Juwelenjagd im Djurs Sommerland

Djurs Sommerland

Das Djurs Sommerland auf der Halbinsel Djursland stand seit einigen Jahren auf meiner Agenda. In dieser Zeit entwickelte sich der Park als eine Art Running Gag zwischen Hauke und mir, da ein Besuch, meist anhand der, doch recht ordentlichen, Entfernung verschoben wurde. Da wir innerhalb der letzten Monate kaum die Chance hatten uns zu treffen, beschlossen wir uns den Weg endlich auf uns zu nehmen.

Am Park angekommen mussten wir leider feststellen, dass das Wetter sich leider nicht von seiner vorausgesagten Seite zeigt und uns einige Stunden mit den nassen Element von oben herab bereichern wird. Aus diesem Grund konnten die beiden Hauptattraktionen im Djurs Sommerland nicht gleich zu Beginn an laufen, wodurch es trotz des leeren Parks zu einer Warteschlange bei Skatteøen kam.

Skatteøen

Die Achterbahn auf der Schatzinsel verbindet die beiden Hauptbestandteile des bekannten Wasserachterbahnlayouts aus dem Europa Park zusammen, bügelt jegliche Unebenheiten halbwegs aus und wirkt dabei deutlich imposanter, wenn auch schlanker. Die allgemeine Gestaltung ist zudem durchaus gelungen.

Die Fahrt beginnt, nach einer kleinen Ansprache durch den skelettierten Kapitän führt die Fahrt vorbei an einem Kraken in Richtung Lifthügel. Oben angekommen folgt ein kleines Gefälle, woran sich nach der ersten Blockbremse, Poseidons berühmt berüchtigte Steilkurve anschließt, jedoch kann man hier die Arme bedenkenlos nach oben halten. Nach dem passieren einer weiteren Blockbremse folgt das große Gefälle, worauf ein kleiner Hügel die erste und einzige Schussfahrt ins kühle Nass der Anlage einleitet.

Skatteøen ist dabei nicht sonderlich nass, aber glücklicher Weise auch nicht wirklich trocken. Das Fahrgefühl auf der Strecke ist im Vergleich zum älteren Exemplar in Rust deutlich besser, wenn auch durch die Art des Schienensystems und der zugehörigen Wagen keineswegs aalglatt.

Sablen

Auf dem gleichen Areal befinden sich noch ein Zierer Kontiki, eine Kinderwildwasserbahn, sowie ein ABC Rides Türmchen mit Kippfunktion namens Sablen. Dieser Säbel bietet eine recht interessante und gewohnt befriedigende Fahrt, denn wie auch seine wirklich frei fallenden, und nicht kippende, Brüder aus den Dungeons, sind die Kräfte in einem schönen Maß ausgeprägt. Das Kippen wirkt ein wenig seltsam und zugegebenermaßen nur von außen interessant.

Piraten

Unglücklicher Weise bildet die Vorzeigeattraktion des Piratenbereiches Piraten eine geschlossene Einheit für sich, da sie nur über einen eigenen Weg erreichbar ist. Seit ihrer Eröffnung war Piraten der Grund für Freizeitparkenthusiasten um den Weg nach Djurs Sommerland einzuschlagen und das nicht ohne Grund, denn diese von außen doch recht putzig wirkende Achterbahn hat es faustdick hinter den Ohren.

Sobald man in den viergliedrigen Zug platzgenommen hat geht die Fahrt via Kabellift rasant aufwärts um kurz darauf in einer kraftvollen bodennahen Kurve zu münden. Es folgt ein recht ereignisloser, wenn auch recht steiler, Umschwung. Auf dem nachfolgenden Airtimehügel wird man mittels negativer Kräfte in einer schönen floating Airtime aus dem Sitz gehoben, welche so auf den nächsten Streckenmetern nicht mehr geboten wird. Nun geht es ein wenig wilder daher und die kommenden drei Umschwünge werden in einer brachialen Art und Weise durchfahren, wie man sie so oft nicht findet. Die hier auftretende Airtime ist ejecting Airtime vom aller feinsten und toppt selbst Walibi Hollands Goliath in ihrer Ausgeprägtheit, was unter anderem durch die vergleichsweise geringen Höhenmetern dieser Umschwünge hervorgelockt wird. Es folgt eine Kurve, woraufhin zwei geradlinige Hügel einem in den Bügel katapultieren. Kurz darauf neigt sich die rasante Fahrt ihrem Ende entgegen.

Piraten ist ohne Zweifel eine grandiose Anlage, wenn auch eher für Fans der ejecting Airtime zu empfehlen. Die Fahrt ist wild, kraftvoll und schnell und schlichtweg grandios.

Karlos Taxi

Gänzlich familiengerechter, zumindest für Familien mit kleinen Kindern, geht es im Lilleputland daher, wo sich neben verschiedenen Kinderkarussellen mit Karlos Taxi eine weitere Achterbahn befindet. Hierbei handelt es sich um einen, vergleichsweise wilden, Wurm aus dem Hause Visa SBF, bei den sogar Beinfreiheit geboten wurde. Der dortige Operator hat auf die Frage wo man denn sitzen wolle die Sitzbänke sogar von den angesammelten Regentropfen befreit.

Ørnen und Colorado River

Vorbei an einigen Restaurants und unzähligen Trampolinen führt der Weg in ein eher abseits gelegenes Gebiet, wo sich das Hochfahrgeschäft Ørnen befindet, sowie die Wildwasserbahn Colorado River. Wo ersteres ein sehr schönes Exemplar eines Topple Towers ist, bei dem die Fahrt im Vergleich zu den Prototypen aus dem belgischen Park Bellewaerde ein wenig aufregender, obgleich nicht minder spannend, daherkommt, so ist die zweite Anlage durchaus eine Fahrt wert.

Die Wildwasserbahn aus dem Hause Interlink kann drei Schussfahrten unterschiedlicher Größe vorweisen. Während die erste Abfahrt einem nur mit ein paar wenigen Wassertropfen Bekanntschaft machen lässt, so ist die zweite Abfahrt durchaus als sehr nass zu bezeichnen. Obwohl diese die kleinste Schussfahrt ist, so sollte man sich spätestens bei dem, quasi nicht vorhandenen, Auslaufbereich eben jenes Gefälles Gedanken machen. Durchnässt geht es dann den dritten Lift hinauf, woraufhin man im Auslaufbereich des finalen Gefälles auch nass wird, jedoch nicht in den Mengen der wohl fiesesten kleinen Schussfahrt einer Wildwasserbahn schlechthin.

Rio Grande Rafting

Folgt man dem Rundlauf gelangt man in den Wilden Westen, wo das Rio Grande Rafting auf einem wartet. Diese Interlink Raftinganlage ist nicht nur von außen schön gestaltet, sondern kann auch im nicht einsehbaren Streckenlayout überzeugen. Sobald man die Station erreicht hat fällt einem die seltsame Transportvorrichtung auf, denn anstatt schwimmend durchqueren die Boote die Rundstation auf Rollen. Die darauffolgende Fahrt kann einige Eigenheiten vorweisen und dient den Passagieren, im Vergleich zu den meisten europäischen Raftinganlagen, nicht dazu trockener auszusteigen als man eingestiegen ist.

Wild West Karrusellen

Neben zweier Autoskooter und eine elektronischen Pferdereitbahn komplementiert das Wild West Karrusellen diesen Themenbereich. Dieses unscheinbare Kettenkarussell aus dem Hause Zierer kann sich durch zweierlei Dinge von fast allen anderen Wellenfliegern des Herstellers hervorheben, denn dieser Wellenflug ist ziemlich schnell und das Fahrprogramm grandios. Nur leider fährt man bei diesem Exemplar nicht durch eiskalte Wasserfontänen hindurch, wie es im englischen Chessington World of Adventures der Fall ist, denn die Rückwärtsfahrt wäre somit legendär. Aber auch ohne diesen Wunsch ist das Kettenkarussell durch seine Vor- und Rückwärtsfahrt überraschend gut und lud zu einer Wiederholungsfahrt ein.

Jungle Safari

Der wohl typischste Themenbereich eines dänischen Freizeitparks fällt im Djurs Sommerland leider nicht so absurd rassistisch aus, wie es beispielsweise im Sommerland Syd der Fall war, denn das Afrikaland bedient hier so gut wie kein Klischee aus längst vergangener Zeit. Neben zwei Rundfahrgeschäften kann man hier die Themenfahrt Jungle Safari einen Besuch abstatten. In zwei gekoppelten bananenförmigen Booten geht es entlang an vielen originell gestalteten Szenen, in denen Affen die Hauptrolle spielen. Auch wenn die Animatroniks älteren Baujahrs sind, so sind sie doch interessant anzusehen, wie beispielsweise der riesige King Kong gegen Ende der Fahrt.

Vandland

Das Vandland, der große Wasserpark im Djurs Sommerland, sollte keinesfalls links liegen gelassen werden, denn einerseits komplementiert dieser einen Besuch in einem Sommerland, andererseits sind die Rutschen hier wirklich gut. Sobald man sich mit der eher freizügigeren dänischen Kultur abgefunden hat, denn hier bestehen glücklicher Weise keine Umkleidekabinen, kann der Spaß auch schon losgehen.

Sobald man die Umkleide verlassen hat steht man vor einer großen Spielstruktur mit Eimer. Links von dieser geht es zu der imposanten Polin Rutsche The Wave, bei der man in einem Doppelreifen mit einer ordentlichen Geschwindigkeit gut von einer Seite zur anderen pendelt, dem kleinen Wellenbad Honolulu Bay, sowie der unscheinbaren Rutsche Waikiki Surf School, bei der man doch recht schnell die Kontrolle verliert. Auf der rechten Seite findet sich ein Rutschenturm wieder, bei der vor allem die Röhrenrutschen empfehlenswert sind, sowie die Reifenrutschen Black Hole und Wild River, die sich beide ein künstliches Bergmassiv hinunter schlängeln. Hierbei ist die Black Hole jedoch als schwächste Rutsche hängen geblieben, wogegen der Wild River seinem Namen wirklich treu ist. Die Schräglagen die man hier erreicht und die Wellenfronten in denen man hineinbrettert machen wirklich Spaß und garantieren die eine oder andere Wiederholungsfahrt.

Thor’s Hammer

Die Achterbahn Thor’s Hammer war die erste größere Achterbahn im Djurs Sommerland und bietet neben einer sehr schönen Gestaltung auch ein sehr spaßiges Layout, welches vielen aus dem Erlebnispark Tripsdrill bekannt sein dürfte. Obwohl das kultige Wetten Dass…? Schild hier fehlt, so wirkt die Anlage im Allgemeinen besser und dient mir als weiteren Grund so schnell nicht zur Altweibermühle fahren zu müssen.

Die Fahrt beginnt mit einer Abwärtskurve, woraufhin eine Auswärtshelix absolviert wird. Hierauf schließen sich vier kraftvolle Haarnadelkurven an, welche sich wunderbar dafür eignen seinen Nachbar ein wenig zu foltern, bevor es dann in eine Helixkombination geht. Die anschließenden Camelbacks werden zügig durchfahren und können einen ein wenig aus dem Wagen heben, ehe es in eine letzte Helixkombination geht, woraufhin sich das Ende der Fahrt anbahnt.

Solguden

Im Mexicoland befindet sich seit der letzten Saison der Zierer Flying Fish Solguden, bei der man seinen Wagen nach einem Lied nach oben oder unten bewegen soll da sich der Sonnengott sonst an den Passagieren rächt. Obwohl es den ganzen Tag geregnet hat war an eine Befolgung dieses Liedes kaum zu denken, so dass jeder Wasserstrahl mitgenommen wurde. Wer glaubt den dänischen Song kann man dabei kaum folgen der irrt, die zu befolgenden Richtungen kann man gut erahnen. Der Soundtrack der Anlage ist dabei wirklich gelungen und kann im ganzen Bereich gehört werden.

Juvelen

Die Achterbahn Juvelen ist die diesjährige Neuheit des Djurs Sommerland und zugleich die einzige Achterbahn Europas bei der man zwei Mal potentielle Energie durch einen Abschuss zugeführt bekommt. Der interessante Aspekt daran ist jedoch das eine Bremsung davor nicht stattfindet und somit der Fahrtfluss nicht unnötig unterbrochen wird.

Nachdem man auf seinem Quad Platz genommen hat führt die Strecke in einen Preshow Raum, bei der man sich allerlei Gedanken machen kann. Gute Anregungen dafür bietet die Show an sich, die man ohne Dänisch Kenntnisse natürlich nicht versteht und somit vielerlei Raum zur Interpretation hat. Andererseits kann man sich auch Gedanken machen ob so ein Reibradabschuss überhaupt überzeugen kann, hierbei habe ich spontan an Alton Towers Th13teen denken müssen und dessen Reibradsprint zurück in die Station.

Wo der Abschuss anfangs noch ein wenig braucht um auf den Wagen zu beschleunigen, so ist er gerade gegen Ende der Abschussstrecke sehr kraftvoll, was unter anderen durch nur quasi fehlende Rückenlehne noch verstärkt wird. Es folgen eine bodennahe Rechtskurve und ein Hügel, bei dem man nur sanft abhebt, woraufhin das kraftvolle Spektakel beginnt. In Form einer Bayernkurve vollzieht der Zug die erste Linkskurve, wobei der Radius auch immer kleiner wird. Eine bodennahe Rechtskurve um einen Steinbogen schließt sich an, woraufhin die Richtung rasant gewechselt wird und eine halbe Aufwärtshelix absolviert wird. Wieder auf Bodenniveau schließt sich der zweite Abschuss an und dieser zieht wahnsinnig stark an, nun ist die Geschwindigkeit auf ihrem höchsten Level und eine bodennahe Linkskurve wird nun wirklich rasant durchfahren. Ein weiterer Richtungswechsel folgt und wird durch eine Felsstruktur mit Wasserfall betont. Kurz darauf wechselt man die Richtung erneut und vollführt eine weitere bayernkurvenähnliche Kurve, woraufhin ein hoher Umschwung stattfindet. Die darauffolgende Kurve mündet in einem höheren Hügel, welcher eine bodennahe Wende zur Folge hat. Nun folgen zwei ungewöhnlich kurvenlose Hügel, wobei letzterer die zweithöchste Erhebung der Anlage darstellt. Eine weitere Kurvenkombination bildet das Ende der Fahrt.

Das was man in den letzten 90 Sekunden erlebt hat lässt sich kaum in Worte fassen, speziell nicht bei Regen, denn diese Anlage ist als Familienachterbahn wirklich verdammt knackig. Während der erste Abschuss noch halbwegs normal erscheint, so ist gerade der zweite eine Hausnummer, an denen sich andere Achterbahnen schleunigst messen sollten. Die ausgeprägten Kräften in den Kurven, die Länge der Anlage, und die hohe Geschwindigkeit machen Juvelen zu einer Achterbahn die man nicht missen sollte. Das Prädikat Familienachterbahn ist zumindest maßlos untertrieben, nur die Höhenbeschränkung der Fahrgäste kann daran erinnern. Das Juwel des Parks ist definitiv die beste Anlage vor Ort, sowie der beste Launched Coaster des Kontinents und meiner Meinung nach die beste Achterbahn Kontinental Europas, immerhin steht die beste Anlage nach wie vor in England.

Bilder Djurs Sommerland

Fazit Djurs Sommerland

Das Djurs Sommerland ist ein Park der wirklich überrascht hat. Bei kaum einen anderen Vergnügungspark stimmt das Angebot so sehr wie hier, was vor allem an den ganzen Spielmöglichkeiten zwischen den einzelnen Fahrgeschäften liegt. Hier hat man wirklich an jeder Ecke irgendetwas zu entdecken, wie beispielsweise das recht gut versteckte Tarzanland. Die Achterbahnen sind allesamt auf einem recht guten Level und die Fahrgeschäfte, wenngleich auch Standardware, irgendwie besonders. Durch das großartige Angebot wird selbst ein Tag mit wirklich schlechten Wetter zu einem der besten Ideen die man an diesem Tag hätte machen können.

 

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Ungewöhnliche Perspektiven in einem seltsamen Park

Flamingo Land

Der Tier- und Freizeitpark Flamingo Land im englischen Yorkshire ist einer der interessantesten Freizeitparks im Vereinigten Königreich. Er ist durch seine Hauptattraktionen, darunter vor allem der Suspended Looping Coaster Kumali, seit langer Zeit auf der Must-Do Liste vieler Freizeitparkenthusiasten, aber ist der Freizeitpark denn auch der interessante Teil des Parks?

Tatsächlich ist das Flamingo Land ein sehr seltsamer Park mit einer wirklich bizarren Ausstrahlung. Seine Attraktionswahl in der Vergangenheit war dabei stets interessant, denn unter anderem standen hier Fahrgeschäfte wie der berüchtigte Flight Trainer von Intamin, eine Waikiki Wave von Vekoma oder der transportable Shuttle Loop der Firma Schwarzkopf. Seither haben zwar die Fahrgeschäfte stets gewechselt, die Ausstrahlung des Flamingo Lands blieb aber stets erhalten.

Dino Stone Park

Nun scheint man jedoch erkannt zu haben, dass dieser Weg nicht immer der Beste war, weswegen man nun begonnen hat seine Themenbereiche auszubauen und kompakter zu gestalten. Der neu errichtete Dino Stone Park, der zum Zeitpunkt des Besuchs noch im Bau war, ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Hier befinden sich gleich zwei der drei diesjährigen Neuheiten, wovon die Magic Bikes von Zamperla auch bereits geöffnet haben. Der Junior Twister Coaster, desselben Herstellers war zum Zeitpunkt des Besuches noch nicht errichtet, sollte aber das Angebot der Kinderachterbahnen im Park sinnvoll erweitern.

Splash Battle

Im benachbarten Themenbereich Splosh! widmet man sich ganz dem nassen Element und der Thematik des Fliegens. Die Hauptattraktion in diesem Areal ist die Splash Battle Anlage aus dem Hause Preston & Barbieri, wie man sie in der Form beispielsweise auch im niederländischen Park Walibi Holland und dem französischen Park Walibi Sud Ouest vorfinden kann. Wie immer sind auch hier die Kanonen halbwegs nutzlos, da nicht funktionierend. Sollte man durch die ganzen Wassereffekte nicht nass genug geworden sein, so kann der riesige Wasserspielplatz direkt nebenan Abhilfe schaffen.

Flip Flop

Wenn man nun eine Möglichkeiten zum Trocknen sucht, so ist die beste Adresse dafür definitiv der Fabbri Top Swing Flip Flop. Auch wenn sie sich äußerlich kaum von ähnlichen Anlagen diverser anderer Hersteller unterscheidet, so hat es die Fahrt durchaus in sich. Mit einer wahnsinnigen Beschleunigung schwing der Gondelträger in die Höhe und versucht dabei seine Mitfahrer bestmöglich aus dem Sitz zu katapultieren. So viel Airtime findet man sonst nirgendwo, weswegen die eine oder andere Fahrt für jeden Freizeitparkenthusiasten absolut unausweichlich ist!

Zooom

Trocken geschleudert kann man nun drei Flugmaschinen besuchen, wovon die blau lackierte Zooom am herausstechendsten ist, denn sie versperrt die Sicht auf den wirklich sehr schönen Sky Flyer aus dem Hause Mondial. Die Fahreigenschaften dieser Achterbahn ist wahrlich nicht gut und spiegeln leider die Kompetenz des Herstellers Zamperla bei der Manufaktur von Kinderachterbahnen wieder. Der Ausschwung während der Fahrt ist nicht der Rede wert, wodurch die Anlage im Vergleich zu Turbulencia des Parque de Atracciones de Madrid nicht überzeugen kann. Die eher hässliche Ausstrahlung dieser Anlage kommt dem ganzen auch nicht zugute und eine Fahrtdauer von 4 Runden erst recht nicht.

Sky Flyer

Hingegen könnte diese beim Sky Flyer tatsächlich ein wenig länger sein, denn die ehemalige Anlage aus dem Drayton Manor Theme Park ist durchaus eine Fahrt wert. Wie auch bei den Versionen von HUSS oder Weber kommen bei dieser Überkopfschiffschaukel keine Schulterbügel zu Einsatz, was jedoch nicht unbedingt am Geeignetsten für die Fahrposition ist. Tatsächlich hätte eine Fahrt mit Blick nach innen einiges mehr hergemacht, der Interaktion mit der anderen Gondel zum Trotz, und somit den Fahrkomfort ein wenig erhöht. Nichts desto trotz ist die Fahrt selbst gut und dessen Verlauf wirklich ausgewogen, so dass eine Fahrt auf der mittlerweile eher seltenen Anlage durchaus als Pflicht angesehen werden sollte.

Der Themenbereich Lost Kingdom im Flamingo Land kann als interessantester Themenbereich des Parks angesehen werden, denn er leitet in den Zoo über und kann die beiden Achterbahnen Mumbo Jumbo und Kumali vorweisen, sowie die Bootsfahrt Lost River Ride.

Kumali

Spätestens seit dem Bau von Kumali sind die Blicke in Richtung Yorkshire gerichtet, denn dieser Suspended Looping Coaster der Firma Vekoma war erst die zweite Anlage dieses Typs mit einem anderen Layout innerhalb Europas, sofern man von den beiden Anlagen aus dem spanischen Isla Magica und dem italienischen Gardaland mit ihrer Bonushelix absieht.

Die Fahrt auf Kumali beginnt mit dem Erklimmen des Lifthills, worauf eine abwärtsgeneigte Kurve das erste Gefälle der Anlage einleitet. Wo dieser Teil der Bahn dem eines Standard-SLCs noch recht nahe kommt, so ist alles Folgende anders. Nach einer längeren Kurve folgt sogleich die erste Steigung und zugleich die erste Inversion der Anlage, ein Looping. Dieser wird dann auch genauso durchfahren wie es sein sollte, also mit ordentlichem Druck und einer hohen Geschwindigkeit. Nach dessen kurvigen Ausfahrt fügt sich eine Cobra Roll an und sich recht schön fährt. Kurz darauf wird man auf eine interessanteste Art und Weise in einer ZeroG-Rolle umher geworfen, woraufhin sich eine Steilkurve anschließt, die einem in die Bremsstrecke der Anlage führt.

Kumali ist eine interessante Achterbahn, dessen Fahrkomfort kaum Raum für Beschwerden lässt. Sie fährt sich also durchaus gut, jedoch zugegebener Maßen nicht gerade spannend. Durch die eher seltenen Fahrten kann es natürlich gewesen sein, dass die Anlage nicht ihr volles Potential vorweisen konnte, weshalb mich selbst das Standardlayout mehr überzeugen kann, sofern sich die Anlage so gut fährt wie beispielsweise Infusion im Pleasure Beach Blackpool.

Mumbo Jumbo

Die benachbarte Achterbahn Mumbo Jumbo ist im wahrsten Sinne ein wenig seltsam. Den übersteilen und schnellen Lift erklommen geht es viel zu schnell in eine Kurvenkombination ohne vorhandener Querneigung, die kurz darauf in einem recht steilen 112° Drop überleitet, welcher der Achterbahn bis zu ihrer Ablösung durch den 1° steileren El Loco Coaster aus Fraispertuis City, einen Weltrekord einbrachte. Dieser Drop, so imposant die Fakten auch klingen mögen, ist auf ganzer Linie enttäuschend, denn sobald dieser eingeleitet ist, ist er auch wieder vorbei. Vom Fahrgefühl ist er kein Vergleich mit denen eines Gerstlauer Eurofighters die allesamt ausgeprägtere Kräfte vorweisen können und deutlich höher daherkommen. Mit einer kleinen seitlichen Drehung geht es sogleich zur ersten Blockbremse hinauf.

Nun folgt eine Kurve, die man durchaus öfters in diversen Achterbahnen verbauen könnte, denn sowohl auf Holzachterbahnen des Herstellers GCI wie auch hier macht der nach außen geneigte Streckenabschnitt durchaus sehr viel her. Leider ist dieser Part sehr schnell wieder vorbei und eine scheinbar konventionelle Kurve schließt sich an, die jedoch gegen Ende immer mehr an Neigung zugewinnt und einem kurzerhand Überkopf stellt. Das Fahrgefühl der Hangtime ist hierbei sehr ausgeprägt und man ist schon einigermaßen froh kurz darauf in einem halben Looping in Richtung Boden zu stürzen, wo man dann auch das erste Mal an der tiefsten Stelle der Fahrt angekommen ist. Die Fahrt ist jedoch noch nicht zu Ende und eine weitere Steigung mit anschließender kaum regulierender Blockbremse schließt sich an. Es folgt die letzte traditionelle Kurve, die in einer abwärtsführenden Heartlineroll mündet – dem tatsächlich interessantesten Element der Fahrt. Eine belanglose Kehrtwende in Form eines Immelmann Turns schließt sich an, woraufhin die Fahrt alsbald endet.

Obwohl die Fahrt von außen interessant wirkt und sich von innen Zweifelslos auch interessant fährt, so ist dieser Achterbahntyp nicht das wofür ihn viele anpreisen. Im Vergleich zu der Vorgängerachterbahn den Screaming Squirrels trifft die El Loco Reihe des Herstellers S&S zwar den Nerv der Zeit und konnte sich dementsprechend schon öfters etablieren, dennoch könnte die Fahrt meiner Meinung nach selbst ein wenig verrückter oder wilder sein. Nennenswerte Wiederholungsfahrten blieben daher aus – was hier jedoch auch an der hohen Wartezeit dank Einwagenbetrieb lag.

Lost River Ride

Bei warmen Temperaturen, die am Besuchstag nun wirklich nicht vorhanden waren, ist die Spillwater/Bootsfahrt Lost River Ride sicherlich eines der interessantesten Fahrgeschäfte des Freizeitparks Flamingo Land. Wie auch bei der Sambesi-Bootsfahrt im Erlebnis-Zoo Hannover oder auch der Jungle Mission im belgischen Bellewaerde Park führt die Fahrt an einigen Gehegen vorbei, bietet jedoch einen durchaus längeren Stopp in der Blockbremse bei der überaus großzügigen Savanne, wo man auch mal einer Giraffe hinter einem Strauß herlaufen sieht.

Kurz darauf geht es recht ungewöhnlich, und auch recht schnell sobald das Boot in entsprechender Schräglage geraten ist, via Kabellift nach oben. Nach einer eher langweiligen Gerade in einem Gebäude – bei der es mich eigentlich gewundert hat nicht noch durch eine Voliere zu fahren –, folgt der von außen recht markante Drop und ein bisher unerlebtes Gefühl des Nasswerdens. Obwohl ich bislang jeden Spillwater – beziehungsweise Shoot the Chutes – der mir über den Weg gelaufen ist gefahren bin, ist mir noch nie passiert erst einmal von der einen Seite komplett durchnässt zu werden und kurz darauf noch mal von der anderen.

Der Zoo

Triefend nass geht es also nun in den Zoobereich des Freizeitparks, welchen ich jeden wirklich nur empfehlen kann. Wirklich alle Tiere haben hier sehr viel Freiraum, auch ist die Einsichtbarkeit der Gehege meist nur von oben möglich oder indem man gerade an ihnen in einem Boot vorbei schippert, so beispielsweise beim Löwengehege innerhalb des Lost River Rides. Wo Ich noch Tage zuvor dachte die Gehege im Bellewaerde Park seien größer als all jene bislang gesehene, so wurde Ich hier eines besseren belehrt. Würde es einem als Freund der Freizeitparkkultur nicht immer in die anderen Bereiche ziehen, so könnte man hier locker den ganzen Tag verbringen. Andererseits verbinden eine Seilbahn und der Peoplemoover, eine Monorail mit Kuhzug, die beiden Parkenden miteinander.

Mischief Mansion

Die Muddy Duck Farm, wie der Kinderbereich Children’s Planet sind zwei kleinere Bereiche im Flamingo Land, die vor allem kleineren Kindern gewidmet sind. Diese können sich – im Übrigen als einzige – auf dem Go Gator vergnügen, oder die originelle und schön gestaltete Themenfahrt Mischief Mansion, sowie dem zugehörigen interaktiven Walkthrough Little Monsters Exploratorium amüsieren.

Cliff Hanger

Im wunderschön gestalteten Themenbereich Seaside Adventure, auf der anderen Seite des Freizeitparks Flamingo Land, kann man neben mehreren Kinderfahrgeschäften eine Fahrt auf dem S&S Combo Tower Cliff Hanger wagen. Da ich bislang nur die Ehre hatte den einen oder anderen Space Shot fahren zu dürfen, die meist doch eher einen recht mauen Fahrverlauf aufweisen konnten, war meine Erwartung an die Fahrt auf dem Cliff Hanger wirklich sehr niedrig; die abnormal ausgeprägte Airtime sowohl beim Schuss nach oben, wie auch beim Schuss nach unten konnten mich ziemlich schnell von einem Gegenteil überzeugen. Ein absolut genialer Turm!

Der letzte Themenbereich des Parks und zugleich der Bereich rund um den Eingang hört auf dem Namen Metropolis. Dieser kommt im Bereich um den Launched Coaster Velocity recht einheitlich gestaltet daher; es gibt jedoch noch ausreichend Bedarf für das eine oder andere Makeover im restlichen Bereich dessen. So ist der Platz mit der Fahrradhochbahn, dem Baloonrace und der kleinen Kinderachterbahn Runaway Train nun wirklich keine Schönheit.

Hero

Um den hinteren Bereich Metropolis ein wenig aufzuwerten hat man sich für die Volare Hero als dritte Neuheit in diesem Jahr entschlossen. Ob es dabei richtig war die Wilde Maus, aus dem Hause Maurer Söhne, in Zahlung zu geben sei dahingestellt. In England ist die geplante Anlage zumindest eine Neuheit, welche durchaus etwas Aufsehen erregen kann.

Velocity

Die letzte Achterbahn und zugleich die beste des Freizeitparks Flamingo Land ist die Motorradachterbahn Velocity aus dem Hause Vekoma, welche den Prototypen aus dem niederländischen Themenpark Toverland in tatsächlich jedem Punkt mit Leichtigkeit in den Schatten stellt. Diese Bahn ist von den Fahreigenschaften einfach nur überragend. Der Launch zieht ordentlich und die anschließenden Kurven werden mit genau dem richtigen Maß an Geschwindigkeit durchfahren, wodurch durchaus ausgeprägte Kräfte entstehen, welche sich auch auf dem Hügel gegen Ende der Fahrt auch im negativen Bereich bemerkbar machen.

Wer Velocity gefahren ist muss sich eigentlich wundern, dass es bislang noch recht wenige Motorbike Coaster aus niederländischer Produktion gibt, immerhin verkaufen sich die Kopien dieses Fahrprinzips ja auch, wobei die Fahrposition an sich nie direkt kopiert wurde. Die Fahreigenschaften des englischen Exemplars sind zumindest in jeder Hinsicht erhaben und die Fahrt durch die kurvenreiche Strecke macht einiges her, so dass man sich nur wünschen könnte des Öfteren in Europa ein Exemplar aus genau dieser Schmiede vorfinden zu können.

Bilder Flamingo Land

Fazit Flamingo Land

Das Flamingo Land ist ein echt toller Tier- und Freizeitpark. Leider neigt der Park dazu seine zahlreichen und wirklich guten Fahrgeschäfte nicht wirklich gut zu präsentieren. Hier kann man nur darauf hoffen, dass eine ansehnliche Präsentation in Zukunft zum Standard des Freizeitparks gehört – stellenweise ist der Park ja auch heute schon überraschend gut gestaltet. Mit dem großzügigen Tierbereich des Parks hat man zumindest einen guten Besuchsgrund, welcher durch den Freizeitparkbesuch großartig abgerundet wird.

 

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Bei Holly zu Gast

Vorwort

13 Jahre nach meinen Erstbesuch und nur 4 Jahre nach meinen Zweitbesuch ging es erneut in den Holiday Park nach Haßloch um deren letzte Neuheit vor der Übernahme durch die Studio 100 Gruppe einer Fahrt zu unterziehen und dabei die letzten Entwicklungen des Parks zu betrachten.

Eine der bedeutendsten Änderungen seit Plopsa ist die Verlegung des Eingangsbereiches direkt an den Parkplatz. Somit muss man nicht mehr wie all die Jahre zuvor entlang der am Park verlaufenden Bundesstraße marschieren um sich durch das Nadelöhr von Kassen einen Weg zu bannen. Der ganze Platz ist dabei recht groß geraten und zum ersten Mal merkt man dem Park seine Stellung in der internationalen Parklandschaft auch endlich mal an.

Holiday Park

Anubis Free Fall Tower

Betritt man den Park so ist die erste Attraktion auf die man trifft der, mal wieder, umgestaltete Freifallturm des Parks. Nach dem Tower of Olymp ist der Anubis Free Fall Tower nun die zweite Version die mir über den Weg lief und so ist es schön größere Veränderungen zu sehen, als nur belanglose Videoclips und ein neues Banner. Das Gebäude wurde nun umlackiert, Folien zieren die Außenwände, im Wartebereich wird eine Folge der Fernsehserie Das Haus Anubis gezeigt, unschöne Bilderrahmen schmücken die Wände und es wird leider der zweite Titelsong der Serie gespielt. Die Fahrt selbst kann auch weiterhin überzeugen, bietet aber nicht das Fallgefühl von La Lanzadera aus dem Parque de Atracciones de Madrid.

Donnerfluss

Am Rande des Pfälzer Dorfes befindet sich der Eingang zum Donnerfluss, der ersten Raftinganlage in Deutschland.  Die Fahrt durch den Kunstfelsen verzierten Kanal weißt einige Stromschnellen, eine Höhlendurchfahrt mit Wasserfall und ein großes Wellenbecken gegen Ende der Fahrt auf. Der Nässegrad hält sich dabei, wie bei allen Raftinganlagen Deutschlands, in Grenzen, aber es besteht hier wenigstens die Möglichkeit etwas nässer als gedacht auszusteigen.

Burg Falkenstein

Hinter dem schönen Karussell verbirgt sich in einem alt aussehenden Gemäuer die Themenfahrt Burg Falkenstein. Hat man irgendwann die viel zu lange Warteschlange überwunden und in den Wagen Platz genommen kann die Fahrt durch das Mittelalter beginnen. Hierbei wurde sogar versucht eine Storyline zu verfolgen, so wird geplündert ohne Ende, aber nicht ohne reichlich Ablenkung geschaffen zu haben. Die beste Stelle der Fahrt jedoch richtet sich an die männlich veranlagten Fahrgäste, denn wie freilich man schon damals umgegangen ist, kann für manch überraschte Gesichter sorgen, auch wenn die Animatronic dabei etwas schöner sein könnte.

Hollys Wilde Autofahrt

Die neueste Achterbahn des Parks findet sich in Hollys Cartoon Town und ist eine Wilde Maus von Maurer Söhne. Als Gebrauchtanlage wurde Hollys Wilde Autofahrt von der Familie Bemboom übernommen, die sie damals in zwei ihrer Freizeitparks betrieben. Komplett saniert und mit schicken neuen Wagen ausgerüstet zeigt sie sich nun als einzige wirkliche Familienachterbahn des Parks und kann dabei sehr überzeugen. Typisch für eine von Maurer Söhne gebauten Anlage ist das geniale Fahrverhalten in den Haarnadelkurven, da diese nicht so seicht wie bei Mack durchfahren werden. Die restliche Strecke wird auch mit einer konstant hohen Geschwindigkeit durchrast, auch wenn die Bremsen mal wieder recht grenzwertig sind.

Superwirbel

Aufgrund des Nieselregens lief die Achterbahn Superwirbel aus dem Hause Vekoma leider nicht. Gewissermaßen hab ich mich doch sehr auf eine Fahrt gefreut, denn die kompakte Anlage ist der Inbegriff eines gut konstruierten Layouts. Auch wenn die Bayernkurve sich vor vier Jahren doch recht grenzwertig fuhr, so überraschte sie mich die Anlage damals durch die doch recht hohe Geschwindigkeit. Da sowohl Hauke als auch David bei ihren Besuchen im letzten Jahr nur positiv von der Anlage berichten konnten wäre es schön gewesen ihre Meinungen zu verifizieren.

Lighthouse Tower

Wegen mangelnder Fahrgäste fuhr auch der Lighthouse Tower, der wohl schönste Star Flyer der Welt, nicht. Der hintere Bereich am See ist auf Grund der wenigen Fahrgäste den Weg nicht wert, zumal ich vor vier Jahren beinahe aus dem Park geschmissen wurde, da ich in der Schiffschaukel die Hände hob, was andernorts völlig normal ist.

Balloon Race

Da der Pressluftflieger City Jet in den wohl verdienten Ruhestand geschickt wurde, ist ein recht zentraler Platz frei geworden, welcher demnächst von den Balloon Race aus dem Hause Zamperla ausgefüllt wird. Einerseits Schade um das abgerissene Karussell, welches ich als Kind nur allzu gerne fuhr, aber anderseits ist es für das Ballonrennen ein deutlich besser Platz.

Bounty Tower

Zum Zeitpunkt meines Erstbesuches war der HUSS Condor Bounty Tower leider defekt, da ich damals sehr angetan von der Ästhetik des Fahrgeschäfts war fand ich es besonders tragisch. Auch Jahre später finde ich den Aufbau und den Fahrablauf eines Condors von außen betrachtet einfach nur schön, im Holiday Park ist darüber hinaus die Gestaltung der Gondeln einfach nur überragend. Jedoch ist der Fahrablauf dieses Fahrgeschäfttyps meist einfach nur als öde zu bezeichnen, seltsamer Weise ist das Fahrprogramm in Haßloch durchaus ausgewogen und rasant und entspricht nicht nur dem einer simplen Aussichtsfahrt.

Teufelsfässer

Die Teufelsfässer bilden mit Tripsdrills Badewannen-Fahrt zum Jungbrunnen die modernsten Wildwasseranlagen in Deutschland. Die Besonderheit der Teufelsfässer sind die aufwendig gestalteten Drehteller während der Fahrt, die die Rückwärtspassage mit Drop ein- und ausleiten. Eine kleinere Schussfahrt am Anfang der Fahrt und der Doppeldrop am Ende runden das Erlebnis ab, sorgen aber leider nicht dafür das der Fahrgast halbwegs durchnässt aussteigt, wie es bei Flashback aus Walibi Belgium der Fall ist.

Expedition GeForce

Seit nun fast 11 Jahren ist der Hauptgrund in den Holiday Park zu fahren die Intamin Achterbahn Expedition GeForce. Seither ist die Anlage, welche des Öfteren wegen irgendwelchen Zwischenfällen in den Medien vertreten war, ein Garant für eine gute Achterbahnfahrt, aber auch für eine extrem langsame Abfertigung. Lustiger Weise hat sich auch unter der Regie von Plopsa absolut nichts an diesem Umstand geändert.

Nachdem man dieses zeitraubende Ritual hinter sich gebracht hat kann die Fahrt auch schon beginnen. Durch den Kabellift wird man recht zügig in den grandiosen First-Drop entlassen, es folgen Airtimehügel mit glücklicher Weise ähnlich ausgeprägter Airtime wie bei Colossos aus dem Heide-Park Soltau, einige schöne Wenden und eine fehlende erste Trimbreak. Das Erlebnis in dem nachfolgenden Teil ist nun überragend und nicht wie zuvor langsam und relativ öde, der Umschwung ist durch die erhöhte Geschwindigkeit nun wirklich genial und somit nicht mehr die schlechteste Stelle der Bahn. Die Hügel nach der zweiten Reduzierbremse bilden ein tolles Finale, auch wenn die Bremsstrecke ungeschickt platziert ist.

Die Expedition GeForce ist sicherlich eine der besseren Achterbahnen in Deutschlands und eine recht gute Achterbahn im weltweiten Vergleich, aber sie könnte um einiges besser sein. Betrachtet man dazu den zweiten Mega Coaster Europas Goliath aus Walibi Holland so fehlt dem Holiday Park eindeutig das Personal dieser Anlage und den überragenden Stengel Dive um sich wirklich wieder als beste Achterbahn der Welt bezeichnen zu können.

Schlusswort

Seit der Übernahme durch das Studio 100 hat sich in der Pfalz so einiges getan, vieles hat sich zum Besseren gewendet, aber auch einiges sollte man kritisch betrachten. Durch den Verkauf des Tanzenden Pavillions an den Leipziger Vergnügungspark Belantis fehlt ein weiteres Familienfahrgeschäft, welches die ganzen Kinderfahrgeschäfte im Majaland nur eher schlecht als recht kompensieren können. Im Allgemeinen mangelt es in Haßloch einfach an Fahrgeschäften, dennoch ist mir der Park sympatisch

Besonders erwähnenswert ist die Möglichkeit des Nachmittagsticket, welches wir für unseren Besuch auch nutzten, da ein ganzer Tag im Holiday Park irgendwann zu lang wird. Überraschender Weise entschied man sich sogar die Kassen mit Personal besetzt zu lassen damit man dieses Angebot auch tatsächlich wahrnehmen konnte, dieses ist leider bei den Freizeitparks die dieses Angebot anbieten eher selten der Fall, zumal der Andrang an dem Besuchstag sehr gering war.

 

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