Six Flags Great America



Freizeitpark:Six Flags Great America (seit 1985)
Marriott's Great America (1976 - 1984)
Adresse:1 Great America Pkwy
Gurnee, IL 60031
https://www.sixflags.com/greatamerica
Betrieb:Six Flags


Six Flags Great America liegt in Gurnee, Illinois, rund 60 Kilometer nördlich von Chicago. Der Freizeitpark eröffnete 1976 als Marriott’s Great America und entstand nahezu zeitgleich mit dem heutigen California’s Great America. Beide Parks teilten sich ursprünglich nicht nur ein ähnliches Konzept, sondern auch zahlreiche Themenbereiche und Attraktionen. Noch heute lässt sich diese gemeinsame Vergangenheit an vielen Stellen erkennen, obwohl sich Great America seit der Übernahme durch Six Flags im Jahr 1984 deutlich weiterentwickelt hat.

Besonders umfangreich ist das Achterbahnangebot des Parks. Neben Klassikern wie Whizzer und Demon aus dem Eröffnungsjahr 1976 sowie der gewaltigen Racing-Holzachterbahn American Eagle finden sich hier zahlreiche moderne Großanlagen. Dazu gehören der B&M Hyper Coaster Raging Bull, der RMC Coaster Goliath und der Wing Coaster X-Flight ebenso wie Superman: Ultimate Flight und der pneumatisch beschleunigte Maxx Force. Eine besondere historische Bedeutung besitzt Batman: The Ride, der 1992 als erster Inverted Coaster von B&M eröffnete und zum Vorbild für zahlreiche weitere Anlagen wurde.

Doch auch abseits der Achterbahnen hat Six Flags Great America einiges zu bieten. Zahlreiche klassische Fahrgeschäfte von Herstellern wie Schwarzkopf und HUSS haben sich bis heute erhalten, während das große Columbia Carousel und der Sky Trek Tower noch an die frühen Jahre des Parks erinnern. Direkt an den Freizeitpark grenzt zudem Six Flags Hurricane Harbor Chicago mit zahlreichen Wasserrutschen, einem Wellenbecken und weiteren Wasserattraktionen. Damit lässt sich ein Besuch in Great America gerade im Sommer gut mit einem Abstecher in den benachbarten Wasserpark verbinden.

 

Berichte

Von Marriott bis Maxx Force


Columbia Carousel

 
 
 

Highlights des Freizeitparks

 




 

American Eagle

Der große Racing Coaster

 


 

Demon

Die Looping-Achterbahn

 


 

Goliath

Ein wilder Ritt

 


 

Maxx Force

Der stärkste Abschuss Amerikas

 


 

Raging Bull

Der irre Hyper Coaster

 


 

Superman: Ultimate Flight

Ein schöner Flug

 



 

Viper

Ein moderner Klassiker

 


 

Whizzer

Der Speed Racer

 


 

X-Flight

Ein ntensiver Wing Coaster

 


Von Marriott bis Maxx Force

Six Flags Great America

Six Flags Great America in Gurnee, Illinois, hat seine Ursprünge in einem durchaus ambitionierten Projekt der Marriott Corporation. Mitte der 1970er-Jahre entstanden nahezu zeitgleich zwei große Freizeitparks, die in weiten Teilen nach demselben Konzept gestaltet wurden. Der erste Marriott’s Great America eröffnete im März 1976 im kalifornischen Santa Clara, nur gut zwei Monate später folgte am 29. Mai das Gegenstück in Gurnee. Ein dritter Park im Raum Washington, D.C. war ebenfalls geplant, wurde jedoch nie realisiert.

Wie ähnlich sich die beiden Great-America-Parks ursprünglich waren, erkennt man teilweise noch heute. Themenbereiche wie Orleans Place, Yukon Territory, County Fair und Hometown Square gab es in beiden Parks, ebenso zahlreiche nahezu identische Attraktionen. Selbst das große Columbia Carousel am Eingangsbereich gehörte zum gemeinsamen Konzept.

Die gemeinsamen Wege endeten jedoch schon in den 1980er-Jahren. Marriott zog sich 1984 aus dem Freizeitparkgeschäft zurück und verkaufte beide Parks. Während der kalifornische Schwesterpark später über Paramount zu Cedar Fair gelangte, wurde der Park in Gurnee von Six Flags übernommen.

Orleans Place

Wir beginnen unseren Rundgang links herum im Orleans Place und damit gleich in einem der Bereiche, an denen sich die gemeinsame Vergangenheit der beiden Great-America-Parks noch heute erkennen lässt. Über die Jahrzehnte hat sich natürlich einiges verändert und so wartet hier mittlerweile eine der großen Achterbahnen des Parks auf uns. 

Superman: Ultimate Flight

Ein Jahr nach der Eröffnung des ersten Superman: Ultimate Flight in Six Flags Over Georgia gingen 2003 gleich zwei weitere Exemplare des B&M Flying Coasters an den Start – eines in Six Flags Great Adventure und eines hier in Great America.

Das Layout kennen wir bereits aus Six Flags Great Adventure. Nach dem Lifthill geht es zunächst durch eine Kurve und anschließend den First Drop hinunter, bevor mit dem Pretzel Loop bereits das prägende Element der Fahrt folgt. Auf dem Rücken geht es steil in die Tiefe und mit ordentlich Druck durch den unteren Teil des Elements, ehe man auf der anderen Seite wieder nach oben schießt.

Danach wird die Fahrt etwas ruhiger. Über die Horseshoe und einige weitere Kurven schlängelt sich Superman durch das kompakte Layout, bevor gegen Ende noch die In-Line Twist wartet und es zurück in die Station geht.

Auch wenn die Fahrt damit weitgehend bekannt ist, gefällt mir Superman hier deutlich besser als in Great Adventure. Die Achterbahn ist wesentlich schöner in ihre Umgebung eingebettet und fügt sich dadurch deutlich besser in den Park ein. Vor allem der intensive Pretzel Loop bleibt aber auch hier das Highlight der Fahrt.

The Dark Knight Coaster

Direkt neben Superman wartet mit The Dark Knight Coaster eine weitere Achterbahn, die wir bereits aus Six Flags Great Adventure kennen. Die Anlage eröffnete 2008 passend zum Kinostart von The Dark Knight und war Teil einer ganzen Serie nahezu identischer Bahnen, die Six Flags damals für seine Parks plante. In Great America wurde dafür das ehemalige Theater Royale umfangreich umgebaut und als Station der Gotham City Rail gestaltet.

Thematisch flieht man nach einem Angriff des Jokers mit der Gotham City Rail aus der Stadt. Dahinter verbirgt sich eine Wilde Maus im Dunkeln, deren enge Kurven, kurze Abfahrten und abrupten Richtungswechsel uns allzu gut bekannt sind. Vor allem die Thematisierung macht aus dem einfachen Layout eine durchaus unterhaltsame Fahrt.

Mardi Gras

Vom Orleans Place geht es weiter in den kleinen Themenbereich Mardi Gras. Viel hielt uns hier allerdings nicht auf, denn mit Roaring Rapids wurde die einzig verbliebene größere Attraktion des Bereichs während meines Besuchs leider nicht betrieben. Also ging es direkt weiter ins benachbarte DC Universe.

DC Universe

The Joker

Mit The Joker wartet im DC Universe zunächst eine Achterbahn, deren Fahrgeschäftstyp uns mittlerweile aus allerlei Six Flags Parks bestens bekannt ist. Bei den 4D Free Spins von S&S hängt der tatsächliche Fahrspaß jedoch immer ein wenig davon ab, wie häufig sich die frei gelagerten Gondeln überschlagen.

Und hier hatten wir richtig Glück. Während der Fahrt ging es immer wieder kopfüber, wodurch The Joker eine herrlich chaotische und überraschend intensive Fahrt bot.

Batman: The Ride

Direkt nebenan wartet mit Batman: The Ride eine der historisch bedeutendsten Achterbahnen des Parks. Während meines Besuchs wurde die Anlage leider renoviert und blieb geschlossen. Trotzdem lohnt es sich, hier etwas länger zu verweilen, denn mit ihrer Eröffnung im Jahr 1992 begann eine kleine Revolution.

Batman: The Ride war der erste Inverted Coaster von B&M. Erstmals saßen die Fahrgäste unterhalb der Schiene, während die Beine frei in der Luft hingen. Zusammen mit dem kompakten und intensiven Layout entstand damit ein völlig neuer Achterbahntyp, der sich in den folgenden Jahren rasant verbreiten sollte.

Eng verbunden war die Bahn auch mit dem damaligen Einstieg von Time Warner bei Six Flags. Die Charaktere von Warner Bros. hielten verstärkt Einzug in die Parks und Batman: The Ride wurde passend dazu als Reise durch Gotham City inszeniert. Der Wartebereich führte zunächst durch einen gepflegten Stadtpark, bevor die Umgebung zunehmend düsterer und heruntergekommener wurde und schließlich den Blick auf die Achterbahn freigab.

Der Erfolg der Anlage sorgte schnell für weitere Exemplare in anderen Six Flags Parks. Bereits 1993 folgte Batman: The Ride in Six Flags Great Adventure und über die Jahre entwickelte sich das kompakte Layout zu einem der bekanntesten Entwürfe von B&M. Schade also, dass ausgerechnet das Original bei meinem Besuch geschlossen war.

The Flash: Vertical Velocity

Mit The Flash: Vertical Velocity folgt direkt die nächste Achterbahn. Das Fahrprinzip kennen wir bereits von Steel Venom im Valleyfair, den wir erst wenige Tage zuvor gefahren waren. Der Zug wird dabei mehrfach zwischen den beiden Spikes hin und her beschleunigt und erreicht mit jedem Durchlauf eine größere Höhe.

Besonders schön ist die Lage der Anlage. Die Strecke verläuft direkt über dem See zwischen den beiden Wildwasserbahnen und fügt sich dadurch wunderbar in diesen Teil des Parks ein. Im Gegensatz zu Steel Venom fehlt hier allerdings die Haltebremse am hinteren Spike. Schade, denn gerade dieser Moment hatte die Fahrt im Valleyfair noch einmal deutlich aufgewertet. Insgesamt aber eine schöne Anlage.

Aquaman Splashdown und Logger’s Run

Aquaman Splashdown und Logger’s Run bilden zusammen eine wirklich große und aufwendig miteinander verwobene Wildwasseranlage. Beide Fahrten beginnen mit einem kleinen Lift, bevor man über eine überraschend lange Strecke durch zahlreiche Kurven dümpelt. Ganz gemütlich geht es dabei nicht immer zu, denn stellenweise sorgt die Strömung für ordentlich Tempo.

Anschließend geht es über einen weiteren Lift hinauf und durch einige Kurven in luftiger Höhe. Leider sind die Wände hier teilweise recht hoch geraten, sodass man von der Umgebung nicht allzu viel mitbekommt. Danach wartet das große Finale: Logger’s Run bietet eine wellenförmige, doppelte Schussfahrt, während es bei Aquaman Splashdown in einem Zug hinabgeht. Besonders schön ist dabei, wie die Schussfahrten beider Anlagen ineinander verwoben sind.

Im Auslauf wartet bei beiden Bahnen noch eine stehende Welle, durch die man mit ordentlich Tempo hindurchbrettert. Trocken kommt man hier definitiv nicht davon und steigt am Ende wunderbar nass aus dem Boot. Aquaman Splashdown wurde während meines Besuchs leider nicht betrieben, Logger’s Run dafür umso ausgiebiger getestet.

Yukon Territory

Little Dipper

Mit Little Dipper wartet im Yukon Territory noch eine kleine Holzachterbahn mit einer interessanten Geschichte. Die Bahn wurde bereits 1950 im Kiddieland Amusement Park in Melrose Park eröffnet und drehte dort fast 60 Jahre lang ihre Runden. Nach der Schließung des Parks im Jahr 2009 wurde Little Dipper von Six Flags übernommen, nach Gurnee versetzt und bereits 2010 wiedereröffnet.

Die Fahrt selbst ist natürlich überschaubar. Über einige kleine Hügel und Kurven geht es durch das kompakte Layout – eine nette kleine Holzachterbahn, die vor allem durch ihre lange Geschichte interessant ist.

Sprocket Rockets

Im kleinen Kinderbereich des Parks wartet mit Sprocket Rockets noch ein Vekoma Roller Skater. Die Strecke bietet die für diesen Achterbahntyp typische Mischung aus einigen kleinen Abfahrten und weit geschwungenen Kurven. Leider wurde hier nur eine Runde gefahren, wodurch der Spaß ziemlich schnell wieder vorbei war.

County Fair

Deutlich größer wird es anschließend im County Fair. Und gleich am Eingang des Bereichs erhebt sich mit Goliath eine der größten Achterbahnen von Six Flags Great America.

Fiddler’s Fling

Bevor wir zu Goliath kommen, wartet mit Fiddler’s Fling noch eine kleine Rarität. Hinter dem Fahrgeschäft verbirgt sich ein klassischer Calypso von Schwarzkopf – ein Fahrgeschäftstyp, den man heutzutage nur noch äußerst selten antrifft.

Während sich die große Plattform dreht, rotieren die einzelnen Gondelkreuze zusätzlich um ihre eigene Achse. Und das Ganze geht erstaunlich schnell vonstatten, sodass ordentlich Kräfte auf die Fahrgäste wirken. Eine herrlich dynamische Spaßmaschine und umso schöner, dass sich mit Fiddler’s Fling noch ein Exemplar dieses selten gewordenen Schwarzkopf-Klassikers erhalten hat.

Goliath

Mit Goliath erhebt sich gleich am Eingang des County Fair eine der größten Achterbahnen von Six Flags Great America. Interessant ist dabei auch der Standort, denn hier stand zuvor mit Iron Wolf die erste Achterbahn aus dem Hause B&M. Der Stand-Up Coaster eröffnete 1990 und wurde nach der Saison 2011 abgebaut, bevor die Fläche wenige Jahre später für Goliath genutzt wurde.

2014 eröffnete hier schließlich der deutlich größere Neubau von Rocky Mountain Construction. Nach dem rund 50 Meter hohen Lifthill geht es über den etwa 55 Meter tiefen und 85° steilen First Drop hinunter. Mit ordentlich Tempo schießt der Zug anschließend hinauf in eine hohe Wende, bevor es wieder in die Tiefe und über den großen Airtime-Hügel geht. Darauf folgt mit dem Dive Loop die erste Inversion.

Anschließend geht es in die Zero-G Stall, in der man für einen erstaunlich langen Moment kopfüber durch das Element fährt. Danach verschwindet Goliath im Tunnel, ehe die letzten schnellen Elemente zurück in Richtung Station führen.

Goliath ist eine wirklich tolle Achterbahn. Die kräftige Airtime, das hohe Tempo und die abwechslungsreiche Abfolge der Elemente sorgen für eine rundum gelungene Fahrt. Dabei ist die Bahn nicht ganz so brachial unterwegs wie so manche andere Anlage des Herstellers, was mir hier ausgesprochen gut gefallen hat. Für mich gehört Goliath definitiv zu den besten RMCs, die ich bislang gefahren bin – und zu denen, bei denen ich am liebsten gleich mehrere Runden ohne Unterbrechung drehen würde.

Sky Striker

Ebenfalls im County Fair wartet mit Sky Striker die Neuheit des Jahres 2024. Die größte Giant Discovery von Zamperla ist mit ihren gewaltigen Ausmaßen schon von weitem kaum zu übersehen.

Während sich die große Gondel kontinuierlich dreht, schwingt sie immer weiter nach oben. Gerade an den Umkehrpunkten bekommt man ordentlich Airtime geboten, bevor es mit zunehmendem Tempo wieder durch das Tal geht.

Auch Sky Striker hat mir richtig gut gefallen. Das Zusammenspiel aus Höhe, Geschwindigkeit und ordentlich Airtime sorgt für eine tolle Fahrt.

American Eagle

Hinter Sky Striker befindet sich der Zugang zu American Eagle – einer Holzachterbahn, deren Dimensionen auch heute noch beeindruckend sind. Bei ihrer Eröffnung im Jahr 1981 war sie die höchste, schnellste und längste Holzachterbahn der Welt. Bemerkenswert ist dabei auch der Hersteller, denn hinter dieser gewaltigen Racing-Holzachterbahn steckt ausgerechnet Intamin, die zu diesem Zeitpunkt noch ganz am Anfang ihres Einstiegs ins Achterbahngeschäft standen.

Nach dem Lifthill geht es über den großen First Drop hinunter und anschließend über eine ganze Reihe von Hügeln. Gerade im vorderen Teil des Zuges entwickelt American Eagle dabei eine regelrechte Granatenairtime. Danach geht es in die riesige Doppelhelix, die schon aufgrund ihrer Dimensionen eines der markantesten Elemente der Bahn ist. Über weitere Hügel führt die Strecke anschließend zurück in Richtung Station, wo eine letzte Helix die Fahrt abschließt.

Schade ist lediglich, dass die beiden Seiten bei meinem Besuch nicht gegeneinander fuhren und damit ein wesentlicher Teil des Racing-Konzepts verloren ging. Davon abgesehen hat mir American Eagle richtig gut gefallen – vor allem die überraschend starke Airtime macht die Fahrt zu etwas Besonderem.

X-Flight

Mit X-Flight folgt gleich das nächste Highlight im County Fair. Der B&M Wing Coaster aus dem Jahr 2012 hat es wirklich in sich.

Nach dem Lifthill geht es über den für diesen Achterbahntyp typischen verdrehten First Drop hinab, bei dem wir erst einmal auf den Kopf gestellt werden. Mit ordentlich Tempo durchfahren wir anschließend die erste Zero-G Roll, bevor der Zug in den großen Immelmann zieht. Es folgt eine schnelle, sehr schön bodennahe Kurve, aus der die Strecke direkt in eine hohe Wende hinaufführt. Danach geht es durch die zweite Zero-G Roll und mit weiterhin hohem Tempo dem großen Finale entgegen.

Hier rast X-Flight auf den markanten Kontrollturm zu. Mitten durch das enge Keyhole führt eine In-Line Twist, bei der die seitliche Sitzposition für einen herrlich knappen Near-Miss-Effekt sorgt. Eine letzte Helix rundet die Fahrt ab, bevor es zurück in die Station geht.

X-Flight hat mich wirklich begeistert. Die Abfolge der Elemente passt hervorragend zusammen, die bodennahen Passagen sorgen für ordentlich Tempo und stellenweise geht die Bahn überraschend intensiv zur Sache. Für mich war X-Flight mit Abstand der beste Wing Coaster, den ich bis dahin gefahren bin.

Und irgendwie habe ich die Fahrt sogar mit offenen Birkenstocks überstanden. Mit bestem Fingerspitzengefühl – oder wohl eher Zehenspitzengefühl – gelang es mir tatsächlich, die Schuhe während der gesamten Fahrt an den Füßen zu behalten. Bei einem Wing Coaster vielleicht nicht unbedingt die cleverste Schuhwahl, aber immerhin ging keiner verloren.

Demon

Mit Demon wartet im County Fair noch ein echter Klassiker. Die Achterbahn kennen wir bereits aus California’s Great America, denn beide Anlagen eröffneten 1976 als Turn of the Century und besaßen ursprünglich ein deutlich anderes Layout. 1980 wurden die großen Airtime-Hügel nach dem First Drop durch zwei Loopings ersetzt und passend zum Umbau erhielten beide Bahnen ihren heutigen Namen Demon.

Entsprechend vertraut kommt uns die Fahrt vor. Nach dem First Drop geht es direkt durch die beiden Loopings, bevor die Strecke in den zweiten Teil übergeht. Nach einigen Kurven folgen die beiden Korkenzieher, ehe es wieder zurück in Richtung Station geht.

Einen entscheidenden Vorteil hat die Anlage in Great America für mich allerdings: Hier läuft noch der wunderbar schräge Demon-Soundtrack – und das in einem über 40 Minuten langen Loop mit allerlei herrlich schrägen Anspielungen rund um die Bahn und ihren Dämon. Das passt hervorragend zur etwas angestaubten Thematisierung und verleiht dem alten Arrow-Klassiker noch einmal eine ganz eigene Atmosphäre.

Metropolis Plaza

Justice League: Battle for Metropolis

In der Metropolis Plaza erwartet uns mit Justice League: Battle for Metropolis ein interaktiver Dark Ride, den wir bereits aus anderen Six Flags Parks kennen. Auch hier konnte die Mischung aus großen Kulissen, Projektionen und interaktiven Elementen wieder überzeugen. Für mich nach wie vor einer der besseren Dark Rides aus dem Hause Sally.

Southwest Territory

Giant Drop

Weiter geht es ins Southwest Territory, wo uns mit Giant Drop gleich die nächste große Attraktion erwartet. Der Freifallturm von Intamin ist mit seiner stattlichen Höhe schon von weitem gut zu erkennen. Gemächlich geht es an der Konstruktion hinauf, bevor man oben einen kurzen Moment die Aussicht genießen kann. Dann löst die Gondel aus und es geht im freien Fall zurück in Richtung Boden. Ein klassischer Intamin-Freifallturm, der auch heute noch eine richtig gute Fahrt bietet.

Raging Bull

Mit Raging Bull wartet eines der großen Highlights des Parks. Der B&M Hyper Coaster unterscheidet sich dabei deutlich von vielen anderen Anlagen dieses Typs. Statt sich hauptsächlich auf eine lange Abfolge großer Airtime-Hügel zu konzentrieren, setzt Raging Bull auf eine deutlich verschlungenere Streckenführung mit zahlreichen schnellen Kurven.

Nach dem Lifthill geht es über einen kleinen Pre-Drop direkt ins Geschehen. Der große First Drop bietet bereits richtig starke Airtime und führt uns mit ordentlich Tempo geradewegs in einen Tunnel. Anschließend schießt der Zug wieder hinauf und durchfährt eine weitläufige Wende in luftiger Höhe, bevor man über einen klassischen Camelback fliegt.

Eine hochgeständerte Kurve führt uns anschließend nach links, ehe wir den Lifthill unterqueren und in einer weiteren Wende die Richtung wechseln. Nach einer Rechtskurve geht es in die Blockbremse, die wir ohne merkliche Verzögerung passieren.

Parallel zum Lifthill fliegen wir nun über einen weiteren Camelback, bevor eine Helix einmal um den First Drop herumführt. Zum großen Finale durchrast Raging Bull schließlich noch eine bodennahe Acht, ehe es zurück in Richtung Station geht.

Gerade diese Mischung aus kräftiger Airtime, hohem Tempo und zahlreichen Kurven macht Raging Bull so stark. Die Bahn ist unfassbar schnell, abwechslungsreich und verliert bis zum Schluss kaum an Schwung. Dank der überaus hohen Kapazität waren die Wartezeiten erstaunlich gering, sodass es gleich für einige Runden hintereinander reichte. Für mich ganz klar eines der großen Highlights des Parks. Was für eine Fahrt.

Chubasco und Ricochet

Im Southwest Territory stehen neben den großen Achterbahnen auch einige schöne Klassiker. Dazu gehört die hübsch gestaltete Teetassenbahn Chubasco, die natürlich für eine Runde mitgenommen wurde.

Nicht weit davon entfernt wartet mit Ricochet ein klassischer Swing-Up von HUSS. Auch hier durfte eine Fahrt natürlich nicht fehlen. Gerade solche klassischen Flatrides sind eine schöne Ergänzung zum ohnehin sehr starken Angebot des Parks.

Viper

Etwas abgelegen steht mit Viper die nächste Holzachterbahn des Parks. Allein der erstaunlich lange Weg zur Station zieht sich dabei schon ordentlich, doch am Ende wartet eine durchaus interessante Bahn.

Viper eröffnete 1995 und orientiert sich unverkennbar am legendären Coney Island Cyclone in New York. Das bekannte Grundprinzip wurde hier allerdings etwas größer skaliert. Bemerkenswert ist vor allem, dass hinter der Bahn kein klassischer Achterbahnhersteller steht: Viper wurde von Six Flags Great America selbst entworfen und gebaut und ist bis heute die einzige Achterbahn, die der Park in Eigenregie errichtet hat.

Nach dem Lifthill geht es über den First Drop direkt hinein in das kompakte Layout mit seinen zahlreichen Hügeln und Wendekurven. Besonders prägend ist dabei die Fahrt durch das dichte Holzgebälk. Immer wieder schießt man mitten durch die Konstruktion, kreuzt andere Streckenabschnitte und verliert zwischen all den Stützen beinahe die Orientierung. Dazwischen sorgen die zahlreichen kleineren Hügel immer wieder für nette Airtime. Eine tolle Bahn mit wirklich guten Fahreigenschaften.

Hometown Square

Nach dem Southwest Territory geht es weiter ins Hometown Square. Hier findet sich eine ganze Reihe klassischer Fahrgeschäfte, die wunderbar zum Charakter dieses Bereichs passen.

The Lobster

Besonders schön ist The Lobster, ein klassisches Monster III von Schwarzkopf. Die einzelnen Gondeln lassen sich mit etwas Geschick wunderbar sporten. Dabei dreht man sich wie wild im Kreis, während das Fahrgeschäft gleichzeitig seine typische Wellenbewegung vollführt. Gerade das Staunen in den Gesichtern der Amerikaner zu sehen, ist für mich immer wieder Ansporn genug, die Gondel noch ein wenig schneller drehen zu lassen.

Triple Play

Nicht weit davon entfernt wartet mit Triple Play eine klassische Troika von HUSS. Während sich die drei Gondelkreuze drehen, wird die gesamte Konstruktion zunehmend schräg gestellt und die Gondeln folgen dabei einer immer stärker ausgeprägten wellenförmigen Trajektorie. Eine angenehm flotte Fahrt.

Hometown Fun Machine

Etwas versteckt liegt die Hometown Fun Machine an einer der Wendekurven von Whizzer. Zu dem klassischen Scrambler gelangt man über eine kleine Brücke, wodurch die Attraktion fast ein wenig abseits des eigentlichen Rundwegs liegt. Einmal eingestiegen, sorgen die gegenläufigen Drehbewegungen dafür, dass man immer wieder ordentlich zur Seite gedrückt wird.

Whizzer

Die Hauptattraktion des Hometown Square ist Whizzer, ein Schwarzkopf Speed Racer aus dem Eröffnungsjahr 1976. Besonders markant ist der spiralförmige Lifthill, der die Züge langsam auf Höhe bringt, bevor die eigentliche Fahrt beginnt.

Vom Lifthill aus geht es zunächst über eine lange Abfahrt hinunter in eine weitläufige, bodennahe Kurve. Eine längere Auffahrt bringt uns anschließend wieder auf Höhe, bevor wir nach einer Kurve in luftiger Höhe schwungvoll zurück in Richtung Boden stürzen. Es folgt eine weitere bodennahe Kurve und eine längere Gerade bergauf, bevor wir eine Runde um den Lifthill drehen. Über eine kurvige Abfahrt und eine Rechtskurve nähern wir uns schließlich dem Ende der Fahrt. Eine letzte Helix führt uns zurück in die Station.

Die Fahrt selbst ist ganz nett, erreicht für mich allerdings nie die Aggressivität der kleineren Jet-Star-Achterbahnen von Schwarzkopf. Etwas ärgerlich waren zudem die Wartezeiten. Durch die vielen Flash-Pass-Nutzer wurde die Kapazität stark gedrückt, sodass sich bei Whizzer meist eine der längsten Schlangen im Park bildete.

Carousel Plaza

Zum Abschluss unseres Rundgangs geht es zurück zur Carousel Plaza, dem großen Eingangsbereich des Parks. Im Mittelpunkt steht hier natürlich das imposante Columbia Carousel. Das rund 30 Meter hohe Doppelstockkarussell gehört bereits seit der Eröffnung 1976 zu den Wahrzeichen des Parks und besitzt ein nahezu identisches Gegenstück in California’s Great America.

Mit seinen zahlreichen Pferden, Tieren und Wagen ist das Karussell schon eine beeindruckende Erscheinung. Für meine Runde kam natürlich nur das obere Stockwerk infrage – wenn man schon die Gelegenheit hat, auf einem Doppelstockkarussell zu fahren, dann natürlich auch oben.

Direkt daneben ragt der Sky Trek Tower rund 100 Meter in die Höhe. Der Aussichtsturm von Intamin kam bereits 1977 hinzu und prägt seitdem die Silhouette des Parks. Aus der langsam rotierenden Kabine bietet sich bei entsprechend guter Sicht sogar ein Blick bis zur Skyline von Chicago.

Zwischen diesen beiden Klassikern wartet mit Maxx Force schließlich eine Attraktion aus einer völlig anderen Epoche des Parks.

Maxx Force

Mit Maxx Force wartet zum Abschluss noch einmal eine Achterbahn, die vor allem durch ihren Start auffällt. Der Launch Coaster von S&S beschleunigt seine Züge pneumatisch in weniger als zwei Sekunden von 0 auf rund 125 km/h. Entsprechend brachial fällt der Abschuss aus und katapultiert uns direkt in das große erste Element.

Ähnlich einer Banana Roll dreht man sich am höchsten Punkt einmal zur Seite, ehe es in einer Rolle rasant zurück in Richtung Boden geht. Eine zunächst langsam aufsteigende Rechtskurve entpuppt sich anschließend als astreine Rolle, die wir mit ordentlich Tempo durchfahren. Danach geht es bereits auf den etwas eigenartig seitlich angefahrenen Dive Loop zu, der das kurze Layout abschließt.

Insgesamt ist Maxx Force eine überaus solide Achterbahn mit tollen Fahreigenschaften. Die geringe Kapazität sorgte während meines Besuchs allerdings für entsprechend lange Wartezeiten, weshalb es bei einer einzigen Fahrt blieb.

Bilder Six Flags Great America

Fazit Six Flags Great America

Six Flags Great America hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vor allem das starke Achterbahnangebot bietet eine enorme Abwechslung. Dazu kommen zahlreiche klassische Fahrgeschäfte, die man in dieser Anzahl heute nur noch selten in einem großen Freizeitpark findet.

Auch die gemeinsame Vergangenheit mit California’s Great America ist an vielen Stellen noch zu erkennen und verleiht dem Park einen ganz eigenen Charakter. Gleichzeitig hat sich Great America über die Jahrzehnte deutlich weiterentwickelt und verbindet seine Geschichte sehr schön mit modernen Großattraktionen.

Insgesamt ist Six Flags Great America ein wirklich toller Freizeitpark – und ich kann es kaum erwarten, wieder nach Chicago zu fliegen und einen Ausflug nach Gurnee zu unternehmen.

 


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Das Tor zu den Achterbahnen Missouris

Six Flags St. Louis

Nach dem unmittelbaren Erfolg von Six Flags Over Texas und Six Flags Over Georgia begannen schon bald die Planungen für einen dritten Six-Flags-Park. Nur wenige Kilometer außerhalb von St. Louis eröffnete 1971 schließlich Six Flags Over Mid-America im Herzen der Vereinigten Staaten seine Tore. Damals bestand der Park aus sechs unterschiedlich thematisierten Bereichen, die – ganz nach dem ursprünglichen Six-Flags-Konzept.

In den 1990er-Jahren veränderte sich der Park erheblich, nachdem Time Warner die Six-Flags-Kette übernommen hatte. Neben zahlreichen Modernisierungen hielten auch viele der bekannten DC-Comics-Superhelden Einzug in den Park und prägen bis heute das Erscheinungsbild zahlreicher Attraktionen.

Heute bietet Six Flags St. Louis eine ausgewogene Mischung aus klassischen Holzachterbahnen, Familienattraktionen und einigen Thrill-Rides. Obwohl der Park häufig im Schatten seiner größeren Schwesterparks steht, stellte sich schon nach kurzer Zeit heraus, dass er deutlich mehr zu bieten hat, als sein Ruf vermuten lässt.

Genug zur Geschichte des Parks – jetzt wird es Zeit, ihn selbst zu erleben. Nach dem Betreten des Parks halten wir uns rechts und machen uns auf den Weg zur ersten großen Achterbahn des Tages.

Batman The Ride

Eine der ersten Achterbahnen, auf die man nach dem Betreten von Six Flags St. Louis trifft, ist Batman The Ride, die sich direkt rechts vom Parkeingang befindet. Batman zählt mittlerweile zu den bekanntesten Attraktionen der gesamten Six-Flags-Kette. Die Anlage in St. Louis nimmt dabei jedoch eine besondere Stellung ein. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse entstand hier die erste gespiegelte Version von Bolliger & Mabillards (B&M) berühmtem Inverted Coaster.

Nach dem Lifthill folgt zunächst ein kleiner Pre-Drop, der einen ersten Vorgeschmack auf das gibt, was die Fahrgäste im weiteren Streckenverlauf erwartet. Augenblicke später stürzt der Zug in einer steil verdrehten Abfahrt direkt in den ersten Looping. Fast ohne Verschnaufpause folgen ein Zero-G-Roll und ein weiterer Looping, bevor eine ansteigende Helix die positiven G-Kräfte noch einmal deutlich erhöht. Nach zwei weiteren Inversionen wartet schließlich bereits die Schlussbremse auf einen.

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Eröffnung zählt Batman The Ride noch immer zu den besten Inverted Coastern überhaupt. Das kompakte Layout sorgt für eine beeindruckende Intensität, einen hervorragenden Fahrfluss und genau die Laufruhe, für die B&M weltweit bekannt ist. Auch heute gehört die Bahn noch immer zu den absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Ninja

Gegenüber dem Empire Theater befindet sich mit Ninja eine der ungewöhnlichsten Achterbahnen in Six Flags St. Louis. Ihre Geschichte ist dabei fast interessanter als die eigentliche Fahrt. Ursprünglich wurde die Bahn von Arrow HUSS für die Expo 86 in Vancouver entworfen. Nachdem Arrow HUSS in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Vekoma die Fertigstellung des Projekts. Nach ihrem erfolgreichen Einsatz auf der Weltausstellung wurde die Achterbahn 1989 nach Six Flags Over Mid-America umgesetzt.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill. Es folgen ein Looping und ein Sidewinder, bevor die Strecke in einem überzeugenden Headchopper-Moment unter dem zurückführenden Lifthill hindurchführt. Eine Blockbremse teilt die Fahrt in zwei Abschnitte. Im zweiten Teil warten zwei Korkenzieher, eine bodennahe Helix und schließlich die Schlussbremse.

Ninja besitzt ein etwas ungewöhnliches Layout und entwickelt weder den Fahrfluss noch die Intensität, die die besten Achterbahnen des Parks auszeichnen. Trotzdem fährt sich die Bahn überraschend angenehm und eignet sich hervorragend für alle, die ihre ersten Überschläge erleben möchten.

River King Mine Train

Vorbei an Tsunami Soaker und Spinsanity führt der Weg tiefer in den Park, wo der River King Mine Train auf seine Fahrgäste wartet. Die Bahn entstand während des Mine-Train-Booms der frühen 1970er-Jahre und war ursprünglich sogar noch aufwendiger konzipiert als heute. Damals verfügte sie über zwei parallele Strecken, wodurch sich zwei Züge gleichzeitig ein spannendes Duell liefern konnten. Heute ist nur noch eine der beiden Strecken erhalten. Die zweite fand zunächst im Dollywood und später im Magic Springs Theme and Water Park eine neue Heimat. 1984 schrieb die Bahn zudem kurzzeitig Achterbahngeschichte, als eine der beiden Strecken mit Stehwagen ausgestattet wurde – ein Experiment, das nach einem tödlichen Unfall bereits nach einer Saison wieder beendet wurde.

Nach einer kleinen Abfahrt aus der Station erreicht der Zug den ersten von insgesamt drei Lifthills. Die erste Abfahrt führt durch eine Reihe von Kurven und sanften Hügeln, bevor die Strecke in eine weit gezogene Linkskurve übergeht. Nach dem zweiten Lifthill wird die Fahrt deutlich landschaftlicher und schlängelt sich in großen Bögen durch den Park, ehe der dritte Lifthill erreicht wird. Das Finale bildet zugleich den Höhepunkt der Fahrt: Nach einigen engen Kurven verschwindet der Zug in einem dunklen Tunnel, in dem sich die größte Abfahrt der Strecke verbirgt. Erst unmittelbar vor der Schlussbremse taucht der Zug wieder ans Tageslicht auf.

Auch wenn die Fahrelemente aus heutiger Sicht eher gemütlich ausfallen, versprüht der River King Mine Train den Charme klassischer Familienachterbahnen wie kaum eine andere Bahn. Sie macht jede Menge Spaß und gehört bis heute zu den historisch bedeutendsten Attraktionen von Six Flags St. Louis.

Boomerang

Vorbei am Sky Screamer und Fireball gelangen wir zum Boomerang. Die Bahn war ursprünglich in Six Flags Over Texas beheimatet, bevor sie 2013 nach Six Flags St. Louis umgesetzt und an das hügelige Gelände des Parks angepasst wurde. Der breite Weg, der direkt unter der markanten Cobra Roll hindurchführt, macht die Achterbahn zu einem der eindrucksvollsten Fotomotive im Park und zu einem echten Blickfang.

Wie bei jedem Vekoma Boomerang werden die Fahrgäste zunächst rückwärts den ersten Spike hinaufgezogen, bevor der Zug die bekannte Streckenführung mit Cobra Roll und Looping absolviert, um das gesamte Layout anschließend rückwärts noch einmal zu durchfahren.

Das Fahrerlebnis entspricht genau dem, was man von einem Boomerang erwartet: kompakt, intensiv und überraschend laufruhig. Auch wenn das Layout mit allen anderen Anlagen dieses Typs identisch ist, verleiht die Einbettung in das hügelige Gelände der Bahn eine ganz eigene Atmosphäre.

Catwoman Whip

Hoch über den umliegenden Wegen erhebt sich Catwoman Whip und gehört zweifellos zu den imposantesten Flat Rides in Six Flags St. Louis. Die von Funtime gebaute Booster-Anlage befördert ihre Fahrgäste auf eine Höhe von 50 m (164 ft) und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 85 km/h (52 mph). Der sich kontinuierlich drehende Ausleger sorgt für eine gelungene Kombination aus Geschwindigkeit, Airtime und Überschlägen, die von nahezu jedem Bereich des Parks aus zu beobachten ist.

Was mich am meisten überraschte, war jedoch die Länge der Fahrt. Statt bereits nach wenigen Überschlägen zu enden, absolviert Catwoman Whip zahlreiche Überschläge – zunächst in die eine und anschließend in die andere Richtung. Dadurch zählt sie zu den intensivsten Flat Rides des Parks.

Der einzige wirkliche Nachteil ist die geringe Kapazität. Da pro Fahrt nur sechzehn Personen Platz finden, können die Wartezeiten schnell ansteigen. Wer die Bahn mit einer kurzen Wartezeit erwischt, sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen – sie gehört zu den besten Flat Rides in Six Flags St. Louis.

Screamin‘ Eagle

Am oberen Ende des Parks befindet sich mit Screamin‘ Eagle einer der großen Klassiker von Six Flags St. Louis. Ihr klassisches Out-and-Back-Layout ist größtenteils vom umliegenden Wald verdeckt, wodurch sich die tatsächliche Größe der Bahn vom Besucherweg aus nur schwer erahnen lässt.

Nach einer langen Geraden verlässt der Zug die Station und erklimmt den 34 m (110 ft) hohen Lifthill. Ein kleiner Pre-Drop führt zunächst in die erste Wendekurve, bevor die eigentliche große Abfahrt beginnt. Von dort aus folgt eine scheinbar endlose Reihe aus Camelbacks und sanften Kurven, die den Zug immer tiefer in den Wald führt, ehe die Strecke schließlich wieder in Richtung Station zurückkehrt.

Screamin‘ Eagle ist ein hervorragendes Beispiel für eine klassische Holzachterbahn. Auch wenn die Fahrt stellenweise durchaus ruppig ausfallen kann, sorgen die hohe Geschwindigkeit und die Einbettung in den Wald für ein Fahrerlebnis, das auch Jahrzehnte nach der Eröffnung nichts von seinem Reiz verloren hat.

Pandemonium

Drei Jahre nachdem Gerstlauer seinen Spinning Coaster auf dem amerikanischen Markt eingeführt hatte, installierte Six Flags eine erweiterte Version des Layouts in mehreren Parks. Eine dieser Anlagen eröffnete hier zunächst als Tony Hawk’s Big Spin, bevor sie später in Pandemonium umbenannt wurde. Das kompakte Layout nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus.

Nach dem Lifthill bringt die erste verdrehte Abfahrt die Gondeln sofort zum Rotieren. Anschließend sorgen enge Kurven, Helices und kleinere Abfahrten dafür, dass sich die Gondeln während der gesamten Fahrt immer wieder drehen. Da die Gondeln frei rotieren können, verläuft jede Fahrt ein wenig anders.

Pandemonium macht einfach Spaß. Die Kombination aus drehenden Gondeln, schnellen Richtungswechseln und dem kompakten Layout macht die Bahn zu einer der unterhaltsamsten Familienachterbahnen im Park.

The Boss

Six Flags St. Louis beheimatet eine der ambitioniertesten Holzachterbahnen, die jemals gebaut wurden. Die von Custom Coasters International (CCI) konstruierte Bahn nutzt das hügelige Gelände des Parks hervorragend aus. Das hat allerdings auch einen kleinen Nachteil: Der Weg bis zur Station gehört zu den längsten im gesamten Park – auch wenn er noch immer deutlich kürzer ist als der scheinbar nie enden wollende Weg zur Station von Zadra im polnischen Energylandia.

Nach dem Verlassen der Station erklimmt der Zug zunächst den 37 m (122 ft) hohen Lifthill. Oben angekommen bleibt gerade noch Zeit für einen kurzen Blick über den Park bis hinüber zur Screamin‘ Eagle, bevor die Fahrt tief in den Wald hinabführt. Nach der ersten Abfahrt rast der Zug über eine lange Gerade direkt auf die gewaltige Holzkonstruktion des ersten Turnarounds zu. Mit hoher Geschwindigkeit taucht der Zug in die Konstruktion ein und stürzt anschließend in das tiefste Tal der gesamten Strecke, das sich 45 m (150 ft) unterhalb des Lifthills befindet. In einer lang gezogenen Linkskurve folgt der Zug dem natürlichen Geländeverlauf, bevor er in großer Höhe nach rechts schwenkt und mit herrlichen Ausblicken über den Park erneut in den Wald eintaucht. Dort folgt die Strecke weiter dem Gelände, ehe eine lange Auffahrt zum zweiten Turnaround führt.

Unmittelbar nach der Blockbremse geht es in die nächste große Abfahrt, gefolgt vom dritten Turnaround mit seiner markanten Senke. Ohne spürbar an Tempo zu verlieren rast der Zug unter dem Lifthill hindurch und erklimmt den Hügel hinter der Station. Ursprünglich endete die Bahn mit einer großen Helix. Heute bilden jedoch eine schnelle, bodennahe Kurve und zwei berüchtigt ruppige Hügel den Abschluss der Fahrt. Vor allem in den vorderen Reihen fühlt sich dieser Abschnitt wie eine kostenlose chiropraktische Behandlung an. Zum Glück dauert dieser Teil nur wenige Sekunden.

Was für eine Achterbahn. Von der ersten Abfahrt bis zur Schlussbremse kennt The Boss kaum eine Verschnaufpause. Das Finale mag etwas ruppig sein, doch der hervorragende Fahrfluss, die perfekte Einbindung in das Gelände und die schiere Größe der Bahn machen sie zu einem der absoluten Highlights von Six Flags St. Louis.

Rookie Racer

Direkt unterhalb von The Boss befinden sich mit The Joker (der sich während meines Besuchs leider noch im Bau befand), Supergirl Sky Flyer und der Familienachterbahn Rookie Racer gleich mehrere Attraktionen. Die von Vekoma gebaute Bahn beginnt mit einer gelungenen ersten Abfahrt, bevor eine Reihe sanfter Kurven durch das kompakte Layout führt.

Obwohl Rookie Racer eindeutig auf Familien ausgerichtet ist, überzeugt die Bahn mit einem angenehm ruhigen Fahrverhalten und bietet sowohl jüngeren Besuchern als auch allen, die zwischen den großen Achterbahnen eine etwas entspanntere Fahrt suchen, jede Menge Fahrspaß.

Thunder River

Zu den unterhaltsamsten Attraktionen in Six Flags St. Louis zählt Thunder River, das Rafting von Intamin. Tosende Stromschnellen, starke Strömungen und jede Menge Möglichkeiten, ordentlich nass zu werden – genau so, wie man es von einem gelungenen Rafting erwartet.

Am Ende unserer Fahrt befanden sich fast 20 cm (8 in) Wasser im Floß. Glücklicherweise war ich der Einzige, der Sandalen trug, sodass ich meine Füße die gesamte Fahrt über im Wasser lassen konnte. Alle anderen versuchten dagegen verzweifelt, ihre Schuhe trocken zu halten – allerdings mit wenig Erfolg.

Wer sich an einem heißen Sommertag in Missouri abkühlen möchte, ist bei Thunder River genau richtig. Trocken bleibt hier mit Sicherheit niemand.

Colossus and Tommy G. Robertson Railroad

Zu den ruhigeren Attraktionen von Six Flags St. Louis zählen das Riesenrad Colossus und die Tommy G. Robertson Railroad. Vom Colossus aus bieten sich hervorragende Ausblicke über den gesamten Park und seine hügelige Landschaft. 

Die Tommy G. Robertson Railroad umrundet den gesamten Park und bietet unterwegs immer wieder schöne Ausblicke auf zahlreiche Attraktionen. Dank der Bahnhöfe an beiden Enden des Parks eignet sie sich außerdem hervorragend, um die langen Fußwege zwischen den einzelnen Themenbereichen zu vermeiden.

Mr. Freeze Reverse Blast

Mitten auf einer Insel im Rafting Thunder River befindet sich Mr. Freeze Reverse Blast, eine der Hauptattraktionen von Six Flags St. Louis. Obwohl eine nahezu baugleiche Achterbahn auch in Six Flags Over Texas zu finden ist, wurde die Anlage in St. Louis als erste eröffnet.

Ursprünglich wurden die Züge vorwärts abgeschossen. In den ersten Betriebsjahren kamen außerdem Schulterbügel zum Einsatz, bevor alle Premier-Rides-Anlagen der Six-Flags-Kette im Jahr 2002 auf Schoßbügel umgerüstet wurden. Die größte Veränderung erfolgte jedoch 2012, als die Züge gedreht wurden und die Fahrgäste seitdem rückwärts abgeschossen werden – eine Modifikation, die das Fahrerlebnis grundlegend verändert hat.

Der Rückwärtsabschuss ist ein unglaubliches Erlebnis. Lediglich durch einen Schoßbügel gesichert, presst einen die enorme Beschleunigung mit voller Wucht in den Bügel, bevor der Zug den Inside Top Hat hinaufschießt. Für einen kurzen Moment hängt man kopfüber, ehe es wieder dem Boden entgegengeht. Mit hoher Geschwindigkeit durchfährt der Zug anschließend den riesigen Overbanked Turn, bevor er den senkrechten Spike erklimmt. Dort sorgt die Schwerelosigkeit mit Blick direkt in Richtung Boden für einen ganz besonderen Moment. Augenblicke später durchfährt der Zug das Layout in umgekehrter Richtung, bevor er langsam auf der Abschussstrecke zum Stehen kommt.

Mr. Freeze Reverse Blast ist eine fantastische Achterbahn. Die Fahrt ist extrem intensiv und steckt voller großartiger Momente. Der Inside Top Hat ist einfach beeindruckend, während der senkrechte Spike am Ende der Fahrt für ein unglaubliches Gefühl sorgt, wenn man direkt auf den Boden blickt. Für mich zählt Mr. Freeze Reverse Blast bis heute zu den intensivsten Achterbahnen, die ich je gefahren bin.

Log Flume

Vorbei am interaktiven Dark Ride Justice League: Battle for Metropolis und dem Scrambler Shazam führt unser Weg zurück in Richtung Parkeingang, wo bereits der klassische Log Flume auf uns wartet.

Die von Arrow gebaute Attraktion gehört zu den ersten Log Flumes überhaupt. Zwar fehlen ihr die aufwendige Thematisierung und die großen Abfahrten moderner Anlagen, dafür überzeugt sie mit einem ausgezeichneten Fahrfluss. Das überraschend schnelle Layout, zahlreiche spritzige Passagen und perfekt platzierte Splashdowns sorgen für eine rundum gelungene Fahrt, bei der die meisten Fahrgäste angenehm nass werden.

Der Log Flume ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass einfache Attraktionen auch heute noch jede Menge Spaß machen können. Manchmal braucht es eben keine riesige Abfahrt, um eine großartige Wasserattraktion zu schaffen.

American Thunder

Als Evel Knievel eröffnet, zählt American Thunder heute zu den beliebtesten Holzachterbahnen von Six Flags St. Louis. Die von Great Coasters International (GCI) gebaute Bahn mag zwar deutlich kleiner als The Boss sein, steckt aber dennoch voller Action.

Nach einer Rechtskurve aus der Station erklimmt der Zug zunächst den Lifthill, bevor er sich in die steile, verdrehte erste Abfahrt stürzt. Es folgt ein großer Turnaround mit einer markanten Senke, der direkt in eine Reihe bodennaher Camelbacks übergeht. Ein weiterer Turnaround wechselt die Fahrtrichtung, ehe der Zug mit zunehmender Geschwindigkeit über weitere airtimegefüllte Hügel und durch enge Kurven rast. Eine letzte Linkskurve führt schließlich in die Schlussbremse und beendet diese rasante Fahrt.

American Thunder ist für mich die spaßigste der drei Holzachterbahnen des Parks. Der Fahrfluss ist hervorragend, das Layout geht nahtlos von einem Element ins nächste über und die Bahn gehört zu den Achterbahnen, die man am liebsten immer wieder fahren möchte.

Bilder Six Flags St. Louis

Fazit Six Flags St. Louis

Six Flags St. Louis ist ein großartiger Freizeitpark, der deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Die wunderschöne Lage inmitten der hügeligen Landschaft Missouris, die abwechslungsreiche Achterbahnsammlung und die entspannte Atmosphäre machen den Park zu einem der am meisten unterschätzten Parks der Six-Flags-Kette. Zwar fehlen die spektakulären Rekordattraktionen einiger größerer Schwesterparks, dafür überzeugt Six Flags St. Louis mit einem außergewöhnlich ausgewogenen Gesamtpaket, das für nahezu jeden Achterbahnfan etwas bereithält.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, wie konstant hoch das Niveau der Attraktionen ist. Statt sich nur auf ein oder zwei große Highlights zu verlassen, bietet Six Flags St. Louis eine erstaunlich ausgewogene Auswahl an Fahrgeschäften, bei der nahezu jede größere Attraktion eine Fahrt wert ist. Am Ende des Tages hatte ich den Park deutlich mehr ins Herz geschlossen, als ich es vor meinem Besuch erwartet hätte.

Ich kann einen Besuch in Six Flags St. Louis daher uneingeschränkt empfehlen. Der Park mag weder der größte noch der bekannteste der Six-Flags-Kette sein, doch sein ganz eigener Charakter, die wunderschöne Lage und seine hervorragende Attraktionsauswahl machen ihn zu einem Geheimtipp der amerikanischen Freizeitparklandschaft.

 

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