Von wirklich kleinen Achterbahnen in Steinau

Erlebnispark Steinau

Oberhalb der Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße befindet sich der kleine, aber feine Erlebnispark Steinau. Der Park versprüht einen bäuerlichen Charme und besteht zu einem Großteil aus Grillhütten, großzügig ausgelegten Spielplätzen, einigen Tiergehegen, in denen viele heimische Nutztierrassen zu finden sind, und einigen Fahrgeschäften, die meisten natürlich von Heege.

Erlis Seifenkiste

Der Park stand in diesem Jahr vermehrt in den Medien, da er sich eine kleine Achterbahn des Herstellers Gerstlauer in den Park gestellt hat und somit jeden Counter gehörig eine ausgewischt hat, denn bei besten Willen wird man hier als Erwachsene Person wohl kaum hineinpassen. Für die Zielgruppe des Parks ist Erlis Seifenkiste natürlich eine sinnvolle Ergänzung, für alle anderen eine nett mit Europaletten gestaltete Anlage für die Kleinsten.

Sommerrodelbahn

Nebenan befindet sich mit der Sommerrodelbahn die Hauptattraktion des Parks die sich geschickt durch die anderen Fahrgeschäfte ihren Weg nach unten bahnt und theoretisch könnte es auch eine richtig gute Anlage sein, wären dort nicht allein fahrende Kinder, die meinen sich konsequent am aufrecht gerichteten Hebel festklammern zu müssen, statt ihn wenigsten ein bisschen nach unten zu drücken. Folglich hat man dank der niedrigen bis gar nicht vorhandenen Geschwindigkeit Angst durch die Querneigung der Bobs einfach so umzufallen. Deutlich flotter ging es dann den Berg wieder hinauf, wo eine zweite Fahrt leider reine Zeitverschwendung gewesen wäre.

Butterfly und Kometenschaukel

Glücklicher Weise gibt es aber einige interaktive Spielmöglichkeiten und den gesamten Heege Produktkatalog am oberen Ende des Parks. Zu den leider nur mit mehreren Personen bedienbaren Fahrgeschäften zählt hier im Park groteskerweise auch der Butterfly, den man normalerweise gekonnt auch alleine bedienen kann, so dass ich eine, glücklicher Weise in der Nähe befundene, Familie fragen musste ob sie nicht auf den Knopf drücken könnten. Das Fahrgefühl ist bewährt, bei weiten aber nicht so aufregend und genial wie die stark ausgeprägte Airtime der Kometenschaukel des Parks, die in der Summe während einer einzigen Fahrt einen gesamten Tag im Europa Park widerspiegelt.

Wegebahn

Mit der äußerst professionellen und informativen Wegebahn, deren Ansage von der Qualität locker mit größeren Parks mithalten kann, nur das hier halt Highlights wie der Nautic Jet genannt werden, kann man den unteren Teil des Parks prima erkunden ohne den Berg wieder erklimmen zu müssen und erfährt zudem vieles über die Besonderheiten des mittlerweile schon 20 Jahre alten Parks.

Was man den Park wirklich zugute halten muss ist, dass er stellenweise sehr kreativ unterwegs ist, wo sich so mancher anderer Park gerne eine Scheibe von abschneiden sollte, denn beispielsweise ein Wasserspielplatz wo man Wasserinstallateur spielen darf und Rohre nur so darauf warten verlegt zu werden findet man selten. Aber auch nett gestaltete und größere Fahrgeschäfte kann der Park aufweisen, so findet man eine Radlerbahn, eine Berg- und Talbahn und einen Wellenflug von Zierer, welche sich allesamt ordentlich fahren.

Bilder Erlebnispark Steinau

Fazit Erlebnispark Steinau

Der Erlebnispark Steinau hat mich positiv überrascht, ähnelt er doch sehr der Tolkschau in Schleswig-Holstein, nur ohne Dinos und ein wenig professioneller, wenngleich auch etwas kleiner. Hier kann man einige Zeit verbringen ohne sich zu langweilen und sollte man etwas zum Grillen dabei haben noch deutlich länger. Zumindest ist Osthessens größter Freizeitpark, trotz des seltsam anmutenden Titels, definitiv ein Besuch wert.

 

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Alpines Coastern auf der Wasserkuppe

Ski- und Rodelarena Wasserkuppe

Die Ski- und Rodelarena auf der Wasserkuppe bei Gersfeld ist im Besitz der Familie Wiegand und bietet neben dem Prototypen der Alpine-Coaster, zwei Sommerrodelbahnen, einen Hochseilgarten und der Transportbahn Wie-Li noch eine weitere Variante des Wie-Hex, bei der die Strecke jedoch nicht liegend wie in der Erlebniswelt Seilbahnen Thale absolviert wird, sondern eher einem kleinen Suspended Coaster ähnelt.

Hexenbesen

Die Fahrt auf dem Hexenbesen beginnt, nachdem man die 2€ für die Fahrt eingeworfen hat oder seine Karte gescannt hat, mit einem kleinen Predrop in den Lifthill. Es folgen die ersten Kurven bei denen man ein wenig ausschwingt bevor es ein weiteres Mal einen Lifthügel hinauf geht, dabei wippt die Gondel ein wenig seltsam auf und ab. Nachdem zwei weitere Kurven absolviert wurden ist der dritte Lifthügel erreicht, bevor es in einer kleinen Kurvenkombination gegen Ende der Fahrt geht.

Rhönbob

Nachdem das Pflichtprogramm erledigt wurde folgt das Highlight der der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe, welches man bestenfalls als Lightwater Valleys The Ultimate unter den Alpine-Coaster beschreiben kann: Der Rhönbob. Obgleich ihres Alters und dem Status des Prototypen liegt dieses aber auch an ab und zu auf die Schiene fallenden Bäumen, so dass sich ein konsequentes Rappeln entwickeln konnte und eine Wildheit die man auf neumodischen Alpine Coastern vergeblich sucht. Die Strecke wird trotz ihrer Länge von knapp einem Kilometer recht schnell durchfahren, was selbst durch das interessante Bremssystem der Bobs nicht so schnell vermindert werden kann. Spätestens ab der Unterquerung des Wie-Lis folgt der wilde Teil der Fahrt und somit eine enge Kurve nach der anderen bis es aus dem Wald und in die Jumps geht. Kurz vor Ende der Fahrt wartet dann ein kleiner Jump, gefolgt von einem großen Jump und einer engen Rechtskurve darauf mit irrsinniger Geschwindigkeit abgebrettert zu werden um den ahnungslosen Passagier mit einem breiten Grinsen in Richtung des Lifts zu entlassen.

Der Rhönbob der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe überraschte mich sehr, woraufhin ich sofort eine zweite Fahrt absolvieren musste um mich zu vergewissern was ich eben erlebt hatte. Er ist definitiv einer der besseren und wilderen Anlagen und sollte trotz seiner teilweise ungewohnten und recht brachialen Fahrweise unbedingt gefahren werden.

 

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Dämonenhafte Flüge durch die Lüneburger Heide

Flug der Dämonen

Vorwort

Als der Heide Park beschloss seine zweite Wildwasserbahn, welche immer öfter an diversen Ausfällen litt, zu Gunsten einer großen Neuheit zwei Jahre später zu schließen war der Aufschrei regelmäßiger Parkgänger groß, denn das sinnlose Herumgedümpel auf dem höheren Niveau der Anlage galt vielen als thematisches Highlight im Park. Einzig und allein die finale Schussfahrt und die gegebenenfalls auf das Boot treffende Welle gegen Ende der Fahrt, sowie die Bergarbeiter und sächsischen Skatspieler wird man vermissen. Durch den Wegfall der Wildwasser II jedoch entstand ein ungünstiges Szenario für die Attraktionen, welche sich auf dem Berg befanden, denn ein Grund diesen überhaupt zu erklimmen war nicht mehr, oder besser gesagt kaum noch, gegeben. Diesen Umstand hat man nun durch den Flug der Dämonen kompensiert und durch die Benutzung des unteren Eingangs der ehemaligen Wasserbahn soweit verbessert, so dass man nicht mehr den Berg komplett erklimmen muss nur um diesen wieder komplett hinabzusteigen.  Durch die Nutzung der alten Warteschlange gelang es zugleich auch die erste wirkliche Warteschlange nach englischen Vorbild im Heide Park zu etablieren, denn wie auch bei den Freizeitparks der gleichen Gruppe auf der Insel dauert es schon eine Weile bis man diese hinter sich gelassen hat und sich zwischen den Seiten der Achterbahn entscheiden muss.

Diese Wahl ist tendenziell nicht leicht, erübrigt sich jedoch sobald man beide Seiten getestet hat. Die großräumige, glücklicher Weise überdachten, Station bietet Platz für recht viele Personen, wird jedoch nur  von abgezählten Gruppen betreten, wodurch dementsprechend eine freie Platzwahl kaum gegeben ist. Hier findet man dann auch die erste interessante Neuheit der Anlage, denn die Gepäckablage ist durchaus gut gelöst und funktioniert bei dieser Achterbahnart besser als jede andere Art der Unterbringung.

Die Fahrt

Der Flug der Dämonen beginnt mit einer leichten Rechtskurve, woraufhin der steilgeratene Lifthill zügig absolviert wird. Es folgt nun die für diese Achterbahnart mittlerweile erprobte Art und Weise das Gefälle einzuläuten, woraufhin man sich kopfüber in den Abgrund stürzt. Dabei wird man stellenweise sehr interessant beschleunigt, wodurch ein mitreißendes Fahrgefühl entsteht. Folglich wird im Tal recht stark in den Sitz gepresst nur um dann von dem, westenartigen und recht strammen, Bügelsystem von jeglichem Genuss negativer Kräfte auf den nachfolgenden Hügel gehindert zu werden. Nach einer Unterquerung des, sinnvoll angelegten, Shops am Ausgang der Bahn vollzieht man ein Element, welches schon bei der Krake angewendet wurde, sich hier aber interessanter durchfährt, obwohl die Fahrposition, zumindest an den äußeren Plätzen der Züge der Krake, ähnlich ist. Ein erneut kraftvolles Tal später steht man mit revolutionären Gedanken zumindest Kopf, denn die, eventuell vom Eurostar bekannte, Rolle schlug hier zu. Etwas gemächlicher vollzieht der Wagen nun eine Wende an der Station der Bobbahn entlang um den Fahrgastträger erneut gen Abgrund zu schicken. Mit wieder höherer Geschwindigkeit nähert man sich den nächsten Inversionen der Anlage, die optisch einer schräg gestellten Bretzel ähneln. Hier wird man relativ zügig um die eigene Achse gedreht um dann in einer ruppigeren Steilkurve sich den Weg erneut nach oben zu kämpfen um erneut den Heide Park kopfüber zu erkunden. Nach einem weiteren Tal vollzieht der Zug eine fast schon zu steil angelegte bayernkurvenähnliche Kurve um dann in die Bremsen überzugehen, wo man nun auch mal gern etwas länger den Blick auf die Station und dem Gyrodrop Scream genießen darf.

Fazit Flug der Dämonen

Im Gegensatz zu The Swarm ist der Flug der Dämonen eine Achterbahn die man auf beiden Seiten fahren kann ohne sich über zu große Qualitätsunterschiede der Fahrt Sorgen zu machen, auch wenn meiner Meinung nach die rechte Seite des Zuges besser ist. Ebenfalls wird man hier in den nächsten Jahren keine Rückwärtsfahrt brauchen um die Fahrt aufregender zu gestalten, denn der Flug der Dämonen ist eine äußerst solide und gute Stahlachterbahn. Natürlich bekommt man von den ganzen angepriesenen Close Calls mal wieder nichts mit, was aber niemanden wirklich verwundern sollte, denn auch im Thorpe Park geschah dieses erst durch den Einbau der Werbetafel, was die Fahrt tatsächlich aufwertete. Diesen Hintergrund zu trotz braucht all das die neue Achterbahn der Lüneburger Heide nicht wirklich, denn die Fahrt überzeugte auf ganzer Linie und brachte mich, ähnlich The Swarm Backwards, zum Lachen.

Bilder Heide Park 2008 – 2014

 


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