Ein kurzes Treffen in Gurnee

Nach meinem Besuch auf der Manitowoc County Fair ging es direkt weiter zum Chicago O’Hare Airport. Dort holte ich meinen Freund Carl ab, den ich im Jahr zuvor eher zufällig im Disneyland in Anaheim kennengelernt hatte. Für die nächsten beiden Tage stand eigentlich gemeinsam Six Flags Great America auf dem Programm.

Übernachtet haben wir im Country Inn & Suites by Radisson in Gurnee, direkt gegenüber vom Park. Danach wollten wir noch zusammen nach Chicago fahren. Daraus wurde allerdings nichts, denn schon am zweiten Tag bekam Carl überraschend einen Anruf von Disney und musste bereits am nächsten Tag wieder zurück zur Arbeit nach Anaheim.

So blieb es am Ende bei einem gemeinsamen Parktag. Den ließen wir anschließend noch im Hayashi Japanese Restaurant ausklingen, wo es neben den typisch amerikanischen Sushi-Variationen auch überraschend gute japanische Küche gab. Besonders die Aal-Gerichte waren richtig lecker. Danach ging es zurück ins Hotel und damit endete unser deutlich kürzerer gemeinsamer Trip.

 

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Manitowoc County Fair

Manitowoc County Fair

Manchmal ergeben sich die besten Zwischenstopps völlig ungeplant. Auf dem Weg von Green Bay in Richtung Chicago tauchte plötzlich links neben dem Highway eine Kirmes auf, die mich mit ihrem weithin sichtbaren Zipper sofort in ihren Bann zog. Also direkt die nächste Ausfahrt genommen und kurze Zeit später stand ich auf der Manitowoc County Fair.

Die klassische amerikanische County Fair fand 2024 vom 21. bis 25. August statt. Für gerade einmal 10 Dollar waren neben dem Eintritt und Parken auch sämtliche Fahrgeschäfte auf dem von Rainbow Valley Amusements betriebenen Midway inklusive.

Neben den Fahrgeschäften gab es natürlich Tiere, Ausstellungen, Spielbuden und jede Menge zu essen. Besonders positiv sind mir dabei die Stände der öffentlichen Einrichtungen in Erinnerung geblieben. Hier konnte man erstaunlich günstig und obendrein wirklich gut essen – zu Preisen, wie ich sie in den USA bislang nur selten erlebt habe. Bei den Schaustellern musste man für vergleichbare Angebote dagegen teilweise ein Vielfaches bezahlen.

Midway

Auch der Midway konnte sich für eine County Fair durchaus sehen lassen. Mit Zipper, Pharaoh’s Fury, Freak Out, Rock Star, dem Kettenflieger Vertigo und dem Remix standen hier gleich einige größere Fahrgeschäfte. Hinzu kamen Cliff Hanger, Zero Gravity, ein Rockin’ Tug und das klassische Eli Bridge Riesenrad.

Da die Warteschlangen teilweise recht lang waren, beschränkte ich mich auf einige wenige Fahrten. Eine davon war der Rock Star von ARM Rides. Die Fahrt erinnert sehr an einen klassischen HUSS Rainbow und bietet tolle Lateralkräfte und allerlei Airtime. Gesichert wird man hier allerdings durch einen einfachen Schulterbügel.

Eine Runde auf dem Freak Out durfte ebenfalls nicht fehlen, bevor es schließlich zur einzigen Achterbahn der Fair ging. Der Orient Express von Wisdom Rides ist eine kleine transportable Kinderachterbahn, bei der es Runde für Runde über das kompakte Oval geht. Ganz sanft ist die Fahrt dabei zwar nicht, aber was tut man nicht alles für einen weiteren Count.

Bilder Manitowoc County Fair

Fazit Manitowoc County Fair

Die Manitowoc County Fair war ein wirklich schöner Zufallsfund. Die Atmosphäre auf dem Gelände war toll, das Fahrgeschäftsangebot konnte sich sehen lassen und auch die Preise waren mehr als fair. Insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung und definitiv ein Zwischenstopp, der sich gelohnt hat.

 

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Eine Holzachterbahn für 1,50 Dollar

Bay Beach Amusement Park

Die Geschichte des Bay Beach Amusement Park reicht bis ins Jahr 1892 zurück. Damals kaufte Mitchell Nejedlo ein Stück Land an der Bucht von Green Bay, richtete den Strand her und eröffnete dort einen kleinen privaten Vergnügungspark. Bereits wenige Jahre später wurden Besucher mit Ausflugsdampfern zum Park gebracht, ehe eine Straßenbahnverbindung die Anreise weiter vereinfachte.

In den folgenden Jahren wurde Bay Beach immer weiter ausgebaut. 1909 entstand der große Pavilion mit Tanzsaal, Restaurant und Rollschuhbahn, der bis heute erhalten ist. 1911 wechselte der inzwischen deutlich gewachsene Park den Besitzer. Eine entscheidende Veränderung folgte 1920, als Fred Rahr und Frank Murphy das Gelände samt Attraktionen der Stadt Green Bay übergaben. Seitdem befindet sich Bay Beach in städtischer Hand.

Damit ist Bay Beach heute einer der wenigen noch kommunal betriebenen Freizeitparks der USA und zählt zugleich zu den ältesten Freizeitparks des Landes.

Fahrgeschäfte

Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte schauen wir uns den Park nun etwas genauer an. Im vorderen Bereich von Bay Beach findet man neben zahlreichen Kinderfahrgeschäften vor allem einige typisch amerikanische Klassiker. So drehen hier ein Tilt-a-Whirl und ein Scrambler ihre Runden, während man im Yo-Yo gemütlich durch die Luft schwingt.

Deutlich wilder geht es beim Scat zur Sache, einem Fahrgeschäft, das man heutzutage gar nicht mehr so häufig antrifft. Die Stehkäfige erinnern zunächst an einen klassischen Round-Up, doch hier dreht man sich gleich um mehrere Achsen. Durch die besondere Ausführung des Kragarms kommt noch eine weitere Bewegungsebene hinzu, sodass es in einer ständigen Wellenbewegung wild im Kreis geht. Eine ziemlich abgefahrene Fahrt.

Rund um den historischen Pavilion finden sich einige weitere Attraktionen. Hier stehen eine überraschend steil verlaufende Teppichrutsche, ein großes Riesenrad und mit dem NebulaZ von Zamperla auch eine der moderneren Anlagen des Parks.

In diesem Bereich befindet sich außerdem die Station der Parkeisenbahn. Von hier aus geht es auf eine gemütliche Runde einmal komplett um Zippin Pippin herum, wodurch man die Holzachterbahn aus einigen interessanten Perspektiven betrachten kann.

Weiter hinten im Park wartet zudem eine wunderschön angelegte Schiffschaukel, ehe wir schließlich bei der eigentlichen Hauptattraktion von Bay Beach ankommen.

Zippin Pippin

Zippin Pippin ist trotz ihrer historischen Wurzeln eine noch recht junge Holzachterbahn. Die heutige Anlage wurde von The Gravity Group entworfen und 2011 im Bay Beach Amusement Park eröffnet.

Ihr Vorbild ist jedoch deutlich älter. Die ursprüngliche Pippin eröffnete bereits 1923 in Memphis und wurde später Teil des Freizeitparks Libertyland, wo sie schließlich unter dem Namen Zippin Pippin bekannt wurde. Eine gewisse Berühmtheit erlangte die Achterbahn auch dadurch, dass sie als Lieblingsachterbahn von Elvis Presley galt. Mit der Schließung von Libertyland im Jahr 2005 endete schließlich auch der Betrieb der Bahn.

Die Stadt Green Bay sicherte sich später die Namens- und Designrechte und ließ Zippin Pippin für Bay Beach neu errichten. Es handelt sich also nicht um die versetzte Originalbahn aus Memphis, sondern um einen Neubau nach deren historischem Vorbild.

Und der hat es durchaus in sich. Nach dem Lifthill geht es zunächst durch eine Wendekurve, von der man einen tollen Blick auf den See hat. Lange hält man sich hier oben allerdings nicht auf, denn schon kurz darauf folgt der große First Drop und eine weitere Wendekurve oberhalb der Station.

Danach geht es über eine ganze Reihe von Camelbacks immer wieder auf und ab, wobei man regelmäßig schön aus dem Sitz gehoben wird. Eine weitere Wendekurve leitet schließlich das Finale ein, in dem noch einmal einige Hügel auf einen warten.

Zippin Pippin hat mir richtig gut gefallen. Die Bahn ist zwar nicht besonders groß, holt aus ihrem kompakten Layout mit den zahlreichen Hügeln und Tälern aber erstaunlich viel heraus. Vor allem die Camelbacks mit ihrer schönen Airtime machen richtig Laune. Eine wirklich schöne Holzachterbahn.

Bilder Bay Beach Amusement Park

Fazit Bay Beach Amusement Park

Bay Beach ist ein netter Park für ein bis zwei Stunden. Neben den vielen klassischen Fahrgeschäften gibt es mit Scat auch etwas Ungewöhnlicheres zu entdecken, während Zippin Pippin natürlich den Höhepunkt des Besuchs bildet.

Bemerkenswert sind zudem die niedrigen Fahrpreise. Eine Runde auf Zippin Pippin kostet gerade einmal sechs Tickets à 25 Cent und damit lediglich 1,50 Dollar.

Gerade so gefällt mir das Ende besser. Wir sagen nur einmal, dass Zippin Pippin der Höhepunkt ist, verzichten auf ein zweites „lohnt den Abstecher nach Green Bay“ und lassen den günstigen Preis als letzte kleine Besonderheit des Parks stehen.

 

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