Italienische Miniaturen in Minitalia

Leolandia

Die Geschichte des Leolandia beginnt vor 45 Jahren, als der Unternehmer Guido Pendezzini seinen im Bau befindlichen Miniaturenpark, nach Vorbild des niederländischen Miniaturenpark Madurodam bei Den Haag, der Öffentlichkeit vorstellte; offiziell als Minitalia wurde der Park aber erst drei Jahre später eröffnet. Das Kernstück des Parks, welches auch sehr lange markant im offiziellen Parknamen vorhanden war, ist das dem italienischen Staat nachempfundene Miniland Minitalia mit seinen Nachbauten markanter italienischer Gebäude und Städte. Zudem präsentierte man das Land mit kleineren regionalen Ständen und bot schon damals einige Fahrgeschäfte. Im Jahr 1997 verkaufte Pendezzini seinen Park an die Familien Triberti und Fabbri, welche als Schausteller und Hersteller von Vergnügungsanlagen durchaus Erfahrung in diesem Bereich mitbrachten. Diese bauten den Park zu einem Freizeitpark aus und betrieben ihn fortan als Fantasy World Minitalia bis zum Jahr 2007, woraufhin die Familie Zamperla, ebenfalls ein Hersteller für Fahrgeschäfte, den Park übernahm. Seitdem wird das Leolandia regelmäßig erweitert und durch Produkte aus dem eigenen Katalog ergänzt.

Twister Mountain

Prominentes Beispiel dafür ist die Drehgondelachterbahn Twister Mountain, welche perfekt platziert direkt an der Ausfahrt zum Park, neben dem eh schon überdimensionierten Parkschild, die Kunden des gegenüber liegenden Hypermarktes ins Leolandia locken soll. Dabei handelt es sich jedoch nur um die kleine Version des bekannten Kirmesmodells nach dem Layout des französischen Herstellers Reverchon.

Nach Verlassen des Bahnhofs erklimmt man den 10m hohen Lifthügel. Oben angekommen durchquert man recht rasant zwei Haarnadelkurven, woraufhin bereits die erste Abfahrt wartet. Oberhalb der Station durchquert man eine  Blockbremse und kurz darauf halbwegs parallel zum Lifthügel die zweite größere Schussfahrt der Anlage. Ohne seltsamen Buckel in der Auffahrt erreicht man die andere Seite der Achterbahn. In der nächsten Bremse wird die Drehung des Wagens freigegeben, woraufhin die nächsten vier Haarnadelkurven mit überraschend viel Schwung durchfahren werden. Buckellos folgt die Rückführung auf die andere Seite der Anlage und schließlich, nach einer weiteren Haarnadelkurve, die Bremsstrecke.

Obwohl die Spinning Coaster Varianten von Zamperla dank ihrer optimierten Wagen nicht gerade als drehfreudig gelten und dementsprechend in aller Regel ihr Ziel verfehlen bot uns der Twister Mountain eine solide, wenn auch recht kurze, Fahrt. Der Komfort in der Gondel ist leider nicht ganz so hoch wie bei Reverchon, dafür bietet die Anlage aber in der Theorie dank der Einzelbügel die bessere Rückhaltewirkung gerade in Bezug auf kleinere Kinder.

Electro Spin und Donna Cannone

Ähnlich solide konnten uns die Mega Disk’o Electro Spin und der Flash Tower Donna Cannone unterhalten. Während die Disk’o bewährt intensives Drehvergnügen bot konnte der Seilzugturm durch überraschende Airtime am oberen Wendepunkt überzeugen, ein Abschuss aus der Kanone wird dabei leider nicht simuliert.

Leo Coaster

Die weiteren Attraktionen des eher kargen Expo 1906 Bereichs sind eine Koggenfahrt in King Kong Optik, ein Feuerlöschkarussell, ein Wellenflieger, sowie die kleine Kinderachterbahn Leo Coaster. Diese kommt in der Standardausführung des Herstellers daher, sprich ovalförmig mit einer Helix in der Mitte,  kann aber vergleichsweise gute Fahreigenschaften vorweisen.

Mondo di Peppa Pig

Mit der Mondo di Peppa Pig hat man im letzten Jahr versucht einen Kleinkinderbereich nach englischen Vorbild in den Park zu etablieren. Was jedoch in England dafür sorgt, dass der Freizeitpark Paultons Park nur noch als Peppa Pig World bekannt ist und ihn mit Besuchermassen versorgt, wirkt hier ein wenig lieblos dahingeklatscht. Es gibt zwar Möglichkeiten sich das originalgetreue Haus der Hauptprotagonisten der Serie anzusehen und auch ein Foto mit den Akteuren zu schießen, nur scheint der Merchandiseverkauf als einzige Grundlage für diesen Bereich.

Il Trenino

Das Ganze setzt man dann mit der Masha e Orso (Mascha und der Bär) Show und der Zugfahrt Il Trenino by Thomas & Friends fort. Zugegebenermaßen ist eine Zugfahrt mit Thomas und seinen Freunden immer eine gute Idee, was man beispielsweise am englischen Freizeitpark Drayton Manor sehen kann, es fehlt aber außerhalb zur Form des Zuges sämtliche Referenz zur Serie.

Im hinteren Parkteil des Leolandia, direkt neben dem Miniland Minitalia, befinden sich einige Tiergehege, welche größtenteils heimische Nutztierarten vorzeigen. Die Gehege sind dabei ausreichend groß und einem Bauernhof nachempfunden. Leider gibt es daneben einige kleinere Volieren mit Papageien, was sehr im Kontrast zum neuer wirkenden Bauernhofbereich steht.

Die Cowboy Town bildet den Westernbereich des Leolandia in der sich die bereits aus dem Wunderland Kalkar bekannte Kombination aus Wildwasserbahn und Powered Coaster erneut die Klinke gibt. Darüber hinaus findet man in diesem Bereich mehrere Rund- und Hochfahrgeschäfte, darunter der sehr unbequeme Kite Flyer Wild Avvoltoi, sowie eine größere Showbühne.

Gold River

Nachdem man die Station der Wildwasserbahn Gold River verlassen hat dümpelt der Einbaum ein wenig durch die Fahrrinne, nach einer längeren S-Kurve und einer kurzen Linkskurve erreicht man den ersten übersteilen Lifthügel, der einen in die ebenso übersteile Schussfahrt entlässt. Gut befeuchtet wird man wieder in den Kanal entlassen und durchquert nun eine größere Rechtskurvenschleife um im 90° Winkel zur ersten Schussfahrt den zweiten Lifthügel zu erklimmen. Typisch Zamperla ist die zweite Abfahrt nicht weniger steil als die erste, so dass man recht abrupt in die zweite Auslaufstrecke geleitet wird; auch hier ist der Nässegrad der Abfahrt in einem angenehmen Rahmen. Es folgt die Rückfahrt zur Station.

Mine Train

Oberhalb der Wildwasserbahn liegt der Zugang zur Achterbahn Mine Train, deren Parcours größtenteils über der Fahrrinne des Wild Rivers verläuft. Nach einer etwas längeren Steigung mit leichtem Linksknick, die recht gemächlich erklommen wird, folgt eine recht lang gezogene Rechtskurve. Erstmals an Geschwindigkeit legt man dann in der linksführenden Abwärtshelix zu, doch schon gleich darauf wird die Rinne der Wasserbahn in luftiger Höhe innerhalb einer Rechtskurve überquert. In einer etwas größeren Abwärtshelix umrundet man nun die zweite Schussfahrt der Wildwasserbahn, woraufhin sich eine recht weite Rechtskurve anschließt, die den Streckenparcours sogleich schließt. Der Wagenverbund rast dann durch die Station und vollzieht eine weitere, recht gemächliche Runde.

Obwohl die Strecke der Achterbahn aus dem Wunderland Kalkar deutlich kompakter gebaut wurde ist sie eindeutig die bessere Achterbahn dieser doch recht speziellen Kombo. Der Mine Train aus dem Leolandia hingegen durchquert die Strecke insgesamt ein wenig zu langsam und leider auch sehr ruckelig, weswegen kaum Fahrspaß aufkommen mag.

Rapide di Leonardo

Ihr gegenüber steht die Rundbootrutschanlage Rapide di Leonardo, eine italienische Interpretation der beliebten River Splash Anlagen des Herstellers ABC Rides mit einem sehr besonderen Dreh. Nachdem man die Station verlassen hat absolviert man sogleich eine kleine Rechtskurve hinein in den Vertikalaufzug, welcher ohne viel steuerungstechnischen Schnickschnack das Boot in Position bringt, hält und nach oben befördert. Nachdem man zügig nach oben transportiert wurde kippt der Korb nach vorne und das Boot rollt aus dem Aufzug. Mit Karacho wird man nun in die erste Helix geworfen, woraufhin auch gleich das Boot in Drehung versetzt wird. Nach wenigen Metern vollzieht man eine S-Kurvenkombination um den Turm herum, wodurch die Drehung des Bootes eine atemberaubende Geschwindigkeit aufbaut. Diese nimmt in der anschließenden Abwärtshelix immer weiter zu und lässt einem Russisch Roulette bei der anschließenden Schussfahrt spielen. Nach der Wässerung durchquert das Boot eine 180° Wende, bei der eine runde und sich drehende Kanonenapparatur in regelmäßigen Abständen Wasser auf die Fahrgäste losfeuert. Die Rückführung zur Station weist nun einige Elemente einer Raftinganlage auf, wie beispielsweise ein sich ausschaltender Wasserfall und diverse Stromschnellen. Es ist der deutlich ruhigere Teil der Fahrt, welcher einem das gerade erlebte erst einmal richtig in Worte fassen lässt und sich im gleichen Maße wundern lässt warum Zamperla bisweilen keine weitere Anlage dieser Art verkaufen konnte. Der Hydro Lift zumindest ist eine Spaßmaschine sondergleichen und gewinnt jeglichen Preis für den besten Drehwurm mit Leichtigkeit.

Riva dei Pirati

Der optisch überzeugendste Themenbereich im Leolandia ist der Piratenbereich Riva dei Pirati, welcher zwar größtenteils aus Kinderfahrgeschäften besteht, diese aber in einer großartigen Gestaltung dastehen lässt. Neben der guten Schiffschaukel Galeone und dem wunderschönen Splash Battle Mediterranea, findet man hier den Prototypen der Stand-Up Disk’os Surf’s Up Scilla e Cariddi. Obgleich die Fahrt durch den langen Gondelträger teilweise etwas ruppig ist, so ist die Floating Airtime doch schon ein Erlebnis wert, weswegen es recht schade ist bisweilen nur eine recht kleine Version dieser Anlage vorfinden zu können. Leider lädt man sich durch das Rückhaltesystem ein wenig statisch auf, weswegen man am Ausgang durchaus einen kleinen Schlag abbekommen kann.

Bilder Leolandia

Fazit Leolandia

Das Leolandia ist ein wirklich schöner Freizeitpark mit einer recht guten Idee gleich zu Beginn seiner Existenz. Das Miniland ist dabei recht hübsch umgesetzt und kann einen, im Vergleich zu den Legoländern dieser Welt, einige Stunden beschäftigen. Dabei bietet dieses Outdoorminiaturwunderland einen wunderbaren Blick auf die Ecken dieses charmanten Landes, welche man gerne mal in Echt sehen möchte. Die Qualität des Themenparks ist, mit Ausnahme des Expo 1906 Bereichs, sehr hoch und wird durch die passende Arbeiteruniformen, gegliedert nach den Themenbereichen des Parks, noch einmal untermauert.


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Ein Treffen in der Luft sorgt für reichlich Wirbel

Nigloland

Seit dem Jahre 1987 liegt am Rande der französischen Ortschaft Dolancourt, der von den Schaustellerbrüdern Gélis, nach Vorbild des Europa-Parks in Rust, gegründete Freizeitpark Nigloland. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Park, wie kein anderer französischer Freizeitpark von einem regionalen zu einem nationalen Ausflugsziel mitten in der wunderschönen Region der Champagne.

Wer nun auf Grund des schaustellerischen Hintergrunds der Parkgründer einen Park wie den Walygator bei Maizière-lès-Metz erwartet, der wird wahrscheinlich positiv überrascht sein. Nach Betreten des Nigloland fallen die ersten Blicke auf die wunderschön gestaltete Parklandschaft nieder, die für französische Verhältnisse schlichtweg überragend ist.

In diesem Bereich finden sich vorwiegend gemächlichere Fahrten wieder, sei es nun die Oldtimerfahrt, die Dschungelfloßfahrt oder die Monzapiste, welche einer gewissen Anlage aus dem sauerländischen Fort-Fun Abenteuerland verblüffend ähnlich sieht.

Geht man nun nach links gelangt man in den kanadischen Bereich des Nigloland, welcher leider einen Sackgasse entspricht. Hier findet man neben einer schönen Koggenfahrt aus dem Hause Mack, eine Wildwasserbahn und einen Powered Coaster aus gleichem Hause.

Rivière Canadienne

Die Wildwasserbahn Rivière Canadienne ist wie so oft in Frankreich mit nur einer Schussfahrt bestückt, dafür ist das Layout wunderbar in die Umgebung integriert und dank des streckenweise über die Anlage erbauten Train de la Mine entsteht ein schönes Zusammenspiel beider Anlagen. Auch wenn der Nässegrad nicht sonderlich hoch war, so kann die Anlage allein durch ihren guten Zustand und der hervorragenden Dekoration überzeugen.

Gold Mine Train

Um zum angetriebenen Gold Mine Train zu gelangen muss man erstmal die schön gestaltete Warteschlange hinter sich lassen und in die Tiefe der Mine steigen. Die Fahrt an sich ist ziemlich überraschend und kann so einige lustige Richtungswechsel vorweisen. Die zu Tage gelegte Geschwindigkeit des Zuges ist dabei konstant hoch, auch wenn die letzte Kurve während der letzten Runde eine grenzwertige Erfahrung mit sich bringt.

Grizzli

Etwas versteckter in diesem Bereich finden sich der Zamperla Disk’o Coaster Grizzli, sowie die Station der Mississippibootstour wieder. Während die zweite Anlage erst später öffnete, erfreute sich Grizzli zahlreicher zufriedener Mitfahrer. Wie auch die Cobra aus dem englischen Chessington World of Adventures kann man hier nicht nur mit der Fahrt, sondern auch der Gestaltung zu trumpfen.

Manoir Hanté

Vorbei an der Schiffschaukel Galion Pirate geht es nun in den rechten Teil des Nigloland. Auf dieser Wegstrecke kommen einem meist sehr viele Personen entgegen, so dass man denken könnte dieser Bereich sei recht leer, was er natürlich nicht ist. Das erste Highlight in diesem Bereich ist das etwas am Wegerand liegende alte Manoir Hanté.

Durch einen Kellerzugang erreicht man das innere des Herrenhauses, wo die Geister schon auf einem warten. In der selbstgebauten Anlage nimmt man in eigentümlichen Wagen bei, die sich durch die Neigung der Fahrstrecke in die gewünschte Richtung mehr oder weniger drehen. Die Fahrt verläuft dabei unerwartet harmonisch, sowohl was die Drehung, als auch die Szenen angeht, die wirklich versuchen eine Storyline zu erzählen und nicht mit allem möglichen Kram gnadenlos zugestopft wurden wie beim Geisterschloß im Europa-Park. Neben der vergleichbaren Version aus dem Disneyland definitiv einer der besseren Anlagen dieser Art.

Air Meeting

Wieder am Tageslicht wartet schon das nächste Highlight in direkter Sichtweite auf einem. Die Neuheit aus dem Jahre 2012 wurde im Prospekt noch so schön unter dem Namen Sky Fly beworben, welcher nun in Air Meeting umgeändert wurde, ein Name der nicht unbedingt einen Sinn ergibt. Nichts desto trotz ist die Prototypanlage aus dem Hause Gerstlauer etwas ganz besonderes, was am besten so in einer ähnlichen Form in jeden Freizeitpark stehen sollte. Neben der absolut positiven Resonanz beim Publikum, welches voller Erstaunen gen Himmel guckt und sich wundert wie man so einen Überschlag so schnell hinbekommen kann, haben auch die Operator sichtbar ihren Spaß dabei dem fluglustigen Publikum Tipps zur perfekten Fahrt zu geben.

Das diese Tipps meist mit einem Verweis auf so manch einen Piloten gegeben wurden fand zumindest Ich als eine Ehre, immerhin war das Personal selbst erstaunt was manche am zweiten Tag der Anlage so alles rausgeholt haben. Während meiner ersten Fahrt war ich recht erstaunt wie schnell man einen Überschlag schaffen konnte, während der gut 90 sekündigen Fahrzeit gesellten sich noch 39 weitere dazu, was im etwa die normale Anzahl der Überschläge war. Das man das ganze noch auf die Spitze bringen kann zeigte sich dann der zweiten Fahrt, wo selbst die Fliehkraft so stark wurde das meine Brille den stätigen Drang hatte nach außen gedrückt zu werden und sich langsam davon zu machen. Selbst nachdem ich einen Flügel deswegen losließ, wurde die Drehung nicht geringer. Das man während der 80-90 Überschläge nur noch Kreise sieht unterstreicht die Extreme des Fahrgeschäftes, wenn man es denn so will.

Im weiteren Verlauf des Tages herrschte stetig der Drang der Anlage einen Besuch nach dem anderen abzustatten und dem französischen Publikum des Nigloland zu zeigen wie es wirklich geht. Kaum ein anderes Fahrgeschäft in diesem Park nahm uns so in seinem Bann wie es Air Meeting tat, auch wenn sich das am späten Abend an den Schultern revanchierte. An Gerstlauer kann man nur hochachtungsvoll alles Gute für die weitere Vermarktung dieses Hochfahrgeschäftes wünschen, denn es ist in vielerlei Hinsicht einfach Perfekt und bedient dabei eine so große Spannweite an Parkgästen, wie Ich sie bislang an nur sehr wenigen Fahrgeschäften gesehen habe.

Juke-Box

Eines der stimmigsten Fahrgeschäfte sieht man in direkter Nähe zum Lufttreffen seine Kreise ziehen. Passend im 50er Jahre Stil und mit einem sehr tollen Soundtrack unterlegt zeigt sich eines der wohl schönster Monster, die Juke-Box. Leider taugt die Fahrt nicht sehr viel und auch ein sporten der Anlage ist durch die Zwischenpolster nicht wirklich möglich, aber das Gesamtpaket kann überzeugen.

Spatiale Expérience

Ein intergalaktisches Reisebüro Spatiale Expérience in der Häuserzeile neben der Juke-Box weißt einem den Weg in die Tiefen unseres Universums. Das Schiff welches dabei auf seine Passagiere wartet entspricht dem der Dukelachterbahn Eurosat aus dem Europa-Park in Rust und so wundert es einen nur wenig, dass auch der Antrieb dem des Ruster Vorbilds entspricht. Die darauf folgende Fahrt wird oftmals als ziemlich brachial geschildert, auch von Fehlberechnungen der Firma Mack ist die Rede, dass diese Anlage dabei aber eher an die Dunkelachterbahn Vogel Rok aus dem niederländischen Efteling erinnert war recht verblüffend.

Der Trip durch die Galaxis weißt sehr geniale Wechselspiele aus Rechts- und Linkskurven auf und bietet dabei eine Laufruhe, die man Aufgrund des Vorbilds nicht erwartet. Die Gestaltung während der Fahrt ist minimalistisch, aber effektiv und der Soundtrack zur Anlage ist einfach nur toll. Die Geschwindigkeit mit der man durch die Anlage rast ist konstant hoch, wobei die auftretenden Kräfte jedoch genau richtig sind, selbst die Bremsung verläuft hier weitestgehend harmlos.

Apple Flight und Grande Roue

Vorbei an der Neuheit des letzten Jahres, dem Apple Flight aus dem Hause Zierer, welcher sich wie alle neuen Wellenflieger irgendwie langsam fährt, geht es zur großen Attraktion aus dem Hause Gerstlauer. Die Rede dabei ist vom Riesenrad Grande Roue, welches trotz seiner transportablen Bauweise recht gut in das Nigloland passt.

Schlitt’Express

Neben an dreht die bis dato neueste Achterbahn Schlitt’Express ihre Runden. Wie auch bei den anderen Achterbahnen des Parks wurde auf eine stimmige Präsentation wert gelegt. Die Achterbahn selbst entspricht glücklicher Weise dem Standard-Layout einer wilden Maus, nur mit geringfügigen Änderungen, wie man es zum Beispiel am anderen Ende sehen kann. Die Wagen sind der neuesten Norm von Mack angepasst, was mit sehr bequemen Sitzen und tollen Bügeln belohnt wird, jedoch die Möglichkeit massiv einschränkt sich gegenseitig in den Kurven zu zerquetschen und somit den Fahrspaß etwas trübt.

Chenille

Im kleinen Kinderbereich findet man die kleinste Achterbahn des Nigloland wieder, die gegen dem Nachmittag hin sogar recht viel Zuspruch gefunden hat. Die Rede ist hierbei von der Wacky Worm Achterbahn Chenille, welche sogar einen ausgewachsenen Apfel vorweisen kann. Der Umstand das der Mitarbeiter als einziger bemerkt hatte das ich meine Gerstlauer Fleece Jacke, immerhin war es trotz der ständig präsenten Sonne nicht der wärmste Tag, trug fand ich recht amüsant, machte die Fahrt aber nicht besser als sie ist.

Dinosaures Aventure

Mit dem Dinosaures Aventure bietet das Nigloland eine kleine Walktrough-Attraktion an, welche durch eine Preshow immens aufgewertet wird, versteht man die französische Sprache ist diese sogar recht interessant zu verfolgen. Die nachfolgenden Dinos hingegen hat man schon allesamt irgendwo mal gesehen, sei es nun in der Queue zu Rasti-Lands toller Raftinganlage, im Dinosaurierpark Münchehagen oder in diversen deutschen Klein- und Kleinstparks.

Bobsleigh

Der versteckteste Eingang im ganzen Nigoland befindet sich an der Bobsleigh genannten City Jet Anlage von Schwarzkopf. Hier überrascht es schon etwas das die Queue im Grunde oberhalb einer Hälfte der Achterbahn verläuft, dabei aber wie für den Park typisch geschmackvoll eingerichtet daher kommt. Die Beladestation ist ohne Einteiler etwas blöd gelöst, da viele der Parkgäste einfach so im Weg rumstehen und die Züge mit stellenweise freien Sitzplätzen losfahren.

Hat man es dann nach einiger Zeit in die sehr geräumigen und bequemen Wagen geschafft kann es auch schon aufwärts gehen. Für den Fahrgeschäfttyp typisch in einer Aufwärtsspirale mit Stromschienen. Oben angekommen geht es auch gleich so abrupt nach unten das sich im hinteren Teil des Zuges Airtime bildet. Die darauf folgenden Kurven werden dann so brachial durchfahren das man froh ist zwischendurch immer kleinere Erholungsphasen zu haben. Die Bremsen am Ende der Bahn sind typisch für den Hersteller, weshalb man sich am besten gut festhalten sollte.

Bilder Nigloland

Fazit Nigloland

Das Nigloland hat mich im Verlaufe des Tages sehr zufrieden gestellt. Selbst als ich zwischenzeitlich mein Portemonnaie verloren habe konnte ich, dank Hilfe des sehr kompetenten Personals, es schnell wieder im Empfang nehmen, ohne das irgendetwas fehlte, im Hansa-Park hingegen wäre es für immer verschollen gewesen. Der Park selbst ist charismatisch und nicht so abgehoben wie manch anderer familiengeführter Park. Es herrscht eine gute Atmosphäre im Park, welches vor allem durch das Familienpublikum erzeugt wird, welches sich sehr zu benehmen weiß. Der günstige Preis ist für das Gebotene schlichtweg überragend, auch wenn es bei der Gastronomie deutlich Verbesserungspotential gibt.

 

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