Achterbahnen, Go-Karts und Wasserrutschen

Mt. Olympus Water & Theme Park

Mit Mt. Olympus wartet in Wisconsin Dells ein Freizeitpark, wie man ihn wohl nur selten findet. Seine Ursprünge liegen in einer kleinen Go-Kart-Anlage, aus der über die Jahre Big Chief Karts & Coasters und schließlich der heutige Mt. Olympus Water & Theme Park entstand. Noch heute spielen die zahlreichen, teilweise aufwendig aufgeständerten Go-Kart-Strecken eine mindestens ebenso große Rolle wie die Achterbahnen.

RollerCoaster-Tycoon-Spielern dürfte das Konzept dabei erstaunlich bekannt vorkommen. Nicht ohne Grund wird immer wieder vermutet, dass das Szenario Karts & Coasters vom damaligen Big Chief Karts & Coasters inspiriert wurde. Ob das tatsächlich so war, sei einmal dahingestellt – beim Rundgang durch den Park fühlt man sich mit all den Go-Kart-Strecken und Holzachterbahnen jedenfalls schnell an den Klassiker erinnert.

Mittlerweile ist Mt. Olympus allerdings weit mehr als nur Karts und Coasters. Zum Resort gehören auch ein großer Outdoor Water Park und ein Indoor Water Park, sodass es hier entsprechend viel zu entdecken gibt. Meinen Rundgang begann ich zunächst zwischen Holzachterbahnen und Go-Kart-Strecken im Outdoor Theme Park, bevor es anschließend ins Wasser ging.

Outdoor Theme Park

Zeus

Den Anfang meines Rundgangs durch den Outdoor Theme Park machte Zeus. Die Holzachterbahn von CCI startet bereits vor dem eigentlichen Lifthill mit einer schön gekurvten Abfahrt und einem kleinen Hügel, bevor es hinauf zum höchsten Punkt der Strecke geht.

Danach folgt ein klassisches Out-and-Back-Layout, das jedoch mit einigen Besonderheiten aufwartet. Selbst die große Wendekurve ist mit mehreren Tälern gespickt und sorgt so für deutlich mehr Dynamik, als man zunächst erwarten würde. Vor allem aber liefert Zeus jede Menge Airtime, die ganz CCI-typisch teilweise ziemlich brachial ausfällt.

Dazu fuhr sich die Achterbahn bei meinem Besuch erstaunlich gut. Zeus ist eine echte Airtime-Maschine und hat mir mit ihrem abwechslungsreichen Out-and-Back-Layout richtig viel Spaß gemacht.

Hades 360

Auch Hades 360 startet weit oben am Hang, lässt sich vor dem eigentlichen Lifthill aber zunächst einmal deutlich mehr Zeit. Direkt aus der Station geht es über einen größeren Drop nach unten, gefolgt von einer gekurvten Auffahrt, einem Double Down und einem Richtungswechsel. Schon hier fährt sich die Bahn leider merklich rauer als Zeus – kein besonders gutes Omen für das, was noch folgen sollte.

Nach dem Lifthill erreicht Hades 360 eine Höhe von rund 40 Metern. Viel Zeit zum Genießen der Aussicht bleibt allerdings nicht, denn schon kurz darauf stürzt man sich über die große Schussfahrt hinunter in den Tunnel. Mit ohrenbetäubendem Lärm geht es nun einmal komplett unter dem Parkplatz hindurch. Dabei führt die Strecke keineswegs einfach nur geradeaus: Mehrere Kurven und eine ordentliche Querneigung sorgen dafür, dass es auch unter der Erde ziemlich wild zur Sache geht.

Kaum hat man am anderen Ende wieder das Tageslicht erreicht, geht es auch schon in den großen Korkenzieher. Eine leicht übergeneigte Kurve und ein weiterer Hügel führen anschließend zurück in den Tunnel. Dieses Mal verläuft die Strecke parallel zur bereits gefahrenen Passage und ist mit reichlich Lateralkräften gespickt. Zusammen mit dem enormen Lärm entwickelt dieser Abschnitt eine ziemlich brachiale Dynamik.

Wieder im Park angekommen, bringt einen ein weiterer Hügel samt Double Down zurück in Richtung Station. Vorbei ist die Fahrt hier allerdings noch lange nicht. Es folgen noch mehrere langgezogene Kurven und Hügel, bevor eine riesige Helix das Finale einleitet.

Hades 360 bietet damit ein absolut abgefahrenes Layout und gehört sicherlich zu den ungewöhnlichsten Holzachterbahnen, die ich bislang gefahren bin. Leider fährt sich die Bahn über weite Strecken ziemlich rau, was angesichts der ohnehin schon extrem wilden Streckenführung stellenweise ganz schön heftig wird. Dennoch ist Hades 360 eine richtig gute Anlage, die vor allem mit ihrem außergewöhnlichen Layout und den wilden Tunneldurchfahrten im Gedächtnis bleibt.

The Underground Go-Kart Track

Nach Hades 360 ging es für mich erst einmal mit vier Rädern weiter. The Underground ist eine der zahlreichen Go-Kart-Strecken von Mt. Olympus und macht ihrem Namen alle Ehre, denn ein Teil der Strecke führt unterirdisch durch einen Tunnel.

Die Strecke ist sehr schön angelegt und bietet einige Kurven und Höhenunterschiede. Gerade der Wechsel zwischen den offenen Abschnitten und der Fahrt durch den Tunnel macht The Underground zu einer der interessanteren Go-Kart-Strecken im Park.

Cyclops

Auf meinem weiteren Weg durch den Park kam ich anschließend an Cyclops vorbei. Die kompakte Holzachterbahn von CCI war bei meinem Besuch leider außer Betrieb. Statt einer Fahrt konnte ich den Arbeitern dabei zusehen, wie sie gerade Teile der Strecke erneuerten und Schienen austauschten.

Das war gleich doppelt schade, denn Cyclops ist vor allem für seine ausgeprägte Airtime bekannt. Die Bahn hätte ich wirklich gerne ausprobiert.

Trojan Horse Go-Karts

Weiter ging es mit den Trojan Horse Go-Karts, einer der auffälligsten Go-Kart-Strecken von Mt. Olympus. Ihren Namen verdankt die Anlage dem riesigen Trojanischen Pferd, das die Strecke überragt und schon von weitem ins Auge fällt.

Die Strecke selbst ist schön in das Gelände eingebunden und führt in mehreren Ebenen rund um das große Pferd. Dabei geht es immer wieder bergauf und bergab und durch zahlreiche Kurven. Schade ist allerdings, dass die riesige Helix der Anlage nicht befahren wird – gerade die sieht von außen nämlich besonders vielversprechend aus.

Turbo Go-Karts

Mit Turbo wartete anschließend eine weitere Go-Kart-Strecke auf mich. Im Gegensatz zu den vorherigen Anlagen verläuft die Strecke weitgehend flach, bietet mit ihren zahlreichen Kurven aber trotzdem eine ganz nette Runde.

Orion und Tiny Heroes Go-Karts

Mit Orion und Tiny Heroes gibt es bei Mt. Olympus auch zwei Go-Kart-Strecken speziell für die jüngeren Besucher. Die deutlich kleineren Anlagen bieten Kindern die Möglichkeit, selbst ein paar Runden zu drehen.

Little Titans

Mit Little Titans gibt es bei Mt. Olympus auch eine kleine Familienachterbahn von E&F Miler Industries. Die im Jahr 2000 eröffnete Bahn ist gerade einmal knapp fünf Meter hoch und führt nach dem Lifthill über eine kleine Abfahrt, eine Helix und mehrere Bunny Hops.

Gefahren bin ich Little Titans bei meinem Besuch allerdings nicht.

Apollo’s Swing

Direkt gegenüber von Little Titans befindet sich mit Apollo’s Swing ein Screamin’ Swing von S&S. Die Anlage fällt allerdings ungewöhnlich klein aus, denn pro Fahrt finden hier gerade einmal vier Personen Platz.

Wer eine Runde drehen möchte, muss zudem noch einmal extra bezahlen. Angesichts der doch recht ordentlichen Upcharge-Gebühr und der geringen Kapazität beließ ich es bei meinem Besuch beim Zuschauen.

Pegasus

Weiter ging es mit Pegasus, einer weiteren Holzachterbahn von CCI. Die Anlage fällt deutlich kompakter aus als die beiden zuvor gefahrenen Holzachterbahnen und bietet ein recht eigenwilliges Layout.

Besonders auffällig sind die zahlreichen kaum geneigten Kurven, durch die man teilweise recht schwungvoll hindurchfährt. Dazwischen gibt es einige kleinere Abfahrten und Hügel, wirklich überzeugen konnte mich die Fahrt allerdings nicht. Pegasus ist insgesamt eine etwas seltsame Bahn und gehörte für mich eher zu den schwächeren Achterbahnen im Park.

Titan’s Go-Karts

Direkt unterhalb von Pegasus wartet mit Titan’s Go-Karts die nächste Kartbahn von Mt. Olympus. Die Strecke schlängelt sich unter und zwischen den Holzkonstruktionen der Achterbahn hindurch, wodurch sich ein ziemlich interessantes Zusammenspiel der beiden Anlagen ergibt.

Die eigentliche Strecke ist wieder schön angelegt und bietet zahlreiche Kurven. Gerade die Lage direkt unter Pegasus macht Titan’s zu einer der interessanteren Go-Kart-Strecken im Park.

Manticore

Mit Manticore wartet anschließend das große Kettenkarussell von Mt. Olympus. Während der Fahrt wird der gesamte Kranz weit nach oben gezogen, sodass man seine Runden in beachtlicher Höhe über dem Park dreht.

Die Fahrt selbst ist angenehm ruhig und bietet vor allem einen schönen Blick über Mt. Olympus und die Umgebung von Wisconsin Dells. Gerade nach den ganzen Holzachterbahnen und Go-Karts war Manticore eine nette Abwechslung.

Batting Cages und Helios Go-Karts

Vorbei ging es anschließend an den Batting Cages, wo man sich selbst einmal mit Baseballschläger und Ball versuchen kann. Ein Angebot, das ich in einem Freizeitpark ziemlich cool finde und bei dem ich mich durchaus frage, warum man so etwas nicht häufiger findet.

Danach ging es mit den Helios Go-Karts zur letzten Go-Kart-Strecke meines Rundgangs durch den Outdoor Theme Park. Die aufgeständerte Holzkonstruktion besteht hauptsächlich aus mehreren Helices, durch die man sich nach oben und wieder nach unten schraubt. Generell gefallen mir diese mehrstöckigen Go-Kart-Strecken aus Holz richtig gut und Helios bildet da keine Ausnahme.

Outdoor Water Park

Poseidon’s Rage

Den Anfang im Outdoor Water Park machte Poseidon’s Rage, ein Wellenbecken der etwas anderen Art. Statt vieler kleiner Wellen wird hier in regelmäßigen Abständen eine einzelne riesige Welle erzeugt, die sich mit ordentlich Wucht durch das Becken bewegt.

Was dabei geboten wird, macht nicht nur unfassbar viel Spaß, sondern ist auch ziemlich beeindruckend anzusehen. Wenn sich die gewaltige Wassermasse aufbaut und anschließend durch das Becken rollt, bekommt man erst einmal einen Eindruck davon, welche Kräfte hier wirken. Auch technisch gesehen ist Poseidon’s Rage eine faszinierende Anlage und für mich eines der Highlights des Wasserparks.

Triton’s Rage und Triton’s Fury

Mit Triton’s Rage und Triton’s Fury folgen zwei Family-Raft-Rutschen, die trotz ähnlicher Bauweise zwei ziemlich unterschiedliche Fahrten bieten.

Triton’s Fury geht bereits nach einer ersten Kurve in eine lange, wellenförmige Abfahrt über. Über die einzelnen Kuppen hebt das Raft immer wieder ordentlich ab, sodass die Fahrt mit überraschend guter Airtime überzeugen kann.

Triton’s Rage setzt dagegen vor allem auf zahlreiche Kurven, durch die sich das Raft nach unten schlängelt. Dabei gerät das Boot immer wieder ordentlich in Schräglage und schaukelt sich schön an den Seitenwänden hoch. Beide Rutschen haben mir auf ihre ganz eigene Art richtig gut gefallen.

Triton’s Challenge

Am selben Rutschenturm startet mit Triton’s Challenge noch eine klassische Mattenrutsche. Bäuchlings auf der Matte geht es hier über eine lange, wellenförmige Abfahrt nach unten, wobei man über die einzelnen Kuppen immer wieder schön abhebt. Eine einfache, aber sehr spaßige Rutsche, die mir ebenfalls richtig gut gefallen hat.

Lost City of Atlantis

Weiter ging es in die Lost City of Atlantis. Der große Wasserspielplatz von WhiteWater bietet neben zahlreichen Wasserspielen auch einige ausgewachsene Rutschen.

Beim Boomerango geht es nach einer ersten Kurve über eine steile Abfahrt direkt in das große Hauptelement. Mit ordentlich Schwung fährt man die gegenüberliegende Wand hinauf, schwingt wieder zurück und gleitet anschließend flach über das Auffangbecken. Boomerangos machen eigentlich immer Spaß und auch hier war das nicht anders.

Ungewöhnlicher ist der Champagne Bowl. Hier dreht man einige Runden in der großen Schüssel, bis man schließlich zum Stillstand kommt. Danach steigt man einfach aus und verlässt die Rutsche über ein Treppenhaus in der Mitte der Bowl. Ein ziemlich kurioses Ende.

Daneben gibt es noch eine klassische Reifenrutsche, die hauptsächlich aus zahlreichen Kurven besteht. Die Fahrt ist ganz nett, ist mir im Vergleich zu den beiden anderen Rutschen aber nicht besonders in Erinnerung geblieben.

The Rise of Icarus

Mit The Rise of Icarus wartet das alles überragende Bauwerk des Outdoor Water Parks. Der rund 49 Meter hohe Rutschenturm dominiert den gesamten Wasserpark und ist schon von weitem kaum zu übersehen. Insgesamt starten hier fünf Bodyslides mit unterschiedlichen Streckenverläufen.

Das eigentliche Highlight ist The Fall. Während die übrigen Rutschen deutlich weiter unten starten, geht es hierfür bis fast an die Spitze des Turms. Der Einstieg befindet sich in rund 44 Metern Höhe und entsprechend beeindruckend ist der Blick hinunter.

Die anschließende Schussfahrt ist nicht nur sehr schnell, sondern auch verdammt lang. Leider ist The Fall ziemlich schlecht verfugt, sodass man die Übergänge während der gesamten Fahrt deutlich zu spüren bekommt. Was zunächst noch ganz lustig ist, wird mit zunehmender Fahrtdauer immer unangenehmer und irgendwann wünschte ich mir eigentlich nur noch, dass die Rutsche langsam zu Ende geht. Gerade bei einer neuen Anlage von WhiteWater hätte ich eine derart unsaubere Verarbeitung nicht erwartet.

Die übrigen Rutschen starten deutlich weiter unten und bestehen aus verschiedenen Speedslides sowie einer klassischen Kamikaze-Rutsche. Auch hier geht es entsprechend flott zur Sache, wobei mir diese deutlich kürzeren Abfahrten insgesamt besser gefallen haben.

Icaria Splash ’n Slide

Direkt im Schatten von The Rise of Icarus befindet sich mit Icaria Splash ’n Slide ein größerer Bereich für Kleinkinder. Neben flachen Wasserbecken gibt es hier verschiedene kleine Rutschen und Wasserspiele, die sich vor allem an die jüngsten Besucher richten.

River Troy und Tidal Wave

Neben den zahlreichen Rutschen bietet der Outdoor Water Park mit River Troy auch einen klassischen Lazy River, auf dem man sich gemütlich durch den Park treiben lassen kann. Mit Tidal Wave gibt es zudem noch ein großes Wellenbecken. Beide Attraktionen runden das ohnehin schon umfangreiche Angebot im Außenbereich schön ab.

Indoor Water Park

Zum Abschluss ging es für mich dann noch in den Indoor Water Park. Dieser fällt zwar deutlich überschaubarer aus und bietet hauptsächlich einige kleinere Rutschen, dafür wartet hier mit Medusa’s Slidewheel noch ein echtes Highlight.

Medusa’s Slidewheel

Mit Medusa’s Slidewheel wartet eine der ungewöhnlichsten Rutschen des Wasserparks. Statt einem klassischen Streckenverlauf führt die Family-Raft-Rutsche durch ein riesiges, sich langsam drehendes Rad. Im Inneren besteht die Fahrt praktisch nur aus gekurvten Auf- und Abfahrten, wodurch das Raft immer wieder angehoben wird, zurückrutscht und anschließend erneut Schwung aufnimmt.

Das Fahrgefühl ist dadurch völlig anders als auf einer normalen Wasserrutsche und einfach herrlich abgefahren. Ständig geht es irgendwo hoch, runter oder seitlich durch das rotierende Slidewheel und vor allem ist man darin erstaunlich lange unterwegs. Durch die vielen gekurvten Auf- und Abfahrten nimmt die Fahrt gefühlt kein Ende und macht dabei richtig viel Spaß. Für mich ganz klar das Highlight des Wasserparks und eine der besten Wasserrutschen, die ich bislang gerutscht bin.

Bilder Mt. Olympus Water & Theme Park

Fazit Mt. Olympus Water & Theme Park

Mt. Olympus hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Die Mischung aus Holzachterbahnen, den zahlreichen Go-Kart-Strecken und den beiden Wasserparks ist erstaunlich ausgewogen und bietet über den ganzen Tag hinweg jede Menge Abwechslung. Mit Zeus und Hades 360 gibt es zudem zwei richtig gute Holzachterbahnen, während gerade die aufgeständerten Go-Kart-Strecken dem Freizeitpark einen ganz eigenen Charakter verleihen.

Besonders positiv überrascht hat mich das Rutschenangebot. Während der Freizeitpark mit seinen Holzachterbahnen und Go-Kart-Strecken eher klassisch daherkommt, ist man bei den Wasserrutschen offensichtlich sehr darum bemüht, technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben. Gerade Anlagen wie The Rise of Icarus und natürlich Medusa’s Slidewheel zeigen das ziemlich eindrucksvoll. Dazu kommt mit Poseidon’s Rage eine technisch ebenso faszinierende Attraktion.

Umso weniger konnte ich nach meinem Besuch die teilweise recht negative Meinung über Mt. Olympus innerhalb der Freizeitpark-Fangemeinschaft nachvollziehen. Sicherlich ist hier nicht alles perfekt, insgesamt bietet der Park aber ein richtig starkes und vor allem ungewöhnlich vielseitiges Gesamtpaket. Ich jedenfalls hatte hier einen richtig guten Tag.

 


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Das Tor zu den Achterbahnen Missouris

Six Flags St. Louis

Nach dem unmittelbaren Erfolg von Six Flags Over Texas und Six Flags Over Georgia begannen schon bald die Planungen für einen dritten Six-Flags-Park. Nur wenige Kilometer außerhalb von St. Louis eröffnete 1971 schließlich Six Flags Over Mid-America im Herzen der Vereinigten Staaten seine Tore. Damals bestand der Park aus sechs unterschiedlich thematisierten Bereichen, die – ganz nach dem ursprünglichen Six-Flags-Konzept.

In den 1990er-Jahren veränderte sich der Park erheblich, nachdem Time Warner die Six-Flags-Kette übernommen hatte. Neben zahlreichen Modernisierungen hielten auch viele der bekannten DC-Comics-Superhelden Einzug in den Park und prägen bis heute das Erscheinungsbild zahlreicher Attraktionen.

Heute bietet Six Flags St. Louis eine ausgewogene Mischung aus klassischen Holzachterbahnen, Familienattraktionen und einigen Thrill-Rides. Obwohl der Park häufig im Schatten seiner größeren Schwesterparks steht, stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass er deutlich mehr zu bieten hat, als sein Ruf vermuten lässt.

Genug zur Geschichte des Parks – jetzt wird es Zeit, ihn selbst zu erleben. Nach dem Betreten des Parks halten wir uns rechts und machen uns auf den Weg zur ersten großen Achterbahn des Tages.

Batman The Ride

Eine der ersten Achterbahnen, auf die man nach dem Betreten von Six Flags St. Louis trifft, ist Batman The Ride, die sich direkt rechts vom Parkeingang befindet. Batman zählt mittlerweile zu den bekanntesten Attraktionen der gesamten Six-Flags-Kette. Die Anlage in St. Louis nimmt dabei jedoch eine besondere Stellung ein. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse entstand hier die erste gespiegelte Version von Bolliger & Mabillards (B&M) berühmtem Inverted Coaster.

Nach dem Lifthill folgt zunächst ein kleiner Pre-Drop, der einen ersten Vorgeschmack auf das gibt, was die Fahrgäste im weiteren Streckenverlauf erwartet. Augenblicke später stürzt der Zug in einer steil verdrehten Abfahrt direkt in den ersten Looping. Fast ohne Verschnaufpause folgen ein Zero-G-Roll und ein weiterer Looping, bevor eine ansteigende Helix die positiven G-Kräfte noch einmal deutlich erhöht. Nach zwei weiteren Inversionen wartet schließlich bereits die Schlussbremse auf einen.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Eröffnung zählt Batman The Ride noch immer zu den besten Inverted Coastern überhaupt. Das kompakte Layout sorgt für eine beeindruckende Intensität, einen hervorragenden Fahrfluss und genau die Laufruhe, für die B&M weltweit bekannt ist. Auch heute gehört die Bahn noch immer zu den absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Ninja

Gegenüber dem Empire Theater befindet sich mit Ninja eine der ungewöhnlichsten Achterbahnen in Six Flags St. Louis. Ihre Geschichte ist dabei fast interessanter als die eigentliche Fahrt. Ursprünglich wurde die Bahn von Arrow HUSS für die Expo 86 in Vancouver entworfen. Nachdem Arrow HUSS in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Vekoma die Fertigstellung des Projekts. Nach ihrem erfolgreichen Einsatz auf der Weltausstellung wurde die Achterbahn 1989 nach Six Flags Over Mid-America umgesetzt.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill. Es folgen ein Looping und ein Sidewinder, bevor die Strecke in einem überzeugenden Headchopper-Moment unter dem zurückführenden Lifthill hindurchführt. Eine Blockbremse teilt die Fahrt in zwei Abschnitte. Im zweiten Teil warten zwei Korkenzieher, eine bodennahe Helix und schließlich die Schlussbremse.

Ninja besitzt ein etwas ungewöhnliches Layout und entwickelt weder den Fahrfluss noch die Intensität, die die besten Achterbahnen des Parks auszeichnen. Trotzdem fährt sich die Bahn überraschend angenehm und eignet sich hervorragend für alle, die ihre ersten Überschläge erleben möchten.

River King Mine Train

Vorbei an Tsunami Soaker und Spinsanity führt der Weg tiefer in den Park, wo der River King Mine Train auf seine Fahrgäste wartet. Die Bahn entstand während des Mine-Train-Booms der frühen 1970er-Jahre und war ursprünglich sogar noch aufwendiger konzipiert als heute. Damals verfügte sie über zwei parallele Strecken, wodurch sich zwei Züge gleichzeitig ein spannendes Duell liefern konnten. Heute ist nur noch eine der beiden Strecken erhalten. Die zweite fand zunächst im Dollywood und später im Magic Springs Theme and Water Park eine neue Heimat. 1984 schrieb die Bahn zudem kurzzeitig Achterbahngeschichte, als eine der beiden Strecken mit Stehwagen ausgestattet wurde – ein Experiment, das nach einem tödlichen Unfall bereits nach einer Saison wieder beendet wurde.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erreicht der Zug den ersten von insgesamt drei Lifthills. Die erste Abfahrt führt durch eine Reihe von Kurven und sanften Hügeln, bevor die Strecke in eine weit gezogene Linkskurve übergeht. Nach dem zweiten Lifthill wird die Fahrt deutlich landschaftlicher und schlängelt sich in großen Bögen durch den Park, ehe der dritte Lifthill erreicht wird. Das Finale bildet zugleich den Höhepunkt der Fahrt: Nach einigen engen Kurven verschwindet der Zug in einem dunklen Tunnel, in dem sich die größte Abfahrt der Strecke verbirgt. Erst unmittelbar vor der Schlussbremse taucht der Zug wieder ans Tageslicht auf.

Auch wenn die Fahrelemente aus heutiger Sicht eher gemütlich ausfallen, versprüht der River King Mine Train den Charme klassischer Familienachterbahnen wie kaum eine andere Bahn. Sie macht jede Menge Spaß und gehört bis heute zu den historisch bedeutendsten Attraktionen von Six Flags St. Louis.

Boomerang

Vorbei am Sky Screamer und Fireball gelangen wir zum Boomerang. Die Bahn war ursprünglich in Six Flags Over Texas beheimatet, bevor sie 2013 nach Six Flags St. Louis umgesetzt und an das hügelige Gelände des Parks angepasst wurde. Der breite Weg, der direkt unter der markanten Cobra Roll hindurchführt, macht die Achterbahn zu einem der eindrucksvollsten Fotomotive im Park und zu einem echten Blickfang.

Wie bei jedem Vekoma Boomerang werden die Fahrgäste zunächst rückwärts den ersten Spike hinaufgezogen, bevor der Zug die bekannte Streckenführung mit Cobra Roll und Looping absolviert, um das gesamte Layout anschließend rückwärts noch einmal zu durchfahren.

Das Fahrerlebnis entspricht genau dem, was man von einem Boomerang erwartet: kompakt, intensiv und überraschend laufruhig. Auch wenn das Layout mit allen anderen Anlagen dieses Typs identisch ist, verleiht die Einbettung in das hügelige Gelände der Bahn eine ganz eigene Atmosphäre.

Catwoman Whip

Hoch über den umliegenden Wegen erhebt sich Catwoman Whip und gehört zweifellos zu den imposantesten Flat Rides in Six Flags St. Louis. Die von Funtime gebaute Booster-Anlage befördert ihre Fahrgäste auf eine Höhe von 50 m (164 ft) und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h (52 mph). Der sich kontinuierlich drehende Ausleger sorgt für eine gelungene Kombination aus Geschwindigkeit, Airtime und Überschlägen, die von nahezu jedem Bereich des Parks aus zu beobachten ist.

Was mich am meisten überraschte, war jedoch die Länge der Fahrt. Statt bereits nach wenigen Überschlägen zu enden, absolviert Catwoman Whip zahlreiche Überschläge – zunächst in die eine und anschließend in die andere Richtung. Dadurch zählt sie zu den intensivsten Flat Rides des Parks.

Der einzige wirkliche Nachteil ist die geringe Kapazität. Da pro Fahrt nur sechzehn Personen Platz finden, können die Wartezeiten schnell ansteigen. Wer die Bahn mit einer kurzen Wartezeit erwischt, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen – sie gehört zu den besten Flat Rides in Six Flags St. Louis.

Screamin‘ Eagle

Am oberen Ende des Parks befindet sich mit Screamin‘ Eagle einer der großen Klassiker von Six Flags St. Louis. Ihr klassisches Out-and-Back-Layout ist größtenteils vom umliegenden Wald verdeckt, wodurch sich die tatsächliche Größe der Bahn vom Besucherweg aus nur schwer erahnen lässt.

Nach einer langen Geraden verlässt der Zug die Station und erklimmt den 34 m (110 ft) hohen Lifthill. Ein kleiner Pre-Drop führt zunächst in die erste Wendekurve, bevor die eigentliche große Abfahrt beginnt. Von dort aus folgt eine scheinbar endlose Reihe aus Camelbacks und sanften Kurven, die den Zug immer tiefer in den Wald führt, ehe die Strecke schließlich wieder in Richtung Station zurückkehrt.

Screamin‘ Eagle ist ein hervorragendes Beispiel für eine klassische Holzachterbahn. Auch wenn die Fahrt stellenweise durchaus ruppig ausfallen kann, sorgen die hohe Geschwindigkeit und die Einbettung in den Wald für ein Fahrerlebnis, das auch Jahrzehnte nach der Eröffnung nichts von seinem Reiz verloren hat.

Pandemonium

Drei Jahre nachdem Gerstlauer seinen Spinning Coaster auf dem amerikanischen Markt eingeführt hatte, installierte Six Flags eine erweiterte Version des Layouts in mehreren Parks. Eine dieser Anlagen eröffnete hier zunächst als Tony Hawk’s Big Spin, bevor sie später in Pandemonium umbenannt wurde. Das kompakte Layout nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus.

Nach dem Lifthill bringt die erste verdrehte Abfahrt die Gondeln sofort zum Rotieren. Anschließend sorgen enge Kurven, Helices und kleinere Abfahrten dafür, dass sich die Gondeln während der gesamten Fahrt immer wieder drehen. Da die Gondeln frei rotieren können, verläuft jede Fahrt ein wenig anders.

Pandemonium macht einfach Spaß. Die Kombination aus drehenden Gondeln, schnellen Richtungswechseln und dem kompakten Layout macht die Bahn zu einer der unterhaltsamsten Familienachterbahnen im Park.

The Boss

Six Flags St. Louis beheimatet eine der ambitioniertesten Holzachterbahnen, die jemals gebaut wurden. Die von Custom Coasters International (CCI) konstruierte Bahn nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus. Das hat allerdings auch einen kleinen Nachteil: Der Weg bis zur Station gehört zu den längsten im gesamten Park – auch wenn er noch immer deutlich kürzer ist als der scheinbar nie enden wollende Weg zur Station von Zadra im polnischen Energylandia.

Nach dem Verlassen der Station erklimmt der Zug zunächst den 37 m (122 ft) hohen Lifthill. Oben angekommen bleibt gerade noch Zeit für einen kurzen Blick über den Park bis hinüber zur Screamin‘ Eagle, bevor die Fahrt tief in den Wald hinabführt. Nach der ersten Abfahrt rast der Zug über eine lange Gerade direkt auf die gewaltige Holzkonstruktion des ersten Turnarounds zu. Mit hoher Geschwindigkeit taucht der Zug in die Konstruktion ein und stürzt anschließend in das tiefste Tal der gesamten Strecke, das sich 45 m (150 ft) unterhalb des Lifthills befindet. In einer lang gezogenen Linkskurve folgt der Zug dem natürlichen Geländeverlauf, bevor er in großer Höhe nach rechts schwenkt und mit herrlichen Ausblicken über den Park erneut in den Wald eintaucht. Dort folgt die Strecke weiter dem Gelände, ehe eine lange Auffahrt zum zweiten Turnaround führt.

Unmittelbar nach der Blockbremse geht es in die nächste große Abfahrt, gefolgt vom dritten Turnaround mit seiner markanten Senke. Ohne spürbar an Tempo zu verlieren rast der Zug unter dem Lifthill hindurch und erklimmt den Hügel hinter der Station. Ursprünglich endete die Bahn mit einer großen Helix. Heute bilden jedoch eine schnelle, bodennahe Kurve und zwei berüchtigt ruppige Hügel den Abschluss der Fahrt. Vor allem in den vorderen Reihen fühlt sich dieser Abschnitt wie eine kostenlose chiropraktische Behandlung an. Zum Glück dauert dieser Teil nur wenige Sekunden.

Was für eine Achterbahn. Von der ersten Abfahrt bis zur Schlussbremse kennt The Boss kaum eine Verschnaufpause. Das Finale mag etwas ruppig sein, doch der hervorragende Fahrfluss, die perfekte Einbindung in das Gelände und die schiere Größe der Bahn machen sie zu einem der absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Rookie Racer

Direkt unterhalb von The Boss befinden sich mit The Joker (der sich während meines Besuchs leider noch im Bau befand), Supergirl Sky Flyer und der Familienachterbahn Rookie Racer gleich mehrere Attraktionen. Die von Vekoma gebaute Bahn beginnt mit einer gelungenen ersten Abfahrt, bevor eine Reihe sanfter Kurven durch das kompakte Layout führt.

Obwohl Rookie Racer eindeutig auf Familien ausgerichtet ist, überzeugt die Bahn mit einem angenehm ruhigen Fahrverhalten und bietet sowohl jüngeren Besuchern als auch allen, die zwischen den großen Achterbahnen eine etwas entspanntere Fahrt suchen, jede Menge Fahrspaß.

Thunder River

Zu den unterhaltsamsten Attraktionen in Six Flags St. Louis zählt Thunder River, das Rafting von Intamin. Tosende Stromschnellen, starke Strömungen und jede Menge Möglichkeiten, ordentlich nass zu werden – genau so, wie man es von einem gelungenen Rafting erwartet.

Am Ende unserer Fahrt befanden sich fast 20 cm (8 in) Wasser im Floß. Glücklicherweise war ich der Einzige, der Sandalen trug, sodass ich meine Füße die gesamte Fahrt über im Wasser lassen konnte. Alle anderen versuchten dagegen verzweifelt, ihre Schuhe trocken zu halten – allerdings mit wenig Erfolg.

Wer sich an einem heißen Sommertag in Missouri abkühlen möchte, ist bei Thunder River genau richtig. Trocken bleibt hier mit Sicherheit niemand.

Colossus and Tommy G. Robertson Railroad

Zu den ruhigeren Attraktionen von Six Flags St. Louis zählen das Riesenrad Colossus und die Tommy G. Robertson Railroad. Vom Colossus aus bieten sich hervorragende Ausblicke über den gesamten Park und seine hügelige Landschaft. 

Die Tommy G. Robertson Railroad umrundet den gesamten Park und bietet unterwegs immer wieder schöne Ausblicke auf zahlreiche Attraktionen. Dank der Bahnhöfe an beiden Enden des Parks eignet sie sich außerdem hervorragend, um die langen Fußwege zwischen den einzelnen Themenbereichen zu vermeiden.

Mr. Freeze Reverse Blast

Mitten auf einer Insel im Rafting Thunder River befindet sich Mr. Freeze Reverse Blast, eine der Hauptattraktionen von Six Flags St. Louis. Obwohl eine nahezu baugleiche Achterbahn auch in Six Flags Over Texas zu finden ist, wurde die Anlage in St. Louis als erste eröffnet.

Ursprünglich wurden die Züge vorwärts abgeschossen. In den ersten Betriebsjahren kamen außerdem Schulterbügel zum Einsatz, bevor alle Premier-Rides-Anlagen der Six-Flags-Kette im Jahr 2002 auf Schoßbügel umgerüstet wurden. Die größte Veränderung erfolgte jedoch 2012, als die Züge gedreht wurden und die Fahrgäste seitdem rückwärts abgeschossen werden – eine Modifikation, die das Fahrerlebnis grundlegend verändert hat.

Der Rückwärtsabschuss ist ein unglaubliches Erlebnis. Lediglich durch einen Schoßbügel gesichert, presst einen die enorme Beschleunigung mit voller Wucht in den Bügel, bevor der Zug den Inside Top Hat hinaufschießt. Für einen kurzen Moment hängt man kopfüber, ehe es wieder dem Boden entgegengeht. Mit hoher Geschwindigkeit durchfährt der Zug anschließend den riesigen Overbanked Turn, bevor er den senkrechten Spike erklimmt. Dort sorgt die Schwerelosigkeit mit Blick direkt in Richtung Boden für einen ganz besonderen Moment. Augenblicke später durchfährt der Zug das Layout in umgekehrter Richtung, bevor er langsam auf der Abschussstrecke zum Stehen kommt.

Mr. Freeze Reverse Blast ist eine fantastische Achterbahn. Die Fahrt ist extrem intensiv und steckt voller großartiger Momente. Der Inside Top Hat ist einfach beeindruckend, während der senkrechte Spike am Ende der Fahrt für ein unglaubliches Gefühl sorgt, wenn man direkt auf den Boden blickt. Für mich zählt Mr. Freeze Reverse Blast bis heute zu den intensivsten Achterbahnen, die ich je gefahren bin.

Log Flume

Vorbei am interaktiven Dark Ride Justice League: Battle for Metropolis und dem Scrambler Shazam führt unser Weg zurück in Richtung Parkeingang, wo bereits der klassische Log Flume auf uns wartet.

Die von Arrow gebaute Attraktion gehört zu den ersten Log Flumes überhaupt. Zwar fehlen ihr die aufwendige Thematisierung und die großen Abfahrten moderner Anlagen, dafür überzeugt sie mit einem ausgezeichneten Fahrfluss. Das überraschend schnelle Layout, zahlreiche spritzige Passagen und perfekt platzierte Splashdowns sorgen für eine rundum gelungene Fahrt, bei der die meisten Fahrgäste angenehm nass werden.

Der Log Flume ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass einfache Attraktionen auch heute noch jede Menge Spaß machen können. Manchmal braucht es eben keine riesige Abfahrt, um eine großartige Wasserattraktion zu schaffen.

American Thunder

Als Evel Knievel eröffnet, zählt American Thunder heute zu den beliebtesten Holzachterbahnen von Six Flags St. Louis. Die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn mag zwar deutlich kleiner als The Boss sein, steckt aber dennoch voller Action.

Nach einer Rechtskurve aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill, bevor er sich in die steile, verdrehte erste Abfahrt stürzt. Es folgt ein großer Turnaround mit einer markanten Senke, der direkt in eine Reihe bodennaher Camelbacks übergeht. Ein weiterer Turnaround wechselt die Fahrtrichtung, ehe der Zug mit zunehmender Geschwindigkeit über weitere airtimegefüllte Hügel und durch enge Kurven rast. Eine letzte Linkskurve führt schließlich in die Schlussbremse und beendet diese rasante Fahrt.

American Thunder ist für mich die spaßigste der drei Holzachterbahnen des Parks. Der Fahrfluss ist hervorragend, das Layout geht nahtlos von einem Element ins nächste über und die Bahn gehört zu den Achterbahnen, die man am liebsten immer wieder fahren möchte.

Bilder Six Flags St. Louis

Fazit Six Flags St. Louis

Six Flags St. Louis ist ein großartiger Freizeitpark, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Die wunderschöne Lage inmitten der hügeligen Landschaft Missouris, die abwechslungsreiche Achterbahnsammlung und die entspannte Atmosphäre machen den Park zu einem der am meisten unterschätzten Parks der Six-Flags-Kette. Zwar fehlen die spektakulären Rekordattraktionen einiger größerer Schwesterparks, dafür überzeugt Six Flags St. Louis mit einem außergewöhnlich ausgewogenen Gesamtpaket, das für nahezu jeden Achterbahnfan etwas bereithält.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, wie konstant hoch das Niveau der Attraktionen ist. Statt sich nur auf ein oder zwei große Highlights zu verlassen, bietet Six Flags St. Louis eine erstaunlich ausgewogene Auswahl an Fahrgeschäften, bei der nahezu jede größere Attraktion eine Fahrt wert ist. Am Ende des Tages hatte ich den Park deutlich mehr ins Herz geschlossen, als ich es vor meinem Besuch erwartet hätte.

Ich kann einen Besuch in Six Flags St. Louis daher uneingeschränkt empfehlen. Der Park mag weder der größte noch der bekannteste der Six-Flags-Kette sein, doch sein ganz eigener Charakter, die wunderschöne Lage und seine hervorragende Attraktionsauswahl machen ihn zu einem Geheimtipp der amerikanischen Freizeitparklandschaft.

 

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