links ab und stehen nun vor dem Eingang des Wasserparks Parque Warner Beach. Dieser wurde im Jahr 2014 eröffnet und ermöglicht seitdem neue Blickwinkel auf die beiden Achterbahnen Stuntfall und Superman – la Atracción de Acero. Im Inneren bietet er bisweilen einen größeren Lazy River und ein größeres Wellenbecken. Freunde imposanter Wasserrutschen kommen beim Parque Warner Beach bisweilen aber nicht auf ihre Kosten, da nur kleinere Rutschkomplexe bzw. Spielstrukturen mit integrierten Rutschen des Herstellers Van Edgom vorhanden sind, darunter jedoch eine interessante Body Slide mit einem Trichter. Die allgemeine Gestaltung des Wasserparks ist jedoch konsequent im Stile der Looney Tunes und Hanna Barbara (Familie Feuerstein, Scooby Doo, Yogi Bär) Figuren umgesetzt worden und kann sich sehen lassen, wenn auch dafür wohl die Figuren aus der Cine Tour ihren Platz räumen mussten. Aus Zeitgründen war es uns leider nicht möglich den Wasserpark zu besuchen, ob er also den zusätzlichen Eintritt wert ist kann ich daher nicht sagen. Zumindest schien er trotz Saisonende von der Bevölkerung angenommen zu werden, eine Erweiterung mit größeren und ansprechenderen Attraktionen wäre zumindest wünschenswert, dann aber auch mit einem Eingang außerhalb des Freizeitparks.

Superman: La atracción de Acero

Wie bereits erwähnt ist Superman: La atracción de Acero die vermeintliche Hauptattraktion des Parks, zumindest ist sie eine der größeren Achterbahnen des Herstellers Bolliger & Mabillard, also per Definition bereits besser als gut. Im Parque Warner Madrid hingegen weist die Bahn aus Stahl nur eine durchschnittliche Wartezeit von etwa 15 Minuten auf, dank halbwegs kompetenter Mitarbeiter und Zweizugbetrieb, egal wie voll der Park im späteren Verlauf des Tages noch wurde. Recht lustig dabei ist der Umstand, dass viele Besucher die Achterbahn vor lauter Stützen und Schienen nicht sehen und den Eingang der Warteschlange mit ihren Kinderwagen öfters mal verstopfen.

Nachdem sich der Boden in der Station zur Seite gekippt hat verlässt der Wagenverbund diese und absolviert sogleich eine kleine Wende in Bayernkurvenmanier. Nun führt einem der Lifthügel in eine Höhe von 50m, woraufhin ein kleines Zwischengefälle vor dem eigentlichen First Drop durchfahren wird. Kurz darauf entschwindet der Zug gen Boden und der Körper reagiert träge darauf. Fast durchgängig ohne Kontakt zur Sitzschale stürzt man die Höhenmeter hinunter um kurz vor der Einfahrt in den Looping seinen ursprünglichen Sitzplatz wiederzufinden. Diesen passiert man relativ zügig und dementsprechend mit deutlich ausgeprägten Kräften. Das darauffolgende Tal wird mit voller Wucht durchquert just bevor es den Immelmann empor geht. Eine Trim Brake im nächsten Tal reduziert den Zug merklich, wodurch sich die Zero-G Roll, eine Inversionsfigur bei der man sich ohne vorhandene Beschleunigung um die eigene Achse dreht, recht angenehm fährt. Es folgt eine großzügig ausgelegte Cobra Roll in deren Ausfahrt man ein zweites Mal eine Reduzierbremse durchquert. Diese ist auch bitter nötig, denn auf dem nachfolgenden Hügel wird man außerordentlich stark aus den Sitz befördert.  Recht geradlinig folgt nun die Einfahrt in den ersten Korkenzieher, dessen Ausfahrt nach einer kurzen Wende mit einem zweiten Korkenzieher überquert wird und sich somit das Element der Interlocking Corkscrews bildet. Hierauf folgt eine sehr intensive bodennahe Kurve, woraufhin der Zug einen weiteren Hügel bewältigt und die Fahrgäste erneut in die Luft befördert. Eine noch intensivere Aufwärtshelix schließt sich an, kurz darauf erreicht man dann die Bremsen.

Superman: La Atracción de Acero ist, um es kurz auszudrücken, einfach brillant. Die Fahrt bietet alles was eine richtig gute Achterbahn benötigt, nämlich ein tolles Layout mit ihm spezifischen Eigenschaften, in diesem Fall also schnell durchfahrene Inversionen und ein ausgewogenes, wenngleich nicht lasches, Kräftespiel. Der Fahrkomfort ist überaus gut, wenngleich Superman – la Atracción de Acero die Anlage mit den meisten Schulterbügelkontakt im gesamten Park ist und der Zustand der Züge im Allgemeinen zu wünschen übrig lässt, denn fast jede Kopfstütze dieser ist mittlerweile beschädigt.

Lex Luthor und Sillas Voladores de Mr. Freeze

Gegenüber von der Bahn aus Stahl langweilt Lex Luthor, einer der Widersacher Supermans, seine Gäste in einem Top Spin mit grottenschlechten Fahrprogramm zu Tode; interessanter Weise ist jedoch die Anlage beim Parkpublikum durchaus beliebt. Deutlich rasanter geht es hingegen bei einem der Widersacher Batmans zu, denn die Sillas Voladores de Mr. Freeze,  ein durchaus netter Wellenflug mit einer ungewöhnlichen Gestaltung, bietet ein recht gutes Fahrprogramm.

La Venganza del Enigma

Hoch hinaus geht es bei La Venganza del Enigma, wo man aus Rache des Riddlers, ebenfalls ein Bösewicht aus dem Batman Universum, in eine Höhe von 100m befördert wird. Der 120m hohe Combo Tower der Firma S&S verfügt in der Theorie über drei verschiedene Modi, wobei an unserem Besuchstag zwei Spuren im Space Shot Modus betrieben wurden und die dritte Spur, welche ausschließlich als Turbo Drop fungiert, geschlossen war, obwohl der Wartebereich gegen Ende des Tages recht gut gefüllt war. Während ich die Anlage im Jahr 2011 als bestenfalls verdammt hohen Aussichtsturm beschrieb, so muss ich meine Meinung nun gründlich revidieren, denn die, im Park perfekt platzierte, Anlage kann mehr als nur verdammt gut auszusehen. Der Abschuss im Space Shot Modus zieht erstaunlich stark und ebenso lang an, bevor man die Maximalhöhe erreicht und ein wenig aus dem Sitz gehoben wird. Hier oben hat man dann eine wunderbare Sicht auf den unterliegenden Parque Warner Madrid und theoretisch auf die spanische Hauptstadt, ehe man gemächlich auspendelt. Es ist zumindest kein Vergleich zu anderen Space Shot Anlagen und so reiht sich La Venganza del Enigma recht hoch in meiner Gunst ein, zumal es der einzige gefahrene Turm über 71m Höhe ist, welcher tatsächlich noch Spaß macht.

Batman: La Fuga

Auf der anderen Seite der DC Super Heroes World befindet sich das Arkham Asylum, Gotham Citys Irrenanstalt, in der ein großer Teil der bekanntesten und schillerndsten Batman-Gegenspieler sich zeitgleich dazu beschlossen hatten zu fliehen. Als Dark Knight soll man diese nun wieder einfangen und so erkundet man auf dem Weg hinauf zur Station des Inverted Coasters Batman: La Fuga in aller Ruhe die Irrenanstalt von Innen. Dieses kann, sollte die Anlage im Einzugbetrieb betrieben werden, aufgrund der minimalen Anzahl von Mitarbeitern und surreal wirkenden Abläufen, gerne mal etwas länger dauern.

Nachdem man den Zug bestiegen hat und dieser endlich abgefertigt wurde kann die Fahrt auch sogleich losgehen. Viel Zeit verbringt man dabei nicht im Lifthill bevor man einen kleinen Predrop absolviert und sogleich in eine Steilkurve gerissen wird. Mit immenser Wucht passiert man nun das erste Tal und wird sogleich in den ersten Looping hineingedrückt. Eh man sich versieht steht man in der darauf folgenden Zero-G Roll erneut überkopf. Ohne Gnade durchführt man nun einen weiteren Looping, woraufhin eine linksführende Aufwärtshelix den vermeintlich harmlosesten Teil des Layouts einleitet. Doch kaum vollführt man den Kurvenwechsel in luftiger Höhe spürt man seine Beine nicht mehr. Eine Steilkurve führt einen zurück auf das Bodenniveau, woraufhin der erste Korkenzieher eingeleitet wird. Gerade im hinteren Teil des Zuges wird mit recht hoher Beschleunigung durch das Element gezogen. Nach einer recht engen Wende steht man erneut in einem Korkenzieher überkopf, wobei hier das Kräftespiel des ersten Korkenziehers noch einmal verschärft dargeboten wird. Nach einer aufwärtsführenden Linkskurve erreicht man die Bremsen und kurz darauf die Station.

Batman: La Fuga ist kurz, nicht sonderlich hoch, verteilt aber die G-Keule wie kaum eine andere Bahn, zumindest in Europa. Die 11 Schwesteranlagen, wobei 6 davon eine ähnliche Thematik vorweisen, hingegen belasten die Fahrgäste im positivsten Sinne in der restlichen Welt, meist aber in Nordamerika und dort von Zeit zu Zeit auch gerne mal rückwärts. Dabei ist Batman: La Fuga eine durch und durch tolle, wenngleich natürlich wahnsinnig intensive Achterbahn, weswegen es nicht sonderlich schade wäre, wenn neben der derzeitigen Renaissance der Suspended Looping Coaster der niederländischen Firma Vekoma auch weitere Anlagen dieser Art aus dem Hause Bolliger und Mabillard gebaut werden würden.

Hindurch durch den wunderbar gestalteten Gotham Bereich der DC Super Heroes World und somit vorbei an dem Autoskooter Los Coches de Choque de el Joker und am ehemaligen Simulator Batman: la Sombra del Murciélago, welcher im Jahre 2014 seine letzte Saison hatte und wohlmöglich durch eine Themenfahrt im Stil der Justice League ersetzt wird, geht es in das Old West Territory. Hier befindet sich neben einem Aufpreis pflichtigen Maze, welches sich die ehemalige Warteschlange der Achterbahn Coaster Express zu Nutze macht, der Break Dance Los Carros de la Mina, sowie die beiden Wasserbahnen Cataratas Salvajes und Rio Bravo.

Cataratas Salvajes

Bei den wilden Wasserfällen, also den Cataratas Salvajes, handelt es sich um einen sehr effizienten und aus meiner Sicht sehr schön in Szene gesetzten Spillwater der Firma Intamin. Dabei beruht die Effizienz der Anlage schlichtweg aus der Einfachheit des Layouts, welches ein simples Oval ohne unnötigen Schnickschnack darstellt. Nachdem das Boot also den Lifthügel hinauf befördert wurde absolviert es eine Wende in luftiger Höhe und stürzt sich sogleich die einzige Schussfahrt der Fahrt hinunter. Dabei entsteht eine größere Welle, welche dann auf die Insassen des Bootes niederprasselt bzw. die wagemutigen Passanten auf der Brücke über der Fahrspur befeuchtet. Der Nässegrad der Fahrt ist dabei bereits relativ hoch, aber im guten Mittel zu anderen Anlagen dieses Typs.

Coaster Express

Die Achterbahn Coaster Express ist die einzige Achterbahn des Parks, welche nach Wegfall der amerikanischen Six Flags Gruppe als Betreiber des Parks eine bewegte Geschichte vorweisen kann. Wie auch Bandit im Movie Park Germany startete die Anlage als Wild Wild West, passend gestaltet zum gleichnamigen Film aus dem Jahr 1999 ihre Laufbahn. Da dieser ein Flop ohne Gleichen war und mittlerweile, teilweise unberechtigter Weise, als einer der schlechtesten Filme gilt hat man sich mit dem Betreiberwechsel zu Parques Reunidos und der damit verbundenen Umbenennung des Parks in Parque Warner Madrid im Jahr 2005 dazu entschlossen die Lizenz der Achterbahn und des damals noch gleichnamigen Themenbereichs nicht weiter zu nutzen. Die damals überdimensionierte Warteschlange unterhalb der Station hat man auf den Außenbereich verkürzt, der Platz wird mittlerweile aber anderweitig benutzt, einen Blick auf den Zug mit dem Schleudersitz kann man jedoch noch von der Station aus wagen.

Nachdem der Wagenverbund die Station verlassen hat überquert man kurz das Transfergleis, woraufhin sich eine Linkskurve anschließt. Hierauf klinkt der Zug in die Kette ein und wird den Lifthügel nach oben befördert. Auf einer Höhe von etwa 36m angekommen neigt sich der Zug sogleich in eine weite Rechtskurve, welche sich als quergeneigte 590° Helix herausstellt. Dabei erreicht man im Tal eine Geschwindigkeit von etwa 80 km/h ehe es stetig wieder aufwärts geht. In einer höheren Lage umschlingt man nun den First Drop bis es erneut rasant gen Boden geht. Auf einem längeren geraden Teilstück folgt eine kleine Rechtskurve in luftiger Höhe, woraufhin sich ein weites geradliniges Gefälle anschließt. Nun absolviert man eine höher gelegene Rechtswende, welche zugleich in einen weiteren Drop übergeht. Hier absolviert man den zweiten und letzten Richtungswechsel des Layouts, denn kurz danach durchquert man eine weitere quergeneigte Helix, diesmal jedoch linksführend und nur 520° weit. Es folgt ein relativ bodennaher Hügel, woraufhin sich eine weitere Linkskurve anfügt. Darauf folgt ein weiterer Hügel quer durch das Gehölz auf dessen Abfahrt sich eine Reduzierbremse befindet. Diese greift merklich, was bei der anschließenden und recht lustigen Kurve sogar sinnvoll ist; eben jene Kurve war es, welche die Maximalgröße der Mitfahrer bis vor wenigen Jahren auf ein vergleichbar geringes Maß von 1m85 setzte. Kurz darauf greifen die Bremsen und der Zug fährt zurück in die Station.

Wo ich bei meinen letzten Besuch im Jahr 2011 noch davor gewarnt hatte bei der Anlage überhaupt einzusteigen und die Fahrt gerade in der letzten Reihe als Tortur beschrieb, so muss ich nach meinen heutigen Kenntnisstand sagen, dass Coaster Express eine ziemlich lustige Achterbahn ist deren Fahrt man nicht versäumen sollte. Zwar bietet diese Holzachterbahn absolut keine spürbaren negativen Kräfte, dafür ist das Geschwindigkeitsgefühl in den Kurven überaus ausgeprägt; zumindest hat mich die Fahrt fast durchgängig zum Lachen gebracht. Die Fahreigenschaften auf der längsten Holzachterbahn Europas sind im Allgemeinen gut und die Anlage wirkt von außen zumindest gut in Schuss, kein Vergleich also zu Magnus Colossus, einem weiteren Woody des Herstellers Roller Coaster Corporation of America (RCCA) aus dem spanischen Freizeitpark Terra Mítica bei Benidorm, welchen ich gerne als schlechteste je gebaute Holzachterbahn bezeichne.

Rio Bravo

Der Reversing Boat Ride Rio Bravo aus dem Hause Intamin ist eine Kopie der Hopkins Anlage Wild West Falls aus der Original Warner Bros. Movie World an der australischen Gold Coast, basiert jedoch auf der originalen Gestaltungsidee nach dem Film Rio Bravo. Umso mehr kann man sich also an der Thematisierung der Anlage erfreuen, denn diese ist bis auf das letzte Detail rundum gelungen.

Nachdem man die recht lange Warteschlange durchquert hat kann man, zumindest am Abend, sogleich in einem der Boote Platz nehmen. Zu meiner Verwunderung hat man in der Zwischenzeit die Anschnallgurte abgeschafft, was zumindest die Kapazität der recht beliebten Attraktion zusätzlich zu Gute kommt. Kurz darauf dümpelt das Boot vorbei an der Wartungshalle der Anlage in Richtung des ersten Lifthügels. Oben angekommen fährt man nun in das gewaltige Bergmassiv hinein, wo sogleich der erste Drehteller auf einem wartet. Dieser entlässt das Boot dann hinein in die erste Schussfahrt, welche rückwärts absolviert wird, soweit so gut und bereits oftmals erlebt, doch Rio Bravo wäre nicht eine außergewöhnliche Wildwasserbahn wenn nicht sogleich eine Besonderheit hinterherkäme. Für viele daher oftmals sehr unerwartet geht es nun einen Camelback empor, welcher einen auf seiner Kuppe etwa 10-20cm in die Luft befördert. Kurz darauf folgt dann die Abfahrt in das kühle Nass, wobei der Nässegrad bislang noch sehr überschaubar bleibt. Nach einer Kurve erreicht man eine weitere Wendestelle, woraufhin das Boot wieder vorwärts unterwegs ist. Gar unspektakulär führt einem der Fluss nun durch einen Canyon, ein Indianerdorf und die Westernstadt Dogde City, bevor es erneut  in die Mine hinein geht. An der höchsten Stelle der Fahrt angekommen wird man über einen Drehteller erneut in Position gebracht, woraufhin die zweite und finale Schussfahrt mit einer fantastischen Aussicht auf die Holzachterbahn Coaster Express eingeleitet wird. Unten angekommen wird man dann recht angenehm befeuchtet. Es folgt die Rückfahrt zur Station.

Die Wildwasserbahn Rio Bravo ist eine tolle Anlage mit einem größeren Überraschungsmoment zu Beginn der Fahrt. Die allgemeine Gestaltung ist grandios, es fehlt mir aber ein wenig an Effekten nachdem man die zweite Wendestelle verlassen hat. Zwar verlange ich dabei nicht, dass mir Kübel mit Wasser ins Gesicht geschmissen werden wie bei der grandiosen Wildwasserbahn des gleichen Typs Valhalla aus dem englischen Pleasure Beach Blackpool, dennoch wäre hier etwas mehr gegangen, zumal die anderen Wasserbahnen des Parque Warner Madrid allesamt nässer sind.

Tom y Jerry

Bereits von weiten hört man die Kinderachterbahn Tom y Jerry im Parque Warner Madrid, da sich die Anlage anhört wie ein über den Park fliegender Düsenjet. Dabei handelt es sich hierbei um einen der letzten produzierten Zierer Tivoli large Coaster, welche um die Jahrtausendwende von Six Flags in Auftrag gegeben wurden und somit Stützen vorweisen können, die dem Lichtraumprofil im Vergleich zu den Anlagen aus den 70er Jahren, die es vermehrt auch in Deutschland zu fahren gibt, gerecht werden. Dabei kann man das Layout relativ einfach als zwei nebeneinander liegende Achten beschreiben, bei denen die recht weiten Kurven mit einem umso längeren Zug durchfahren werden. Zumeist wird der Parcours dabei mehrere Male durchfahren, nicht aber im Parque Warner Madrid. Ansonsten wäre die Wartezeit bei dieser grundsoliden Achterbahn wohl kaum noch zu bändigen, denn Tom & Jerry ist eine der beliebtesten Anlagen des Parque Warner Madrid.

Cartoon Village

Dieses gilt aber im Allgemeinen für den Themenbereich Cartoon Village mit seinen beiden Kinderländern und dem Rafting Rápidos Acme. Zwar ist die Situation in Spanien nicht ganz so extrem wie in England, wo man im Grunde nur noch mit bekannten, bzw. für uns auch manchmal vollkommen unbekannten, Kinderserien die Massen in die Freizeitparks bringt. Dabei hat der Paultons Park den Vogel bisweilen mit der Peppa Pig World am meisten abgeschossen, so dass dieser in der Bevölkerung nur als Peppa Pig World bekannt ist und bereits in Schottland diverse Werbeprospekte vorzufinden sind. In Spanien hingegen haben die Kinderbereiche zwar eine höhere Bedeutung, aber es kommen auch andere Gäste in den Park und verteilen sich auch auf die anderen Themenbereiche dessen, wobei dieser Anteil in den letzten Jahren merklich zugenommen hat.

Interessant an den Parque Warner Madrid  Kinderbereichen ist jedoch die Art und Weise wie diese gestaltet sind, denn der eine Bereich wurde zur Eröffnung im Jahr 2002 fertiggestellt und der andere im Jahr 2011, wobei dort die Achterbahn Correcaminos Bip, Bip aus dem Jahr 2009 halbwegs integriert wurde. Während der alte Kinderbereich unzählige Fahrgeschäfte auf einem engeren Bereich vorweisen kann und dabei stets im Schatten unzähliger Bäume steht, so befinden sich im neuen Bereich wenige Fahrgeschäfte auf einer größeren betonierten Fläche ohne jeglichem Schatten. Zwar sind diese allesamt ordentlich gestaltet, es fehlt aber jegliche Atmosphäre in dieser Ergänzung. Interessant hierbei ist, dass fast jeder neue Planpark diese Muster aufweist, was aus meiner Sicht ein No-Go ist. Zumindest hat man mit der Academia de Pilotos, einer Kindermonorail aus dem Hause SBF Visa aus dem Jahr 2013, versucht diesen Umstand etwas aufzubrechen, doch wirklich geglückt ist es bislang noch nicht.

Correcaminos Bip, Bip

Bei der Achterbahn mit dem vermeintlich seltsam klingenden Namen Correcaminos Bip, Bip handelt es sich um einen Youngster Coaster der Firma Mack, welcher das gleiche Layout wie der ein Jahr jüngere Götterblitz aus dem österreichischen Familypark aufweisen kann. Wie auch am Neusiedlersee beginnt die Fahrt mit der Erklimmung des Lifthills. Oben angekommen geht es nach einem kleinen Gefälle zügig in die erste Kurve, worauf schongleich der große Drop folgt. Mit voller Geschwindigkeit passiert man nun das erste Tal und sogleich einen Horseshoe, ein Element welches wie ein aufgeständertes Hufeisen geformt ist. In einer Rechtskurve sammelt man erneut Höhenmeter an, woraufhin diese in einer abwärtsführenden Linkshelix mit anschließenden Gefälle abgebaut werden. Nun folgt eine Kurvenkombination aus Auf- und Abwärtshelix, welche von oben betrachtet einer Acht ähnelt.  Zu guter Letzt führt eine weitere Rechtskurve den Zug hinauf zur Bremsstrecke und dann zurück zur Station.

Correcaminos Bip, Bip ist eine zum Teilen sehr aufwändig gestaltete Anlage, zum Teilen aber auch eine sehr lieblos inszenierte Achterbahn mit einem tollen Layout und ebenso guten Fahreigenschaften. Es ist ein wenig Schade zu sehen, dass die Jagd auf dem Road Runner, also Correcaminos, wegen der hohen Holzzäune mit Gucklöchern von außen kaum einsehbar ist, ebenso ist es Schade, dass die Anlage weit abseits als Stand-Alone Attraktion eine Sackgasse bildet. Wobei das alles keinesfalls so schlimm wäre, würde Correcaminos durch seinen Vordrängelpass, dem Pase Correcaminos, den Wartenden nicht irgendwann auf die Eier gehen. Obwohl die Warteschlange überschaubar ist, so dauert es eine halbe Ewigkeit bis man dann an der Reihe ist. Irgendwie kann man Wile E. Coyote also verstehen, doch gefangen hat er den Road Runner bisweilen nur bei Family Guy.

Rápidos Acme

Eine für Europa außergewöhnliche Rafting-Anlage kann man mit den Rápidos Acme hier im Park vorfinden, denn, auch wenn man es kaum zu glauben mag, hier wird man nass. Nun könnte man argumentieren das auch River Quest aus dem Brühler Freizeitpark Phantasialand seine Fahrgäste des Öfteren komplett durchnässt aus der Anlage entlässt, nur betrifft es dort schlichtweg nicht jeden. Dabei ist das Geheimrezept des Parque Warner Madrid so simpel wie es kaum anders möglich ist, denn hier verzichtet man größtenteils auf unnötigen Schnickschnack wie Wasserfälle oder Wellenbecken sondern konzentriert sich darauf auf einer sehr kurvenreichen Strecke möglichst viele Stromschnellen, die ständig ins Boot schwappen, zu erzeugen und dabei stets von außen Wasserstrahlen ins Boot zu leiten. Das ganze Geschehen wurde dann noch äußerst hübsch durch die Charaktere der Looney Tunes gestaltet, worauf man sich während der Fahrt aber ganz ehrlich gesagt kaum zu konzentrieren vermag. Leider waren die Effekte gegen Ende der Fahrt allesamt ausgeschaltet gewesen, eigentlich schade, aber wahrscheinlich war es für die Spanier bereits etwas zu kalt.

La Aventura de Scooby-Doo

Gleich zu Beginn des Cartoon Village, von der Mainstreet aus kommend, liegt die interaktive Themenfahrt La Aventura de Scooby-Doo. Dieser wurde im Comicstil der Hanna Barbara Serie Scooby-Doo Where are you! gehalten und weist die typischen Elemente dieser auf. Gefertigt wurde diese Anlage, welche auch in zwei Six Flags Parks und zuvor in jedem der Paramount Parks, dort allerdings unter der Leitung von Cedar Fair mittlerweile als Boo Blasters on Boo Hill, zu finden ist von der Sally Corporation. Die Fahrt selbst sollte man direkt nach der Öffnung der Anlage erleben oder mit entsprechenden Vordrängelpass, denn die Abfertigung dieses Dark Rides ist ein mehr als nur schlechter Scherz. Hinzu kommt das Scooby-Doo selbst durchaus bei den hiesigen Kindern beliebt ist, weswegen der Andrang an der Anlage stets relativ hoch ist. Die Fahrt zumindest ist nett gestaltet und kann Spaß machen, jedoch ist sie eine der schwächeren Anlagen des Herstellers.

Obwohl der Andrang an den großen Achterbahnen stets überschaubar und angemessen war, so war der Park durchaus sehr gut besucht. Tatsächlich kam es einem während des Besuchs so vor als sei der Park beinahe schon überfüllt, dieses lag vor allem an den allgemeinen Vorlieben der Spanier und so sollte es niemanden verwundern, dass die Wartezeiten vor jeder der Shows bei über einer Stunde lag. Dieses ist auch der Grund warum wir beispielsweise das Scooby Doo Musical linksliegen gelassen haben, ebenso die Police Academy Stunt Show. Großer Fehler könnte man meinen, da die Shows in Spanien ja im Allgemeinen nicht so vernachlässigbar sind wie die der deutschen Freizeitparks, andererseits hätten wir sonst den Park nicht komplett an einem Tag schaffen können. Tatsächlich ist das Angebot dieser im Parque Warner Madrid auch deutlich niedriger als im Freizeitpark Port Aventura bei Salou, dessen Erfolgsrezept eigentlich auf die großen Showtheatern zurückzuführen ist, hier könnte der Park selbst noch eine Schippe nachlegen oder die Shows zumindest öfters zeigen.

Parque Warner Cinematic

Dieses funktioniert bei der Abendshow Parque Warner Cinematic jedoch nicht, da diese erst bei Dunkelheit richtig zur Geltung kommt. Hierbei handelt es sich um eine Fontänen-Show mit Projektionen bekannter Warner Bros. Filme und Werbung für kommende Filme des Studios. Unterstützt wird die Show, welche auf dem See in den Movie World Studios stattfindet, durch Feuer- und Lasereffekte, sowie ein recht ansprechendes Abschlussfeuerwerk. Die Show war bereits zum 10 jährigen Jubiläum des Parks überaus sehenswert und auch jetzt hat sich daran nicht viel geändert. Definitiv sehenswert, zumal es ein toller Abschluss eines tollen Parktages ist.

Bilder Parque Warner Madrid

Fazit Parque Warner Madrid

Parque Warner Madrid ist nach wie vor ein sehr toller Freizeitpark und aus meiner Sicht immer noch der beste Park Spaniens. Im Vergleich zu vor vier Jahren hat sich die Besucherzahl ziemlich gut entwickelt, wodurch leider der Pase Correcaminos ungemein nervt, zumal er im Gegensatz zu Port Aventura quasi überall genutzt werden kann. Die Abfertigungen waren, bis auf Batman im Einzugbetrieb, deutlich flotter als zuvor und im Falle der Achterbahn Stuntfall sogar vorbildlich. Man ist zumindest derzeit auf einen guten Weg, den man auch gerne so beibehalten darf. Sollte der Andrang beim nächsten Besuch jedoch genauso hoch sein, so werde ich mir definitiv ein Ganswischtischdeil gönnen und als Asozialer par Exzellenz eine Runde nach der anderen drehen, denn das ist mir der Park, wie auch bei Port Aventura, definitiv wert.

 


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Der Charme des alten Vergnügungsparks

Bakken

Der Freizeitpark Bakken oder auch Dyrehavsbakken befindet sich im Jægersborg Dyrehave am Stadtrand der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Ähnlich wie der Wiener Wurstelprater macht der, in Parzellen aufgeteilte und von verschiedenen Schaustellern beschickte, Freizeitpark nur eine sehr kleine Fläche des eigentlichen Parkgeländes aus, welches vor allem als Tiergarten fungiert und somit seinen Ursprung als Jagdrevier hatte. Aus historischer Sichtweise ist der 1583 eröffnete Freizeitpark relevant, da er der älteste Freizeitpark der Welt ist. Am einfachsten erreicht man den Freizeitpark über die S-Bahn Linie C vom Kopenhagener Hauptbahnhof zur Endhaltestation Klampenborg, ein etwa 10 minütiger Fußmarsch schließt sich an.

Am Park angekommen sollte man sich, sofern man Bakken nicht nur wegen der zahlreichen urigen Restaurants und Bars besucht, ein Wristband kaufen. Dieses wird meist durch ein Handgerät, aber auch durch stationäre Scanstationen, ausgelesen und erlaubt einem jeweils 10 Fahrten auf jedem einzelnen der zahlreichen Fahrgeschäfte in Bakken.

Mine Train Ulven

Sofern man den Weg von der Klampenborg Station zurückgelegt hat stößt man als erste Attraktion auf den Intamin Minetrain mit Namen Mine Train Ulven. Nachdem der Zug durch die, wohl mit Trapeztrajektorie der Geschwindigkeit gesteuerten, Reibräder den Zug mit vollem Ruck aus der Station befördert haben geht es ein kleinen Drop hinunter um sogleich in den Lift einzufahren. Oben angekommen verschwindet der Schiene bereits vor einem und ein unglaublich steiler First Drop fügt sich an. Ebenso schnell wie es hier hinunter geht es die Steilkurve auch wieder hinauf und eine linksführende Abwärtshelix hängt sich an. Etwas gemächlicher geht es nun durch eine sich stets verjüngende Bayernkurve bis man über die Station hinweg brettert. Eine Rechtskurve oberhalb der ersten Streckenmeter führt den Zug in eine Abwärtshelix unterhalb des Lifthügels. Parallel zum Lift vollzieht man zwei kleinere Hügel ehe es nach einer 270° Kurve in die letzte abwärtsführende und sehr eng bemessene Helix geht. Es folgt die Einfahrt in die Bremse und die Rückführung in die Station.

Mine Train Ulven überrascht durch seinen sehr starken Anfang, verliert sich aber ein wenig im Mittelpart des Layouts bis es dann in das rasante Ende der Fahrt geht. Als einer der wenigen Anlagen dieser Art des Herstellers überzeugt die Anlage vor allem durch die vergleichsweise intensive Fahrweise, nur die Kurven hätten ein wenig ausgeprägter und weniger optimiert sein können.

Crazy Theatre

Neben einem 5D Kino bzw. haargenau darüber befindet sich das Crazy Theatre, ein interaktives Theater des Herstellers Alterface in dem der Film Desperados gezeigt wird. Hierbei sitzt man auf einem mechanischen Pferd, welches sich vor und zurück bewegt, und zielt mit einer Pistole auf diverse Ziele. Vorerst nur mit kleineren Übungsszenen, darauf auch mit einer längeren Filmszene. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten macht dabei durchaus Spaß und kann durch der guten Qualität des Films überzeugen.

Spøgelsestoget

Einige Meter weiter befindet sich die Geisterbahn Spøgelsestoget. Hierbei handelt es sich um eine recht alte Geisterbahn. Da das Innere der Anlage stockdunkel ist fährt man mit einer recht hohen Anspannung über die Strecke. Die Effekte kommen dabei allesamt gut zur Geltung – auch die neueren fügen sich sehr gut ins Ambiente ein – und erschrecken einen gleich mehrere Male mit Bravour. Spøgelsestoget ist also ein echtes Highlight in Bakken und sollte daher von niemanden ausgelassen werden.

Polyppen und Vikingeskibet Dragen

Weniger beengt als die meisten anderen Fahrgeschäfte stehen das Schwarzkopf Monster Polyppen, welcher eine gute und ausgewogene Fahrt bot, und die Schiffschaukel Vikingeskibet Dragen des Herstellers Zierer in Bakken. Hier sitzt man, wie auch bei den Kalbfleisch-Schiffschaukeln, Rücken an Rücken bzw. der Reihe vor einem gegenüber, hat aber im Vergleich deutlich mehr Spiel zum Bügel und dadurch eine insgesamt aufregendere Fahrt. Interessanterweise erfolgt der Antrieb des Schiffs nicht von unten sondern an der Seite des Schwertes.

Racing

Seit den 80er Jahren befindet sich mit der Achterbahn Racing ein Zierer Flitzer in Bakken, welcher zuvor zu Beginn der 70er Jahre unter den Bremer Schausteller Robrahn auf den deutschen Kirmessen unterwegs war. Mit ihrem Alter von 44 Jahren ist sie die zweitälteste Achterbahn in Bakken und befindet sich größtenteils noch im Originalzustand.

Nach der obligatorischen Liftfahrt vollzieht man stets verjüngende und in bayernkurvenmanier stets auf- und abwärtsführende Rechtskurven, bis kurz darauf ein größerer Sturz stattfindet und man auf Bodenniveau an der Station vorbeisaust. Eine größere Rechtskurve führt einem in den hinteren Teil der Anlage und vollzieht nach einer engen Kurve den ersten Richtungswechsel. Dieser wird nach einer Abwärtshelix sogleich wiederholt und die letzte Rechtskurve fügt sich an.

Es ist schon interessant wie sehr die Originalgondeln die Fahrt beeinflussen, denn obwohl die Anlage baugleich mit Vorlops High Explosive ist, so nehmen die hohen Gondelwände der hannoverschen Minenwagen einen Großteil des Fahrspaßes. Die kleinen Flitzer zumindest machen die Fahrt ungemein komisch, weswegen sich hier bei mir während der Besuchszeit die meisten Fahrten ergaben.

Taarn Gyset

Mit dem Taarn Gyset befindet sich ein Double Shot Tower aus dem Hause S&S in Bakken, welcher sich durch seine geringe Höhe und der trotzdem außerordentlich ausgeprägten Airtime, ausgelöst durch den zweiten Abschuss nach unten, auszeichnet. Die Fahrt ist dabei durchaus lustig, aber auch leider recht kurzweilig.

Vilde Mus

Bei der im Jahr 2012 eröffneten Achterbahn Vilde Mus handelt es sich, wie der Name schon vermuten lässt, um das neuere Standardmodell der Wilden Maus aus dem Hause Mack Rides. Obwohl faktisch kein Andrang vorhanden war zogen es viele Kinder vor einen gesamten Wagen für sich zu beanspruchen, wodurch dann doch die längste Warteschlange im gesamten Park künstlich erzeugt wurde. Die Fahrt selbst gleicht von der Laufruhe interessanterweise deutlich älteren Anlagen wie der verbleibenden Seite des Speedy Bobs aus dem belgischen Bobbejaanland.

Hurlumhej

Mit Hurlumhej befindet sich ein kleines, wirklich erlebenswertes Schätzchen in Bakken. In der Entstehungsgeschichte der Anlage wurde offensichtlich sehr viel Hansen Rum getrunken, weswegen auch eine zu groß geratene Flasche die Front dieses Laufgeschäfts ziert. Im Inneren trifft man dann auf eine perfekte Symbiose aus Schiefen Haus und Fun House, wobei die Elemente des Schiefen Hauses ausgeprägter vorhanden sind. Durch die mehr als aufwändige Gestaltung im Stil eines alten Schiffes wird man tatsächlich ein wenig seekrank und verlässt dementsprechend leicht torkelnd die Vergnügungsanlage. Wäre jedes Laufgeschäft wie Hurlumhej, dann wäre jede Anlage einen Besuch wert, denn eine so perfekt abgestimmte Gestaltung findet man so leider nicht oft. Selbst größere Anlagen wie das Hotel Tartüff des Freizeitparks Phantasialand überraschen einem im Endeffekt nicht so sehr wie diese Anlage, zumal man wirklich nicht so oft auf ein Schiefes Haus trifft.

Extreme

Nachdem ich im Funland Amusement Park auf Hayling Island bereits das Vergnügen hatte einen Speed Flip zu fahren war ich doch sehr gespannt wie sich das Moser Rides Produkt hier zeigt. Im Gegensatz zur reisenden Anlage in England hat man bei Extreme jedoch ein durch und durch seltsames Fahrprogramm abgespult bei dem man im Grunde bereits zu Anfang der Fahrt Vollgas gegeben hat um die Geschwindigkeit dann bis zum Ende nur noch langsam abzubauen. Zusätzlich zum bescheidenen Fahrprogramm, welches jedoch das Potential dieser, eigentlich viel zu schnellen, Anlage aufzeigt, bietet die Anlage nur sehr minimale Bügel, die dann leider etwas zu unbequem sind.

Mariehønen

In einer kleinen Gasse, welche zum Parkplatz des Freizeitparks führt, befindet sich mit Mariehønen eine kleine Tivolianlage des Herstellers Zierer. Die Fahrt auf der kleinsten Achterbahn in Bakken ist grundsolide, wird aber durch eine Pause auf dem Lifthügel nach der zweiten Runde in besonderer Art und Weise erwähnenswert, denn hier legt man eine kleine Pause zum Winken an die außenstehenden Besucher ein. Nachdem die Kinder nun ausgiebig gewunken haben setzen die Reibräder unter nun voller Last ein, was sich in Bezug auf die Motoren nicht unbedingt schön anhört, und man absolviert nun die letzten Runden.

Vandrutschebanen

Die Wildwasserbahn Vandrutschebanen ist eine interessante Anlage mit einer überraschend langen Strecke bei zwei Abfahrten. Der Einstieg geschieht hier über einen kleinen Drehteller woraufhin das Boot in den Kanal entlassen wird. Auf dem Weg zum Lift absolviert man bereits einige Zeit im Strömungskanal ehe es schnell hinauf geht. Bei der darauffolgenden, in etwa auf die Hälfte der Ausgangshöhe führende, Schussfahrt wird man bereits gut befeuchtet. Nun dümpelt man einige Zeit kreuz und quer durch die Anlage just bevor es auf einer langen Geraden ziemlich flott ein wenig abwärts geht und sich nach einer weiteren Kurve der zweite Lifthügel anschließt. Oben angekommen erwartet einen wohl die engste, je in einer Wildwasserbahn verbauten, Kurve, welche ohne zusätzliches Hilfsmittel nicht befahren werden könnte. Im Vergleich zu einer Mackschen Wildwasserbahn, bei der zwei Drehteller verwendet wären würden, werden die Boote dieser Reverchon Wildwasserbahn durch einen seitlichen Mitnehmer via einer Drehscheibe durch die Kurve geschoben. Hierbei eckt das Boot wie verrückt an den Kanal bevor dieses in die zweite Schussfahrt geschoben wird. Unten angekommen wird man durch die Gischt dann komplett durchnässt. Wenn man dabei nicht von einem kleinen Jungen, welcher eine Runde auf der Svanebanen einer Einschienentretbahn oberhalb der Wasserbahn – ausgelacht wird ein herrlich erfrischender Spaß in Bakken.

Safari

Klein, aber durchaus fein, zeigt sich die interaktive Themenfahrt Safari ihren Besuchern. Dabei geht es mit Pistolen bewaffnet in kleinen Jeeps durch Bakkens grüne Hölle, vorbei an zahlreichen Animatroniks über zwei Ebenen. Zwar löst man dabei keine Effekte aus und versucht eigentlich nur eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen, dafür aber ist die Fahrt sehr schön gestaltet.

Rutschebanen

Nicht ganz so alt wie die gleichnamige Achterbahn aus dem nahen Freizeitpark Tivoli Gardens zeigt sich die Rutschebanen mit nur 83 Jahren ihren Mitfahrern. Die Technik und Züge hingegen sind deutlich jüngeren Baujahrs und wurden während der Modernisierung, wodurch auch das mitfahrende Bremsbedienungsfachpersonal überflüssig wurde, angeschafft. Die niederländische Firma KumbaK tat dabei ihr bestes ein authentisches Fahrgefühl beizubehalten ohne die Holzstruktur zu sehr zu schonen. Hierbei sind auf der Strecke je nach Bedarf Bremsmodule angebracht, wo der Bremser wahrscheinlich auch gebremst hätte, obgleich ich bezweifle das der Zug so in die Station geschlichen wäre. Die Züge ähneln nun denen der Holzachterbahn Stampida aus dem spanischen Port Aventura, bestehen aber aus Wagen für je zwei Personen.

Nachdem der Zugverbund den Bahnhof verlassen hat geht es in einer Linkskurve in Richtung des Kabellifts. Hier klinkt der Zug ein und wird folglich durchaus rasant den wunderbar schiefen und krummen Lifthügel hinauf befördert. Oben angekommen kann man in einer kleinen Wende kurz die Aussicht genießen bis es sogleich hinab geht. Nur netter Geschwindigkeit durchfährt man das Tal und erklimmt rasch die andere Hälfte der Anlage. Hier oben durchfährt man noch gemächlich eine weitere Wende, doch dann prescht der Zug über eine doppelte Schussfahrt. Mit deutlich ausgeprägten Kräften vollzieht man das darauffolgende Tal. Ein Camelback schließt sich an ehe man auf einem höheren Niveau die nächste Wende vollführt. Nun parallel zur Station wiederholt man das gleiche Spiel nochmal, auf den darauffolgenden Streckenmetern darf man laut Beschilderung nicht nach rechts abbiegen und verschwindet in den Tunnel einer Frau. Hier geht es erneut hinab und über einen weiteren Hügel ehe sich die Rückfahrt in die Station anschließt.

Rutschebanen hat ein absolut tolles Layout, leider aber die falschen Züge oder besser ausgedrückt die falschen Bügel hierfür. Dieser sitzt nämlich nicht wie bei Stampida, wo ich die verwendeten Züge als durchaus gut empfinde, am Becken, sondern auf dem Bauch und schließt eigentlich nur bei Kindern wirklich ab. Durch die doppelten Schussfahrten zieht sich dabei der Bügel dermaßen unangenehm an, wodurch man sich die alten Züge dann doch sehnlichst zurückwünscht. Wobei sich die Anlage dadurch eigentlich haargenau so fährt wie Grand National aus dem Pleasure Beach Blackpool, dementsprechend durchaus verträglich für eine Holzachterbahn dieses Alters.

Tornado

Wenig verträglich ist jedoch die Drehgondelachterbahn Tornado für Personen mit Gleichgewichtsstörungen. Für alle anderen hingen reicht eine Fahrt auf der Achterbahn gegebenenfalls aus um wirklich schwerwiegende Probleme erst entstehen zu lassen, denn der wahr gewordene Irrsinn aus dem Hause Intamin ist mit seiner Vielzahl an Steilkurven nicht umsonst berühmt berüchtigt.

Die Fahrt beginnt nicht umsonst mit den Hinweis, dass man seinen Kopf an die Kopfstütze pressen sollte, denn nach einer Kurve fährt der Wagen leicht drehend in den Lift ein. Durch die plötzliche Beschleunigung wird die Drehung bereits ausgeprägter ehe die Kette eine irrsinnige Geschwindigkeit auf der geradlinig ausgelegten Liftkuppe erreicht. Mit voller Wucht wird man nun die erste Steilkurve hinunter geworfen, meist unterlegt mit einem lauten Knacken der Mitfahrer. Wild drehend absolviert man nun eine harmlosere Wende am Hallenboden und verlässt in einer aufwärtsführende Kurve die Halle. Nun vollzieht man relativ zügig eine hufeisenförmige Kurvenkombination und eine zackige S-Kurvenkombination bevor es wieder relativ schnell und steil hinab geht. Erneut unter der Hallendecke passiert man eine Blockbremse ohne merkliche Reduzierung der Geschwindigkeit, wonach es allen Übels erneut in einer Steilkurve bergab geht. Da es bislang genügen harmlose Richtungswechsel gab wird der nun folgende deutlich abrupter absolviert, dafür wird aber die anschließende Kurve nicht ganz so eng durchfahren. Eine letzte Steilkurve leitet die Rückfahrt zur Station ein und verdrischt erneut mit voller Wucht. Kurz darauf ist die Bremse erreicht und man kann endlich wieder aufatmen.

Tornado ist mit Abstand die wohl intensivste Achterbahn Europas oder besser gesagt gleich der ganzen Welt, denn was man hier erlebt erinnert in erster Linie eigentlich nur an Körperverletzung, da macht es sogar schon mehr Spaß sich von einen Zigeuner in der Hamburger S-Bahn die Nase brechen zu lassen, denn das bemerkt man erst im Nachhinein. Dabei könnte Tornado eine durchaus gute Achterbahn sein, wenn man die Steilkurven weggelassen hätte oder die Durchschnittsgeschwindigkeit der Anlage von Anfang an nicht durch den irrsinnigen Lifthügel so hoch ausgelegt hätte. Insgesamt zwei Fahrten habe ich auf dieser Anlage verbracht und diese reichen mir für die nächsten Jahre auch erst einmal aus, denn Tornado ist die schlichtweg die wahnsinnigste Achterbahn die ich je in meinem Leben gefahren bin.

Sky Roller

Ebenfalls wahnsinnig, aber im positiven Sinne, ist der Gerstlauer Sky Roller, bei dem man, durch die Stellung der Flügel an den Sitzen, die Fahrt interaktiv beeinflussen kann. Wie bereits oft auf den vergleichbaren Anlagen des Herstellers beobachtet muss man dem Publikum leider erst einmal zeigen was man aus der Maschine herausholen oder anders ausgedrückt wie man die Flügel richtig stellen muss um einen Überschlag erst einmal zu schaffen. Im Gegensatz zum Götterflug aus dem Freizeitpark Belantis wird man während der Fahrt leider nicht durch den Wind unterstützt und hat dementsprechend eine gleichmäßigere Fahrweise die die Welt nicht automatisch in Kreise erscheinen lässt. Positiv beim Sky Roller zeigt sich die im Vergleich zum vermeintlich aufregenderen Sky Fly deutlich bessere Kapazität, auch ist die erste Revision des Fahrgeschäfts nun deutlich ausgereifter und technisch einfacher, dadurch fahren die Gondeln aber jedoch nicht mehr komplett übereinander.

Bilder Bakken

Fazit Bakken

Der Freizeitpark Bakken ist, wie auch der Prater in Wien, ein toller Ort um sich einige Stunden gut zu vergnügen. Das Publikum ist durch den geringen internationalen Anteil der Besucher deutlich angenehmer als im Tivoli und vergnügt sich im Allgemeinen abseits der Fahrgeschäfte in den unzähligen Restaurants und Bars des Parks, wodurch eine durch und durch angenehme Atmosphäre auf dem Gelände erzeugt wird.

 

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